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Jüdische Rundschau · 1935-02-19 · Heft 15 (19.2.1935) · page 9

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 15 (19.2.1935)
Date
1935-02-19
Page
– (sequence 9)
Language
German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU Berliner Rundschau NR. 15,19. fCBRUAR Von der jüdischen Schulspeisung Wir sind in den Räumen der Berliner Jüdischen Oemetede m der Auguststraße. Auf dem langen Korridor ist jetzt um die Mittagszeit Hochbetrieb. Jeden Tag kommen hier 300 Kinder zusammen, um nach der Schuhelt Essen einzunehmen; es sind Kinder, deren Eltern nicht in der Lage sind, ihnen ein ausreichendes Essen am Mittag zu geben. Manchmal kommt die Leiterin in den Korridor und mahnt die Kinder mit freundlichen Worten, sich schnell anzuziehen and nach Hause zu gehen, damit es nicht zu voll wird. Gleichzeitig können hier immer in zwei großen, freundlich hellen Räumen gegen hundert Kinder essen, im größeren Raum, der siebzig Plätze hat, sind die Kinder aus der Jüdischen Schule Auguststraße und aus den städtischen Schulen der Umgebung, im anderen, kleineren Zimmer essen die Kinder der Jüdischen Schule GroBe Hamburger Straße. Neben dieser einen Schulspeisung unterhält die Jüdische Gemeinde Berlin noch zwei weitere Für die Schulkinder der Kaiserstraße in der Blankenfeldcr Straße; dort essen gegen 250 Kinder, und in der Rykestraße für die dortigen Schüler, die von 200 Kindern beansprucht wird. Wir gehen in den großen Raum, in dem die Jüngsten Bitzen; alle essen ihre großen Teller weiße Bohnen, die mit Kartoffeln und Butter zu einer schmackhaften Suppe gekocht sind. Dann kommen sie mit ihren Tellern an den großen Tisch, wo «ine der Gehilfinnen die Suppe aus großen Eimern ausschöpft: „Können wir noch einen Teiler Suppe bekommen?" — Und sie dürfen Suppe bekommen, einen zweiten und auch einen dritten Teller, nur den Nachtisch gibt es nur einmal, dafür aber gleich eine große Portion. Die Kinder, von denen viele unterernährt sind, haben durchweg ein besseres Aussehen als früher, fast alle haben sie in der Zeit, in der sie in die Schulspeisung kommen, die ein zusätzliches Essen geben soll, zugenommen. In der großen Küche arbeiten neben einer Küchenleiterin sechs junge Mädchen als Gehilfinnen, die dort ihre Ausbildung für Massenküche erhalten sollen; fast alle, die hier arbeiten oder gearbeitet haben, machen ihre Hachscharah für Palästina durch. Es wird so abgewechselt, daß jede immer eine Woche lang kochen darf; die Mädchen sollen dadurch an Selbständigkeit gewöhnt werden. In einem 200 Liter haltenden Kessel modernster Konstruktion wird gekocht, in einem kleineren Kessel wird warmes Wasser vorrätig gehalten, das dauernd zum Abwaschen gebraucht wird. Aus dem Tagebuch, das die Leiterin der Küche mit Sorgfalt führt, haben wir sehen können, daß in den letzten Wochen selten ein Gericht zweimal aufgetaucht ist; nur ungefähr alle vier Wochen wird dieselbe Speise wiederholt, und das hat uns zur Frage nach der Budgetgestaltung veranlaßt. Die Kinder sollen in der Woche 20 Pfennig mitbringen, aber bei vielen wird das nicht einmal eingehalten. Natürlich reicht dieser geringe Betrag nicht aus, so daß der Gemeinde die finanzielle Last zufällt. Ein Essen wird mit ungefähr 16 bis 18 Pfennig pro Kopf veranschlagt, manchmal kommt es auf 20 Pfennig; heute ist es sogar noch unter dem Durchschnitt gewesen. Es wird immer fleischlos gekocht, dafür aber fast ausschließlich mit Butter und Milch, die die Nährwerte voll ersetzen. Das sind aber nur die reinen Ausgaben an Lebensmitteln; außerdem betragen die Unkosten pro Kopf am Tage 7 Pfennig für Licht, Feuerung und Personalkosten; dabei falle« noch Mietekosten fort, da das Haus der Gemeinde gehört. Die Leiterinnen der Schulspeisungen sehen es sehr gerne, wenn die Mütter kommen, um mit ihnen zu sprechen. Sie geben gern Ratschläge, die die gesunde und richtige Ernährung des Kindes betreffen. Heinzwerner Goldstein Oneg Schabbat für Kinder Etwa 20 Jungen und Mädchen im Alter von 6—10 Jahren saßen am vergangenen Schabbat um kleine weißgedeckte Kindertische im neuen Heim der BZV. in der Brückenstraße. Der Kinderspiclkreis hatte sie zum ersten Oneg Schabbat lejeladim eingeladen. Zuerst sangen die Kinder hebräische Lieder. Dann erzählte ihnen Rabbiner Dr. Fischer vom Sinn des Schabbat Besonderes Interesse fanden die Erzählungen über die Innehaltung des Schabbat in Ercz Israel. — Nachdem die Broche gemacht war, bekam jedes Kind ein Stück Mautze. Große Aufmerksamkeit zeigten die Kinder bei der Erzählung von dem Bibelabschnitt über Moses Tod. Von den Kindern selbst vorgetragene Gedichte umrahmten die eindrucksvolle Feier, die von nun an jede Woche wiederholt werden soll, und m der auch neue Kinder eingeladen sind, H. P. Foto : Hon« Htm Berichtigung. Zu dem Bericht über die Studentenseelsorgc „Gemeinschaft der Studenten?" in der vorigen Nummer bittet Rabbiner Dr. Wiener um eine Korrektur; es waren nicht 50, sondern etwa 80 Studenten anwesend, d. h. rund zwei Fünftel der gesamten jüdischen Studentenschaft Berlins. Händeis „Belsazar" Die Aufführung dieser Woche im Kulturbund bewies seine starken Qualitäten. Wie eigenartig, daß viele, in Erfindung und Aufbau schwächeren Werke Händeis, die nur noch mit dem Klavierauszug in der Hand gehört werden) können, viel bekannter sind und immer wieder gespielt werden, während „Belsazar™ fast ganz vergessen ist. Die Dramaturgie vieler Händelscher Oratorien besteht {wie man es wieder im „Samson" beobachten konnte) aus „Tableaux", — einzelnen Bildern, wenig dynamischen Szenen, die ruckweise weitergeschoben werden, sich ablösen und so eine Kontinuität bilden; die einzelnen Szenen selbst sind noch nicht einmal gut aufgebaut, die Reihung von Rezitativen, Arien, Chören ist nicht immer zwingend. Die Tableaux stehen meistens in keinem Größenverhältnis zueinander, d. h. die Weite ihrer Form entspricht keinesfalls immer ihrem dramaturgischen Gewicht. Im „Belsazar" ist das alles ganz anders; dort gibt es eine durchgehende Handlung (die natürlich auch erst durch Streichungen ganz freigemacht werden konnte; Bearbeitung: Ernst Zander) von zwingender Logik und Dramatik. Die Aufführung war vollgültig. Das Verdienst Dr. Kurt Singers, den „Belsazar" gebracht zu haben, ist unbestreitbar groß. Die Aufführung war nicht nur gut vorbereitet, sondern auch wirklich gelungen, voll starker Akzente und packender Steigerungen. Vielleicht hätte einiges gestraffter sein können, die instrumentalen Vor- und Zwischenspiele exakter dirigiert, — all dies verlor sich in der Gesamtwirkung. Die „Uobennächtigkeit" des Ausdrucks, dies sieghafte Pathos Handels wurde;? überzeugend dargestellt. Die Chöre (Opernchor dos Kulturbundes, Leitung: Sander; Kurt Sinperscher Chor) klangen glanzvoll und geschlossen. Eine Parade ausgezeichneter Solisten. Ernst VV'olfi (Cyrus) fiel durch seine besondere Konzentration und Erfülltheit auf; er sang seinen Part auswendig, den er bis auf Einzelheiten, psychologisch genau ausgefeilt hatte, mit einem starken Esprcssivo, das seine Wirkung nicht verfehlen konnte. Die eingelegte Arie „Dank sei Dir, Herr'' mußte wiederholt werden. Es ist fraglich, ob man bei einem oratorischen Werke die Rezitative so lebendig gestalten darf, wie es Wolff getan hat. Wolff weiß seine Stimme, die vielleicht noch etwas lockerer klingen könnte, mit ausgezeichneter Atemtechnik zu führen. Fritz Lechner (Gobrias) sang stilvoll und diskret, wie wir es an ihm gewöhnt sind. Die impulsive Art des begabten Hans Joachim Heinz (Belsazar) spricht unmittelbar an; der Glanz seiner Stimme (die für Koloraturen noch ein wenig geschmeidiger emacht werden könnte) fiel wieder auf. Die Nitocris der Uth Wolff reim war in vielen Momenten stark, stimmlich gut, aber nicht immer ganz gleichmäßig. Mit gutem Bemühen: Altred Lehmann (Bote), Martha Frost als Daniel, doch nicht „groß" und seherisch genug. Am Klavier: Hugo Strelitzer; an der Orgel: Erwin J o s p e. _ Dr. Hans Nathan Familien - Nachrichten Herr Salomon Krone, Leibnijstr. 87, begeht am 28. Febr. 'den 70. Geburtstag. K \Veranstaltungen der Bezirke und Gruppen der B. Z.V. DitnetaJ, 1°. Febr. 20.30 Wir Dienst««. 19. Febr. 20.30 Uhr Mittwoch. 20, Febr. 20.30 Uhr Mittwoch, 20. Febr. 2fU0 Uhr Donnerst, 21. Febr. 20J0 Uhr Donnerst., 21. Febr. 20.30 Uhr Donnerstag, 21.Febr. 20.10 Uhr Sonnabend, 23.Febr. 20.30 Uhr Sonnab., 23. Febr. 20.30 Uhr Sonf.*b., 23, Febr. 20.30 Uhr Sonstig, 24. Febr. 20.30 Uhr Hein der BZV BrOtkenstraBe 9 Logcnhaee KlciststraB« 10 Heim der BZV Kantitraße 54 Heim der BZV Rosentbaler StreBe 44 Heim der BZV KentitraDe 54 Cafe Wittenbach Bayerischer Pitt» 2 Konditorei Trumpf Kaiserptati 12 Heim der BZV Orenienitrtße 170 Heim der BZV Landsberger Str. 87 Spandau, Synagoge, Linden« Isr 12 Muniker-Verelnihaot, Kaiser-Wilhclm-Str. 31 Alexander Ad!er: .Das Riehl aaf Palastinaeinwanderenf* •V Teeavartsk, 19X4-I9M, M Jahraetsnte CeJutJb (licht Anleihe »olen| Dr. Arthur Prinz: .Die Jsdenfrage alt BildttnJsproWem" Walter Tempel: .Wega künftljer Paliitinaertwfckring" Dr. Rudolf Abraham: .Der Weg det deutschen Jaden" Dr. E. Bercnt. Dr. K. Kanowiti, Fraa H. Lewinaebn, S. Orbaeh,W.Tempel: „Geeproch, Zeitung" Soader-Nr. „All|ah" Dr. Joeef Weit): „Eroberung dca Landei — Eroberung der Arbeit" Otny •elwkbett, Raa*. Or. Nu Wie«**, Sfcanan tWkcreritm, Chor der Jraggrnfrp* „Berater Akt**«« Maieha Benjakonaki, Rita Klraehberg, Hanni Tabacinik, Fritz WaUenberg, Sprecbehor der Junggruppen, Chor der Habonltn Oneg •ehatMwt, Dr. leo Scherest Aatprache Rath. Dr. Man MuABatim enschl. AaaV KUsrnag *ea ValaatleiaatiJckea „EJn dawar" Gruppe jannowfub rücke WeätUehe Gruppen Gruppen Oper aad Wertend Gruppe Weddieg Gruppe Haleatat Gruppe Sudti Gruppen Schmargendorf u. StegliU Betirk Südost Beiirk Friedrichihein Betirk Spaadaa Bezirk Zentrum-Norf Abonnement int KuUurbanil Thealer Mit behördlicher (Genehmigung hat lieh die Leitung das Kulturbünde. Deutscher Juden entschlossen, aultarkalfe dar MitgUnoeeliaft ein lestes Abonnement einzurichten, um den Interessenten Gelegenheit tu geben, eich Vit einen bestimmten Tag einen festen Platx cichfrrn iu können. En ist geplant, die Abonnements-Votttellungen, soweit der Schabbit-Ausgang di«s seststtet, an Sonnabend-Abenden fernlag) stattlinden <u lassen. Es findet monatlich eine Vnrstetlunc matt, Oes Abonnement läuft runüchst für 7 Voretell unten (Marc bis September) bis tum Schluß der öpielteit. U. a. sind runlichst folgende Werke in Aueeicht genommen i Sech* Personen suchen ein«n Autor «*■ Pirendeiio Nebukadnetar CNabuceo).......»<» Venu (Erstaufführung (Or Berlin) Candida....................sh» Dat labtjattlliiglif^M Kiad (Lustspiel) w» Ncumc (Ereteulltthrung für Berlin) Als erste AHonr.enwntt ■ Voretellung tot Replant: Sechs Personen raeben «taea Autor am Sonnabend, dem 9. Mint 1935. *»/, Uhr Preise der AbonnementsplBtzei RM St— RM 4»— 3»- Fremdeniota 1. Reihe Orcheaterloea t Reihe Parkett 1.-7. Reihe I. Ran«. Fauteui! L u. X- Reihe Orchceierloce 2. Reihe Parkettlote 1. Reihe 1. Rang Seitenlo« 1. Reihe Parkett 8.-14. Reihe L Rang Balkon L-% Red» Parkenlote 2. Retke I. Rang Mittetlote Perken 15.—19. Reihe IL Rang Mirtelbelkon t u. X Reihe |aa bis iura 36. Februar.durch dss VeaoaltingtM HIHevereln für dl« jOdlachan Taubstummen In Deutschland E. V. Zu der am Donnerstag, d. 28. Febr. 19J5 abends Vi 8 Uhr, in Berlin. Synagoge FasanenstraBe, stattfindenden ladea wir die geehrten Mitglieder hierdurch ergebealt ein. Tagesordnung gern SD 511 der Statuten Dar Vorstand Direktor AlfredHahn, Vortltaender MAX RIEGEL [am Parisers»*.*/» ran - j j oiiT. ssm " M.d.i.Handw..V Lief. d.KranWnk. Verlane*)* Sie den Besuch. MMrM AnnlejaevVertratari KINO-SPIELPLAN VON DIENSTAG BIS DONNERSTAG . Kurtürstendamm 247 Ecke FasanenstraSe Telefon: |1 Bismarck 1108 Beeian tätlich 3, 5.7,9.15 Uhr „Einet amaMfeetalMne TrasMlc*' SjrlTia Sidney, Phillipe Holmes, Francis Dec Kttihirfiimi ftrteiuian in einer stnnisenan Draunrsnsnn >qSTC>R 7&tn* Regie: Gezavon Bolvary P. Hörblger Frendika Gaal Th. Lintjen 'W. Albach-Retty A. Sandrock H. Moser u.a. Em gibt ecJton mthrtnd äetfilmtlitifallsiliiTtne; MbUdtmdtnSchlMfi und bmamg*lH ainan ganz großen Luttaptelerfotg, B.Z.emMitUf, 2. Woche! Täglich T«M> und»«« Uhr Sonnakanil und tonn Uli «uth S Uhr Unsere Berliner Freunde besuchen die Kinos, deren Anzeigen in unserer Zeitung stehen l§R CAPITOL AM ZOO FERNRUF: 8 5 BARBAROSSA 7058 Alles lim ein« Frau (Kamaradan) Ab Donnerstag „Bengali" Tägl. 6.45, 9.15, Sbd. u. Sig. auch 4.30 Uhr tili MARMORHAUS FERNRUF: J t BISMARCK 15 80 Das leuchtende Ziel Täglich 4.30, 6.45, 9.15 Uhr RESIDENZ Reglite 5. 7 u. 9» Charl, Kantstr. ISOb. m. Luise Ullrich. Ad. WehlbrUclf Kant« Lichtspiei*?, ChaH^ Kantstr.54 Wo. ab 5 Uhr. So. »b 3 Uhr. Die Men seeMe Jugendfrei RIVOLI fffiw WoAwtj». &M /Sonot. S.SO Dr-t ^ro8. F.rfol^ps wrf. vt-riin^ert: otterw«onime!»i8rsctiu(eiik«) mit Fröhlich, Tonkalturtilm.N, a«t.Tonw. Olivaer - Ollraer "1. T. . 5,T,S»Uhr Lnlae Ullrich RQej|ne mit Adolf Wohlhrflck IMPERIAL Roeeiithalfjr Str. 40/41 am Hftticesdlen Markt Aufforderung zum Tanz Znsjunsten der Wehlfelirtselnrlchtunaen der Israel. - Sephardlschen Gemeinde KostQm-Vorpurim-Ball EineRelse iiit dem Dampfer NTei-Avfu Oarbietui Gomios, listen / Ktinsti. Gesamtleitun? Sonnabend, den 23. Februar 193S, 21 Uhr, in den Geaamtreame« aes laeealiaatea, Kleiititr. IS naren an Bord; «Sil ainmrs' Gomios, Hann! Brandt / 2 Ordiesler, Ader u. Si i* mit Q. Knihan. Herweg, Korn, Rohr, ichs Dyk st ein / 14 So- Fr f r i , Gondic (Gondos) / Riesen- Ilm Reine, aaah PalKatina hin ai lombols, Gewinne saettolx a«~„- — .. 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