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Jüdische Rundschau · 1935-01-29 · Heft 9 (29.1.1935) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 9 (29.1.1935)
Date
1935-01-29
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nr. 9, 29.1.1935 JODISCHE RUNDSCHAU Seif« 7 Franz Werf eh (3. Fortsetzung) Der Weg der Verheißung Rp! In der letzten Fortsetzung unserer Veröffentlichung von Werfeis Bibelspiel brachten wir den Beginn des zweiten Teils, Moses Berufung und den Kampf mit dem Pharao bis zum Auszug der Kinder Israel aus Ägypten und der Rebellion in der Wüste Sinai, während Mose auf dem Berge Gottes Gebot empfängt, und dem Aufbegehren des Widersachers in der mittelalterlichen Gemeinde der Rahmenhandlung. Hier schließt unsere heutige Fortsetzung unmittelbar an. Copyright by Fraoi Werfe!, Wien. (Nachdruck verboten) LESUNG DES RABBI: „Und als das Volk sah, daß Mose säurote, da versammelte es sich um Aaron..." Straße und Höhle werden hell — Tief in der HOhle sieht man eine düstere Feuerglut. In dem freien Raum vor der Höhle slelm Aaron, Mirjam und der Widersprecher — Recht*, und links lagern Männer und Frauen des Volkes DER WIDERSPRECIIER: Wie viele Tage schon sind es? DAS VOLK: Vierzig! DER WIDERSPRECIIER: Und vierzig Nächte. Er kehrt nicht zurück. Vielleicht gab ihm Gott eine andre Sendung Bei einem anderen Volk... DAS VOLK: Wehe uns! DER WIDERSPRECIIER: Nun sind wir herrenlos arm... AARON: So wartet Nur noch zum Sabbath .. . DER WIDERSPRECIIER: Ein Volk ohne Gott, Wie kann es warten? MIRJAM: Nur diesen Tag noch! DER WIDERSPRECIIER: Das Volk hat sein gutes Gold dir gegeben, Die Ringe und Ohrgehänge der Fraun, Damit du ein göttliches Kalb uns gießest, Wie wir's in Aegypten neidisch gesehn. Ein Gott, der sich für Aegyptcr bewährte, Ist gut auch für uns. Mißtrauisch: Wo hast du das Gold? AARON: Das Bild ist gegossen... DER WIDERSPRECIIER: So bring es vor uns. Das Volk will verehren... Sonst fürchte die Rache! DAS VOLK: Sonst fürchte die Rache! AARON: Ich fürchte die Rache... Mann Mose, wo bist 'du?... Du läßt mich allein... Er geht mit dem Widersprecher und vier anderen Priestern in die Höhle. Mirjam sinkt weinend zusammen Doppelgeschehen Himmelstreppe Straße und Höhle Engel wandeln an Mose vorbei. Sie hallen die leuchtenden Urbilder der heiligen Gegenstände des Stijtzeltes ihm vor das Antlitz DIE ENGEL: Dies ist der Gnadenthron. Bilde ihn nach... Dies ist der Schaubrot- Tisch ... Dies ist der Leuchter. Dies ist die Lade ... EIN HOHER ENGEL (steigt von der Höhe unmittelbar auf Mose zu. Er trägt die grell erstrahlenden Gesetzestafeln in der Hand): Und dies sind die Tafeln, Des Herren Vermächtnis an Israel. Mose streckt langsam die Hände nach den Tafeln aus und ergreift sie DER ENGEL: Nun steige hinab und siehe dein Volk! Mose steigt, die beiden Tafeln in den Armen, die Himmelstreppe herab, die hinter ihm erlischt und wieder das wolkenbewegte llimmelsstück bildet. Er betritt die aufleuchtende Altarbühne, wo ihn Josua auf den Knien erwartet Das Volk hat sich mit brennenden Augen und ausgestreckten Armen immer mehr der Höhle genähert. Der Widersprecher tritt hervor. DER WIDERSPECHER: Dies ist der G<)tt, der uns siegreich geführt hat Und aus der Wüste erlösen wird... Das Goldene Kalb wird aus der Höhle fresehohen und von den Priestern auf Tragstangen hochgehoben 1s ist ein trauter Gott, den wir kennen, Ein Gott aus Gold und kein Gott aus Geist. DAS VOLK: Wir wollen opfern, wir wollen feiern, Mit Ilarfengesang und mit Reigentanz. Eine fanatische Musik beginnt — Hinter dem Goldenen Kalb, das die Straße emporgetragen wird, bildet sich ein tanzender Zug. Der Volksgesang wiederholt ad libitum die folgenden Verse: Dies ist der Gott, der uns siegreich geführt hat Und aus der Wüste erlösen wird. Zuletzt folgen Mirjam und Aaron mit tiefgebeugten Häuptern. »i MOSE (zu Aaron): Was hat dir, Aaron, mein Volk getan, Daß du die Schuld in ihm hast entzügelt? AARON: Dein Volk liegt im argen ... Nicht zürne du mir Du hast mich verlassen... MOSE: Groß ist die Sünde. Herr, gib mir die Kraft, daß ich dich versöhn! Alles wird rasch finster bis auf die A 11 a r b ü h n e. MosQ besteigt sie und wirft sich Gott rufend hin MOSE: Herr ... Herr... Herr... DER STRAHL (bricht durch die Schleier der Himmels* treppe wie im Kampf Abrahams um Sodoms Gerechte): Lasse mir meinen Zorn! MOSE: Dein Zorn entbrennt, das Volk zu verderben. Hast du uns nur aus Aegypten geführt, Daß dich die fremden Völker dann höhnen: Der Herr errettet, damit er vertilgt? DER STRAHL: Aus d i r will ein neues Volk ich iitim) gründen. MOSE: Aus Und \ er. .. was ist mein Verdienst? und Jakob sind gar nichts? heilige Bund, für den sie gelitten? laubigen Toten sein Wort? reckt seine Arme mit stützen Um der Wenn der Zug des Volkes den linken Seilenschauplatz erreicht hat, wird die ganze M ittelbühne hell, die nun das Lager in der Wüste bedeutet. JOSUA (streckt erregt die Arme nach Mose aus): Gebieter! Es steigt ein Geschrei aus dem Lager Und wälzt sich näher wie Haß und wie Krieg. MOSE: Weit ärger als Krieg und als Haß, mein Josua. Ich höre kreischenden Greuelgesang. Sie steigen auf die Mittelbahne hinab. Im setben Augenblick erscheint links der Zug des Goldenen Kalbes MOSE (hebt die Tafeln beim Anblick des Goldenen Kalbes hoch über den Kopf und zerschmettert sie. Das Volk fällt nieder. Der Abgott kracht zur Erde): Heran zu mir, all, was noch Gottes ist! Aaron und Mirjam stürzen zu Mose. Weißgekleidete Leviten folgen. Allmählich kriecht das ganze Volk auf Knien zu ihm mir ... aus mir Abraham, Isaak essen der Plan und An den sie geglaubt Der Herr bricht den (Er reckt die Arme hoch) Ich will diese beiden Arme nicht senken, Bis du meine Wahrheit erkennst und vergibst! Auch der Rabbi im Ii et ha u s Thorarollc hoch. Die Frommen DER FROMME: Stützet die Arme unseres Lehrers! In diesem Augenblick kämpft er in Mose für uns. MOSE: Doch schweigt die Gnade, so lösche mich aus, In Ewigkeit lösch mich aus deinem Buche, Daß Israel lebe für seinen Weg. DER STRAHL: Gelöscht wird, wer sündigt. MOSE: Dann häufe die Sünde Des Volkes auf mich. Ich trag sie allein. Auf mich alle Sünde! DER STRAHL (nach einer langen Pause, sehr weich): Mose, steh auf! Um deinetwillen hab ich vergeben. Der Strahl verlischt. Alles finster. DER FROMME IM BETHAUS: Um Mose willen ist uns auch diesmal vergeben... (Weitere Teile folgen) Neuhinzutretende Abonnenten erhalten auf Wunsch die bisher erschienenen Teile des Werfel-Dramas kostenlos nachgeliefert. Wie gestalte ^<*'1 den SehaIiUai? Für Schabbat, 2. Februar Wochenabschnitt „Mischpatim" (II. M. Kap. 21, 1-24, 18.) I. Zu Beginn des Oneg Schabbat lesen wir aus Edmond Flog, Moses vor, und /war das Kapitel „Die Schule des Himmels" (S. 90. Uli), das viele Midraschim zum Kap. 24 unseres Wochenabschnitts enthält. Im Vers 7 des 24. Kapitels stehen die für das Judentum grundlegend gewordenen Worte: „Sie sprachen: Alles, was ER geredet hat, wir tun's, wir hören's!" Achtet auf die Reihenfolge! Erst: wir tun's, dann: wir hören's. Laßt euch die dazugehörige Bemerkung des Talmud (Schabhat 88 a unten bis 88 b) vorlernen und unterhaltet euch über die Rolle der Tat im System des Judentums. II. Unsere Sidra enthält viele grundlegenden Rechtsvorschriften. Wir greifen Kap. 21, V. 23 25 heraus und unterhalten uns an diesem Schabbat über das bekannte „Auge um Auge." S. R. Hirsch weist auf Grund halachischer (Quellen nach, daß es sich hier um ein Rechtsprinzip, nicht um ein Gesetz handelt. Wichtig ist in diesem Zusammenhang insbesondere die Schrift von B. Jacob ,„Auge um Auge" (Philo-Verlag, 1029), die sich ausführlich mit dem sogenannten „jus talionis" beschäftigt. Mit den Jüngeren unterhält man sich über grundlegende Fragen der jüdischen Sozialgesetzgebung (Kap. 22, 20- 26 und Kap. 23, 9—12). Reachtet den Vers: „Ihr kennt ja die Seele des Fremden, denn Fremde wart ihr im Lande Aegypten." Weist hin auf die Stellung des Judentums zum Fremden. III. Zwei grundlegende Bestimmungen über die Speisegesetze finden sich in unserem Wochenabschnitt: Die Verbote „trefa" zu essen und Milch und Fleisch zusammen zu Renießen. S. R. Hirschs Kommentar ist grundlegend für das Verständnis dieser Verbote und auch insofern interessant, *ts er vertraut macht mit der talmudischen Hermeneutik (Gesetzesauslegung). Es empfiehlt sich, nach gründlicher Vorbereitung diese Dinge auf einem Oneg Schahbat einmal ausführlich zu behandeln. Wenn ihr ein übriges tun wollt, lest deti_ Aufsatz von Josef Carlebach, „Religionsgesetz oder JyRicnische Vorschrift?" (Hygiene und Judentum, Dresden 'WO, Verlag J. Sternlicht). Als Haßtara wird Jirmijahu Kap. 34, 8—12 und Kap. 33, 2(j gelesen. Sie ist besonders interessant für die damalige politische Situation. Der Zusammenhang mit dem Wochenabschnitt besteht in der Anordnung des Königs Zidkijahu, die jüdischen Leibeigenen freizugeben. f. Als Psalm wird für diese Woche Psalm 72 empfohlen. Der Oneg Schabbat der Palästinawoche In diesen Tagen beginnt im ganzen Reich die Palästinawoche. Ucberallhiii soll der Gedanke des Palästinaaufbaus getragen werden. Daher sollte der Oneg Schabbat dieser Woche ebenfalls im Zeichen dieses Gedankens stehen, zumal ja der Gedanke des Oneg Schabbat selbst aus Palästina stammt. Deshalb soll in dieser Woche der Scliabbat ganz und gar Palästina gewidmet sein. Das kann auf vielerlei Arten geschehen, nur nicht auf eine rein lehrhafte, wie wir es gewöhnlich bei der Beschäftigung mit Palästinakunde tun". Es muß aufgelockerter geschehen. Einige Möglichkeiten seien hier gezeigt. Für die Jüngeren empfehlen wir Palästiuageschichtcn und verweisen z. R. auf den „Retter von Chula", von dem wir schon sprachen. Sicherlich kennt ihr ihn inzwischen. Sonst schlagen wir euch folgende Themen vor: 1. Das palästinensische Lied. An diesem Oneg Schabbat werden nur palästinensische Lieder gesungen. Es muH aber auch auf die alt-orientalischen und die jemenitischen Rücksicht genommen werden. Vielleicht kann jemand ein Referat halten, etwa wie wichtig für eine nationale Bewegung das Lied ist, wie es keine nationale Bewegung ohne Lied gibt und warum nicht, welche Rolle Tanz und Musik bei den Juden überhaupt spielen, wie auch beim Vorlesen der Thora gesungen wird (vgl. das Singen des Koran). Der Oneg Schabbat soll möglichst mit einer Horra enden oder aber feierlich mit der Techsaknah. Von Liedern der Bibel kann man lesen: das Lied am Schilfmeer, das Trauerlied Davids auf Jonathan, das Kapitel 5 des Jesaja oder das Frühlingslied aus dem Hohelied. 2. Die Feste Palästinas. Kurzer Ueberblick über die Entwicklung der Feste. Die Entfernung der Galtithfeste vom wirklichen Leben. Beispiele: Esrog und Lulaw, die aymbole auf dem Sedcrtisch. Welcher Weg vom Esrogstrauch, von dem man die Frucht pflückt, bis zur Silberschale, in die man den Esrog tut! (Thema: Von der Natur als Symbol zum Symbol des Symbols!) Wie leer und ohne Leben die Palme, die nicht mehr unser Baum ist! Dagegen die Feste in Erez Israel! Versuch der Rückkehr über die eigene Arbeit und den eigenen Boden! Aber auch das ist problematisch, nur ein Versuch! Beispiele: Chag hamajim, das Fest des Wassers! Chag habikkurim, das Fest der Erstlinge! Wie sieht in Palästina Peßach aus, Purini, Chanukkah? Wenn ihr alte habt, seht die Berichte nach, zeigt Rundschau-Nummern Bilder! 3. Das Heldentum im Lande Israels. \X'as ist ein Volk ohne Helden? Palästinas Größe ist, daß es Helden hervorgebracht hat, nicht billige Renommisten, sondern wirkliche Helden. Für die Behandlung am ( )neg Scliabbat gibt es zwei wichtige Bücher: das Buch „Jiskor", welches im „Jüdischen Verlag" erschienen ist, und «las kleine vom llechaiuz herausgegebene 1 leitchen: „Tel Chaj". Lest daraus vor. Heber die Schomrim, die Wichtigkeit vier jüdischen Wacht im Lande muß gesprochen werden. Aus der Bibel, als Zeichen für das Heldentum im Lande von einst, könnt ihr Richter und Könige durchlesen. Ihr werdet dort von einem starken Judcngeschlcchte hören. Für Jüngere: meine „Geschichten aus der Bibel" (bei Erich Reih), für ganz Kleine meine „Helden und Abenteuer der Bibel" (bei Baumann). Von Auerbach gibt es ein schönes Jugendbuch, das vielleicht der eine oder andere noch hat: „Jcrubbaal". J. P, Carlotta Cambiati. Am 19. Januar verstarb in Berlin im 65. Lebensjahr die frühere Opern- und Konzertsängerin Carlotta Cambiati, die einst sehr bekannt war. Die Verstorbene war Jüdin. ttPX VdV nnay Hebräifchfürjedermann I. Auflage — vergriffen Auflag« — im Druck Die neue Auflage dieses Lehrbuches von Dr. S. Kaleko, dem Leiter der Hebräischen Sprachkurse der Berliner Zionistischen Vereinigung, wird gerade neu gedruckt. Wer dieses Buch besitzen will, das leicht und schnell ins Hebräische einführt^ bestelle für RM 2,40 (zuzüglich Porto) bei der Verlags-Abteilung, Berlin W15, Meinekestraße 10. VERLAG DER JÜDISCHEN RUNDSCHAU rs'* rz ge« flirt* reiche ordert längigs Volks-, r ver- :n die inung zeiche :ut$cb heut« i. 3.3 ihrer Jude rische 3t ist... nichts» rklärti oXM ndera oralitefühl dem fstiegj eitet, senen lieses tsche ntun» J U rrdenf jüdit alle; ische n e tu fhörycher» ern/* über?eindl ^AUB-^I <umav*r^| des Gedqn. ibep» aus n t'tm i der jden jdenj denartin kein rhen von \ttr äter ver>- ' Wer und auf daB lenjen, :reirse: iftsnen eut- Leo apilrer jntl ere so- >n" Zilien iau iter ner ter, ich ter in Tanten .u-' en e-. hr, Hü ias iril- :n( «•»' «B,

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