Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 8 (25.1.1935)
- Date
- 1935-01-25
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 10 JODISCHE SUNDSCHAU Nr. 8, 25. 11935 bei dem Wort TU» noch «inen neuen Buchstaben lernen müssen, das 1- Der neue Buchstabe wird groß an die Tafel geschrieben und in bekannter Weise geübt. In den bekannten Wortverbindungen wird er „gedruckt", gelesen, geschrieben. (Zur Unterstützung des Lesenlernens werden die Buchstaben in diesem |alir in vereinfachter Druckform geschrieben, we hebräische 'Schreibschrift wird erst im 2. Schuljahr gelehrt.) Ist das s f nun gut geübt, io können wir unsere „Geschichte vom HEX lp, in der der neue Buchstabe so häufig vorkommt, lesen, schreiben und „drucken". (Dieses ganze Unterrichtsbcispicl zieht sich natürlich durch mehrere Stunden hin.) Das Schreiben von rechts nach links stiftet nur in den allerersten Tafren bei manchen Kindern Verwirrung. Nach kurzer Zeit gibt es keine Verwechslungen mehr. Da die Haupt- Schwierigkeiten des Lescnleniens die Verbindung von Konsonant und Vokal, durch den Deutschunterricht schon überwunden sind, kann man rasch vorwärtsgehen. In verhältnismäßig kurzer Zeit können die Kinder Hebräisch lesen. Alle Versehen irnd Oedichtchen der Fibel werden singend auswendig gelernt. Wenn keine Melodie vorhanden ist, improvisieren Kimler und Lehrer, Manche Melodie kann auf diese Weise Gemeingut der Schule werden. Es ist selbstverständlich, da» man sich nicht sklavisch an die Fibel hält, Oclegenheitsstoffe, örtliche und zeitliche Bedürfnisse, persönliche Wünsche geben immer wieder Veranlassung, einen anderen Stoff zu wählen, einen eigenen Weg zu gelien. Vor allem die Feiertage fordern zu ihrer Zeit besondere Berücksichtigung, Ergebnisse Am Ende des ersten Schuljahres ist die Fibel durchgearbeitet. Die Kinder können Hebräisch lesen und haben gleichzeitig einen hebräischen Wortschatz, der weit größer ist als der der Fibel. Sie verstehen leichte zilsammenhlngcnde Texte und sind im allgemeinen fähig, auf hebräische Fragen zu antworten und kleine Sät/e zu bilden. Außerdem singen sie mit großer Freude eine Menge hebräischer Liedchen und spielen verschiedene lubräischc Spiele. Sie haben innerhalb des hebräischen Unterrichts das judische Jahr kennengelernt Und sprechen mit Verständnis mehrere 111313. Wenn hier versucht worden ist, Methode und Umfang des i-r.-tcn hvhr.-iisclii-n Unterrichts bei Schulanfängern darzustellen, so sollte gteich/eiiig auch gezeigt werden, daß es gar nicht notig ist, einen t mtetscliieti zwischen Althebräisch und Neuht br.iisch zu machen. L> ist dieselbe Sprache, die den OegernvartsfonlcrTingrn entsprechend mit einem erweiterten, zum Teil neuf'eMIdeten Wortschatz gelehrt wird. Nur die Methode ist vielleicht eine andere, nämlich die, die man im gesamten modernen Sprachunterricht anwendet. Erziehungsfragen In Palästina Erziehungsberatung Wir bilten, in allen Ertiehun^Hjra^tn von allgemeinem Interesse an uns zu schreiben, sowie um die Einsendung von Antworten aus dem Eeserkreise. (Red.) Antworten: Zu Anfrage 2i „Das Benehmen jüdischer Kinder in der Oeffentlichkeit". Die in Ihrer Nr, 104 veröffentlichten Antworten gehen von dem Standpunkt aus, daß es nötig ist, jüdische Kinder zu besonderer Zurückhaltung In der Oeffentlichkeit zu erziehen mit dein Hinweis darauf, daß »ie Juden sind und als solche sich bejondert diszipliniert benehmen müßten. Ich weiß nicht, ob es gelingt, in ihnen den Stolz auf Ihr Judesein zu erwecken, Indem man einerseits ihr Leben mit „jüdischen Inhalten" füllt, andererseits ihnen außerhalb des eigenen Hauses -- wegen ihrer Sonderstellung als Juden — einen Zaum anlegt. Warum sagt man ihnen nicht, daß jeder Mensch, nicht nur wir Juden, Distanz wahren muß! Daß es Belästigung des anderen bedeutet, wenn man sich auffallend benimmt, unnötig „Wahrheiten" sagt, hemmungslos lacht und schreit in einer Umgebung, in der andere Menschen lesend, arbeitend, müde von der Arbeit kommend und genugsam schon vom unvermeidbaren l ärm der Straße straoazlert, sich aufhalten! Müssen nur wir Juden uns „gut benehmen"? Jn der Oeffentlichkeit"? Ich glaube, daß in dem sich jedes Familienmitglied „dlszipliauch die UroRen gegenüber den Kleinen — Atmosphäre geschaffen wird, die das Kind e Straße' mitnimmt. Die Mahnung, sich ontlers still zu benehmen, wird ohne diese Und „besonders in einem Hause, niert" benimmt von selbst eine auch „aut eli „draußen" bes ff häusliche Vorbeieitung und mit dem Zusatz, „weil ihr Juden Seid'1 zu dem gehemmten Benehmen führen, das so schwer auf vielen jTuHsclKit Menschen liegt. Sollten wir wirklieh so überempfindlich sein, wenn unsere Kinder sich mal gehen lassen in ihrer _ Fröhlichkeit, wenn Nichtjuden um den Weg sind0 .sieht weil sie j u <1 i s c h e Kinder sind, «ollen sie nicht „laut schreien und gestikulieren", sondern weil sie andere Menschen dadurch sturen, Genau so, wie man das auch von tiichtjudist hrii Kindern verlangen muH. Fben weil tiemmungsum! Disziplinlosigkeit leine rechte Freiheit sind — und nur darum -■ sollen wir gutes Benehmen von unseren Kindern verlangen. Den Wert wahren Respekts vor anderen Menschen, Juden oder Nichtjitden, soll man ihnen /eigen. Man soll ihnen .»gutes Benehmen" im engsten Familienkreise vorleben, dann ekommen sie schon den richtigen Maßstab. Dann kommt der Abscheu vor Oesehret und' Maßlosigkeit von selbst. „Alles Bci-piel, nichts Erziehung" sagte mal ein gescheites, kleines Mädel von 12 Jahren zu seinen Eltern, als sie Sich zankten. Orete Uoldackcr, Dessau-Haideburg Zu Anfrage 4s Ihre Frage ist anders zu beantworten, wenn Ihre Kimler in einer Gemeinde mit einer jüdischen Schule aufwachsen, wo in der Freizeitgestaltung diesem elementaren Nachahmungstrieb kleiner Buben wohl in rechter Weise Ocniige getan werden kann, anders, wenn solch ein Ausweg nicht möglich Ist. Wie Kinder Predigt und Gottesdienst und was immer ihnen eindrucksvoll scheint, spielend darstellen, so auch das festliche Bild eines Aulzuges. Es kommt ja auch sehr auf die Reife der Kinder an: ganz kleine Buben müssen einfach „mittun" - größere wird man wohl schon darauf hinweisen können, und ohne qualvolle Minderwertigkeitsgefühle bei Ihnen zu erzeugen, — daß heute an manchen Dingen jüdische Kinder eben keinen Anteil haben können. Allzu weichherzig braucht man dabei nicht m werden, denn das sind wirklich Dinge, für die ein normale« Kind sich in kltuigeniäfier Weise schon seinen Ersatz schafft! Ich habe beobachtet, daß «ie dann eben in den vier Winden das „schöpferisch" spielen, was sie mitleben: Ich halte das — gerade heute ......- für eine selten übersprungene Phase kindlicher Entwicklung und glaube, daü man sie eher unterstützen, als hemmen soll. Dort Edinger, Frankfurt a. M. Von unserem Berichterstatter gl, Tel-Awiw In der „Kwuzath Schiller" (Siedlung bei Rechowoth, benannt nach dem hebräischen Schriftsteller Salomon Schiller), fand, veranstaltet von der Abteilung für Erwachsenenbildung bei der allgemeinen Arbeiterorganisation, zusammen mit -Chewer Hakwuzoth" (der Vereinigung der landwirtschaftlichen kollektiven jüdischen Wirtschaften),- eine Schulungswoche für Erziehungs- und Bildtmgsfragen statt. Das Ziel der Vortlage und Diskussionen war die prinzipielle Beleuchtung der Grundlagen unserer Erziehungsarbeit von den verschiedenen Gesichtspunkten der Lehrenden. Zugleich hatte der „Chcwer Hakwuzoth" das Ziel, bei dieser Gelegenheit Konsequenzen für die praktische Bildungsarbelt in den Kwuzoth zu ziehen. Die Referate umfaßten: Die jüdischen Werte der Kultur In der gegenwärtigen Erziehung. (Referent Prof. Gerhard Scholem.) Nationalismus und Erziehung. (Referent Max Mayer.) Aufgaben der Erziehung und Bildung in unserer Generation, (Referent Jaakow Sandbank.) Naturwissenschaft als Bildungswert. (Referent Dr. SchmUel S a rn b u r s k i.) Die Kwuzah als Erziehungswert (Referent Jedidja Freund.) Heimat als Erziehungswert. (Referent David Schmetter- 1 i n g.) Sozialismus und Erziehung. (Referenten Jehudah Kaufman n, Pinchas L u b I a n i k e r, Jizchak Schweiger.) Außerdem fanden mit Beteiligung von Ben Gurion, S p r i n z a k und Bcrl Katzenelson Aussprachen über Probleme der Arbeiterbewegung statt. An der Schulungswoche beteiligten sich 30 Mensehen aus verschiedenen Kwuzoth des Landes. Jedem Referate folgte eine Aussprache unter den Teilnehmern. Die Schulungswoche in Kwuzath Schiller bedeutet eine Neuerung im geistigen Leben des Landes. Es ist das erste Mal, daß in dieser Form, auf prinzipielle Art und in solcher Breite die Frage der Erziehung und Bildung im Lande aufgeworfen wird. Bisher gab es Kaum diese Art der Problemstellung. Die Erziehung (insbesondere unter der Arbeiterschaft) war sozusagen eine Funktion der Aufbauarbeit. Sie ergab «ich aus dem gesamten Leben des Landes und wurde zwangsläufig von ihm bestimmt. Innerhalb der Arbeiterschaft, die gerade auf dem Gebiete des kulturellen Schaffens und der Erziehung viel Initiative zeigte (Einrichtung der Arbeitsschulen in Stadt und Land), gab es kaum so etwas wie eine prinzipielle Erörterung des Erziehungsproblcms. Es standen zwei grundlegende Tatsachen fest: die Erziehung mußte auf der hebräischen Sprache fußen; Und sie führte in die Arbeit hinein. „Arbeit" bedeutete in diesen ersten Aufbauperioden mehr als einfachen Brotverdienst. Ihr lag eine ganze Ideologie zugrunde: die Rückkehr des jüdischen Menschen zu körperlichem Schaffen, seine Verbindung mit dem Boden und der Natur und — selbstverständlich eine Fülle von nationalen und sozialen Verpflichtungen und Zielen. (Eroberung der Arbelt, gegenseitige Hilfe usw.) Es war klar, daß in dieser Atmosphäre, in der Kinder aufwuchsen und Erwachsene sich mühten, gar kein Raum für Erörterungen über prinzipielle Erziehungsfragen blieb. Dieser Zustand hat sich in den letzten Jahren mit Schnelligkeit geändert. Die alten, man möchte fast sagen, primitiven und gefühlsmäßigen Grundlagen haben im Rahmen des gesamten Palästina-Aufbaus an Bedeutung verloren. Die große Einwanderung hat die organische Struktur der kleinen Gemeinschaft, die früher die Dinge trug und entwickelte, verwischt, hat zu einer gewissen Mechanisierung der Methoden und zu einer Atomisierung der Gemeinschaft geführt. Zugleich bekam man es innerhalb und außerhalb der Arbeiterschaft mit Massen zu tun, die mit den früheren selbstverständliehen kulturellen Grundlagen überhaupt keine Verbindung hatten, ia vielleicht nicht einmal etwas von ihnen ahnten. Für viele von den kommenden Massen konnte hebräische Sprache und Rückkehr zur Arbeit nicht die lebendige Quelle sein, aus der sie zur Befruchtung der allgemeinen Erziehungsarbeit schöpfen konnten. Man könnte fast sagen, daß sich die Erziehung wie auch da« Moralische In jener Zeit von selbst verstand, ohne daß man das Bedürfnis zu einer Klärung verspürte. Nicht nur durch die Einwanderung von Massen und die dadurch entstandene Vergrößerung des Rahmens hat sich die Notwendigkeit zur Erörterung von Erziehungs- und Bildungsfragen ergeben, sondern auch durch die organische Entwicklung des geistigen Paliistina. Man lernt, die Dinge tiefer zu sehen als früher, Und obwohl das Gefühl dafür, das auf dem Gebiet der Erzlehungsfragen viel zu klären ist, schon in weiteren Kreisen Seit längerem vorhanden ist, hat es noch nie einen Versuch zu einer systematischen Auseinandersetzung gegeben. Die oben geschilderte Schulungswoche Ist dieser erste Versuch. Er wurde vorsichtig und in aller Stille gemacht. Der Leiter der Erziehungsdepartements der Arbeiterorganisation, Jaakow Sandbank, hat den Beratungen mit Bewußtheit einen . engen Rahmen gegeben und sie aus der Stadt in die entsprechende Umgebung einer Kwuzah verlegt. Die Auswahl der Themen und die Wahl der Referenten zeigt die Tendenz der Arbeit. Man befaßte sich mit der Gefahr der Mechanlsle. rung des geistigen Lebens im jungen Palästina. Man suchte nach den geistigen Grundlagen einer jüdischen Kultur. Man beschäftigte sich mit der Erschütterung des naturalistisch-positiven Weltbildes durch die Entwicklung der modernen Naturwissenschaften. Man sprach über die Ehrfurcht als eine der Grundlagen und Ziele der Erziehungsarbeit. Es wurde beschlossen, diese Schulungswochen zu einer permanenten Einrichtung zu machen. Für das nächste Mal wurde als Thema „Mensch und Geschichte" gewählt. Es wird geplant, dieses Seminar in einer der Siedlungen des Emek zu veranstalten. Es wäre wichtig, die Protokolle solcher Schulungswochen auch dem größeren Publikum zugänglich zu machen. Pädagogische Literatur Jüdische Lesehefte. Unter Mitwirkung der Reichsvertretung der deutschen Juden herausgegeben von Studienrat Dr. Adolf Leschnltzer. Aus M I d r a s c h und A g a d a. Heft 1, 2, 3. Den Sammlungen Micha Josef „bin Gorions entnommen und von Habel und Emanuel bin Gorion neu erzählt. Schocken-Verlag, Berlin 1934. „Jüdische Lesehefte" nennt sich die in nunmehr vier Heftchen vorliegende Serie. (Als 4. Heft der "Jüdischen Lesehefte" ist inzwischen „Der Freiheitskampf der Makkabäe r", aus dem Ersten Makkabäerbuch übertragen von Felix G r a j e w, erschienen.) Es handelt sich um die Bereitstellung von jüdischem Lesestoff für das erweiterte jüdische Schulwesen. Der Anfang zeigt, was gemeint ist: nicht die Lehre seibat oder die eigentliche Geschichte, sondern eine Auswahl aus dem reichen Schatz, der diesen Quellen entsprossen ist, So soll, was hier geboten wird, auch nichts an dem Religions¬ und Geschichtsunterricht ändern, sondern ihn ergänzen; aber nicht nur diesen, vielmehr den gesamten Unterricht an jüdischen Schulen durchdringen, soll z. B. zu dem außerjüdischen Geschieht«« und Gcographicuntcrrlcht die jüdische Parallele darbieten, bei der Vorbereitung und Sinngebung unserer Fest- und Feiertage anregend und aufschlußreich mitverwertet werden, kurz der Fremdheit über jüdisches Wesen und Geistesgut entgegenarbeiten. Daß es notwendig Ist, schön bei der Schuljugend diese Aufgabe zu pflegen, bedarf an dieser Stelle wohl kaum ausführlicher Begründung. Gerade für die Jugend mußte das reizvollste und deswegen am leichtesten zugängliche jüdische Geistes gut dargeboten werden, um den Fernherkommenden anzuziehen. Die vorliegende erste Auswahl enthält eine Anzahl von Legenden und Erzählungen, die an lebendigen Auswirkungen im Geiste und Sein unserer Weisen und Frommen z. T. Tiefstes vom Wesen des Judentums, z. T. an Tiergeschichten harmlosere Seiten des jüdischen Verstandes erschließen. Ihr Reiz wird erhöht durch die anspruchslose, unverbindliche Form der Darbietung, die nicht nur Jugendliche zum Nachdenken und Weiterforschen anregen wird. In weiteren Heften sollen Sagen und Legenden, Märchen und Erzählungen aus allen Zeiten und Gebieten jüdischen Lebens und Denkens folgen, Gegenüber Herausgeber und Verlag sei uns erlaubt, einige kleine Ausstellungen an Schönheitsfehlern, die in Zukunft vermieden werden könnten, zu machen. Für den Inhalt glauben wir feststellen zu müssen, daß bei dem Reichtum der Möglichkeiten, die unser Schrifttum bietet, eine gleichwertigere Auswahl hätte getroffen werden können, daß ferner Sprache und Titelgebung oft hinter der Schönheit des Stoffes zurückbleiben, Auch die Form der Darbietung scheint uns nicht ganz befriedigend: So vornehm das schlichte Gewana der Heftchen, wie die klare, schöne Schrift wirken — es stört das Uebermaß an Text auf der Titelselte, der lehrbuchhaft und damit irreführend wirkt. Ungünstig gestaltet Ist auch der Satzspiegel, mit den ermüdend, ohne Unterbrechung aneinander gereihten Textzellen. Eine reichere Gliederung des Satzes hätte das Erfassen des Sinnes erleichtert, den Blick besser zu fangen und zu fesseln vermögen. Die Titel sind Uberflüssigerweise mit Nummern versehen und hätten besser durch andere oder fettere Schrift hervorgehoben werden können. Es bleibt im ganzen nur zu wünschen, daß die so schön begonnene Aufgabe mit dem gleichen Ernst und der gleichen Hingabe tortgesetzt werde, Ihr Erfolg ist nicht zu bezweifeln. Berit Schiratzki Entwicklungen im Schulwesen In dem Januarheft der katholischen Monatsschrift „Stimmen der Zelt" zeigt Dr. Paul Wesfhoff in einem Aufsatz, „Entwicklungen im Schulwesen", wie heute die Schule „aufs stärkste von den wirkenden Kräften der Zeit beeinflußt" wird. Von der Neuordnung in Baden berichtet Westhoft u a.: Dort ist unter dem 29. Januar 1934 ein Volksschulgesetz ergangen, das in jeder Hinsicht auch über Baden hinaus sehr bemerkenswert ist.- Dieses Gesetz stellt nicht nur seit langer Zeit den ersten Versuch dar, das Volksschulwesen in Seiner Gesamtheit gesetzgeberisch zu ordnen, der Versuch gewinnt vielmehr besondere Bedeutung durch die Tatsache, daß hier ein erster Ansatz zur Kodlfizicrung des schulischen Wollens des Nationalsozialismus gemacht wird. (Seite 240.) Die Orund- und Hauptschule habe nach dem Gesetz die Aufgabe, den Jugendlichen auf dem Baugrund von Blut, Boden, Volksgemeinschaft und Religion zu erziehen. Westhoff weist sodann auch auf die neue Lehrordn u n g für die bayerischen Lehrer- und Lehrerinrtcnblidungsan stalten hin. „Wichtigste Aufgabe bei der Bildung der Volksschullehrer soll die Weckung des nationalpolitischen Bewußtseins und die Herausarbeitung eines rassischen völkischen Weltbildes sein." (Seite 243.) Was in diesen und ähnlichen Kundgebungen der letzten zwei Jahre ausgesprochen wurde, hat bereife Prof. Georg Räderscheidt, Direktor der Pädagogischen Akademie in Bonn, in seiner einführenden Abhandlung „Die Stellung der Volksschule im Bildungsganzen der Gegenwart" zu dem Buche „D i e Volksschule, ihre Bildungs- und Erziehungsarbeit", Handbuch der Erziehungswissenschaft, 3. Teil: Pädagogik und Didaktik der Altersstufen, Band 2 (Verlag Kösel und Pustet, München 193 formuliert. In dieser Abhandlung schreibt Räderscheidt fol gende Sätze: „— Und wir bekennen uns zu dem deutschen Volksfum.vdas aus germanischem Blute, christlicher Gesittung und antiker Geistesprlgung sich im Laufe der Jahrhundertc entwickelt und hie zu übersehende Kulturgüter, objektive Zeugnisse dies« Geistes geschaffen hat. So ergibt sich auch für die rechte Sinnerfüllung der Volksschule die Mischung und Auswahl des zu übertragenden Kulturgutes und der Bildung"- Stoffe: sie müssen aus dem sakralen Reich des Christentums, im germanischen Raum und aus der Geistessphlre griechisch-römischer Formbildung stammen oder dort beheimatet sein. (S. 7.) Rabbiner Dr. Ernst Steckelmach er, Bad Dürkheim ^M,mi<oom lJ~^^^(p ■ 9 i> c, m o y |- k i. ■ N m