Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1935-01-15 · Heft 5 (15.1.1935) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 5 (15.1.1935)
Date
1935-01-15
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2651273-2653827-2653832--26282-2687656
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Seit« 4 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 5, 15.1.1935 Das Neueste in Kürze Von unserem palästinensischen gl.-Korrespondenten Vor Neuwahlen in Tel-Awiw Von unserem Berichterstatter gl Tel-Awiw, 6. Januar Es war seit einiger Zeit bekannt, daß Tel-Awiw in kurzer Zeit vor Neuwahlen stehen würde. Aber man hatte allgemein angenommen (auch in Kreisen der Stadträte), daß die Eröffnung der Wahlregister nicht vor Mitte Februar stattfinden würde. Plötzlich jedoch wurde der Stadtrat durch den Bürgermeister informiert, die Regierung hätte beschlossen, die Wahlregister schon am 6. Januar zu eröffnen. Das bedeutet mit anderen Worten: bis zu diesem Zeitpunkt muß man die fälligen Steuern zahlen, um sieh das Wahlrecht zu sichern. Tel-Awiw hat einen Mindestzensus von einem halben Pfund und diese Summe muH bis zum 6. Januar von dem Einwohner der Stallt an die Munizipalität abgeführt sein, wenn er sein Wahlrecht geltend machen will. Es gab jedoch viele, man behauptet Hunderte und Tausende, die entweder aus Nachlässigkeit oder aus einem schlechten Funktionieren des Eintreibesystem ihrer Steuerpflicht bisher nicht nachgekommen waren und so erhob sich im Stadtrat ein heftiger Protest gegen den Beschluß der Regierung. An der Spitze dieser Opposition steht die Arbeiterpartei. Sie ist zusammen mit den kleinen Leuten an erster Steile daran interessiert, daß die Wählerschaft möglichst zahlreich ist. Außerdem sind es die kleinen Leute und die Arbeiter, die vielfach auch mit dem Minimum von ''j II im Rückstand sind. Line Delegation, zusammengesetzt aus den verschiedenen am Aufschub interessierten Organisationen, erschien beim Distrikt-Conimi-ioiicr und stellte ihm die Sachlage dar. Sie bekam keine klare Antwort, aber bis heute, dem 6. Januar, dem letzten Tag zur Regelung der Steuern, ist keine positive Antwort gekommen. An der Delegation beim I »istrlct-Comrnissioner beteiligte sich auch der Vertreter der Mit.ichduth Ole Germania als der Repräsentant der deutschen Immigranten der Stadt. Die ILO. G. hatte sich sofort nach Bekanntwerden der Wahlregehmg mit einem Zirkular an ihre Mitglieder gewandt, ihnen die Situation erk'ät und sie aufgefordert, unverzüglich ihre Steintt! in Ordnung /u briwren, um sich das Wahlrecht zu si. Iiem. Aul'-erdcm wurde im Büro der H. O. O. über alle technischen I inzclheiten bei der Erfüllung der Formalitäten Auskunft gegeben. Tel-Awiw schreit.-t zu seiner Wahl, nachdem die anderen Munizipalitäten im Lande bereits die ihre 'hinter sich haben. Die Stadtverwaltung hatte, als die allgemeinen Stadtwahlen durchgeführt wurden, noch nicht ihre Amtsdauer erfüllt. Tel- Awiw ist die einzige Stadt im Lande, in der Frauen und auch nicht-palästinensische Staatsangehörige wahlberechtigt sind Sie hat diese-; besondere Vorrecht in ihrer Eigenschaft als n in jüdischer Ort. Die Wahlen in Tel-Awiw sind von Bedeutung nicht nur für die Stadt selbst, sondern für die gesamte palästinensische Judenheit, da sieh beute in ihr ein Drittel aller im Lande ansässigen Juden konzentriert. Aus Kirjath Bialik Aus Palästina wird uns geschrieben: In diesen Tagen ist die letzte S i e d I e r s t e I I e der landwirtschaftlichen Siedlung deutscher Juden, Kirjath Bialik, in der Haifa-Bucht besetzt worden. Der Siedlung wurde vom KKL ein Gesamtare il von ca. <KK) Dimam bereitgestellt, das im Westen unmittelbar an die vorstädtische Siedlung Kirjath Bialik und im Osten an den Jidrohügel und die Böden Kfar Ata grenzt, [.in Drainagegraben, der bei den großen Entwässemugs- und Sanierttngsarbeiten des KKL geschaffen wurde, teilt das Gesamtgebiet der Siedlung in zwei Komplexe: einen westlichen, in dem jedem Siedler 4 Dunam zugeteilt sind und in dem sich mit den Häusern die Wirtschaftshöfe befinden, und einen östlichen, in dem jedem Siedler 16 Dunam zukommen. Da sich nur bei intensivem Betrieb aus 20 Dunam eine Existenz heraus«irtschaften läßt, so ist die Möglichkeit einer großziii'igi n Bewässerung Grundvoraussetzung der Siedlung. Die Wasserfrage wurde dahin gelöst, daß die Wasseranlage für den -I-Dunamkoniplex geineinsam mit der Vorstadt geschaffen wird, und daß am Jidrohügel ein Brunnen er bohrt wurde, der bei der geringen Tiefe von b m eine für die Bewässerung der H> Dunam vorerst genügende Wassermenge liefert. Die Bodenqualii-it wechselt von sandig humosem bis zu schwi rem Lehmboden, so daß fast alle intensiven Kulturen gepflegt werden können. Insbesondere »lenkt man neben dem Gemiist bau, der ein wesentlicher Bestandteil der Wirtschaft w. r.lvn soll, an Pflanzung von Obst und Wein. Intensiver Futterb.iii wird die Haltung von Milchvieh ermöglichen. Im Augenblick wird von der Mehrzahl der Siedler an dem Bau der I bihm rsialle gearbeitet, die schon in diesem Frühjahr die ersten Küken aufnehmen werden. Dem hohen Grundwasser^ and s;>H durch eine Drainage abgeholfen werden, die mit Mibe der An-d!umM>ehör.|, ii durchgeführt wird. Die I'. itigst-l'un-. der ,r-te.i r, Siedlet häu-o r wird in diesen Wochen erf'<l:-,-n. Die Siedler sind vereinigt zu einer Kooperative mit den Prinzipien gemeinsamen Ein- und Verkaufs. A H e i n arbeit der Siedlerfamilie ist nicht wie im Moschaw Owdim zun; Prin/io erhoben, wird jedoch tatsächlich in der Mehr/ab! der Falle vorliegen, S e I b s t arbeit der Siedler in allen |-\rlet: In diesen lagen wird mit dem Bau der kooperativen Wirtsehaftsgeb-mde (Milchzentrale, Bullen- Stall und Warcnschuoiwn) begonnen werden. In kulturellen Einrichtungen wird so h die Siedlung an die Vorstadt Kirjath Bialik anschließen können. Jakob Bach Gegen die Bodenspekulation Tel-Awiw, 10. Januar. Bei der lahresversammlung der lei-Awiwer Handelskammer erklärte deren Vorsitzender, Hoofien, Direktor der A.P.B., daß die Bodenspekulation so nicht weiter fortgehen dürfe. Auch Tollheit, so sagte Hoofien. hat ihre Grenzen. Die Stadtverwaltung Tel- Awiw hat beschlossen, in scharfer Form gegen die Spekulation einzuschreiten. Es wurde auf einstimmigen Beschluß des Stadtrates ein Büro zur Bekämpfung der Bodenspekulation unter dem Vorsitz von Dizengofl gebildet. 5m Heim für relhjiSse Jugend aus Deutschland in Haifa. Uns wird berichtet: Während bisher die junpen Menschen der Jugendalijah ausschließlich der landwirtschaftlichen Ausbildung zugeführt wurden, ist jetzt eine Gruppe von 19 hingen in Haifa zur handwerklichen Ausbildung am Technikum untergebracht worden. In einer Sonderklasse der Handwerkersehule werden die jungen Leute in einem zweijährigen Kursus ausgebildet. Der praktische Unterricht wird täglich von 7 1 Uhr, der zweistündige Fachunterricht in Mathematik, Mechanik, Technologie und später in Physik, Maschinen- und Werk/eiigkunde täglich nachmittags erteilt. Es konnte ein Heim eingerichtet werden, das geeignet ist, das Einleben -zu erleichtern und ein schönes Gemeinschaftsleben zu schaffen. Im Heim selbst werden durch den Leiter und durch freiwillige Kräfte Kurse in Hebräisch, Palästinakunde, Talmud, Geschichte u. a. veranstaltet. Der Haushalt wird von vier Chawcroth geführt. Die Auswahl der Lehrlinge ist vom Brith Chaluzim Dathiim in Deutschland vorgenommen worden. A. Rothschild. Aus Wirtschaft und Gesellschaft Die Je r u s a 1 e m er K a u f I e u t e versuchen, sich gegen die Erhöhung der Ladenmiete, die zum Termin des Wohnungswechsels (Mucharem) droht, zu schützen. Die Leitung der Jerusalemer Kaufmannschaft wendet sich in einem Appell an ihre Mitglieder, in dieser dringenden Frage gemeinsam un<t mit Energie vorzugehen. In Nachlath Jehudah ist ein Haus von acht Zimmern für E i n z c I a r b e it e r, die nicht in Gruppen untergebracht sind, fertiggestellt worden. Das Haus wird die immer noch sehr brennende Wohnungsfrage der Lohnarbeiter in der Kolonie erleichtern. Die Zimmer werden billig vermietet. Auch an verschiedenen anderen Orten sind derartige Gebäude in Arbeit. In Kirjath C h a j i m (dem Arbeiterviertel in der Haifa- Bay) sind 130 neue Häuser in Auftrag gegeben worden. Die Bauarbeiten zusammen mit Wasserversorgung und Wegebau werden £ 40(100 kosten. Insgesamt soll das Viertel 900 Häuser umfassen. Der Arbeit errat in Jerusalem veranstaltet einen Kurs über arabische Probleme. Er umfaßt arabische Geschichte, Pan-Islamismus, ethnologische und ethnographische Gebiete, Wirtschaftsfragen und aktuelle Themata des arabischen Lebens. In Tel-Awiw fand in diesen Tagen die Konferenz des Hapoei H a m i s r a c h i statt. Samuel Solow aus Tel-Awiw hat £ 3000 für das geplante Studentenheim auf dem Skopus in Jerusalem gespendet. Man hofft, daß durch diese Gabe, die den Fonds für den Bau vergrößert, die Möglichkeit gegeben wird, bald mit dem Bau eines Hauses für die Studenten zu beginnen. Aus Jemen gelangte eine große Gruppe von jemenitischen Einwanderern nach Palästina. Sie umfaßt 325 Menschen, die zum Teil sehr lange auf Einreisezertifikate gewartet haben. Es handelt sich fast durchweg um große Familien, teils mit kleinen Kindern und Säuglingen. Der größte Teil der Immigranten geht in die Kolonien zur Arbeit. Eine Gruppe von Fanatikern der Schabbatruhe hielt in Tel-Awiw vor der großen Synagoge ein Privatauto an und wollte es am Weiterfahren hindern. Es kam zu einem Zusammenlauf. Später versuchten die Vorkämpfer der Schabbatruhc an Privatautos, die wie immer vor der Synagoge parkten, Rache zu nehmen, schlugen mehreren die Fenster ein und durchschnitten die Pneus. Die Polizei hat die Synagogenvorsteher verwarnt und ihnen bekanntgegeben, daß sie in Zukunft für derartige Uebergriffe verantwortlich gemacht werden. Dizengoff, der Bürgermeister von Tel-Awiw, richtet einen Appell an die Einwohner der Stadt, Uebelstände in der „ersten jüdischen Stadt" abzustellen. Er weist darauf hin, daß sich in letzter Zeit die Vergehen (auch gewalttätiger Natur) in der Stadt gemehrt hätten, verlangt Rücksicht auf die Sauberkeit der Straßen, Vermeidung von Lärm, Schonung der Bäume und eine aktive Teilnahme der Bürgerschaft an der Besserung der in der Stadt herrschenden Gewohnheiten. „Hon Mejuchad", die Abendzeitung der „Staatspartei" (Großmann-Revisionisten) in Tel-Awiw hat zu erscheinen aufgehört. Es besteht die Absicht, das Blatt nach einiger Zeit als Wochenschrift herauszugeben. Die heftigen Wolkenbrüche sind zum Stillstand gekommen, und die Verbindung nach den verschiedenen Punkten wird langsam wieder aufgenommen. Jedoch wird von verschiedenen Stellen, insbesondere vom nördlichen Scharon, gemeldet, daß sich infolge der schweren Niederschläge große Wasserlachen gebildet haben, die eine Verstärkung der Malariagefahr im nächsten Jahre befürchten lassen. Die Entwicklung der die Krankheit verbreitenden Moskitos beginnt bereits im Februar, und es ist dringend nötig, sofort mit den nötigen Bekämpfungsmaßnahmen zu beginnen, um die Siedler vor einer neuen Seuche zu bewahren. Das Laden von Orangen im Jaffaer Hafen mußte auch in den letzten Tagen wieder mehrmals unterbrochen werden, weil plötzliche Stürme aufkamen. Die Schiffe verließen sofort die Reede und blieben in der Nähe von Tei-Awiw auf hoher See, um der Gefahr der Riffe vor Jaffa zu entgehen. Mehrere Boote, die mit Laden beschäftigt waren und nicht zur Zeit das Land erreichen konnten, zerschmetterten an den Felsen. Viele Kisten mit Orangen mußten von den Booten ins Meer geworfen werden, ein Teil wurde später geborgen. Die Arbeit der Hitachduth Olej Germania Die Hitachduth Olej Germania hat einen Atifklärungsdienst für ihre Mitglieder für die Wahlen zur Stadtverwaltung eingerichtet, der über alle Formalitäten, Steuerfragen usw. Auskunft erteilt. Die Organisation hat vor Ablauf der gesetzlichen Frist (6. Januar) ihre Mitglieder dringend darauf hingewiesen, daß es in ihrem und im allgemeinen Interesse läge, sich ihr Wahlrecht rechtzeitig durch Zahlung der entsprechenden Steuern zu beschaffen. Der Auskunftsdienst wurde in großem Maße in Anspruch genommen. Neue Firmen Nach Veröffentlichungen in der „Palestine Gazette", dem palästinensischen Amtsblatt. Aktlangaaatlachaften: Palestine Shipping Company Ltd. (Reederei), Kapital 60 060; Palestine Road Construction Co., Ltd. (Straßenbau), Kapital £P 30 000; Tirsah Limited (Möbel- und andere Holzprodukte), Kapital £P 18 000; Financial Industry Co. Ltd. (Treuhand), Kapital £P 10 000; Shoshana Levana, Ltd. (Mobiüeii und Immobilien), Kapital £P 10 000; Holland-Palestin e Company, Ltd. (Edelmetalliniport), Kapital £P 5000; The Record Chocolate Company, Ltd. (Herstellung und Vertrieb von Schokolade und Konfekt), Kapital £P 2000; Green ft Ho c*i berger Ltd. (Erzeugung von Lederzubehör, Metallinstrumenten usw.), Kapital £P 2000. Teilhabargaaallaohaften: Sherf Soap Factory Company — Rischon-Ie- Zion (Seifenfabrik und Nebenprodukte, Toiletteartikel, Parfümerien, Kosmetika, pharmazeutische Artikel); Palestine Chemical Co. — Tel-Awiw (Fabrik für chemische, kosmetische und pharmazeutische Artikel); Hagader -- Tel- Awiw (Herstellung von Eisendrahtnetzen); Chemical Industry „Ras" — Ramat-Gan (Herstellung kosmetischer Die soziale Hilfsarbeit unter den deutschen Ein« Wanderern, die bisher vor allem durch das mangelnde Zusammenarbeiten der verschiedenen Organisationen gelitten hatte, wird neu geregelt. Es ist gelungen, einen enpen Kontakt zwischen der Leitung der sozialen Abteilung im Waad Leumi (Miß Szoki) und der H.O. ü. herzustellen, so daß die H.O. G. in der Lage ist, der sozialen Abteilung die Bedürfnisse der deutschen Einwanderer zu übermitteln und für die Abhilfe bestehender Mängel zu sorgen. F>ie Beschaffung von Wohnungen und Hilftwirtschaften für Einwanderer aus Deutschland in den Kolonien wird augenblicklich von der H.O. G. zusammen mit der „Zentralstelle für die Ansiedlung deutscher Juden" unter dem Gesichtspunkt bearbeitet, Wohnung und Wirtschaft auch für einzelne Familien zu beschaffen. Bisher ist die Arbeit in der Form geleistet worden, daß die Kollektivgruppen, die Neueinwanderer in großer Anzahl aufnahmen, dafür Gebäude und Wirtschaftserweiterung erhielten. Es ist jetzt eine bestimmte Summe dafür ausgeworfen worden, einzelne Familien und kleine Gruppen entsprechend zu versorgen. Die H. O. G. ist damit beschäftigt, geeignete Bodenflächen in den großen Kolonien für diese Zwecke ausfindig zu machen. Nachdem die freistehenden Plätze für Neukolonisatiott vergriffen sind (nur in Wadi Hawarith sind noch einige Plätze frei, aber hier kommen nur besonders gutgeeignete jüngere Elemente in Betracht), wird es nötig, neue A n - siediungsprojektc auszuarbeiten. Ebenso müssen neue landwirtschaftliche Aushildungsstellen in genügendem Umfang bereitgestellt werden. Es werden zwar Plätze frei, sobald die früher Eingewanderten zur Ansiedlung kommen. Jedoch Ist dieser Abfluß nur langsam, da die einzelnen Kolonisationspläne sich nur nach und nach stufenweise verwirklichen; neue Einwanderer drängen nach und verlangen für sich Ausbildungsmöglkhkeiten. Die Frage wird zur Zeit in der H. O. G. studiert. Es wird die Möglichkeit erwogen, Ausbildungskurse im Anschluß an landwirtschaftliche Schulen einzurichten. Aus dem arabischen Leben Die Regierung hat die Drainage eines Sumpfes in Wadt Hawarith beendet und übergibt das Land den Beduinen der Gegend zur Besiedlung. Es handelt sich um 500 Dunam. Die Arbeiten fallen unter den „Entwicklungsplan" der Regierung. Die Beduinen, die hier zur Ansiedlung kommen, hatten die Ucbentahmc von Wadi Hawarith durch ihre Profeste und Angriffe erschwert, ein Bodenangebot der Regierung im Betli-Schan-Gebiet jedoch ausgeschlagen. Es wurde dann beschlossen, die Gruppe in Wadi Hawarith zu belassen, sie jedoch anzusiedeln und damit von ihren nomadischen Gewohnheiten abzubringen. Zu diesem Zwecke wurde die Drainage durchgeführt, so daß zur Zeit mit der eigentlichen, Siedlungsarbeit begonnen werden kann. Der Aufruf des Stadtrates von Tel-Awiw, keine Sil« vesterf eiern zu veranstalten, wird von einem Teil der christlichen arabischen Presse als ein Angriff der Juden auf den christlichen Charakter Palästinas dargestellt und kritisiert. Andere arabische Zeitungen sehen in diesem Schritt der Munizipalität das Zeichen einer bemerkenswerten Unabhängigkeit und den Mut zu eigenen jüdischen Gebräuchen und stellen diese Haltung der arabischen Führung als Beispiel hin. Es wird berichtet, daß der letzte Besuch' des Emir Abdullah in Jerusalem der Vermittlung zwischen dem Mufti von Jerusalem und der Opposition unter Rhageb Naschaschibi gewidmet war. Die Versuche blieben jedoch ohne Ergebnis. Unter der Redaktion von F. S. Saba ist die -erste Nummer einer arabischen ökonomischen Zeitschrift in Jerusalem erschienen. Ihr Programm umfaßt die Wirtschaftsfragen des Nahen Ostens und der arabischen Halbinsel. In Nablus wurde ein Tierhospital eingerichtet. Aus den umliegenden Ländern Der High Commissioner von Syrien hat den Präsidenten des Libanon für ein weiteres Jahr in seinem Amte bestätigt. Zur Zeit, als Palästina unter den großen Regengüssen zu leiden hatte, erlebte der Libanon heftigen Schneefall. Der Verkehr zwischen Beiruth und Damaskus und verschiedenen Bergdörfern wurde durch die ungewöhnliche Schneemenge mehrere Tage unterbrochen. Colone! C. H. F. Cox, der britische Resident in Amman, der Hauptstadt Transjordaniens, wurde für weitere fünf Jahre in seinem Amte bestätigt. Bei der Eröffnung des irakischen Parlaments hielt König Ghazi die Thronrede. Er betonte die guten Beziehungen Iraks mit den Nachbarländern. Die Orenzstreitigkeiten mit Persien würden sich im Völkerbund leicht beilegen lassen. Die Rede sprach von den Plänen zur Einführung der allgemeinen Wehrpflicht, der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes, Sorge für Ausbreitung der Bewässerung und des Sanitätsdienstes. Produkte); ,,Cantra" (J. Bresher u. J. Goldin) — Jerusalem (Metallindustrie und -handel); Levinson & Diamond st ein — Tel-Awiw (Mörtelfabrik); ,,Mabna" — Tel-Awiw (Kohlensäure- und Mineralwasserfabrik); „Eshet" -— Tel-Awiw (Schweißanstalt u. ä); „Merkaz" — Honigman & Olergond (Herstellung von Eisschränken); Hevra Eretz-Israelit le-Taasiat Homre Binian m'Me- Iet - Arber & Weidenfeld — Tel-Awiw (Herstellung von Zement-Baumaterialien); „Hamarwad" — Tel-Awiw (Polster- und Möbclstoffweberei); M. Ingel ft J. Karmanik — Tel-Awiw (Herstellung von Marmor, Grabsteinen usw.). * Die Brauereigesellschaft in den Weinkellereien von Rischon le Zion ist unter der Firmenbezeichnung „Palestine Brewery, Ltd." mit einem Kapital von £P 50000 ins Handelsregister eingetragen worden. (Palnews.) Die „Nir Ltd." wurde mit einem Kapital von £P 75 000 zur Durchführung kolonisatorischer und landwirtschaftlicher Entwicklungsaufgaben registriert, (Palnews.) Zwei palästinensische Theater zeigen gleichzeitig Inszenierungen von Alfred Wolf. Neben den Vorstellungen im Spielplan seines eigenen Theatron Hadash kommt im Arbeitertheater O h e 1 unter seiner Regie neuerdings die „Dreigroschen-ODCr" heraus.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.