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Jüdische Rundschau · 1935-02-05 · Heft 11 (5.2.1935) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 11 (5.2.1935)
Date
1935-02-05
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seife 2 JODISi"M<= MIM^^HAII Nr. 11, 5. II. 1935 In zahlreichen Oesprärhen mit den hohen französischen Beamten der Ministerien haben wir volles und sehr sympathisches Verständnis für unsere Arbeit, unser Wollen und unsere Ziele gefunden und auch Ministerträsident Flandin hat einer Delegation, zu der ich gehörte, sein inverständnis mit unseren Plänen bez. der konstruktiven Hilfe für die Auswanderer ausgedrückt. Die Ausweisungsprixis, die eine Zeitlang die Öffentlichkeit beunruhigte und die die Folge einer systematischen Fremdenhetze war, ist erheblich maßvoller und vorsichtiger geworden und die Einordnung geeigneter jüdischer Menschen in die Produktion natürlich unter völliger Respektierung der hiesigen Wünsche und Anweisungen — wird auch in Kürze die Ausweisungen als überflüssig erscheinen lassen. „Größe und Gefahr der Stunde" Nochmals: Sprüche Wir berichteten in unserer letzten Ausgabe über eine Anzahl von Sprüchen, die in den Dörfern in der Nahe von Breslau angebracht sind. In Ergänzung dieser Mitteilungen führen wir noch weitere Sprüche an. In Schosnitz b. Canth heißt es: „Wann wird unser Volk gesund? Wann wird es in hellen Haufen nicht mehr zum Hebräer laufen, sondern nur beim Deutschen kaufen'-"' In Canth steht: „Was Schweiß und Müh' dem Frdensohne an kargem Lohn das Schicksal bringt, das mausen Aron, Lcvi, Coline, ob auch das Volk in Not Versinkt." Und in Jäschgüttel, Kr. Breslau: „Wann wird einst die Stunde schlagen, wo der Deutsche froh dart sagen: In dem ganzen Vaterland, von der Alp' zum Ostseestrand, von der Weichsel bis zum Rhein, kann kein Jode mehr gedeih'n." Antijüdische Unruhen in Algerien In Setit (Algerien) haben in der Nacht vom T. zum 2. Februar 7. u s an im e n s t o ß e stattgefunden, bei denen ein eingeborener Sentit/e von einem Polizisten getötet wurde. Da das (ierüeht den Polizisten als Juden bezeichnete, artete die Bewegung in Ausschreitungen gegen die algerischen Juden aus. Jüdische Cafes und Warenhäuser wurden von den durch die Straiien ziehenden Eingeborenen- Banden mit Steinwürfen angegriffen, und in zwei Cafes wurde alles kurz und klein geschlagen. Erst durch das Eingreifen des .Militärs konnte die Ruhe wieder hergestellt werden. Sechs Eingeborene wurden verhaftet. Der Staatsanwalt bat eine Untersuchung angeordnet. Ein soziales Werk der Wiener Gemeinde Ein Wahrzeichen des jüdischen Wien Von unserem Korrespondenten J. R. Wien, 27. Januar 1935 Auf einem Boden, der in der Geschichte der Wiener Judeuschaft eine bedeutende Rolle spielt (in der Seegasse im IX. Bezirk), steht die Versorgungsanstalt der israelitischen Kultus gemein de Wien, bestehend aus einem Versorgung*- und einem Siechenh ei m. Mit der zunehmenden Verarmung der jüdischen Bevölkerung wuchs auch, insbesondere in den letzten Jahren, die Zahl der Gesuche um Aufnahme ins Versorgungshaus. Einer der wichtigsten Progranimpunkte war daher für die zionistische Führung der Gemeinde die rasche Durchführung der Erweiterung der Anstatt. Diese besteht in einem Zubau mit 58 Berten. Der neue Pavillon, dessen feierliche Eröffnung gestern erfolgte, ist mit dem alten Hause verbunden. Im Beisein des Wiener Bürgermeisters Schmitz, der Vertreter des Magistrats, der Polizei, der Stadt Wien, ferner aller offiziellen Repräsentanten des jüdischen Lebens wurde der Neubau eingeweiht. Pola Negri. In einer amtlichen Mitteilung, in der Beschuldigungen gei;en die Filmschauspielerin Pola Negri zurückgewiesen werden, wird erklärt, daß kein Grund vorliege, geiien die künstlerische Betätigung von Frau Pola Negri in Deutschland Stellung zu nehmen, um so mehr, als auch die Behauptung sieh als unwahr erwiesen hat, (I a II Frau Pola Negri jüdischer A b s t a m m u n g sei. Sie ist Polin, also Arierin. Auftakt zur Palästina-Woche Die Palistina-Woche, die die Berliner Zionistische Vereinigung vom 3. bis 10. Februar durchführt, wurde am letzten Sonntag mit einer großen Kundgebung in der Philharmonie eröffnet. Der Saal war mit Transparenten und Bildern geschmückt, und der große Raum von Besuchern überfüllt, die mit außerordentlicher Aufmerksamkeit den Reden folgten. Nach dem Gesang des „Techesakna" ergriff Dr. Georg Landauer als erster das Wort. Anlaß dieser Kundgebung war die Erwerbung der Hule-Konzession, die bekanntlich außerordentliche neue Möglichkeiten in Palästina erschließen wird. Es kam an diesem Vormittag darauf an, dieses Ereignis nicht nur unter propagandistischen Gesichtspunkten zu sehen, sondern auch seine Inhalte tiefer zu erfassen. Dr. Landauer tat es toto: Hans Pinn vom kolonisatorischen Gesichtspunkt aus. Der ungeheure Widerhall, den der Erwerb der Hule-Konzession in der ganzen jüdischen Welt gefunden hat, ist darauf zurückzuführen, daß durch dieses Ereignis wieder eine Erweiterung der zionistischen Arbeit stattfinden kann. Nunmehr ist durch die Konzession für das Hule-Gebiet die Möglichkeit gegeben, tausende jüdische Familien anzusiedeln, nachdem die Sümpfe ausgetrocknet und der Boden urbar gemacht sein wird. Es trifft sich gut, daß gerade jetzt die nationalen Fonds in der Lage sind, diese Kolonisation finanziell zu stützen, so daß der Spekulation hier die Möglichkeit entzogen wird, die Siedlungsplane zu durchkreuzen. Im Zusammenhang mit dem Bodenproblem muß man auch die arabische Frage betrachten, die nach der Meinung Dr. Landauers vor allem darum so schwierig ist, weil der Raum, auf dem Juden und Araber in Palästina zusammenleben, zu eng ist. Je kleiner die Fläche, um so schwieriger die gegenseitigen Beziehungen. Darum brauchen wir mehr Raum, dann werden auch die Spannungen zwischen iuden und Arabern geringer werden; Und nur auf diese /"eise wird sich eine Kooperation ermöglichen lassen. Zum Schluß ging der Redner auf die politische Bedeutung des Hule-Gebiet es für die Juden ein. Es ist zwar nicht das erstemal, daß in Palästina Boden urbar gemacht wird, sondern seit vierzig Jahren bemühen sich Chaluzim darum. Aber der Erwerb des Hule-Gebietes ist ein neuer Appell an den Pioniergeist unserer Jugend, der in die Tat umgesetzt werden muß. Palästina ist ein Land, das schon Früchte trägt und dessen Städte blühen; und so sind die Verlockungen, dort zu bleiben, wo es keiner Pionierarbeiten mehr bedarf, sehr groß. Es sei darum besonders zu begrüßen, wenn sich überall Arbeitergruppen, auch in Deutschland, gebildet haben, die die ersten sein wollen bei der Kolonisationsarbeit im Hule-Gebiet. f n n Lebhaft begrüßt betrat als zweiter Redner Prof. Dr. Martin Buber das Podium. Es ging ihm um eine „Wegbesinnung*, einem Wendepunkt wie dem Beginn der Kolonisation Hule-Gebiet sei es notwendig, Rückschau zu halten und sich auf die ursprünglichen Werte der zionistischen Bewegung zu besinnen. Es ging der zionistischen Bewegung seit je um die Regeneration des jüdischen Menschen; der ganze Mensch soll erneuert werden, und diese Regeneration ist nur durchzuführen, wenn man den Menschen unter neue Lebensbedingungen stellt. Zwei Ideen beherrschen den Aufbau Palästinas: Siedlung und Errichtung eines jüdischen Gemeinwesens, also ein soziales und ein kulturelles Moment. Diese Ideen lassen sich nur im Zusammenhang mit der Idee der Regeneration aufrecht erhalten. Die Kolonisation baut sich auf dem bäuerlichen Juden auf. Man soll nach Bubers Meinung die in Paliistina zu beobachtende Landflucht gewiß nicht überschätzen, sie ist eine Zeiterscheinung. Der Bauer muß jedoch der führende Typus des Aufbaus bleiben. Auch die Quelle eines künftigen geistigen Lebens muß dieses Bauerntum werden. Vor allem aber trat Buber mit Nachdruck dafür ein, daß die Idee der Gemeinschaft nicht verloren gehe. Die nationalen Fonds müßten stets wirksam bleiben und immer stärker werden, um die Privatspekulation zu inhibieren. Die Idee der Gemeinschaft muß durch eine konsequente Erziehung in die Menschen gesenkt werden; sie müssen lernen, von der Gemeinschaft aus zu wirtschaften. Der Einzelne muß wissen, daß das Schicksal des jüdischen Volkes ganz real in seine Hände gelegt ist. Und ebenso sieht Buber für die soziale Idee eine Gefahr darin, daß die verschiedenen Siedhrngsformen in P*. lästina, die sich alle auf einer kleinen Schar von Menschen/ aufbauten, heute gegenüber dem amorphen Kollektiv zurück, gedrängt werden. Wir haben in Palästina die einzigartige Chance, ein Gemeinwesen aufzubauen, das die Fehler der alten Welt nicht mitübernimmt. Das Schwinden des Gemeinschaftsgefühls offenbart sich auch in dem Parteienkampf in Palästina. In dem Haß der Parteien wird der Kampf als solcher verfälscht Das zersetzt den Gemeinschaftskörper. Notwendig ist darum eine volkserzieherische Institution, die alle Kreise umfaßt und sie ein Wirklichkeitsdenken lehrt. Was die politische Idee betrifft, so vertrat Buber den Standpunkt, daß Palästina ein Gemeinwesen zwischen Orient und Okzident werden, also eine Vcrbindim;; zwischen europäischemKulfurgut und jüdischer Tradition darstellen müsse. Die Gefahr für sehr viele Menschen, die heute nach Palästina kommen, ist die, daß sie nicht wissen, wo sie sich befinden, daß sie die Besonderheit der Atmosphäre nicht verstehen. Auch dürfte die zionistische Politik nicht auf „günstige Konstellationen" warten, da diese eine Sache des Augenblicks sind. Wir müßten vielmehr in Palästina Ernst machen mit der „Heiligung", d. Ii. wir müssen als Volk die politischen Prinzipien der Gerechtigkeit und des Friedens realisieren. „Wenn wir Zion wollen", so schloß Buber seine mit Begeisterung aufgenommene Rede, „werden wir Palästina gewinnen. Wenn wir aber nur Palästina wollen, so werden wir Palästina nicht gewinnen." Zum Gelingen dieser Matinöe trug wesentlich Meinhart Maur bei, der Erinnerungen aus den Anfängen der Kolonisation des Landes „Chedera" und „Die Ersten im Emck" wirkungsvoll vortrug. Ein Chor von Mitgliedern verschiedener jugendbünde unter Leitung von Ch. Winawer umrahmte die Vorträge. Dr. N. Berichte über den Beginn der Palästina-Woche in Leipzig und Hannover finden unsere Leser auf Seite 10. Hauptschriftleiter: Dr. Robert Weltsch, Berlin-Charlottenbur<; 9. Stellvertreter: Kurt Loewenstcin, Berlin W 15. Anzeigenteilen« und verantwortlich für den Anzeigenteil: Helene Chane iner, Berlin N 54, Verlag und Anzcigcnverwaltung: Jüdische Rundschau, Berlin W 15, Mcinekestr. 10. D.-A. Januar 33 444. — Druck? Siegfried Scholem, Berlin.Sch5nrbcrt;. „Rojte Pomeranzen" Ost jü<lis(iic Schwanke und I.r/ä Ii Innren In der Bücherei des Schockcn-Verlages gibt Immanuel Ohvanger, der sich um die jüdische Volkskunde mit seiner großen Sammlung „Hosinkvs mit Mandlen" sehr verdient gemacht hat, eine neue Sammlung eist jüdischer Anekdoten und S< hivänke heraus. Aus dem dieser Tage erscheinenden Händchen stellt uns der Verlag einige Stücke zum V(iridulrueh zur V'erfügung. Die Anekdoten erscheinen in jiddischer Sftrucrie, aber in lateinischen Lettern, so daß auch der deul icli-jiidixche Leser, der einige Aufmerksamkeit nicht scheut, sie verstehen kann. Die Grundlage des Jiddischen ist bchnnntlich ilns Mittelhochdeutsche, und man wird leicht die deutsche Bedeutung der Wörter erschließen; einige schieUrige sind übersetzt. So wird auch der nur Deutsch verstehende Jade sein 1 'ergnägen daranfinden. „Denn hier wird nicht über das Volk etwas ausgesagt, sondern es tritt das Volk seiher vor dem Leser auf, so wie es ist, ungeschminkt und mcerschleiert." — Der Titel des Büchleins HIlole Pomeranzen" ist einem Volkslied entnommen. Der flow im der Balagole1) Itschke der balagole is a rnol geforen mit a grejßen row, a goen, a charif — uboki-), fun ejn sehtetel in an andere. Ongekumen, sanen sej arajn in an achssanje3). LIn wi di iden hoben gesen, as der grejßer row, reb Tewele, kttmt, sanen sej ale ufgeschlanen, un hoben opgegeben dem row grejß kowed*). Geforen is der row klajben'') gelt af a wichtige sach; farschtejt sach, a wichtige, as reb Tewele alejn is geforen fun ejn schtctel in cli andere! Un wu sej flegen onkumen, flegt men dem row objjcbcn dem greßten kowed. Der balagole is schtark tn'kane*) gewen dem row. Hot er cm ejnmol gesogt: „Rebe, ich wolt ajeh geweit epeß beten! Ot a nareschkart! Mir wilt sach wLwen, wiasej me filt sach epeß, a me hot asq fil kowed, wi ir; wolt ich ajeh welen beten, lomir sach ejn ejnzigeit mol iberton die klejder, ich'l onton ajere b'godinv), un ir tut ort rnajnc balagolesche*), wein die mentschen tracliten, as ich bin doli der grejtier goen reb Tewele, un sei wein mir opgeben kowed!" Sogt der row zu-n-em: „Ich wolt doß dir geton, Itschenk«, nüt'n schensten fargenigen; nor gut, ich'l ') Der Rabbi und der Fuhrmann. — Zum näheren Verständnis: ej wird mit langem e gesprochen und geht auf ein deutsches e oder d zurück, ej, gesprochen mit halboffenem ö, entspricht dem deutschen au oder langen o (grejß =» groß), die deutsche Vorsilbe ab erscheint hier als ob und op (opeben abgeben). ') Leuchte, scharfsinnig und wohlbewandert. Gasthof. ') Ehre. ') sammeln. *) neidisch. 7) Kleider, fcihnnännischett. dir geben majne b'godim; ober wu weßtu nemen tejre? wi is, as nie wet dich woß fregen, weßtu sach doch banareschen!" Macht Itschke: „Ai, rebe! farloßt sach af Itschken! a bissete farschtej ich ejch di schwarze pintelach')." Dem row is glat gefeiig geworen di hamz.oe»0); is gut! Gesogt, peton! Un asej foren sej, reb Tewele is balagole, un Itschke is doß der goen. Ongekumen in a seht et el, farforen, wi gewejntlach, in achssanje. Un in achssanje hoben sach schejn gehat ufgekliben a ssach mentschen, m'kabel ponim sajn11) dem grejßen row. Un wi sej sajnen bejde arajn, hoben sach di mentschen ale ufgchejbcn, doß is doch nito woß zu rejden. Un jederer is gegangen zu Itschken, geben scholem12): „Scholem-alejchem, morejnu w'rabejnu13)!" A klal, eß hot sach geekt di weit! Opgegeben alemen scholem, hoben sach di iden awekgesezt neben a tisch, un gemrmen Itschken in miten, un reb Tewele — er is doch a balagole — hot sacl; awekgesezt ergez in a winke! un hot sach gehejßen geben a glos bronfen»*. Sizendik asej in winkel, hot er sach gut zugehert woß wet do wern mit Itschken. Inmitten hert er, wi ejner fun die balabatim1*) fregt Itschken: „Rebe, ot grod ejder ir sajt gekumen, hoben mir do geret wegen a schtikel M'harscho1^ wos eß is sejer kosche,T) zu farschtejn; wölten mir beten dem reben, er sol uns doß m'waer sajn1«)." Un er efent glajeh dem ssejfer, un der row in winkel hert, as doß is take a schwerer injen"), un er wart, woß wet do der amorez Itschke10) ton. Ober Itschke hot sach gut ajngehert zu der schtikel M'harscho, un hot alejn arajn gekukt in ssejfer; mit ejnmol scht6jßt er op dem ssejfer fun sich un sogt: „Ir sajt doß di balabatim fun schtctel? di lomdim")? an? aselche tcjrc farschtejt ir nit? aselche t?jre ken doch afile21) majn balagole fartajtschen5')! Balagole kutn nor aherl" Wüne un Minsk Ejner a id hm Kowne is gekumen kejn Wime. Er hot gehat ba sich a hunderter24), un hot cm gewolt zubljten25). Is er gegangen fun ejn krom-) in der anderer, un kcjner hot nit gehat em zu geben kein klejngelt. Is der kl arauß fun lezten krom un gesogt zu ejnem a mentschen af'n gaß: „Epeß a modne-;) schtot Wilnc: as me darf zubajten a hundert er, is nitoM) awu!" Macht jenerzu-n-em: „Noch alz besser wi Minsk! Wörcm") in Minsk, as me darf zubajten a hunderter, is nitö der hunderter!" •) Schwarze Buchstaben, d. h. hebräische Schrift. M) Einfall, i») empfangen. l!) Friedensgruß entbieten. **) Friede mit Euch, unser Lehrer und Meister. u) Branntwein, i») Hausväter, angeschene Bürger. ie) berühmten Talmudkommentar des R. Samuel Edels, 16.—17. Jh. lT) schwer. lS) erklären. >») Angelegenheit. Si>) der unwissende Itschke. ") die Gebildeten (wörtlich: die Lernenden). ") sogar. ss) erklären. ") Hundertrubelnote. ") wechseln. »•) Laden. *\ sonderbare. M) nicht da. s») denn. Er wejnt A id is amol gesessen in an achssanje1 un hot gebeten, me sol em geben epeß zu essen. Hot der balaböß2) em zugetragen a teler mit a klejn schtikele flejsch. Der id hot a kuk geton af dem majehei3), hot er ongehqben wejnen mit bitere treren. Der balaböß hot gesen, as der id wejnt, is er zugegangen zu-n-em un hot em gefregt: „Reb id, woß feit ajeh? woß ken ich ton far ajeh? farwoß wejnt ir?" Macht der id: „Ich wejn, as zulib asa klejn pizele*) flejsch hot ir gekejlet5) a ganzen okß!" Oiamisdioossor Bisdiwat6) A j'schirwnik7) hot genumen an ejdim"), a schtikel larnden9). Ejn schejnem tog sogt der ejdim zum schwer1): „Schwer, leben solt ir solt hoben mir jontcw11)." „Wossara jontew?" „Chamischoossor bischwat." Fregt der j'schuwnik: „Woß is doß far a jontew?" Macht der ejdim: „Ss'tajtsch'-)? ir wejßt nit, woß Chamischoossor is? Doß is Rqsch-haschonoloilonejß")! Roschischone ba di bejmer." Hot der j'schuwnik" nit farschtanen: woß hejßt? bejmer hoben ejch roschischone? Hot er baschlossen araußgejn in wald arajn, sen wiasej di bejmer prawen14) dem jontew. A kalter wintertog is eß gewen, hot er bngetan a waremen pelz un is gegangen. Gekumen in wald, set er, wi ale bejmer schtejn ongeton in schnejwajlle kitlenls), — jontewdig!1"5)! Un er set, wi die bejmer schoklcn sich un dawenen1') asej geschmak, schtilerhejt. Un as eß hot a fif geton der wind, hot sich der j'schuwnik getracht: doß blosen sej asej schejfor1")! Darnoch hot er darsen ejneni a bejm, a brejten mit assach19) zwajgen. Tracht sich der j'schuwnik: doß is mißtome") der chasen sejerer31)! Wi et schtejt asej un kukt af'n chasen, gejt farbaj a Dauerte2-) «' fartschepet2') sich mit'n klejdel on di zwajgen. Der j'schuwnik is sich awekgegangen un ongekumen in der hejm, fregt em der ejdim, woß er hot gesen in wald. Macht er: „Take in der emessen»*)! ale bejmer schtejen un däwencn wi zadikim-' )• Eft is mir schtark gefeien geworen. Nor der chasen is * iez*5), er tschepet87) sach mit wajber!" ») Gasthot. *) WM. ") Speise. *) Stuckelchen. ") ff> schlachtet. •) Fest des 15. Schwat, Beginn des Frühlings in Palästina, daher genannt: Neujahr der Bäume. ') Dorfbewohner. «) Eidam. ") ein wenig gelehrt. 10) Schwiegervater. ») Fest. ") was bedeutet daß? ») Neujahr der Bäume. '«) begehen. 1S) weiße Gebetkleider. le) feiertäglich. i") beten. ") Schofar. ») viele. **) gewiß. »'•) ihr Vorbeter. ") Bäuriru M) hängen bleiben. ») ja, in Wahrheit. «) Gerechte. 2«) Spaßvogel, leichtsinnig. r) fängt Händel an.

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