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Jüdische Rundschau · 1935-02-15 · Heft 14 (15.2.1935) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 14 (15.2.1935)
Date
1935-02-15
Page
– (sequence 3)
Language
German
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JODISCHE RUNDSCHAU P$| 1Ü S t i II C11 S i N CIiC F II 1 S 011 U 11 N<?. 14, '5.ftBRUAÖ 1359 Um die Schönheit des Kinereth Um das „Londoner Abkommen" Referendum innerhalb der Arbeiterorganisation Von unserem Berichterstatter Tel-Awiw, Anfang Februar Die Exekutive der jüdischen Arbeiterorganisation gibt in einem Communicue bekannt, daß sie ihrer Mitgliedschaft die f rage der Bestätigung des Londoner Abkommens zwischen Ben-Gurion und Jabotinsky (bzw. zwischen der Arbeiterschaft und der revisionistischen Partei) in einem Referendum zur Entscheidung vorlegt. Das Referendum ist für den 24. Februar festgesetzt. Stimmberechtigt ist jedes Mitglied der Arbeiterorganisation, das mindestens drei Monate lang organisiert ist und sich mit seiner Mitgliedskarte ausweisen kann. Die Meinungsverschiedenhelten Seit die Verhandlungen zwischen Ben-Ourion, dem Leiter des politischen Departments der Jewish Agcncy und dem Führer der Arbeiterschaft in Palästina einerseits, und Jabotinsky, dem Haupt der revisionistischen Partei andererseits, in Palästina bekannt wurden, hat eine scharfe Diskussion unter der Arbeiterschaft über diesen Schritt ihrer Führung eingesetzt. Die Auseinandersetzungen erreichten ihren Höhepunkt mit der Rückkehr Ben-Ourions aus dem Auslände, der in allen Städten und Siedlungen des Landes in Versammlungen der „Mapai" (größte Partei der Arbeiterschaft) seine Anschauung gegen eine starke Opposition verteidigte. Die Presse der Arbeiterschaft, insbesondere die Wochenschrift der „Mapai", der „llapoel Ha/air", hat in einer außerordentlich breiten Diskussion die Frage nach allen Seiten geklärt. Bis heute hat sich das Interesse an dem Problem stark lebendig erhalten, wenn auch naturgemäß ein gewisses Abflauen des Wortstreites einsetzen mußte, je mehr die Argumente beider Seiten sich erschöpften und wiederholten. Die oppositionellen üruppen innerhalb der Arbeiterschaft, also insbesondere der radikal gerichtete „Haschomer Ha/air" und die linken „Poale Zion", stellen sich einhellig gegen ein Abkommen mit den Revisionisten. Innerhalb der „Mapai" sind die Meinungen nach wie vor geteilt. In dieser Partei, die zahlenmäßig die größte ist und dadurch, daß sie alle wichtigen Stc le i des Organisationsapparates besetzt hält, den stärksten tagtäglichen Einfluß auf die Masse ausübt, verlaufen die Gegensätze in zwei Richtungen: auf der einen Seite stehen — mit wenigen Ausnahmen - die alten Führer der Bewegung, die sich hinter Ben-Ourion gestellt haben. Aut der anderen Seite stehen die Massen der einfachen Arbeiter. Andererseits ist ein anderer Trennungsstrich zu bemerken, aut dessen einer Seite der „Kibbuz Meuchad" und auf dessen anderer Seite die übrigen Teile der Partei stehen. Der „Kibbuz Meuchad" ist die kollektivistische Strömung innerhalb der Partei, die ihre Mitglieder in kollektiven Gruppen und Wirtschaften auf dem Lande und in den Städten organisiert. Diese Strömung hat in den letzten Jahren an Macht innerhalb der Partei zugenommen. Sie steht in einem bestimmten ideologischen Gegensatz zu den individualistischen Siedlungen (Moschawe Owdiin) und auch zu den im „Chcwer Hakwuzoth" (hauptsächlich kleinen landwirtschaftlichen Kollcktivgruppen) organisierten Siedlungen. Innerhalb der „Mapai" ist der „Kibbuz Meuchad" der stärkste Faktor gegen ein Abkommen mit den Revisionisten. (Die Fülle der Bezeichnungen und die Mannigfaltigkeit der agierenden Gruppen mögen vielleicht auf den Leser verwirrend wirken. Es handelt s,:h hier um Bildungen, die aus der Besonderheit der jü- -ischen Siedlungsgeschichte und den mannigfachen ideologischen Einwirkungen, denen sie ausgesetzt war, zu verstehen sind. Für den Außenstehenden sind vielfach die Abgrenzungen und Unterschiede kaum zu bemerken und wirken nur verwirrend, besonders da es sich an manchen Stellen um Nuance n von Auffassungen handelt. Diese Nuancen, wenn sie auch oft hauptsächlich psychologischer Natur sind, bleiben doch in ihrer Wirkung bestehen und diese ist, wie gerade der jetzige Kampf um das Abkommen zeigt, im öffentlichen Leben keineswegs gering.) Die Chancen für und wider Im Laufe der Diskussionen der Setzten Monate ist ein Vordringen der Ja-Sager, also der Anhänger Ben- Ourions, zu bemerken. Das erklärt sich einerseits aus dem Einfluß Ben-Gurions und seiner starken Kampagne, andererseits aus der psychologischen Haltung vieler Anhänger der „Mapai", die schließlich doch eher ihrem eigenen Führer auf einem Wege folgen, den sie nur ungern gehen, als daß Nie mit „fremden" Gruppen (Haschomer Hazair, linke Poale Xion) gemeinsame Sache machen. Es war zuerst geplant, das Problem auf Konferenzen auszukämpfen. Dann hat man sich jedoch entschlossen, ein Referendum zu veranstalten. Zur Beurteilung steht nur eines der drei Abkommen, und /war das über die Regelung der Arbeitsverhältnisse. Das erste Abkommen (über die Verhinderung von Gewalttaten) wurde nicht von der Arbeiterschaft, sondern von der Zionistischen Exekutive aus geschlossen. Dasselbe gilt für das dritte Abkommen, das die Stellung der Revisionisten innerhalb der Zionistischen Weltorganisation regeln soll. Ueber diesen dritten Vertrag wird zur Zeit öffentlich nicht gesprochen, es wird anscheinend von den leitenden Instanzen erst einmal das weitere Verhalten Jabotinskvs und seine (sich in letzter Zeit stark widersprechenden) Enunziationcn abgewartet. Auch wird man aus den Resultaten des Referendunis auf die allgemeine Stimmung der Linken schließen können, was für die weiteren Verhandlungen entscheidend ist. Der Arbeiterorganisation wird also die Frage vorgelegt, ob sie dafür ist, mit den Revisionisten ein Arbeitsabkommen abzuschließen, das 1. für eine entsprechende Arbeitsverteilung sorgt, in der alle Arbeiter ohne Ansehen ihrer politischen Anschauung gleichmäßig berücksichtigt werden; 2. gemeinsamen Kampf für die jüdische Arheit durchfuhrt; 3. Streiks so weit wie möglich ausschließt. Die Einzelheiten des Abkommens sollen — wenn sich die Arbeiterschaft positiv entscheidet - in weiteren Verhandlungen festliegt werden. Die Frage, die jetzt durch das Referendum gelöst werden soll, ist: will die Arbeiterschaft überhaupt mit den Revisionisten in Verhandlungen und speziell in Verhandlungen über die Regelung des Arbeitsmarktes eintreten? Worum es geht Wer das Communiuue der Exekutive der Arbeiterorganisation für das Referendum liest, wird zuerst den Eindruck ehalten, daß es sich darum handelt, ob man für dieses oder lur ein anderes Abkommen sei. Die Entstehung der Diskussion und ihr Verlaut hat jedoch bewiesen, daß die Grundfrage, um die der Streit geht, anders lautet, nämlich, ob es überhaupt, von allen Standpunkten aus gesehen, eine Verhandlungs- T'glichkeit mit den Revisionisten gibt. Nicht auf dieses wler jenes Abkommen kommt es an, nicht auf die Art der Zusammensetzung der Schiedsgerichte und der Arbeitsämter, sondern auf die prinzipielle Stellung gegenüber Der See-Spiegel sinkt Vor einigen Tagen wurde im englischen Unterhaus eine Anfrage gestellt, die der Befürchtung Ausdruck gab, daß infolge der Tätigkeit der Palestinc Electric Corp. (Ruthenbtrg) der Spiegel des Tiberias-Secs (Kinereth- Sec, Genezareth), sich zu sehr senken wird, was die besonders liebliche und auch in religiöser Hinsicht erinnerungsreiche Landschaft verschandeln würde. Der Staatssekretär für die Kolonien erteilte eine ausführliche Antwort, die eine Darstellung des High Comniissioner von Palästina enthielt. Der High Comniissioner weist zunächst darauf hin, daß das Sinken des Spiegels des Sees in den letzten Jahren zum großen Teil auf natürliche Ursachen zurückzuführen ist, nämlich auf die große Dürre, und nur zum Teil der Tätigkeit der Ruthenbergsch.cn Kraftstation zuzuschreiben ist. Im letzten Dezember sei der Spiegel bis auf — 204,68 m (unter dem Meeresspiegel) gesunken, seitdem wieder bis — 203,09 m gestiegen, also noch immer niedriger als das Minimum, das mit der Palestinc Electric Corp. vereinbart werden soll ( 203,5). Was nun die Verunstaltung der Landschaft betrifft, so weist Wauchope darauf hin, daß an der Ostseite, die sehr selten von Touristen besucht wird, die Küste um 8—10 m vorgerückt worden ist. Im Norden bei Tabcha (dem bekannten deutscheu Kloster, an der Stelle, die durch die neutestamentliche Erzählung von der „Speisung der Fünftausend" bekannt ist), sei die Küste um 10 m vorgetreten, ohne aber das Bild zu verschlechtern, da der Boden felsig ist. Nur an der Nordostküste bei Buteha und bei M i g d a I (der Besitzung Lord Der Verband der Pflanzer Von unserem palästinensischen Korrespondenten gl. Tel-Awiw, 7. Februar 1935 Die Konferenz der „Hitachduth Ha-ikarim" (Pflanzcrvereinigung), die vor kurzem in Tel-Awiw tagte, war eine Manifestation dafür, daß der Pflanzerverband in den letzten Jahren stark an Aktionsradius, wirtschaftlichem und politischem Gewicht gewonnen hat. Er ist zusammen mit den Orangenplantagen und durch sie gewachsen. Unter der unbeschränkten Führerschaft von Moscheh S in i I a n s k i (Rechowoth), einer alten bekannten Figur des Jischuw, hat er seinen Einfluß weiter verstärkt. Zu Beginn hauptsächlich wirtschaftlichen Zielen dienend, begann der Verband mehr und mehr eine politische Stellungnahme zu entwickeln und hat im öffentlichen Leben des Landes eine wachsende Rolle gespielt. Diese Rolle war in der Hauptsache gegen die Arbeiterschaft und die von ihr geleiteten Instanzen gerichtet. Etappen in diesen Kämpfen bildeten die Gegnerschaft gegen die „Knesseth Jisrael" als legitime Vertretung der palästinensischen Judenschaft und die Bekämpfung der unter Arlosoroffs Führung stehenden Exekutive nach dem Sturze Weizmanns. In der letzten Epoche ihrer Arbeit hat sich die „Hitachduth Ha-ikarim" nicht mehr mit der Organisierung ihrer Mitglieder und einzelnen politischen Aktionen begnügt, sondern sie ist daran gegangen, sich neue wirtschaftliche und kulturelle Instrumente zu schaffen. Der Bericht der Konferenz zeugt von dem Gelingen dieser Versuche. Es wurde eine Bank, die „Bank Ha-ikarim" gegründet, um Mitgliedern des Verbandes Kredite zu schaffen. Es wurden bisher £ 20 000 an Aktien gezeichnet. Die Bank wird das Bedürfnis nach Agrarkrediten, das im Lande stark fühlbar ist, für einen Teil der Interessenten befriedigen; sie wird vielleicht auch Pflanzer, die nicht mit der politischen Richtung des Verbandes übereinstimmen, veranlassen, ihm beizutreten. Eine weitere bedeutsame Gründung ist die landwirtschaftliche Schuie der Hitachduth Ha-ikarim, die in Mcged bei Pardess Chaunah (Samaria) gegründet worden ist und bereits eine Reihe von Klassen und den Beginn eines landwirtschaftlichen Betriebes enthält. Der pädagogische Leiter dieses Unternehmens ist Dr. Biram von der Realschule in Haifa, der auf der Konferenz ein ausführliches Referat hielt. Schließlich ist zu erwähnen, daß neben der Wochenschrift des Verbandes, „Bustanai'', eine Jugend-Zeitschrift „Bustanai Lenoar" und die „Jamim. Risclionim" genannten Blätter erscheinen. Damit entsteht eine Presse, die nicht nur die Pflanzer selbst, sondern auch die Jugend der Kolonien zu erfassen und in ihrem Geiste zu bilden sucht. Der Pflanzerverband hat sich auch eine eigene Krankenversicherung geschaffen, gewissermaßen als Gegenstück zur Krankenkasse der Allgemeinen Arbeiterorganisation, dem bisher einzigen Institut dieser Art im Lande. Sie heißt „Kupat Cholim Amamitt" (Volkskrankcnkjsse). Die d errevisionistischen Haltung. Dieses kommt auch in verschiedenen Darstellungen sehr deutlich zum Ausdruck. Obwohl das Referendum eine Sache der Arbeiterschaft ist, nimmt der übrige Teil des Jischuw doch lebhaften Anteil an der Entscheidung. Die liberalen Kreise, insbesondere die, die sich um den „Haarez" gruppieren, sind etwas schwankend in ihrer Haltung, sie wurden sehr gerne alles für die Verwirklichung der Friedensparole, die ein Grundstein ihres Ideengebäudes ist, hergeben, aber gerade der „Haarez" hat immer wieder Zweifel darüber ausgesprochen, ob sich ein wirklicher Friede, bei dem man sich auf den ehrlichen Willen der Revisionisten verlassen kann, erreichen läßt. Die Kreise, die sich um die deutsche progressive Gruppe der „Kidmah" gruppieren, haben sich gegen ein Abkommen gestellt. Die Abstimmung am 24. Februar bedeutet weit mehr als die Frage, ob man mit einer bestimmten Gruppe bestimmte technische Vereinbarungen schließen soll. Es wird hier entschieden werden, ob die Arbeiterschaft und mit ihr die fortschrittlichen Elemente im Jischuw es für richtig und nötig halten, mit der revisionistischen Bewegung einen Bund abzuschließen. Für die weitere soziale und ideologische Entwicklung Palästinas und der zionistischen Bewegung wird viel von dieser Entscheidung abhängen. Melchetts), sind durch das Zurückweichen des Wassers schlammige Stellen entstanden. Diese Stellen sind von Arabern mit Mais bepflanzt worden, und der High Commissi»- ner stellt daher fest, daß man gegen neugewonnenen Boden, der bebaut wird, sicherlich nichts einwenden könne. Die einzige wirkliche Schwierigkeit liege bei Zern ach, am Südende des Sees, wo eine Ii ä Ii I i c Ii e Küste in der Breite von 10—10 m entstanden ist. Bei der Stadt Tiberias selbst werden durch Bau einer A\ole und Ausnutzung des neugewonnenen Küstenstriches die ästhetischen Bedenken beseitigt werden. Am meisten, so sagt das Dokument, dürfte die Landschaft an der Stelle unterhalb der heißen Bäder südlich von Tiberias leiden. Im grollen ganzen ist aber der High Comniissioner der Meinung, daß die Klagen über Verunstaltung des Sees stark übertrieben worden sind. Ernster schon sei die Möglichkeit einer Verbreitung der Malaria durch entstehende Sumpfstellen; hiergegen werde die Regierung M a ß n a h m c n ergreifen. Zu dieser Antwort des Kolonialministcrs ist noch zu sagen, daß in der Tat durch die in Verbindung mit der Kraftstation notwendigen Arbeiten die Landschaft im Süden gelitten hat. So wurde z. B. durch den Kau der neuen Brücke und Straße bei Dagania ein Teil des schönen Baumbestandes dieser Kolonie vernichtet. Der Friedhof von Dagania, wo A. D. Gordon und Bussel begraben sind, ein stiller und heiliger Ort, wurde durch die Neubauten seiner id\Mischen Ruhe und Abgeschiedenheit beraubt und an den I arm der Straße herangerückt, was sicherlich von vielen jüdischen Besuchern bedauert wird. Aerzteorganisation im Lande hat eine Beeinträchtigung ihrer Mitglieder befürchtet und verlangt, daß die Kasse nur Pflanzer von mehr als 15 Dunani Besitz als Mitglieder aufnähme. Die Konferenz hat über diese Frage verhandelt. Im Mittelpunkt der Konferenz stand das Referat von Moschc Smilanski und im Mittelpunkt seines Referats eine Auseinandersetzung mit der Lage der Gr an gen- Pflanzungen und der Frage der judischen Arbeit. Smilanski war in seinen Ausführungen von einem starken Pessimismus beherrscht. Fr schilderte das Anwachsen der bepflanzten Flächen, die Schwierigkeiten des Absatzes immer größerer .Wengen von (Hangen und da* heute unlösbar scheinende Problem der jüdischen Arbeit. (Siehe darüber den Bericht in Nr. 12 der „J. R." ■- A. d. R ) Bei den heutigen Verhältnissen, d. Ii. den hohen Lohnen in der Stadt, seien nur Pflanzungen mit arabischer Arheit möglich, und dann sei es besser, daß wir gar keine auf 1 ohnarbeit auigebauten Pflanzungen hatten. Der jetzige Zustand sei in keiner Weise zu verantworten. Die Rede Smilanskis hatte einen starken Widerhall im Lande. Insbesondere hat die Arbeiterschaft, die seit Jahren einen schweren Kampf um die Erhaltung und weitere Einführung der jüdischen Arbeit in den Kolonien führt, in schärfster Weise auf diese Ausführungen reagiert. Ein Leitartikel der Arbeiterzeitung „Dawar" erinnert au diese schweren Kämpfe der letzten Jahre, an die mangelnde Hilfe der Pflanzer in diesem Ringen, und die endlosen Diskussionen mit Smilanski und seinen Anhängern um diesen Punkt. Aber je länger dieser Kampf um die jüdische Arbeit andauert und je stärker die Städte und das Baugewerbe die Arbeiter aus den Plantagen absaugen, desto mehr breitet sich die Erkenntnis aus, daß dieser Kampf nicht allein mit nationalen Schlagworten zu führen ist. Kaplan, der Schatzmeister der Exekutive, hat erst kürzlieh darauf hingewiesen, daß wir jüdische Arbeiter in den Kolonien nur dann werden halten können, wenn wir ihnen nicht nur Arbeit, sondern auch Wohnungen und Hilfswirtschaften zur Verfügung stellen. Ueber dieses Problem der jüdischen Arbeit, das Zutuistoff für innere und äußere Konflikte in sich tragt, wird noch oft zu reden sein. Die Hitachduth Ha-ikarim bat in ihrer letzten Konferenz von neuem gezeigt, daß sie sich zu einem Verband ausbildet, der eine beträchtliche wirtschaftliche und politische Bedeutung hat, und daß sie gew illt ist, ihre wachsende Kraft in einer ganz bestimmten Tendenz, das heißt zur Stärkung der sich bildenden „Rechten", in die Waagschale des öffentlichen Lebens im Lande zu werfen. Auch die Hitachduth Ha-ikarim wird heute von der Konjunktur getragen, ili! verdankt sie ihr Wachstum an Mitgliedern und an Mitteln. Diese Konjunktur fuhrt zu einer stärkeren Differenzierung det Wirtschaft und zum Wachstuni ökonomischer Verbände Die Hitachduth Ha-ikarim als die Zentrale der Pflanzer zeigt in ihrer Entwicklung die Tendenzen dieser Richtung mit aller Deutlichkeit. Eine Ergänzungs - Schedule für das Winterhalbjahr? Jerusalem, 11. Februar. (JTA.) Man erwartet, daß Ende dieser Woche eine Ergänzungs-Quote zu der letzten Arbeite r-E In w an derungsschedule bewilligt werden wird. Es besteht die Aussicht, daß die Zahl der nachträglich ausgegebenen Arbetter-Einwanderungs-Zertifikatc größer »ein wird als die Ergänzungsschcdule des vorigen Jahres, die am 23. Juli ausgegeben wurde und 1200 Zertifikate umfaßte. Die Palästina-Exekutive der Jewish Agency ist bereits in Verhandlungen über den Umfang der nächsten Quote für das mit April 1035 beginnende Haibjahr eingetreten. Der Regierung wurden von der Palästina-Exekutive Aufstellungen über den voraussichtlichen Arbeiterbedarf in den einzelnen Produktionszweigen unterbreitet. Man hofft, daß die Regierung sieh der Dringlichkeit einer Verstärkung der jüdischen Einwanderung im Hinh'ick auf den in Industrie und Landwirtschaft herrschenden Arbeitcrmangel nicht verschließen wird. Neugliederung des palästinensischen Süddistrikts Vom 1. April 1Q35 an tritt eine neue Einteilung des palästinensischen Süddistrikts in städtische und ländliche Verwaltungsbezirke in Kraft. Als Distriktskommissar bleibt weiterhin R. E. H. Crosbie im Amt. Stellvertretender Distriktskommissar für den Jaffaer städtischen Verwaltungsbezirk wird R. D. Badcock sein, dem als Distriktsbeamter für Tel-Awiw A. Enste in beigegeben wird. Die Leitung des ländlichen Verwaltungsbezirks wird sich in R a m 1 c h befinden. Stellvertretender Distriktskommissar wird hier J. H. Po Hock sein. Distriktsbearnter für die jüdischen Siedlungen I. Kupperman. Je ein Distriktsbeamter wird seinen Sitz in Gaza und in Berscheba haben.

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