Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 3 (8.1.1935)
- Date
- 1935-01-08
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seit« 6 JUDISCHE RUNDSCHAU Nr. 3, 8.1.1935 Jüdische Musiker in London London, im Dezember. Der diesjährige Konzertbetrieb scheint allmählich dieselben gigantischen Formen annehmen zu wollen, die diese Stadt von fast o Millionen in anderen Sphären ihres kulturellen und sozialen Lebens aufzuweisen hat. Das erste Drittel der Konzertsaison ist noch nicht ganz vorüber, und die Fülle des Dargebotenen an großen Orchester- und Solistenkonzerten übersteigt bereits den Sättigungspunkt. In einem Vorbericht zu Beginn dieser Saison ist der Anteil jüdischer Künstler bereits erwähnt worden. Es sei nun über einige Aufführungen berichtet: Ein musikalisches Ereignis, dem man als Musiker mit gespanntestem Interesse entgegensah, war das Erscheinen der russisch-jüdischen Tänzerin Iria Rubin stein in der englischen Erstaufführung des Melodrams „Phersephone" von Strawinsky, das er in ihrem Auftrage geschrieben hatte. Strawinsky ist nicht der erste bedeutende Komponist, der gewissermaßen „in Diensten1, von Ida Rubinstein stand. Seine Vorgänger waren Debussy und Ravel, dessen „Bolero" auf Frau Rubinstein zurückgeht. Das Werk wurde in Konzertform unter Leitung des Komponisten im Rahmen der großen Rundfunkkonzerte aufgeführt. Es mußten daher Tanz und Mimik wegfallen, sehr zum Nachteil der Gesamtwirkung. Das Werk, dessen Text von Andre Gide stammt, ist für Chor, Tenorsolo und großes Orchester geschrieben, wozu auf der Bühne agiert, getanzt und gesprochen werden soll. In der englischen Aufführung war Ida Rubinstein die Sprecherin. Stravvinskys Abkehr von seinem russisch-französischen Stil zum Ncoklassi/ismus hat in diesem Werk seinen schärlsten Ausdruck gefunden. Fm ganz unsinnlicher sakraler Stil, in dem fast nichts mehr von der einstigen „barbarischen" Rhythmik und polvtonaicn Harmonik zu finden ist. Das ganze Werk macht den Eindruck tiefster Resignation und introspektiver I Jaibing. Der Zyklus von sieben Konzerten mit ausschließlich Mo/art, Schubert und Schumann, den Arthur Schnabel in der Queens 1 lall gab, ist beendet. Das Programm dieses Zvkiu-, war so aufgebaut, daß neun von den sechzehn Schubert- Sonaten und f.isi sj'utü.hc giuiie Klavierwerke Schumanns /ti Worte kamen. Besonders Sehnabels Interpretation der Schubert-Sonaten in tili als E DAS BUNTE LEBEN Merkwürdige jüdische Begebenheiten Isert-Sonaten muß als unübertrefflich bezeichnet werden. Klavierabend von Moni/ R o s e n t Ii a I erbrachte den schlagenden Beweis für die ungeminderte Vitalität und geistige l.'eberlegenbeit, mit der der "L'jährige Meister — neben d'AIbert der genialste Schiller I.is/is — sein Puljiikuni in Atem hielt. Bi illiaiu und spielerische Bewältigung größter technischer Siliwicrigkeiton leider auch in Werken, deren Hauptgewicht mehr im Mu-äkalbchcn liegt — kennzeichnen das Spiel von Artur R tt I) t n s t e i n und Mark II a in b o u r g. Im Gegensatz da/u stand der Beethoven-Abend von Kurt Appel ha um. Was an diesem Künstler fesselt, ist der Ernst unit die restlose Hingabe au das Werk selbst, verbunden mit klarer Disposition im Aufbau und einer ausgeteilten Technik. lehudi Menuhin, der erklärte Liebling des Londoner Publikums, spielte, wie schon berichtet, Ende Oktober in der total ausverkauften Albert Hall mit größtem Erfolg bei Publikum und Pnsse. Mit gespanntester Neugierde hatte man den Sonatenabend erwartet, den Menuhin, mit seiner Mjährigen Schwester H e p h z i b a h am Klavier, gab. Ein Rekord im Londoner Konzertbetrieb: das Konzert war am Tage der Ankündigung abends bereits ausverkauft! Aus diesem Grunde muß ein persönlicher Bericht ausfallen. Die hiesige Kritik ist sich jedoch einig, daß die kleine Ilephzihah ihrem großen Bruder ein würdiger Partner war, mit dem sie u. a. Schumanns schwierige D-moIl-Sonate und die „Kreutzer" notenfrei spielte. Allerdings, so wird bemerkt, stünden musikalische Reife roch nicht auf gleicher Stufe mit technischem Können. Das fünfte in der Serie der großen Rundfunkkonzerte unter der Leitung von Adrian B o u 11 erhielt eine besondere Note durch die meisterhafte Wiedergabe des Violinkonzertes von Brahms, das Karl Flesrh in großem Format zeigte. Der ausgezeichnete Nathan Milstein mit Jakob Gimpel am Klavier hatte bei seinem ersten hiesigen Konzert leider noch nicht den entsprechenden Nachhall gefunden, den das überlegene Spiel dieses Künstlers verdient hätte. Mischa Elman brachte neben Bach und Mendelssohn die D-moll-Sonate von Brahms in einer ganz persönlichen, eigenartig-zwingenden Auffassung zu Gehör. Henry 'I einianka, aus der Schule Fieschs hervorgegangen, zeigte in einer unbegleiteten Bach-Partita seltene Gestaltungskraft und technisches Können. Hei mann Sehe y s Liederabend in London Lieder Club war ein voller künstlerischer I rfolg. Die intelligente Art seiner Phrasierung und des Eingehens au! textliche Erfordernisse, sowie Aüi-gcgliehenheü der Register und ein wundervoll zart klingendemezza voce kamen insbesondere den „Vier ernsten Ge.-angen" von Brahms zugute. Einen schönen, voll klingenden Alt zeic'e Herta Cj I u c k in a u n in einem Programm, dessen Mittelpunkt Schumann* ,.rr.aueuiiebc"'-7vkltis bildete. Rose Walter und J-miy S o n n e n b e r g vereinten sieh zu einem Lieder- und Duetten-Vortrag, dessen interessantester Teil drei Lieder aus dem Zyklus „Liebeslieder" nach ost jüdischen V o 1 k s I i e d e r t e x t e u, von Wilhelm Grosz war. Diese Lieder waren von Grosz ursprünglich als Vorstudien zu einer beabsichtigten Oper gedacht, die das Dvbuksujet behandeln sollte. Ap.iite Harmonik und sehr melodisch geführte Singstimnte, die nur ganz leise an rhassidi<ihe Weisen erinnert, sowie rascher Wcchcsl von gegensätzlichen Stimmungen („Hochzeit") lassen es bedanern, daß Rose Walter, die diese Lieder mit sensiblem Einfühlungsvermögen und deutlicher Diktion vortrug, nicht den ganzen Zyklus gebracht hatte. Der Komponist begleitete. Im Rahmen der Kammermusik- Abende, veranstaltet von der englischen Rundfunk-Gesellschaft (BBC), sang die bekannte spanische Sängerin Conchita Supervia eine Gruppe von sieben sep bardischen L i e d e r n (Coplas SefardiesV die von Alberto Hrmsi auf Rhodos gesammelt und mit Klavierbegleitung versehen wurden. Der Text dieser alten Lieder ist nicht modernes Spanisch, sondern spaniolisch. Diese Lieder verraten ganz deutlich durch die zahlreichen Melismen sowie die Häufigkeit der übermäßigen Sekunde und der tiefalterierten zweiten Stufe ihre Herkunft aus dem arabisch-spanischen Kulturkreis. Sie vertragen daher, Wunderkinder h. Helsingfors In Helsingfors tritt zurzeit ein dreizehnjähriger Geiger Assy Renardi auf, der bereits als Genie gefeiert wird. Jedesmal, wenn der kleine Virtuose ein Konzert gibt, entfacht er größere Begeisterungsstürme, und die Kritiker vergleichen ihn schon mit den bekanntesten erwachsenen Virtuosen. Der kleine Renardi heißt eigentlich Reis und stammt aus Ungarn, wo er, wie in der jüdischen Presse vermerkt wird, eine gute jüdische Erziehung genossen hat. Assy Renardi ist bekanntlich nicht das erste jüdische Wunderkind, im Gegenteil, eine New Yorker Autorität hat ausgerechnet, daß er das siebenhundertundsiebzelmtc jüdische Wunderkind ist, und das Wunderbarste daran wäre, daß dieses Wunderkind nicht aus Amerika stamme. Damit aber, meint die Autoritiii, soll nicht gesagt sein, daß die amerikanische Wunderkind-Produktion etwa nachgelassen habe, im Gegenteil, das „Jewish Morning Journal" stellt „auf diesem Gebiet" folgende drei neue Fälle fest: 1. In Flettbush gibt es ein jüdisches Mädelchen, ein richtiges Wunderkind: Wenn die Mutter dem Kind Spinat gibt, ißt es ihn, ahne zu weinen. 2. In Bronx wurde jüdischen Eltern ein Wunderkind geboren: ein Junge, der, kaum daß er nach der Geburl gebadet war, im reinsten Wilnaer Dialekt ausrief: „Reicht mir meine Fiedel herüber!" 3. Ein Bronxer Jude, der bereits drei Jahre arbeitslos ist, hat einen Jungen, ein „Wunderkind Summer eins", dessen Spezialität ist Mathematik: der Bengel hat bis aufs I-Tüpfelchen genau ausgerechnet, wieviel sein Papa in den letzten drei Jahren nicht verdient hat. Der Bade-Anzug B.-g., Jerusalem. In Daganiah (GenossenschaftssHillung am Tiberinssee) baden die Kinder, wie etwa Adam gebadet haben dürfte, das heißt also, ohne jede Bekleidung. Bis eines Tages eine amerikanische Touristin kam und die Sache sah. Sie sagte darauf „shoking" mit vier Rufzeichen, steckte ihr Lorgnon ein und fuhr gen Amerika. Nach einer gewissen Zeit aber kam eine große Sendling von Badeanzügen aus Amerika; jtir die Kinder der Kommune von Daganiah. Die Kinder bestaunten die unbekannten Dinger, lachten, als man ihnen den Zweck derselben erklärte und badeten weiter, udamiiiseh wie bisher, im Jordan. Eines Tages aber holte sich ein Junge einen Scluvimmanzug aus dein Magazin, wo man das Geschenk aas Amerika verstaut hatte, und wollte eben zum Jordan hinuntergehen, wo die anderen Kinder badeten, als seine Mutter vorbeikam und ihn erstaunt fragte, wohin er denn mit dem Zeug gehe. Worauf der Junge antwortete: „Ani holech lehithbayyesch" — zu deutsch: „Ich gehe mich schämen." Der Dank s., Berlin. Zu den überzeugten Vorkämpfern für die Unschuld des jüdischen Hauptmanns Dreyfus gehörte auch der norwegische Dichter Björn stjerne B j ö r n s o n. Bald nach seiner Freilassung fügte es sich, daß Drevjus sich gleichzeitig mit Björnson in Rom aufhielt, and es verstand sich von selbst, daß er diese Gelegenheit benutzen wollte, um dem großen europäischen Dichter seinen Dank persönlich abzustatten. Björnson ließ Dreyfus wissen, daß er seinen Besuch erwarte. Der Dichter wohnte in dem Palazzo eines römischen Gast freundes. Zur festgesetzten Zeil erschien Dreyfus in der mächtigen Empfangshalle und sah sich alsbald der imposanten Gestalt seines Helfers gegenüber. Er war von dem Zusammentreffen mit dem Dichter und von dessen Erscheinung so erschüttert, daß er nach langem Schweigen nur die im Ton einer militärischen Meldung hervorgestoßenen Worte: „Kapitän Alfred Dreyfus" über die Lippen brachte. Dabei straffte sich sein Körper, wie, wenn er vor einem Vorgesetzten stünde. Dann aber stürzten ihm, ohne daß er seine Haltung veränderte, die Tränen aus den Augen. Weder er noch der Dichter waren fähig, ein Wort zu sprechen. Einige Tage später fand zu Ehren der beiden im engen Kreis ein Bankett statt, an dem auch ihre. Frauen teilnahmen. Björnson, einer der hinreißendsten Redner seiner Zeit, hielt eine Ansprache, in der er sagte: so wie die schönen dunklen, tränenschweren Augen der Frau Dreyfus ihm die größte Aneiferung im Kampf für die Unschuld ihres Mannes gewesen seien, so seien dessen Tränen bei ihrem ersten Zusammentreffen der schönste Dank für ihn gewesen — schöner, als es alle Worte der Welt hätten sein können. Für jene jüdische Augen und um diese jüdische Tränen habe er gekämpft! Deutsche Jüdin entdeckt Amerika e.k. New York Für manche unversehens wieder jüdisch gewordenen Emigranten aus Deutschland und ihren zlnnex ist das J ü d i s che in diesem Phänomen New York nur schwer verständlich. Jüdische Chauffeure, jüdische Polizisten, jüdische Straßenkehrer, vor allem auch jiddische Inschriften (für sie nicht verständlich), ständige jiddische Radioübermittlungen, mit deutschen wechselnd, das ist immer noch nicht verdaut. Und die allersensationeüste Entdeckung, die vielen jiddischen Zeitungen. „Denken Sie nur", so erzählt uns die blondhaarige und äußerst wohlmeinende Gattin des jetzt hier lehrenden jüdischen Professors, „in der Untergrundbalm, da sitzen zu Haufen Leute mit diesen hebräischen (sie!) Zeitungen, lesen sie ungeniert und manche von diesen Männern sehen sogar durchaus anständig aas." — — — Und das Beste an dieser Geschichte isl, daß sie in einer Gesellschaft erzählt wurde, ohne daß auch nur einer den Kopf geschüttelt hätte. Heirat als Geschäft <e. Lodz. Die hiesige „Freie Presse" berichtet: Vor einigen Tagen bemühten sich in der Stadtslarostei in Warschau vier Araber um die Aufenthaltserlaubnis in Polen. Als man sie einem Verhör unterzog, stellte es sich heraus, daß sie auf illegalern Wege über (Idingen nach Polen gekommen wuren. Auch der Zweck ihrer Reise nach Polen wurde dabei aufgedeckt. Wie bekannt, ist den Juden die Einreise nach Palästina sehr erschwert worden. Um jedoch wenigstens den jüdischen Frauen die Einreise zu ermöglichen, kamen bis vor kurzer Zeit junge jüdische Männer nach Polen, welche die palästinensische Staatsbürgerschaft schon erworben hallen, ließen sich hier trauen, um sich gleich nach ihrer Ankunft in Palästina wieder scheiden zu lassen. In letzter Zeit werden aber auch in dieser Hinsicht von den Behörden in Palästina Schwierigkeiten gemacht. Diesen Umstand machten sich die dortigen Araber zunutze, für welche es in diesem Falle keine Einschränkungen gibt. Bei Entrichtung entsprechend großer Summen erklärten sie sich bereit, die Reise nach Polen zu unternehmen, hier jüdische Frauen zu heiraten, die auf diese Weis« die Einreiseerlaubnis nach Palästina erhalten hätten. Durch die Aufdeckung dieser Schwindeleien und wegen der unrechtmäßigen Einreise nach Polen hat der Stadtstarost von Warschau die. Verhaftung der Araber angeordnet. wenn überhaupt, am wenigsten eine Begleitung, wie sie Hemsi angefertigt hat, die mit Mitteln der impressionistischen Schule die orientalische Originalmelodie eher vergewaltigt als unterstützt. Dr. M. Ca rn er. — und in New York Wie wir der „New Yot1< Times" entnehmen, haben in der letzten Zeit in Amerika eine große Anzahl jüdischer Musiker konzertiert, darunter I lubertnami, Arthur Schnabel u. a. In einem Richard Wagner-Konzert unter Leitung von Bruno Walter haben als Solisten Paul Althaus, Marek Windheim und Emamie! List mitgewirkt. Ueber Emantiel List, den früheren Bassisten der Berliner Staatsoper, der Jude ist, äußert sieh der Kritiker der „New York Times" überaus anerkennend, insbesondere wird seine Interpretation des Gurnemanz als sehr feinfühlig und eindrucksvoll gekennzeichnet. Eine ziemlich abfällige Kritik findet das neue Werk von Kurt Weil], dem Komponisten der „Drei-Groscheu-Oper". Seine „Drei Nachtstücke" werden als große Enttäuschung bezeichnet, die Musik sei banal und uuorigiuell. Eine Anerkennung mit Einschränkungen findet diesesmal auch Bronislaw Einher mann. Er habe, so schreibt das Blatt, das Beethoven-Konzert zwar wundervoll gespielt, aber stellenweise sei er zu sentimental, manchmal übertreibe er die Nüancicrung. Ein Geiger von der Bedeutung Hubermamis, so heißt es weiter, hätte es sich leisten können, hinter Beethoven bescheidener zurückzutreten. Palästinensische Leser! Beachten Sie diePalästina-Anzeigen im Anzeigenteil jeder Dienstag-Nummer! Palästinareise des KJV. Der Prospekt liegt fertig vor und kann Interessenten zugestellt werden. Es finden zwei Gesellschaftsreisen statt. Am 8. März mit dem Dampfer „Rex" und am 8. April mit dem Dampfer „Saturnia". An beide Reisen findet anschließend eine elftägige gemeinsame Reise im Lande statt. Die Rückfahrt kann zu einem späteren beliebigen Termin erfolgen. Anzahlungen hinsichtlich fester Kabinen in Höhe von 100 RM. erbitten wir in Bankscheck an uns oder an Dresdner Bank, Depositenkassc -10, Berlin SO, Köpenicker Str. 110, Postscheckkonto Berlin 1643, zur Gutschrift auf Konto Georg Hirsch Nr. 15 2058, Konto separat. Weitere Auskünfte durch das Kartell Jüdischer Verbindungen, Bcriin-CharJotteuburg 2, Bleibtreustr. 50, Tel.: Stcinplatz. (C 1.) 4736, täglich 0.30 und 10.30 Uhr. Briefkasten der Redaktion Leser des „Schild". Sehr richtig! „Mauscheln" ist eine Eigenschaft gewisser Leute, die einmal von Herzl mit dem treffenden Namen „Mauschel" bezeichnet worden sind. Ihr Blatt hat das wohl mit der jiddischen Sprache verwechselt, die von Millionen heute lebender Juden gesprochen wird und in einer nur wenig anderen Form auch von unserer» jüdischen Vorfahren in Deutschland gebraucht wurde. Mari kann dies z. B. bei Goethe nachlesen, der das „Judendeutsch" des Frankfurter Ghettos gut kannte. Paul Japha, Berlin. Wir stimmen mit Ihnen völlig darin überein, daß es mehr als geschmacklos ist, daß jüdische Vereine - gleichgültig welcher Richtung — am Silvesterabend Bälle und Gesellschaftsabende veranstalteten. Auch' wir glauben, dal! von autoritativer Stelle darauf hingewiesen werden müßte, daß derartige Entgleisungen in Zukunft unterbleiben. Elli Friedländer, Santa Margarita-Ligure, und Leopold Marcus, Rapallo. Sie nehmen Bezug auf den Brief der Deutschamerikanern! in Nr. 101 der „Jüdischen Rundschau" 103! und bestätigen als aus Deutschland ausgewanderte Juden, die sich durch Eröffnung einer Pension an der Riviera eine Existenz zu gründen versuchen, die Beobachtungen jener Dame, daß erholungsuchcnde deutsche Juden im Ausland lieber die großen Hotels als von Juden geleitete Pensionen besuchen. Gewill ist das Verhalten dieser Gäste seltsam und in vielen Fällen bedauerlich. Wir haben uns, wie Sie bemerkt haben, schon mehrmals mit der Angelegenheit beschäftigt und können nur wiederholen, daß eine Aufklärungsarbeit und Einflußnahme erforderlich ist, die versuchen muß, auch au die schwer erreichbaren Kreise, um die es sicJi handelt, heranzukommen. Vielleicht geben diese Bemerkungen manchen jüdischen Vergnügungsreisenden zu denken. Dankbarer Leser, Amsterdam. Ihre Anregung ist technisch sehr schwer zu befolgen. Wir empfehlen Ihnen, die Rubrik „Wie gestalte ich den Seh abbat?" jeweils auszuschneiden und auf ein Blatt Papier aufzukleben und die Blätter numeriert zu sammeln. Damit würde der von Ihnen erstrebte Zweck am besten erreicht werden. Walter Nübel, Charlottenburg. Leider können wir Ihnen die gewünschte Auskunft nicht geben, da die Frage unseres Wissens noch nicht entschieden ist. K. W., Berlin. Wir bitten Sie um Angabe Ihres Namens und ihrer Adresse, da wir anonyme Briefe an die Redaktion nicht veröffentlichen. das M A * ß § 0 * A Eine Reise nach Herausgegeben vom Heren Hajemeth Leiisrael E R EZ ISRAEL BerlinW15, Meinekestr. 10 / Postscheckkonto: Berlin Nr. 28247 dm 4 on """<>»<* im Vertrieb der Buchhandlung Hedem Kiwi WmMmKß ISRpf. Porto Bln.-Charl.,Dahlmannstr.8 / Postscheckkonto: Berlin Nr. 109519 AUfaU-Spiel