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Jüdische Rundschau · 1935-01-01 · Heft 1 (1.1.1935) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
40 (1935)
Issue
Heft 1 (1.1.1935)
Date
1935-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 7 JODISCHE R NDSCHAU Nr. 1, J. 1.1935 üe unter anderen Bedingungen anderwärts von einzelnen isolierten Juden vollbracht wird. * Die deutschen Juden waren jahrelang ohne Kontakt mit dem jüdischen Leben. Auch jetzt noch gibt es mehr als man meint, die glauben, sich isolieren zu können. So mancher von uns ist erstaunt, wenn er mit Juden zusammenkommt, die nicht einmal die wichtigsten, auf Juden bezüglichen Tagesereignisse kennen. So z. B. berichtet uns ein Leser von der Begegnung mit einem angesehenen Berliner jüdischen Geschäftsmann, der nicht wußte, daß es in Bern einen Prozeß wegen der sogenannten Weisen von Zioii" gegeben hat, geschweige denn, daß dieses Ereignis auch in der deutschen Presse Nachwirkungen gehabt hat. Die deutschen Juden leben auch heute in keiner geschlossenen Gemeinschaft, und so mancher .ärgert sich vielleicht über den Antisemitismus, schimpft oder überhebt sich, bleibt aber in jüdischen Dingen ahnungslos, bis das jüdische Schicksal in dieser oder jener Form in sein Privatleben eingedrungen ist; dann ist er verwundert und beleidigt. Solche Teilnahmslosigkeit ist kein wünschenswerter Zustand und wird auch dem Betroffenen nur Schwierigkeiten bringen; ganz, abgesehen davon, daß Ignoranz in jüdischen Dingen heute kein Ruhm ist. Die ein/ige Möglichkeit, das zu ändern, bietet die Tätigkeit der jüdischen l';c e, die stitu'ig über alle Vorkommnisse des jüdischen Ubeus miterrichtet. l\> wurde schon die Beobachtung gemacht, da 15 es zwei Kategorien von Juden gibt, die in jüdischen Dingen kaum mehr eine gemein- Deutsch-jüdisches Konkordat? H. F« Blunck über die Judenfrage Im Dezembcrheft 1031 der Zeitschrift ,,E u r o p ä i s c h e Revue" veröffentlicht Maus Friedrich Blunck eine „Rede an die Jugend der Westländer". Darin werden bei der Erörterung verschiedener ausländischer Einwendungen gegen das neue Deutschland zur Judenfrage folgende Ausführungen gemacht: ,.M.ui hat uns die Beschränkung unserer jüdischen Mitbürger auf bestimmte Berate verübelt. Wer die letzten 15 Jahre in Deutschland erlebt hat, kann die Volksbewegung verstehen, die will, daß in Dcuischland alle Srhi'-h'cn, die die geistige Einstellung eines Volkes bestimmen, ohne jiidi-clien Kinfluß wirken. Wir sind auch entgegen der Mieinig des Au'arides sic;„-r, d;iß unsere junge deuKihc Literatur — um die Sie vi« I» noch niem ils <?i ü-t!ia11 bekümmert haben, meine verehrten Ih'uer — mitten in einer reiehen und fnicht baten Zeit stellt und du Ii unsere The.eer besser spielen als früher. Wenn man darüber hinaus die Bete!'ig'ing unserer jüdischen Mitbürger an Korrupte 'iisf.illen und unenreu'i iicn Krscheinungen des Kapitalismus untersucht, wenn man sich der furrhtbaren Worte des Hochmuts der früheren jüdischen Herrensehieht erinnert über den Borlic als hirnlosen Untenan, über den Deutschen, der nur unter jiidi'eher Führung zu zähmen sei. so wiel man sich über die Zucht, eines Volkes wundern, das sieh mitten in einer antikagitali-tischen Revo- Uuiou beiindet. Nichts sag,.- ich damit zur Verteidigung bestimmter Ccieil!-atiikeiten. Ich darf al>cr darauf hinweisen, daß in dem fr.in- /ggsch veiu ahtgen * 'an-t are ine an einem ein/igen Tage mehr Jaden umkamen, als ih r (ie>amtved-nt unserer judis; la u Mithüiger in Deutschland betragen düritc. Ich möchte auch nicht verh hlen, daß der Antisemitismus in Deutschland b breiten Schichten erst Geltung, gewann durch den Boykott des Auslandes und durch die unerhörten und ungerechten Darstellungen deut-cher V.rhidmi.ssc in der jüdisch Rrlcilclcn l'ressc des Aud.indes. Uicere Emigranten, die noch vor Jahresfrist Krieg gegen Deutschland oder zumindest unsere Entwaffnung verlangten, die mit ihren Zeitungen die Parlamente unser«» Nachbarländer überschwemmten, die das junge Deutschland öberhaupt nur von draußen sahen und deshalb an ihm »orüber leben — genau wie die Emigranten der französischen Revolution —, sollten endlüh Rücksicht nehmen auf d e I.sge jener vier Fünftel der jüdischen Bevölkerung, die hier in Beutsehl nid verblieb. Die Bestrebungen gelade des deutschen Schrifttums, zwischen der im Reich verbliebenen jüdischen Bevölkerung und der Regierung ein Konkordat?u erzielen, werden immer wieder im entscheidenden Augenblick durch Kiegiiife au; dem Auslände verhindert." Diese Ausführungen des; Präsidenten der Rcichsschrifttutnskammer sind besonders in ihrem letzten Teile für uns interessant, da sie eine Mitteilung enthalten, über die die deutschen Juden bisher noch nicht unterrichtet waren. In der Tat dürfte es eine wichtige Aufgabe der Kreise, sein, die das geistige Deutschland repräsentieren, zur Judenfrage in einem positiven Sinne Stellung /u nehmen, da auf die Dauer eine Losung dieses Problems nicht nur für uns Juden, sondern auch im Interesse der inneren Entwicklung der deutschen Gesamtheit erforderlich ist. Daß es dabei gilt, eine Fülle von Mifiverständnisseii und irrigen Vorstellungen über Juden und Judentum /u beseitigen, geht auch aus den hier angeführten Worten Bhtucks hervor, dessen Meinung über die Roile der deutschen Juden im deutschen Ocistcs- und Wirtschaftsleben allerdings einseitig, orientiert erscheint. sa nie Sprue! di Zeitungen, die arderen nicht. I);c „Jüdische Rundschau", als (in/ige zweimal wöchentlich erscheinende Zeitung in Deutschland, ist sich ihrer Aufgabe bewußt, die deutscht« Juden über alles jüdische <K-chcben und Erleiden und über di'' jüdischen Entwicklungen in der Welt auf dem liuicngiii /u haltet. Mit der heutigen Nummer tritt die ,.Jüdische Rundschau" in ihren -SO. Jahrgang. Sie hnt in der Vergangenheit verschiedene Purinen gehabt [],,,! je nach der Sbuatcai verschiedene Aufgaben erfüllt, sich aber stets als Irene Hüterin der jüdischen Idc bc tun! I >ieneriii der itidi-t hen < iemrinschaft zu er« "sen bemüht. Im ScbicksuUiahr l'tj'i M ihr die besondere 'Je zugefallen, in einer fast ausweglos seheinenden Sechen Verwirrung tiein dcut-clien Judentum Halt und tze /u sein. Die „Jüdi-ehe k'tnuKchau" wird auch im nnenden Jahr wie bisher unter Voran-dellung des geitjtidisi'hen (ies,icht>pimktes für die Stärkung und isolidierung der Judenheit und des Judentums ein- .•n. Wir betrachten es als unser Amt, nicht nur die ressen des deutschen Judentums nach außen und n zu vertreten, sondern die Verbindung der deutschen ■n mit der jüdischen Welt und den geistigen Entwickln im Judentum herzustellen. Das Verbindende, das teinsaine zu pflegen „im Interesse einer großen Sache", ist unser Ziel. Wir gedenken dankbar aller Mitarbeiter dieser vierzig Jahre, all unserer Vorgänger im Amt und derer, die uns unterstützt und ermuntert haben; und wir danken unseren Lesern und Freunden, die uns ihr Vertrauen geschenkt und bewahrt haben. Wir wollen uns dieses Ven.auciis auch weiter würdig erweisen; denn wir wissut, da 15 nur im engsten Kontakt mit dem wirklichen Leben dir Jutienschaft und in ständiger Zusammenarbeit mit ihr unsere Autgaben erfüllt werden können. 1 1 1 -escr jüdischer Paul Reynand über den Zionismus Eröffnung der Irak-Erdölleitung: Jüdische Krankenhaus-Aerzte in Wien ' , V* > i ' /' h m , c n < in d r 1t t/ti n V I i ' i " i t 4 ' I <,■;■• k .i n d i g- ' 1 i - i , \ > tu Ii •] K ' ,t a - t 11 t e n f j e b i K ■ .! n > - i 'i' i i * I 1 rite ii N'neh- 11 * ' i. i I 1 a \i i '-e (h-r < i 1 \t , -i t Iii, < i i um \V n-.lcr- ■' ' ' "1 . " 1 tu i! ' [1 S, ilbl-M-l 1 i 't, : , I -i N i i 1 i r ati'1! rui i g t i ' 1 . >><•,' s , ' i| ,'iu-urs i * ■> -s < i * \ t t ' i" a 'i u dt r! t > i, n u >'i g i! g u Kuni" i i ' i t, d e <! r Ri i Iis- . ' ' \ o ' , i , n < in t l h ht i pmtiing di ' l i - i",;ti 'nu'U' i. w i rde. i * .: ' n F c i I u n r i o h - 1i f, 1 i •>• i ', '.....e r f r u h t Richtig i-t i tr .! a . \ :-t'c , t I'.!• n in der Wientr F>tti,i> ' i' ' ' t st, 'i v i ,,, tu t hrli'.li, hcitniht, t'i i tl i 1 . 1 1 tli i I. ' il U i d l!i Holt ",!•',,r auf t tni . 111 , i ' i v 'i t i g ti n < i n 1 a 11 c rs h e s <> n . derer * o / i a 1 . r Nut der Iktnmi-nui Im steht Aber Ins jetzt i<-t de m- 11 ainuiig iuk.Ii nicht verwirklicht worden; keiner der betr. fbaviiai Äerrte hat bis jetzt eine Aufforderung zur Wiederbe« erhung erhalten. Was die Krankenkasscnär/tc betrifft, so liegt ein Mißverständnis vor. Der Erlaß des Ministers Neustatter-Stürmer spricht bloß davon, daß künftighin Kündigungen und Neuaufnahmen im Einvernehmen mit dem Reichsverhand erfolgen sollen. Von unserem Berichterstatter. F. 0., Paris, Ende Dezember 193-1. Bei der Trauerkundgebung, die der Keren Kajemeth zum Andenken von Baron de Rothschild in diesen Tagen veranstaltete, hat besonderes Aufsehen die Rede erregt, die tler politisch rechtsstehende frühere Finanz.- und Ifandclsministcr Paul Kcynaud hielt, und in der er ein besonders herzliches Bekenntnis für den Zionismus abgelegt hat, Nachdem er dem Andenken Rothschilds seine Verehrung gezollt hatte, sprach er den Zionismus folgendermaßen au: ,,! leite breitet sich der Judenhaß immer mehr aus. liebtTall, wo junge Menschen in das Lehen treten und arbeiten wollen, sagt mau ihnen: ,L)er Weg für dich ist geschlossen, weil du ein Jude bist.' Die einzige Möglichkeit, wirklich sein Leben nach Wunsch zu führen, besteht für diese Juden heute nur noch in Palästina. Hier ist das Land, die Sprache, die Zivilisation, das Vaterland, das schöner ist als jedes andere, weil es durch der eigenen Hantle Arbeit geschaffen wird... Ich weiß, dalä ich bei vielen von Ihnen als Reaktionär gelte, aber ich will Ihnen sagen, daß die menschliche Not und das Elend heute schon groß genug ist, als daß man es noch durch Unterstreichung des Antisemitismus und der antisemitischen Tendenz vergrößern sollte. Ich habe immer auf dem Standpunkt gestanden, daß man keinen Menschen wegen seines Glaubens oder wegen seiner Rasse angreifen darf... Sie haben mit Ihrer zionistischen Arbeit Her Jugend neues Lieht und neue Hoffnutfg gegeben, alt und jung arbeitet in Palastina mit der gleichen "Hingebung und dem gleichen Idealismus, und ich spreche es hier offen aus, ich bewundere Sie alle wegen dieser Ihrer wunderbaren Arbeit." Die Lage der Einwanderer in Frankreich Paris, im Dezember. (JTA.) Ministerpräsident F landin hat eine Abordnung, bestehend aus dem Katholikenführer Deputierten Marc S a n g n i e r, Prof. Hadamard, Boris G u r e v i t c Ii, dem Mitglied des Konsistoriums George Leven und Baron de (Junzbourg, empfangen. Der Unterredung wohnte auch der europäische Direktor des Joint Distribution Committee, Dr. Bernhard Kahn, bei. Die Abordnung dankte tlem Ministerpräsidenten für die Haltung der leitenden französischen Kreise in der Judenfrage und ihr Eintreten für den Grundsatz der Gleichberechtigung der verschiedenen Rassen. Sie lenkte jedoch die Aufmerksamkeit des Minislerpräsidenten darauf, daß in letzter Zeit administrative M a ß nahmen gegen jüdische Einwanderer getroffen und Ausweisungen vorgenommen wurden, die sich auf die Lage der jüdischen Einwanderer in Frankreich katastrophal auswirken und der jüdischen öffentlichen Meinung anderer Länder Anlaß zu schweren Besorgnissen gergeben haben. Die Tatsache, daß in Unter nehmungen jüdischer Einwanderer zahlreiche Einheimische Arbeit gefunden haben, würde es rechtfertigen, daß einer gleichen' Anzahl eingewanderter Arbeitskräfte Arbcitserlaubnis erteilt werde. Ferner verlangte die Abordnung, daß die Sorge um die überzähligen Einwanderer den jüdischen Organisationen anvertraut werde. Ministerpräsident Flandin sprach die Hoffnung auf ein gedeihliches Zusammenarbeiten mit den jüdischen Kreisen im Interesse des moralischen und wirtschaftlichen Wiederaufbaus aus. Er erklärte, er werde sich bemühen, die von dem Komitee vorgebrachten Wünsche weitgehendst zu berücksichtigen. Im Monat November sind, wie amtlich bekanntgegeben wird, 4838 Juden nach Palästina eingewandert. In dieser Zahl sind 371 Einwanderer der Kapitafistenkategorie, für die ein Mindesteigenkapital von 1000 Pfund vorgeschrieben ist, sowie 448 Personen inbegriffen, die auf Grund von Touristenvisen ins Land kamen und später die dauernde Niedcrlassungscrlaubnis erhielten. Das spanische Regierungsdekret Wir berichteten bereits über den Erlaß der spanischen Regierung im Zusam menhnng mit der Maimoni des- Feier. Dieses historische Dokument hat folgenden Wortlaut: „Der 30. M3rz Ist das Datum der 800. Wiederkehr der Geburt des großen jüdischen Humanisten Mose Ben Maimon, in der Geschichte unter dem Namen Malmoni des bekannt, dessen Einfluß auf die Kultur des Mittelalters Spanien und besonders Cordova, der Geburtsstadt des großen Rabbi, zum Ruhme gereicht. Es ist überflüssig, die Bedeutung der Arbelt dieses außerordentlichen Gelehrten in Erinnerung zu rufen, eine Arbeit, die sich nicht nur mit den philosophischen Auffassungen der jüdischen Religion befaßt» sondern auch mit der humanistischen Philosophie des Mittelalters und die dem menschlichen Denken auf den Gebieten der Medizin, der Astronomie, der Mathematik und der orientalischen Sprachen, insbesondere der jüdischen Wissenschaften, neue Horizonte eröffnet hat. Die Republik, stets darauf bedacht, dem Andenken der Söhne Spaniens, die seinen Namen erhöht und über die Grenzen des Landes hinausgetragen haben, den Tribut der Huldigung und Bewunderung darzubringen, hegt den Wunsch, sich mit den Zielen des Komitees, das die 800-Jahrfeier des Maimonidet organisiert, zu verbinden; zu diesem Zweck hat der Vorsitzende des Ministerrats mit Zustimmung des Ministerrats beschlossen: 1. Alle Veranstaltungen, die von dem mit der Feier des 800. Geburtstages Maimonldes' beauftragten Komitee In Cordova organisiert werden, tragen offiziellen Charakter. 2. Das Ministerium für öffentliche Erziehung und schone Künste wird in allem, was die Feier betrifft, mitarbeiten; es wird bei dieser Arbeit von dem staatlichen Amt für Fremdenverkehr unterstützt werden." Jerusalem, 28. Dezember. (JTA.) Die Irak-Petroleum-Gesellschaft in II a i f a veröffentlicht das genaue Programm für die im Januar stattfindende offizielle Eröffnung der Irak-Erdölleitung. Am 14. Januar wird die Eröffnungszeremonie in Anwesenheit von Notabein aus Irak und von Gästen aus Europa durch König Ghasi vom Irak in Kirkuk vorgenommen. Kur/, vor dem 12. Januar werden die Direktoren der irak-Petroleum-Gesellschaft und die Fesfgäste in Palästina oder Syrien zusammenkommen und sich sofort nach Bagdad begeben." Ein Teil wird die Fahrt in Ueberlandautos, <än anderer von Jerusalem aus über Damaskus mittels Flugzeug antreten. Am 16. Januar, nach der Eröffnungsfeier in Kirkuk, begeben sich die Gäste von Bagdad im Flugzeug nach Damaskus, wo am folgenden Tage ein Bankett stattfindet, dem der französische OberkonimLssar von Syrien, der Präsident der syrischen Republik und andere offizielle Persönlichkeiten beiwohnen weiden. Am 10. Januar wird in Anwesenheit des Oberkommissars, des Präsidenten der Republik Libanon und anderer Ehrengäste die Eröffnung des Endpunktes der Oeileitutig in Tripoli erfolgen. Nach der offiziellen Eröffnung findet ein Bankett statt. Am 22. Januar nimmt der High Comnüssioner für Palästina die Eröffnung <les Endpunktes in Haifa vor und zwei Tage später finden die Festlichkeiten ihren Abschluß mit einem Bankett beim iimir von Transjordauien in A m man. Den Zeremonien werden u. a. der Vorsitzende der Irak- Petrolcum-Gesellscbaft Sir John Cadman und der Direktor der Asiatic-Petroleum-Cy. Sir Robert Waley Cohen beiwohnen. Der „Economist" über Palästina Die berühmte englische Woclu-nsclnIft „The Economist'' bringt in der Nummer vom 8. Dezember einen längeren Aufsatz über Palästina und seine „ständig nrnehmende Prosperität", dem wir die weniger optimistischen Stellen entnehmen wollen, da es darauf ankommt, rechtzeitig etwaige Gefahrenpunkfe zu erkennen. — Das Anwachsen der Einfuhr übersteige alle modernen Rekorde, sei aber bisher durch das von den Einwanderern mitgebrachte Kapital bezahlt worden, so daß keine Gefahr bestände, daß durch die übermäßige Passivität der Handelsbilanz eine Währungskrise hervorgerufen werden könne; im Gegenteil, es seien anscheinend noch beträchtliche Reserven außerhalb des Landes vorhanden. Bedenklich seien dagegen zwei Punkte: erstens, daß fast */>, des Exportes aus Orangen beständen, von denen 70 o/o nach England gingen, und zweitens, daß die Knappheit an Arbeitskräften und die entsprechenden Lohnsteigeningen das Lohnniveau in Palästina weit über das der umliegenden Länder hinaufgetrieben habe. In der Orangenindustrie sei die Lage um so heikler, .als die arabische Bevölkerung jetzt, durch die hohen Profite der jüdischen Pflanzungen verlockt, auch zum Orangenb.au übergegangen sei. Die Orangenernte 1QT-1'35, die sich auf etwa 6 .Millionen Kisten belaufen werde, dürfte wohl noch den bisherigen Preis erzielen, dagegen werde die Gefahr akut werden, wenn in ein paar Jahren eine Ernte von 12--14 Millionen Kisten zu verkaufen sein werde. Wenn der Lebensstandard der jüdischen Bevölkerung auch an sich bescheiden sei, so bleibe er doch im Vergleich zu dem der Feilathen geradezu üppig. Ob die Araber an den von Juden kontrollierten Vei kaufsgenossertschaften teilnehmen würden, sei höchst fraglieh. Vor allem sei aber das Problem der Arbeitskräfte dringlich. Die Löhne für ungelernte und landwirtschaftliche Arbeiter seien in Palästina fünf- bis sechsmal so hoch wie in Transjordanien oder Syrien! D>es habe viele Unternehmer dazu bewogen, selbst mit ihren Familien zu arbeiten, und habe außerdem auch eine starke Mechanisierung der Landwirtschaft herbeigeführt. A, P. Gegen Silvester!eiern in Tel-Awiw Tel-Awiw, 30. Dezember, (JTA.) Die Abteilung für Kultur- und Er/iehungswrsen bei der Tel-Awiw er Stadtgemeinde hat alie Besitzer von Cafehäusern und öffentlichen Sälen ersucht, von der Veranstaltung von Lei c rn anläßlich des Jahreswechsels nach bürgerlicher Zeitrechnung abzusehen. In dem Brief der Kitlturabteihuig wird darauf hingewiesen, daß die Sitte der Veranstaltung von Silvesterfeiern der jüdischen Ueberlieferung fremd ist und in der jüdischen Stadt Tel-Awiw jeden Sinns entbehrt. Dem Empfinden der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung widerstrebt diese lieber» nähme fremden Brauchs. Wie die „Times" aus Jerusalem erführt, hat ein ungenannter Spender dem Jüdischen Nationalfonds £ 10 WO zum Ankauf von Land überwiesen. Hauptschriftlciter: Dr. Robert Welt sc h, Üerlm-Charlottenburg 0. Stellvertreter: Kurt Locwenstein, Berlin W 15. Ar.wigrnleiteria und T«rantwortlich für den Anzeigenteil: Helene Chanciner, Berlin N 54, Verlag und Anzeifjcnverwaltnnrj: Jüdische Rundschau, B. tlin W 15, Mcinekcstr. 10. D.-A. November 35150. Zurzeit ist Prefiliste Kr. 1 vom 1. Januar 1934 gültig. Druck: Siegfried Scholem, Berlin-Schöneberg,

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