Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1935)
- Date
- 1935-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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. T935 Nr. 1, 1.1. 1935 JODISCHE RUNDSCHAU Seite 7 „Priester und Prophet" Eine theologische Diskussion Die Diskussion innerhalb der evangelischen Theologie in Deutschland geht uns Juden, die wir dabei Außenseiter sind, in doppelter Hinsicht an. Erstens weil dabei gelegentlich von der Juden frage und von der Stellung des Alten Testaments die Rede ist, zweitens aber auch darum, wed dieselben Probleme einer K leidung religiöser und politischer Kategorien auch für las Judentum höchst aktuell sind. Die religiöse Deufr ig der Geschichte ist ja stets ein sehr wichtiges Problem des Judentums gewesen. Unter diesem Gesichtspunkt erhält eine Auseinandersetzung für uns Interesse, die kürzlich im Anschluß an das Buch des auf dem Boden des Nationalsozialismus stellenden Göttinger Theologieprofessors Emanuel H i r s c h „Die gegenwärtige geistige Lage im Spiegel philosophischer und theologischer Besinnung'' entstanden ist. Der frühere Frankfurter Theologe und religiöse Sozialist Pau! Tillich, gegenwärtig in New York, hat int Novemberheft der „Theologischen Blätter" (Herausgeber Prot. Karl Ludwig Schmidt, Verlag Hrnrichs, Leipzig), einen Offenen Brief an Hirsch gerichtet, der trotz seinem stark persönlichen Charakter ein wichtiges Dokument der geistigen Bewegung unserer Zeit ist. Es handelt sich um ein umfangreiche« Dokument von 24 Druckspalten, die in der Hauptsache dem Nachweis gewidmet sind, daß die Grundlagen von Flirsehs theologischer Geschichtsdeutung methodisch der von Tiilieli begründeten Kairos-Lehre entlehnt sind. Die Gedanken von Hirsch seien geistesgeschichtiieh einzureihen: der junge Marx habe gegenüber Hegel und Feuerbach ein „existentiaigeschichtliches Denken" gefordert. ,.l)er Keligitise Sozialismus, der in dieser IWichunjj wirklich religio»« M.irxi-nitK war, hat als einziger diese Forderung aufgenommen und reich Minen Kräften verwirklieht. Von ihr und damit vom jni^;l:n Maix la.t Du abhängig, wenn Du existeiitial-rtc-eliiclit liebes Denken Verlans.;-!. Und Du und wir und Marx Und jeder, der gcscliiclidieli-evlsicutiell denkt, ist abhängig von der » 1 t j ii d i sch e n P ro p h c t ic, (leren Haltung im cxi^cntial-fjeschielitliehen Denket; in die Philosophie eindrillt;!. An diesem Punkt »Mi»t Du offenkundig in der Tiadilion (piuphet Gelier.) Judentum und (religiöser) Marxismus." Tiüich bezeichnet die Haltung von Hirsch, der die Ideologien, statt sie mit kritischen Denkmitteln zu enthüllen, bestätigt, als eine „priesterliche'', im Gegensatz zu der die existentielle Wahrheit erkennenden prophetischen Haltung, eine Scheidung, die uns an den Aufsatz „Priester und Prophet" von Achad Haam erinnert. Es ist natürlich nicht möglich, an dieser Stelle den Inhalt der umfangreichen Ausführungen von Tillich wiederzugeben. Tillich beruft sich darauf, daß seine Gruppe, obwohl dem Sozialismus nahestehend, in der früheren Aera der „Dämonie" des Klassenkampfes entgegengetreten sei, während er bei Hirsch eine analoge Haltung gegenüber manchen jetzigen Erscheinungen vermisse. Dabei kommt er u. a. auf die Rassenfrage zu sprechen. ..Gerade weil Du ans philosophischen und thcoleigiselicti nriindeii zu der Rassengcsetzgehunt; stehst, wäre es ethische Pflicht der Stunde und religiöse Verantwortung un-erem Volk gegenüber gewc*ti, wenn Du von der R;i-hiik>-h.|/KCI«iii|; den Ras-eiihaU ebenso scharf unterschieden hatte--!, wie wir von der strukturellen Notwendigkeit des Klassenkampfes im Kapitalismus den Kiassenhaß unterschiede» und bekätnplt haben." Im Anschluß daran polemisiert Tillich gegen die Ueberschätzung des „Ursprungs" in der geistigen Welt. Nicht das „Woher", sondern das „Wozu" sei in Epochen des stärksten religiösen Lebens existenzgründend. Auch das Bekenntnis zu einer bestimmten politischen und geschichtlichen Situation dürfe nicht verwechselt werden mit dem theologischen Ja, das sich auf absolute Werte bezieht. Professor Emanuel Hirsch hat, wie Stapel im „Deutschen Volkstum" mitteilt, die Absicht, auf den Brief von Tillich ausführlich zu antworten, allerdings nicht in den „Theologischen Blättern", sondern an anderer Stelle. Kinder zur Judenfrage Die in München erscheinende „Sonntag-Morgen-Post" ftatte, wie sie mitteilt, an 11) Kinder zwischen 12 und LI Jahren iü Eragen gestellt, um kennenzulernen, wie sieh in der deutschen Knabcnscelc die Zeit widerspiegle. Frage I und 5 lautet: W a s d e n k t I h r über die Juden? Hat Hitler recht gehabt, daß er ihre Macht in Deutschland gebrochen hat? Als Antwort auf diese Fragen verzeichnet die „Soniitag-Morgeu-Posf folgendes: ,.1. J)ii- Jud ii -eil.«u •« nur au. ihren Geldbeutel. Ihnen ist ts ganz gleich, wenn das I), ui-ebe R, ich /.uginmle Hebt, weil sie g.ii keim Deutschen sind; (lau hüben wie wir. — 2, gekauft, da bekam er 1 >cuLM'h!and im Kinn und dir Leute habet Deul.-elien winen im Lild 60 Wüllen .^ie i es in der ganzen \\ Hauern haben sie oll >ear Volk au .gc-nugl, das Veit .gehurt aus 1 tcucchhmd ,u Aui können sie auch gar keine Vaterland .liebe Der Jude hat vviiie Waren in der ganren Welt sie billig und uns i'.ilt er sie teuer. Sie haben;i-.ch\v.Vht, will sie solch Zeug gebracht haben .-. libcl.'dich nichts anderes mehr iimgeii. Die mehr Kiicchie |;i'\vc-fn und sie die Herren, .iijcii fiel den anderen Völkern machen, daß :i nur mehr Knechte und Herren gibt. Uns 'imiih-n. -— 4. Sie haben das deutsche i ans der Zeitung. — 5. Der Jude, haltet, weil wir es jetzt, .sehen, wie rl. >n D-utsebland hetzt. — 0. Ein Jude hat gesagt, aber er hat gemeint, alles gehört: den Juden. — 7. Wenn die Juden in 1). ut-chörnd nicht so gegen das Volk gearbeitet hatten, dann wäre es tis ht voigcg.mgi-n gegen sie. — 8. Der Juilc hat das Bauerntum mitten. — y, Warum Millen wir die Juden im deutschen Volk behalten, wo wir doch selber so viele Arbeiter haben. — 10. Der Jude stammt nicht aus dein Deutsehen Reich, er schiebt nur das Geld ein, wenn der Arme zugrunde geht, das läßt ihn kalt." Anzeigen jüdischer Firmen Die „Westfälische landcszeitung Rote Erde", Dortmund, vom 28. Dezember 1031 schreibt: »Ks gibt immer noch Zeitgenossen, mich in Dortmund, die bis heute noch nicli! eikanut haben, datj der XatIonais >dalisiiui , und sein Cctolg .i-halt-gedankc auf Freiwilligkeit bciuhcn, und zwar sind das dieselben lieben Ma!menschen, die immer so tun, als wäre der Nationalsozialismus ein Zwang, der nichts gestattet, aber alles veibieie. Da liegt 2. Ii. jetzt w ieder ein Fall vor, Zr ife, nossi'i), die wir meinen, gar nicht mehr verstehen können .scheinen: Viele n i e Ii t - naiiouul.uzialislischcn Zeitungen eit geraumer Zeil -wieder Anzeigen j ü rl i - — Ja, da siehst Du, wenn die das schon di it 21. hi i Ocoomt iicli s cli er Kauthauser, wied< r düt lcn ,..' Von ei ii r t e n k zu keiner Zeit eia aul/Uhclunen, Das i g e t ü h 1 s u n d el e : hier gar keine Rede daf sein. Es hat nämlich Verbot bestanden, jüdische Geschaltsanzcigeu t v i e 1 in e h r ei n e S a c h e d e s Takt» hi i n - ' e 11 u n g! . . ." Die genannte Zeitung hat dabei zu erwähnen vergessen, a u Ii e r d e in tlie wirtschaftliche Betätigung der Juden — wozu auch die Werbung durch Zeitimgsinserate gehört — nach dem Willen Her Regiertingsinstanzen nicht behindert werden soll. Nicht mehr „Rechtsanwalt a. D." Die Novelle zur R c c h t s a n w a 11 s o r d n u n g ist am 21. Dezember in Kraft gebeten. U. a. ist eine vielerörterte Frage dahin entschieden: Der Anwalt, der seine Zulassung etwa als Nie Ii tarier verloren hat, darf sieh auch nicht „R e c h t s a n w a 11 a. D." neu- 11 e n. Gleicher Tendenz dient offenbar die Vorschrift, daß, wer nicht Anwalt werden kann (gleichviel aus welchem Ur,u,Kl)> auch nicht zum Vertreter eines Anwalts, zum „Gencralsubstituten" (mit dem Recht, auch vor den KsOllegialgerichtcn aufzutreten) bestellt werden kann. Ritualmordhetze in der Slowakei Bratislava, 20. Dezember. (JTA.) Durch ein zunächst mysteriös erscheinendes Gerücht wurde die kleine Gemeinde Uliroyes bei Prienjdza in der Slowakei in Aufregung versetzt, ts hatte sieb dort ein Mann als Arzt aus Preßburg ausgegeben und von mehreren Leuten Blutproben genommen, trt ,uVrtc Ilic,lt lauge, und es verbreitete sich das Gerücht, daß Juden von mehreren Personen das Blut abgezapft hätten, um es für Mazzolli zu verwenden. Die Erregung in der Qrtn! w,a. 80 stark, daß Gendarmerie die Ruhe herstellen Slu 4 , 'cs ßfl-iitg ihr aber erst, als sie das Bratislavcr »taatskrankenhaus attgerufen hatte, wodurch die Sache eine narmlose Aufklärung fand: Ein junger Assistenzarzt der Wimk, tbriRuiis ein Nichtjude, mußte, um ein wissenschaftliche« Werk beenden zu können, von gewissen Personen Blutproben nehmen. Dies nützten dann gewissenlose Elemente zu einer Judenhetze aus, die allerdings ifci Keime erstickt werden Gleiche Pflichten — gleiche Rechte Budapest, 27. Dezember. (JTA.) Jnstizminister a. D. Dr. Tibor Z s i t v a y, Mitglied der Nationalen Einheitspartei und als Vertrauensmann der Regierung dazu auserscheu, die Einhcifspolitik des Ministerpräsidenten Combos auch im hauptstädtischen Munizipalaiisschuß zu verwirklichen, hielt als Gast des Innerstädter Bürgerklubs eine Rede über die politische Lage, in der er u. a. folgende Erklärimg abgab: „Der traditionelle nationale Geist kennt keine Gehässigkeit, keine konfessionellen Reibunijen. Meine jüdischen Mitbürger fordere ich von dieser Stelle auf, falls sie Beschwerden haben, sich an uns zu wenden, und sie dürfen überzeugt sein, daß diese nicht nach der Konfession, sondern gemäß der lauteren Gerechtigkeit und der bürgerlichen Gleichberechtigung beurteilt werden. Dies entspricht jener uralten Tradition, wonach gleiche Pflichten auch gleiche Rechte bedingen." Dr. Tibor Zsitvav ist ein Sohn des Richters Dr. Leo Zsitvav, der vom Richterstuhl aus wiederholt antisemitische Tendenzen als volksschädigend verurteilte. Masaryk über Staat und Nation Die Weihnachtsattsgabe der tschechischen Tageszeitung „Lidove Noviny" bringt einen Auszug aus dem noch nicht veröffentlichten dritten Teil der „Gespräche mit Masaryk" von Karl Cape k. Darin äußert sich Präsident Masaryk über das Problem des Nationaltsmus. Er spricht sich zunächst skeptisch über die Existenz und Erfaßbarkeit der Volkscharaktere aus und betont, daß von den ältesten Zeiten an Blut- und Rasseumiscluingen vorgekommen seien; reines Blut finde sich bei keinem europäischen Kulturvolk. „Der Staat," fährt Präsident Masaryk fort, „ist zwar unser nach historischem Recht, nach dem Majoritätsprinzip und aus dem Titel, daß wir ihn selbst geschaffen haben; aber wir haben bedeutende Minderheiten und müssen uns deshalb des Unterschied e s zwischen Staat und Nation bewußt sein. Die Nation ist eine kulturelle, der Staat eine politische Organisation. Wir haben Aufgaben für die Nation und Aufgaben für den Staat zu erfüllen. Es versteht sich, daß diese Aufgaben nicht im Widerspruch zueinander stehen dürfen. Diesen Staat haben wir erschaffen, wir müssen ihn zu lenken und zu verwalten verstehen; es ist unsere Aufgabe, die nationalen Minderheiten, die mit uns leben, zur Idee unserer demokratischen Republik zu erziehen. Ihre große Zahl und hohe Kultur legen uns und ihnen eine demokratische Uebcreinkunft auf. Unser Verhalten zu den Minderheiten ist praktisch durch unsere eigenen Erfahrungen unter Oesterreich-Ungarn gegeben. Das, was wir nicht wollten, daß es uns geschieht, das wollen wir auch niemandem anderen tun." HICEM-Arbeit geht weiter Paris, 21. Dezember. (JTA.) In einer Erklärung teilt der Verband für jüdische A ü s w a n d e r c r f ü r s o r g e HICEM mit, daß er gemäß den Beschlüssen seiner soeben in Paris abgehaltenen Generalversammlung künftighin nur noch auf den Organisationen H l A S sein wird. (Bisher gehörte noch das Red.) Diese beiden Organisationen — heil — haben stets aliein das Budget des Verbandes bestritten und diese Aenderung beeinflußt daher in keiner Weise die Fortsetzung der normalen Arbeit von II1CEM, und I C A aufgebaut E m i g d i r e c t dazu. St es in der Erklärung Rabb. Dr. Grünewald Gemeindevorsitzender in Mannheim Der Synagogenrat Mannheim wählte am 27. Dezember 1934 einmütig Stadtrabbiner Dr. Grünewald zum Vorsitzenden der Gemeinde mit einer Amtszeit von zwei Jahren. Das ist ein Ereignis, das bisher in der Geschichte der deutschen Juden wohl ohne Beispiel ist und beweist, welch einmütiges Vertrauen in die Führerqualitäten des Rabb. Dr. Grunewalds gesetzt wird. Amtsvorgänger Dr. Grunewalds war Professor Dr. Moses, der vor etwa einem halben Jahre nach Palästina übersiedelte. Die bewährten Traditionen der Mannheimer Einheitsgemeiude fortzusetzen, erfordert eine Persönlichkeit vom Range Rabb. Dr. Grünewalds, der sein Amt bereits angetreten hat. Dr. O. S. Die litauische Regierung und die Juden Erklärung det litauischen Innenminfitert Oberst Susiefk« Kowno, 28. Dezember. (JTA.) Der litauische Innenminister Oberst S u s t e i k a äußerte sich über die liczicliu ng e n der litauischen Regierung zur jüdischen Minderheit. Die Beziehungen zwischen Litauern und Juden, sagte der Minister, sind traditionell freundschaftlich, etwa entstehende Mißverständnisse werden gleich zu Beginn durch die Regierung aus der Welt geschafft. Beim Streben der litauischen Bevölkerung, in die verschiedensten Zweige des Wirtschaftslebens einzudringen, ereignen sich jedoch_ oft Reibungen mit jüdischen Gruppen, die. ihre wirtschaftliehen Positionen behalten wollen. Diese Reibungen sind aber nicht allzu scharf. In stärkerem Maße werden die Beziehungen der litauischen zur jüdischen Bevölkerung durch das Festhalten gewisser jüdischer Intelligenz.kreise an russischer Kultur und Sprache ungünstig beeinflußt. Seit einiger Zeit aber ist in der jüdischen Gesellschaft ein Streben bemerkbar, sich der litauischen Kultur zu nähern und die litauische Sprache zu erlernen. So haben die Juden ms eigener Initiative vor kurzem <;in Gymnasium mit litauischer Unterrichtssprache gegründet. Zur Frage der Ausstoßung der Juden aus verscliie d e n e n W i r f s c h a f t s g e biet c n in Litauen erklärte der Minister, die Regierung mische sich nicht hl Fälle ein, in denen z. B. der Privatexporteur nicht in der Lage ist, sich den Forderungen des ausländischen Absatzmarktes anzupassen. Weder die jüdischen noch andere Kaufmannskreise ieiden unter RegierungsmaRnahmcn auf diesem Gebiete. Der Minister erklärte, daß die antisemitische O r g a n i s a t i o n „W ersliitiiis k a" keine Beihilfen von der Regit!ung erhält. Es sei erklärlich, da» die Litauer unter ihren Volksgenossen für deren Zuführung zu Handwerk, Händel usw. Werbearbeit leisten, solche Propaganda nicht hindern, daß diese Arbeit im Rahmen der Die Regierung, erklärte der U c b e r s i e d I n n g v o n J u d e n einzuwenden und sie wünsche den Die Regierung könne eine sie wache aber darüber, Gesetze vor sich geht. Minister, habe gegen die n a c Ii P a 1 ä s 11 n a nichts Palästina-Wanderern guten Erfolg in der Aufbauarbeit, sie hindere auch nicht die Auswanderer, ihr Kapital nach Palästina zu bringen. Gegenüber den Klagen über die allzu geringe Zahl der neuniifgenommcitcn Juden an der I i t a u i s c Ii e ti Staats« Universität erklärte tler Minister, im I lerbstsemester 1034 seien in den ersten Kurs der ntedizmischen Fakultät zwölf }tnk-n aufgenommen wurden, sielten Juden besuchten den zweiten Lehrgang der Fakultät, das sind 19 Juden unter 227 Medizinstudenten, also 8 Fs herrsche an der Hochschule eine allgemeine Tendenz, die Stttdenteii/ahl von Jahr zu Jahr zu verkleinern. Die „Judenresolution" des Faschistenkongresses von Montreux Rom, 28. Dezember. (JTA.) Der Vorsitzende des vor kurzem in M o n t r e u x abgehaltenen K o n g r e s s e s faschistischer V e r b ä u el e, Abg. Eugenio Coselschi, hat über den Verlauf des Kongresses und insbesondere über das Zustandekommen der von diesem einstimmig gefaßten „J u d e n r e s o I ti 1 i o n" folgende Aufklärungen gegeben: Der Kongreß in Montreux hat sich in seinen Beschlüssen an die Grundsätze des italienischen Faschismus gehalten und in seiner Resolution zur Judenfrage den Oedanken der B e k ä m p t u n g d e r Juden auf Grund d e s R a s s e n p r i n z i p s a b g e 1 e Ii n t. I )iese Haltung wurde als allgemeiner Grundsatz festgelegt. Andererseits aber hat der Faschistcnkongreß auf Verlangen verschiedener Delegierter die Haltung bestimmter jüdischer Gruppen in manchen Ländern behandelt, die, statt sich als loyale Bürger zu bekennen, unter dem Einfluß der verschiedenen Internationalen stehen, die der Faschismus aufs heftigste bekämpft. Die Teilnehmer an den Beratungen von Montreux bekannten sich ferner ZU dem Grundsatz, daß jede faschistische Organisation berechtigt ist, ihre inneren Angelegenheiten gemäß den örtlichen Bedingungen zu regeln und ihr feindliche Gruppen zu bekämpfen. Die Resolution über die J ti d enfr a g e wurde von dem Franzisten Marcel B ti c a r d redigiert und hält sich an den Gedanken der „römischen Gerechtigkeit". Beweis dafür ist, daß Marcel Burard, als er seine Resolution vorlegte, gleichzeitig eine Ehrung derjenigen Juden beantragte, ehe bei der Verteidigung ihres Vaterlandes im Kriege gefallen sind. Nach seiner Rückkehr aus Montreux wurde Abg. Eugenio Coselschi vom Ministerptäsidetifcti Mussolini empfangen, dem er einen ausführlichen Bericht über tlie Arbeiten und Beschlüsse des Kongresses erstattete. Zum Tode von Baron Adachi In Amsterdam ist am sterben. Dieser bekannte Präsident des Intern a Haag. Fr verwaltete fern, treter beim Völkerbund h e i i e n p r o b 1 e tu e, d großem Verständnis für t hatte. Auch als Mitglk n a t i o n a 1 e s R e c h t betten geleistet. Fr geh Grenzen dies eigenen En den Diplomaten, die für essierten Volksgruppen um die Sicherung ihrer os. Dezember japani-che Di; t i o it a 1 e it < i i •r 0)27 bis EMI) rat da eler; "laroti A d a c h i ge> Imnat war bis 1933 r i c Ii f s h nies im als japanischer Vert über Mindert"it er sich als Volkerrechtler mit lie europäischen Probleme gewidmet ■d des Instituts für i n t e r - hat Barott Adachi bedeutende Arörte zu dem Kreise der über die ides hinaus bekannten und wirkendie an der Minderheitenfrage inter- Verständnis aufbrachten und sielt rechtlichen Stellung bemühten. Tagung der holländischen Zionisten aag, den 27. 12. 34. in A m s'cr d a rn die Den Ii Am 25. und 26. Dezember wurde diesjährige Tagung des Niederländischen Zionistenbundes unter großer Beteiligung aus allen Teilen des Landes abgehalten. In der Eröffnungsrede wies der bisherige Bundesvorsitzende F. Bernstein darauf hin, daß eine Folge des erschütterten Vertrauens in die Sicherheit in den Fmanzipationsländern die starke und ständig wachsende Palästinabewegung sei, die ihren Ausdruck in der zunehmenden Einwanderung und Ansiedlung, sowie der wirtschaftlichen Hochkonjunktur findet. Im Mittelpunkt der Verhandlungen stand ein Referat von Nehemia de Lieme über Palä«linaarbeit und -aufbau. Von Interesse für uns sei allein die gesunde Konstruktion der Wirtschaft des Landes. Die vornehmsten Stützen der Blüte seien die Zitrusinditstrie, die Bauindustrie und die Industrie im allgemeinen. Diese müsse soviel wie möglich sich dem Export zuwenden. Die Industrialisierung der Nachbarländer sei dagegen heute noch schädlich für die Entwicklung Palästinas. De Lieme wies darauf hin, daß unsere Ideologie uns lehre, daß Palästina nicht die Lösung für den einzelne n Juden sei, sondern daß das Land zu einem Ercz Israel zu entwickeln sei. l,