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Jüdische Rundschau · 1935-02-08 · Heft 12 (8.2.1935) · page 12

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 12 (8.2.1935)
Date
1935-02-08
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 12 JODISCHE RUNDSCHAU Nr. 12, 8. IL 1935 Die Touristen-Saison Verstärkte Palästina-Dienste der italienischen Schiffahrtsgesellschatten Vt'ie bereits mitgeteilt, werden anläßlich der kommenden, besonders regen Reisezeit nach Palästina die beiden Kiesendampfer der Gesellschaft „Ralia", „Rex" und „Contc di Savoia", in den Monaten Februar und Mär/ einige Sonderfahrten von Genua b/w. Neapel nach Palästina ausführen. Die „Rex" (51 (NM) t) und „Contc di Savoia" (48000 t) sind die Kreißten und luxuriösen fjnheiten der italienischen Handelsmarine; „Rex" hat außerdem den Weltrekord für die schnellste Ueberfahrt von Europa nach Amerika inne. Um den Anforderungen des gesteigerten Touristenverkehrs nach Palästina, auch in Verbindung mit der in Tel- Awiw stattfindenden M a k k a b i a d e, gerecht M werden, hat sich weiter der Lloyd Triestino, welcher bekanntlich seit einem Jalir/ehnt den" Schnelldienst Tricst Haifa unterhält, entschlossen, in diesen Dienst ein drittes Schiff zu stellen, und /war den Dampfer „P a I e s t i n a". Dieser Dampfer ist ein Schwer-ternsehiff der „Gcrusaienune" und „Pilsna", beide dem i'alä-.üna-Publikum bereits bekannt, und wiru über die gleiche Klasseneinteilung und die gleichen KaLiinencinrichtun^en verfügen. Außerdem findet eine Sonderfahrt des Luxusüberseedampfers „Roma" am 28. März ab Triest anläßlich der Makkabi-Veranstaltungen statt. Für die Dauer dieser Spczialrei.e, welche ausschließlich im Zeichen der Makkabi-Feste steht, wird der 33000 t große Dampfer nur zwei Klassen führen, und zwar Finheitsklasse und Touristenklasse. Letztere ist bereits für die aktiven Makkabiteilnehmer aus ganz Furopa reserviert. Beachtenswert ist außerdem, daß die Finheitskla'-sc über sämtliche Kabinen und (ieseiischaf, räume der normalen i. Klasse mit allen ihren Annehmlichkeiten verfugt. Jüdisches Schiff fährt ab I lamburg, 2S. Januar .den die Landuug^hrückcm einen sonst un-; für die Hamburger, so viele Mensehen auf ,t nie einem Schiff das Geleit. War es an rcijnis, daß ein Schilf jüdischer Besitzer 1 );escs pew ohrm-n einmal gel Sich ss'hi.n mit jiiili-.il: gab M.il b AnMi ii :~>>n n ii' :i iiner Personal von Hamburg nach Palästina fuhr, so t uvas, was so viele Juden sieh \ ersammeln Dr. <, a r 1 c b a c Ii, der (iberrabbiner von Hamburg, t.oirt mich Lrez Israel! Viele geben ihm das Geleit. .Schabbat-I mfc und daher als. letzter - kommt Rabbiner Dr. Carlcbaeh an Bord. 1 nie Schar Kinder unigibt .ihn — «ine I Vberra-cbung: es sind alles seine eigenen! 0 Kinder •können sielt von ihrem Vater nicht losreißen. Ls sind nicht 0 er all He: — es sind viele Kinder sc und Anhänger fühlen siel in,ihnen die verweilenden Sil Kinder, seine vielen Freunde als seine Kinder! Die Sirenen her, von Bord zu gehen und inmitten des, allgemeinen tanzen M.inner mit i h r seiiig au den Sehtihern, Abschiednehmens tanzen alte Männer, .'in Rabbiner. Sie halten sich gegensitigen die alten Weisen und geben {.ich dem gemeinsamen k'li) lluiuis hin. Und wieder eine neue Weise und noch eine, .sie werden nuht müde und kümmern sich dicht um die Tränen, die in ihre greisen Barte rinnen. Die Sirene ertönt zum letzten Mal, — einsam steht der Rabbiner an der Reeling, — aber am Pier stehen die Menschen zu Hunderten eng zusammen — die Hatikwah steigt aus ihren Herzen grüßend herüber und zum nächtlichen Himmel empor, — immer lauter singen sie, fast schreiend verklingt die letzte Strophe. — Das Schiff gleitet in die Nacht. Plötzlich tauchen aus dem Dunkel zwei Barkassen auf — sie steuern bei, ein hundertfacher Schrei tönt herüber und ein Sprechchor fordert: „W'ir wol.......len im—se—ren Rah—bi —ner sehn!!" Hunderte von Menschen drängen sich, eng aneinander geschlossen, auf den beiden kleinen Dampfern, die sie sich im Handumdrehen gemietet hatten und die nun mit dem Schiff gle le Fahrt halten. Der Rabbiner starrt auf die Menschen, welche immer wieder Rabbiner sehn!' seinem Munde: Lr. z Israel". F> ertont noch ein hier an Perl < letzte Ton \.V.. Ruf. Der Rabbi Volk v, ird I a im Chor fordern: „Wir wollen unseren lir erhebt die Stimme, und laut tönt es aus „L'hitraoth b'Frez Israel -- auf Wiedersehn in antwortet: „L'hitraoth b'Frez Israel". Drüben iial die Hatikwah, die Menschen — nun auch cht gedrängt — greifen die Weise auf. Der e::;t - Stille — und in die Stille hinein ein i' r erhebt mächtig seine Stimme: „Das ganze 'i hören". Herbert Sommerfeld Palästina-Woche in Leipzig Dr. Traub Ober die Zukunft Erez Israels Wir berichteten in der letzten Ausgabe, daß die Palästina-Woche in Leipzig einen ausgezeichneten Auftakt durch den von der Gemeinde veranstalteten Abend mit Dr. L a n d a u e r erhalten hat. Nach diesem Auftakt begann am Sonntag die eigentliche Palästina-Woche mit einer großen Kundgebung der Z. O. G. Leipzig, in der Dr. Traub über „Die Zukunft Erez Israels, Palästina 1910-1935-1950" sprach. Wieder waren etwa 1400 Menschen erschienen, um ein machtvolles Bekenntnis zum Zionismus und zu Erez Israel abzulegen. Der Abend "begann mit einem eindrucksvollen Aufmarsch der zionistischen Jugend. Nach einem gemeinsamen Chor des Snif Hechaluz und des MM), eröffnete der Vorsitzende der Z. O. ü., Dr. Loe benstein, die Versammlung. In seiner Ansprache betonte er die unlösliche Verbundenheit der Leipziger Zionistcn mit dem Aufbauwerk in Erez Israel und gab bekannt, daß sich anläßlich der Palästina-Woche in Leipzig ein J e w i s Ii A g e n c y C o m ni i 11 e e gebildet habe, dem Persönlichkeiten aus allen Kreisen der Gemeinde angehören. Hierauf ergriff, von stürmischem Beifall begrüßt, Dr. Traub das Wort. Ausgehend von Theodor Herzls Zukunftstraum Alt-Neuland, schilderte er mit hinreißendem Schwung die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Palästinas in wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht. Vor der begeistert mitgehenden Versammlung entwickelte er eine grandiose Vision von dem Palästina des Jahres 1950, die die Zuhörer immer wieder zu erneutem Beifall hinriß. Nach Schluß des Referates rief Dr. Lehrfreund, Leipzig, zu tätigem Einsatz für unsere Fonds auf, eine Parole, die sogleich von einem Sprechchor der Jugend aufgegriffen wurde. Eine unmittelbar darauf einsetzende, von Damen der Wizo und Jugendlichen vorgenommene Sammlung für den KKL und der gemeinsame Gesang der Techesakna und Hatikwah schlössen die eindrucksvolle Veranstaltung. Palästina -Amts -Tagung in Nordwestdeutschland Am 3. Februar fand im Büro der H a m b u r g e r Zionistischen Vereinigung eine Zusammenkunft der Zweigstcllenleiter und Vertrauensleute im Bereich des Nordwestdeutschen Gruppenverbandes der Z. V. f. D. statt. Vertrauensleute aus Hamburg, Harburg-Wilhelmsburg. Lübeck, Elmshorn, Lüneburg, Bremen und Oldenburg, Vertreter des Hechaluz, des Makkabi, sowie der Hamburger Beratungsstelle für jüdische Wirtschaftshilfe, ferner die Vertrauensärzte erörterten gemeinsam mit Walter T e m p e 1, Berlin, die Praxis der Palästina- Beratung. Die anwesenden Vertrauensärzte aus Hamburg, Lübeck und Bremen besprachen an Hand der bei der medizinischen Betreuung der Kibbu/im in diesen Städten gesammelten Erfahrungen mit Dr. Neu mann, Berlin, die Probleme, die sich durch die gesundheitlichen Anforderungen Palästinas bei der Durchführung der ärztlichen Untersuchungen ergeben, und die bei der Regelung der Einwanderung von besonderer Bedeutung sind. Walter Tempel nahm Gelegenheit, die großen Perspektiven des Palästina-Aufbaus zu zeichnen, die sich durch die Aufnahme der Anleihe und den Erwerb der Hule-Konzession eröffnet haben. Die Tagung gab allen Teilnehmern wertvolle Informationen und weckte den Wunsch nach baldiger Wiederholung. Gruppenverbandsfagung in der Grenzmark. Die Tagung fand am 27. Januar in Schneidern ii hl statt. Die Teilnehmer wurden durch den Vorsitzenden der Z. O. G. Schncidemühl begrüßt. Vier Referenten: Dr. R. Abraham, Felix Isaak, Schlomoh Stanger und Georg Kopydlowski hatten die Aufgabe, die Methoden und Ziele der zionistische« Arbeit darzulegen. Die Tagung war sehr gut besucht, es waren zehn Ortsgruppen vertreten. Vor allem war die hündische Jugend zahlreich anwesend. — Bei der Abendkundgebung, die außergewöhnlich gut besucht war, begrüßte Rechtsanwalt Ascher, Schönlanke, die Erschienenen. Es sprachen die erwähnten Referenten zu dem Thema „Um die Erneuerung des jüdischen Volkes". Die Kundgebung war ein großer Erfolg. Aus dem Reich Von unseren Berichterstattern Battenberg (Eder) Iiier findet, jeden Schabb.it bei den Eltern der schulpflichtigen Kinder ein „Oncg Schabbat" statt, der großen Anklang findet, Fulda Am 10. Jan. wurde "der Filmstreifen „Jcria-Hamlsraeh*' vorgrführt, >—< Am 20. Jan. sprach im Kulturbund Kahb. Dr. Neub.au», Frankfurt, über „Jüdische l'rophetie.". Gemünden (Hunsrikk) Vor kurzem beging Herr Gustav Strauß den 70. Gcburtstaf. Herr Strauß Ist langjähriger Vorsteher der Gemeinde. — In diesen Tagen starb Herr Ferdinand Wirt h, langjähriger ehrenamtlich« Vorbeter tkr Gemeinde, Gleiwitz Die neugcwiihlfe Gemeindevertretung trat am 19. Jan. zu ihr« ersten Sitzung zusammen, nachdem die ursprünglich festgesetzte Wahl durch das Zustandekommen einer Einheitsliste hatte ausfallen können. Die jetzige Gemeindevertretung ist in ihrer Zusammen jettung den Zeitverhititnissen angepaßt Auch die Jugend verbände sind vertrcien. Die Zionistcn bilden eine vierglicdrige Fraktion und werden außerdem zwei Herren (R.-A. Ehrlich und Dr. med. Werner) in den Vorstand entsenden. Die Namen der Zionistcn lauten: Georg Hendel, Frau Dr. GohKlein, Ei ich Kopp und Moritz Leschzincr. Ersatzleute: Isaak llerzlikou itr, Kurt Nebel und Dr. med. Allred Samuel. Die Einführung der neuen Repräsentanten wurde durch den Vorsitzenden des bisherigen Vorstandes, Justizrat Koch mann,, vorgenommen. Die Wahl des Büros hatte folgendes Ergebnis: Vorsteher: Saniiätsrat Schlesinger, Stellvertreter: Juliu.iburger, 1. Schriftführer: Kopp, 2. Schriftführer: Frau Gaßmann. — In gewohnter Weise begingen der Jüdische Kindergarten (am 18. Jan.) und die Zion, Ortsgruppe (am 19. Jan.) den 15. Schwat. Der Abend der Zion. Ortsgruppe war auch Ahschicd-fcier für Margot und Kuth Langt: und Heinz Wittner, die nach PaliUtina übersiedeln. — Am 21. Jan. gab Dr. Ii a e c k, I.iegnitz, einen historischen Rückblick über die Entwicklung des Zionismus. Die instruktiven Ausführungen fanden dankbaren Widerhall 11. B, Guben Am 29. Dez. sprach Lehrer Walter Bacher, Kassel, in eine* vom Gemeinde-Vorstand einberufenen Versammlung über das Thema: „Jüdische und europäische Bildung". Der sehr stark interessierende Vortrag fand in einer angeregten Aussprache weitgehende Erörterung. Ankündigungen Boisheim an der Bergstraße: Vortrag Dr. Margulies, Mannheim,Obel Theoretische Grundlagen des Zionismus am 17. Febr., 8 Uhr, Gemeindehaus. — Breslau: Zion. Vcr. 10. 1-Ylir., 20.30 Uhr, Palästina- Iiüro, Garlenstr. 25, Hebräischer Abend unter Mitwirkung van I. Kemicov, Assacl (hen David); Leitung: Dr. Grzcbinasch. —- Am tO. Febr., 16 Uhr, Ssicha des Bar Kochba anläßlich der Klar Hamakkabi-Aktlon, Turnhalle, Sonncnstr. 46. — Der Arbeitsnachweis jüdischer Organisationen Schlesiens Schwcidnitzcr Stadtgraben 28, bittet, jede freie Stelle unverzüglich zu melden. — Darmstadt! Am II. Febr. spricht Dr. Fritz Freund, Parm'tadt, über: „Gruppen- Emanzipation in Palästina". — Am 18. Febr. Vortrag Assessor Georg Gulhmann, Frankfurt am Main: „Die nationale Renaissance in Erez Israel" (4. Abend in der Reihe: „Die Juden als Nation"). Jeweils abends 8.45 Uhr im Hotel „Stadt Frankfurt", Bleichstr. 22.— KU!n: A*m 11. Febr., 20.30 Uhr, Vortrag im großen Saal der Bilrgcrgcsellschalt, Rabb. Dr. Joachim Prinz über: „Ghetto, Emanzipation, Neugestaltung". — Swinemflnde: Arn 10. Febr., 5 Uhr, Gemeindehaus 1, Vortrag Georg Kopydlowski, Stettin, über: „Die Neuorientierung des jüdischen Menschen". Familien-Nachrichten Herr Tiermann Blumenlhal, Zoppot, Königstr. 9, begeht an» 19. Februar den 75. Geburtstag. Herr Adolf 11 a m mer schlag, Vorsteher der S™ap;if»enpfmcindo Lauenau am Deister, begeht am 15. Februar den 00. Geburtstag. Herr Marals Kaufmann, Vorsteher der Gemeinde Kozrnin (l'osen), begeht am 19. Februar den 85. Geburtstag. Herr Albert Ostweiler, Weimar, begeht am 13. Februar den 80 Geburtstag. Jugendpfleger Sportu. HandlßriiQüeiislBiirer deutsch., «-um 1 Apr.: IQJ; QBSUOht AnsU-h.itt" mit l.fht nv'aul, i i rgthild und Xeu^nu.ih^L LrÜtcn unur C 1 40 an AnJi'iCc'n-AMei'iinf. ''). 1\ M. - t-ke\{r. K1 Aiieinir»idchen '"enicht. Helf #ott, Kurit:ri!cn<iamm 67 Vertreter Solmyr-r!ie".tc:-kf tbrik Sj'Wun<! Silbcrauf;»^»-- bt-siftkr , 12 MutiaUf itlrn, sucht routiniert*? Vertreter &un der He.«ai»ck-, Wa«cbf-,St.iH«>- rfr, Br&ndbt? i, Verkauf n. Private, Sof. 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