Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 11 (5.2.1935)
- Date
- 1935-02-05
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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JODISCHE RUNDSCHAU Palästinensische Umsehan NR. 11, 5. FEBRUAR 1935 25 Rp Spaziergang durch Haifa yyas hat Palästina vom Petroleum? Von ]>r. ALMERT HA KR, Ilaifa Als Ergänzung der in dar vorigen Nummer der „Jüdischen Rundschau" veröffentlichten Schilderung unseres gl.- Korrespondenten geben ivir nachstehend noch eine Fülle von Einzelheiten wieder, die unser Mitarbeiter Albert Baer aus Haifa mitteilt. Wir glauben, daß die Aufzählung von Einzelleistungen unseren Lesern ein besonders lebendiges Bild der rasenden Entwicklung, deren Bedeutung gar nicht hoch genug einzuschätzen ist, geben wird. Red. Die von mir vor über einem Jahre (in Nr. 87 der „Jüd. Rundschau" vom 31. 10. 33) dargestellte Entwicklung der Stadt Haifa und Umgebung ist auch seit dieser Zeit stürmisch vorwärts gegangen. Sie hat bewirkt, daß aus der Provinzstadt Haifa, die damals noch weit hinter Tel-Awiw und Jerusalem zurückstand, allmählich so etwas wie eine Großstadt Haifa wird, die dem Charakter nach und in ihrer Einwohnerzahl (man schätzt jetzt 70 000 Einwohner, davon ca. die Hälfte Juden) den beiden anderen Großstädten Palästinas auf dem Fuße folgt. In der Altstadt ist der großstädtische Charakter am meisten ausgeprägt in dem neuen jüdischen Geschäftsviertel (Merkas Mißchari Chadasch), über das ich in Nr. 71 — 1934 der „Jüd. Rundschau" interessante Details mitgeteilt habe. Die einzelnen Bauten und die ganze Anlage sind unterdes kräftig gefördert worden und wirken durch die Großzügigkeit der Planung, die breiten Straßen, die Passagen und die repräsentab'en und architektonisch schönen Hochhäuser auf jeden Besucher. Dem ganzen Charakter sind die dort entstehenden Kaufhäuser und Läden angepaßt, aus dem „Gemischtwarenladen" des Palästina von 1932 wird das Spezialgeschäft nach europäischem Zuschnitt und stellt Qualitätswaren zur Schau, die den Vergleich mit jedem europäischen Artikel gleicher Art aufnehmen können, vom Kunstgewerbe z. B. die Silberwaren von Friedländer, den jemenitischen Schmuck von Shani, die Handwebereien des Beth Chaluzoth, Webereien von Jerusalem (Fcllheimer) und Tel-Awiw (Rosenberg), die Bastwaren von Kallmann, die Töpfereien von Kaddar, die Lederwaren von Zetge, die Kkinmöbcl von Nochiuth und vieles andere, was hier nicht aufgezählt werden kann, sicher heute schon wieder eine Verbesserung des Niveaus gegenüber den Waren der letzten Messe in Tel-Awiw. Der Einfluß des Geschmacks deutscher und österreichischer Produzenten und Konsumenten ist unverkennbar. Im neuen Merkas werden auch zwei neue Hotels gebaut, ein Wiener Cafe bat bereits seine Pforten eröftnet, durch die breite Hauptstraße dieses Geschäftsviertels geht ein stets reger Verkehr, sie ist die .Durchfahrt der Autobusse von der Altstadt zu den jüdischen Vierteln Hadar-Hacarmel, Herzlia, Mitzpa, Nachiah und Geulaii mit ihren ca. 20 000 Einwohnern (vor einem Jahr schrieb ich ca. 8000), besonders in den rush-hours (Hauptverkehrsstunden) folgt ein Autobus dem anderen im 2-Minuten-Verkehr. Der ganze Komplex ist noch nicht ausgebaut, aber die fertigen Häuser — auch im Innern sehr repräsentativ eingerichtet —, sind fast alle vermietet. Es wird wichtig sein, zu beobachten, in welcher Zeit nach Fertigstellung dieser große Vorrat an Läden und Büroräumen besetzt sein wird. Es ist interessant festzustellen, wie sehr der alte Merkas Mißchari durch diese neuen Bauten eigentlich schon überholt ist. Entstanden in den Jahren 1926 und 1927, und damals die erste Möglichkeit für das jüdische Haifa, für die damalige Zeit ausreichende Büroräume und Läden zu erhalten, erscheinen heute die Häuser fast unansehnlich, die Räume eng, alle Einrichtungen primitiv, in 8 Jahren ein kaum vorstellbarer Fortschritt. Büros und Läden'werden vielfach in den neuen Merkas verlegt, aber es finden sich auch immer wieder Interessenten für die alten Räume, die Läden werden modernisiert und ausgebaut, und die Nähe zum Hafen ist ein besonderer Vorteil. Hier in der Nähe des Hafens bauen aber auch die Araber, noch mehr als im vorigen Jahre werden alte Häusct abgerissen und modernisiert wieder aufgebaut. Neben dem ansehnlichen Bürohaus von Assis Khayat, das im wesentlichen von jüdischen Firmen besetzt ist, haben jetzt die Karmelitermönche zwei sehr große und repräseittable Bürohäuser errichtet, mit einer Ladenstraße dazwischen, im italienischen Geschmack des italienischen Baumeisters; diese Ladenstraße führt vom alten Wagenplatz Haifas, dem Hamra Square, zum Hafengclände auf die breiteste Straße Palästinas, den Kingsway. In diesen Häusern haben jetzt die großen Schiffahrtsgesellschaften ihre Räume und Läden bezogen, hier ist auch ein wirklich großstädtischer Teeraum, „Kurtoni" (auch Restaurant und Cafe) eröffnet, der durch seine schöne und außerordentlich geschmackvolle Inneneinrichtung einen neuen Anziehungspunkt für Einheimische und Fremde bildet: vom Balkon aus bietet er einen interessanten Blick auf das Hafengelände und den immer belebten Kingsway, die Durchfahrtsstraße zur Carrnelstation, der deutschen Kolonie, das jüdische Wohnviertel Bath Galim un<l nach der anderen Seite zum Hauptbahnhof, nach Nazareth, ins Emek, Tiberias, ins Emek Sebulon (Haifa Bay), Akko, Safed, Metullah und Syrien. Für Interessenten sei bei dieser Gelegenheit bemerkt, daß jetzt endlich ein moderner Stadtplan nebst Führer von Haifa im Verlage der Firma Herz & Co. Ltd. Haifa, erschienen ist* Die jadischen Vierfei Von den jüdischen Vierteln hat Hadar Hadarmel Sich am meisten weiter entwickelt, es wächst immer mehr die Abhänge des Carmel herauf, eine Straße wird über der anderen gebaut. Dabei sind die Häuser eher fertig als die Straßen, so daß man vielfach auf ungepflasterten Wegen in die Häuser gelangen muß, was manchmal zur Regenzeit nicht ganz einfach ist. Auch wer die Ruhe liebt, muß das anhaltende Geräusch der Beton-Mischmaschinen und der heranrollenden Lastwagen mit in Kauf nehmen; denn er weiß ja, daß er in einem im Aufbau.begriffenen Lande weilt. Die Hauptstraße von Hadar Hacarmel, die Herzlstrafk, hat ihr endgültiges Gesicht noch immer nicht erhalten. Diese Hauptstraße ist noch immer an verschiedenen Stellen aulgerissen; denn es wird noch immer gebaut, aufgestockt, erweitert und die letzten kleinen Häuser des einstmals ruhigen vorsfädtischen Viertels verschwinden und mit ihnen leider auch die Vorgärten. Auch neue große, öffentliche Gebäude entstehen hier. Von der Chaluzstraße, die unter der Her/Istraße liegt, baut zur Herzlstraße herauf die Histadruth «•in Theater nach den Plänen von Oskar Kaufmann, das für die Wintcrveranstaltungen die nötigen Räume enthalten soll; ein Theatersaal für 1200 Personen entsteht hier, während die Histadruth bisher nur das offene Amphitheater für den Sommer zur Verfügung hatte. In der Chaluzstraße ist jetzt auch das neue Gebäude der Arbeit erkii che fertiggestellt, ein großer, einfacher und schöner Raum mit Terrasse, in dem täglich ca. 2000 Menschen essen. Neben dem Eßramn ist die Wärmehalle, in denen die Speisen elektrisch gewärmt werden, die auf den Kohlenherden im Keller gekocht sind, ein Aufzug führt sie nach oben. Unten sind auch die großen Kühlräume für die zahlreichen Vorräte und die Aufenthaltsriume für die Angestellten, 80 an der Zahl, das Gaaze Nach der Eröffnung der Leitung Von unserem Berichterstatter 1. Haifa, Ende Januar Die letzten zwei Wochen sahen eine Kette von Festlichkeiten zur offiziellen Eröffnung der Petroleumleitung Mossul-— Haifa, die an den Zentren des neuen großen Werkes im Irak, in Syrien, in Palästina und Transjordanien gefeiert wurden. Eine Anzahl internationaler Gäste, vor allem Spitzen des internationalen Oeltrusts, hatten sich am östlichen Mittelmeer versammelt, um in Aeroplanen die Territorien zu überqueren, die durch die Pipeline miteinander verbunden werden und die mannigfachen Zeremonien mitzumachen, die an den verschiedenen zentralen Pumpstationen vorgesehen waren. Palästina sah in Haifa die vorletzte dieser Feiern, Der High Commissioner bei der Eröffnungsfeierlichkeit in Haifa zusammen mit dem Präsidenten der Irak Petroleum Comp., Sir John Cadman Foto: Lasar Dünner als der High Commissioner die Speisung eines Oelschiffs aus den Unterwasserleitungen im Oclhafen begann. Es braucht nicht vieler Worte, um die große technische Bedeutung dieses Riesenwerkes, das in äußerst schwierigem, von der Zivilisation kaum berührtem Gelände in erstaunlich kurzer Zeit mit allen Mitteln moderner Maschinerie vollendet wurde, klarzumachen. Die Presse erschöpft sich gelegentlich der Eröffnung in der Darstellung der hohen Kosten, der Massen von Arbeitern, die für das Werk eingespannt wurden, der großen Kommunikationssystemc, wie Telephon, Telegraph, Luftdienst, Brücken und Wege, die im Zusammenhang mit der Leitung hergestellt wurden, den großen Pump- und Reparaturwerken in der Wüste. Der Oeffentlichkeit wird nochmals die große ökonomische und strategische Bedeutung des Werkes ins Gedächtnis gerufen. Als Illustration dazu meldet Irak, daß die Regierung des Königs Ghazi die erste Abgabe der Irak Petroleum Company von £ 400 000 erhalten habe. Der Vorsitzende der Irak Petrol, Sir John Cadman, verfehlte auch nicht, in seiner Haifaer Rede auf den Nutzen hinzuweisen, den die von der Pipeline durchschnittenen Territorien von dem neuen Werke haben würden. Dennoch kann sich der palästinensische Bürger kaum dem Eindruck verschließen, daß hier ein Werk vollendet ist, das in jeder Beziehung über seinen Kopf hinweg gestartet und vollendet wurde. Zwar ist bei der herrschenden Konstitution des Landes eine Mitbestimmung der Einwohner offiziell ohnedies nicht möglich, aber es gibt eine gewisse Kommunikation zwischen Regierung und wirtschaftlichen Körperschaften, wobei diese in den meisten Fällen die entscheidende Initiative in wirtschaftlichen Neuerungen ausüben. Bei der Pipeline war es ganz anders. Und auch das Eröffnungsfest in Haifa symbolisierte diesen Zustand. Hier fanden sich die Vertreter des internationalen Kapitals mit denen der Regierung des Empire und Palästinas zusammen. Und wenn von den Wohltäte n gesprochen wird, die die betroffenen Territorien von dem durchfließenden Gel haben sollen, so muß der palästinensische Bürger verschiedene Fragen stellen: Wo sind die Abgaben der Gesellschaft an den palästinensischen Staatsschatz? Zu welchen Leistungen zugunsten Palästinas ist die Gesellschaft verpflichtet worden? Wie denkt die Regierung die Arbeit der Gesellschaft für die allgemeine Entwicklung des Landes auszunutzen? Die Antwort auf alle diese Fragen kann nur ein großes Schweigen sein; man wird anerkennen müssen, daß aus der Tatsache, daß der eine Ausgangspunkt der Leitung Haifa ist, eine gewisse Belebung des palästinensischen Handels erfolgt. Darüber hinaus aber sind in dem Vertrag, den seinerzeit die Palästina-Regierung mit der I. P. C. schloß, wohl der Gesellschaft weitgehende Rechte eingeräumt, aber sehr geringe Verpflichtungen aufgebürdet worden. Es ist also sehr verständlich, daß die Eröffnung der Leitung von der palästinensischen Bevölkerung nicht so sehr als ihre Sache, sondern als etwas angesehen wurde, was auf ihrem Boden, aber o Ii n e ihr e B c t e i i i g u n g vor sich ging. Es kann nicht wundernehmen, daß sich unter diesen Umständen die palästinensische Presse mit einer Registrierung der Einweihung und einigen Schilderungen begnügte. Was jedoch erstaunt, ist, daß die Gelegenheit nicht benutzt wurde, das G e s a m t p r o b I e m der Leitung, die Möglichkeit eines direkten Nutzens für die Entwicklung des Landes zu untersuchen. Der Oelstrom, der jetzt von Kirknk nach Haifa fließt, könnte befruchten!) auf die Palästinawirtschaft wirken, wenn er entsprechend besteuert und dem Landesniitzen dienstbar gemacht würde. Wenn heute das Oel von den Schiffen aufgenommen wird, ist es den Tausenden von nieist analphabeti-chen Arbeitern zu danken, die an dem Bau der I eitung arbeiteten. Es wäre nur recht und billig, wenn ein Teil der Oclgcwinnc dazu diente, diesen Arbeitern Schulen zu bauen, ihre Gesundheit zu bessern, ihren Standard zu heben. Wenn dieses gelänge, wäre die Eröffnung der Petroleumlcitung auch für den stummen Bürger Palästinas ein wahres Fest. Abschluß der Feiern Jerusalem, 1. Februar. (JTA.) Als Abschluß der Feierlichkeiten anläßlich der Einweihung der Petroleum- Röhrenleitung Mossul-—Haifa fand im Regierungsgebäude in Jerusalem ein vom High Commissioner Sir Arthur Wauchope den Gästen aus England, Frankreich, den Vereinigten Staaten und anderen Ländern gegebener Empfang statt, dem u. a. der englische Vize-Außenminister Lord Stanhope, der Präsident der Irak Petroleum Company Sir John Cadman, der frühere Gouverneur von Uganda Sir William Gowers u. a. m. beiwohnten. eine neue große Sehenswürdigkeit Haifas. Im 2. Stock dieses Gebäudes befindet sich die genossenschaftliche Spar- und Diarlehnskasse der Arbeiter von Haifa, nach Geschäftsumfang, Zahl der Mitglieder und Höhe der Depositen ständig im Aufstieg begriffen, die Depositen haben schon 60 000 Pfund, die Mitgliederzahl hat 3500 erreicht, darunter auch ca. 200 arabische Arbeiter. Diese Genossenschaftsbank hat sich um den Aufbau der Vorstadt Kirjath Chaim durch Gewährung von Hypotheken besonders verdient gemacht. In dem 3. Stock des Gebäudes sind Klubräume, eine Lesehalle, eine Bibliothek und die Büroräume der Kulturkommission untergebracht. Die Herzlstraße ist jetzt — was man noch vor einem Jahre skeptisch beurteilte — wirklich durch eine Reihe alter arabischer Häuser nach dem Viertel Herzliah durchgebrochen, vorbei am Technikum und der Realschule, wo sie erheblich verbreitert wurde, und ist somit eine der wichtigsten Straßen von Haifa überhaupt geworden. Auch das Viertel Herzliah ist im letzten Jahre stark ausgebaut worden. Früher war an der Hauptstraße dieses Viertels, der Herzliahstraße, ein tiefes Tal mit einzelnen Bäumen und Geröll, jetzt ist das Tal mit Häusern fast ausgefüllt. Diese Häuser sind von Arabern gebaut, werden aber meist von Juden bewohnt, ebenso wie die Häuser des neuen Stadtviertels, das zwischen dem Gerichtsgebäude, einem der schönsten modernen öffentlichen Gebäude Palästinas überhaupt, und dem Viertel Herzliah entstanden ist. Das jüdische Haifa ist auch schon über die alte Grenze, die Rechow Hahar, die von der Altstadt zum Karmel führt, in die Viertel oberhalb der deutschen Kolonie vorgedrungen. In der Herzliahstraße stehen die Häuser der alteingesessenen jüdischen Familien Haifas, die ersten dieses Viertels — daher auch der jüdische Name dieses früher hauptsächlich von Arabern bewohnten Viertels, — die in demselben Jahre und aus denselben Mitteln des KKL durch dessen Anleihe erbaut wurden wie die ersten Häuser von Tel-Awiw. Es ist auch sonst eine interessante Straße mit allen Gegensätzlichkeiten Palästinas, ja ein Musterbeispiel dafür. An dem einen Ende der Straße ein großes ßoardinghaus nach amerikanischem Muster mit allem Komfort der Neuzeit, daneben wohnen im Sommer Araber in Zelten und Höhlen, die in die Felsen eingebaut sind und in Holzverschlägen, die angebaut sind, und schlafen im Freien. Einige Häuser weiter befindet sich eine J eschi wa alten Stils, in der Erwachsene und Kinder in der Tracht der polnischen Juden mit Kaftan und Schläfenlocken im Singsang und mit Bewegung lernen, daneben ist wieder ein großes modernes Haus, dem früheren Viezcbürgermeister von Haifa, Ibrahim Zajoirn, einem arabischen Christen, gehörig, das aber fast ausschließlich von Juden, meist Einwanderern aus Deutschland, bewohnt wird. In der Fortsetzung der Straße nach der Altstadt zu ist ein zweites großes Theatergebäude im Bau, an dessen Fertigstellung Tag und Nacht gearbeitet wird, hoffentlich ein Ersatz für die bisher völlig unzulänglichen Theater- und Musikräume Haifas, in denen man meist mehr das hört, was auf der Straße vor sich geht als das, was auf der Bühne gesagt wird. Und vor allem hoffentlich ein Ersatz für das in der Nähe befindliche Freilichtkino, das im Sommer neben den zahlenden Gästen besonders viele Zaungäste anzieht, die von Zäunen, von den Dächern der umliegenden Häuser und Telegraphen- Stangen den Vorstellungen folgen, während die Nachbarschaft bis in die Nacht hinein die Sprech- und Musikbegleitung des Films mit anhören muß, so daß sie das Verschwinden dieses Theafers sehnlichst wünscht. Bath Galim, das am Meeresstrand gelegene jüdische Viertel, wird durch den Ausbau seines Kasinos und die Verbesserung des Strandes besonders im Sommer mehr als bisher Einheimische und Fremde anziehen. Auch dort sind neue Häuser errichtet. Durch den Erwerb einer ägyptischen Bodenerbschaft durch die Loewy-Gruppe steht auch hier neuer Boden in der Nachbarschaft zum Ausbau dieses Viertels, das von vornherein zu klein angelegt war, zur Verfügung. Schon heute gibt es in der Nähe einige neuerrichtete Häuser« gruppen, die vielleicht einmal mit diesem Vierte! zusammenwachsen werden. Neu-Erwerbungen Der Karmel hat sich mehr als bisher als Wohngebiet verdichtet. An den verschiedenen Stellen sind neue Hausergruppen entstanden, wertere werden gebaut, und auch in der „Achusah Sir Herbert Samuel" werden Hotels, Sanatorien und Pensionen errichtet und geplant. Ein Zeichen für die zunehmende Bevölkerung des Kännels ist die Eröffnung einer Schule, ebenso einer nach europäischem Vorbild aufs beste eingerichteten Apotheke. Auch drei Cafe gärten wurden im Sommer eröffnet. Die Nachfrage nach K a r m e 1 p a r z e 11 e n ist weiter rege und jüdische Gesellschaften und Privat« personen haben aus nichtjüdischem Besitz, weitere Böden erworben. Zuletzt ist ein großes Terrain von 6000 Dunam, jetzt „Yaaroth Hacarmel" (die Wälder des Karmel) gc« nannt, durch die Finnen Loewy und Philipp Meyer erworben worden, der schönste Teil des Karmel („das steht noch' nicht im Mcver und auch im Press noch nicht"), dichtbewaldete Höhen, wasserreich, mit Zitronen- und Bananengärten, Gemüse und Obst. Von dem Terrain hat man einen weiten Blick auf die Meeresküste, insbesondere auf die alte) Kreuzfahrerfestung Atlit und an klaren Tagen bis nach Jaffa. Auch die Entwicklung der Haifa-Bay hat die Skeptiker Lügen gestraft. In der Industrie- und Wohnzone wird stark gebaut. Die Bucht Haifa--Akko wird einst ein ähnliches, wahrscheinlich noch großartigeres Bild jüdischen Wachstum? zeigen als die Strecke Tel-Awiw—Petach Tikwah. Unterdes sind die Fabriken von Kremmener (Eisengießerei), Araten (Essenzfabrik), Hochfeld (Silikatziegel), Pardo (Metalle und Stahlmöbel), Karna (Sodawasser), l.öwv (Wäscherei) in Betrieb und andere wie die Kunststeinfabrik von Eenibuh, die Mosaikfabrik von Goldmann und andere werden folgen, wie die Spinnerei und Weberei von Moller in dem in der Nähe gelegenen Kafretta am östlichen Rand der Hau" i Bav. In Kirjath Chaim, der Arbeitervorstadt, sind fast 600 Haust! fertig, 100 neue werden begonnen, bis Ende 1935 werden ca. 1000 Familien dort wohnen. Jir Ganim an der -iiralf nach Kafretta, die Gründung der Firma Loewy Ltd , I; t ihr einjähriges Bestehen durch Einweihung eines Bctf.nic cs gefeiert, Kirjath Bialik, die Vorstadtsiedlung der dcutsclvn Einwanderer, umfaßt 40 bereits fertiggestellte Häuser, in r StrllengM^ ■»hlus« an «9-18 Uhr, : 10 Uhr. KU «•« 10 UhiJ jramm) lers" kurz ge* Wirttngreicho worden abhängig; n Volks« :dcr veregen die echnung welche deutsch r" heut« t v. m :n ihrer er Jude Arische: rebt ist n nichts» 5 erklärt! Volty : sondere emorali- Gefühl Jm den» aufstiegf bereitet, vesenon? dieses leufsche identunt is J uwurder» es jüdicht alle üdischo n m enw laufhör- «ischent ilkern.^ über - .Feind t<r,tAllH ifirtum* :it des nd Ge» ik ■ d<£ i übep» ie aus / e n tingi der Juderl Juderl Juden- Martin i, kein tscheri g von Meer Väter rt ver- ' . Wer n und k auf i, daß luden« lagen, Frei« Jörse: häftsemen deut- Leo Kapiührer und :itere i soi o n" i zünden Gau unter ölner ister, nach eiter . in rjziaent- :hen lau-' 83 fahr iclfi iddas zor- :eilhen Ber«& ftjjf?