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Jüdische Rundschau · 1935-01-04 · Heft 2 (4.1.1935) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 2 (4.1.1935)
Date
1935-01-04
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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»5? mm^ma Sefte 4 JODISCHE RUNDSCHAU Nr. 2, 4.1.1935 Furcht und Mitleid fl0| &er juden in Polen Von unserem Londoner Berichterstatter London, den 1. Januar 1935. Zeichen am Horizont Die Reaktion auf die jüdischen Ereignisse in Deutschland war seit den Marztagen 1933 der — bewußte oder unbewußte — Motor, der die Maschine der englisch-jüdischen Organisationen in Bewegung hielt. Wie die antike Tragödie flößte das Schicksal der deutschen Juden „Furcht und Mit- 1 ei d" ein. Die englischen Juden wohnen in den ruhigen Vororten, in den grollen Industriezentren und in der riesigen Metro|K>le. Doch'man vergegenwärtigt sich bald, daß trotz einzelner Ausnahmen der V c r s c h m e I z u n g s p r o z e ß mit der englischen Kultur nicht so weit fortgeschritten ist wie einst in Deutschland mit seiner alten judischen Geschichte. War doch diese Insel im Laufe des vorigen Jahrhunderts eine Station auf dem Wege nach Amerika, an der viele Auswanderer hängen blieben. In der Festung' des eigenen Hauses und der Pflege des Familiensinnes, Gewohnheiten, in denen sich englische und jüdische Tradition begegnen, konservierte sich die eigene Art. Die Substanz blieb so erhalten und braucht nicht neu entdeckt zu werden. Dann kamen die bekannten Ereignisse auf dem Kontinent, die die Judenfrage blitzartig beleuchteten. Nur Schwerfällige und bewußt die Äugen Verschließende haben nicht Zeichen am Horizont gesehen, die irgendwie auch Licht auf die eigene Lage warfen. Das unbedingte Sicherheitsgefühl erlitt einen Stoß. Die Mosley-Bewegung Mit steigender Nervosität wurde die M osley- Bewegung beobachtet, Sangst bevor diese ihre jetzt wohl eindeutig antisemitische Haltung angenommen hatte. Mosley, der vor wenigen Jahren noch wegen seiner Kenntnisse und seines Ideenreichtums als der kommende .Mann in der Labour-Party galt, hat sich von dieser wegen sachlicher, vorwiegend ökonomischer Meinungsverschiedenheiten getrennt. Und es ist beineikenswert, daß in einem Buch von James Drennan in die Ahneitriihe des Faschismus neben Nietzsche und Machiavelii die te.stalt D isracii s aufgenommen wird, um nachzuweisen, daß die faschistische Bewegung dem eng'.c-chen Geist durchaus nichts f remdes sei. Doch die englischen Juden hatten längst hose Ahnungen und ließen ihrr Haltung mehr durch Re-.senti;ncnts als durch grundsätzliche Bedenken bestimmen. Oft hell man in der Auseinandersetzung mit der heraufkommenden Gefahr die richtige, würdige und aus der Distanz kommende Antwort vermissen. Es wäre gewiß verfehlt, die Mosley-Bewcgung zu bagatellisieren. Die englische Presse ist weit entfernt davon, Sic verfolgt sehr genau Mosleys zahlreiche Pro/esse, von denen Sir Oswald stolz, sagen konnte, daß seit dem vergangenen Juni in mehr als hundert Fällen seine Gegner wegen Versammlung-Störungen verurteilt wurden, aber nicht ein einziger seiner Anhänger. In frischer Erinnerung ist noch der Beleidigungsprozeß, in dem Mosley 5000 Pfund Entschädigung wegen falscher Nachrede zugesprochen wurden. Aber es gibt einen erheblichen Faktor, der gegen jede radikale Bewegung arbeitet, die beginnende Erholung der wirtschaftlichen Situation, die auch gerade im diesjährigen Weihnachtsgeschäft deutlich zum Ausdruck kam ~ ganz abgesehen von den in England, diesem Stammland der Demokratie, sehr wirksamen ideellen Hinderungsinomenten. Eine englisch-jüdische Diskussion Zur Beurteilung der jüdischen Situation ist es interessant, auf eine Diskussion führender jüdischer und jiichtjüdischer Journalisten hinzuweisen, die vor kurzem auf Einladung des Anglo-Palcstine Club stattfand. Bei der bekannten englischen Abneigung gegen jedes Theoretisieren ist der Antisemitismus noch ein neues Phänomen. Der nicht judische Chefredakteur des „News Chronic 1 e" Mr. Cum m i n gs und der Staatstheoretiker der Londoner Universität, Prof. Harold Laski (nicht z.u verwechseln mit Nevil'e Laski), dessen Reden in der jüdischen Ocffentlichkeit immer große Beachtung finden, machten auf die nach ihrer Meinung sehr erhebliche antisemitische Strömung in England und Amerika aufmerksam, die im Bürgertum und in der Arbeuerbcvölkeritng, aber auch unter den Studenten immer latent vorhanden sei und bei der nächsten Krise, etwa bei einem Mißlingen der Roosevcltschen New Deal in Amerika, die größten Ausmaße anzunehmen drohe. Und welche Folgerimg wird daraus gezogen? Soll der Antisemitismus bekämpft werden? Oder wollen diese Kenner der öffentlichen Veihaltnisse ihm den Boden entziehen, indem sie die L'rsaclien beseitigen? Air. C ummings, der wohlmeinende N'ichtjudc, bemüht sich sehr stark um eine Antwort. Er erwägt auch die Mög- Warschau, Ende Dezember. (JTA.) In der Sitzung der Budget-Kommission des polnischen Sejm sprach der Abgeordnete des Jüdischen Klubs, Sejm-Deputierter R o t e n s t r e i c h, über die "Lage der jüdischen Bevölkerung. Die Juden in Polen, so sagte Kotenstreich, würden am stärksten von der Wirtschaftskrise betroffen. Nach den neuesten statistischen Erhebungen sind 60 ".'a der Juden in den Kleinstädten auf öffentliche Unterstützung a n g e w i e s e n. In Warschau wandten sich 25 n'o der jüdischen Bevölkerung um Unterstützung an die Gemeinde; in anderen Städten ist der Prozentsatz, der Hilfesuchenden noch bedeutend höher. Da die jüdischen sozialen Institutionen von der Regierung keine finanzielle Unterstützung erhalten, sind die Mittel sehr beschränkt. So konnte die jüdische Gemeinde in Warschau ihren hilfsbedürftigen Mitgliedern als Feiertagshilfe nicht mehr als 17 Groschen pro Tag gewähren. In den südlichen Woiwodschaften Polens mußten über 31 o/o, in den zentralen Woiwodschaften 25 o/o, in Lemberg 55»», in Lodz 28 o/o, in Bialystok über 32 o/o, m Wilna ungefähr 35 o/o der jüdischen Bevölkerung während der Peßachtage des letzten Jahres von den Gemeinden unterstützt werden. Die jüdischen Arbeiter, unter denen es 45 o/o Arbeitslose gibt, genießen bei der Eigenart ihrer Beschäftigung in kleinen Werkstätten meistenteils nicht die Vorteile der Sozialversicherung. Die jüdische Gesamtheit ist nicht mehr in der Lage, aus eigenen Mitteln zu helfen. Trotzdem wird viel für Berufsumschichtung und für die Modernisierung der Werkstätten getan. Im Interesse des Staates liegt es, so meinte Abg. Rotenstreich, von sich aus der jüdischen Not entgegenzuwirken. Dies sei nur unzureichend der Fall. Die Gemilas-Chasodim-Kassen, die 110 000 Familien zinslose Darlehen gewähren, erhalten von der Regierung nur eine geringe Subvention. Der jüdische Wirtschaftsausschuß in Polen hat an die Regierung im Hinblick auf das immer unerträglicher werdende Elend unter den jüdischen Massen einen Hilferuf gerichtet. In einein detaillierten Memorandum wurden der Regierung Hilfsvorschläge unterbreitet. lichkeit eines souveränen jüdischen Staates, der in mancher Beziehung vorbildlich werden könnte. Aber Palästina sei zu abgelegen und entspreche nicht mehr den heutigen Juden, die man überdies in Europa brauche. Nachdem er keine andere Lösung findet, kann er als Nichtjude sich mit der Hoffnung begnügen, daß das Judentum wieder bessere Zeiten sehen möge. Einen Juden freilich wird das nicht befriedigen. Prof. Laski sagt selbst, daß er jedenfalls für die Dauer der heute leb nden Gencation nicht an ein Wiederaufleben des Rationalismus und der „Vernunft" in Europa glaube. Darauf könne man also nicht bauen. Und es war erfreulich, wie dieser einflußreiche Gelehrte und Journalist, der bisher jede Stellungnahme zu jüdischen Problemen abgelehnt hatte, da er weder zum nationalen noch zum religiösen Judentum eine innere Beziehung habe, statt dessen an den Mut und die Großzügigkeit der englischen Juden appellierte, der geistigen Traditionen des Judentums bewußt zu bleiben und der großen damit verbundenen Verpflichtungen, die die Gegenwart im besonderen Maße von ihnen erwarte. Wenn Prof. Laski in diesem Zusammenhang die Aufgabe des englischen Judentums umreißt, die besonders darin bestehe, jedem einzelne! deutsch-jüdischen Akademiker vom Professor bis zum letzten Anwalt und jüdischen Studenten eine Fortsetzung des gewählten Berufes im Auslande zu ermöglichen, so ist das von deutschen Juden gewiß mit Dankbarkeit aufzunehmen. Großzügigkeit wird man dem Vorschlag nicht absprechen; aber es ist leider eine zu philanthropische Großzügigkeit, gespeist von Mitleid, statt jener Großzügigkeit, die aus dem Gestaltungswillen kommt und produktive Werke schafft. Hier soll Einzelnen mit individueller Sorgfalt geholfen werden. Aber wäre das Ergebnis wirklich eine mutige und großzügige Lösung jener verworrenen Situation, die heute von immer weiteren Kreisen richtig analysiert wird, ohne daß sie einstweilen den zweiten Schritt wagen, der nach zionistischer Auffassung aus dem ersten folgt? Fs ist notwendig, daß die heute im Innern aufgewühlte jüdische Gemeinschaft von Reaktionen der Furcht und des Mitleids zu einer Haltung echter Hoffnung kommt, das neben der Rücksicht auf den Einzelnen das Interesse der jüdischen Gesamtheit im Auge behält. Julius Kollensch er. Vom jüdischen Schulwerk in Wien Wie uns mitgeteilt wird, ist der Direktor des Chajcs- Realgymnasiums in Wien, Dr. Victor Kellner, ab 1. Dezember in den österreichischen staatlichen Bunde s I e h rd i e n s t übernommen worden. Damit hat der österreichische Staat zum ersten Male eine privat gegründete jüdische Schule als solche subventioniert. Zugleich liegt darin zweifellos der Ausdruck der Anerkennung für diese nach Ansicht aller Fachleute mustergültig geleitete Anstalt, die unter Leitung von Dr. Kellner im Geiste des verstorbenen Oberrabbiners Ohajcs moderne Bildung mit jüdischem Wissen und gründlicher hebräischer Sprachkenntnis zu kombinieren verstanden hat. Größerer Exportabschluß nach Palastina. Wie wir hören, wurde unter Mitwirkung der Bankfirma Jacob Japhet & Co. Ltd. in Jerusalem die Motor Trading Company Ltd., Jerusalem, mit einem Kapital von ,£P 50 000 gegründet. Zweck des Unternehmens ist der Export deutscher hochwertiger Fertigfabrikate nach Palästina. Ein größerer Abschluß ist bereits getätigt worden. Die Misere der Stadtverwaltung: Jerusalem Wie aus Jerusalem gemeldet wird, hat die Palästina- Regierung nunmehr den alten Gemeinderat von Jerusalem, der nach Demission dreier arabischer Mitglieder auf fünf Köpfe zusammengeschmolzen ist, nebst dem Bürgermeister Rhageb Bey Naschaschibi bis zur Entscheidung über den Wahlprotest im Amte bestätigt. Die jüdischem Mitglieder hatten gefordert, daß mit Rücksicht auf die Verantwortlichkeit der Aufgaben und den bei Rücktritt der arabischen Mitglieder offen erörterten Korruption sver« dacht der neue Gemeinderat sofort ins Amt eingesetzt werde. Die Ablehnung dieser Forderung wird zweifellos in Palästina lebhaften Unwillen hervorrufen, nicht nur im jüdischen, sondern auch in einem großen Teil des arabischen Lagers. Zwar kann aus formellen Gründen vor endgültiger Erledigung eines gerichtlich auszutragenden Wahlprotestes schwer der neue Genieinderat bestätigt werden, aber mit Rücksicht auf die kompromittierende Unordnung in der Gemeindeverwaltung hätte die Regierung sicherlich eine Handhabe zum Einschreiten. Daß sie dies nicht tut, kann man vielleicht als Symptom dafür nehmen, daß die Regierung a n der Person Naschaschibis, der früher als ein der Regierung genehmer Politiker galt, auch nach der schweren Belastung seiner Amtsführung festhält. Sachlich läßt sich jedenfalls diese Art der Geschäftsführung in der Hauptstadt Palästinas nicht rechtfertigen. (Einen ausführlichen Bericht über die Verhältnisse der Jerusalemer Stadtverwaltung finden unsere Leser in der „Jüdischen Rundschau" vom 28. Dezember 1934.) %^SSS^ 1,7. A>Ml 19SS TEL-AVIV Prospakt« für Sondarraiaan durch PALESTINE 8 ORIENT LLOYD Berlin NW 7, Fried richstraße 100 A 6 (Merkur) 2915 Älter Mann kommt nach Haus Von Uriel Ii e n Gallith (Jerusalem) Es schneite dicke Flocken. Auf den kahlen Bergen Wies ein scharfer Wind den Alten fast vom Weg. Vielleicht schien aber auch die Sonne und kein I uffchen rührte sich. Wer konnte wissen, was gerade vor sich ging. Der Alte merkte nichts davon. Irgendeine Jahreszeit war immer. Mal sangen die Vögel, manchmal regnete es. Der Alte kannte das alles schon seit vielen Jahren. Es gab keine Ueberraschung. Es lohnte sich nicht, darauf zu achten. Schneien konnte es eigentlich heute nicht. Oder doch? Er erinnerte sich deutlich, daß er neulich schon einmal, vielleicht sogar ein paarmal über die nackten Berge dieses Landes gestapft war. Das mußte ungefähr vor zweitausend, vielleicht vor fünf- und dreitausend Jahren gewesen sein. Er hatte sich das Datum nicht gemerkt und es konnte wohl sein, daß er sich um ein paar Tage irrte. Aber daran erinnerte er sich jetzt bestimmt, daß es hier nicht geschneit hatte. Also mußte es wohl sehr heiß sein. Er wollte mal zum Himmel hinaufsehen. Richtig, da strahlte groß die Sonne. Er sah um sich und erblickte Menschen in schnellen Wagen daherrennen, Metischen auf den Feldern, säen und sensen, an Bäumen gießen und pflücken, ihr Vieh treiben. Er sah Menschen in den Straßen hasten. Sie kamen aus weiten Türen, verschwanden in hellen Häusern. Die Häuser waren hoch. Er hatte keine Lust hinaufzusehen, wie hoch sie waren. Er wanderte wieder über die Berge. Ein großer Stein hielt ihn auf. Er stand davor und betrachtete ihn. Lange sah er ihn an und dann befühlte er ihn von allen Seiten. Plötzlich fiel der Alte in die Knie. Er umarmte den alten Stein und weinte. Sein Gang war jetzt straffer. Im Gehen bückte er nach allen Seiten. Die zwei Bäume standen an der Biegung, längst tot, aber die Stümpfe zusammengewachsen, ragten in die Luft. Der Alte erkannte sie. Er legte seine Stirn an die harte Rinde und küßte sie. Große Unruhe trieb ihn nun weiter. Er lief und stolperte und seine Augen suchten. Dann blieb er stellen. Neben dem Felsvorsprung, Stein aus dem Stein des Gebirges, stand ein kleines Haus. Das alte Haus. Ganz langsam ging der Alte näher. Nur die dicken Mauern erkannte er wieder. Es hatte ein neues Dach. Er stand davor. Er ließ sich auf die Erde nieder und streckte sich aus. Er war so müde. Neben der alten Mauer schlief er ein. Am anderen Morgen klopfte er behutsam an die Tür. Eine junge Frau öffnete und drei paar Kinderaugen sahen aus ihren Rockfalten zu ihm auf. Mein Manu ist auf dem Feld, sagte die Frau. Es macht nichts, antwortete der Alte. Wollt Ihr ein Stück Brot? Ja, bitte, sagte der Alte. Er trat ein, setzte sich und sah sich um. Ist da hinten noch das kleine Zimmer? fragte er. Ja, da schlafen die Kinder. Wart Ihr schon einmal hier? Nein. Ihr kennt mich nicht. Ich bin in dem kleinen Zimmer geboren. Die Kinder lachten. Bist Du denn geboren? fragte das kleine Mädchen. Der Alte nickte und die Kinder starrten ihn an. Die Frau sagte, er solle seinen Mantel ablegen, nahm sogleich einen Faden und begann, ihn zu flicken. Den ganzen Morgen saß der Alte still auf seinem Platz. Die Kinder spielten und vergaßen ihn. Die Frau tat ihre Arbeit und ließ ihn ausruhen. Darf ich in das Zimmer gehn? Die Frau nickte und er stapfte durch die niedrige Tür. Er blieb nicht lange und setzte sich wieder still auf seinen Platz. Da kommt mein Mann, sagte die Frau abends. Der Alte stand auf und gab dem j:t ' "m Bauern die Hand. Er ist da im Zimmer geboren, sa;U" die Frau. Das ist wohl schon etwas her, lachte der Bauer. Ja, nickte der Alte. Ich glaube, dreitausend Jahre. Der große Junge, der schon rechnen lernte, lachte auf und erklärte es den Kleinen. Der alte Mann machte keine Anstalt fortzugehen. Sic ließen ihn sitzen. Das Essen dampfte auf dem Tisch. Kommt, eßt, sagte die Frau. Danke, ich hab' keinen Hunger, sagte er und blieb sitzen. Das kleine Mädchen brachte ihm eine warme Suppe und er aß sie. Ich möchte hier schlafen, sagte er. Wohl im kleinen Zimmer? fragte die Frau. Nein hier, antwortete er. Es ist recht, sagte der Bauer. Der Alte stand auf, schlug sich fest in seinen Mantel ein, wie er es gewohnt war, und legte sich in die Ecke auf der» Boden. Die Bauersleute hörten ihn schlafen und gingen zu Bett. Am nächsten Tag war es ebenso. Der Alte saß still auf dem Stuhle und sprach nicht. Brachte man ihm zu essen, so aö er. Der Mann war auf dem Felde. Die Frau molk die Ziege, ging hin und her und klapperte mit dem Geschirr. Die Kinder spielten Urgroßvater. Der Kleine mußte niederhocken und durfte nicht sprechen. Das Mädchen brachte ihm einen Napf. Es ist recht, mußte der Große sagen. Als der Bauer abends heimkam, freute er sich über den Frieden seines Hauses. Am anderen Tage sagte die Frau: meinst Du, daß « immer bleibt? Er ist doch hier geboren, antwortete der Bauer. An diesem Abend, als die Kinder im Bett waren, wickelte sich der Alte nicht in seinen Mantel ein. Er trat an den Tisch und sagte: ich möchte mich zu Euch setzen. Es freut uns, sagte der Bauer. Du bist ein Jude? fragte der Alte. Ja, sagte der Bauer. Dies ist doch Palästina, nicht? a, sagte der Bauer, ch bin auch ein Jude, sagte der Alte. Die Bauersleute schwiegen. |A\ m

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