Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 7 (22.1.1935)
- Date
- 1935-01-22
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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# Seite 2 JODISCHE RUNDSCHAU Nr. 7, 22.1.1935 Wandlungen des religiösen Liberalismus Formale oder artgebundene Rechtsprechung? hi der Zeitschrift „Jugend und Recht" (Organ der Keichsgruppe Jungjuristen des Bundes Nationalsoz. Deutscher Juristen und der Reichsfachgruppe Rechtswissenschaft der Deutschen Studentenschaft) vom 15. Januar 1935 würdigt Otto Dageförde unter obiger Ucberschrift den Beschluß eines Obcrlandesgeriehts (vgl. hierzu „Jüdische Rundschau" Nr. 2 vom 4. 1. 35 Seite 12), durch den ein Anspruch eines nichtarischen Anwalts auf Bestellung zum Armenanwalt in einem Falle anerkannt worden ist, in welchem eine arische Partei diese Beiordnung gewünscht und ausdrücklich bezeugt hatte, daß sie zu diesem nichtarischen Anwalt Vertrauen habe. In den Ausführungen zu dieser Entscheidung beißt es an der angegebenen Stelle ti. a.: „.. Man wird wohl nicht gerade behaupten können, Ja5 der 'Antragsteller tief in das Ideengut des XaiionatMiziaiismus eineedrungen ist, wenn er dem Wunsche Ausdruck gibt, ihm einen jüdischen Rechtsanwall zum Armenanwalt zu he,teilen. Ks kann deshalb -auch nicht <Jic Aufgabe des Gerichts sein, den Wünschen eines Rechtsnchenden Rechnung ki trugen, der eine Einstellung bekundet, die mit der Aulf3<M>Uß ia«t aller Volk-g.-i.'s'-en in krassem Widersprach steht, denn nicht "das Individuum kann,' wie der Führer einmal treffend rtim Ausdruck gebracht hat, Gegenstand gesetzlich» Sorge »ein, sondern, nur das Volk. Wir verlangen aber von einem deutschen Anwalt, daß er der Gerechtigkeit und der Wahrheit dient, daß er ganz ohne WmkcUüge itets eine sonak.% deutsehe Rechtsati ifassung vertritt, die dem artgvbuitrifticn Reelite entspricht BaS dies ein jüdischer Rechtsanwalt vermag, ist nach den ra-sischen Erkenntnissen, die uns der Xa> ional wiali<mus vermittelt hat, unmöglich. Ein VertrauensverlLittnis, das gpeignw wäre, dein wahren Recht zun Siege zu veihelien, kann de»ha!b durch die Uotrlinng eines nicht tri sehen Rc Ii1 suiwalts itieiiialbt-gifmilrt weden. Ein auf solch tiefgreifendem Irr'um eines deucher, Rcclit ai, henden Ixaulemder Antrag sollte deshalb wr keinem deut,,-!).,, Gciichte lleriickfielitignng faulen. ..." Der Verfasser bezeichnet die Lntscheidttng des Oberlandcsgcrichts als ,,Musterbeispiel für das formalistische Denken des Ret ht-positivisieii, für den es nur die Gesetzesnorm gibt, und der nicht den grundlegenden Unterschied von Gesetz, und Recht /u erleben vermag." Die Vertretung nichtarischer Rechtsanwälte In der „Deutschen Justiz" wird eine Ausführungsverordnung des Reichsjusti/ministers über die Zulassung zur R e c h t s a n w a 11 s c h a f t und sonstige Angelegenheiten der Rechtsanwälte vom 16. Januar veröffentlicht. In dieser Verordnung werden Bestimmungen über die Zulassung zur Reeht-anwaltscbatt und die Bestellung voll Stellvertretern u. a. auf Grund der Novelle zur Rechtsanwaltsordnimg für die eleu Justizbehörden obliegende Bearbeitung von Angelegenheiten der Rechtsanwälte getroffen, fn dem Abschnitt über die Behandlung des Zulassungsgesuchs eines Anwalts wird dem Obcrlamlesgerichtspräsidenten die Prüfung des Gesuchs zugewiesen. Er veranlaßt insbesondere die erforderlichen Ermittlungen darüber, ob der Antragsteller arischer oder nichtarischer Abstammung ist. In bezug' auf die Bestellung von Stellvertretern für einen Rechtsanwalt wird bestimmt, daB einem nichtarischen Rechtsanwalt kein Vertreter arischer Abstammung zu bestellen ist, der der NSDAP, oder einer ihrer Gliederungen angehört. Zur Rassenfrage Bei einem politischen Schulungsabend der NSDAP, hl Stuttgart sprach der Leiter des rassenpolitischen Amtes, Dr. Groll, über „Nationalsozialismus und Rassenfrage". Er sagte nach dem Bericht der „frankfurter Zeitung" vom 18. Januar u. a.: „In «kr Ras-enfrage sei hidier die. MiHetitheorie herrschend gewesen: danach würden Rassen dutch landschaftliche Bedingtheit erzeugt, und im Grunde gehe es keinen I'nteisehied zwischen den Menseh'-n. etwa rwi<i,cn Neger und Nordländer: Der Keger sei eben durch die Soni.e grbr.iimt, der Nordländer durch den verhangenen Ili'emel Weiert Rehlieb™. Hier w« die Aufklärungsarbeit des NaüonaWiali .mti-s ein, der die Verschiedenheit der MeiiM-hcn ohne Haß feststelle und jeden auf seinem Platz zu bleiben bitte. So wenig man d'-ut.e-ise ProtV-soren an den Jordan Wunsche, so wenie. fluid»' man in Deuc r hland einen Pedell atss Jerrjsale m." Rassenfragen als Lehrfach Der ReichscrzichiingMiiinister hat angeordnet, daß die Behandlung von Rassefragen, Erblehre und f;rb(;esundheitspflege in den Schulgcmcimlcn mir von geeigneten Kräften durchgeführt werden dürfe. Vor der Behandlung derartiger Stoffe habe sich der Schulleiter mit dem als örtlichen Beauftragten des rassenpolitisthen Amtes der NSDAP, zustandigen Amtsleiter des nationalsozialistischen Lehrerbundes in Verbindung zu setzen, damit eine UebereLnstirnmung im Sinne der Aufklärungsarbeit gesichert sei. Gegen antisemitische Propaganda in Holland Amsterdam, 17. Januar. (JTA.) In Beantwortung schriftlicher Anfragen des Mitgliedes der ersten Kaitimer des holländischen Parlaments, Dr. Henri Polak, hat der holländische Justizminister Dr. van Schaik erklärt, er halte die Erregung in jüdischen und anderen Kreisen über die Behauptung eines antisemitischen Blattes, es sei bei den Juden Brauch, Christen zu töten und die luden seien hierzu nach den Bestimmungen des kabbalistischen Buches Sohar sogar dazu gezwungen, für berechtigt. Die heute geltenden Gesetzesbestimmungen boten jedoch keime Handhabe zur Verfolgung der Verfasser solcher Veröffentlichungen, Der Minister beabsichtige, der Ausbreitung des Antisemitismus durch Erlaß neuer gesetzlicher Bestimmungen Einhalt zu tun. Es »st bemerkenswert, daB die katholischen Zeitungen — der Justizminister ist Mitglied der katholischen Partei — nachdrücklich die gerichtliche Verfolgungderjenigen verlangen, die die erwähnten Behauptungen verbreiten. Der Unwetterschaden. Der durch die Ucberschwemmungen Anfang Januar in Palästina entstandene Schaden wurde, wie wir in Nr. 2 der „Jüdischen Rundschau" im Anschluß an ein die Verwüstungen schilderndes Telegramm unseres palästinensischen Korrespondenten mitgeteilt haben, von der JTA. mit 1 Million Pfund beziffert. Wie am unser palästinensischer Korrespondent mitteilt, ist diese. Schätzung viel zu hoch gegriffen. Glücklicherweise war der angerichtete Schaden viel geringer gewesen. Tagung der Liberalen Vereinigung Der jüdisch-religiöse Liberalismus ist in eine Periode innerer Krise und Wandlung eingetreten. Dieser Vorgang, der in den letzten Jahren deutlich zu beobachten war, und z. B. die letzte Londoner Weltkonferenz beherrschte, trat auch bei der am letzten Sonntag in Berlin abgehaltenen Hauptversammlung der Vereinigung für das religiösliberale Judentum in Erscheinung. Der Liberalismus ist eine religiöse Richtung im Judentum, hat aber oftmals diese Schranken überschritten und ist im jüdischen Leben zu einer politisch abgestempelten Gruppe geworden. Hierdurch wurden viele unnötige Kämpfe verursacht. Die Liberalen, nicht als relii ö s e Gruppe, sondern als traditionelle Verkünder des s s i m i I a t i o n s gedankens, waren scharfe Gegner des Zionismus. Der wahren Sachlage nach hätte kein Gegensatz zwischen Zionismus und religiösem Liberalismus vorhanden sein müssen, da auch sehr viele Zionisten in ihren religiösen Anschauungen „liberal" sind. In der letzten Zeit hat sich denn auch das Verhältnis etwas gewandelt, obwohl dies in den offiziellen Parteigruppierungen (z. B. innerhalb der Gemeinden) nicht "klar zum Ausdruck kommt. Führende religiöse Liberale sind heute von der Bedeutung Palästinas (und auch des Zionismus!) tief durchdrungen, liberale Rabbiner machen Palästinareisen, die jüngere Generation erkennt die erneuernde Kraft des für eine fruchtbare Fortexistenz des Judentums unentbehrlichen Volksgcdankens. Diese Entwicklung bemerken wir in den beiden wichtigsten Ländern des religiösen Liberalismus, in Amerika und Deutschland. Würden die veralteten Parteigegensätze, die in Wahrheit mit religiösen Dingen so gut wie gar nichts zu tun haben, beseitigt, dann könnte wahrscheinlich der religiöse Liberalismus eine neue Kraftzufuhr erhalten. Schon heute wird kein ehrlicher Liberaler leugnen können, daß eine Reihe von Gedanken, die innerhalb des jüdischen Liberalismus aufgenommen werden, zionistischen Ursprungs sind. Auf der anderen Seite wird ein historisch denkender Zionist heute auch eher als früher anerkennen, daß der jüdische Liberalismus auch eine Form der Erhaltung des Judentums — wenn auch, wie heute die geistig führenden Liberalen selbst anerkennen, eines sehr verwässerten Judentums — gewesen ist. Es ist ein Verdienst des spezifisch deutschen jüdischen Liberalismus, in weiten Kreisen des Bürgertums doch noch ein gewisses Interesse für religiöse Fragen erhalten zu haben. So ist ein Boden geblieben, aut dem weitergebaut werden kann, nachdem heute Schicksal und Bewußtsein eine Wandlung zu einem volleren, positiven Judentum als unvermeidlich vorschreibt. So wird der alte assimilatorische Liberalismus allmählich überwunden, und es könnte eine blutvollere, volksverbundene religiöse Bewegung entstehen. Es könnte... Ob es so kommt, hängt vielleicht von der Jugend ab, an die in dieser Hauptversammlung so oft appelliert wurde. * Nachstehend veröffentlichen wir einen gedrängten Bericht über die Tagung. Gleich in der Eröffnungsrede des Vorsitzenden, Heinrich Stern, kam zum Ausdruck, daß der Sinn dieser Tagung keine Polemik war. Das Ziel der Tagung war vielmehr eine neue Sinngebung des liberalen Judentums. Dieses Ziel kam besonders stark zum Ausdruck in dem großen Referat von Rabbiner Dr. D i e n e m a n n, Offenbaeh, dessen Titel bereits bezeichnend lautete: „Wo stehen wir heute?" Dr. Dienemann ging vom Begriff der Offenbarung aus. Das liberale Judentum faßt die Offenbarung als eine stete Selbstmitteiliing Gottes auf, die jedem Geschlecht zuteil wird. Auch Bibel- und mündliche Lehren sind nur aus der Entwicklung zu verstehen; die Religion ist dem Gesetz des Lebens und der Wandlung unterworfen. Während man früher unter Entwicklung ein stetes Fortschreiten auf ein gesetztes Ziel hin verstand, wissen wir heute, daß Entwicklung nicht etwas Ununterbrochenes ist. Im Vordergrunde bleibe das sittliche Gebot, aber auch die Form als Ausdruck des Gemeinschaftsbewußtseins sei notwendig. Zum Liberalismus gehöre zwar der Begriff der Persönlichkeit unablösbar hinzu, aber prinzipiell nehme heute der Liberalismus eine andere Stellung zur Gemeinschaft ein als früher. Heute weiß der Liberalismus, daß Gemeinschaft etwas Gegebenes, Ueberindividuelles und durch die Geschichte eschaffenes ist. Sie ist, wie Dr. Dienemann sagte, vorhanden, bevor der Einzelne da ist. In der Diskussion trat Dr. Ludwig Holländer für eine Popularisierung Nachman Krochmals ein; ein sehr interessantes Symptom, daß in der liberalen Vereinigung, wo man sonst nur die deutsch-jüdischen Reformer als Autoritäten Schnell und gut unterrichtet sein Wer die „Jüdische Rundschau" liest, erfährt schnell und zuverlässig, was in der jüdischen Welt geschieht. Die „Jüdische Rundschau" kann als einzige zweimal wöchentlich erscheinende jüdische Zeitung Deutschlands sofort Wichtiges und Interessantes in Wort und Bild melden; in dieser Schnelligkeit der Berichterstattung sieht sie eine wichtige Aufgabe. Dafür hat die „Jüdische Rundschau" eigene Korrespondenten und Berichterstatter in allen Teilen der Welt n der „Palästinensischen Umschau" ersteht ferner in zahlreichen Berichten das ständig sich ändernde Bild palästinensischen Geschehens. Die „Berliner Rundschau" und die „Berichte aus dem Reich" schildern, was m der Reichshauptstadt und draußen vorgeht. 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Aber es liegt wohl in der Natur der Sache, daß von der Anerkennung der Gemeinschaft her zwangsläufig der Weg zum Volksbewußtsein gegangen werden muß. Zwei Referate befaßten sich mit der Frage des Schabbat, bei der sich ebenfalls herausstellte, wie stark die alten liberalen Ideen einer neuen Auffassung gewicher» sind. Dr. Leo Baeck, der seit langer Zeit in der Selbstkritik des Liberalismus führend ist, hielt das erste Referat. Leb» haft bei seinem Erscheinen akklamiert, suchte er die geistigen Grundlagen des Schabbat zu klären, indem er von zwei Begriffspaaren ausging: von dem Begriffspaar rational — irrational und von dem Begriffspaar Konvention — Tradition. Ueber das Rationale hinaus erlebt der Mensch das Irrationale, das Religiöse. Und über die Konvention hinaus ist er gebunden an eine Tradition, die durch die Geschichte bestimmt ist. Diese höheren Erlebnisse verlangen nach Selbstbesinnung: und das ist die Idee des Schabbat Der Mensch, der bei sich selber und damit in der Geschichte Einkehr hält, braucht den Schabbat. Es liegt nun im Wesen der Sache, daß das Gefühl für Tradition sich besonders ausgeprägt bei einer konservativen Haltung findet; der Liberalismus hingegen trägt in sich die Gefahr einer Entfremdung von der Tradition. Es gibt keinen Liberalismus, so betonte Dr. Baeck, ohne Konservativismus, da er ohne ihn in Haltlosigkeit und Anarchie enden würde. Der Liberalismus des 19. Jahrhunderts habe den Sinn für das Irrationale verloren, während wiederum die Orthodoxie das Irrationale rationalisiert habe. Wachhalten der Tradition und des irrationalen Erlebens: das ist die Idee des Schabbat Die Rettung des Schabbat verdanken wir der Orthodoxie. Auf der anderen Seite jedoch sei es das Verdienst des Liberalismus, die Menschen des 19. Jahrhunderts, die in Atheismus und geistiger Anarchie aufzugehen drohten, dem Judentum gerettet und erhalten zu haben. Das Referat Dr. Baecks wurde ergänzt durch ein Referat von Dr. Julius L. S e 1 i g s o h n, der sich insbesondere der praktischen Ausgestaltung des Schabbat zuwandte. Dreifaches, so führte er aus, muß der Schabbat leisten: Weckung des religiösen Gefühls, des Gemeinschaftsgefühls und des jüdischen Wissens. Die Ausgestaltung des Schabbst wird je nach der Größe der Gemeinde zu handhaben sein. Dr. Seligsohn entwarf dann ein Schema, wie er sich die Gestaltung des Freitag- Abend und des Sonnabend denkt, wobei er die Dreiteilung Synagoge, Familie und Bund vornimmt, weil er der Ansicht ist, daß der Schabbat hauptsächlich für die Jugend in Frage käme. Die älteren Menschen, so sagte er (nicht ohne Widerspruch), seien nicht mehr so zu erfassen und auch infolge ihrer Erziehung nicht mehr so voll aufnahmefähig für diese Idee. Lieber die Frage der Jugend wurde ein recht unzulängliches Referat von Dr. Alfred Fabian, Breslau, gehalten, das sich besonders mit der Fragestellung beschäftigte, wie aus unreligiösen religiöse Menschen zu machen seien. Die jüdische Geschichte, so behauptete der Redner, sei nur vom Religiösen her zu deuten und der Liberalismus müsse sich gegen jede Säkularisation des Judentums wenden. In der Diskussion trat besonders deutlich zutage, wie die in Tel-Awiw entstandene Idee des Oneg Schabbat heute Allgemeingut im deutschen Judentum geworden ist; die Tatsache, daß er eine Schöpfung Bialiks ist, wurde mehrfach hervorgehoben. Auch in der Frage der Jugenderziehung geht der Liberalismus heute Wege, die eigentlich nicht seine ursprünglichen Wege sind. Er Dekennt sich grundsätzlich zur kollektiven Jugenderziehung in den Bünden, d. h. zu einer Form gesellschaftlichen Lebens, die der ursprüngliche Liberalismus gerade einmal überwunden zu haben glaubte. Ebenfalls wurde die jüdische Schule grundsätzlich anerkannt als die einzige Möglichkeit, eine echte jüdische Erziehung zu vermitteln. Auch hierin war die Tagung ein Beweis dafür, daß Ideen, die in der Geschichte ihre Sendung einmal erfüllt haben, in ihrer ursprünglichen Gestalt nicht mehr aufrecht zu erhalten sind und sich den neuen Lebensformen anpassen müssen, zu denen unsere Zeit sich bekennt oder durchzuringen sucht. Dr. N. Kleine Nachrichten Der Preußische Landesverband Jüdischer Gemeinden hat, wie uns mitgeteilt wird, anläßlich des Ergebnisses der Saarabstimmung an die Synagogengemeinde in Saarbrücken ein Schreiben gerichtet, in dem die Wiederaufnahme der früheren Verhandlungen wegen Eintritts der saarländischen Gemeinden in den Preußischen Landesverband angeregt wird. Der Vizepräsident der Unites Synagogue, Sir Robert Waley Cohen, einer der hervorragendsten Führer der englischen Judenheit, ist bei einem Autounfall in Palästina schwer verletzt worden. Sir Robert, der Generaldirektor der Shell Company und Direktor der Asiatic Petroleum Company ist, hatte sich zur Teilnahme an der offiziellen Eröffnung der Irak Pipe Line nach Kirkuk in Mesopotamien und von dort nach Palästina begeben, um der Eröffnung des Endpunkts der Oelleitung in Haifa beizuwohnen. Das Befinden des Verunglückten hat sich gebessert. Der jüdisch-polnische Historiker, Universitätsprofessor Dr. Simon Aschkenazi, ist schwer erkrankt. An das Krankenbett wurde der Leiter der Abteilung für innere Krankheiten am Krankenhaus der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Geheimrat Prof. Dr. Hermann Strauß, berufen. Das Haus und Grundstück Prof. Einsteins in Caputh ist durch eine Verordnung des Regierungspräsidenten von Potsdam beschlagnahmt und zugunsten des Preußischen Staates eingezogen worden. Haupttchriftleiters Dr. Robert Weltich, Berlin-Charlottenburg 8. Stellvertreter: Kurt Loewenstein, Berlin W 15. Anieigeiüeiterin und verantwortlich für den Anzeigenteil: Helene Chancincr, Berlin N 64, Verlag und Anzeigenverwahung: Jüdische Rundschau« Berlin W 15, Meinekestr. 10. D.-A. Dezember 33 300. — Drucks Siegfried Scholem, Berlin-Schänebcrg. I \