Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- 40 (1935)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1935)
- Date
- 1935-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 JODISCHE RUNDSCHAU Nr.l, 1.1.1935 die Uebemahme neuer finanzieller Lasten bestanden Bedenken bei den jüdischen Gemeinden. Die althergebrachte Lehrweise beherrschte das Feld. 10 „"Winkeüehrer" bemühten lieh in Privafsehulen (Chedarim) um <iie jüdische Jugend. Einige aufklärungsdurstige Familien schickten ihre Kinder in die Stadtschule. Eine gar nicht unbeträchtliche Anzahl jüdischer Kinder besuchte sogar die sogenannte Freischule für Kinder jüdischer Eltern beim Lehrer Augustin, hinter der sich, ähnlich wie in anderen Städten der Provinz., eine evangelische Missionsschule verbarg. Zu Anfang des Jahres l?i5 wies der Mapristrat, wahrscheinlich im Verfolg von Reibereien über die Beitragsleistung zur Schule, die jüdischen Kinder von der Stadtschule. Jetzt drängte der Oemeimlevorstaml, -selbst gedrängt von der Regierung, auf Gründung einer jüdischen Elementarschule. 18)8 konnte die jüdische Elementarschule mit rund 200 Schülern, 2 1 ehrern und einer Handarbeitslehrerin ins Leben treten. Naturalisierte and Geduldete I>ie Schulpolitik war Angelpunkt des posenschen J u d e n g e s e t z e s vom 1. Juni lSSJ. Das Ziel dieses Gesetzes war die Schaffung einer gesunden Hcrufsschicht u n g, die Einfügung in den deutschen Kulturkreis und die Durchdringung mit staatsbürgerlicher Gesinnung. Der Erreichung dieses Zieles diente die Zweiteilung der jüdischen Massen in die staatsbürgerlich und privatrechtlich bevorzugte Oberschicht der t e n" und in die den Aufstieg von füliung gewisser Setzungen abhängig Kräfte aus den p>' von I i :M Hilgen si Pro\inz Po.sen auf zuwehen hatten Naturalisieri e duldet e n". Indem die Gesetzgebung der einen in die andere Klasse von der Erkultureller und wirtschaftlicher Vorausmachte, lockte sie letzten Endes all die ensehen Juden hervor, die zu jener Fülle h verdichleten, -die die Juden aus der ten menschlichen Wirkens auf- I I len tu U \ m s i i\ ' «i. i du ii i n au:;r nur P h ii nz \ i a Ii i pi i «i ' V t nur h I r ' d V n 1 r um t Pom n Uli Üi ' ichen n i r l'i h n, die in der Zeit 'i* f dl der N a t u r a I i - I '» l d n Gemeindeakten. ■ I l.i 'c jen die Namen i ib i | ihren IS'il und le* ms ut sind die bei- •i d , neben den als Kauf- I im 1 Meuten, rieben Vize- . Ii scb en Arzt, den Chirur- 'i *tr i ib ndt, aus der Fülle 'i übend n gar nur 2. i il I iu dir Posen ohne H Pm"M ' Staatsbürgerin M im Erst Pfl IC f ir 1S15 wurde iehtung und Judengesetz die Provinz ■ >n u Je 'tu n d > 1; IU dl I 1 > •, n i ii! fri'un" i •i 11 ti i 1 \ m nun an ging di- K ihls tt'iung der posenilm ' -ii Ju 1 'ii Preußens. Das Absinken der Kurve n Rogasetis im wirtschaftlichen, .bcn ihrer Stadt in der Epoche i <>! n i-dien Aufstiegs bedeuteten, Als 1Ä>(> die Synagoge renoseiti charakteristisches Schnitz- Für das, was die Judi geistigen und politischen k staatsbürgerlichen und oko soll ein einziges Zitat spreche! viert wurde und der Almemor werk erhielt, schrieb ein Ungenannter unter geschichtlichen Notizen für die Nachwelt auch dies auf: „daß die heutigen Juden in Rogasen in pekuniärer Hinsicht den ersten Ring 'einnehmen und den gewöhnlichen Biirgerstand an Bildung überragen. Unter den 12 Stadtverordneten befinden sich 7 Juden, und im Magistrats-Kollegium sitzt 1 jüdischer Stadt- Rath". d. ihn >gas Und doch hatte damals rück! ä u f i g e 13 e w e g u n f hatte schon beginnen Macheu klar: ISO waren noch 1 SOS der Bevolkei tmg, sied'ungskoinnüs-. begann, waren i Juden, pH)") nur nrculii-chcn Voll Rogasen unter ' nicht viel mehr als ') geworden war. zahlte t Jahre, als ich auf . in ma'ige Posen im I YX'cs fuhr ich, daß d' a t n ti r lioren zur Kieissviingr: zur Hälfte aus Resten zur andt ren Mette aus auch bereits in Rogasen die eingesetzt. Die Abwanderung wir sie uns an ein paar Zahlen uilen in Rogasen, d. h. 36% i. in dein Jahre, in dem die An- 'lätigkeit in der Provinz Posen nur tun-h 22 der Bevölkerung lt 12 I'JIJ, also nach der letzten ung innerhalb der Provinz, lebten in Einwohnern nur mir 51b Juden, d. h. '/"<•. l'i'JO, als Posen wieder polnisch man noch 173 Juden, und vor einem tm r I ii h >nn;il ion^reise durch das ehcestpreul'.en auch Rogasen besuchte, ern o c h 40 J u d e n lebten. Sie gege in Olwnik und bestehen etwa früher nnsässiger Bevölkerung und Zivi ''erti ais Koncrefipoli n. Die Lage der Juden in Jugoslawien!ir fi Zahl der ■n in |n; gesucht" I )ie itl : i'spr füllt n f : : c n. mir ausg Ii t e d e ii OSalW!l halien, is 's ist dar. s f>Iclien hiach werde r A k Belg c h Ai in T I» c Ii e N i e d e r n kau :t d e in a > s ii tax!, Ende Dezember 1031. ■ n J u il e ii. die seit rund Ixitsühigtiiiikcit oder Unter- ,'t/tcr Z-it ständig zurückrufk/nffilireii, dal! die Arbeitserteil» zu werden pflegt, in cn i i ht von cinheimischen i, Viilvi die geringsten i k c r be, teilen. Eine kaufi c ist eb uifalls an eine Pro- I >i 1< > g e g ■ erlaubt! den n Kraft eil A n s s i c ni ä n ii i tokollieruiig der Firma gebunden, der an sich keine gesetzlichen Hiiiilerungsgmmle entgegenstehen; hier hat jedoch die dilatorische Behandhing der Prot'ikollimmgsgcstichc durch die zuständigen Behörden viel da/u beigetragen, existenzsuchende Kaufleute entweder ihre Pläne vollständig au'geb n zu lassen oder sie auf den Weg der Assoriimmg mit Einheimischen zu verweisen, die bei ungenügender Kenntnis drr Landessprache und der hiesigen Verhältnisse nicht ungefährlich ist. Im Laufe von Ps Jahren dürften in der Hauptstadt Belgrad selbst kaum mehr als 30 Personen auf diese Weise eine Arbeitsmöglichkeit gefunden haben; die Zahl der an arbeitsuchende Angestellte erteilten Genehmigungen durfte 10 nicht überin der zweitgrößten Sladt, Zagreb, liegen die ähnlich. Die Kleinstädte sowie der ganze Süden des Landes (Sarajevo, Niscli usw.) beherbergen zurzeit kaum Juden aus Deutschland. Wenn man von diesen erheblichen Schwierigkeiten absieht, die eine große Anzahl deutscher Juden entweder zur Wciterwnndcrung oder zur Rückwanderung veranlaßt haben, bietet Jugoslawien unverkennbare ideelle und materielle Vorteile für Auswanderer. Die materiellen liegen darin, daß der L e b e n s h a 11 u n g s i n d e x des Land« sehr niedrig ist, namentlich auf d.em Lande; mir die Wohn- und Kleidungskosten in den Großstädten reiclten an deutsche heran. In ideeller Beziehung ist eine aulfall ende Toleranz zu verzeichnen, besonders in Altscrhien, dem der Antisemitismus grundsätzlich fremd ist; allerdings sind in den früheren habsburgischen Gebieten, als deren Hauptstadt Zagreb anzusehen ist, antisemitische Strömungen und selbst Aeulknmgen tun erkennbar. Hier trägt aber das Ansehen, das die jugoslawischen Juden bei ihren Mitbürgern genießen, viel " E. B. schreiten; Verhältnisse durchaus dazu bei, die Gegensätze abzuschwächen. Kleine Kuriosa Professor und Student d. h. Berlin Ein Philosophieprofessor an einer großen Universität im Osten Deutschlands kam in seinen Seminarübungen auf die mittelalterlichen ß. .reise für das Dasein Gottes zu sprechen, die bekanntlich eine ebenso große logische wie theologische Rcdeutung haben. Ein temperamentvoller jüdischer Hörer meldete sich zum Wort und forderte, daß über diese besonders wichtigen Fragen viel gründlicher geredet werden müßte. Sehr gern erfülle ich Ihren Wunsch, antwortete der Professor. Ich bin sogar bereit, die Dinge ganz ausführlich durch Referat und Gegenreferat mit anschließender Diskussion behandeln zu lassen. Und übernehmen Sie bitte eines der Referate! Wofür würden Sie sich dann entscheiden, für oder gegen die Schlüssigkeit der Gottesbeweise? Ja, antwortete der plötzlich nachdenklich gewordene Student, das muß ich mir doch noch länger überlegen. Die Großmutter b. Haifa Vater, Mutter, Großmutler und Kind sind nach Erez Israel ausgewandert. Der sechsjährige Junge geht vom ersten Tage an in den Gan — und spricht nach einem halben Jahre so stolz und fließend Iwrith wie alle andern Kinder um ihn herum. Da verreisen die Ellern für ein paar Tage- Sie lassen das Kind unter der Obhut der Großmutter und ermahnen es noch einmal vor der Abreise: „Sei auch recht freundlich ztir Oma, tobe nicht nur mit den Kindern herum, sondern setz dich auch mal zu ihr und unterhalte dich mit ihr.'" — Der Junge wirft den Kopf zurück: „Wie soll ich denn das machen?! Ich kann doch nicht den ganzen Tag nur .Schalom!' sagen — und die Sabla kann nichts andres sprechen!" Der Arzt a. s. Tel-Awiw Ort der Handlung: Autobus auf der Strecke Tel-Awiw— Jerusalem. Ein Fahrgast, der wahrscheinlich die Strapazen der Seereise noch nicht ganz überwunden hat, lehnt sich blaß zurück. Schließlich wird er ohnmächtig. — Gleich springt hilfreich der Nachbar auf, bemüht sich um ihn und wehrt die herzudrängenden Teilnehmenden ab: „Lassen Sic nur, meine Herrschaften; ich bin Arzt — das werden wir gleich haben!" — Da hält der Autobus mit einem Ruck und der Chauffeur tritt zu dem Kranken: „Gestatten Sie, mein Herr: der Mann ist in meinem Autobus krank geworden — der ist mein Patient! Ich bin nämlich auch Arzt, müssen Sie wissen." Erschrocken weicht der hilfreiche Nachbar zurück. Da schlägt der Ohnmächtige die Augen wieder auf und flüstert mit schwacher Stimme: „Bemühen Sie sich nicht, meine Herrschaften: ich bin nämlich selber Arzt!" Protektion für Alijah h. I. Prag Wie kommt man zu einem Palästina-Zertifikat? Wir geschulten Zionislen wissen es natürlich, auf dem Wege übir die Chaluzvcrbände oder durch direktes Ansuchen bei den den Palästina-Aemtern angegliederten, aus Vertretern aller zionistischen Parteien zusammengesetzten Palästina-Koni' missionen. Die, Zahl der Interessenten reicht heute jedoch allerorts weit über den Kreis der '/.ionisten hinaus und viele wenden sich aus Unkenntnis an alle möglichen Institutionen und Behörden, ehe ihr Gesuch schließlich bei der Palästina- Kommission landet. Ist man aber so weit, so wartet man dann meist nicht erst auf die normale Erledigung, sondern begibt sich auf die Suche nach einem Protektor unter den Mitgliedern der Palästina-Kommission, und versucht alle möglichen und unmöglichen Mittel der Beeinflussung. Ein Jude aus T. in Karpalho-Rußland ging da mit besonderer Bedachtsamkeil ans Werk. Er schrieb an den Präsidenten der Tschechoslowakei, Prof. M a s a r }> k, einen Brief, in dem er ihn bat, für ihn bei der Palästina-Kommission cinzutret e n. Ein anderer, der den gleichen Weg beschritten hatte, wollte, um ganz sicher zu gehen, noch den Ehrgeiz Masaryks reizen und fügte hinzu, „daß kürzlich auch Pilsudskt) einem Juden ein Zertifikat verschafft habe." Masarpk solle also nicht zurückstehen... Die Kanzlei des Präsidenten, die täglich hunderte Schreiben mit Bitten aller Art erhält, leitete die beiden Briefe an das Ministerium für soziale Fürsorge weiter und dieses — an das Prager Palästina-Amt. Nun liegen diese Gesuche bei den anderen, die auf direktem Wege schneller einlangten. Aus heiteren Palästina-Briefen Wir erhielten eine Reihe von Briefen eines Berliner Abiturienten, der sofort nach seinem Abitur als Chaluz nach Palästina gegangen ist. Wir nehmen an, daß die Briefe wegen ihres heiteren und witzigen Tones auch für unsere Leser von Interesse sind und geben einige Stellen nachstehend wieder. Red. Misra (Emek Jesreei). Wißt Ihr überhaupt, was Palästina ist? Was denkt Ihr, was ich brauche? Habt Ihr ernsthaft geglaubt, daß es in meinem Leben, das vor aller Augen liegt, noch Dinge gibt, die einer eichenen Truhe bedürfen, als sicherem Gewahrsam? Habt Ihr geglaubt, in diesem Möbelstück, dem Wandschrank, werde ich die undiskontierten Wechsel aufbewahren? Wozu brauche ich 3 (drei) Kopfkissen? Wozu zwei Bettvorleger? Ihr meint, wenn ich mit dem linken Fuf! zuerst, dann... Wißt Ihr denn nicht, daß ich im Kibbuz kein Geld, sondern mein Leben verdiene? Jetzt das Prinzipielle: Man fängt das Leben in Palästina nicht damit an, daß man den ganzen Wust von Mittelstands- Hürgerlichkcit aus Europa einschleppt. Der hat hübsch dazubleiben. Perser Teppiche und Bicdermeiermöbel machen den Mitbürger zum Lächerling. Wer hier richtig leben will, bringt sich das nackte Leben mit. Das l eben in Palästina spielt sich nicht in der (Drehesterlöge, sondern im dritten Rang des Weltthcaters ab ... Jetzt hin ich einer von 15 Deutschen. Es gibt darunter sehr feine Menschen. Einer z.B., 1031 Abitur, Schießbuden- Schlepper, schokoladenüberzogener Bananenverkäufer, Hachscharah. Er ist einer der intelligentesten hier ... * Ich wohne in einem Hühnerstall, der entweder einer war, oder einer werden will. Er ist durch eine Drahtwand unterteilt, links: fünf Leutchen, frisch aus Gaüzien importiert, rechts fünf ,,Jäckes" (Juden aus Deutschland), darunter ich. Es stehen nur Betten drin, wir werden nämlich, wenn die Regenzeit kommt, ausgebootet. So sagt man. Man wird sehen. Die Arbeit: Jetzt haben wir zwei bis drei Wochen Maisernte, die heuer sehr gut ist, so gut, daß das f rntecinbringen den Kibbuz. zu einer neuen Einbringungsorganisation gebracht hat. Es sind davon 35 Mann tagtäglich auf dem Felde. Und neulich, unser kleines Lastauto ist vollbepackt mit Säcken, 12 Mann oben drauf, ich auch, fährt es in den Chausseegraben und fällt um. Fein, was? Ist nichts passiert, weil ich dabei war. Abends desselben Tages haben wir noch hei der Bahn gearbeitet, Stroh nach Daganiah verladen. Fabelhaft: Eisenbahn, Scheinwerfer, Dunkelheit, russischer Film. Und nachts, zum erstenmal das neue Radio. Und jetzt will ich wieder hören .. . Hier ist es ganz unerhört schön, ungelogen. Die entzückendsten Kinderchen, die ich überhaupt jemals auch nur entfernt gesehen habe, bestimmt! Jüdische Jugend, die im eigenen Lande aufwächst, die nur das Allcrallerbeste vom ganzen Land bekommt. Wenn Du das alles sehen wirst, I>u wirst von all dem Ucberglücklichcn und dem Ueberfrohen und dem Uebervollen nie mehr lassen können. Stell Dir vor, Sonne und Mond haben sich verschworen, immer hinter dem Berge Tabor aufzugehen. Das macht dann entweder den Eindruck einer schlechten Lichtreklame, oder einer Trickaufnahme, oder einer verkitschten Angelegenheit. Das letztere am häufigsten. Und das liegt an den Wolken, die sich gar nicht genieren, wirklich ganz, kitschige — mitunter natürlich — Formen und Gestalten, Farben und Gebärden anzunehmen. Lyriker würden sagen: Zum Hinschmelzen .... * ... Das Leben im Kibbuz ist sehr interessant. Wir haben 1 Pferde, 80 Kühe, 2010 Hühner. Du siehst, eine mehr als geometrische Progression. Ebenso die Schlafstatten. Drei Zelte oder vier, wo je zwei Leute hausen, sogenannte Rundzelte. Fünf bis sechs größere Baracken und einige kleinere, ein zweistöckiges Wohnhaus, zum Teil im Bau. Und das Wichtigste ist das Kinderhaus mit dreißig kleinen Kindern; es ist das Gebäude, an dem man schon von weitem erkennt, ob die Siedlung ein Dorf oder ein Kibbuz ist. Ein Dorf hat nämlich keins. Die Kinder können sich ungehindert ausleben. Jeder kleinsten Regung können sie nachgehen. Sollte etwas zu erziehen sein, so findet sich bestimmt irgend jemand, der sich für befähigt hält, in diesem Falle einzugreifen... Jeden Abend wird uns ein Siddur Awodah (ArbeitseiBkihing) unterbreitet. Ungefähr in der Mitte geht ein Strich von links nach rechts durch. Ueber dem Strich die produlw tiven Arbeiten (I I Mann zirka), unter dem Strich (50 Mann zirka) die unproduktiven. Ich bin immer oben, wo es gibt: Kuhstall, Hühnerstall, Säcke holen, bringen, Neubauten, Stroh usw. ... Ich bin jetzt in der Arbeit mächtig herumgekommen. Säcke schleppen, Mörtel, Kalkwasser bereiten und als besondere Attraktion Stroh, das in 3:i-kg-Bündcl gepreßt ist, fahren. Sehr schwere Arbeit. Trotzdem, die^ Landwirtschaft macht Spaß. Darin natürlich ein Lastauto. Ein Traktor, der gleichzeitig mäht und drischt. Vor unserem Meschek, d.h. Wirtschaftshof, geht die Irak Ilaifa Pipe-Line vorbei, an deren Seite die Telephondrnhte bis Bagdad gehen. In unserer Nähe stehen die riesigen Rutenberg-Maste, die Elektrizität bis Haifa leiten. Das Essen ist fabelhaft gut. Bei jeder Mahlzeit wäscht man seine Hände in Muskatrauben. Wir haben Riesenweinbeetc und versenden täglich 50 Kisten Wein nach Tel-Awiw. Wir haben mindestens 2000 Hühner. Am ersten Tage mußte ich 700 gegen Pocken impfen helfen. Immer 4, 5, 6 Hühnerbeine packen. Am zweiten Tag Chausseearbeit. Am dritten Tag Säcke. Die Arbeit ist sehr schwer. Die Hitze wird mit viel Wasser, halbwarm, gedämmt... Raffael Roschanski. ZUM AUSSCHNEIDEN! Jüdische Feiertage im Jahre 1935 5. Januar I.Tag Rosch Chodeseh Schwat (I.Sdiwat) 19. Januar Chamischa Assar-b'Schwat 3. Februar l.Tag Rosch Chodeseh Adarl (30.Schwat) 5. März l.Tag Rosch Chodeseh Adarll (30.Adarl) 18. März Taanit Esther 19. März Purim 4, April l.Tag Rosch Chodeseh Nissan (1. Nissan) 18.-25.April Pottach 3. Mai l.Tag Rosch Chodeseh Ijjar (30. Nissan) 21. Mai Lag Baomer 2. Juni l.Tag Rosch Chodeseh Ssiwan (I.Ssiwan) 7. - 8. Juni Sthowuoth 1. Juli 1 .Tag Rosch Chodeseh Tammus (30.Ssiwan) 18. Juli 17. Tammus (Fasttag) 31. Juli l.Tag Rosch Chodeseh Ab (1. Ab) 8. August 9. Ab 29. August l.Tag Rosch Chodeseh EIul (30. Ab) \ 28.-29.Sept. Rosch-Haschanah 30. Septemb. Fasten Gedalja 6. Oktober Erew Jörn Kipp 7. Oktober Jom Kippur 12. - 18. Okt. Sukkoth 19. Oktober Schemini Azereth 20. Oktober Simchat Thora 27. Oktober l.Tag Rosch Chodeseh Marcheschw.(30.Tl$ehrl) 26. November 1.TagRoschChodeschKislew(29.Marche$chw.) 21.- 29. Dez. Chanukkah 26. Dezember l.Tag Rosch Chodeseh Tebet (29. Kislew) \