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Jüdische Rundschau · 1935-01-22 · Heft 7 (22.1.1935) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 7 (22.1.1935)
Date
1935-01-22
Page
– (sequence 5)
Language
German
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JODISCHE RUNDSCHAU Pftl Ü S11 II C 11 S I S Cll C F111 S f ' ll Ü11 NR. 7, 22. JANUAR 1935 Ist die Palästina-Konjunktur beständig? Das Neueste in Kürze Von unserem palästinensischen gl.-Korrespondenten Von Dr. Alfred Bonne, Jerusalem Das Interesse nicht nur der jüdischen, sondern auch der internationalen wirtschaftlich interessierten Oeffent- Uchkeil ist auf Palästina als Wirtschaftsfaktor gerichtet und beschäftigt sich mit der Frage, ob die Konjunkturwelle in Palästina Dauer haben wird. Die nachstehenden Ausfährungen eines Sachkenners untersuchen dieses Problem. (Red.) Symptome des Aufstiegs Es ist zweckmäßig, sich in einem Ueberblick ein Bild von dem Umfang und der Stärke des gegenwärtigen W'irtschaftsaufstiegs in Palästina zu machen. Die wirtschaftliche Expansion hält nunmehr schon seit über zwei Jahren an. Wenn es sich auch angesichts der ürößenverhältnisse des Landes um an und für sich nicht allzu große Ziffern handelt, so übertreffen diese doch bei weitem alle Ziffern früherer Jahre und überragen auch entsprechende Bewegungen in den Nachbarländern ganz beträchtlich. Was zunächst die Arbeitsiage betrifft, so ist die erstaunliche Absorptionsfähigkeit des Arbeitsmarktes hinreichend bekannt und braucht hier nicht näher belegt zu werden. Das Lohn- Dorado in Palästina hat auch jenseits der Grenzen bereits stärkste Aufmerksamkeit gefunden und zu einer Zuwanderung von Tausenden von arabischen Arbeitern aus den Nachbarlandern geführt. Die Einnahmen der Regierung haben die englischen Kreise selbst in ihrer anhaltenden Steigerung überrascht. Der bereits früher aufgetretene Ueberschuß ist im letzten Jahre so angewachsen, daß die angesammelten Reserven am Ende des Budgetsjalircs 1Q34/35 die gesamten Einnahmen des laufenden Budgetjahres wesentlich übersteigen werden, ein Ergebnis, das in der Fitianzgeschichte seinesgleichen sucht. Der Geldumlauf hat eine neue Rekordhöhe erreicht, die dem außerordentlich gestiegenen Bedarf an Zahlungsmitteln entspricht, ohne daß damit eine Gefährdung der Währung verbunden wäre. (Die Deckung der Währung erfolgt bekanntlich durch Wertpapier-Aiikaul des Londoner Palestine Currency Board.) — Aehnlich ist es auf dem Gebiete des Verkehrs. Die Zahl der Motorwagen, die Ende Juni 1934 im Verkehr waren, war mit mehr als 8000 doppelt so groß wie 3 Jahre vorher. Die Palestinc Electric Corporation hat in den ersten zehn Monaten des Jahres 1934 bereits um 50 o/o mehr Strom abgesetzt als im ganzen Jahre 1933, obwohl auch das Jahr 1933 ein Rekordjahr gegenüber 1932 war. Die Investierungen im Jahre 1934 von jüdischer Seite werden Ende des Jahres, ohne Bodenkäufe, einen Wert von zehn Millionen Pfund erreicht haben. Davon treffen allein auf die Baubewegung in den drei Städten etwa 4]/a Millionen Pfund, d. h. mehr als dreimal so viel als im Jahre 1932 und nahezu doppelt so viel als im Jahre 1933. Aehnliches trifft für die Baubewegung auf dem Lande zu, für die Investierungen in der Industrie, im Transportwesen, während die Investierungen in der Landwirtschaft naturgemäß sich nicht im gleichen Maße vervielfachen, aber immerhin noch erkennbar sich erhöht haben. Dabei ist bemerkenswert, daß gerade bei den Investierungen in der Landwirtschaft und der Baubewegung ein erheblicher Teil auch auf die arabische Wirtschaft entfällt. Die Neupflanzungen im Jahre 1934 dürften sich zu je 50 o/o auf die jüdische und die arabische Wirtschaft verteilen, Fragen an die Zukunft Es ist verständlich, wenn dem verantwortlichen Wirtschaftspolitiker, dem Konjunkturbeobachter, ja auch dem Geschäftsmann, bei aller Genugtuung über diese erstaunliche Expansionsfähigkeit ein beängstigendes Gefühl überkommt, wohin diese Entwicklung geht und ob es insbesondere gelingen wird, die untrennbar mit ihr verbundenen Gefahren so abzuschwächen, daß daraus nicht eines Tages eine schwere Erschütterung des Wirtschaftslebens Palästinas resultiert. Der Grundstück markt ist heute in den Städten und weit darüber hinaus auch in den ländlichen Bezirken, zu einem Tummelplatz wilder Spekulation geworden. Gewiß sind dabei außergewöhnliche Summen verdient worden. Werden diese Mittel aber dazu dienen, das Polster zu bereiten, auf dem ein gerade hier besonders folgenschwerer Rückschlag aufgefangen werden kann? Wird es ferner gelingen, beim Eintreten einer Baukrise etwa dtrfth ein Nachlassen der Einwanderung, die Zehntausende von Bauarbeitern reibungslos in andere Berufe zu überführen? Wird es gelingen, den Wohnungsmarkt, auf dem sich jetzt ein beträchtlicher Teil der Unternehmungslust konzentriert, beim Nachlassen der Nachfrage nach Wohnungen vor einer Deroute zu bewahren? Und als Hauptfrage: Wird es schließlich gelingen, das Absatzproblem für die Orangenproduktion, die in einigen Jahren doppelt so groß sein wird wie heute, mit der Zunahme der Produktion befriedigend zu lösen? Es braucht kein falscher Optimismus zu sein, wenn man die Lösung dieser Fragen weitgehend der Anpassungsfähigkeit der neuen Wirtschaft Palästinas überlassen will und von ihnen nicht, wie es vielfach geschieht, das Schicksal der Wirtschaft des Landes überhaupt abhängig machen will. Hei einer Würdigung der gegenwärtigen wirtschaftlichen Kräfte des Landes darf nämlich nicht mehr übersehen werden, daß durch die erstaunliche ökonomische Expansion der letzten Jahre die Tragkraft der Wirtschaft Palästinas, ihre Ausdehnungsfähigkeit und Elastizität eine ganz andere geworden ist als noch vor wenigen Jahren. Diejenigen Konjunkturfaktoren, die früher in einem Zeitpunkt, in dem die Einwanderung nur wenige tausende Menschen pro Jahr betrug, der Kapitalimport geringfügig war, mit Recht als zeitgebunden befrachtet werden mußten, haben durch ihr anhaltendes Wirken und vor allem durch das Ausmaß ihres Auftretens ihren labilen Charakter weitgehend verloren. Temporäre Anregungen, die in dieser Größenordnung auftreten, verursachen wirtschaftliche Neubildungen von Dauer. So ist ein großer Teil der vermeintlichen Konjunkturcrschcinungen nicht als vorübergehend zu werten, sondern stellt echte Wachst umj ndizes vor, Symptome einer sprunghaften Ausdehnung des bisherigen Rahmens der Wirtschaft. Die bisherigen Grenzen der Wirtschaft des Landes sind auch tatsächlich gesprengt, inre produktiven Kräfte und Mittel sind vervielfacht. Wenn die Einwanderung in dem bisherigen Tempo anhält, wird sich die jüdische Bevölkerung Palästinas, das bedeutet der wirtschaftlich agilste und progressivste Teil, im Laufe von rund *ier Jahren v e r d o p p e 11 haben. Siedlungen, die noch vor Reuigen Jahren einen eindeutig dörflichen Charakter trugen, s'nd auf dem Wege zu Klein- und Mittelstädten, Mittelstädte werden Großstädte. Oedländereien werden Zeichen intensiver Siedlung. Wie umwälzend eine solche Veränderung der Grundlagen der Wirtschaft wirken muß, läßt sich vielleicht nur dann «messen, wenn man sich zum Vergleich etwa die Verdoppelung der Bevölkerungsziffer der wirtschaftsaktivsten Prov'pz in England oder Deutschland innerhalb weniger Jahre m<t all ihren Folgen für Konsumption und Produktion vor¬ Mellen würde. Expansion der Wirtschaft Die Gesamtsumme, die im Laufe des Jahres 1934 von Juden in Palästina investiert wurde, beläuft sich nach den letzten Schätzungen auf 10 Millionen Pfund. Davon gehen auf Bauten in den Städten gegen 4«/* Millionen, in den Kolonien gegen £ 800 000. Pflanzungen rechnen für £ 1600 000, gemischte Wirtschaften £ 250 000, Industrien und Handwerk 1 Million Pfund, Transport tyi Million Pfund. Der Rest des Geldes geht auf Bodenkäufe, öffentliche Arbeiten und Handel. Die Ausgaben der Palästina-Regierung beliefen sich in der Zeit vom 1. April bis zum 30. November 1934 auf £ 2 063 984, die Einnahmen in derselben Zeit auf £ 3 388986. Der Ueberschuß in der Regicrungskasse belief sich am 30. November 1934 auf £ 3 853 933. Die Official Gazette gibt die Menge der umlaufenden Münzen und des Papiergeldes im Lande mit £ 4 738 964 an. Die Palästina-Regierung hat D. O. Harris als Beamten für Bewässerung in das Department of Development berufen. Harris war bis 1932 bei dem indischen Irrigationsdepartment tätig. Die Regierung beabsichtigt die landwirtschaftliche Schule für Araber in Tul Kerem zu vergrößern. Die Arbeit im Haifa er Hafen wickelt sich mit immer größeren Schwierigkeiten ab, je mehr der Import (Einwanderung!) und der Export (Orangensaison!) steigen. Die Hafenbehörden haben nicht genug Beamte, die Bahn nicht genügend Lastwaggons, die Schuppen nicht genug Raum und es fehlen Arbeiter zum Löschen und Laden. Schiffe können die Abfahrtstermine nicht einhalten, die Importeure erhalten die Waren zu spät trotz dem neueingeführten 24-Stunden-Tag. Jüdische Hafenarbeiter aus Saloniki wurden sofort nach ihrer Landung in Palästina zur Arbeit einfestellt, Träger aus Polen werden diese Woche erwartet, oll-, Hafen- und Eisenbahnbehörden stehen unter stärkstem Druck. Die Orangenexporteure in Petach Tikwah und Chederah kamen während der letzten Regen in große Schwierigkeiten, da die Eisenbahn nicht genügend Frachtwaggons zur Verfügung stellen konnte, und man die Orangen in offenen Wagen transportieren mußte. Eine Anzahl von Kisten hat gelitten. Die Pottash Company, die die Konzession für die Ausbeutung der Mineralien des Toten Meeres besitzt, bereitet einen Plan vor, um ihre Werke ans Südende des Salzsees zu verlegen. Die Mineralien sind in dieser Gegend stärker konzentriert, so daß die Produktionskosten geringer werden. Zur Klärung der Sachlage wurde eine kleine Abfeilung Arbeiter voriges Jahr am Südende des Toten Meeres stationiert. Die Versuche sind befriedigend ausgefallen, so daß man jetzt an eine Verlegung der Werke herangehen will. Die Einnahmen des Keren Kaiemeth Lejisrael in Palästina sind im Laufe der ersten Monate des laufenden Jahres (jüdische Rechnung) auf £ 6800 gestiegen. Sie betrugen in derselben Zeit im vorigen Jahre nur £ 2700. Der Keren Kajemeth beabsichtigt, in diesem Jahre 175 000 Bäume neu zu pflanzen, um das Aufforstungswerk weiterzuführen. Aus der Arbeit der Hitachduth Oie Germania In dem Plan der Versorgung der Kolonien mit jüdischen Arbeitern, wobei 4000 neue Einwanderer für die Arbeit gestellt werden sollen, entfallen auf deutsche Immigranten 1000 Arbeitsplätze. Die H. O. G. hat sich zusammen mit der „Zentralstelle für die Ansiedlung deutscher Juden" mit dem Unterbringungsproblem in den Siedlungen, das nach wie vor akut ist, eingehend befaßt. Da der Bau von Häusern zu lange Zeit in Anspruch nimmt, werden jetzt für die Arbeiter in größerem Umfange Zimmer gemietet. Es wird auf diese Weise möglich, fürs erste 350 Personen mit Unterkunft zu versorgen. Die Zentralstelle beteiligt sich am Budget der Aktion. Für die erste Versorgung der Immigranten in den Kolonien, die bisher zu starken Beschwerden Anlaß gab, ist eine Neuordnung getroffen worden, so daß an Stelle von Bargeld Sachlieferungen ausgegeben werden (Betten, Matratzen, Bons für Mahlzeiten). Die örtlichen Darlehenskassen gewähren kleine Anleihen als Vorschüsse auf den Arbeitslohn, der vielfach verspätet ausgezahlt wird. Insbesondere soll für eine bessere Betreuung von Familien gesorgt werden. Ueber die Beschaffung von Hilfswirtschaften ist ein Plan für einzelne Familien und ein Budget ausgearbeitet worden. Jeder Arbeiter soll £ 25 einzahlen und später die Zahlungen mit £ 1 im Monat fortsetzen, um sich ein Grundkapital zu schaffen. Die „Zentralstelle" stellt pro Familie £ 80 zur Verfügung, so daß sich das Kapital pro Wirtschaftseinheit nach Schluß der Zahlungen auf £ 125 erhöht. Geplant sind Hilfswirtschaften in Rechowoth (5 deutsche Familien unter 20), in Meged bei den Böden der Jaffa Plantations, bei Raananah, Ness Zionah und Chederah. Günstige Prognose Diese Bemerkungen wollen das Thema keineswegs erschöpfen, sondern nur betonen, daß es verkehrt wäre, die Entwicklung auch in Palästina nach dem üblichen Schema: Konjunkturanstieg und Koujunkturabfall zu sehen und nunmehr in nächster Zukunft auch in Palästina eine starke temporäre Einschränkung der wirtschaftlichen Entwicklung mit folgenschweren Erschütterungen für die angeblich rem konjunkturbedingten Wirtschaftszweige zu erwarten. Sicher wird bei einer Stockung der Einwanderung ein Rückschlag eintreten. Es wird dabei zunächst zu einer Korrektur vieler aufgeblähter und iriealer Gebilde kommen. Es ist aber keineswegs sicher, ob dieser Rückschlag überhaupt über einzelne Teilgebiete hinaus zu Rückwirkungen führen muß. Das, was im Laufe der letzten zwei Jahre an produktiven Kräften und Mitteln neu in die palästinensische Wirtschaft eingeströmt ist, wird ihr zum großen Teil erhalten bleiben und mithelfen, die möglichen Gefahren aus rückläufigen Konjunkturen abzuwenden. Gegenüber dieser Stärkung wird es wenig besagen, wenn die unvermeidlichen Folgeerscheinungen ökonomischer Ueberunvermeidlichen Folgeerscheinungen ökonomischer Ueberspannung hier und dort sich geltend machen. Im Gebiet von Wadi Hawarith wurden jüdische Wächter von arabischen Hirten, die ihre Herden auf jüdischen Feldern weiden ließen, angegriffen. Einer der Wächter erlitt eine leichte Schußverletzung. Besondere Aufmerksamkeit verlangt die Ausdehnung der sozialen Arbeit. In den Büros der ILO. G. sind besondere Sprechstunden für komplizierte Fälle dieser Art eingerichtet worden. Der Zusammenhang mit den zuständigen Instanzen des Jischuw (Gemeinden, Waad Leumi) wird weiter ausgebaut. Die H.O. G. betont von neuem die Notwendigkeit, bei der Auswahl von Auswanderutigskandidatcn im Auslande besondere Vorsicht walten zu lassen. In Haifa wurden Kurse für Bautischlerei, Bauschlosserei, Schweißen und Nieten, Fliesenlegen und für Matrosen eröffnet. Es beginnen jetzt in Tel-Awiw eine Reihe von Schulungskursen für Handwerker. Bedürftige, insbesondere Familienväter, erhalten Anleihen, um ihnen ein Existenzminimum in der Ausbildungszeit zu sichern. Vermischte Nachrichten Der Waad L e u in i hat Dr. Noack als Leiter seiner Gesundheitsabteilung berufen. Das Technikum in Haifa hat für Mitglieder der landwirtschaftlichen Siedlungen einen sechswöchcntlichen Kurs für Mechaniker eröffnet. Es nehmen 27 Schüler aus 27 Siedlungen teil, die besonders mit Getreidebau und daher mit Traktoren zu tun haben. Die Kurse umfassen praktischen und theoretischen Unterricht. Für die Kulturarbeit in den Kolonien ist eine Reihe von Lehrern bestellt worden. Allein in Judäa und in Scharon fanden in den letzten zwei Monaten 50 Veranstaltungen statt. Die örtliche initiative der Kulturarbeit liegt bei unparteiisch zusammengesetzten Kommissionen. Vielfach nehmen die 'Einwanderer auch selbst die Organisierung von Kursen und Vorträgen in die Hand. Bei Eröffnung des Scmin a r s zu m Studium des palästinensischen A r a b e r t u m s ford erte Schertok, Leiter der politischen Departments der Jewish Agency, die Arbeiterschaft auf, sich stärker als hi-her dem Studium der arabischen Gegenstände zu widmen. Kenntnis des Nachharn, so erklärte er, sei erste Voraussetzung für eine Verständigung und Annäherung. Der hebräische Dichter Schaul T s c h e r n i c h o w s k i ist zum Ehrenmitglied der Zentrale des Penklubs als Vertreter der hebräischen Literatur ernannt worden. Der Geologe der Palästina-Regierung, Blak e, wurde in Wadi Saalik (nördlich von Akko) überfallen und ausgeraubt. Es gelang der Polizei, die Täter ausfindig zu machen und ihnen die Beute wieder abzunehmen. In Rechowoth hat sieh ein tödlicher Unglücksfall beim Brunnenbau ereignet. In einer Orangenplantagc stürzte die Wand des im Bau befindliehen Brunnens ein, während ein Mitglied der Kwuzah Schiller im Brunnen arbeitete. Dieser erlitt einen Bruch des Rückgrats und konnte nur noch als Leiche geborgen weiden. Aus dem arabischen Leben Führer der arabischen Nationalbewcgung in Syrien sind in Palästina eingetroffen -um mit den bisherigen Notabein über die Einberufung der zweiten moslemischen Konferenz zu diskutieren. Sie schlagen als Tagesordnung eine Diskussion der Mandate in Palästina, Serien und Transjordanien vor, um anschließend au den Völkerbund die Forderung nach Abschaffung der Mandate zu stellen. Lünes der Probleme bei der Vorbereitung der Konferenz ist die Repräsentation der palästinensischen Araber, die bekanntlich stark durch Parteidifferenzen gespalten sind. Es wird berichtet, daß der M u f t i von Jerusalem die moslemischen Führer und Prediger zu einer geheimen Sitzung einberufen hat, um Mittel und Wege zur Verhinderung weiterer Landkäufe an Juden zu beraten. Hassan Arfah aus Jaffa hat C 2000 für die Errichtung emer arabischen Schule in Jaffa zur Verfügung gestellt. Beim Schlußfest des Fastenmonats Ramadan (Id ul Fitr) verteilte die arabische Frauenorganisation in Jerusalem Lebensmittel an die Gefangenen, die seit den Unruhen 1020 ihre Strafe im Gefängnis abbüßen. Line Delegation der Frauen besuchte die Sträflinge. Aus den umliegenden Ländern Transjordanien versucht, «ine schärfere Grenzkontrolle gegenüber Syrien und Irak durchzusetzen. Ein Teil der illegalen Immigranten aus diesen Ländern, die nach Palästina wollen, nehmen den Weg über das Emirat. Der Kongreß des „W a f d" (ägyptische Nationalbewegung) fand in diesen Tagen unter Anteilnahme von 20000 Menschen in Kairo statt und verlief ohne jede Zwischenfälle als eine ebenso disziplinierte wie eindrucksvolle Veranstaltung. Die arabische Presse in Palästina verfolgt die Entwicklungen in Aegypten und insbesondere die neuen Aktionen des Wafd mit großer Aufmerksamkeit. Zusammensetzung der Einwanderer Im „Doar Hajom" stellt S. Schwarz an Hand der Statistik Betrachtungen an über die Zusammensetzung der Einwanderung nach Palästina. Im Jahre 1933 kamen auf 11165 Zertifikatseinwanderer 7788 von ihnen abhängige Einwanderer. In diesem Jahre kamen im Juli auf 1092 Zertifikatscinwanderer 920 Reisebegleiter, im Oktober aber bereits auf 1527 Einwanderer 1910 von ihnen abhängige Familienmitglieder. Als erfreuliche Tatsache der letzten Statistiken wird festgestellt, daß die Zahl der einwandernden Verwandten im Steigen begriffen ist. Die Ziffern für die vier Monate Juli bis Oktober betragen 120, 517, 675, 926. Die Ziffern zeigen ein ständiges Wachstum dieser Einwänderungskategoric, welche die gesündeste und basierteste Einwanderung darstellt. Was die Kapitalistcneinwanderung anlangt, so sind im Jahre 1933 3250 Kapitalisten ins Land gekommen, die Ziffern der bisherigen Monate von 1034 zeigen eine Verdoppelung der Ziffern gegenüber dem Vorjahre. Endlich bespricht Schwarz die Kategorie der Einwanderer, die eine besicherte Rente von £ 4 monatlich haben. Die Zahl dieser Einwanderer betrug im Oktober 16 und in den drei vorangegangenen Monaten zusammen nur 28. Gerade auf diesem Gebiete ließe sieh nach Ansicht de« „Doar Hajom" noch vieles erreichen, da es in der Diaspora Tausende von luden gibt, die von einer solchen Rente leben.

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