Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 3 (8.1.1935)
- Date
- 1935-01-08
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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BDISCHE RUNDSCHAU Pft1 il £ t j 11 C 11 S j S C ll C F III S O Ii Ü 11 NR. 3, 8. JANUAR 1935 Das Neueste in Kürze Von unserem palästinensischen gl.-Korrespondenten Die Mädchen aus Deutschland „Dwar Hapoeleth", die Monatsschrift für arbeitende Praucn in Palästina, veröffentlicht den Bericht einer Mitarbeiterin aus Nahalal, der interessante Streiflichter auf die Einstellung zu den deutschen Einwanderinnen wirft. „Im Sommer 1033", schreibt die Korrespondentin, „erschienen bei uns die ersten Schwalben der deutschen Einwanderung: Schülerinnen in der landwirtschaftlichen Schule für Mädchen. Sie waren uns in allem fremd: in ihrer Kultur, ihren Anstandsbegriffen, ihrer Einstellung zur Welt und vor allem in ihrer Sprache. Wir haben uns die größte "Mühe gegeben, diesen Mädchen das teure (int der Sprache unseres Volkes zu überliefern. Endlich nach vielen Monaten haben wir gesiegt und gleichzeitig mit dem Siege trat die Wandlung ein: die Verwurzelung im Lande und die Verwurzelung in der Bewegung. Wohl brachten die Mädchen aus Deutschland einige Vorkenntnisse mit, aber diese waren oberflächliche Anfangsgründe. Die Mädchen wußten wohl etwas von Tel-Awiw oder vom Keren Kajemcth, aber wenn man näher zusah, fand man, daß hinter den Worten, die sie kannten, nicht viel Inhalt verborgen war. Aber gleichzeitig muß man feststellen, daß der Wille stark ist, das Fehlende zu ergänzen und zu lernen. Die deutsche Einwanderung, wenigstens der Teil von ihr, der ins Dorf kam, neigt nicht zur Oberflächlichkeit, zum Leichtsinn und zur Gemächlichkeit, und die Erwerbung der Sprache war der beste Prüfstein. Als sie kamen, kannten sie nur „Schalom", nach 7 8 Monaten sind sie soweit gekommen, eine Zeitung zu lesen, oder die Gedichte der Kachel, oder Kapitel in der Bibel. Es ist kaum zu glauben, daß diese Mädchen, die nach einem schweren Arbeitstag von 10 Stunden sich versammeln und einem hebräischen Vortrag über A. D. Gordon zuhären, uns vor einem Jahre noch so fremd waren. Jetzt kommen die deutschen Mädchen zu uns und verlangen, daß wir ihnen über das Leben im Lande erzählen. Wir veranstalten mit ihnen Gespräche über Kwu/ah und Moschaw und lesen mit ihnen Quellen aus der palästinensischen Literatur. Ich will nicht übertreiben, der Weg ist noch schwer und lang, ihre Kenntnisse sind noch weit davon entfernt, gründlich zu sein. Und doch ist die Bilanz dieses ersten Jahres eine erfreulich positiv e." Von der Woche Der High Commissioner von Palästina, Sir Arthur Wauehope, hat die Stadt Jaffa besucht und die Durchführung von Verbesserungsarbeiten im dortigen Hafen angeordnet. Von Jaffa begab sich der High Commissioner in Begleitung Dr. Chaim Weidmanns nach Rechowoth zu einer Besichtigung des dortigen S i cf f-I nst ituts für Agrikulturchemie. Die Palästina-Regierung hat die Errichtung großer Regierungsgebäude in Haifa, Jaffa und Tel- A w i w beschlossen. Mit dem Bau der neuen Regierungsgebäude, in denen eine Reihe von Aemtern untergebracht werden sollen, wird in nächster Zeit begonnen. Zunächst wird der Bau des Regierungshauses in Haifa in Angriff genommen. Der Direktor der Allgemeinen Hypothekenbank Palästinas, S. Hoofien, kündigte in einer Pressekonferenz die Ausgabe neuer Obligationen im Betrage von 350 000 Pfund zu einem Zinsfuß von 5 no durch die Bank für die nächste Zeit an. Direktor Hoofien versprach gleichzeitig eine Herabsetzung des Hypothekarzinsfußes in nächster Zeit. Damit solle eine allgemeine Senkung des Zinsfußes in Palästina herbeigeführt werden. Eine Delegation der Jewish Agency hat bei der Palästina- Regierung Einspruch gegen die geplante Reform der Besteuerung von Grund und Boden erhoben. Der Tel-Awiwer Stadtrat hat einstimmig gegen den von uns bereits gemeldeten Vorschlag der Regierung, den Verwendungsplan der von der Prudential Assurance aufzunehmenden 350 000 Pfund-Anleihe abzuändern, Stellung genommen. Die Palästina-Regierung hat beschlossen, im Bassa-Sumpfgebiet 500 Dunam zur Ansiedlung von Beduinen des Beisan-Distrikts drainieren zu lassen. Bei einer Brunnenbohrung in Petach Tikwah wurden ein jüdischer und ein arabischer Arbeiter verschüttet. Beide fanden den Tod. Neue Matate-Revue: Hakol b'sseder T e I - A w i w, im Dezember 1034. „Hakof B'sseder" ist im hebräischen Sprachgebrauch gleichbedeutend mit dem „All right" des Engländers oder Amerikaners und sein Anwendungsbereich ist kein geringeres. Ein ebenso schlagkräftiger wie vielversprechender Titel für eine kritische Revue, der erwarten ließ, daß man in diesen elf Bildern mit Schärfe und Ironie zeigen würde, was denn eigentlich noch gar nicht „B'sseder" - in Ordnung — ist. Die Vorsätze des Autors Hillel Awi-Chanan, der vor längerer Zeit bereits für Matate schrieb, lagen auch sichtlich auf dieser Linie. Aber es gelang ihm keine geschlossene Leistung. Vor allem ist die Idee — der doppelt vorhandene Kaufbrief für ein Stück Tel-Awiwer Bodens, auf dem ein Haus gebaut wird, und die Verwirrungen, die eine Straßenumbenennung anrichtet wohl doch ein wenig zu dünn und man hilft sich mit Dingen, die eigentlich nicht „zur Sache gehören". Beispiel: Bild Nr. sieben „Der Weg zum Leben", 1 das die Kinderarbeit geißeln will, mitten hineingesetzt zwischen eine wirklich heiteie Szene auf dem Tel-Awiwer I olizcircvier und eine Sitzung der „Chewrah Kadischah". Hier werden schon hart die Grenzen des guten Geschmacks gestreift und es ist nicht verwunderlich, wenn das an sich i!ltc. r-lianson der verwahrlosten Kinder verpufft, für dessen Qualitäten wieder Nathan A 11 e r m a n n ebenso wie für die gelungene Form der übrigen Songs verantwortlich zeichnet, eberhaupt liegt in diesen aktuellen, kabarettistischen und scharf pointierten Chansons der Gewinn des Abends (Musik: Wilenski). Nur muß man auch Kräfte finden, die ein Chanson, dessen Interpretation seine eigenen Gesetze hat, zu „bringen" verstehen. Außer dem für dieses Genre einigermaßen begabten Timan gibt es unter den Schauspielern der Truppe kaum noch eine Sonderbegabnng für dieses Gebiet. Die Interpretierung des Chansons hat stets vom Wort auszugehen, nie vom Gesanglichen, ein Fehler, zu dem sich vor allem auch der Tenor Goland verführen läßt, der über wirklich schönes Material verfügt. Restlos gelungen ist die S/ene, die den bürokratischen Apparat einer Verwaltung aufzeigt; sonst gibt es viele Längen, die ein guter Regisseur — man sucht auf dem Zettel vergeblich nach einem Namen — wohl ausgeglichen hätte. Manfred Geis. Politik Der High Commissioner empfing vor seiner Abreise nach Akaba (er verbrachte seine Weihnachtsferien an der Nordspitze des Roten Meeres) eine Delegation des W a ad Lciimi als der Vertretung der palästinensischen Judenheit und verhandelte mit ihr ausführlich über die Subventionen der Regierung an die jüdischen Institutionen. Es handelt sich um das Budget für das hebräische S c Ii u I n e t z (einschließlich Schulbauten, die überall erweitert werden müssen), für Sanität und für die R a h b i n a t s g e r i c h t e. In der letzten Assefath 1 laniwcharim wurde über diese Fragen eingehend verhandelt und die Notwendigkeit des Ausbaus der Institutionen und der Schaffung einer ausreichenden sozialen Fürsorge betont. Es wurde beschlossen, von der Regierung entsprechende Beiträge zu verlangen. Nach Beendigung des Freitaggebefes in der Omar- Moschee berief der Mufti von Jerusalem, Hadsch Fmin el Husseini, in einer Schule in Jerusalem eine Versammlung ein, in der vom religiösen Standpunkt gegen die findenverkaufe Stellung genommen wurde. Der Mufti und die übrigen Redner sagten, daß Verkauf von Boden ein religiöses Vergehen sei und bedrohten die Verkäufer und Vermittler mit schweren Strafen. Nach den Reden wurden die Fetwahs (religiöse Aufrufe) der letzten Zeit gegen Bodenverkäufe verlesen. Die Versammlung sandte ein Telegramm an den High Commissioner, in dem die gesetzliche Hinderung der Transaktionen verlangt wird. Die arabische Jugendorganisation fordert ihre Zweigstellen auf, sich intensiver mit der Frage der Boden kaufe zu beschäftigen, l'm Transaktionen zu verhindern, wird vorgeschlagen, bei allen Gelegenheiten die Rechte der Pächter auf ihren Boden vor Gericht geltend zu machen und dadurch die Entwicklung aufzuhalten. (Nach dem im Lande herrschenden Pächtergesetz hat jeder, der den Boden bearbeitet oder seine Herden dort weidet, das Recht, seinen Anspruch bei Verkäufen geltend zu machen.) Die Exekutive der arabischen Jugendorganisation faßte in ihrer letzten Sitzung eine Reihe von Beschlüssen. Es wird verlangt: Frieden unter den Führern der arabischen Bewegung, um eine starke einheitliche Aktion zu ermöglichen, Verhinderung von Bodenverkäufen, Vergrößerung des Kapitals der arabischen Agrarbank, Boykott jüdischer Produkte, Verstärkung der Propaganda in London und unter den Mekka-Pilgern. Wirtschaft Das Department für Aufforstung und Landwirtschaft hat Proben der in Palästina gezogenen Papaya-Frucht (wächst in heißen Gegenden, wird besonders im Jordantal lind in der Versuchsstation von Jericho gezogen) nach London gesandt. Die Untersuchungen haben eine gute Qualität der Frucht gezeigt, die höher angegeben wird als die der Papaya von Ceylon. Die Papaya-Pflanze liefert außer den Früchten das Papain, das in der Medizin Verwendung findet. Das I andwirtsehaftsdepartment untersucht Mittel und Wege zu einer kommerziellen Auswertung des neuen Produktes. Der Innenmarkt hat sich bisher der neuen Frucht wenig günstig gezeigt. Für die Wasserversorgung Jerusalems, die jetzt im Bau ist, ist ein Auftrag für die vier Pumpwerke und Reservoire auf der Strecke nach Jerusalem der jüdischen Arbeiterorganisation übergeben worden. Die Arbeit beginnt, sobald die Kanäle für die Röhren gelegt sind. Die Werke sollen C 30 000 kosten. Alle Arbeit der Wasserversorgung für Jerusalem wurde bisher von Arabern ausgeführt. Bis zum 23. Dezember wurden von Palästina 1 OSO 874 Kisten Orangen versandt. Drei Viertel davon gingen über den Jaffaer Hafen. Die ,.1'alestine Cooperative Wholesale Society" (Hamaschbir Hamerkasi) wurde als vollberechtigtes Mitglied der „Cooperative Wholesalers Society in Great Britain" aufgenommen. Gesellschaft Bei einer Inspektionstour durch einen Beamten des Distrikts-Coinmissioners in den Werkstätten Jerusalems wurde festgestellt, daß eine Reihe von Unternehmern i n 1111 m u 1111 ri i n i < h i H111 m 111 ii 111 m 111 < t.....1:11 p < m 1111; i; 111; i m n i e i h < 111 m 111 n r 1111 ■ i r 111 > 11 m 111: t e i ■ u i m 111111: M; H t m i r 1111 i i i 1111 f 11 < t; m 11 Palästinensischer Baum Anläßlich des bevorstehenden Chamischa Assar b'Schwal- Fesles gibt das Hauptbüro des Keren Kajemeth f.ejisrael in Jerusalem von Frau Dr. Erna Meyer, fetzt Haifa, in Deutschland bekannt als frühere Herausgeberin der Zeitschrift „Die neue Hauswirtschaft", eine sehr ansprechende Meine Broschüre heraus, die die Bedeutung der Bäume für das Land darstellt. (Photos von Frau L. Grschebin, Tcl- Awiw.J Wer Palästina kennt, weiß, wie wichtig diese Frage ist, denn das Chamischa Assar h'Schwat-t'est, das Neujahrsfest der Bäume, trägt durch Baumpflanzungen auch praktisch zur Wiederaufforstung hei. Wir veröffentlichen aus der Broschüre die Photographie eines Johannisbrotbaumes. den Vorschriften für die Beschäftigung von Frauen und Kindern nicht nachkommen. Die betreffenden Betriebe werden aufgefordert, die Vorschriften einzuhalten, wenn sie sich nicht strafbar machen wollen. (Die Regulationen über Frauen- und Kinderarbeit, im Jahre 1027 eingeführt, sind der erste, noch sehr unvollkommene Beginn einer Arbeitsgesetzgebung im Lande. Bisher stand jedoch auch diese Verfügung in der Regel auf dem Papier, da keine dauernde Fabrik- und Werkstätteninspektion die Einhaltung der Gesetze sicherte.) Die Munizipalitäten in Palästina sollen berechtigt werden, auf gesetzmäßigem Wege eine bestimmte Stunde für Ladenschluß festzusetzen. Sic können auch auf demselben Wege einen gesetzmäßigen Ruhetag in der Woche durchführen. Die entsprechenden Verordnungen sind in Vorbereitung. (Bisher gab es nur in T e I - A vv i w einen gesetzmäßigen Ladenschluß, die anderen Städte waren in dieser Beziehung ohne durchgehende Regelung. Einen gesetzliehen Ruhetag in clor Woche hat ebenfalls nur Tcl-Awiw. Die anderen Städte haben den Sonnabend als Feiertag für Juden, den Sonntag für Christen und den Freitag für Moslems, wobei die Moslems in der Rege! sieben Tage in der Woche arbeiten.) Die < iescllschaff zur F ö r d e r u n g d e s K onsums der I. a n d e s p r o d u k 1 e (Tozereth lia;mv) hat unter den Schulkindern ein Preisausschreiben für den besten Aufsatz. „Warum ich Lander-produktc gebrauche" ausgeschrieben. Als Preise sind Produkte der jüdischen Fabriken ausgesetzt. Die allgemeine Arbeiterorganisation wird vom 1. Januar an von ihren Mitgliedern neben den bisher üblichen Steuern für den „1" o n d s d e r j u d i s c h e ti A r b e i t" eine Extra- Steuer ei n z i e h e u. Die Journalisten von Tcl-Awiw gingen an die Gründung einer Berufsorg a n i s a t i o n. Die Post teilt mit, daß vom 1. Januar an ein dritter L u f 1 p o s t d i e n s t in der Woche eingerichtet wird. Der neue Dienst geht am Dienstag von Gazah ah. In der < i e b u r t s k i r c h e in B e t h I e Ii e nt kam es gelegentlich der jährlichen Reinigung der Kirihe vor Weihnachten wieder zu Reiberei e n z w i s e h e n d e n Sekten, Den Anlaß zu einem Streit zwischen Griechisch-Orthodoxen und Franziskanern gab die Frage, wer berechtigt sei, die Fenster der Kirche zu putzen. Schon vor Jahren hatte eine Regierungskointnission diese Frage behandelt und entschieden, daß die Griechen die Fenster von innen, die Regierung von außen putzen solle, solange, bis es zu einer Einigung zwischen den streitenden Parteien käme. Der Streit entstand, weil die Franziskaner nach Angaben der Orthodoxen mehr als ihr Teil der Fenster geputzt haben. Kultur An der Hebräischen Universität in Jerusalem haben Prof. Wolfsohn (Experimentalphysik) und Polotzki (Aegvptologie) mit der Arbeit begonnen. Bis jetzt hat die Universität 12 Gelehrte aus Deutschland aufgenommen. Zwei biologische Laboratorien für Studenten werden jetzt fertiggestellt. Für das Frühjahr wird in Tel-Awiw eine Ausstellung der hebräischen Presse der letzten siebzig Jahre vorbereitet. In Tel-Awiw hat eine Presse-Revue in deutscher Sprache mit hebräischen Ucbersetzungen, Bat-Kol genannt, zu erscheinen begonnen. In Petra, der Felsenstadt in Transjordanien, dem biblischen Fdoin, wurde ein altes arabisches Heiligtum aus vorislamischer Zeit ausgegraben. Aus dem arabischen Palästina und den Nachbar-Ländern Der Mufti von Jerusalem hat Verhandlungen mit det Palästina-Regierung betreffend die Gewährung einer Anleihe von 100(K)0 Pfund zum Ankauf von Ländereieti im Berscheha-Distrikt eingeleitet, da die Beduinen, denen dieser Boden gebort, den Verkauf an Juden angedroht haben. In einem Dorf bei Djenin wurde in einem Streit 7 w i s c h e n f e i n d I i c h e n F a m i I i e n ein Mann erschlagen und mehrere verwundet. Grund des Kampfes waren Meinungsverschiedenheiten über eine vollzogene Heirat. Da die Nachrichten über Tote und Verletzte zuerst übertrieben wurden, fanden sie einen ungewöhnlichen Widerhall in der arabischen Presse. Bei Haifa sind in letzter Zeit verschiedene Fälle registriert worden, wo Fellachen und Beduinen Versuche marliteil, Boden von Juden in Besitz, zu nehmen und zu pflügen. Für Scheich M u s a f f a r, einen der arabischen Führer in den Oktober-Unruhen vorigen Jahres, der jetzt seine Gefängnisstrafe bald abgesessen hat, wird zum Tage seiner Freilassung ein großer Empfang vorbereitet. Die Einwohner des Wadi Salib-Viertels von Haifa müssen sich durch das Gesundhcits-Departcment der Regierung gegen Pocken impfen lassen, da ein Fall der Krankheit von Damaskus eingeschleppt wurde. Ueher die Verwendung der Anleihe der Paj I ä s t i n a - R e g i e r u n g an Transjordanicn wird aus der transjordaiüschen Hauptstadt berichtet, daß im Zusammenhang mit der Anleihe ein Development Departement gegründet werden soll, das für die Entwicklung der Landwirtschaft zu sorgen hat. In der Amtszeitung von Trans Jordanien wird ein Gesetzentwurf veröffentlicht, demzufolge der Emir Abdullah außerordentliche Machtbefugnis für den Fall erhält, daß die Grenze des Landes von Feinden oder Räuberbanden bedroht sein sollte. Er darf Drucksachen, Briefe usw. beschlagnahmen, erhält das Recht der Postzensur und kann Staatsfeinden die Staatsbürgerschaft entziehen und Landesverweisung über sie verhängen. Zum Schlußtag des Ramadan (moslemischer Fastenmonat) kam der F. m i r Abdullah von Transjordanicn nach Jerusalem und empfing den Mufti von Jerusalem und andere moslemische Notabein. Der D irektor des l. a n d w i r t s c h a f t s d e p a t t e - ments in Beyruth besuchte die Versuchsstation der Jewish Agency in Rechowoth. Die irakische Regierung hat beschlossen, vom Jahre 1036 an in Irak Schul zwang einzuführen. Bis zum Beginn des Jahres 1930 sollen die nötigen Vorbereitungen durchgeführt werden.