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Jüdische Rundschau · 1935-02-08 · Heft 12 (8.2.1935) · page 13

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 12 (8.2.1935)
Date
1935-02-08
Page
– (sequence 13)
Language
German
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I. ......i'.......i ■ m m^mmmrm m JODISCHE RUNDSCHAU Berliner Rundschau NR. 12, 8. FEBRUAR 1935 100 Jahre Mädchen-Mittelschule Das Ereignis, daß die Mädchen-Mittelschule der Jüdischen Gemeinde Berlin in diesen Tagen ihr hundertjähriges Bestehen feiert, verdient die Beachtung aller jüdischen Kreise. Die Mädchen-Mittelschule ist in einer Zeit entstanden, in der ein Bedarf nach jüdischen Schulen nicht aus jüdischen Interessen und Lebensnotwendigkeitcn heraus bestand, da im allgemeinen das Bestreben vorherrschte, in der Umwelt unterzutauchen. Der Grund zur Schulgründung war vielmehr ein Mangel an öffentlichen Schulen. Der Besuch der Schulen war vor hundert Jahren noch nicht obligatorisch, und es bestand infolgedessen für die Jüdische Gemeinde die Notwendigkeit, ihre schulpflichtige Jugend unterzubringen. Es ist nun ein besonders interessantes Phänomen, daß die Mädchen-Mittelschule nicht aus denselben Beweggründen entstanden ist, wie die Knabenschule in der Großen Hamburger Straße. Diese wurde bekanntlich von David Fricdländer im Jahre 1826 gegründet mit dem ausdrücklichen Ziel, die jüdischen Schüler auf die deutsche Kultur vorzubereiten. Die Mädchen-Mittelschule ist erst neun Jahre später entstanden, obwohl Leopold Zutiz nach der Entstehung der Knabenschule einen heftigen Kampf um die Ergänzung durch die Mädchenschule führte. Erst auf Drängen der städtischen Schulbehörden wurde 1835 die Mädchenschule gegründet, offenbar weil in den städtischen Schulen nicht genügend Platz war. Die Schule hat sich dann sehr stetig weiterentwickelt. Sie hat zahlreiche Ortswechsel durchgemacht; ihr ursprüngliches Heim war in einem Nebengebäude der Synagoge in der Heidereutergasse, später siedelte sie nach der Kaiserstraße über, bis sie endlich vor drei Jahren „Selbsthilfe und Solidarität ü (Palästina WW w^wwwßwj^w^w^ wwwmi www Wjxfu Die nächsten großen Veranstaltungen In Herl in Sonnabend, den 9. Februar, 20V» Uhr, In der Slng- Akademie, Am Festungsgraben 2 Zion — Zwei Jahrtausende jüdischer Sehnsucht Ausverkauft Ein Oneg Schabbat: Rabbiner Dr. JOACHIM PRINZ Kantor BENJAMIN BESTIMT EDITH HERRNSTADT-DETTINGEN CHEMJA WINAWER mit seinen 30 Jüdischen Sängern ★ Sonntag, den 10. Februar, im Atrium, Kalserallee (Ecke Berliner Straße), Beginn 11,15 Uhr, Ende 13,30 Uhr. Der 2. Makkabiah entgegen Makkabi-Sportschau Jugend turnt / Mädchen tanzen / Massen-Gymnastik Schau-Fechten s Boxer trainieren / Frauen am Barren Männer am Hochreck / Sing- und Sprech-Chor, Uraufführung des Lichtbild-Streifens Vom Sport in Erez Israel Orchester der Jüdischen Künstlerhilfe unter Leitung von 6LRTH0LD GOLDSCHMIDT „Der Wag der jüdischen Jugend nach Erez Israel" RDckblick und Ausschau »:n Dr. HANS FRIEDENTHAL Präsident des Dnu:«.cheri Makkabi-Krelses. Karten zu 30 Rpf. bis RM 2,— BZV-BOro, Moineiiestr. 10, Buchhandlung Kurt Rosenblum. MeinekeJtr.!0 pari., Atlsntic-Expr«B, Frlsdrich.tr. 100 (S-Bahn Friedrichsir.), Konditorei Hanu, Fl«rwburger Str. 19, Buchhandlung Kedam, Dahtmannstr. 8, Papierwaren Handlung Lippmann, Trauienaudr. 10 und an der Theslarkass». In Mamburg Dienstag, den 12. Februar, 20»/« Uhr, im Konvent-Garten Größe und Gefahr der Stunde Kundgebung zum Erwerb der Hule-Konzesslon Dr. GEORG JOSEPHTAL / ISI EISNER Iii jLclnzig Sonntag, den 10. Februar, 11 Uhr, im Kristall-Palast Größe und Gefahr der Stunde Kundgebung zum Erwerb der Hule-Konzesslon Dr. LEHRFEUND / Dr. GEORG JOSEPHTAL / ISI EISNER ★ Dianstag, den 12. Februar, 20V« Uhr, Im Weißen Saal des Zoo / Wizo-Veranstaltung Rabbiner Dr. JOACHIM PRINZ Die Grundlagen jüdischer Erziehung Gesprächs mit Eltern In Ilfiiuiovei* Sonnlag, den 10. Februar, 201/-. Uhr, im KOnstlerhaus Größe und Gefahr der Stunde Kundgebung der jüdischen Jugend Dr. GEORG JOSEPHTAL Palästina-Woche in Breslau, Beuthen, Stettin, Königsberg vom 17. bis 24. Februar ZIONISTISCHE VEREINIGUNG FÜR DEUTSCHLAND Fortsetzung der Palästina-Woche Nach der großen Kundgebung in der Philharmonie wurde die Palastina-Woche der Berliner Zionistischen Vereinigung am letzten Dienstag mit einer Veranstaltung im Brüdervereinshaus fortgesetzt, bei der vor einem großen Zuhörerkreis Dr. Georg Landauer über das Thema: „Selbsthilfe und Solidarität" sprach. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden, R.-A. Benno Cohn, der als den Sinn der Palästina-Woche die Vertiefung der Beziehungen zwischen dem deutschen Judentum und Palästina bezeichnete, ergriff Dr. Landauer das Wort. Es sind, so führte er aus, in den letzten drei Jahren mehr als 100 000 Juden nach Palästina eingewandert. Der Unterschied zwischen Palästina und den anderen Ländern ist vor allem der, daß dort Juden aus eigenem Recht einwandern können. Das Judentum in der ganzen Welt hat für das deutsche Judentum durch Sammlungen etwa eine Million Pfund aufgebracht. Aber war es eine produktive Hilfe? Die Hälfte dieses Geldes ging in die Emigrationsländer, wo es nach und nach verteilt wurde, ohne daß eine Verwurzelung auch nur einer Familie erfolgt sei. Nur 25 der Sammlungen kamen nach Palästina, obwohl es von 27 0(K) jüdischen Auswanderern nach Uebcrsee 20 000 aufgenommen und wirtschaftlich eingegliedert hat. So ergibt sich, daß das Judentum noch nicht begriffen hat, dal! es auf produktive Hilfe und nicht auf Almosen ankommt. Das deutsche Judentum muß darum vor allem zur Selbsthilfe greifen. Welche Kräfte in ihm schlummern, erweist die Tatsache, daß 50 % der deutschen Einwanderer in Palästina sich aus eigenen Mitteln eine Existenz aufzubauen vermochten. Die Selbsthilfe des deutschen Judentums aber besteht darin, eine radikale Umstellung zt! einem normalen Leben vorzunehmen. Nicht darauf kommt es an, daß der Einzelne sich umschichtet; sondern das deutsche Judentum als Ganzes muß sich umschichten, indem es sich nach Palästina hin orientiert. Der Jischuw hat sich ehrlich bemüht, die Ankommenden gastlich aufzunehmen und wirtschaftlich einzugliedern. Auch aut kulturellem Gebiet, insbesondere in der Hebraisierung, sind Erfolge zu verzeichnen. Wenn es auch auf beiden Seiten zunächst gewisse Schwierigkeiten gab, so kann doch im allgemeinen die Eingliederung der deutschen Juden in Palästina als geglückt bezeichnet werden. Erfreulich ist vor allem der hohe Prozentsatz derer, die in die Landwirtschaft gegangen sind. Acht neue Siedlungen sind auf diese Weise entstanden. Einen starken Anteil hat 'die deutsche Alijah auch an der palästinensischen Industrieeiifwickiiuig. Es bedarf keiner Erwähnung, daß die deutschen Juden auch am geistigen und künstlerischen Leben regen Anteil nehmen. 20 000 deutsche Juden in Palästina ist, relativ genommen, keine hohe Zahl, aber es ist dabei zu berücksichtigen, daß von diesen 20 000 sich 00 »•„ in jungem, bzw. mittlerem Alter befinden und daß bereits heute die mittleren Generationen die Aelteren nach sich ziehen. Die Verbindungen, zwischen Palästina und Deutschland werden immer enger, und es kommt für das deutsche Judentum daraul an, durch seine Solidarität, durch gemeinsames Durchdenken der jüdischen Lage zu einer Neugestaltung des jüdischen Geschicks zu gelangen. Lebhafter Beifall dankte dem Vortragenden für seine aufschlußreichen Ausführungen. auf dem historischen Gelände der Schule in der Großen Hamburger Stralie ihren Platz fand und mit der Knaben-Mittelschule vereinigt wurde. Auch die Schülerzahl hat sich stets nach den Zeitverhältnissen gerichtet. Früher waren die jüdischen Schulen meist ein Sammelbeeken für die ostjüdischen Kinder Berlins, die bis 10T3 die überwiegende Mehrzahl ihrer Besucher darstellten. Nach 10'3'j ist die Schule in der gleichen Weise gewachsen wie alle jüdischen Schulen. Gegen 470 Schüler im Jahre 1032 beträgt heute die Schülerzahl in den vereinigten Mittelschulen der Großen Hamburger Straße 0Ö0. Als gehobene Schule hat diese Anstalt besondere Aufgaben zu erfüllen, da ja die Mehrzahl der jüdischen Kinder heute auf Volksschulen angewiesen ist. Mehr als je wird die Anstalt die echten Bega hun gen zu fördern haben und dafür sorgen müssen, daß möglichst wenige Intelligenzen der jüdischen Gemeinschaft verloren gehen. Auch in ihrer Beziehung zum Jüdischen hat die Schule eine Wandlung insofern erfahren, als naturgemäß eine Intensivierung angestrebt worden ist. Neben dem üblichen Hebräischunterriclit im Rahmen des Religionsunterrichtes wird heute in Fakultativkursen Neu hebräisch gelehrt, das, wie uns von informierter Seite mitgeteilt wird, von den Schülern sehr eifrig betrieben wird. Wie wir bereits mitgeteilt haben, findet am kommenden Sonntag ein Festakt anläßlich des Jubiläums statt, über den wir berichten werden. Man arbeitet in der BZV... Ein Abend Im Heim Die Tafel im Vorraum weist die Besetzung der Zimmer auf: Zimmer 1 Lehrstätte, Zimmer 2 Hebräischer Kurs... Stimmengewirr — 1/2O Uhr, zwei hebräische Kurse, die bereits um 7 Uhr begonnen haben, sind zu Ende. Schon warten die nächsten Schüler auf ihren Lehrer. Schnell wird die Pause ausgenutzt, indem man sich gegenseitig Vokabeln abfragt oder dem Nachbarn ein Kapitel aus dem „Hamatchil" zeigt, das man nicht übersetzen konnte. Andere packen ihre Brote aus der Mappe — sie kommen direkt aus den Büros und den Geschäften, und hatten noch keine Gelegenheit zum Abendessen. Neugierig sieht man in den Vortragssaal. Vor der Tiir stehen Helfer. Man muß Seminarkarteii haben, um an den Vorlesungen der „Lehrstätte Ch. N. Bialik" teilnehmen zu können. Diese Maßregel ist notwendig — denn kurz vor Beginn ist der 160 Personen fassende, langgestreckte Vortragssaal bis auf den letzten Platz gefüllt. Der Geschichtskurs kann beginnen. An der Wand, einfach gerahmt: Theodor llcrzl. Die Hörer setzen sich, ebenso wie die Schüler der Iwritlikurse, aus allen Schichten zusammen. Studienräte neben Stenotypistinnen, Hausfrauen neben Rechtsanwälten — ungeheuer ist der Hunger nach jüdischem Wissen, der aber hier nicht wahllos gestillt wird. Fn Zimmer 4 fällt es dem Besucher schon schwerer, Einlaß zu finden, denn dort bespricht der Kreis die nächsten Arbeitsfragen seines Bezirks. Die einzelnen Ressortvertreter berichten: der KKL-Vcrtrauensmann stellt mit Befriedigung die vergrößerte Anzahl der aufgestellten Büchsen im Bezirk fest, während man die Arbeit des Werbeleiters kritisch bespricht. Der Tarbuth-Mitarbeiter legt ein Programm für den nächsten Oneg Schabbat vor. Man spürt den Arbeitswillen, der dieses Gremium beseelt. Nach den technischen Vorbesprechungen wird der Schulungskurs fortgesetzt, diesmal über die „Ideengeschichte des Zionismus", der vierzehntäpig, in kleinem Kreise, die zionistische Ideologie darstellt. Diese Aktivkreise haben über das rein Arbeits- und Wissensmäßige hinaus einen freundschaftlichen Zusammenhalt der Mitarbeiter geschaffen, der der ganzen Bewegung zugute kommt. Im benachbarten Zimmer junge Menschen. Die Chawurah einer Junggruppe sitzt hier zusammen, Briefe von Chawerim aus Erez Israel werden vorgelesen. Man spricht über üordorf, über seine These der Arbeit. Elf junge Menschen haben wirklichen Kontakt zueinander gefunden, es ist keine leere Diskussion. Der Heimwart führt uns in das nächste saalähnliche Zimmer zu einem Gruppenabend. Ein Chawer aus Giwath Brenner erzählt vom palästinensischen Alltag, vom Gemeinschaftsleben, von der Eingliederung der deutschen Ali jah und nicht zuletzt von den Kindern. — Dann kann sich der Referent kaum der Fragen erwehren, die auf ihn einstürmen. So spielt sich Abend für Abend das Leben im BZV.- Heim ab. Der Heimwart erzählt, daß nicht nur am Abend das Heim voll belegt ist, sondern daß schon vormittags Mitglieder der Frauenarbeitsgemeinschaft für Palästina Kleider für die Chaluzim nähen, daß auch nachmittags die Jugendbünde ihre Zusammenkünfte veranstalten. Fünf solche Heime unterhält die BZV., die nicht nur Mittelpunkte zionistischen, sondern jüdischen Lebens ihres Bezirks geworden sind. F. T. Vortragsabende Emil Bernhard Cohn-Abend. Das Patenschaftskomitee für das Adass-Schulwerk hatte für seine Wohltätigkcitsveranstaltung zugunsten seiner Schulen das Werk 11ml die Persönlichkeit Emil Bernhard Colins in den .Mittelpunkt gestellt. Dr. Boris P i n e s gab eine kurzgefaßte Einführung in das dramatische und dichterische Lebenswerk und in den Ideengehalt, sowie in die zeitliche Reihenfolge und brachte u. a. interessante Erinnerungen an die erste Aufführung des „Urias-Briefes" (1000) in den Kammcrspk-Ien. Wilhelm Glittmann sang einige „Seelcnücder" nach Gedichten von Jehuda Halevy, übertragen von Ii. 15. Cohn, komponiert von Schalit; dann brachte der Sprcchchor der Adass-Volksschule den ersten Höhepunkt: Kleine und grolle jungen und Mädel sprachen hingebungsvoll und künstlerisch außerordentlich gut (einstudiert von Direktor Sinahson) die Ballade „1492". Emil Bernhard Cohn gelang es hier, die dichterisch verklärte Schlußepisode des Auszuges aus Spanien zum Gegenstand einer zeitnahen Dichtung umzuschaffeii. Das Interessanteste las er selbst. Für die Habimah-Aufführung des „Urias-Briefes" erhielt er den Auftrag, einen neuen Prolog zu schreiben. Er schrieb eine Szene, die den Inhalt des Dramas symbolhaft vorausnimmt. Die Novelle vom Knaben Simcha — ebenfalls ein neues Werk — schildert ein erschütterndes Erlebnis aus der Zeit der Kreuzzüge in großer, reifer Darstellung. Emil Bernhard Cohn und alle anderen Mittler seiner Kunst konnten für den verdienten Beifall danken. R. M. Gedächtnisfeier für George A. Goldschlag. Die von der „Künstlerhilfe" zur Erinnerung an George A. Goldschlag im Hause von Frau Toni 'Frankfurther veranstaltete Gedächtnisfeier wurde besonders durch die verinnerlichte Sprechkunst von Erna Feld zu einem starken Erlebnis für eine aufmerksame llörcrschar, die über Empfindungsfülle, Formenvieli'alt und Phantasiereichtum des leider zu früh Entschlafenen nicht nur aufstaunte, sondern auch ihre Bereitschaft, das in zahlreichen Bündchen /erstreite Lebenswerk in einem Sammelband zu erwerben, auf einer Subskriptionsliste bekundete. Ott volkslicdnahc l.yiik, vom Weifstadtkolorit funkelnde Bailaden, eindringliche Wehkriegserlebnisse. Snaken Til Eulcnspicgcls und Todesahnungen des Dichters fanden durch den BaiTou Wilhelm < i 111 t in a 11 n s in Komposi'.ionen von Georges Bruder, Gerhard, und von Eduard Moritz ein künstle; i-ch wardiges Geleit. Die Sprache der Musen schien auch die Worte Dr. Londons bei seiner Begrüßung der llörcrschar im Namen der Gemeinde, Kabb, Dr.' Swarsenskvs und Dr. Wollenbenrs zu durclischwingen. A. S. Konzerte Erster Kammermusikabend des Frey-Quartetts. Das Hauptinteresse konzcntricite sieh an diesem Abend auf das Klavierquintett C-dur von Ernest Bloch, das - es sei vorweggenommen -- enttäuschte, da seine Thematik nicht, wie es das Wesen der Kammermusik verlangt, vom melodischen Einfall ausgeht, sondern vom Rhythmus bestimmt wird, der das Wesen der Orchester-Thematik ist. Daher wirkt das Werk zum größten Teil wie ein K'la\ier-Auszug mit obligaten Instrumenten. Mit Joseph Rosen stock, der den Klavierpart meisterhalt spielte, erfuhr das Werk, das, wie die meiste neii/eitliche Musik, schwerer klingt, als es ist, durch die Quartettgeuossen (Willy Frey, B. Polis c Ii 11 k, M. Steuer, Stefan Anbei) eine hervorragende Wiedergabe. Gerade hier, wo es auf die letzte Feinheit der Arbeit nicht so seiir ankam als auf den monumentalen und orchestralen Zug, kam den Hörern nicht zum Bewußtsein, daß die junge Vereinigung noch des letzten klanglichen Schliffes ermangelt. Hierunter litt der letzte Satz des I laydu-Quartets ebenso ein wenig wie das etwas al fresco gespielte Beethoven- Quartett op. 50, 3. Der große Saal der Loge war erfreulich; voll, ein Bedürfnis nach guter Kammermusik bestellt also. Dr. U s k a r ü u 11111 a n n Die musikalischen Veranstaltungen der Jüdischen Winterhilfe haben sich in ihrem Niveau erheblich gehoben. Hervorgehoben seien: Bruno E i s n e r, der mit gewohnter Innerlichkeit und unfehlbarer Technik Chopin spielte; Bernhard G r c 1 i t z e r, der seinen schönen Tenor noch mehr vervollkommnen mußte; es fehlt doch an jüdischen Tenören. An der nicht allzuguten Orgel, Ludw ig A 11 m a 1111, der ein Präludium des Königsbergers Arthur Altmann und ein Stück von Schalit, einfach und wirksam registriert, ausgezeichnet wiedergab. _ Dr. O. G. Berichtigung. In dem Bericht über „Musikwissenschaftliche Vorträge im Kulturbund" in unserer letzten Ausgabe ist bei dem Vortrag von Dr. E Ii r e u r e i c h Herr Erwin Jospe als mitw ii keuder Organist angegeben. Dies beruht auf einem Irrtum. Den Orgelpart führte der Organist am Friedenstempel, Herr Hermann Schwarz, aus.

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