Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1935)
- Date
- 1935-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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JBDISCHE RUNDSCHAU Ton jüdischer Kunst NR. 1, 1. JANUAR 1935 Antike jüdische Lampen Aber auch der jüdischen sonst begegnet uns Diaspora, so auf der Leuchter auf Zypern (Abb. Ephesus, Syrien, Malta, Sizilien und Lampen 5), in Rom. Die Abb. 2 die Die letzte« Jahre haben unsere Kenntnisse über die Entwicklung der jüdischen Kunst in nach biblischer Zeit außerordentlich bereichert. Wahrend früher eine mehr oder minder stpke Lücke zwischen der Kunstentwicklung etwa zur Zeit des zweiten Tempels und der mittelaltcrlichjüdischen Kunst klaffte, hsben neben Funden in Katakomben zahlreiche neuentdeckte Synagogenruinen aus spätrömisch - byzantinischer Zeit (3. bis 6. "Jahrhundert) gezeigt, dai! die mittelalterliche jüdische Kunst, ganz besonders was die verwandten Motive anbelangt, durchaus auf der antiken beruht. Es hat sich gezeigt, dal) sowohl in Palästina wie in der Diaspora nicht nur die antike Tradition aufrechterhalten wurde, sondern daß die byzantinische Epoche geradezu eine besonders reiche Periode jüdischen künstlerischen Schaffens darstellte. An einem bisher völlig vernachlässigten Gebiet, den jüdischen Lampen, wollen wir im fügenden zeigen, mit welcher Liebe jüdische Künstler versucht haben, die ihrem Volk heiligsten Symbole künstlerisch darzustellen. Lampen wurden in dei Antike nicht nur zur B e - leuchtung von Privathäusern, sondern auch als Opf ergab en für Tempel und als Grabbeigaben verwandt. Alle diese Verwendung.sarten finden wir im antiken Judentum wieder. Dic_ prophetischen Worte: „Mit Lichtern verherrlicht den Herrn" wurden auf die an Festtagen" zahlreich angezündeten Lampen gedeutet. Oellarnpen als Weihegeschenke für Synagogen werden in unserem antiken Schrifttum ausdrücklieh bezeugt (Bar b'Arakh; 6 b). Andererseits enthalte« sowohl die palästinensischen Gräber wie auch die'-römischen Katakomben fast immer Lampen als Grabbeigaben. Während in ältester Zeit die Lampen einfach aus offenen Schalen bestanden, in das Oel gegossen und in eine eingekniffene Stelle der Docht gelegt wurde, sind die Lampen der späten Zeit geschlossen und haben lediglich zwei Löcher, von denen das eine zum Einfüllen des Oels und das andere für den Docht diente. Die Tonh in p e n, von denen wir im folgenden sprechen, weisen sämtlich — neben anderen jüdischen Symbolen — das wesentliche Charakteristikum des antiken Judentums, den sie henarmigen Leuchter, auf. Daet ausdrücklich bemerkt, daß es auch andere jüdische Lampen gibt. Der siebenarmige ' ii. ii er brannte nicht nur im Tempel, sondern, wie uns die eutV.-.fn- -'- r Syuagogenmosaiken lehauch zu Seiten des Thoraschreines in der Synagoge heute das Kreuz das Symbol des Christentums ist, so war in antiker Zeit die Meuorah das wichtigste Symbol des Judentums. Wir finden sie schon auf Münzen des letzten Makkabaerkonigs Antigonos Mattatas, auf dem zu Ehren des Rom errichteten Triumphbogen, auf Goldgläsern, ülasmcdailluns, Sarkophagen usw. Eine große Anzahl jüdischer Lampen wurde in A 1 e x a n d r i e n gefunden (Abb. 1); hier ist der Leuchter von den Symbolen des Laubhüttenfestes, l "lab und Ethrog, begleitet. Die Leuchterarme und der Schaft sind in Strichzeichnung gegeben. Die Flammen steigen direkt, ohne daß aufgesetzte Lampen erkennbar wären, aus den Leuehterarmeu hervor. Unzweifelhaft im Anklang an diese Darstellung wurde eine Lampe gefertigt, die in Palästina gefunden wurde (Caesarea) und sie. im jüdischen Museum in Berlin befindet. In primitiverer Ausführung begegnet uns der Leuchter auf einem besonders bei Karthago #|f||fundeneii Laimpentypus .sich dieser Typus über die' ganze Diaspora, in Alexandrien gefundene Lampe weist auf Abb 3 ren, Wie Titus m Synagogenruinen, der Rückseite sogar dasselbe Töpferzeichen auf wie die karthagische Lampe. Aber auch in Rom wurde dieser Typus aufgefunden, und was noch interessanter ist, sogar bei Ausschachtungsarbeiten in der Nähe dir alten Judengasse in Trier! Wir wissen ja, daß es zum mindesten schon im vierten Jahrhundert Juden in Deutschland gab. In Palästina selbst erscheinen neben dem Leuchter der S c h o f a r und Lampen bilden geradezu ein Leitmotiv der jüdischen Diaspora, und die eingehende Behandlung dieses Gebietes wurde sicherlich viele neue Ergebnisse zeitigen. A. Reifenberg, Universität Jerusalem, Palästinensische Fresken aus Abrahams Zeit Von Dr. die kulturelle Ernst Ci Bedeutung i h n - W i e n e r Abb. 3 ein bisher noch nicht einwandfrei gedeuteter Gegenstand, der u.E. ein Räuchergefäß darstellt (Abb. 3 und 4). Dieses Gefäß befindet sich besonders häufig auch auf anderen palästinensischen Monumenten (Synagogenmosaiken, Kapitellen von Synagogen usw.). Auf dem einen hier abgebildeten Leuchter erkennt man deutlich die aufgesetzten Lampen, die durch Kugeln wiedergegeben sind. Da die kulturelle Bedeutung einer Statte nicht von ihrer Große abhängt, ist es nicht selten, daß kleinere und anfänglich wenig beachtete Untersuchungen wichtige Funde ergeben. Das ist der lall bei den Grabungen in Teil ei tat Chassul im Jordantale, die vom päpstlichen biblischen Institut vorgenommen werden und über die ein Kurzer Bericht vwm Jesuitenpater Alexis M a I I o n vorliegt. Gegenstand der Grabungen ist eine Stadtruine von rechteckigem Grundriß, 90: 15 m groß. Sie stammt aus einer Zeit, in der die Stadtekultur Palästinas erst im Wirde» war. Der Ort wurde zwischen 2<X)0 und l'XK) v. Chr. durch Brand, also bei einer Eroberung', zerstört und ist später nie wieder besiedelt worden. Es ist wichtig, dai! das genau das Zeitalter Abrahams ist. Die Ausgrabung und die Gewinnung eines klaren Bildes von der alten Erscheinung der Statte war unverhältnismäßig schwierig. Es lagen ucr Schichten übereinander, jede höhere eine Neubesiedlung der alten Ruinciistatte. Die oberste lag unter einer nur ungefähr einen halben Meter dicken Staubschicht, ganz, nahe der Erdoberflache. Sie war also wenig geschlitzt und sehr zerstört. Trotzdem gelang es, die Straßenznge und die an ihnen gelegenen Mauser festzustellen, wenn auch nieist nur der untere Teil der Mauern erhalten war. Sic waren im wesentlichen schon zweiteilig urd bestanden aus einem größeren gemeinsamen Raum und einem kleinen SCHLOSS- RUINEN IN PALÄSTI NA Links: Text und Zeichnungen von Otto Geismar Schlosses ouf dem Ruinen des Berg Zion Unten: Ruinen des Herodesschlosses in Caesarea Die Ueberreste des Königschlosses in Jerusalem liegen südlich vom Tempel, direkt unterhalb der Aksa-Moschee. Sie nehmen einen großen Raum ein, sind mit Geröll übersät und von Feigenkakteen überwuchert. Von d irt aus abwärts zieht sich der Platz, auf dem die Davidstadt stand. Der König Merodes hat dieses Schloß nicht mehr bewohnt, sondern sich westlich davon, jenseits des Tyropueon-Tales, ein sehr prunkvolles Schloß, oberhalb der Oberen Stadt, errichtet und dieses durch zwei Brücken mit dem Tcmpelberg verbunden. Wahrend von den Brucken nur noch eine kleine Ecke sichtbar ist, ist vom Schloß überhaupt nichts melir varllanden. Von dein amliren Schloß des Her nies, in C. a s a rea, das direkt am Mittelländischen Meer lag, sind noch bedeutende Ueberreste zu sehen. In einem Zimmer ist ein Museum untergebracht, wo eine kleine Sammlung von alten Funden untergebracht ist, doch sind uberall in den Ruinen der Stadt noch Sauleuschäfte, Kapitale, Büsten, Mosaikfußböden zahlreich vorhanden. Abb. 4 verbreitete I» eine Otto Geismar* \