Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 10 (1.2.1935)
- Date
- 1935-02-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 10, 1. II. 1935 JODISCHE RUNDSCHAU Seite 5 ändert sich mit einem Schlage die Gesamtsituatiort des Landes. So wie die Dinge heute liegen, kennen die jungen Industrien nicht jenes Problem der Absatzschwierigkeit, das heute die Weltlage beherrscht. 0. Die neuen Wohnviertel. Es begann in der Haifa-Bay mit zwei Reihen von Häusern, die als Arbeiterviertel gebaut waren. Endlose Sanddünen und daraut die blassen Betonwürfel der Kleinhäuser. Von der Haifa—Akko- Straße sah man von dem Viertel nichts als die Spitze des Wasserturms. Jetzt ist dieses Viertel Kirjath Ohajitn angewachsen, es ist die Sandwelle hinaufgeklettert, man sieht schon von der Straße die langen Häuserreihen. Das Arbeiterviertel ist zu einem großen Komplex geworden, es parzelliert die Böden bis zur Chaussee hinunter und langt darüber hinaus auf die andere Straßenseite, Und nicht weit davon sieht man die Häuserreihen der deutschen vorstädtischen Siedlung, Kirjath Bialik genannt, dahinter die Bauten der Landwirte. Die Häuser, in der Regel Typcn- AnlMßlich der Eröffnung der Pipe Line in Haifa am 22. Januar schreibt der Berichterstatter der Londoner „Times": Die heutige Zeremonie hat zwar in erster Linie der Vollendung der Pipe Line gegolten, zugleich aber war sie auch ein Tag des Triumphs für die Stadt Haifa, welche seit der Eröffnung des neuen Hafens einen gewaltigen Sprung vorwärts in bezug auf wirtschaftliche Bedeutung gemacht hat. ... Es ist kein Geheimnis, daß die Regierung sich ernstlich mit dem Plan trägt, die Verlademöglichkeiten des Hafens unverzüglich im vollen Ausmaß der ursprünglichen Pläne zu erweitern, um den Anforderungen des starken Verkehrs während der Oranüen-Exportsaison zu begegnen. Eine andere wichtige Möglichkeit für Haifa, die eifrig in Palästina propagiert wird, ist der Bau einer Straße oder einer Eisenbahn von hier nach Bagdad. Dieser Plan gefällt besonders den Juden, die glauben, daß er die ökonomische Entwicklung Palästinas gewaltig fördern kann. häuser, wie sie von der „Zentralstelle für die Ansiedlung deutscher Juden" entworfen wurden, sehen erstaunlich gut aus, sind befriedigend, sowohl in ihren Fassaden wie auch in ihrer Inneneinrichtung. Ein Haus, auch noch keineswegs fertig, ist schon bewohnt, und zwar von einem vierwöchigen Säugling und seinen Eltern. Ein kleines Wesen, in diesem noch halb tingestrichenen Haus, inmitten der Sandebene, wo noch kein Hälmchen gepflanzt wurde. Aber das eine Zimmer, das schon „fertig" ist, sieht sehr behaglich aus. Man merkt es, Kirjath Bialik wird eine Mittelstandssiedlung. Die Gruppe der Landwirte im Ort legt die letzte Hand an ihre Häuser. Es ist eine ganz andere Art der Kolonisation, als sie bisher in Palästina üblich war. Da kam zuerst der Betrieb, die ersten Gebäude waren die Ställe, zur Wohnung dienten Zelte oder Baracken und mancher Siedler hat sich schon sehr glücklich gefühlt, wenn er im Hühnerstall schlief. Hier wird anders angefangen. Zuerst kommen die Häuser, dann erst Ställe und Betrieb. Und es kann vermutlich auch nicht anders gehen. Die hier siedelnden deutschen Juden sind aus dem Mittelstand, sie haben mit großer Mühe arbeiten gelernt, sie müssen, wenn sie überhaupt aushalten wollen, wenigstens ein Dach über dem Kopfe haben, und dieses Dach muß anständig sein. Die Siedler sind mitten in den Aufbau sorgen. Man muß den Stall bauen, den Wirtschaftsplan machen, die Kühe kaufen, die Küken besorgen. So mancher sitzt mit schwerem Kopf über seinen Abrechnungen. Man wird Kredite brauchen, man verhandelt mit der „Zentralstelle". Leicht ist so eine Umstellung keinesfalls und vielfach muß man die Leute, die mit Energie in eine Wirtschaft hineingehen, bewundern. Es ist auch erstaunlich, wie sich in einem kurzen Jahr das Aussehen der Menschen geändert hat. 7. Nach Norden. Die Straße Haifa -Beiruth streckt sich in einem glatten Band nach Norden. Die Gegend hinter Akko ist bisher kaum von der jüdischen Siedlung erfaßt worden. Vor einigen Jahren schuf man in Akko ein paar Unternehmungen, man sprach von einem Vordringen in die Nordgegend, aber die Resultate waren gering. Hier, nördlich von Akko, liegt jedoch eine der lieblichsten, gesündesten und fruchtbarsten Gegenden des Landes. Es ist attes Kulliirgcbiet, fruchtbarer Boden, alte Plantagen liegen hier, von riesigen Zypressen umgeben, und es gedeiht Gemüse und Obst jeder Art. Vor einigen Jahren haben deutsche Siedler, meist aus Saronah bei Tel-Awiw, einige tausend Dunam erworben und sich Wirtschaften geschaffen. Jüdische Kolonisation gab es jedoch nicht. Jetzt ist vor kurzem hier ein Komplex erworben worden, andere Käufe in der Gegend sind in Verhandlungen und es besteht Aussicht, daß ein großes Stuck hier für jüdische Landwirtschaft zur Verfügung stehen wird. Auf dem Areal, das bereits erworben ist, „N* a h a r i a" genannt, haben bereits die Arbeiten begonnen. Der Pionier dieser Gegend ist die Firma von Joseph L o e w y, die seinerzeit auch zu einem großen Teil für den Ankauf der Haifa-Bay verantwortlich war, und für die Siedlungspläne zeichnet Soskin verantwortlich. Von der Straße nach Beiruth aus sieht man den Bodenstreifen sich bis zum Meer heruntersenken. Es sind vor wenigen Tagen schwere Regen heruntergegangen, ein üraben wurde durchbrochen und die Baukolonne, die den ersten Brunnen auf dem Gelände baut, watet tief im Schmutz. Eine einsame Baracke steht auf dem Felde, da wohnen zwei Leute, die nicht erst warten wollen, bis man ihnen Häuser hinstellt, erste Siedler. Für jemand, der das Gelände nicht genau kennt, stellt sich der Weg zur Baracke als einigermaßen kompliziert heraus. An manchen Stellen sinkt man bis über die Knie ein und gelegentlich scheint es, als wollte es überhaupt nicht weitergehen. Die Bau- Kolonne hat an diesem Waten, aus dem man über und über »'erschmutzt herauskommt, ihre helle Freude. Sie hat nicht nur riesige Stiefel, sondern auch die Erfahrung von drei im Dreck verbrachten Wochen. Und gerade diese Handvoll Leute mit ihren Instrumenten und Brettern, die zusammengeschlagenen Schuppen und der Schlamm ringsum, die weite ebene mit dem alten römischen Aquädukt und den riesigen Zypressen erinnern an die vielen ersten Anfänge der Kolonisation. So sah es überall aus: ein paar Zelte oder eine Baracke, glühender Wind oder knietiefer Schmutz, und dann jach einem Jahr glatte Straße und ein dralniertes Feld, Mälle und Vieh, bestellte Felder, Häuser, eine Schule, Kinder. Hier im Norden beginnt es auch mit der Siedlung. Und «je Phantasten haben Pläne. Sie erweitern das Land nach Norden und Süden, sie vergrößern die Siedlmahl, sie verbinden Naharia mit Haifa, das einen glänzenden Markt darstellt, mit einem Band von jüdischer Landwirtschaft und Industrie. Ein Blick zurück SRpl Phasen der Kolonisation Von unserem palästinensischen Korrespondenten gl. Tel-Awiw, 24. Januar 1035 Die „heroische Zelt". Ob es Neukolonisation an einem Orte gibt, sah man früher daran, ob — entweder mitten in der nackten Landschaft oder angelehnt an schon bestehende Bauten — Zelte auftauchten. Nicht die schwarzen, flachgezogcnen der Beduinen, sondern weiße Rundzelte, in denen zwei oder drei Leute wohnen. Der Weg führte aus dieser Leinwandbehausung in eine Holzbaracke, von da, wenn es gut ging, ins Steinhaus und gelegentlich in einen Hühnerstall, der vorläufig, bis es Küken gab, Menschen aufnehmen mußte. Es gab Siedlungen in Palästina, die ein volles Jahrzehnt bestanden und von den Zelten erst zu Baracken gelangt waren. Man ging in der großen „heroischen Periode" der Kolonisation von dein Grundsatz aus: zuerst der Betrieb, dann nochmals der Betrieb, und erst dann, wenn es langte, kommen die Menschen dran. So waren die meisten Bauten, die in jenen Zeiten entstanden, die Kuhställe aus Beton. Man hatte teures Vieh, nicht die genügsame arabische Kuh, die klimasicher war und wenig Futter brauchte, dafür aber auch wenig hergab, sondern schwere Rassekühe, die versorgt und geschützt werden mußten, wenn sie dem Klima standhalten und entsprechenden Ertrag hergeben sollten. Auch die Rassehühner brauchten ihre entsprechende Umgebung. Und so fand man Jahre hindurch überall dasselbe Bild; sehr moderne, aus teuren Materialien gebaute, gut ausgestattete Wirtschaftsgebäude und daneben Zelte und Baracken, als Aufenthaltsort der Menschen, die diese Wirtschaft aufbauten. Eine Ausnahme bildeten die Kinder. Hier konnte man keine heroischen Anforderungen stellen, und auch an Orten, die für die Erwachsenen sehr schwere Wohnverhältnisse beibehielten, wurde für die Kinder entsprechend gesorgt; sie erhielten ein Steinhaus, und wenn auch bei den Eltern Schmalhans einen sehr strengen Küchenmeister spielte, erhielten sie alles Notwendige, und manchmal mehr als das. Es waren das jene Zeiten, wo das Wort Budget, die von der Zionistischen Exekutive für die .Siedlungen ausgeworfenen Gelder, die Hauptrolle in den Siedlungen spielte. Es brauchte Jahre, bis die Wirtschaft soweit entwickelt war, daß sie ihren Mann ernähren und ihn von der Hilfe der kolonisierenden Instanz unabhängig machen konnte. Alles mußte von Grund auf gelernt, ausprobiert, nachgeprüft werden. Die Bauart der Ställe und Häuser, die Bearbeitung des Bodens, die Organisierung des Verkaufs waren Aufgaben, für die es keine Vorbilder gab und die man unbehindert von jeder Tradition, aber auch von jeder praktischen Erfahrung lösen mußte. Außerordentlich viel Arbeit, praktische Experimente, wissenschaftliche Untersuchungen dienten dieser Lösung. Bis sie einigermaßen gelang, hatten die Siedler auf eine lange Kette von Fieber und Krankheiten, auf schwere Arbeit und Enttäuschungen zurückzublicken. Aber diese Jahre der heroischen Anstrengung lieferten die Grundlage für die weitere Arbeit, die Erfahrungen, auf denen die nächsten aufbauten. Die wichtigsten Ergebnisse dieser ersten Phase der Kolonisation waren die Verbiiligung der Ansiedlung und die Einführung intensiverer Betriebsmethoden, durch die die Ansicdlungsfläche pro Wirtschaftseinheit verringert werden konnte. Dazu kam die Ansammlung einer Fülle von Material über geeignete Kulturen, Vieh- und Oeflügelrassen, entsprechende Maschinen und Geräte, Formen der inneren Organisation der Betriebe und ihrer kooperativen Institutionen für Ein- und Verkauf und schließlich die Heranbildung einer Anzahl von erfahrenen Landwirten, die theoretisch und praktisch als Stütze für die kommenden Siedler dienen konnten. Kolonisation mit AuBenarbeit. Auf Grund dieser Errungenschaften ging die Kolonisation in der nächsten Phase an ihre Aufgaben heran. Das Tempo der Arbeit beschleunigte sich in überraschender Weise. Die Siedlung wurde billiger, weil man Fehler in Anschaffung und Bearbeitung vermied, und sie wurde intensiver und moderner in den Methoden. Wenn der Landwirt, der in Daganiah vor bald einem Vierteljahrhundert begann, den Pflug benutzte und damit gegenüber dem Hakeninstrument des Fellachen als um viele Jahrhunderte weiter erschien, so begann man in den neuen Siedlungen, zum Beispiel in Wadi H a warft h, gleich mit dem Traktor und einer Fülle anderer Maschinen, ohne überhaupt noch auf die vor fünf Jahren „modernen" Methoden zurückzugreifen. Damit verkürzte sich auch die erste Periode des Wirtschafrsaufbaiis, die Zeit der Zelte dauerte nicht mehr so lange, das Gesamttempo der Entwicklung wurde stark beschleunigt. Außerdem gab sich diese Phase der Kolonisation nicht mehr mit „Budget" ab. Sie tat es zum großen Teil gezwungenermaßen, weil damals die Fonds der Zionistischen Organisation am Versiegen waren und mau nicht viel von ihnen zu hoffen hatte. Aber daß es überhaupt möglich war, ohne nationale Gelder an eine Arbeitersiedlung heranzugehen, beruhte zum großen Teil auf dem wertvollen Gut, das die ersten Siedler ihren Nachfolgen! mitgegeben hatten. Mau hatte gelernt, wie es gemacht werden mußte. Man konnte dadurch sparen und schneller vorwärts kommen. Dennoch hätte diese Aktion keinen Erfolg haben können, wenn sich nicht die allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnisse im Lande von Grund auf geändert hätten. Früher waren die Siedlungen absolut auf ihren eigenen Boden und ihre Wirtschaft angewiesen. Jetzt begann die heute noch anhaltende Periode der „A u ß e n a r b e i t ". Der Arbeiter begann als Tagelöhner in einer Kolonie und brachte es fertig, von seinem Verdienst ein Minimum für den Beginn der Ansiedlung zurückzulegen. Er beschaffte sich dann zusammen mit einer Gruppe von Gleichgesinnten eine Anleihe — oder mehrere, wenn die eine nicht ausreichte — und widmete in den ersten Jahren, nachdem er seinen Boden in Besitz genommen hatte, den Hauptteil seiner Zeit der Außenarbeit, Man arbeitet in den Pflanzungen in der Nähe; man beschafft sich ein paar Pferde und leistet Gespanndienste; man vermietet den Traktor der Gruppe zusammen mit dem Führer für gutes Geld in der Umgebung; man grübt Brunnen; man geht auf Bauarbeit in den nahen Kolonien, was heute ganz, beträchtliche Summen einbringt. Die eigene Wirtschaft wurde sozusagen nebenbei erledigt, und wenn sie vielleicht auch nicht so genau bearbeitet werden konnte, wie man es gern gehabt hätte, so war doch das erste Gebot, die hohen Löhne der Konjunktur auszunützen und so viel wie möglich an Kapital für die eigene Wirtschaft zu erhalten. Später, wenn der eigene Betrieb genügend entwickelt war, konnte man sich dann dorthin zurückziehen, alles Nötige ausbauen und sich eine solide Grundlage schaffen. Hier war eine ganz neue Art der Finanzierung u n d des Wirt, s c h a f t s a u f b a u s. Sie beherrscht heute die Arbciterkolonisation. Ob es sich um eine Gruppe von EiiizcKicdlerrt handelt oder um eine Kollektivwirtschaft, der Weg ist der gleiche: Lohnarbeit, Beschaffung einer geeigneten Bodenfläche (oft durch eine Anleihe an den Keren Kajemeth I.ejisrael), Erstellung der notwendigsten Gebäude, Fortsetzung der Außenarbeit und gleichzeitiger Wirtschaftsaufbau, durch Anleihen verschiedener Banken finanziert. Mittelstands - Siedlung der Einwanderer aus Deutschland. Jetzt macht sich im 1 ande das Zeichen einer dritten Phase der Kolonisation bemerkbar, das wieder in seiner Art ein vollständiges Novtim darstellt. Es hat seine Urheber in der Einwanderung aus Deutschland und ist bedingt durch die I igenarf diesem neuen I Icmeiils. Bisher gab es im Lande zweierlei: entweder Arbeitersiedlungen, die absolut auf der eigenen Arbeit de. vierf. lers aufgebaut waren, oder tu i t t e! s 1 ä u d i s c h e K o l o - nisation, die eine größere Fläche pro Einheit hatte und sich auf I ohnarbeit einrichtete. In diese letzte Publik gehörten zum Beispiel jene Mitglieder der „vierten Alij.di", die Mittelständler aus Polen, die sich entschlösse!!, anfs I;uul zu gehen und ein gut Teil zur Entwicklung der Sch.aionebene beigetragen haben. Auch sie schichteten um, auch mC kümmerten sich selbst um ihre Wirtschaft und arbeiteten mit, aber sie hielten Arbeiter. Im Mittelstand aus Deutschland ist die Tendenz zu spüren, bei der Umschichtung in die Landarbeit die Wirtschaft auf Eigen arbeit .aufzuhauen. Die Gründe dafür liegen zum Teil in den im Verhältnis, zu ihrem hohen Standard begrenzten Mitteln der Siedler, die eine große, auf Lohnarbeit aufgebaute Wirtschaft ausschließen, zum Teil in den bescheidenen Boden flachen, die zur Verfügung stehen und — jedenfalls bei einem Teil, der zionistisch stark fundiert ist — in einer ideologischen Neigung zur Selbstarbeit. Freilich sieht ein großer Teil dieser Siedlungen in ihrem Beginn genau umgekehrt aus wie die ersten nationalen Siedlungen. Da kann keine Rede sein von Zelten und vielfach auch nicht von Baracken. Wo mau diese Wirtschaften im Entstehen sieht, sei es in Judäa oder im Scharon, in Samaria oder in der Haifa-Bay, da fallen zuerst die groben Wohn bauten ins Auge. Es sind bequeme Häuser, modernen Ansprüchen entsprechend gebaut, für den alten Palästinenser ebenso überraschend in ihrer Große wie in ihrer Ausstattung. Spricht mau mit den Siedlern über Anlage und Einrichtung des Hauses, so folgt fast immer eine Geschichte über den „falschen Start". Da hat man ihnen geraten, Möbel mitzunehmen, und es begann in Palästina ein wahrer Leidensweg mit Unterbringungsschwicrigkcitcn, Reparaturen, Transport und — last not least — überflüssiger vermehrter Arbeit für die Hausfrau. Der Witz gibt um, die neuen Siedler hätten die Häuser „um ihre Möbel Im umgebaut". Und in der Tat muß man sich ersi daran gewöhnen, mit diesen Gestalten, die schon durchaus wie Arbeiter aussehen und gerade von der Fütterung der Enten und der Tomatenemte hereinkommen, in einem überaus komfortablen Zimmer bei einein sehr geschmackvoll gedeckten I i-ch zusammen zu sitzen. Eis ist, als stoßen entfernt liegende Welten zusammen. Es scheint also, als fange diesi gewissermaßen beim Dach an, also das oft mitten in noch unbearbeiteten noch unvollendeten Kuhstall gegenüber jedoch bei dieser Ansiedlung nur so zu gelnn. I s haie.h um Menschen, mit denen wohl noch nie auf der Welt I-. siert worden ist. Auch die früheren Stadien der Koloni wurden in Palastina von Menschen durchgeführt, d Grunde nicht, viel mehr mitbrachten als Begei-terinu guten Willen. Aber diese Menschen w.ueu jung und hatten geringe l.cbensauspniche. Die Deutschen sind zum teil ältere Leute mit Familien, und sie haben einen h.ilnn Standard. Wenn diese Menschen nicht vom ersten Moment an ein Dach über den Kopf bekommen — und wenn möglieh sogar eines, das nicht rinnt! — dann wird schon der erste Anfang in Frage gestellt. Auch in den früheren Stadien der Siedlung hätten wir viel an Kraft und verlorenen Krankheitstagen gespart, wenn wir die Menschen von Beginn, an anständig hätten unterbringen können. Der Wert der Erfahrung. So verschieden diese einzelnen Phasen der Siedlung voneinander sind, so sind sie doch notwendig auseinander hervorgegangen. I ine Generation baut auf den Erfahrungen der vorigen auf. Ohne I »agauuh und Nahalal wäre Wadi Hawarith nie entstanden. ( Mine diese beiden wären die mutigen Neulinge aus Deutschland heute unfähig, sich durch den Wust des Neuen und Schwierigen durchzuarbeiten. Die Ausbreitung der landwirtschaftlichen Siedlung in Palästina war kein leichtes Werk. Ihre (u schichte ist voll von Hunger, Fieber, Enttäuschungen und Eehlexperimenten. Aber sie zeigt ein noch höheres Maß von Mut und freudiger Arbeit, von dauerndem Aufstieg, und fruchtbaren Neuerungen. Wenn man heute daran gehen wird, einen neuen, großen Siedlungsplan zu verwirklichen, so kann man es, ausgestattet mit einer reichen Erfahrung und gestützt auf die Arbeit der letzten Jahrzehnte. plötzlich zwei sehr deutsche Sie leim W o Ii ii Ii 1 cldcrn und steht, t s s <■ |, Illing i II ,s , •in ein e i n t sich ,h:!liation c im und lcll<ng«^| hlunt tfM -18 Üb* ' Uhr, «J io IM smm) £ MoDt^M*/rop^Ass^ Bj^jj^l^^Bfgp— &l J» Jn al'&a 0mschlag*9en <*csci *4U DE COVO°Nf *B4D£SAa trz gc* Virtjreiche vorder» hängig Volks-;r veren die* hnung welche eutsch heute u. a.fl ihrer Jude irische bt ist., nichts* erklärt: /ol rmdersf noralijefühl i der« ifstieg} reitet, rsenen dieses utsche entutt» Ja-- urderfjüditt alle iische m env ufhör« sehe* icern/4 über Feind .^Auß^,, rturaa des l Ge- * »*. . * dtp;. über?» aus :ntr? der uden] udejl ldenartin keim schert von Vleer /ater ver» ' Wer und au/ daß d engen, Frei- >rse: ä fernen leut- Leo iapihrer und tere so- Dn" zuden 3 au nter lner •ter, ach iter in ziatntten au-;e« Je-, ihr elf dias oralen le- «K