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Jüdische Rundschau · 1935-02-12 · Heft 13 (12.2.1935) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 13 (12.2.1935)
Date
1935-02-12
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 JODISCHE RUNDSCHAU Nr. 13, 12. II. 1935 Wie gestalte ieli den Schabbat? Für Schabbat, 16. Februar Wochenabschnitt „T'zawe" (II. B. M. Kap. 27, 20-30, 10). I. Die SIdra enthalt die ausführliche Beschreibung der Priesterkleider. Im Kommentar von S. R. Hirsch findet man eine sehr feine Deutung für jedes einzelne Kleidungsstück und viel anregendes Material. Kleidung als für die r'rscheinung erste und augenfälligste Charakterisierung eines Menschen. II. Was waren die „Urim w'ttimim"? Wann befragte man sie und wie stellt man sich ihr Wirken vor? Im Talmud- Traktat Sota 3(>a ff. und 4Sa kann man viel darüber finden. III. Vergleicht an Hand verschiedener Bibel-Uebersetzungen die Uebersetzungen der Verse Kap. 29, 12 —46 unseres Wochenabschnittes. Sic sind fast alle verschieden. Beachtet insbesondere die Auffassung von Buber-Hosenzweig. Die kleine Broschüre von Martin Buber: Ueber die Wortwahl in einer Verdeutschung der Schrift enthält (S. 11 13) eine eingehende und interessante Begründung für die gewählte Uebcrset/ung. Falls ihr euch ausführlicher über Bibel-Ueberset/ung unterhalten wollt, dann zieht noch die Broschüre von Franz Rosenzweig: „Die Schrift und Luther" heran. Besonders aufschlußreich ist das Nachwort von Franz. Rosenzweig /u seiner Ueherset/ung der 92 Hymnen von Jehuda Halevi. (Die genannten Bücher und Broschüren sind im Schocken-Verlag erschienen.) Als Haftara wird Jecheskel, Kap. 43, 10—24, verlesen. Sie enthält Bestimmungen über den verheißenen zukünftigen Tempel und über die LinseUuiig der Söhne Zadoks zu Priestern. Von Zadok stammt der Name „Saddu/äer". Was waren die Saddti/ik-r und welches waren die anderen Parteien im Judentum, die sieh mit ihnen auseinandersetzten? E. Als Psalm kommt 05 in Betracht. Ol« Erweiterung der Stoffe Zweifellos f.iüt jedem, der einen Oneg Schabbat praktisch *!! leiten und vor/ubereilen hat, der Mangel an geeignetem Stoff auf. Die l.iterattirwelt der Juden scheint uns deshalb sehr klein, weil ein grober Teil von ihr vielen verschlossen ist. Das grölte, unausschöpfliche Oebiet der mittelalterlichen und jiddischen Literatur, soweit es nicht übersetzt ist, fallt für ehe meisten aus. Dazu kommt, dai, von der neuhebriiischen Literatur, besonders aber von der ausgedehnten und zum Teil sehr guten Kitulerliteratur Palastinas, kaum etwas übersetzt ist. {-'s wird also nötig sein, sich nach neuen Stoffen umzuschauen. Von alten, vorhandenen und wenig genutzten Quellen ist folgendes etwa zu nennen: Unter den in vielen Bibliotheken Vorhandenen Jahrgängen de* „Juden" lälit sieh unendlich viel finden, freilich mehr für Aeltere. Dennoch aber soll man sich der Midie unterziehen, die alten Jahrgänge durchzusehen und zu sichten, wie überhaupt doch das soeben Hrschienene keineswegs immer tlas Beste ist. Vor einigen Jahren erschien die sehr respektable Jugendzeitschrift „Das " Zelf. Früher noch der „Jcrubbaal"'. Alle alten Blauweißblätter — soweit man ihrer habhaft werden kann — enthalten an Stoff und an methodischen Bemerkungen vieles, woraus zu lernen ist. Von Neuem ist die Sammlung des Hechaluz: „Arbeiterinnen erzählen..." neben der wundervollen Anthologie: „Volk und Land" immer wieder heranzuziehen. Man darf aber bei alledem nicht vergessen, daß auch die ältere Literatur, die deutsehe und allgemein europäische sehr viele jüdische Stoffe birgt. Dabei braucht man sich keineswegs auf die Prosa zu beschränken, sondern soll auf Drama und Dichtung zurückgreifen. Mit einemmal tut sich einem da eine Weit neuer Möglichkeiten aut, besonders deshalb, weil es sich hier gewöhnlich nicht um abseitige, schwer erreichbare Werke handelt, sondern die aus einer ganz, durchschnittlichen Bibliothek genommen werden können. Was steht an jüdischen Stoffen in den „Gesammelten Werken", die seit der Barmizwah unbenutzt in jedem Haus stehen? Was steht bei Herder, Hauff, Goethe, Heine, Hebbel? Man muß sich nur Muhe gehen und suchen. Wenn man eine Dostojewski-Ausgabe besitzt, wird man seinen Briefwechsel mit einem Juden finden, in seinen „Politischen Schriften" seine Aeußerungen zur Judenfrage. Droste-Hülshofs Judenhuchc ist sicherlich in jedem Hause zu finden. Viele von den Heine&chen udenliedcrn sind völlig imbekannt. Sie finden sich in der ammlung „Confessio judaica", wo Bieber die jüdisclien Stellen aus dem Gesamtwerk, auch aus dem interessanten Briefwechsel, zusammengestellt hat. Aber alles das findet sich ja auch in den Werken selbst. Man muß es nur zusammenstellen. Brods neues Heine-Buch kann einem dabei helfen. Was Briefwechsel überhaupt an Interessantem und Wichtigem für einen Oneg Schabbat leisten kann, ist aus dem großartigen Buch „Juden und Judentum in Briefen aus drei Jahrhunderten" zu ersehen. Wenn «ine Gruppe oder Gemeinde es sich leisten kann, dieses Buch zu erwerben, dann wird man für Oneg Schabbat und ähnliche Veranstaltungen eine fast unerschöpfliche Quelle haben. Aus den wenigen Andeutungen hier mag man ersehen (und es sind hier als Leser gerade die Gemeinden und Gruppen gemeint, auf die wir hier die allergrößte Rücksicht nehmen wollen: die kleinen und unbemittelten!), daß der Mangel an Stoffen keineswegs in der Sache selbst begründet ist. Zu den hier skizzierten Gebieten kommen ja noch die großen Möglichkeiten, allgemeine Stoffe auszuwählen, die zwar kein jüdisches Sujet haben, aber dennoch aus mancherlei Gründen im Oneg Schabbat behandelt werden sollten. Ueber sie wird das nächstemal zu sprechen sein. " J. P. Arthur Schnabel, der berühmte Klaviervirtuosc, der jetzt mit großem Frfolg in Amerika konzertiert, gab einem Bericht der „New York Times" zufolge seiner Meinung, Ausdruck, daß die nächste Renaissance der Musik ihren wichtigsten Ursprung in den V e r e i u i g t e n Staaten haben wird. Sehnabel meint, daß Europa in künstlerischer Beziehung abwärts geht; dagegen seien in Amerika junge Kräfte fühlbar, die ihren vollen Ausdruck erst finden werden, wenn die Einwanderungssperre sich ausgewirkt hat. Mehrere Berichte und andere Veröffentlichungen mußten wegen Raummangels zurückbleiben. Judftn und Jüdisches Im Rundfunk Dienstag, 12. Februar: Budapest, 13t'hr: Popper, Mazurka. — Stork, holrn, 14 Uhr: Tschaikowsky-Elmau, Poncc-IIciictz. — Kopcn. hagen (1261 m), 15 Uhr: Offenbach, Fall. — Prag (249 m), 15 Uhr: Friedrich Holländer. — Straßburg (349 m), 15 Uhr: Mendelssohn, Violinkonzert. Roscnlhal, Serenade. — Kuchau (259 m), 17.30 Uhr: Jüdische Dichtungen. — Warschau (1345 m), 18 Uhr: Mendelssohn, zwei Lieder ohne Wort«. — Brüssel (322 m), 19 Uhr: Schallplattcn Ottenbach. — Mährisch. Ostrau (268 in), 19.45 Uhr: Ottenbach. — Wien (50? m), 20 Uhr: Mendelssohn, Ray Blas. — Brüssel (484 m), 21 Uhr: Meyerbetr, Arie aus Robert der Teufel. — Ililversum (1875 m), 23 Uhr: Ilalcvi, Arie aus „Die Jüdin". — Toulouse (329 m), 24 Uhr: Meyerbeer, Krömmgsmarsch aas Prophet Mittwoch, 13. Februar: Wien (507 m), 12 Uhr: Fritz Kreislcr (Klavier, Rachmaninotf). — Strasburg (349 m), 14 Uhr: Popper, CeJUisonate. — Wien (507 m), 17 Uhr: Das RothichiU-QttarlUt spielt, darunter Werfel, Oliven im Silber. — London Regional (342 m), 19 Uhr: J. Wcinbcrger, Drei böhmische Lieder und Tänze. — Huizen (301 m), 20 Uhr: (Joldmark, Ouv. zu Sakontala. — London, North Regional, 20 Uhr: Offenbach. — Pr«g (170 m), 20 Uhr: Robert S a u d c k, Das Tier im Kultus und in der Kunst — Ililversum (1875m), 21 Uhr: Händel, Mcssias-t)uvertur<j und Arien aus Judas Maccabäus. — Wien (507 m), 23 Uhr: Ilronislav }l ubermann, Ignatz b'Heitmann, Beethoven, Kreutzer. Sonate, Schallplatte». Donnerstag, 14. Februar: Luxemburg (1304 m), 13 Uhr: Moszkowski, Meyerbeer. — Bukarest (3B4 ni), 17 Uhr: Rubinstein, Romanze. -— Budapest (549 m), 18 Uhr: Goldmark, Teile aus der Suite. — Straßburg (349 rn), 19 Uhr: Mendelssohn, Ouvertüre aus Ruy Blas. — Wien (507 m), 19 Uhr: Riehard Tauber, Mignoit (Schall, platte); Josef Schmidt, Lanlcnlied aus „Die tote Stadt" von Korn, gold. — Beromiinster (540 tu), Monte Ceneri (257 m). 20 Uhr: M ahler, Das Lied von der Erde. — Warschau (1345 in), 20 Uhr: M a h 1 e r, Friihlinrjsmorru n. — Wien (507 ni), 20 Uhr: M a h 1 e r. Vierte Symphonie. — Droit wich (1500 m), 21 Uhr: Potpourri ans Kaiman, Das llnllandweibchen. — Luxemburg (1304 m), 21 Uhr: Rubinstetn, Ilorhreitszug aus Fern mors. — Rom (431 m), 22 Uhr: Rubinstein, Der Schäfer und die Schäferin; Toreador und die Andalusicrin; Kavallerie-morsch. Sulzcr, Sarabande. — Straßburg 23 Um): Mendelssohn, Ouv. zu Athalic. Freitag, 15. Februar: Beromiinster (540 rn), 16 Uhr: Mendelssohn. — Wien (507 m), 16 Uhr: Sehallpl. Kreisler. — Miihr.-Ostrau (269m) 18 Uhr: Vortrag Krist, Palästina von heute. — Straßbut^ (349 m), 18 Uhr: Milhaud, 1. Quartett — Warschau (1345 m), 18 Uhr: Moszkowski, Spanischer Tanz. — Straßburg (349 mj, 19 Uhr: Meycrbcer, Prophet — Prag (470 m). 20 Uhr: Mendelssöhn. — Warschau (1345 m), 20 Uhr: Sinf.-Konzert a. s. Philharni'Miie, Dirijj.: Jascha f 1 o r c n s t e i n. — Luxemburg (1304 m), 21 Uhr: Rubinstein. — Brüssel (484 m), 22 Uhr: Rubinstein. — Stockholm (426 rn). 22 Uhr: Popper, Tarantella. — Toulouse (367 m), 22 Uhr: MendeLsohn. Sonnabend, 16. Februars Wien (507 m), 13 Uhr 15: Arien Meyerbeer, KoniRold, Ges. Jos. Schmidt. — Prag (470 in), 15 Uhr: Meyerhcer. Ouv. z. Koben der Teufe!. — Budapest (549 in), 17.30 Uhr: Goldmark, Ballet-Suite. — Midland-Regional (391 in), 20 Uhr: Kreisirr, Mendelssohn. — Paris (1639 m). 21 Uhr: Ottenbach. Fortunio, Lied. — Warschau (1345 m), 21 Uhr: Sinfoniekonzert, Dlrig.: Fitrlhrrg. — Wien (507 m), 22.40 Uhr: Unterhaltungskonzert Dirig.: Hein M.srawclz. Franz Werfel: (6- Der Weg der Verheißung In unserer heutigen Veröffentlichung wird das in der vorigen Nummer begonnene Batseba - Drama zu Ende geführt, Mit einer Szene „Salomo" endet der dritte Teil „Könige". In der nächsten Veröffentlichung beginnt der vierte und letzte Teil „Propheten". Cepyrtflit bv Kr»ni Wcrfd, Witn (Nachdruck vrrboUn) Salomo LESUNG DES RABBI: „Und als B.itsebu das Kindlein gebar, da schwächte es der Herr und es wurde todkrank, Da\id aber betete vor Gott für den Knaben und hielt ein Fasten und lag die Nacht auf der kalten Erde..." Während der Lesung erhellt sich die Höhle matt — Leises Weinen ertön! — Bulseba kniet corder Wietze eines Kindes — Mobile bemühen sieh stumm — Im Palastsaal wird die Gcitall Davids deutlich, der auf der Erde liegt DAVID (Psalm 22 und 51): Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen ... Meine Glieder sind auseinandergerissen, wie Wachs bchinol/, das Herz in mich ein... DIE FROMMEN IM BETHAUS: (wiederholen in dichtem Gemurmel die Psalmverse) DAVID: In Sünde gezeugt, in Sünde empfangen, Von Blutschuld erlöse, entsühne mich! Erhebt sich Herr, laß es nicht zu, nimm dein Wort zurück! Noch lebt mein Kind ... Batseba stößt einen Schrei aus — Dann tiefe Stelle Nun ist es vorbei. llochaufgerichtet, mit verwandelter Stimme Einen frischen Trank! Und ein neue» Gewand! Diener eilen herbei — Dach! trinkt — Dann läßt er sich ein Gewand anlegen — Die weinende Batseba wird von Mägden aus der erlöschenden Höhle in den Palast geleilet — Die Frau bricht vor David zusammen, er hebt sie hoch — Das Paar ist allein im Raum LESUNG DES RABBI: „Und David tröstete Batseba, Bein Weib..." DAVID: Komm, weine nicht, Frau! So lang unser Kind Noch lebte und ich voll Hoffnung noch war, Da fastete, weinte und schrie ich zu Gott. Nun aber? Wer holt es? Wir wandern zu ihm. Doch nimmer wandert es wieder zu uns. Er führt sie, fest umschlungen, nach rechts, aus dem Palast Über die Stufen zur Straße hinab Habe Trost, Frau, wir wandern, wandern zu ihm..« DIE ERSCHEINUNG RUTHS (schwebt von der Altarbtthne herab und folgt, während .sie spricht, dem Paar, Und perschwindet mit ihm): David, mein Kind, der Herr bleibt dir treu. Er spendet Vergebung dem Gram und der Reu. Seinen Temoel zu baun, ochickt er dir den Sohn, Für deinen Thron, für den Weltenthron. Ein Sohn der Verheißung wird niedergesandt Und Friedensfürst sei sein Name genannt. Die ganze Bibelbühne Ist dunkel DER DREIZE! IN jX 11RICF,: Wer ist der Sohn Davids, von dam Ruth, die Aelirenleserin, sprach? DER FROMME: Friedensfürst, das ist König Salomo, und das ist auch König Messias ... STIMMEN IN DER GEMEINDE: Messias . .. Wo bist du ... Es ist Zeit ... Sieh deine Gemeinde hier... Was zögerst du . .. Inzwischen erhebt sich auf der dunklen Bibclhühne ein dumpfes Gedröhn fori Arbeitsltirm und Stimmengewirr Hört ihr ... Hört ihr ... Lärm wie von vieltausend Arbeitern ... Was bedeutet das? DER FROMME: Sagt es euch nicht die Freude im Herzen, vens es bedeutet? Unser Lehrer wendet die Blütter um ... Die Jahre des Tcmpclbaus vergehen... LESUNG DES RABBI: „Und König Salomo vollendete das Haus des Herrn nach sieben Jahren .. ." Die vier Bibclhühnen leuchten auf, eine nach der anderen. Die Straß e zuerst. Auf ihr drängt sich das Volk, das Gesieht zum Tempel gewandt. Die Mittelbahn c, sodann: Auf den Türmen stehen Priester mit silbernen Posaunen — Im Palastsaal überragt die erhöhte Gestalt König Salomo s den Kreis der Würdenträger und Großen, der ihn umgibt — Nun die Altarbühne: Sie bedeutet das H e i l i g c des Salomonischen Tempels mit dem Brandopferaltar. Eine Gruppe von Priestern ist mit Vorbereitung des Opjers beschäftigt, eine andere Gruppe stellt die gewaltigen Siebenarmleuchter auf. Zwei Gruppen von Leviten richten rechts und links vom Felstor der Himmelstreppe die beiden hohen Kupfersäulen auf. Musikantenpriester mit Harfen und Posaunen stehen in Reihen. — Endlich die Himmelstreppe: Nun stellt sie das Allerheilig.stc des Tempels dar. Das frühere Felsportal hat sich in das goldene Tor des Innersten Heiligtums verwandelt, das von dem riesigen vierfarbigen Vorhang abgeschlossen wird. Der Vorhang zeigt zwei mächtige silbergestichle Cherubim mit ausgespannten Flügeln STIMMEN DER GEMEINDE (in fabelnder Erregung): Der Tempel ... Gelobt sei Gott, daß wir den Tempel schauen dürfen ... Trinket den Anblick in euch 1 ... Das Allerheiligste dort mit aoklnem Tor und Vorhang... Nun ist der Himmel in Gold gefußt wie ein Saphir ... Die beiden Säulen, erkennt ihr sie? ... Und den Opferaltar und die Leuchter? ... Die Priester rufen zur Weihe... Die Priester auf den Türmen stoßen In die Posaunen — Salomo breitet die Arm« zum Gebet — Das Volk wirft sich nieder LESUNG DES RABBI: „Und damals sprach. Salomo ..." SALOMO: Nun senke dich, Herr, in der Wolke herab! Zwar ist dir all deine Erde zu eng Und die Himmel der Himmel umfussen dich nicht, Wie möchtest du wohnen in einem Haus, Das ein Mensch dir gebaut!? Doch wende dich her 2« diesem Trinkgefäß dee Gebet*, Das dir dein Knecht und dein Volk darreicht. Schaff Recht und erhöre dein heiliges Volk, Auch wenn es sündigt, am ewigen Ort, Denn Staub ist Sünde. Erhör und vergib! Doch nicht nur unser erbarme dich, Herr, Die fremden Volker nimm gnädig ans Herz, Wenn sie ihr Flehen tragen zu dir, Damit dich die ganze Erde erkennt! Zum Volk gewendet Dich aber segne ioh, Israel. Das Wort der Verheißung erfüllt sich an dir Von Stufe zu Stufe. Lebe im Herrn! Während des letzten Verses hat der Lobgesang der Priester und des Volkes leise angehoben. Ebenso leise fallen die Instrumente ein. Zugleich schießt die Opferflamme empor und die Lampen der Siebenarme werden entzündet LOBGESANG: Ihr Völker klatscht in die Hände, Und weihet dem Herrn euren Jubel. Er ist der König der Erde, Er unterwirft sich die Stämme Und wird die Heiden bekehren, Drum jubelt mit Klang und mit Feuer! DER RABBI (singt): Gelobt seist du, König' der Welt, der uns am Leben erhielt und diese Zeit hat erreichen lassen... DER FROMME: Du hast uns zur Pflicht gemacht, Lichter anzuzünden... an den Tagen der Tempelweihe ... Zündet Lichter an.«, die Lichter... In wenigen Sekunden hält jeder in der Gemeinde eine brennende Kerze in der Hand — 'Zugleich hat die Gemeinde den Lohgesang des Bibelvolkes übernommen, der sich in Tempi, und Rhyll -is ekstatisch steigert — Da, auf dem Höhepunkt der Verzückung, donnern Sehläge gegen die Tür des Bethauses — Die Vision verlischt mit einem Schlag AUFSCHREI DER GEMEINDE: Was geschieht? Der Riegel wird zurückgeschoben. Hereinstürzt: DER WÄCHTER: Wahnsinnige! Löscht aus! Gefahr! Schalten, Schleichen heran 1 Versteckt eüch! DER VORSTEHER (scharf flüsternd); Keinen Laut! ... Hier, die Nischet, ... Dort, die Falltür ... In den Keller ... Dunkelheit — Die Kerzen sind ausgehti «m — Die Gemeindt verschwindet fast lautlos — Nur Jt.» Rabbi bleibt vor seinem Pult, von einem Kerzenstumpf beleuchtet — Der Dreizehnjährige rührt sich nicht von seiner Seit« DER ENTFREMDETE (mahnt den Sohn): Komm, mein Kindl Auch wir wollen uns mit den andern verstecken. DER DREIZEHNJÄHRIGE (nimmt die Hand des Vaters): Komm, mein Vater! Wir wollen um, nicht verstecken) wir wollen bei unserem Lehrer ausharren! DER RABBI: Gelobt seist du, Herr, der uns diene Zeit hat erreichen lusson.., (Schluß des dritten Teil») # {Weitere Teil« folgen) Neuhlnxutretende Abonnenten erhalten au! Wunich dh bbher erschienenen Teile des Werfel-Dramat koihplos nachgeliefert

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