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Jüdische Rundschau · 1935-02-08 · Heft 12 (8.2.1935) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 12 (8.2.1935)
Date
1935-02-08
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 12, 8.11.1935 Notizen der Woche ¥ iinrl W^r»!* #*f „„. „™. ™ «*,,. LiCUlCl Ul 11 VI ▼ ▼ C v> IV C< 1 Religion Wir haben vor tiniger Zeit kurz auf eine und Rasse Rektoratsrede hingewiesen, die Prof. Max Mai ler bei der 100. Stiftungsfeier der Universität Bern gehalten hat und die sich mit dem Thema „Religion und Kasse" beschäftige. In diesem — jetzt im Druck vorliegenden .....- interessanten Vortrag;« behandelt der Gelehrte zunächst die Begriffe der Rasse und der Religion und schildert alsdann die Beziehungen dieser beiden Gebiete seit dem Altertum. Er geht hierbei auch auf das alte Israel ein und betont, dal! das exklusive Verhalten Gottes zu seinein Volk nicht ein ..naturhaftes", auf Blut- Gemeinschaft beruhendes, sondern ein „geschichtliches" ist. Nach der Auffassuni; des Alten Testaments beruhe der Vorzti!T Israels auf der E r w a Ii 1 u n £, nicht auf der Zugehörigkeit des Volkes zu einer besonders als blutverwandt «mpfundenen Volkeryruppe. Malier fuhrt die Volkertafel der Genesis als Beweis "dafür an, da Ii das Alte Testament gelegentlich sogar Rassengegcnsätze geradezu ausschliefe. Allmählich allerdings habe sich das Erwahlungsbcwußtscin in ein Ablehnungsbewulitseiii umgewandelt oder sich damit kombiniert. Erst seit Lsra komme im Judentum der Rassegedanke zur Ausprägung, und nun hätten wir darin ein klassisches Beispiel dafür, wie nicht etwa Rasse Religion schaffe, sondern umgekehrt eine Rasse unter der Führung religiöser Notwendigkeiten entsteht. Haller kommt auf Grund seines l-cberblicks über die verschiedenen Religionen zu dem Ergebnis, dal) es nicht angehe, Religionen allgemein als Au-fluß bestimmter Rasseeigentümlichkeiten anzusehen, während andererseits Religionen selbst rassebihlend gewirkt hatten. Dies „dürfte nur für den erstaunlich sein,' der sielt der Einsicht verschließt, dal! Rasse kein statischer, sondern ein dynamischer Begriff ist, dal! Rassen nicht unveränderlich sind, sondern werden und vergehen wie alles Irdische. Das Konstante sind nicht die rassischen I .rsclieimtngcü und die damit vielfach parallel laufenden seelischen, sondern die in der Psyche des genus humanuni verwurzelten geistigen Potenzen, zu denen, sow eit un-er I rkennen zunickt eicht, immer auch das religiöse 1 ng'fi'tdcn gehört hat . . ." Im zweiten Teil seines Vortrages behandelt Maller das Verhältnis der Keligionsgesehichte" zu diesem Tatbestand. Er geht in diesem Zusammenhange u. a. auf die Idee Renalis ein, der die Religion der semitischen Völker auf das Erlebnis der Wüste zurückführen wollte, und weist damit hin, dal'» der Versuch, eine einheitliche „semitische" Religion zu cischliciieu, mißlungen sei. „Besinnungen zur fudenfrage" Wir haben uns \or innigen Wochen (8. 1. Vift) mit einem Aufsatz Wilhelm Stapels in der Zeitschrift „Deutsches Volkstum" über dieses Thema auseinandergesetzt. Im Fcbruarheft der genannten Zeitschrift kommt Stapel auf dieses Thema und atti die Stellungnahme der „Jüdischen Rundschau" zurück. Wir hatten damals geschrieben, dal! man die Situation der deutschen Juden nicht einfach /. B. mit der tage der Deutschen in Straßburg nach der französischen Bcet/tmg vergleichen kann. Die deutschen Juden als deutsche Staatsbürger mußten sicli in Deutschland 'zu Mause fühlen und waren guten Glaubens, denn sowohl nach der herrschenden Anschauung in Deutschland, als auch mch der Meinung der Welt gehörten sie zu Deutschland. Stapel will diesen Unterschied nicht gelten lassen, aber wichtiger als dies ist ihm die Frage, ob eine Symbiose, die auf Vermischung zielte, in eine Symbiose umgewandelt werden kann, die auf ein Nebeneinander zielt. Diese Fragestellung führt auch nach unserer Meinung an die Sache selbst heran, aber wir müssen hier zu unserem Leidwesen feststellen, daß vielfach überhaupt eine „Symbiose" (also auch eine solche des „Nebeneinander") abgelehnt oder jedenfalls praktisch ignoriert wird. Denn ein ■erträgliches Kebcneinandcrleben verlangt Duldung von beiden Seiten, somit auch die Anerkennung der positiven Werte, die auf der anderen Seite vorhanden sind. Dies geschieht heute den Juden in Deutschland gegenüber nicht immer und überall. Die Herbeiführung eines solchen Zustand es (des ..Nebeneinander"), der für die mit dem deutschen Kulturellen innerlich verbundenen Juden gewiß schmerzlich ist, und nur durch die jüdische Selbstbesinnung seelisch erträglich werden kann, darf aber nicht, wie Stapel es hier tut, aU ein rein in e c h a n ic h c r Prozeß aufgtt.iiit werden. Stapel vergleicht die Aiisgliederting der Juden in Deutschland mit einer l.lie'rcunung. Das Bild beweist, wie subtile seelische Muniente hier mitspielen. Die weiteren Ausführungen Stapels aber den Gegensatz von deutschem tragischen und jüdischem moralischen Empfinden vermögen wir nicht zu akzeptieren. Auch große dcnis.he Denker -■ man denke an Kant und l;. htc — haben die Moral als „Maxime des Handelns" e.hi.üt. St!(>el nii tut i:n Gegensatz, zu vielen Deutschen, daß „das Uc-et.' des Mose unserem (sc. deutschen) Ethos und Nomos nhht gerecht wird". Er hat diese seine Ablehnung der Ethik der ,,/chn Gebote" auch früher schon vertreten. Nach seiner Meinung stehen hier zwei fremde Welten grgcuunaiklcr. Wir Juden, bei Anerkennung aller rntcrM-hi.de tuul Grenzen zwK> Inn Rassen, Völkern und Religionen, die wir zu respektieren bereit sind, glauben, daß die letzten und höchsten Werte ein gemeinsamer Maßstab a Her Menschen sein sollten. Predigt Die Predigt in der Synagoge in und Prediger der in Deutschland geübten Form ist ein Kind des 19. Jahrhunderts und wurde zusammen mit Orgel und anderen Errungenschaften dieser Zeit im jüdischen Gottesdienst eingeführt, um ihn attraktiver zu gestalten. In einer Zeit, in der die Flucht aus dem Judentum beängstigende formen annahm und in der insbesondere die christliche Umwelt beteit war, die Taufe als Entrecbillcft zu gewahren, war es verständlich, wenn man den Gottesdienst zu reformieren suchte; es kann nicht geleugnet werden, daß die Reform Kreise beim Judentum erhalten hat, die ihm sonst wahrscheinlich verloren gegangen wären. In der seitdem vergangenen Zeit ist allerdings ein Umschwung in d c r jüdischen Entwicklung eingetreten. Weite Kreise haben sich auf ihr Judentum besonnen und den Versuch gemacht, zu seinen Werten eine innere Beziehung; zu erlangen. Auch ist die Umwelt nicht mehr bereit, diejenigen mit offenen Armen aufzunehmen, die das Judentum verlassen wollen. Es ist ein Symptom für diese Wandlung, daß heute auch bei den Liberalen selbst die Absicht der alten Reformen nicht mehr ganz bejaht wird. So erging dieser Tage eine Mahnung der liberal geleiteten Berliner Gemeinde, die es mißbilligt, wenn das jüdische Publikum bestimmten Rabbinern, die rednerisch besonders begabt sind, von einer Synagoge in die andere folgt; der Gottesdienst werde nicht allein durch die Predigt re- Die Persönlichkeit und das Wort Dialiks sind in der „Jüdischen Rundschau" sowohl zu Bialiks Lebzeiten alt auch nach seinem Tode vielfach gewürdigt worden von Menschen, die seinem Werk und seiner Person seit Jahren eng verbunden sind. Dialik ist ein unerschöpfliches Thema; es wird noch viel über ihn geschrieben und gesprochen werden. Seine bezaubernde und von Geist übersprudelnde Persönlichkeit ist in lebendiger Erinnerung; aber in welchem Maß dieser Mann über seinen Tod h'.r.cas Lehrer und Wecker ist, wie sein Wort zu erschüttern vermag, dafür gibt es häufig überrasche:::1s Erfahrungen, Es wird unsere Leser interessieren, wie ein Mann, der bisher dar Welt der hebräischen Literatur vollkommen fernstand und sich auch selbst als „Niehlzionislen" bezeichnet, der also die wirkliche Volkstümlichkeit Bialiks nur indirekt ermessen kann, auf ein Buch Bialiks reagiert. Wir veröffentlichen den nachstehenden Aufsatz Dr. Sinsheimers am so lieber, als dadurch die Aufmerksamkeit wieder auf die „Essavs" gelenkt wird, die innerhalb der deutschen JudenheU — unu* sogar der deutschsprechenden Zionislen — noch lange nicht die Verbreitung gefunden haben, die diesem außerordentlichen Buch gebührt. Red, Bialik - Bialik! Ein Mann, jüngst erst gestorben, tritt einem in einem seiner Werke entgegen, das, fast aus journalistischen Anlässen erwachsen, mit dem überzeugenden Anspruch auf Klassizität die vollkommenste Wirkung aktueller und dauernder Lebendigkeit vereinigt — welch ein seltenes Erlebnis! Ich habe es gehabt, als ich jetzt erst — sehr spät — die deutsche Ausgabe der Essays Bialiks las (Chaim Nachman Bialik: „Essavs", übersetzt von Viktor Kellner, Jüdischer Verlag, Berlin 1923). Wenn ich über dieses Buch gerade heute schreibe, so liegt dafür mehr als ein persönlicher Anlaß vor, nämlich der, daß noch niemals so viele Juden in Deutschland die hebräische Sprache zu erlernen sich bemüht haben wie in diesen Tagen der jüdischen Erweckung und Erneuerung — und Bialik erweist sich in seinen Essays geradezu als der Ethiker der jüdischen Sprache, als „Der Hüter der Schwelle", über die man in den Raum der heiligen Sprache eintreten muß. Er nämlich vollzieht eine neue Heiligung des Hebräischen, indem er ihm neue hohe Ziele setzt. Was also liegt näher, als daß alle, die heute in den Schoß des Hebräischen zurückkehren, sich Bialiks Buch vornehmen, um daraus neben dem Opportunistischen ihres Lernens auch dessen Hintergründe kennenzulernen. Ich gestehe, daß ich von Bialiks ins Deutsche übertragenen Gedichten wenig beeindruckt worden bin. Vielleicht ist ihre besondere Schönheit unübersetzbar, vielleicht — und das scheint mir wahrscheinlicher — haben sie noch keinen kongenialen Uebersetzer gefunden. Ich wüßte nur einen Menschen im heutigen Deutschland, der — vorausgesetzt, daß er das Hebräische beherrscht — für diese Aufgabe geschaffen und berufen wäre: Karl Wolfs kehl. Die Essays nun aber sind, von Viktor Kellner, meisterhaft übersetzt — meisterhaft vor allem deshalb, weil die Uebersetzung nicht nur die Sprachkraft Bialiks ahnen läßt, sondern zugleich auch die Kraft der hebräischen Sprache überhaupt, da diese sich, noch im Medium des Uebersetzten, als geeignet erweist, ein wahrhaft goldener Hammer zu sein, mit dem Bialik seine Ideen von ihr selbst, von jüdischer Literatur, Dichtung und Kunst, sowie von jüdischer Gesinnung in eine klassische und endgültige Form bringt, und zugleich ein eiserner Hammer, mit dem er Vorurteile, Irrtümer — und überhaupt seine Gegner zertrümmert. Wie Bialik über das Wesen und die Würde der hebräischen Sprache schreibt, so haben im deutschen Kulturkreis über das gleiche oder über ähnliche Themen die Gebrüder Grimm oder, um die letzte Jahrhundertwende, Wilhelm Dilthey geschrieben. Bisweilen wird man auch an die Klärungen und Verklärungen der deutschen Sprache durch Karl Kraus erinnert. Mit ihm hat Bialik das eine gemeinsam, daß auch er den „goldenen" Hammer mit dem „eisernen" gern und leicht und mit durchschlagender Kraft vertauscht. Auch Bialik ist ein Polemiker und, wenn es der Gegenstand oder der Gegner herausfordert, ein Pamphletist von hohen Graden. Dafür ist der Aufsatz „Jugend oder Kinderei?" ein glänzender Beweis. Aber welche Höhe hat der Essay „Halacha und Aggada"! Wie versteht es Bialik über Lehre und Dichtung, über gedichtete und verdichtete Lehre und über gelehrte oder zur Gelehrtheit und Gesetzmäßigkeit drängende Dichtung, selbst zugleich ein Lehrer und ein Dichter, zu schreiben! Unter seinen Worten blüht das organische Wesen der jüdischen Weisen und des jüdischen Volkstums auf, wird die Verwurzelung und gegenseitige Befruchtung beider sichtbar, wird jüdische Sprache oder Schrift zu einer Königin, deren Purpur die Aggada und deren Krone die Halacha ist. Der hohe Glanz eines berufenen Denkers und Dichters strömt gleich aus dem ersten Essay des Buches: „Offenbarung und Verhüllung der Sprache". Das Thema dieses Aufsatzes ist die richtige Wiedererweckung des Hebräischen zur geschriebenen und gesprochenen Sprache. Er endigt mit der Formulierung von sieben Programmpunkten, die mit der Sprache eine Literatur und mit dieser den Geist eines Volkes erneuern sollen. Wie Bialik dazu nicht nur eine sprachpolitische und sprachpsychologisclie, sondern auch geradezu eine sprachethische Begründung gibt, das erinnert in Fassung und Haltung, d. h. in Formulierung und Gesinnung an die höchsten Vorbilder. Es spricht da aus einem Schriftsteller, der zwischen Tag und Dauer steht, aber den Tag, das Heute in die Dauer erstreckt, die Verkörperung des höchsten Geistes und des Volksgcistes eines Volkes. Fast jeder Satz dieser knappen zehn Buchsciten ist würdig, in den Zitaten- und natürlich erst recht in den Wissenssehatz nicht nur der jüdischen, sondern jeder Sprachwissenschaft überzugchen. Dieser Essay, verständig gekürzt und dadurch seiner Zielgebundenheit entkleidet, gehört in das Vortragsprogramm jüdischer Rezitatoren und schreit förmlich danach, von Ludwig Hardt gesprochen, verkündet zu werden. t Das Schönste an diesem ganzen Buch ist, daß aus ihm die Gestalt Bialiks als eines getreuen Eckeharts nicht nur der zionistischen, sondern der gesamtjüdischen Welt aufwächst, wie er sich selbst in seinen Gedanken verleiblicht, wie er, ohne darum bemüht zu sein, seine Mission, sein fast erzväterliches Gewissen herausstellt. All dies ohne Feierlichkeit, ohne Pathos, ohne sonstiges Hinzutun, nur durch die Kraft seines jüdischen Wesens, seines vom Anfang bis zum Ende in seinen Spuren erhellten jüdischen Herkommens und seiner daraus sich ergebenden jüdischen Selbstsicherheit. Hat man dieses eine Buch gelesen, so weiß man, daß Bialik nur zu leben, nur so sein ihm gemäßes Leben zu leben brauchte, um cht Mittelpunkt, ein Wegweiser und ein Führer zu sein. Und man fühlt, was mit ihm unsern Brüdern in Palästina gestorben ist, noch mehr aber, was alles von ihm weiter für sie lebt. Für sie und für uns! Denn auch wir alle, die wir nicht Zionisten sind (aber nicht Zionist sein hat heute längst aufgehört, Gegner des Zionismus zu sein), müssen in diesem Manne Chaim Nachman Bialik den zugleich strengen und heiteren, den zugleich festlichen und werktägigen, werkhaften Geist des Judentums verehren. Klarstellen möchte ich zum Schluß, daß diese Zeilen nichf geschrieben sind, um Bialik zu „würdigen", denn dazu sind bessere und wirkliche Kenner seines großen Lebenswerkes berufen, sondern um seine Figur in ihrer hohen Beispielhaftigkeit jenen Juden in Deutschland näher zu rücken, die durch äußere Umstände oder innere Einkehr dazu gekommen sind, sich der hebräischen Sprache wieder zu nähern. Für jene jüdische Menschat ist Bialik ein Führer, weil er den Weg zu dem Geist der Sprache zeigt und den Weg, der von ihr zu dem Geist des Judentums führt. Er ist ein Erzieher zum Judentum. Hermann Sinsheimer präsentiert, sondern die Gemeinde selbst sei ein wesentlicher Faktor. Wir halfen diese Auffassung gewiß für richtig, aber man darf nicht vergessen, daß es gerade die Attraktionskraft der Predigt und Orgelmusik gewesen ist, mit deren Hilfe die Liberalen (nach dem Vorbild des Theaters) die Synagogen einst füllen wollten. Folgerichtig werden die Gemeindeangehörigen „Publikum" genannt, ein Ausdruck, der unbewußt der Theatersprache entlehnt ist. Die liberale Reform hat die Mitwirkung der Oenieindeangehörigcn beim Gottesdienst eingeschränkt und — in Anlehnung an Gebräuche der Umwelt — seine Gestaltung wenigen „Funktionären" übertragen. Fleute gehen Menschen wieder aus innerem Drang in die Synagogen, aber es wird geraume Zeit dauern, ehe man ihnen klarmacht, daß sie sich dabei von äußeren Attraktionen freimachen sollen. Im übrigen ist in einer Zeit, wo die Synagoge zum Volkshaus wird, auch das Wort des Rabbiners nicht gleichgültig, und es ist begreiflich, daß die Menschen, die nicht nur Erhebung, sondern auch geistige Orientierung in der Seelennot des Tages suchen, zu den Predigern gehen, die ihnen am meisten zu sagen und zu geben haben. _ oe, 211 amerikanische Reform-Rabbiner, die der Central Conference ot American Rabbis angehören, haben eine Erklärung unterzeichnet, in der sie für die Grundsätze und Ideale des arbeitenden Palästina eintreten. Dabei wird, ohne daß sich die Unterzeichner mit der Arbeiterbewegung in allen Punkten identifizieren, gegen diejenigen Stellung genommen, die, statt jüdischen Einwanderern Arbeit zu geben, lieber billigere Arbeitskräfte des Landes ausbeuten. Dazu veröffentlicht eine andere Gruppe von Reform-Rabbinern eine Erklärung, ilie sich gleichfalls für einen Palästina-Aufbau nach den Grundsätzen sozialer Gerechtigkeit ausspricht, jedoch betont, daß diese Ideale kein Monopol einer einzelnen Partei sind und den Wunsch ausdrückt, daß statt des Trennenden das Gemeinsame der einzelnen jüdischen, Gruppen Palästinas hervorgehoben werde. Ueber Thora und Talmud In der „V o 1 k s p a r o I e", Düsseldorf, veröffentlicht Staatsminister Schern m, der Führer des nationalsozialistischen Lehrerbundes, einen Aufsatz, in dem er u. a. auch auf das Judentum eingeht. Er sagt hierzu: „Sein auf Materialismus und irdischen besitzmiißigett GonuO eingestelltes Wesen, das keine großen Kwiukeitsgedanken in siel» barg, bewirkte, naturgemäß die l.'eberzeugung. daß dieser st.U gleichbleibende materialistische GenuGzustand gesetzlich geregelt w<rden mußte. Daher kam das Gesetzbuch, die Thora. Im Laufe der Jahrhunderte jedoch erwies sich dieses Gesetzbush als unzureichend, entweder waren die Bläschen zu groß oder zu klein, und es galt, gewijscnsberuhigende Paragraphen zu schaffen. So schufen die alttestamentlichen juristischen Zauberkünstler das um viele Paragraph'n erweiterte Geset zc-.werk der Miscluia und man plünderte lustig, im Rahmen des Gesetzes sieh v.m J.... beschützt fühlend, die Mitmenschen aus und bezog sich dabei noch auf Recht, Gesetz um! MoraL Es dauerte auch nicht lange, dann waren auch hier bald Defekte und Fehler, Unzulänglichkeiten, vielleicht aus Gewissensbissen fühlbar. Deshalb schufen die vorhin erwähnten Gesetzesiabri« kanten das Teufels werk der Weltgeschichte, den Talmud, de? ein Gesetzbuch darstellt, welches mit den Begriffen Recht und Moral die niedrigsten Gemeinheiten verbindet." Die Beurteilung des Judentums in nichtjüdischen Kreisen ist seit jeher verschieden gewesen. So finden wir bei bedeutenden Persönlichkeiten, Theolotren und Denkern aller Art und aller Kationen häufig die Auffassung, daß gerad« das Judentum unter allen antiken Lehren „große Ewigkeitsgedanken" in sicli bare, und daß die mosaische Oesetz» gebung einen Höhepunkt des ethischen und rechtlichen Denkens darstellt, wie wir ihn sonst bei alten Völkern nicht finden. Materialistische Regulieren und Neigung zu Gewalttat finden wir bei allen Völkern, das Wesentliche des mosaischen Gesetzbuches war es, diesen Trieben im Namen einer höheren Idee entgegenzutreten und so ein soziale! Leben möglich zu machen. « s' "ml«'«ssafäft«!« pikcwl» _»" % 1 M[ <L; *■*• — WODtf^ n*°*tWASS& ö WMMimmwu aw^u^TaSusch bsblu ff/9 ' 'II m > ■<''"•' •iV«H8c/<J<!» s-sw tAU DE COVOGNf .«40fSAll

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