Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 18 (1.3.1935)
- Date
- 1935-03-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 JODISCHE RUNDSCHAU Nr. 18, 1. III. 1935 den übrigen jüdischen Kameraden, so daß der Uebergang In eine hundertprozentige jüdisch« Umgebung für sie den Schritt vom Unvollkommenen zum Vollkommenen bedeutet. oder Gefühl der Fremdheit Viel schwerer dagegen ist die Eingliederung derjenigen Kinder, die keine jüdischen K I as s e n g e n o* s e n besaßen, keiner jüdischen Jugendgemeinschaft angehört hatten, und bei denen auch im Elternhaus keine jüdische Atmosphäre herrschte. Ihnen ist vieles, oft alles fremd: Anschauungen. Lebensgewohnheiten, jüdisch Religiöses und Geschichtliches, kurz alle Acußerungcn eines mit der Vergangenheit verknüpften und mit der Volksgemeinschaft verbundenen jüdischen Lebens. Einige Beispiele mögen dies verdeutlichen: Wir sind mit der Herstellung des Schmuckes für die Sukkah beschäftigt, Bilder, Papierketten werden angefertigt, Sprüche werden gemalt. Der größte Teil der Kinder ist mit voller Begeisterung dabei. Die neuen Schüler sehen hilflos zu und finden keine Beziehung zu all dem. Wir sitzen später in der Sukkah. Man merkt ihren Gesichtern an, wie fremd ihnen dies alles vorkommt. Sic sehen, wie sicher und selbstverständlich sich ihre Mitschüler in dem Milieu bewegen, das doch, wie sie wiederum fühlen, auch ihnen vertraut und heimisch sein müßte. Sie spüren ein Manko im Jüdischen fegenüber ihrer Umgebung, das ihnen jetzt, wo eben das udentutn im Mittelpunkt steht, mm Bewußtsein kommt, während bisher alles Jüdische gerade noch die Peripherie ihres Daseins berührte. Bei einer Bialik-Feier hören sie, daß Bialik eine Jcschiwah in Litauen besucht hat. Sie verbinden mit dem Wort „Jc.schiwah" nicht die geringste Vorstellung, glauben, es sei eine Stadt in Litauen. Diese Beispiele ließen sich zahllos vermehren. Fast alle jüdischen Begriffe sind ihnen fremd. Viele bemühen sieh mit besonderem Eifer, aus ihrer Fremdheit heraufzukommen und mit jüdisch , n Dingen vertraut zu werden. Sie bevorzugen beim Entleihen aus der Sehulbibliothfk die jüdischen Bücher, und man spurt, wie sie mit aller Kraft danach streben, in die ihnen bisher unbekannten Bezirke einzudringen. Die anderen Kinder haben für diese Situation großes Verständnis und behandeln die Neuen mit viel Rücksichtnahme. Sie lachen nicht über Unkenntnis und Mißverständnisse, sie versuchen vielmehr selbst voll Eifer, ihren Kameraden alles Neue zu erklären. Und so vollzieht sich dann mit gutem Willen auf beiden Seiten allmählich eine innere Umwandhing und Anpassung. Ein paar Sorgenkinder Es gibt aber auch einige Kinder, — sicherlich sind es flicht die sehlechtesten --, die der früheren Schule lange Zeit die Treue wahren und sich deshalb auch mir sehr schwer eingewöhnen können. Sie gehen von vom herein von der Vorstellung aus, daß ihr Ucbergang in die jüdische- Schule eine Degradierung sei, daß sie aus einer hochwertigen Schule in eine Ersatzschule kommen, eine Vorstellung, an der meist die Hauptschuld jene Minderbewertung alles Jüdischen trägt, die sie aus der indifferenten Atmosphäre des Elternhauses mitgebracht haben. Nun vergleichen sie Schulbetrieh, Schuleinrichtung, Lehrer, Mitschüler mit ihrer früheren Schule, wagen ab, ohne schon einen Standpunkt gefunden zu haben, von dem aus sie zu einem gerechten Urteil kommen könnten. So zieht die Jüdische Schule in ihrer Vorstellung den kürzeren, und nachdem sie sich dann selbst Schranken errichtet haben, ist es schwierig für sie und für die anderen, sie wieder niederzureißen. Hier tritt die Veränderung erst von dem Zeitpunkt an ein, von dem an das Jüdische in ihrer Vorstellungwelt einen anderen Rang eingenommen hat und das Judentum eine andere Bewertung in ihrem Bewußtsein erfahren hat Immerhin bilden aber diese komplizierten Fälle nur die Ausnahme. Lehrplanschwierigkelten Dagegen ergeben sich wiederum auf einem anderen Oe- Mete besondere Schwierigkeiten. Viele Kinder kommen aus höheren Schulen in die jüdische Schule, die den Charakter einer Volksschule besitzt. Höhere Schule und Volksschule haben aber für die gleichen Altersstufen einen verschiedenen Lchrplan. Es wird z. B. mit dem Physik- und dem Raumlehreunterrieht in der Volksschule viel früher begonnen, auch der Rechenlehrplan ist vollkommen abweichend. So kommt es vor, daß die Kinder aus höheren Schulen auf Wissensgebiete stoßen, die ihnen noch unbekannt sind und die ihre Kameraden mit Volksschulbildung bereits beherrschen. Es stürmt viel stofflich Neues auf sie ein, und nicht jeder kann es leicht bewältigen, zumal auch die Grundbegriffe fehlen. Ein Mitarbeiten erseheint ihnen im Anfang oft nicht möglich. I las bedruckt sie, macht sie unfroh. Sie fühlen sich ihren Kameraden gegenüber nicht gleichwertig!. Die Entiiiiscliun:: ist um so großer, als sie glaubten, durch den Besuch einer hohenn Schule im Vorsprung zu sein. Man versucht nun, durch Nachhiifekurse (wenn nötig kostenlos) diese Schwierigkeiten zu überwinden, Ist jedoch der Pio/im.»atz dir Neulinge sehr groß, so muß der Lehrplan fiir diese Kinder geändert werden. Sobald nun die Kinder in den fraglichen Fächern bessere Leistungen aufweisen, ist auch seelisch der Bann gebrochen, und die Eingewöhnung in den Schulhctricb und die Gemeinschaft vollzieht sich leichter und williger. S. L. Erez Israel und die Jüdischen Schulen Der pädagogisch« Gesichtspunkt Das vergrößerte jüdische Schulwerk in Deutschland ist innerlich noch nicht konsolidiert. Entstanden in einer Zeit der neuen jüdischen Entscheidung, getragen von einer positiven Haltung ni allem Jüdischen, bemühen sich die Menschen, die in ihm wirken, diesen Schulen eine Gestalt zu geben, die sich wesentlich von der jüdischen Schule von vor 1933 unterscheidet. Bestimmte innere Schwierigkeiten, die teilweise durch den plötzlichen Uebergang von Lehrern und Schülern bedingt sind, wirken hier noch hemmend. Im ganzen aber ist man gewillt, eine stärkere Ausrichtung zum Jüdischen vorzunehmen, jüdischem Kulturgut, jüdischer Geschichte und Hebräisch den gebührenden Platz einzuräumen. Die jüdische Schule würde aber ihre Aufgabe nicht richtig erfüllen, die das gewaltigste Werk jüdischen Gegenwartslebens — den Palästina-Au fbau, nicht in großem Umfang in ihren Lehrplan einbeziehen würde. Sie würde ihre Jugend nicht lebensnah erziehen, der Gegenwart nachhinken und den Anschluß an sie verpassen, wenn sie aus falsch verstandener „Neutralität" heraus nicht im erforderlichen Umfang sich palästinoz. entrisch einstellen würde. Die jüdische Schule muß der Kristallisationspunkt sein, von dem aus die tatsächlich schon vorhandene Verbundenheit mit diesem Lande ihre Uiitermauerung und geistige Vertiefung finden muß. Das bedeutet nicht eine Verkleinerung und Mindcrbewertung des deutschen Kulturkreises für die jüdische Schularbeit; denn auch hier wirkt die tatsächlich vorhandene Verbundenheit mit dem deutschen Kulturgut aus sich heraus und überdies erzwingt die Beachtung der auch für die jüdischen Schulen verbindlichen staatlichen Lehrpläne die genügende Verankerung dieses Bildungszweiges in den jüdischen Schulen. Die besondere Situation des jüdischen Menschen in Deutschland, also auch die des jüdischen Kindes und Lehrers, verlangt aber geradezu die Eingliederung! palästinensischen G e g e n w a r t s I e b e n s in unsere S c h u- 1 e n. Wenn wir unseren Kindern nicht nur Stoffe und Kulturgüter übermitteln wollen, die bereits der Geschichte angehören, sondern sie auch einem Gegenwartsleben, an dem sie ungebrochen teilnehmen können, innerlich verbinden wollen, dann müssen wir in unseren Erziehungsplan die Kräfte einbeziehen, die von dem Lande ausgehen, auf das augenblicklich die Augen aller Juden gerichtet sind. Eine wirkliche innere Beziehung sollen unsere Kinder zu Erez Israel erhalten. Nicht nur Wissen vom gegenwärtigen und historischen Palästina soll in unseren Schulen vermittelt werden, sondern einen wesentlichen E r z i e h u u g s f a k t o r soll dieses Land in unserem Bildungswerk darstellen. Es kommt nicht auf die Einfügung noch einiger Stunden Palastina-Kunde au — deren Wert natürlich nicht unterschätzt werden darf — sondern Palästina muß einer der Konzentrationspunkte in der jüdischen Schularbeit sein. Palästina In der Lehrer-Ausbildung Von dem Grade der Verbundenheit des Lehrers mit dem geschichtlichen und gegenwärtigen Palästina, von seinen Kenntnissen über die Bedeutung dieses Landes für die Entwicklung der jüdischen Religion und des jüdischen Volkes, von seiner klaren Anschauung über die augenblickliche Gestalt des Landes hängt es sehr wesentlich ab, wie weit er in seinen Schülern die Begeisterung hierfür erwecken kann. Durch Kurse über Palästina, durch Lektüre guter Schilderungen des Landes lassen sich gewisse Vorbedingungen schaffen, ihre Krönung und Vertiefung finden sie aber erst durch Aus der allgemeinen pädagogischen Bewegung Im Amtsblatt des Rekhscrziehimgsministcriums „Deutsche Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung" Heft 2 wird ein Verzeichnis der zur Beschaffung für Schulbüchereien geeigneten Bücher und Schriften veröffentlicht. Darunter findet sich ein Buch von Karl Götz: „Der Deutsche in Palästina". In Heft 1 der Zeitschrift „Die deutsche Schule" findet sich eme Auseinandersetzung „über den Wert des Alten Testaments im Religionsunterricht", die zu dem Ergebnis gclangt, daß das Alte Testament für den evangelischen Religionsunterricht unentbehrlich ist. Ein Aufsatz über „Nationale und universale D c n k f o r m e n im deutschen Humanismus" („Die Erziehung" Heft 1) setzt sich u. a. mit dem jüdischen Kulturhistoriker Ludwig Geiger auseinander, der zum erstenmal ein Gesamtbild des deutschen Humanismus zu zeichnen unternommen hat. Obwohl Geiger nach der vorliegenden Darstellung „ein Mann von breitem Wissen, großer Akribie, aber geringer Ursprünglichkeit und schwachem Gefühl für tiefere Zusammenhange" war, ist — wie der Verfasser des Aufsatzes zugibt — sein Werk bis in unsere Tag« höchst wirksam geblieben „aus dem einfachen Grunde, weil die Forschung zwar im einzelnen weit über ihn hinausging, im ganzen aber bis heute kein neues Gesamtbild des deirtschen Humanismus als geschlossene Darstellung geschaffen hat". — Der Akademie für Deutsches Recht wurde vor kurzem ein JugendrechtsausschuB angegliedert.Nach dem Programm des Rcichsjugendführers girt die künftige Tätigkeit des Ausschusses dem JupendarbeTterecht, dem Ju> einen Besuch des Landes. Um wirkliche Vorstellungen von Palästina, seinen historischen Stätten, seiner gegenwärtig gen Leistung, seinem Aussehen, dem Rhythmus der jfidisehen Arbeit usw. in den Schülern zu wecken, muß der Lehrer das Land aus eigener Anschauung kennen. Der Erzieher, der offenen Auges und aufnähme, bereiten Herzens das Land gesehen hat, wird seinem Schüler ein wirkliches plastisches Bild palästinensischen Lebens ver. mittein, wird seine eigene nicht nur auf literarischem Wege erworbene Stellungnahme zu diesem Lande in vertiefter Form übertragen können. Ziel muß deshalb für uns sein: Jedem jüdischen Lehrer in Deutschland einmal den Besuch Palästinas zu ermöglichen. An die verantwortlichen Stellen des deutschen Judentums müssen wir deshalb die Forderung richten: Schafft hierzu die Voraus. Setzungen, organisiert Studienreisen jüdischer Erzieher nach Palästina, ermöglicht durch großzügige Urlatibsgewährung und Reisckostcnzuschüsse solche Fahrten! Diese Studienreisen müßten geleitet werden von wirklichen Kennern des Landes, von guten Pädagogen, die wissen, worauf es ankommt; dem jüdischen Schulwesen in Deutschland würden aus solchen Kulturfahrten wesentliche Kräfte zuströmen. Vor Jahren hatte die Jüdische Gemeinde Berlin dieses Prinzip schon einmal anerkannt. Es gab damals ein Palästina-Stipendium der Gemeinde, das in jedem Jahre einmal einem Lehrer eine Fahrt nach Palästina ermöglichte. Entsprechend den veränderten Verhältnissen, dem vergrößerten Umfang des jüdisehen Schulwesens in Deutschland, der erhöhten Bedeutung Palästinas, insbesondere für die Jugend, müßte in neuartiger, umfassenderer Form diese Einrichtung wieder belebt und auf ganz Deutschland ausgedehnt werden. In den Ausbildungsnlan der jüdischen Lehrerbildungsanstalten und auch der Rabbinerseminare müßte diese Palästinaverbundenheit in besonders intensiver Form eingebaut werden. Etwa ein Semester der Vorbereitungszeit mindestens müßte in entsprechenden palästinensischen Anstalten absolviert werden. Der Durchführung solcher Pläne werden wahrscheinlich genug Widerstände entgegentreten können, wenn aber der ernsthafte Wille da ist, werden auch diese zu meistern sein. Vorläufige MaBnahmen Im Falle idealster Durchführung wird aber dennoch eine gewisse Zeit vergehen, ehe alle Lehrer Palästina aus eigener Anschauung kennenlernen konnten. In der Zwischenzeit muß man auf eine gute Ersatz.lösung sinnen. Einige besonders geeignete palästinensische Lehrkräfte müliten nach Deutschland kommen, betraut mit der Aufgabe, die noch fehlende unmittelbare Beziehung durch sehr starke aus persönlichen Erleben fließende mittelbare zu ersetzen. Von einigen Großgemeinden aus müßten sie die gesamte jüdische Lehrerschart Deutschlands erfassen und in wirklich lebensvoller Weise ihnen Palästina nahebringen. Sie würden u. a. auch geeignete Unterrichtsmittel (Bilder Statistiken, Münzen usw.) mitbringen, sie würden hier mitschaffen helfen an dem Aufbau einer Zentralstelle, in der neben anderen jüdischen Sammlungswerten ein vollständiges Palästina-Archiv sich finden würde. Allmählich müßte neben dieser allgemeinen Zentralstelle jede Schule zu einer eigenen möglichst reichhaltigen Palästinasammlung kommen, eigene Palästinazimmer eventuell einrichten und ständig sich die Lehrmitte/ beschaffen, die zu einem erfolgreichen Unterricht nötig sinl Große finanzielle Belastungen würde die Durchführung eines solchen Planes nicht bedeuten. e. gendpflegerecht und dem Jugendstrafrecht Im Jupendarbeftsrecht sind die Jugendlichen nicht mehr als Arbeitnehmer, sondern als Arbeitsschüler zu behandeln; das Jugendpflegerecht bedeutet nicht Jugendwohlfahrtsrcclü, da die Jugend kein Gegenstand der Wohlfahrt sei; das Jugendstrafrecht braucht in erster Linie Jugendrichter mit pädagogischen Fähigkeiten. — Eine neue Wendung ist auch in der Schullandheimbewegung eingetreten, seitdem vor kurzem eine Vereinigung der deutschen Schullandheime mit dem Reichsverband für deutsche Jugendherbergen vollzogen wurde. Hitlerjugend, Jugendherbergsbewegnmg und Schullandheimarbeit wurden zusammengefaßt als „Erziehung in und durch Gemeinschaft" außerhalb der Schule neben der Familienerziehung. Oberstudiendirektor Dr. Otto Driesen 60 Jahre alt Am 1. März feiert der Direktor der Frankfurter jüdischen Lehranstalt Philanthropiu, Dr.Gtto Driesen, seinen 60.Geburtstag. Driesen ist ein Pädagoge, dcT ursprünglich im Berliner Schuldienst tätig war. 192! wurde er an die älteste jüdische Schule Deutschlands berufen, die er seitdem leitet Als pädagogischer Leiter dieser Anstalt ist er bekannt geworden. Aber er ist auch efn organisatorisch rühriger, ideenreicher Mann, der seiner Anstalt in letzter Zeit durch die Veranstaltung der von uns besprochenen pädagogischen Woche besondere Geltung verschafft hat. Darüber hinaus interessiert uns naturgemäß, wenn wir sein Werk würdigen wollen, noch mehr der jüdische Oehalt der von ihm geleiteten Schule. Gerechterweise wird man Sagen müssen, daß eine Anstalt, die 130 Jahre alt ist, selbstverständlich die ganze jüdische Problematik des Jahrhunderts, in dem sie entstanden ist, in sich trägt. Aber es muß anerkannt werden, daß emstliche Bemühungen von selten Dr. Driesens heute spürbar sind, der Schule in steigendem Maße jüdischen Inhalt zu geben. Modernes Hebräisch und die Verbindung mit dem neuen Palästina, gute Beziehung zur Jugendbewegung, werden in anerkennenswerter Weise von seiner Schule gepflegt. Dr. Driesen hat einmal im zionistischen Lager gestanden. Er gehört zu denen, die in der ersten Etappe der Entstehung des Zionismus das Wirken Theodor Herzls aus nächster Nähe gesehen haben, und die Größe der Persönlichkeit hat auch ihn beeindruckt. Freilich im zionistischen Lager ist er nicht geblieben. Heute, wo wir ihm zu seinem 60. Geburtstag herzlich gratulieren, werden wir uns freuen, wenn wir, zwar in manchem von ihm geschieden — in immer stärkerem Maße sagen können, daß die jüdische Aufgabe, die er leistet, die ist, die auch wir meinen: Die Wiederverbindung einer jungen jüdischen Generation mit der jüdischen Substanz, die in den letzten 130 Jahren teilweise verloren gegangen war. ________ Ein BucH für Jüdische Kinder. Im Verlag Erwin Löwe, Berlin, erscheint demnächst Setta Cohn-Richters Kinderbuch „Mirjams Wundergarten", Bilder von Josef Awrach. Erziehungsberatung Wir bitten, in allen Erziehungsfragen von allgemeinem Interesse an uns zu schreiben, sowie um die Einsendung von Antworten aus dem Leserkreise. (Red.) Anfrage 7. Soll ich meinen Kindern gestatten) mehrtägige Ausflüge mit dem Bund mitzumachen? Diese Ausflüge sind für die Kinder meist mehr anstrengend als erholsam. Sie kommen zwar vergnügt, aber meist sehr erschöpft zurück, da sie durch die ungewohnten Schlafgelegenheiten kaum schlafen, auch Essen meist wenig zu sich nehmen. Die Kinder sind 11 und 12 Jahre alt, Mädchen, gesund, aber nicht sehr robust. Tagesausflüge empfand ich stets als gesund und in jeder Beziehung zuträglich, während ich bei den Fahrten über Nacht meist das Gefühl nicht los wurde, daß es eine etwas gewaltsame Sache für die meisten Mädchen sei. Antwort zu Anfrage 6 (siehe Nr. 104 der „Jüd. Rundj schau" vom 28. 12. WM). Besucht das Kind eine jüdische Schule, so wäre zunächst vorzuschlagen, es dem Schularzt, resp. der Schulärztin vorzustellen und mit ihnen zu beraten. Manchmal genügt schon eine Aenderung der Kost oder eine kurze Ruhe nach dem Schulunterricht oder ein früheres Zubettgehen. Manchmal wird eine ärztliche Behandlung durch den Haus- oder einen Kassenarzt, oder in den jüdischen Polikliniken, wie z. B. der jüdischen Kinderhilfe, notwendig sein. In besonderen Fällen wird sich wohl auch Ueberweisung zur Schulspeisung ermöglichen lassen, die in der Hauptsache für Kinder eingerichtet ist, deren Eltern berufstätig oder in wirtschaftlicher Notlage sind und die keine regelmäßige oder ausreichende Ernährung haben. Bei Kindern, die zu Hause beim Essen oft mäkeln und zu den sogen, „schlechten Essern" gehören — besonders fallen darunter die „einzigen" Kinder — wirkt oft das gemeinschaftliche Essen im Kreise vieler Kinder appetitanregend und kann daher als ärztliche Maßnahme verordnet werden. — Wenn alle diese Maßnahmen nicht genügen, wird man es mit einem Milieuwechsel versuchen müssen. Sind die Eltern nicht in der Lage, das Kind privat und auf eigene Kosten zu verschicken, so besteht die — heute allerdings nur beschränkte Möglichkeit — der Frholtmgs- oder Kurverschickung durch die Jüdische Gemeinde. Diese geschieht bei den Schülern der jüdischen Schulen durch die Schulärzte, die die Notwendigkeit der Verschickung feststellen. Für die jüdischen Kinder, die noch städtische oder staatliche Schulen besuchen, erfolgt diese Feststellung durch die Aerzte der einzelnen jüdischen Wohlfahrtsbezirke in bestimmten festgesetzten Sprechstunden. Jedenfalls ist es notwendig, nicht einfach über solche Erscheinungen — wie schnelle Ermüdbarkeit, Gewichtsabnahme usw. — hinwegzugehen, sondern sich mit einem Arzt darüber zu beraten. O. F. Im New-Yorker Jüdisch-Theologischen Seminar wurde eine Miimonidea-Auastellung eröffnet, Sie umfaßt seine simtliehen Bücher und eine Reihe seltener Manuskripte, darunter rwd von Maimonkfeg unterzeichnete Briefe. P aiasttiia-BiTjiitifliiiiis Heren Hatessod elf- Postscheckkonto: Berlin Nr. 104951 Bankkonto: Dresdner Bank, Dspos Itenka sse Ks r f Q r•(• n d am m