Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1935-03-01 · Heft 18 (1.3.1935) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 18 (1.3.1935)
Date
1935-03-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2651273-2653827-2653845--26483-2687870
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

Seit« i jnmsrw» piiwrurMAii Nr. 18, t. Wl. 1935 Palästina-Woche Breslau Am 17. Februar begann die von der Zionistischen Vereinigung in Breslau veranstaltete Palästina-Woche mit einer Kundgebung der ehalu/lsrhcn Jugend anläßlich des Erwerbes der Hule-Konzession. Zuerst begrüßte Assael (ben David), Sehefeja als Vertreter der chaluzischen Jugend Breslaus in hebräischer Sprache die Anwesenden und wies sodann auf den Sinn dieser Kundgebung hin, Danach sprach Dr. Siegfried K a n o w i t 7, Tel-Awiw, über das Thema: „Grüße und Gefahr der Stunde". I 'nter besonderer I lerausarbeitung der Situation und der Aufgaben der deutschen Juden in Pa'ästina zeigte er die positive Leistung des Aufbauwerkes in den letzten Jahren, aber auch die aus der Prosperity entstehenden Gefahren. Zum Schluß richtete Seew Orbach, üiwath Brenner, an die Jugend Worte, die zur Wiedel besinnung aut die chahuische Tradition aufriefen. Die Veranstaltung war umrahmt von Liedern der zionistischen Jugend. — Im weiteren Verlauf der Palästina-Woche fand am 19. Februar in den überfüllten Räumen der l.essing-Loge die zweite Veranstaltung statt mit dem Titel ,,Die Zukunft Erez Israels, Paliistina 1900-1935—1951)". Nach einer Begrüßung durch dert Vorsitzenden der Breslauer Zionistischen Vereinigung, R.-A. Dr. L u x, sprach zunächst einleitend Dr. Zwi W i I e n s k i, Jerusalem, in hebräischer Sprache über die Bedeutung des Hebräischen im Rahmen des Aufbauwerkes. Sodann ergriff Dr. Michael T r a u b, Berlin, das Wort, von den Zuhörern stürmisch begrüßt. Er gab einen Rückblick auf die Anfänge der Kolonisation Palästinas, schilderte dann die augenb icklkhe Lage im Lande und entwarf schließlich ein Bild von dem zukünftigen Werden Palästinas. Am 23. Februar fand ein Oncg Schabbat statt, der über Erwarten stark besucht war; etwa 150 - 200 Menschen mußten wegen IJeberfulliing des Saales umkehren, Rabbiner Emil Bernhard Cohn sprach über Zionssehnsucbt. Sein Vortrag war durch Gesänge dreier Clmre und durch Rezitationen unterbrochen. Oberschlesien Am 18. Febr. sprarh!>r, Siegfried Kanowitz, Tel-Awiw. in der Zionistischen Ortsgruppe lieiiiiicii über: „Prüfung und Bewährung — Zwei Jahre deutsche Aüjah in Palästina". Mehr als 5(.Hl Menschen füllten den Saal. Der Redner fand den Weg zum Herzen der Versammlung. Ausgehend von der Situation des Judentums siebte er die jtnlKtlie Emigration aus Deutschland, die in den letzten Jahren nach Palästina ging, in ihrer seelischen Verfassung und in ihrem wirtschaftlichen Aufbau dar und gab seinen Hörern Ausblicke in eine hoffnungsreiche jüdische Zukunft. Die Veranstaltung war umrahmt durch hebräische (iesänjje und einen Spret hchor der Jugend. Als 7. V e r a n s t a I t u n g fand in G 1 e i w i t 7. im Blüthner-Saal eine Kundgebung der Jugend statt. Nach Gesängen sprachen Walter Tempel (Berlin) und AsaeJ Ben David zum Thema: „Größe und Gefahr der Stunde". Zum Abschluß der Palästina-Woche in Oberschlesien fand am 21. Februar in Beuthen (Ü.-S.) im Kaiserhofsaal eine Kundgebung mit Dr. Frau/. Meyer als Redner statt. Die überfüllte, von über 700 Personen besuchte Versammlung, lauschte den packenden Ausführungen des Redners mit größter Anteilnahme. Einem großen Teil der Beuthen er Gemeinde wurde erstmalig das zionistische Gedankengut nahegebracht. Der Elan, der voll der Palästina-Woche ausging, wird sich in der Zukunft fruchtbringend auswirken. „Aufbruch" von Wolfskehl, als Sprechchor vorgetragen, wirkte außerordentlich eindringlich. F. T. Königsberg Die Veranstaltungen der Palästina-Woche fn Königsberg haben alle Erwartungen weit fibertroffen. Sie fanden in allen Kreisen der Gemeinde stärkste Resonanz. Die Veranstaltungen waren von einer grollen Anzahl von Menschen besticht, die bisher zionistischen Veranstaltungen fenngeblieben sind. Die Vorträge von Dr. T r a u b und Dr. Kano w i t z, über die wir in anderem Zusammenhang bereits berichtet haben, fanden in der Palästina-Schau eine ausgezeichnete Ergänzung. Jede der Veranstaltungen zeigte andersartige Gesichtspunkte auf, die sich zu einem eindrucksvollen Gesamtbild zusammenschlössen. Die Pali^tina-^chai: wurde von Herrn Tschcrtok (Berlin) in Anwesenheit der Vertreter sämtlicher jüdischer Gremien und t >rt>ani»atioiien Königsbergs im Namen der ZVfD. eröffnet. Außerdem hielten Dr. Ratzkowski, der Vorsitzende der Königsberiier Zionistischen Vereinigung, Geheimrat F a I k e n h e i m für den < jemeindevorstand und Dr. Ber- 1 o w i 1z für die Repräsentanten-Versammlung Begrüßungsansprachen. Die PahlMina-Woclie bat in Königsberg über den stimmuilgsmäRigcn Erfolg hinaus schon jetzt den Eintritt wichtiger Persönlichkeiten der Gemeinde in die Ortsgruppe gebracht. Stettin Den Auftakt der Stettiner Paliistina-Woche stelle ein Oneg Seh ah bat in der Gemeinde-Synagoge dar, der von Rabb. Dr. I nn! Bernhard Cohn, Berlin, dllr lu»e!ührt wurde. Der Leitgedanke di ser Feierstunde war die ewige Zionssehnsucbt des jüdischen Volkes. Rabb. Dr. Bernhard Cohn gab in großen Zügen eine Uebersicht über die verschiedenen Ausdruck«-I«nr,en, die das Verlatigert Unseres Volkes, wieder in F.rez Israel eine Heimat zu begründen, gefunden bat. Die sehr anschaulichen und eindrucksvollen Ausführungen wurden wirksam illustriert durch musikalische und literarische Vorträge, die den verschiedenen Zeltepochen entnommen waren. Die Rezitationen brachte Frau Ilka Jakobsohn, Stettin, die Gesänge Kantor James R a I n o w i t z, Stettin, meisterhaft zum Vortrag. Am 17. Februar wurde vor einem geladenen Kreise die Palästina-Schau eröffnet. Der Vorsitzende der Stettiner Zionistischen Vereinigung-, Dr. M. Oumpert, konnte die Vertreter des Gemeindevorstaudes, der Gemeinde-Repräsentanz, sowie verschiedener jüdischer Organisationen begrüßen und darauf hinweisen, daß die Schau nur eine gedrängte Auswahl aus der großen Berliner Ausstcllüng darstellt. Für den Gemeindevorstand dankte Herr Eisenstein, der betonte, daß heilte alle Juden, unabhängig von Ihrer jüdisch-politischen Orientierung, sich an diesem großen Werke beteiligen müßten. Der Leiter des Kercn Kajemeth, Dr. J. Weiß, Berlin, gab eine Uebersicht über die Bedeutung, die das werdende jüdische Gemeinwesen in Palistina für die deutschen Juden gewonnen habe, und eröffnete die Palästina-Schau. Die erste Führung nahm "Walter Tempel vom Palästina-Amt Berlin vor, der den Güsten in instruktiver Weise das ausgestellte Bild- und statistische Material sowie die Modelle erläuterte. Am gleichen Tage fand in Stettinein K r« islaar der Pommefschen Zionisten statt, der aus der Provinz außerordentlich zahlreich beschickt wir. Dr. J. Weiß, Berlin, referierte über: „Stand und Probleme des Pallttitta-Aufbau» und der zionistischen Bewegung". In der Aussprache war Gelegenheit gegeben, die zionistische Arbeit in den Ortsgruppen und Arbeitsgemeinschaften der Provinz zu besprechen. Den Berichten der einzelner! Ortsgriipnenleltcr war zu entnehmen, daß sich der Zionismus ifi allen Teilen unserer Provinz erfolgreich durchgesetzt hat, und daß auch weiterhin für den Palästina-Aufbau und für die Zionistische Organisation aktiv gewirkt wird. Der Nachmittag war mit Kommistions- Sltzungen ausgefüllt Mit einem Referat von Walter Tempel, Berlin, wurde der Kreistag beendet. Herr Tempel behandelte die „Richtlinien für die praktische Tätigkeit der Vertrauensleute des Palästina-Amts im Reiche" und führte hierdurch die Anwesenden sehr anschaulich in die Palästina-Praxis ein« Den Abschluß der PaWstlna-Woclhe bildete ein Vortrag von Dr. Siegfried Kano Witz, Tel-Awlw, der Aber das Thema: „Prüfung und Bewährung — Zwei Jahre deutsche Aüjah in Palästina" sprach. Der Redner, der den Einordnungsprozeß der deutschen Juden in den letzten zwei Jahren in Palästina miterlebt hat, verstand es, den Hörern ein anschauliches und fesselndes Bild vom gegenwärtigen Geschehen in Palästina zu geben. Er wies kritisch alle Schwierigkeiten der Einordnung für deutsche Olim auf, und zeigte, wie ein hoher Prozentsatz der jüdischen Einwanderung aus Deutschland in Palästina bereits festen Fuß gefaßt hat. Kop. Palästina-Woche Mönchen. Unvorhergesehene Umstände haben zu einer Umstellung des bereits der Öffentlichkeit übergebenen Programms der Palästina-Woche in München gezwungen. Es finden nunmehr folgende Veranstaltungen statt: Montag, den 4. März: „Größe und Gefahr der Stunde". Kundgebung anläßlich des Erwerbs der Hule-Kon Zession. Redner: Dr. Siegfried Kanowitz (Tel-Awiw). — Sonntag, den 10. März: „Palästina und die deutschen Juden"/ Redner; Rabbiner Dr. Joachim Prinz. — Montag, den II. März! „Die Zukunft Erez Israels", Redner; Dr. Michael Traub. Prof. Immanuel Benzinger Zu ■•ine» 70. Geburtstag Immanuel Benzinger, dessen 70. Oeburtstag am 21. Februar die Universität Riga festlich beging, war, bevor er Berufungen seitens der Universitäten Toronto, Tübingen und zuletzt Riga Folge gab, Lehrer der deutschen Sprache und hebräischen Archäologie am hebräischen Lehrerseminar des Hilfsvereins in Jerusalem. Im Seminar galt es vor allem, den künftigen Lehrern das Prinzip der Anschauung einzuprägen, und wer konnte dies besser als Benzinger. Seine hebräische Archäologie, sein Baedeker „Palästina und Syrien" (anders als andere Rcisebüchcr ein wissenschaftliches Werk), seine Bibelkommentare, sein „Bilderatlas für Bibelkunde", seine „Geschichte Israels" und viele anderen Schriften sind auf Anschauung und Erleben gegründet Sechs Jahre hindurch wirkte Benzinger mit Liebe und Hingebung am hebräischen Lehrerseminar, und eirte große Schülerzahl denkt mit Dank der unvergeßlichen Eindrücke, die er ihnen übermittelt hat. Möge er körperlich und geistig frisch noch viele, viele Jahre in segensreicher Tätigkeit seinen Freunden und der Wissenschaft erhalten bleiben. Dr. Franklin Reiss« „Prleatef öder Prophet?" In Chikago ist eine Schrift „Zur Revision des national-radikalen Gedankens" von W» Nathansohn erschienen. Es handelt sich Um einen neuen Versuch, das religiöse Gefühl im Judentum nicht aus der Tradition, sondern gewissermaßen atls sich selbst zu beleben. Als Frömmigkeit proklamiert Nathansohn in erster Linie Rechttun, Rechtschaffenheit, Gerechtigkeit, religiöse Ethik, Moral und soziales Empfinden. Der Kern des Buches, das von orthodoxer Seife schroff abgelehnt Wird, ist etwa in folgendem Satz zu finden: „Ihre (der Propheten) Forderung der Gerechtigkeit steht im Gegensatz zum Prlestertum mft seinem Behagen an Brandopfern, Speiseopfern Und Frledertsopfera". Nathansohn propagiert ein Judentum, da* — nach berühmten Mustern — auf alles Priesterliche verzichten zu können und nur die Moral des Prophetischen behalten zu brauchen glaubt. PzrtästiHO-k/acUe Die nächsten Veranstaltungen In fuutkfmt a. %, Mcnleg, 4M 4. Min, 20 Uhr, Gre0er Saal de» Saulbau, AruMfrll« Die Zukunft Erez Israel« PaUsllna 1900—1935 -19S0 Dr. MICHAEL TRAUB ferner tm VnrslnsSaua, Eschenheimer LandsfraSe 27 Mittwoch, den 6. Män, 20',-s Uhr QrSße und Gefahr der Stunde Kun'toebunQ. mm f-rwerb der Mu *.Kon,*ssiofi Rabb. Dr. M. GrUnewild-Mannhnlm, Or. Han« Pamereni Oiinatao, dtn 12. Van, 20U Uhr Volk — Thora — Land Rabb. Dr. Jakob Holtmann, Frankfurt a. M., Isl EIanar, Berlin HlÜHcUm Msntag, «an 4 März, 20>'< UV Im Großen Saal des Museum*. Promenadenstrafte 12 QrSße und Gefahr der Stunde Kundgebung zum Erwarb der Hule-Konjres&ion Dr. 8 I g t r I a d Kinmllt TelAtrr» fftaHnUelfn Mittwoch, «an S. Mira, 20J4 Uhr I* Caslno Pröfung und Bewahrung Z*«l Jahre deutsche Aüjah Irt l'aKaiina Dr. 8 i a 81 r I a d K a n o w 111, Tat-Avl» Dusäen S.S. Mira Pal8stlne-Scheu m der Fraternitas - Loga, MorltiilraBe lb Sonntag, «an 3. Mir« Im Festsaal der Harmonie, t andhauaeVeße tl Prüfung und Bewährung Zwei Jahre deutsche Ailjah In Palästina Dr. Siegfried Kinoalti, tat-AvIr 0)«n«»g, den 9. Mir*! Vwansteltunfl der Witt In der Fralnrnltas-Lop, MörttitnVaSi 1tt Die Frau in der Jüdischen G0n.eins0.1aft Frau Or. Margareta Mi tat CUeHtttitz Montag, da» 4 Mira,?OU Uhi Prüfung und Bewahrung Z*et Jahre diu lache Atfjah In Plleiftha Dr. Frans Meyer- Hktfdehtty «n örb»en Saal der Stadjmtealon. Ie*ere1ra*e IC Montag, den 4. Min, 20V, Uhr Thor« w'awodah — Palistina als rtflglSaa Aufiaba Or. B u r q, Leipzig zionistische vereinignng i. Deuttcmano Was heute noch möglich ist Ablehnung der jMlMiMrir Schule In König*berg Seit etwa IV» Jahren wird in der Königsberger Synagogengemeind« dl« Gründung einer jüdischen Schule erwogen. Nach mühevollen Vorarbeiterl war in den letzten Wochen die Angelegenheit soweit gediehen, daß die Gemeindekörpersch*«« Ober den Aufbau der Schule zu beschließen hatten. Entgegen dem Votum des Synagdgenvorstandes lehnte die Repräsentantenversammlung in der Sitzung Tom 31, Jan. 1035, nachdem sie in vorangegangener Sitzung einer Entscheidung ausgewichen war, die Gründung der jüdischen Schule prinzipiell ab. Dieser beschämende Beschluß rief in weiten Kreisen der Gemeinde, insbesondere bei den Eltern der 60 70 bereits zuf jüdischen Schule angemeldeten Kinder, große Erregung hervor. Angesichts dieser Situation lud die KöfiigsbergeT Zionistische Vereinigung, die zusammen mit der esetzestreuen Richtung in der Gemeinde von Anfang an ie Sache def jüdischen Schule vertreten hatte, zu einer öffentlichen Kundgebung für den Gedanken der jüdischen Schule ein. Obwohl einige Kreise der Gemeinde glaubten» von dem Besuch dieser Veranstaltung abraten zu müssen, war der Versammlung*;aal dicht gefüllt. Zu Beginn des Abends erklärte der Vorsitzende der Zionistischen Vereinigung» Dr. Ratzkowski, daß nach der grundsätzlichen Ablehnung der jüdischen Schule durch die ReprMsentantenmehrheit ein Appell an die jüdische Oeffentlichkcit erforderlich sei; den« der Beschluß der Repräsentanten entspräche nicht mehr dem Mehrheitswillen der Gemeindefflitglieder. Dr. Harts Friedenfhal (Berlin) sprach sodann über da« Thema „Die Zukunft unserer Kinder". Der Redner beleuchtete die Situation des deutschen Judentums und seine Entwicklungstendenzen unter besonderer Berücksichtigung des Schicksales der Jugend, und wies die Forderung nach einer jüdischen Schule als eine jüdische Selbstverständlichkeit nach. Demgegenüber habe die Repräsentantenmcbrheit in Königsberg dürch ihren Beschluß gezeigt, daß sie außerhalb der lebendigen Entwicklung des jüdischen Lebens stehe, Namen« der zionistischen Jugend Königsbergs gab der Leiter des Hechaluz, Barin bäum, eine Erklärung Ihr die Errichtung einer jüdischen Schule ab, in der er insbesondere betonte» daß die gegenwärtige Repräsentanz den Bedürfnissen der jüdischen Jugend verständnislos Regenüberstehe. Die Versammlung nahm einstimmig folgende an die Gemeindekörpefschaffen gerichtete Resolution an: „T)ie in Set heutigen Versammlung erschienen«! rirka 500 G*meifidemltgHed<?r kgen gegen die Stellungnahme der RepräscntantenversammlunjT, dtoch welch« die jüdisthe Schule in Königsberg frfinzlpiell abgelehnt worden i*t, schürlste Verwahrung ein. Sie stellen fest, daß die Repräsentant nicht der Zusammensetftrni; der Gemeinde ünd ihr Beschluß nicht dem Willen der Mehrheit ihrer Gemeindemitglieder entspricht. Die Versammlung ruft alle für ein lebendiges Judentum eintretenden Gerneindeniitgüedef «af, den Kampf für dl« jüdische Schul« forttusetaen, bis dieses Ziel erreicht ist." Wie trtan neuerdings hört, bemühen sich die Gemeindekörperschäffett, nicht zuletzt aüch die Repräsentanz, von neuem um die Errichtung der Schule. Man kann nur hoffen, daß diese Bemühungen endlich zu einem positiven Resultat noch vor Beginn des neuen Schuljahres führen. Die Herzl-Gcsamfausgabe. Mit dem soeben zw Ausgabe gelangten fünften Band ist die Gesamtausgabe der zionistische« Werke Theodor Hetzls in fünf Bänden, die im Jüdischen Verlag, Berlin W50, erscheint, abgeschlossen. Der erste Battd enthält die Neuausgabe der „Zionistischen Schriften", tiffl 16 früher nicht aufgenommene Stücke vermehrt. Die Binde Ii, Hl und IV bringen eine revidierte Ausgab« tofl Herzls „Tagebüchern", Band V Umfaßt das Schauspiel „Das neue Ohettö", den Roman „Altneuland", defl elegischen Schwank „lld Speisewagen" und in der Abteilung „Atls dem Nachlaß" zahlreiche bisher nicht veröffentlichte Notizen, Briefe, Entwürfe, Denkschriften und Gedichte. Rabbinefelnfultrutlg irt Schivelbelri. Der Preußische Landesverband Jüdischer Gemeinden teilt miti Am 10. Februar fand in Schivelbein/Pomm. die Einführung des Rabbiners Karl Richter aus Hirschberg in das Amt des Bezirks, rabblners für «Wen große« feil der Gemeinden Hinterpommerns statt. Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden war durch Rabbiner Dr. OaII in er und Herrn BirnbaUm vertreten; der Verband der Synagogengemeinden Pommerns hatte seinen Vorsitzenden, R.-A. Abtatlams o h n, Stettin und Rabbiner Dr. E 1 k, Stettin, entsandt. Ferner nahmen zahlreiche Mitglieder der 14 angeschlossenen Gemeinden; Kolberg, Köslin» Labes-Wangerin, Bad Fol/in, Neustettin, Belgard, Bublitz, Regenwalde, Tempelbufg, Dramburg, Falkenburg, Bärwalde, Pollnow Und Schivelbein »eitel an der Feier teil. Nach einer Begrüßungsansprache des Vorsitzenden der Gemeinde Schivelbein, Dr. MeyeTSohn, führte Rabbiner Dr. Gall irrer namens des Preußischen Landesverbandes den Bezirksrabbiner Im Amt ein. Hiera"' hielt Rabbiner Richter seine Antrittspredigt. Nach den eindrucksvollen Worten des neuen Bezifksrabbiners begrüßte R.-A. Friedländer, Köslin, ihn im Namert der angeschlossenen Bezirksgemeinden. Zum Schluß hielt Rabbiner Dr. Elk eine Ansprache an den neuen Kollegen. Dl# i0dii«h6 Glatt«. Ein tschechischer (arischer) Forscher, Prof. Dr. VratislaV KUcera, Untersucht, wie wir einer Zeitungsmeldung entnehmen, die Ursache, warum die Juden in Europa So häufig Glatzen haben. Er schreibt darüber: „Wir wissen, daß die Bewohner der dem Aequator anliegenden linder, zumeist Pflahrenesser, durch einen dichten schwarzen Haarwuchs gegen die Sonne geschützt sind. Wenn aber von ihnen z. B. die in der gemäßigten Zone angesiedelten Juden durch die europäische Nahrung zu Fettartsatz gelange«, zwinge« sie dadurch Such die Haartalgdrüsen zu einer reichlichen Ausscheidung von öligem Fettstoff. Sie züchten Sich solcherart eine starke Seborrhöe ünd werden so bereits in jungem Lebensalter glatzköpfig.'1 — Die oft als Rassettmcrkmal bezeichnete Glatze wird also hier aus Klima und Milieu erklart. Postanweisufigs-Vefkehr nach Palästina. Das „Amtsblatt des Reichspostmlnisteriums" weist darauf hin» daß das Publikum bei der Ausfertigung von Postanweisungen nach dem Ausland, insbesondere nach Palästina, nicht diejenige Sorgfalt walten läßt» die beim internationalen Postvcrkelir dringend erforderlich ist. Aenderung der auszuzahlenden Beträge, unleserliche Handschriften, Fehlen des Bestimmungsorts oder der Straße kommen wiederholt vor. Weiter wird nach amtlicher Mitteilung bei Postanweisungen n„ch Palästina seitens der Igyptischeh PöStverwältüng darüber geklagt, daß die Betriff« flicht Ifl etlglltcher Wähfuhg angegeben sind und daß %» unstatthaft ist, die Anschrift allein in hebfliteher Spraette und Schrift anzugeben, im zwischenstaatlichen PöStVerkehr ist die Verwendung der I«- telrtiichen Schrift Vorgeschrieben. Ebenso sind ™ PöStinweildogeh an Bänken in Pa äsiina deshalb untflbrlngllch, weil di« Bezeichnung des Kunden fehlt, dem def Betrag ftltzUbriilg*« ist bzw. ausgezahlt werden soa

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.