Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 9 (29.1.1935)
- Date
- 1935-01-29
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Sefte? JODISCHE RUNDSCHAU Nr. 9, 29.». 1935 man darf nicht verkennen, daß neben diesen Unsicheren so manche gestanden haben, die in ehrlicher Uehcrzcugu ng den Weg in die deutsche und europäische Umwelt zu gehen suchten und liierfür oft genug litten. Trotzdem: der Kern des Judentums und seine tragende Schicht müssen diejenigen sein, die die Aufgabe der eigenen Art niemals akzeptiert haben, die wohl bereit sind, in geistigen Konnex mit der Umweit zu treten, aber stets Herren dieses Vorganges bleiben wollen. Lehnt so das nationale Prinzip die Entnationalisierung ab, so muß es daneben ebenso sehr von der Gleichberechtigung der verschiedenen nationalen Erscheinungen in der Welt überzeugt sein. Die Menschen sind gewiß nach Rassen und Völkern verschieden — aber alle diese Gruppen bilden eigenartige Blüten am Baum der Menschheit, jede in ihrer Besonderheit wertvoll und mit den anderen nicht zu vergleichen, doch vor einer obersten Instanz nicht v e r s c h i e d e n w e rt i g. Diese Erkenntnis muß gerade von uns heute eindringlich vertreten werden, wenn gelegentlich versucht wird, uns als rassische O r u p p e zu d i f f a in i e r e n, indem uns bestimmte Eigenschaften abgesprochen oder nachgesagt werden. Wir begrülSen es, daß gegenüber dieser Tendenz, die uns als Juden in unserer Ehre kränkt und gen der Umwelt zu uns vergiftet, inehraiis»e«.pmchen worden ist, daß der Stolz igene Volkstum und seine Rasse i i t e i n er Herabsetzung anderer e r b u n cl e n s e i n s o 11. Die heute von *chn-n Richtlinien zur Frage der rassischen Erziehung jn tic;i deutschen Schulen sind in diesem Sinne gehalten und können gerade durch ihre besondere Bedeutung für die Erziehung der jungen Generation auch für uns luden von großer Bedeutung sein. Daß in dieser Hinsicht noch einiges zu klären ist, beweist die ebenfalls heute von uns publizierte Erklärung der R e i c h s v e r f r e t n n g, die sieh mit einer Rede des Ganiriters Julius Streicher beschäftigt. Wir haben zu (V t A'!Te!e:>e:tbci1 bereits in unserer Ausgabe vom 22. 1. Stellung genommen. Es ist niemand damit getiii iig wenn in einer Zeit, in der durch die geschichtlichen Umstände die Spannung zwischen zwei Gruppen an sich erheblich gesteigert ist, durch Behauptungen wie die in der Rede Streichers enthaltenen diese Spannung unnötig verschärft wird. Wir Juden selbst wissen, dal] die Judenfrage nicht nur für uns, sondern auch für die davon betroffenen Völker ein Problem ist, das nach einer Lösung verlangt. Solange jedoch versucht wird, uns Juden als Gruppe zu diffamieren, sind wir von einer für alle Beteiligten akzeptablen Lösung noch weit entfernt Wir deutschen Juden wissen, daß uns der Staat die Aufgabe gestellt hat, unsern Weg selbst zu finden und im eigenen Kreise zu wirken. Die Zeit der Auflösung des deutschen Judentums ist beendet — leider nicht durch den freien Entschluß der Juden selbst, sondern unter äußerern Einfluß. Wenn wir uns ein Leben eigener Art aufbauen wollen, so brauchen wir dazu zweierlei: ein Maß wirtschaftlicher Bct ät i gu n g s m ö gl i c h k c i t, um unsere Existenz tu erhalten, und die Zubilligung der Ehre, die jede Gruppe im Völkerleben wie die Luft zum Atmen braucht. Wir glauben und hoffen, daß auf Grund der nationalen Idee, die in Deutschland maßgebend ist, sich der Gedanke durchsetzen wird, der in wichtigen Aeußerungen bereits vorhanden ist, daß bei aller Abgrenzung und Differenzierung eine rassische Diffamierung der Juden unterbleibt. Dies wird nicht nur für uns Juden, sondern auch für die deutsche Gesamtheit wertvoll sein. K. L. Amerikanifche Reisebriefe Von Ernst Kahn Numerus clausus-Wünsche In Estland Gc"cn Deutsche und Juden t (•i r. mit'-- Lnn!■ um An!r<- sat rieht Ii wir<t, i Miinli c 1 a ii! u geführt, e.-ib »,i und siebenmal zur Gesnmthev •,n ii - t i i ,'•,[•, - *i i -"f V" 'niirig des Unterrichts- \ i i •; . •: i i: Studenten in die f ' bi ginnende Semester ■ i ' Zeit hat der starke i.- :;e t-rregt. In diesem Zu- •'ensthaft an den Unter-! i, in welcher empfohlen ' r :i <i er „völkischen t i n i -i 1 < - e n d e r e n numerus h t i n In r Denkschrift wird aus- ...it Unit mlUbma! mehr Deutsche mehr Juden studieren, als, im Verhältnis ■!kertin;."e/ahl gerechnet, Studenten estnischer / U T Du Nationalität. Die Denkschrift enthalt den Vorschlag, im Fall der Einschränkung der Studenten zahl nette Studenten nur im Verhältnis zur Gesamtzahl der ein/einen Nationalitäten in der Bevölkerung Estlands aufzunehmen. Antisemitische Propaganda in Griechenland Athen, 24. Januar. (JTA.) In Athen wurden Flugzettel verteilt, in denen zum Boykott jüdischer Geschäfte aufgefordert wird. Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Rat vom Innenminister Chlor os eine dringende Untersuchung zur Feststellung der Urheber dieser Boykottpropaganda verlanget. Der Minister versprach die Durchführung dieser Untersuchung und strenge Bestrafung der Sehn kl igen. Die „Vereinigte Nationale Front", in deren Namen die Flugzettel unterzeichnet waren, hat erklärt, daß ihr Name mißbraucht wurde und daß sie mit dieser Aktion nichts zu tun habe. Jüdische Kaufleute in Athen haben auch Drohbriefe erhalten, in denen sie aufgefordert werden, ihre Geschäfte zu liquidieren. Die Briefe wurden der Staatsanwaltschaft Obergeben. ItätUrfeH Tuitoty: läHdei-JlundöcUau, Mit dem heutigen Aufsatz wird die Serie von Sechs amerikanischen Rcisebriefen unseres Mitarbeiters Ernst Kahn abgeschlossen. Die vorausgehenden Reisebriefe erschienen in der „Jüdischen Rundschau" 1934, Nr. 89, 90, 93, 99, 1021 103. Unser Mitarbeiter Ernst Kahn wird auch weiterhin über Ereignisse des amerikanisch-jüdischen Lebens berichten. Red. VI. Etwas vom amerikanischen Nationalcharakter New York, im Januar Optimismus der Eingewanderten. Vor einigen Tagen hatte mich die rührige „Theodor Herzl Society" („Group of German-Speaking Zionists") zu einem Referat eingeladen. Ob und wie meine Zuhörer mit dem Referenten zufrieden waren, weiß ich nicht. Wohl aber weiß ich, daß der Abend auf mich einen tiefen Eindruck gemacht hat, und zwar aus folgendem Grunde: Da saßen etwa hundert deutsche Juden und äußerten sich eifrig und mit Sachkenntnis zur Auswanderungsfrage. Im schärfsten Gegensatz zu ähnlichen Veranstaltungen in den anderen Einwanderungsländem etwa in Europa fand ich eine überraschend gute, zuversichtliche Stimmung. Uebcrall sonst zeigen sich ganz typische Depressionszeichen unter den um ihre Existenz Kämpfenden. Man fürchtet die Ausweisung, man kämpft um eine Arbeitserlaubnis usw. Beides kommt hier nicht in Betracht. Wer einmal die Einwanderung nach den Vereinigten Staaten erkämpft hat, der braucht sich weder vor Ausweisung zu fürchten, noch die Arbeitserlaubnis zu erbitten — sofern er eine Arbeit hat—, was natürlich hier wie überall ein Problem ist. Höchst wahrscheinlich hatte eine ganze Reihe meiner Zuhörer noch keine und sehr viele keine befriedigende Arheit. Aber jene Hoffnung, nun mal irgendwo die gleichen Möglichkeiten wie alle anderen zu haben, diese Chance zum Mitkonkurrieren im grausamen Kampf ums Dasein, wirkt ganz offenbar Wunder auf die Menschen. Zum erstenmal in den langen Monaten meiner Kreuz- und Querfahrten stieß ich nicht auf jenes Gefühl des Verlorenseins, das einem in Paris vor allem, aber auch in London, Amsterdam, in der Schweiz entgegentritt. In der Diskussion wurde gegen mich sogar der Vorwurf erhoben, ich hätte in der „Jüdischen Rundschau" die Aussichten in den Vereinigten Staaten zu ungünstig geschildert. Das glaube ich zwar nicht: Denn die hiesige schlimme Arbeitslosigkeit und die Uebcrfüllung mancher Berufe läßt sich nicht wegleugnen. Außerdem ist der gewissenhafte Berichterstatter verpflichtet, Auswanderungshistigen stets auch die Kehrseite der Medaille zu zeigen. Und immer wieder stößt man auf Schwierigkeiten. So ist zur Zeit eine gewisse Uebersattigung mit deutschen, jüdischen Aerzten in der Stadt New York vorhanden. Das kommt daher, daß gerade hier die Niederlassungserlaubnis kaum Schwierigkeiten bereitet hatte; im Gegensatz zu anderen Landesteilen, wo Examina nachgefordert wurden. Infolgedessen blieb die Mehrzahl der Mediziner hier. Aerzte, die nach den Vereinigten Staaten übersiedeln wollen, sollten sich deshalb ernstlich überlegen, ob sie nicht lieber die Mühe und Kosten dieser erneuten Prüfung auf sich nehmen und dann m weniger überbesetzten Gebieten des Riesenlandes einen Wirkungskreis suchen sollten. Gestern selbst noch Einwanderer. Doch zurück zum Ausgangspunkt unserer Betrachtungen! Wie erklärt sich jene zuversichtlichere Stimmung der Neuankömmlinge? Das eine ist, wie schon erwähnt, das Gefühl der Sicherheit des Aufenthalts. Vielleicht liegen die Gründe aber dodi noch tiefer. Mir scheint, daß hier auch der Nationalcharakter und einige Nationaleigenschaften die Erklärung bringen. Wenn Amerika auch, wie häufig betont, neuerdings und vorerst sehr energisch sich gegen eine Masseneinwanderung, ganz besonders aus dem Osten und Südosten absperrt, so ist doch einstweilen noch ein ganz gewaltiger Teil der Bewohner entweder seihst eingewandert oder hat Europäer zu Eltern. Ueber ein Drittel (36 Prozent) aller weißen Einwohner gehörte nach der letzten Volkszählung (1930) zu dieser Kategorie. Das sind Durchschnittszahlen für das ganze Land; sie enthalten Gebiete wie etwa den Süden oder Teile des Westens, wo seit Generationen nur wenige Einwanderer sich niedergelassen haben. Das bedeutet natürlich, daß andere Staaten einen erheblich höheren Anteil von „Neubürgern" aufweisen. Mancherorts bilden diese Amerikaner erster und zweiter Generation geradezu die Mehrheit! Vor allem New York und seine weitere Umgebung, aber auch Städte, wie Chicago, St. Louis usw., zählen hierher. Wie gewaltig der Strom noch bis in die letzte Zeit hinein floß, zeigt folgende Zusammenstellung: Die Einwanderung nach Am erlKa: 1884/1893 1894/1903 1904/1913 1914/1923 1924/1933 4.76 Mi!!. 4,00 Mill. 9.61 Mi!!. 4.56 Mill. 2.60 Mill. In gewisser Beziehung stellt der neue Einwanderer ein Glied in einer endlosen Kette dar (wenn sie auch in den letzten Jahren wesentlich dünner geworden ist). Und hier liegt erneut ein grundsatzlicher Unterschied zwischen hier und Europa. In England beispielsweise ist der Einwanderer ein Fremder und bleibt es noch bis ins zweite und dritte Geschlecht. Hier dagegen Ist es sehr schwer zu sagen, wo der eigentliche Amerikaner aufhört und der Ausländer beginnt. Es sei denn, man betrachtet die Frage vom Standpunkt jener lOOprozentigen Amerikaner, für die alle nicht mit der Mayflower gelandeten zweitklassig sind. Aber das ist zwar ein äußerst wichtiges Problem für das soziale Leben; im geschäftlichen Tun und Treiben wird es keine Rolle spielen. Man wundert sich immer wieder, wieviele Menschen mit ganz ausgesprochen fremdem Akzent hier in politischen und beruflichen Veranstaltungen ohne den geringsten Widerstand zu Wort kommen. Man kann also als amerikanische Nationaleigcnschaft eine weitgehende geschäftliche — wir betonen geschäftliche Vorurteilslosigkeit gegenüber dem Fremden feststellen. Es sind eigentlich gerade die Einwanderer, jene vom Schmolztiegei nicht richtig erfaßten, die hier Unterschiede machen, indem sie bei der Auswahl ihrer Lieferanten usw. mit Vorliebe ihre Landsleute berücksichtigen. Das aber erleichtert dk Lage für den Neuankömmling, wenn sie vielleicht auch manchmal so lange mit einer gewissen Ausnutzung Ter. bunden sein möge, solange Sprache und Landessitten Schwierigkeiten bieten. Weite des Landes. Jener sogenannte amerikanisch« Nationalcharakter ist ja überhaupt etwas Problematisches. Maa darf wohl die Behauptung wagen, daß er noch nicht annähernd so fest geformt ist, wie etwa der englische, französische, italienische oder deutsche. Dafür ist keineswegs nur jener starke Einschlag von Fremden, jenen vielen Binde- Strichamerikanern verantwortlich. Der unleugbar geringere Grad der Einheitlichkeit liegt in der Weite des Landes und der geschichtlichen Entwicklung. Trotz Eisenbahn, Auto und Flugzeug wissen die Kalifor» nier ebenso wenig von den Neuengländern, wie der New- Yorker von New Orleans. Wieviele Amerikaner, die vielleicht Europa recht gut kennen, haben ihr Land bereist? Ein noch größerer Hinderungsgritnd für ein einheitliches Nationalgefühl liegt aber in den geschichtlichen oder besser gesagt in den konstitutionellen Verhältnissen. Das gewaltige Amerika ähnelt in dieser Beziehung verblüffend der kleinen Schweiz. Der einzelne Staat wacht, gestützt auf seine Verfassung, eifersüchtig über seine Souveränität. Es bedurfte z. B. eines sehr verwickelten Auslieferungsverfahrens, bis der des Mordes an dem Lindhberg-Baby beschuldigte Bruno Hauptmann — augenblicklich das Zentralproblem der Zeitungen — vom Staate New York dem benachbarten New Jersey ausgeliefert wurde. Und der Diktator von Louisiana, Huey. P. Long, ein junger Mann, der die Gesetzgeber seines Staates derart gut erzogen hat, daß sie innerhalb fünf Minuten Dutzende von Vorlagen annehmen, ohne deren Inhalt zu kennen, kann ungestraft in Reden den Abfall Louisianas von der Union verlangen, wobei ihn auch nicht seine Eigenschaft als Bundessenator und Mitglied der Regierungspartei hindert. Die Zentralgewalt. Das einzige Pressionsmtttel für Washington liegt auf finanziellem Gebiet; heute, wo nur die Bundesregierung über Kredit verfügt und fast all die gewaltigen und höchst kostspieligen Notstandsarbeiten von ihr bestritten werden, liegt hier ein wirksames Mittel, um die ganz gewaltigen zentrifugalen Kräfte etwas im Zaum zu halten und die Macht der Zentralregierung und damit vielleicht den Gemeinscliaftsgedanken zu stärken. Ob diese Erfolge dauernd sind, oder ob nach der Ueberwindung der Depression das Errungene verloren geht, das weiß niemand. Wie aber selbst die Götter im Olymp noch Mächte über sich hatten, so sind auch die vereinigten Götter und Halbgötter im Weißen Haus und im Kapitol zu ihrem großen Kummer abhängig von ihnen sehr ungemütlichen Institutionen. Da ist vor allem der Comptroller General und der Supreme Court Jener Generalkontrolleur hat das ganze Rechnungswesen zu überwachen; er ist auf 15 Jahre ernannt, das ist länger als die Amtszeit jedes Präsidenten. Der gegenwärtige Amtshalter hat verschiedene vom Parlament und von Roosevelt beschlossene Ausgaben als verfassungswidrig beanstandet. Und die Prüfung auf die konstitutionelle Ein« wandsfreiheit ist ein rücksichtslos geübtes Vorrecht Jenes neungliedrigen höchsten Gerichtshofs, vor dessen Entscheidung gerade jetzt wieder die Regierung zittert. Einige sehr im gemütliche Zwischenfragen des Präsidenten dieser obersten Rechtsinstanz lassen nämlich einigermaßen zweifeln, ob er die Abschaffung der Goldklausel für statthaft hält. Diese konstitutionellen Bindungen ziehen sich durch das Leben von Bund, Staat und Gemeinde. Sie zeigen einen krassen Gegensatz zu der sonst so ähnlichen Rechtsauffassung des englischen Mutterlandes, das ja derartige Hemmungen nicht kennt und dem Parlament unerhörte Bewegungsfreiheit gegeben hat. Es dokumentiert eine weitere Nationaleigenschaft des Landes: einen gewissen Formalismus in juristischen Dingen. Vielleicht duldet man bisher, trotz lauter Verzweiflungsrufe junger fortschrittlicher Kräfte diese Tyrannei der Kon» titutionj weil man übereilte Schritte der Gesetzgeber befürchtet. Fehlt ja auch das Gegengewicht eines richtigen Oberhauses. (Darüber darf der Senat, so mächtig er ist, nicht hinwegtäuschen. Denn er geht genau und nach dem gleichen System und gleichzeitig aus den allgemeinen Wahlen hervor wie das Repräsentantenhaus.) Es fehlen die Klassen, die ein Oberhaus „beliefern" könnten. Es fehlt der Adel, es fehlt ein Berufsbeamtentum etwa im deutschen Sinne, es fehlt eine gesicherte Staatskirche im englischen Sinn; die Universitäten sind keineswegs in dem Maße angesehen und vor allem unabhängig wie Oxford und Cambridge. Immer noch herrscht doch der Erfolg als der entscheidendste Faktor, und immer versteht die Masse des Volkes darunter einen geschäftlichen Erfolg. Das „andere Amerika". Zwar gibt es ein „anderes Amerika", das nach anderen Maßstäben sucht Aber seine Anhänger sind quantitativ noch gering. Qualitativ sind die Leistungen, wie die neue amerikanische — namentlich die unübersetzte — Literatur zeigt, sehr beachtlich und vielversprechend. Manche erhoffen aus der gegenwärtigen Depression heraus auch eine quantitative Stärkung dieser Kräfte. Solch ein Einfluß auf den amerikanischen Nationalcharakter wäre hochwillkommen, — auch im Interesse der Europamüden, für die diese Zeilen geschrieben sind. . In dem Hochwald-Dorfe Zerf, sowie in den umliegenden Ortschaften im Kreise Saarburg sind an den Ortseingängen Schilder zu lesen; „Jude kehre um", und „Juden sind hier unerwünscht". In Gütersloh sind Schilder angebracht, die lauten: „Juden sind in dieser Stadt nicht erwünscht." In der italienischen Provinzstadt Verseiii ist ekl Denkmal zum Gedächtnis an Aldo M i I a n o, einen jüdischen f"> schifften, aufgestellt worden, der vor fünfzehn Jahren ™ Kampf mit Gegnern des Faschismus gefallen ist ItatiptsehriftleitCT! Dr. Robert Welt sc h, Berlin-Charlottenburg * Stellvertreter: Kurt Loewcnttcln, Berlin W-18. Anaeigetlleiteri" und verantwortlich für den Aijwsigentdls Helene Ch»ncin*«< Berlin N 84, Verlag und Anzeigenverwaltung: Jüdische R«ndschi"i( Berlin W 15, Mcinekcstr. 10. D.-A. Dezember 33100. — Dru«** Siegfried Schöten, Berlin-Schöneberg.