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Jüdische Rundschau · 1935-01-18 · Heft 6 (18.1.1935) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 6 (18.1.1935)
Date
1935-01-18
Page
– (sequence 5)
Language
German
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JO^SCHE RUNDSCHAU Ftl 1 il S t 111 C 11 S j S C'll C Flll$€*liail NR.6.,8.MNU*R,«5 Tiberias nach der Flut Von M a r g. Turnowsky-Pinner Im vorigen Jahre wurde an dieser Stelle von Tiberias erzählt, von der Besonderheit seiner Landschaft, seiner Bevölkerung und wirtschaftlichen Situation. Wenige Wochen später wurde die Stadt von der Sturzflut heimgesucht, die ihre ganze Existenz zu bedrohen schien. Damals richtete sich — wie dies bei erschütternden Katastrophen zu geschehen pflegt — für einige Augenbücke die Aufmerksamkeit der Welt auf den kleinen Ort. Sehr bald vergaß man ihn und seine Heimsuchung wieder. Die Stadt selbst aber ist noch aufgeschreckt und erschüttert durch das Unglück. Die Flut bildet den Einschnitt, der alles Frühere vom Jetzigen trennt. Auch wo Entwicklungen nicht unterbrochen oder entscheidend beeinflußt worden sind, ist irgendwie ein Zusammenhang mit dem Ereignis zu merken. Denken und Leben di* Alltags wird davon beherrscht. Noch nach Jahren wird die Stadt alle Geschehnisse von diesem Termin ab rechnen. Ob es der Beginn eines Niederganges oder eines Aufschwungs wird, ist noch schwer zu übersehen. Doch vieles spricht dafür, da» die Katastrophe die Aufwärtsentwicklung weitertreibt. Erste Eindrücke Der erste Eindruck des Fremden, der nach halbjähriger Trennung In die vertraute Stadt zurückkommt, ist niederdrückend: Aufgerissene, verschlammte Straßen, brüchige Häuser und eine noch mehr verarmte Bevölkerung. Es gibt kein Gespräch ohne das Wort „Schiltafon" (Ueberschwcmniung) — mit Kaufleuten, denen die Ware von der Flut fortgerissen worden ist, mit Handwerkern, die man im Augenblick höchster Lebensgefahr rettete, mit Lehrern, Aerzten, Schwestern, die bei dem Rettungswerk halfen, mit der Wöchnerin, der die Mutter in dein zusammenstürzenden Hause ertrank, mit der Ge!ähmten; die wochenlang in den durchnäßten Zimmern verbrachte, bis sie die Krankheit ergriff.... Viele Menschen, die man kannte und sucht, sind nicht mehr am Ort: der Bäcker, der Schmied, der Schlächter, — gerade fähige Leute ihres Fachs, sind nach Haifa oder Tel- Awiw abgewandert, -- einige, weil sie ganz verarmten, andere, weil ihnen der Umsturz den Autrieb g%b, den langgehegten Plan zu verwirklichen, und das Glück in einer der prosperierenden Großstädte zu versuchen. Andere Handwerker und Kaufleute findet man erst allmählich in fremden Straßen wieder. Sehr viele Läden der Innenstadt stehen leer. Dafür aber sind in der Hauptverkehrsstraße die Ladenpreise von 25 auf 45 Pfund heraufgegangen, und neue Häuser sind im Bau. Hieran vor allem schließt sich die Hoffnung an, daß die Katastrophe mehr genützt als geschadet hat. Die Entwicklung der Stadt war seit Jahren eine sehr langsame. Man hafte das neue Stadtviertel, Kirjath-Schmuel, oberhalb der Stadt erbaut, in das d:r größte Teil des wohlhabenderen Bürgertums zog, die Bäder begannen mit Umbauten und einer stärkeren Propaganda, und als Folge hiervon waren kleine Pensionen entstanden und hatten sich «ine Reihe von Spezialärzten aus dem Kreis der deutschen Einwanderer niedergelassen. Aber die Bevölkerungszahl war seit Jahren nicht gewachsen; die hohe Geburtenziffer war durch Abwanderungen ausgeglichen worden; die zentrale Bevölkerungsgruppe, diese eigentümliche Judenschaft von aschkenasischen Chassidim, Sepharden und orientalischen Juden, lebte ihr geistiges und wirtschaftliches Leben in immer unveränderten Formen. Die neue Einwanderung, die T e I - A w i w, Haifa, Jerusalem sprunghaft entwickelte, g i n g a n T i h e r i a s f a s t g a n z vorbei. Die wenigen Männer mit weitschauenden Plänen, die eine Aufwärtsbewegung erwarteten und zu fördern suchten, hatten es schwer, gegen den Konservativismus der alten Stadt anzukämpfen. Jetzt kam die Flut. Sie riß Hunderte von Menschen aus ihren Wohnungen und Läden heraus, und ehe die Flüchtlinge sich wieder ganz ins Frühere einfügen konnten, führte die Regierung rasch und gewaltsam eine langgeplante Einbruchsarbeit durch. Militär zwang die widerstrebenden Familien, ihre Wohnungen zu verlassen. Etwa 120 Häuser, darunter 05 mit jüdischen Besitzern, wurden gesprengt. Das verwickelte Straßenbild der Innenstadt entwirrte sich. Neue Entwicklungen Von der oberen Hauptverkehrsstraße, die in die Chaussee nach Zemach übergeht, führen jetzt drei breite gerade Straßen zum See hin. Sie werden so gebaut, daß die Regenbäche den Fahrdamm herabströmen können, ohne die stark erhöhten Biirgersteige zu berühren. Die drei Querstraßen münden in eine aufgeschüttete und durch eine schräge Damm-Mauer gefestigte Seestraße, die in kurzem die schönste Straße von Tiberias werden wird. Wer bisher am See entlanggehcn und den unvergleichlich schönen Bück auf Stadt, Wasser und Berge haben wollte, mußte die viel befahrenen Landwege nach Migdal oder Daganiah benutzen. In der Stadt selbst konnte er nur auf einem kleinen, vernachlässigten Platz, mit einem armseligen arabischen Kaffeehaus am Wasser sein. Jetzt wird sich von diesem Platze aus die Straße bis zu der allen Moschee hinziehen. Hier wird die Stelle gegeben sein, wo sich ein der Stadt bisher so ganz fehlendes heitereres Leben entwickeln kann. Das lange verlangte Kaffeehaus, ein gutes Hotel, Verkaufsstätten für Fremde werden am besten hier entstehen. Eine sehr große Zahl von Arbeitern arbeitet beschleunigt an dem Straßenbau. Aber noch ist alles im Rohbau, halbfertig, unwegsam, schmutzig. Die Regierung hat den Beginn der Arbeiten zu lange herausgezögert; sie hatte in Erwartung einer neuen Flut die Vollendung der Arbeiten bis zum Oktober zugesagt. Sie war in der Mitte der Arbeit, als die vorausesehene zweite U e b e r s c Ii w e m m u n g einen großen eil der Straßen wieder zerstörte. Da stellte sich heraus, d a (S die Maßnahmen der Regierung im wesentlichen richtig waren. Dank der neuen Durchbruchsstraßen war die Stadt diesmal vor neuen schweren Schädigungen bewahrt worden. Aber der unvollendete Bau der Straßen war zerstört; ein Teil des noch nicht ganz gefestigten Seewegs brach herunter; ein Schaden von fast 7000 Pfund entstand, und die Arbeiten mußten unter schweren Bedingungen wieder aufgenommen werden. Nun ist zugesagt worden, sie bis zum Februar-März zu beenden. Aber nach vier regenarmen Jahren haben in diesem Winter heftige Winterregen eingesetzt, die in Tiberias infolge der ausgeschwemmten Berghänge immer wieder zu flutartigen Erscheinungen führten. Es ist darum kaum zu hoffen, daß das Versprechen gehalten werden kann. Erst im Sommer, wenn die Wadis umgeleitet werden können, wird die Arbeit wirklich fruchtbar werden. (Endgültige Schutzmaßnahmen würden daneben die B e w a 1 d u n g der kahlen Berge verlangen. Schon eine ganz junge, auf Rica-Boden durchgeführte Pflanzung hat sich hier bei der Flut bewährt. Halb aus diesem Grunde, und noch mehr zu Verschön erungs zw ecken arbeitet die Gesellschaft der „men of trees" verstärkt in der Stadt. Weit- Naschaschibis Wahlprotest abgewiesen Chaldi Bürgermeister? Jerusalem, 15. Januar. (Palcor.) Bei der heutigen Verhandlung in der Angelegenheit des Wahlprotestes des ehemaligen Bürgermeisters Nasch asch ibl gegen seinen bei den Wahlen durchgedrungenen arabischen Gegenkandidaten Dr. Chald! wurde vom Jerusalemer Distriktsgericht die Beschwerde Naschaschibis abgewiesen. Damit ist Naschaschibl persönlich endgültig aus dem Jerusalemer Stadtrat ausgeschieden. Falls die Behörden der Forderung der Juden, mit Rücksicht auf die jüdische Mehrheit Jerusalems, einen Juden zum Bürgermeister zu ernennen, nicht stattgeben sollten, so wird wahrscheinlich, wie man in Jerusalem annimmt, der als Gegenkandidat Ndschaschibis gewählte Dr. Chaldi Bürgermeister werden. Bezüglich der anderen beiden Mitglieder der Naschaschibi-Partei, die gleichfalls Wahlprotest eingelegt haben, ist eine Entscheidung noch nicht gefällt, doch glaubt man, nach dem Präzedenzfall des ersten Urteils, daß auch die anderen beiden Wahlproteste abgelehnt werden, worauf dann die neue Stadtverwaltung endlich in ihrer Gesamtheit bestätigt werden könnte und Ihr Amt antreten würde. Interessant ist, daß beide Parteien vor dem Gerichtshof durch jüdische Anwälte (Horowitz und Joseph) vertreten waren. Eine Nachwahl in einem jüdischen Wahlbezirk ist dadurch erforderlich geworden, daß einer der gewählten jüdischen Stadträte, Hachmaschwilis, als Manager der Filiale der Barclays Bank, nach Tel-Awiw versetzt wurde. Große Finanzreform der Jewish Agency Anleihe des Keren Kajemeth bevorstehend Jerusalem, 14. Januar. fPalcor.) Zu Ehren des englischen Zionisten Israel S i e f f, der als bedeutender Wirtschaftler in England heute eine bemerkenswerte Rolle spielt und häufig als Sachverständiger zugezogen wird, und seiner Gattin, der Wizo-Führerin Rebekka Sieff, wurde in Jerusalem ein Emnfangsabend veranslaltet, bei dem alle führenden Persönlichkeiten der jüdischen Institutionen anwesend waren. Sieft, dem auch das Zustandekommen der 500 000-Pfund- Anieihc des Keren Hajessod in der Londoner City zu danken ist, hielt eine grundsätzliche Ansprache, in der er auseinandersetzte, daß man den für den Aufbau des Jüdischen Nationalheims verantwortlichen jüdischen Institutionen d I e Freiheit verschaffen muß, ihr Werk friedlich und ruhig durchzuführen. Es müsse ein System einer engen Koordination der Arbeit des Keren Hajessod, Keren Kajemeth und der Anglo Palestine Bank unter der Führung der Jewish Agency geschaffen werden. Der Kredit der zionistischen Arbeit sei niemals höher gewesen als jetzt. Sieff teilte mit, daß nach Durchführung der Keren Haiessod-Anleihe in London ein ähnliches Arrangement, betreffend einen noch höheren Betrag zugunsten des Keren Kajemeth in Vorbereitung sei. Durch diese Anleihe-Operationen werde die allmähliche Tilgung der alten Schulden ermöglicht und der Weg zu einer neuen großen Siedlungsar beit freigemacht. gehende Arbeiten, die zum Teil die Enteignung der Hänge verlangen, kann aber nur die Regierung leisten.) Sind die Straßen hergerichtet, so muß die weitere Arbeit des Uni - und Aushaus der Straßenfronten erfolgen. Im Augenblick zeigen die Straßen ein seltsames Gesicht: die früher durch Ausmauern verdeckten b'augetünrhten Höfe mit ihren steilen Außentreppen und Holzterrasseu liegen nach der Sprengung frei. Das Bild ist noch bunter, noch charakteristischer geworden, aber es zeigt zu viel Elend und Verwahrlosung, als daß es so bleiben könnte. Zunächst rechnete man damit, daß die Regierung selbst bauen würde; dies geschah nicht. Die Regierung zahlt den Hausbesitzern angemessene Entschädigungen (zirka 18 000 Pfund fallen an luden) und legt die Straßen an. Das übrige überläßt sie der Privatinitiative. Wann und wie wird diese arbeiten? Die Bevölkerung ist ja in ihrer Masse wenig erneuerungswillig; dazu erschweren komplizierte Besitzverhältnisse den Neubau. (Die Häuser sind vielfach etagenweise verkauft worden.) Um einen Druck auszuüben, verbietet die Stadt Umbauten. Der sichere Verfall der Häuser soll zum Bau zwingen. Dem Verfall widerspricht nun allerdings das natürliche Gewinnsfreben; denn diese geschädigten Häuser sind zugleich stark im Wert gesteigert worden, indem sie aus Hinfergassen an Hauptstraßen verlegt wurden. Also werden die Dinge ihren Gang gehen; erst wenige, dann von Beispiel und Erfolg gelockt, mehr werden bauen. Die Stadt ist dabei entschlossen, bei Erteilung der Baugenehmigung einen einheitlichen orientalischen Baustil zu erzwingen, um die Einheit des trotz aller Armut schönen Stadtbildes zu erhalten. Da die Regierung der Stadt kleine, für die Abrundung der Grundstücke wichtige Parzellen, die beim Straßenbau ungenutzt blieben, schenkte, hat sie ein weiteres Mittel der Beeinflussung. Projekte Trotzdem; mit einem schnellen Umbau der Stadt ist nicht zu rechnen. Darum sind andere Bauprojekte besonders interessant. Am nächsten an der Verwirklichung erscheint der Bau eines Handelszentrums an der Stelle des heutigen Sportplatzes. A\it dem Bau soll noch in diesem Frühjahr begonnen werden. Der Initiator ist die Bank Halwoah-wechissachon. Diese hat mit Hilfe von Serubabel den Boden gekauft und plant, allmählich 100 Läden und einige Garagen zu errichten. Das Projekt ist in der Stadt viel umstritten, da die Innenstadt ihre völlige Verarmung fürchtet. Andererseits erwartet man, daß es der Neuentwicklung ganz wesentlich dienen wird. Noch nicht ganz so greifbar ist ein großer Wohnbauplan auf 60 Dunam P i c a - B o d c n an der Grenze von Kirjath-Schmuel. Die Entwicklung der berühmten heißen Quell bäder ist in ein neues Stadium getreten: es ist gelungen, das für die Auswertung der Konzession notwendige Kapital zu erhalten. Noch in diesem Frühjahr sollen die Quellen gefaßt und die Neubauten von Bad und Bade-Hotel begonnen werden. Die drohende ökonomische Zerstörung nach der Flut wurde durch das Eingreifen der Anglo-Palestine- Bank aufgehalten. Sie gab 5000 Pfund zu günstigen Bedingungen als Kleinst- und Mittelkrediten. (4 «> Zinsen, Rückzahlung in Monatsraten innerhalb von 5 Jahren.) Kleingewerbetreibenden, die nie gewagt hätten, sich an die Bank zu wenden, wurde so geholfen, — und es zeigte sich, daß die Bank richtig handelte: nicht eine einzige Kate blieb bisher unbezahlt. Handel und Handwerk arbeiten wieder, so daß auf der Basis des zurückgebliebenen, aber im Kern gesunden Gewerbes ein Aufschwung erfolgen kann. %^t^^L 1.-7. A»Ml 1935 TEL-AVIV O Sond pproapekte durch das MAKKABIAH BÜRO Berlin NW7, Friedrichstraß« 100 Telefon; A6 (Merkur) 2915/16 Kurzberichte Politik und Gesellschaft Die Palästina-Regierung hat eine Konferenz hoher Beamter und Vertreter der Polizei einberufen, in der Maßnahmen gegen die immer wieder vorkoi.....enden Lalle von Besetzung j ü d i s c h e n B o d e n s d u r c h A r a b e r beraten werden soll. Zwei Araber, die beim Betreten eines Dr. Soskin gehörenden Grundstücks bei Akko betroffen wurden, wurden vom Gericht zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Das Jerusalemer Berufungsgericht hat den von Beduinen erhobenen Anspruch auf Ausübung von W e id e r e e h t e n auf einem dem Jüdischen Nationalfonds gehörenden Gebiet in Zamauia (Nordpalästiua) zurückgewiesen. Anläßlich des zehnjährigen Bestehens des Hebräischen Technik u m s i n I I a i f a fand am 15. Januar die Verteilung der Diplome an die neu Graduierten in besonders feierlichem Rahmen statt. Der Feier wohnte auch der High Commissioiier von Palästina, Sir Arthur Watichope, bei. Gleichzeitig wurde der Grundstein zu einem Erweiterungsbau gelegt. Das Oesterreich)'sehe Konsulat in Jerusalem ist zum Generalkonsulat erhoben worden. Aus Bagdad wird berichtet, daß nationalistische Notabcln im Irak die Initiative zur Einberufung eines panarabischen Kongresses nach Bagdad im April ergriffen haben. Zu diesem Zwecke wurde ein Vorbereitungskomitee gegründet, das mit arabischen Organisationen in Syrien, Palästina und Aegypten Fühlung nehmen soll. Die aus Anlaß des neuen Jahres veröffentlichte Liste der in Palästina A 11 s g e z e i c h n e t e n enthält den Namen des Spezialisten für Gartenkultur und höheren Beamten des Landwirtschaftsressorts Assif Gras o w s k y, der vom König den Titel „Ehrenmitglied des British Empire" erhielt. Der High Commissioner Sir Arthur Wauehope hat dem jüdischen Kindereiorf 1! en S c Ii e f e j a für Aufbauarbeiten eine Spende von 100 Pfund überwiesen. Einer Meldung des ,,Haare/" zufolge, ist der Distriktsbeamte A. Epstein für das Amt eines Stadtsekrefärs von Tel-Awiw in Aussieht genommen. I's verlautet, daß das Amt des Stadtsekretärs für'II a i f a dem dortigen christlichen Distriktsbeamten angeboten werden soll. Wirtschaft Im Auftrag der Palästina-Regierung wurde mit der Errichtung eines Leuchtturms an der Mündung des J a r ko it im Norden von Tel-Awiw begonnen. Die jarkon- Mündung soll zur Errichtung von 11 a f e n a u I a g e n erweitert werden, da sich der Jaffaer Hafen als unzulänglich für den wachsenden Verkehr erwiesen hat. Wie amtlich mitgeteilt wird, betrug der Wert der im Juli 1934 nach Paliistina eingeführten Waren 1 143 000 Pfund gegenüber 913 000 Pfund im Juli 193 i. Der Export in diesem Monat betrug 49 000 Pfund, ist somit gegenüber dem Export im Juli 1933, der 51 701) Pfund betrug, zurückgegangen. Die Z o 11 e i n n a h m c n, die den größten Teil der Einkünfte der Palästina-Regierung ausmachen, sind 1931 um fast 900 000 Pfund, nämlich auf 2 927 000 Pfund gegenüber 2 071 370 Pfund i. J. 1933 gestiegen. Wie offiziell mitgeteilt wird, hat die Palastina-Regierung im November 1931 einen V e r w a 11 u n g s ü b c r s c h u ß von 101 653 Pfund erzielt. Einer amtlichen Statistik zufolge steht Italien im Schiffsverkehr der palästinensischen Häfen mit 962 000 Tonnen im Jahr an erster Stelle. An zweiter Stelle kommen die englischen Handelsschiffe mit 616 000, an dritter Stelle die französischen mit 584 000 Tonnen. Für den Telegramm-Verkehr in hebräischen Lettern, dei vom 1. (an. 1935 an in Palästina aufgenommen wurde, sind vorläufig folgende Postämter zugelassen: Afulch, Athlith, Bcnjamina, En Charod, Chedera, Herzlia, Karkur, Kfar Saba, Metulla, Nahalal, Natania, Pardess Chaiiua, Petach Tikwah, Ra'anana, Ramath Gau Rechowoth, Rischon le Zion, Rosch Pina, Tel-Awiw, Jawnel und Sichron Jacob. Die Munizipalität Jerusalem geht daran, das stadtische Schlachthaus zu vergrößern und Verbcss«., rungen dort einzuführen. Im Hinblick auf die steigende wirtschaftliche Bedeutung Palästina entschloß sich Barclay's Bank, ihre Tätigkeit in Palästina zu erweitern und dort einen der Londoner Lei« tung direkt unterstehenden D i r e k t o r e n t a t zur Führung der Geschäfte einzusetzen.

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