Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 14 (15.2.1935)
- Date
- 1935-02-15
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 JDDISCHE RUNDSCHAU Nr. 14, 15. II. 1935 KUNST UND MUSIK zur Schau tragt. Ghana Orloff stammt aus primitiv«.-ti russischen .Milieu, kam in jun- Chana Orloff im Museum Tel-Awiw Mit großem Beifall wurde Bürgermeister Dizcngoff bei der Eröffnung di r Orloff-Ausstcllung im Museum Tel-Awiw begrülit, als er sich zum ersten Male wieder nach seiner schweren Erkrankung zeigte. Chana Orloff, die bekannte Pariser Plastikerin, ist zu vorübergehendem Aufenthalt nach Palästina, ihrer früheren Heimat, gekommen und hat eine Anzahl ihrer Arbeiten mitgebracht, die jetzt im Museum zu einer Ausstellung vereint sind, Eine Meisterin Ranz großen Formats tritt hier vor lins, eine plastische Gestalterin, der die Form unter den schaffenden Händen wachst. Das Material wirkt als Selbstverständlichkeit und wird zum belebenden Tracer künstlerischen Inhaltes. In jedem Werk offenbart sich zunächst ein absolutes Auswerten technischer Gegebenheiten, <l. h. das Werk ist in dem Material erfühlt und Reformt und überzeugt daher restlos. So entsteht eine zwingende Geschlossenheit und eine fast selbstverständlich wirkende Unkcnnplizicrtlieit des gestaltenden Gedankens. Jedes plastische Schaffen wird von der Sehnsucht nach Monumentalität uetragen. Der wirkliche Plasliker denkt im Großen. I r strebt vom Detail hinweg, das er dem allgemeinen Eindruck einum! unterzuordnen versucht. Er löst nicht auf, sondern bindet, schafft Harmonien, nicht einzelne Klangfarben. Das will nicht bedeuten, dal! es nur darauf ankommt^ in grollen Dimcibioiicii zu schaffen. Auch ilie sogenannte Klcinplastik kann Monumentalität in sich schließen; die Babylonier und Assvrer waren hierin bereits Meister. Man erlebt seilen eine so ungewollte und doch unleugbare .MotiumesH.rit.it wie bei Chana Orloff. Das scheinbar Ungewollte i-t Aii.sdruek einer künstlerischen Urkraft, die um so erstaunlicher ist, da sie sich bei einer Frau offenbart, die so ganz weiblich erscheint und nichts von den Ambitionen des „Künstlerischen einem einfache , , gen Jahren ich!i Palästina und ernährte sich ab Schneiderin. Daun eru achte in ihr das künstlerische Streben. Sie ging nach Paris und I uvi dort bald Beachtung. Von der y rohen Zahl ihrer Wcikc, die hauptsächlich in ihrem Pariser Atelier entstanden sind, ist jetzt nur eine kleine Auswahl hierher t.< ekominen. Diese Ai beben umspannen einen Zeitraum von zehn Jahren, geben ac-o einen hindruck von der Gesamtleistung. Chana Orloft ist eine grolle Menschendarstellen n. Ihre Port rätbüstcu sind von einer geradezu schreckhatten Deutlichkeit und Rücksichtslosigkeit der Charakteristik. Sie reduziert sozusagen den Umdruck auf eine Formel, die mit einfachen unpathetischen Worten alles sagt. Einen von ihr dargestellten Menschen vergißt man nicht mehr. Sic versteht es, durch Haitun;'. Ausschnitt, Format die Einmaligkeit einer Erscheinung so wesenhaft zu gestalten, daß sie einen zu einem Eindruck zwingt, der den Extrakt des Darstellbaren enthalt. Da ist z. B. der zwergenhafte Maler Reisin in dämonisch verkniffener Haltung, den Kopt auf die linke Hand gestutzt, mit den merkwürdig vorquellenden Augen. Die Heliandkuig der Flachen gibt in den kubischen Formen den Aufruhr schicksalhaften Kampfes wieder. Dagegen die zurückhaltende Ruhe in der ganz in inneres Schauen versunkeneu Monumentalbüste des Dichters Peretz Hirschbein, die auf das Spiel des Lichtes, das die Bronze hier und dort aufleuchten, an anderen Stellen wieder in tiefes Dunkel versinken laßt, abgestellt ist. Bis zur karikierten Stilisierung steigert sich die Konzentration in der Büste des Malers Rubin. End schließlich das Köpfchen der Maria Lani, deren 10 Porträts der bekanntesten Künstler in Paris s. Zt. die ganze Problematik der BildnisdarstellunK überhaupt aufrollten. Die Schauspielerin mag durch ihr wechselvolles Mienenspiel ein besonders reizvoller Vorwurf gewesen sein. I>en Plastiker interessiert vor allem der Rhythmus, der sich hier in weich fließenden f lächen ergießt. Welche Zartheit und Geschmeidigkeit in jeder Linie! Ein harmonisches Klingen in feinen ineinander gewobenen Akkorden. Eine Höchstleistung plastischen Gestaltens ist sodann die kleine Holzplastik eines hockenden Aktes in Mahagoniholz, aus der eigentlich nur Form als solche Leben gewinnt. Auch in der kleinen Bronzestatuette einer Sitzenden mit aufgestütztem Kinn kommt dies zum vollen Ausdruck. Bei beiden Werken ist das Beiwort klein nur als Dimensionsbegriff zu fassen, in ihnen steckt absolute Moniinientalkraft. Das beweisen auch die verschiedenen Arbeiten in Kunststein, schon i'ewölbte Ruckenakte, in denen alles auf eine Linienform abbestellt ist. Und dieser Gedanke feiert schließlich in der Holzplastik eines Pinguin einen unbestreitbaren 'Inmnph. Die Reduktion der Form auf Wohlklang, Einheit und Schönheit ist hier auf das Aeußerste getrieben, aber auch erreicht. Die Ausstellung umfaßt nur 22 Arbeiten und eine Reihe von Z e i c Ii ii ii ii e u, die die Art der künstlerischen Konzeption aufschhil'ii eich illustrieren. Von Kompositionen sind nur einige wenige, wie die beiden Darstellungen in Kunststein und Bronze „Mutteischait", vertreten. Aber nicht die Zahl ist ausschlaggebend, sondern der Gesamteindruck, der hier eine der bedeutendsten plastischen Begabungen in die Erscheinung treten laßt. Dr. Karl Schwarz, Direktor des Museums Tel-Awiw Waudiope versprüht Förderung der Ilabimah ßesuth M Dizcngoff High Commis.sioner Watichope inspizierte am 8. d. M. den Hatcn von Jaffa. Sodann begab er sich nach Tel- Awiw und stattete dem Bürgermeister Dizengoff einen Besuch ab, wobei Verwaliungsfragen Tel-Awiws besprochen wurden. Waucliope besichtigte ferner die Ausstellung der Bildhauerin Channa Orloff und den für das H a bim a Ii- Thea t er bestimmten Bauplatz, wo er von Habiinah-Schauspielern begrüßt wurde. Im Anschluß an seinen Besuch teilte der High Commis.sioner der Leitung der Ilabimah mit, daß die Regierung bereit sei, einen geeigneten Bauplatz im Zentrum Tel-Awiws zu expropriieren, damit der Bau des Theaters sobald als möglich beginnen kann. Die Regierung wird ferner ihre Zustimmung geben, daß die Subvention für die Habiraah seitens der Stadtverwaltung Tel-Awiw in das laufende Budget wieder aufgenommen wird. Weiter wird die Regierung eine Befreiung von den Stempelgcbühren für die Habin iah und ähnliche Institutionen in Betracht ziehen und vielleicht auch ermöglichen, daß solche Vorstellungen von der lokalen Vergnügungssteuer beireit werden. Konzerte Michael Taube in Jerusalem Der Eindruck, den Michael Taube in Jerusalem hinterläßt, ist bestimmt ganz verschieden von seiner Wirkung in Tel-Awiw. In Tel-Awiw gab es vor Taube schon bescheidene Anfänge eines Orchesters, in Jerusalem dagegen eine anspruchsvolle und hochentwickelte Musiktradition. Eine Erscheinung wie Taube, mit seiner Heftigkeit, Derbheit, Plastik, seiner durchaus unkonventionellen Auffassung der Klassiker, erscheint innerhalb des etwas steifen, akademischen, gesellschaftlichen Jerusalemer Milieus als erfrischende Urkraft. Besonders deutlich wurde das in Beethovens Fünfter, die Taube eigentlich ganz „unklassisch" nimmt — wodurch sie vielleicht etwas an Hintergründigkeit verliert —, die überlieferte Assoziation vorn „Schicksal", das „an die Pforte klopft", verwandelt sich aber in ein aufregendes, spannendes, diesseitiges Lebensgeschehen. Von dieser neuen, sinnenhaften Auffassimg des „Klopfrnotivs" der fünften Sinfonie führt eine direkte Linie zu dem „Klopfmotiv" in W. Sternbergs „Ouvertüre". Mit dieser Uraufführung hat Taube ein ungemein fesselndes, schillcrnd-vivides, harmonisch und instrumental sehr eigenartig aus der modernen Musikbewegung herausgeschaffencs Werk eines palästinensischen Komponisten exponiert. Sternbergs Inlellcktualität und Eklektizismus verliert sich immer mehr wenn wir doch noch öfter an Strawinsky und Hindemith denken müssen. Aber im Zentrum stellt dort ein seihständiger, musikalischer Charakter, der es sich nicht leicht macht, durch die „konstruktive Montage" hindurch zur „organischen Gestalt" zu kommen. Von Sternbergs Ouvertüre zu Wehers festlicher „Euryanthc-Ouvertüre, die das Konzert trübsinnig eröffnete, lief ebenfalls ein „roter Faden" zurück, während die bezaubernde Mozart-Serenade für Streichersoli (Paruess, Borochow, Mejerowiez, Mirkin), Pauken (Legal) und Streichorchester, geschmückt durch Kadenzen des Dirigenten in diesem Zusammenhang eine kleine stilistische Transformation durchmachte, die vielleicht etwas unmozartisch wirkte. Es versteht sich von selbst, daß dies Konzert — das das Tel-Awiwer Orchester den Jerusaleincrn in einem ganz neuen Entwicklungsstadium zeigte ■- ein Ereignis ganz großen Stils war, das durch die Gegenwart des High Commissioners sowie der erlesensten Jerusalcmer Gesellschaft gekrönt war. Bracha Zefirah Auch Bracha Zefirah hat in Jerusalem eine ganz andere Wirkung als in Tel-Awiw. Sie ist ja viel mehr orientalisch als jüdisch, wenn auch ihr Orientalentum schon etwas stark „Pariserisches" hat. Es ist ja hier auch keine hohe Kunst beabsichtigt, sondern Kabarett. Bracha Zefirah hat sich von der jemenitischen Volkssängerin zu einer perfekten Soubrette entwickelt, was sich auch in der Begleitung des an und für sich durchaus talentierten und lebendigen Pianisten Nardi dokumentiert. Bracha Zefirah Ist ebensoviel Schauspielerin und Tänzerin wie Sängerin — sie mimt aut echt orientalische Art —, besonders die Gestensprache ihrer wunderbaren Hände ist unvergleichlich ausdrucksvoll und charakteristisch. Es ist aber doch sehr schade, daß diese edle und charmante folkloristische Begabung die übliche Schwenkung zur breiten Publikumswirkung gemacht hat. Dadurch geht ja auch viel ■musikalische Wirkung verloren. Jede Geste wirkt wie vor dem Spiegel einstudiert, das elementare Volkslied wird zum Song, die Stimme bekommt etwas zu stark Bewußtes und Kaltes. Das Programm enthielt herrliche jemenitische, sefardische, persische, türkische ludenliedcr, dazu Niggersongs mit biblischen Texten, und Im letzten Teil sehr nette Kinderlieder von Nardi nach Texten von Bialik. Alexander Brailowsky Bnailowsky, Virtuose ersten Ranges, ist ein typisch russischer Spieler. Man kann bei ihm mehr von „Vortrag" als von „Interpretation" sprechen. Im Zentrum steht das fteinpianistische, Vertiefung der Gestaltung wird von hier aus versucht. Die Programmzusammenstellung litt unter Mängeln, aut die an dieser Stelle wiederholt aufmerksam gemacht wurde: es war ein „Nummernprogramm" ohne Idee und Einheit. Die Stücke waren nur vom Gesichtspunkt der pianistischen Wirksamkeit zusammengestellt. Das bedeutet hier in Palästina eine besondere Gefahr, weil das Konzertpublikum hier ohnehin geneigt ist, mehr auf Virtuosität als auf künstlerische Werte zu reagieren. Konzert zugunsten der „Esrath Nasdiim" Der erste Teil des diesjährigen Konzertes der „Esrath Naschim" war der Musik des Bach-Zeitalters gewidmet. Man hörte eine Violin-Sonate von Eccles und Werke verschiedener Besetzung von Händel, Scarlatti und Bach. Dieser erste Teil war durch Mitwirkung hervorragender Interpreten — Margery Bentwich und Emil Hauser (Violine), Anna Hirsch (Alt) und Arje Miileah (Klavier) —- nicht nur ein exklusiver künstlerischer Genuß, sondern er gab gleichzeitig eine Art Mtisikgesrhichtsuntcrricht, in dem die wesentlichsten Formen der damaligen Musik (Arie, Sonate, Suite) durch Beispiele dargestellt wurden. Der zweite Teil hinterließ einen weniger geschlossenen Eindruck, interessierte aber durch die hebräische Uchertragung der Psalmen von Dvorak, sowie vor allem durch das selten gespielte Werk „Pour Piano" von Dehussy, das von Arje Abileah vorzüglich wiedergegeben wurde. So instruktiv die Darstellung vorklassischer Werke innerhalb von Konzertprogrammen ist, so erfreulich ist es, daß wir in diesem Jahre in Jerusalem doch ab und zu Gelegenheit hatten, zeitgenössische Musik zu hören. Es muß unbedingt angestrebt werden, daß der konzertierende Künstler in dauerndem Kontakt mit der Musik seiner Zeit bleibt. Alice Jacob -Loewenson Bachs Baucm-Kantate hebräisch. Eine der reizvollsten Gelegenhcitskompositioneri J. S. Bachs — als Huldigungskantate für einen neuen Gutsherrn mit vielen lokalen und persönlichen Anspielungen auch im Deutschen schwer verständlich -- wurde von Zwi Israel im Hebräischen frei nachgedichtet. Dabei wurde der Schauplatz in palästinensisches Milieu verlegt: in einen Pardess zur Zeit der Orangenerote, Die Kantate wird mit dem neuen Text unter dem Titel „Haggatif" in Jerusalem am 28. Februar unter Leitung von Karl Salomon aufgeführt werden. Das ganze Konzert ist (anläßlich des 250. Geburtstages der beiden Meister) Bach und Handel gewidmet. Das Arbeitsprogramm des Bialik-Instituts Jerusalem (Palcor). — Wie bereits gemeldet, hat die Exekutive der Zionistischen Organisation beschlossen, ein ßialik-Institut zu schaffen. Nach dem durch den hebräischen Schriftstellerverband Palästinas au-gearbeiteten Programmentwurf wird sich das Institut in erster Reihe mit folgenden Arbeiten befassen: Es wird die wichtigsten Werke (hr alten jüdisch-wissenschaftlichen Literatur, die in verschiedenen Sprachen verfallt wurden, in hebräischer Sprache publizieren, darunter die Werke Philos sowie die Werke der mittelalterlichen hebräischen Poesie und Belletristik; es wird U e b e r- Setzungen der klassischen Werke der Wissenschaft des Judentums veranstalten, die Klassiker der neuen hebräischen Literatur gesammelt herausgeben. Jedes Jahr werden die gc. sammelten Werke mindestens eines der modernen hehr,, ischen Schriftsteller herausgegeben werden. Das Institut wirl wissenschaftliche Werke in hebräischer Sprache und vor allem große Sammelwerke über jüdische Geschichte, Geschichte der hebräischen Literatur, der jüdischen Bevölkerung Palästina-, eine neue hebräische Enzyklopädie usw. herangeben. Das Institut wird endlich allgemeine wissenschaftliche Werke von besonderer Bedeutung und Üebcrsetzungcn aus der Weltliteratur herausgeben. Nach dem Programmentwurf wird das Institut ferner einen Jahrespreis für das beste hebräische Buch im Bereiche der Belletristik und Wissenschaft aussetzen. Es wird endlich die wichtigsten Organisationen für die Entwicklung und Verbreitung der hebräischen Sprache, Wissenschaft und Literatur fördern. Dieser Programmentwurf muß noch durch die Zionistische Exekutive und das Kuratorium des Bialik-Insfituts gebilligt werden. Das in Palästina gebildete Komitee zur Errichtung eines hebräischen Kulturfonds auf den Namen Bialiks (K er e n Bialik) übersendet uns einen an die Juden der Welt gerichteten Aufruf, in welchem zur Sammlung eines Fonds autgefordert wird. KKL-Arbeit in Tel-Awiw Man berichtet uns aus Tel-Awiw: Innerhalb der deutscher! Alijah hat sich in Tel-Awiw eine Arbeitsgruppe des KKL gi. bildet, mit dem Ziel, alle Einwanderer aus Deutschland plan, mäßig in die KKL-Tätigkeit einzubeziehen. Bei einem Tee, den die Tel-Awiwer Ortskommission gab, fanden sich etwa 40 Zionisten zusammen, die in ihren früheren Heimat, städten in Deutschland als Ortskommissare tätig geweswt waren und nahmen mit großem Interesse einen Vortrag «Ks Herrn Kamini entgegen, der über die von ihm geleibte. KKL-Organisation in Palästina berichtete. Die Sclbstbesteiie. rung genieße allgemeine Popularität und stelle die Hauptein« tiahmcquclle des KKL in Palastina dar. — Alle erwerbstätigen deutschen Olim zu Steuerzahlern des KKL und zu Büchsen. Inhabern zu machen, ist das Ziel der neuen KKL-Koinmissi«;;, an deren Spitze neben dem bisherigen Sekretär Fl. Rosenbliim die Herren Sch. Ettlinger, Dr. Wolfheim und Dr. Meclnur stehen, und die in engster Zusammenarbeit mit der von Flerrn J. L. Taubmann geleiteten örtlichen KKL-Kommission wirken wird. Zur Aufklärung der nichtzionistischen Einwanderer sollen zusammen mit der FIOG Vorträge veranstaltet werden. Es sind u. a. gemeinsame Iiiformationsfahrten in die wichtigsten Siedlungsgebiete auf KKL-Boden beabsichtigt. Von der Woche Für das Finanzjahr 1935'36 werden die Einkünfte der Palästina-Regierung auf 5"i Millionen Pfund, die Ausgaben auf 3l/-> Millionen Pfund geschätzt. Das Direktorium der Palcstine Land Development Comp. (P. L. D. C.) beschloß, der bevorstehenden Generalversammlung eine Erhöhung des Kapitals um 250 000 Pfund vorzuschlagen. Ferner soll eine Dividende von fi , verteilt werden, und die Aktieninhaber sollen für die Jahre, In denen sie keine Dividende erhielten, besondere Vergünstigungsaktien zugeteilt erhalten. Seit Beginn der E.xportsaisou sind 3 353 800 Kisten Zitru« früchte aus Palästina ausgeführt worden. Im letzten Jahr trug die Ausfuhr in der gleichen Zeit nur 2 565 0Q0 Kisten. Das palästinensische Amtsblatt enthält einen Gesetzen!« wttrf zur Verbesserung der Companies Ordonance 1929, wo« nach Gesellschaften, die in Palästina registriert sine, das Recht erhalten, in Großbritannien ebenfalls registriert zu werden. Umgekehrt ist auch englischen Gesellschaften die gleiche Vergünstigung für Palästina gewährt. Die neue Verordnung bringt ausdrücklich zum Aus. druck, daß auch andere Staaten die gleiche Vergünstigung in Palästina genießen können, sofern sie Gegenseitigkeit zusagen. Der landwirtschaftliche Berater des Londoner Kolonialain's, Frank Arthur Stockdale, wurde eingeladen, in Palästnni eine Inspektion der landwirtschaftlichen Entwicklung durchzuführen. In einer Sitzung in Palästina, die auf Einladung der Grupr-" „Kidmah" zusammen mit den sogenannten „Progressiven" stattfand, wurde, wie uns aus Palästina telegraphiert wird, nach einem Referat von Kurt B I u m e n f e I d einmütig beschlossen, vom Wcltvcrband der Allgemeinen Zionisten ultimativ zu verlangen, daß vor Pellach eine Konferenz aller Allgc meinen Zionisten stattfindet. Am 9. Februar sprach Ussischkin in Tel-Awiw am Schabbat in mehreren Synagogen, wo er zur Beteiligung an der Gedenkaktion für Baron Rothschild aufforderte. Neues Düngemittel Die Palcstine Pofash (Tote Meer-Gesellschaft) bringt, wie Palcor meldet, in Kürze ein neuesKalidüngemittel auf den Markt, das chemisch zusammengesetzt ist aus Kalium Sulphat und Calcium Sulphat, besonders geeignet für Palästinas Bodetibcdingungen, besonders für Zftmspflanzcn. Bisher stellten die Toten Meer-Werke ein Kalium-Chlorid her, das ii den meisten Ländern, außer Paliistina, gebraucht wurde und für das Sulphat vom Ausland (hauptsächlich Deutschland), bis zum Betrage von £ 20 000 jährlich eingeführt werden mußte. Die Gesellschaft hat nun ein neues Verfahren entcleclt, Kalium-Sulphat aus im Lande zugänglichen Rohmaterialien herzustellen. Die Patente wurden in England, Palästina und Europa bereits registriert. P aiasiiRa-Brundionds Heren Haiessoo e.u. Postscheckkonto: Bsrlln Nr.10495l Bankkonto: Dresdner Bank, Dopositenkasse Kurfürstendamm 1** % S .r.:<-r«-.;arl««if pikante — tlM 1L!/>-». MO»V»S* *°P*»ASS& lügt ü ARTHUB BASISCH BEBIIN M •* a"t* w-Kn'ägW» '""ic «0 DE CO&GNt**4l>£SALl *k