Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVIII (1933)
- Issue
- Heft 102 (22.12.1933)
- Date
- 1933-12-22
- Page
- Seite 1016 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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SHte m6 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 102, 22. XU 1933 Hebräischer Fernunterricht 1« Abschnitt. was? was (ist)? סה groß dieser ן ן זה diese > auch: dies (ist) | זאת klein f (männl.) |“l| טה ז weiß was pst) dies? [(weibl.) את טהז schwarz auch גם wo? אלדי dort ו hier פרז auf und aber neben, bei Zweite Lektion ^ד1ל Tisch Zimmer הדר Stuhl?בא Wand קיר Schrank $וזן Fußboden ר^ה ^זחרר Feder עט Zimmerdecke הקלה -על Buch ס^ר Tür ללח »אל Heft סרז?ךת Fenster סלון S. Übung: ך! חדר• _ןח סלון•!ה קיר• נזה זח? --!ה חדר. גם זד! סךרי ןה סלון ן3ם ןה חלון. ך! הלון$ה*ל ן$ה הלון זקס־ן. זאת דלתי נזה ואתו - ואת דלת׳ זאת חיקה׳ ואח תקרה. איה תקרה? ־־ פה תקרה׳ אבל שש רצפה. זה נכא גדול ןןה ^!לחן גן^ך. מה!ה? -!ה קט. קט .קטן זה קל שלחן ןרול• קיר;ה $ן. א$ל קיר לבן ן.ה׳ כסא שחור. איה ארון לבן? - ארון לבן אצל הלון גדול• זה הדר גדול ן.ןה חדד 5ןקןן. - קל?סא י^הור קן- לטן. גם כןר זה קטן• חלון זה גדול. אבל חלון זה רטן. קל ך־צפהז א־יון. ארון קל ךצןה׳ $?א 8ןןל דלת¬ Merke : 1) Das Satzband (Kopula) ״Ist“ wird im Hebr&iachen fort* gelassen. Man sagt %. B.: מה!ה ן .,was (ist) die*?“, ־=־!ה ^קא ״dies (ist) (ein) Stuhl", -- ebenso: ״ (את ("?תdies (ist) (eins) Ttir“. 1 Der unbestimmte Artikel (״ein") fehlt im Hebräischen. So z. B. bedeutet כבא zugleich ״Stuhl“ und ״ein Stuhl“ ״ דלתTür" und ״eine Tür". Dia hebräische Sprache kennt nur zwei Geschlechter: männlich und weiblich; ein sächliches Geschlecht gibt es im Hebräischen nicht. Kennzeichen für weibliche Hauptwörter sind: ה X! oder ת am Wortende, (ךצ^ה לת> 4) Das Eigenschaftswort steht —׳ (nicht wie im Deutsehen) — hinter dem Hauptwort, [Beispiele ״großer Tisch״ heißt: ״ שלהן גדולTisch großer״]. Ebenso verhält cs sich mit den hinweisenden Für- Wörtern. Beachte: ״ — ע״רןdieser Tisch“ und ״ — זה שדהוdies (ist ein) Tisch“, 5) Das Bindewort ״und“ wird durch ו auagedrückt, das mit dem darauffolgenden Worte zusammengeschrie* ben wird. [ןק1לון — nsd (ein) Fenster], 6) Das Substantiv bleibt lo allen vier Fällen navarändert. [Beispiel: ״ קל שלהןaof (einem) Tische", wörtlich: ״auf Tisch“ א£ל קיף ,neben (einer) Wand", wärtlieh: ״neben Wand". 2. Abschnitt. קפר-סס״ר. הלון-- זקהלון" קיר - סקי־ דלת- הדלת׳ גדול — הגדול. קטן - ההטן. קט - הקט. ךצןה - הרצפה. ארון - הארון. הקפא הגדול א*יל הדלת. הארון הלבן קל ־־חיפה׳ העט הקטן.על הכי,הברה. ההדר לןטן ולבן. Merke: 1) Der bestimmte Artikel lautet: ק und wird dem dazugehörigen Wort direkt vorgesetzt, z. B.s שלחן =* Tisch, הילדון der Tisch. Bei Wörtern, die mit einem der Buchstaben ,א. ע. ך beginnen, heißt der bestimmte Artikel:!־י) ד statt ־) z. B. הקט. ד״צפח. Beachte: Eigentlich müßte nach dem bestimmten Artikel ה in den nächstfolgenden Konsonanten ein ״ רקיעDagfeacli“ (Verdopplungspunkt) gesetzt werden, der anzeigt, daß dar Konsonant doppelt auszasprechen ist [z-B. הקיר hak-kir]. Da jedoch in der heutigen Aussprache des Hebräischen die Verdopplung nicht zntagetritt, werden wir in unseren Lektionen das,,Dagesch" zunächst unberücksichtigt lassen. 2) Der bestimmte Artikel wird auch dem Eigenschafts■ wort und anderen Wörtern, die den Charakter eines Eigenschaftswortes haben (hinweisende Fürwörter, Partizipien u. a., die später noch behandelt werden), vorgeactzt. [Beispiel: ״ היטלהן “^דולder große Tisch“, wörtlich: ״der Tisch der große“]• Selbst wenn einem Hauptwort« mit dem bestimmten Artikel mehrere Eigenschaftswörter oder Wörter mit Eigenschaft■• wort-Charakter folgen, wird der bestimmte Artikel jedem dieser zum Hauptwort gehörenden Wörter vorgeactzt (Beispiel: סיטלהן ה^ד1ל הזה «,dieser große Tisch“, wörtlich: ״der Tisch der große der diese“ usw.] Nur bei Eigenschaftswörtern, die prädikativ gebraucht sind, fällt der bestimmte Artikel lort [Belspiel: ״ ןה שלחן גחלdies (lat) ein grofier Tiach*], Lern-Anweisung 1. Lies die ,Wörter". Präge Dir jede« einzelne Wort und aefne Bedeutung ein. 2. Schreibe die Wörter ab (am besten in ein Schultchreibhtft mit Doppel-Linien. 3. Nun lies Dir die ״Uebung* mehrmals laut vor. 4. Versuche, die ״Uebung" zu übersetzen, wobei Du die Grammatik-Regeln aus dem Abschnitt ״Merke* zu Hilfe nimmst und Dir gleichzeitig das Wesentlichste einprägst 5. Versuche (erst mündlich, dann schriftlich) selbständig etwa 10 einfache Sätze zu bilden. 6. Erst wenn Du den ersten Abschnitt genügend geübt und gründlich erfaßt zu haben glaubst, nimm den 2. Abschnitt ebenfalls anhand dieser ,Lern-Anweisung“ durch. Antwort-Ecke (Infnl'• Kaum®angtis k»Pt1 heute ouf •In• «U1amm1־:>fas«,nde Be»ntworUm| der eiaa־äauäao«n Anlraj.n ctloUan.) Bevor wir auf Einzclfragen eingehen, weisen wir ausdrücklieb darauf hin, daß es unzweckmäßig ist, wenn dis Lektionen des ״Fern-Unterrichts" mit den vorhandenen Lehrbüchern verglichen werden, da das hier angewandte System bestrebt Ist, die Lernenden zu Beginn möglichst wenig mit Grammatik zu belasten und nur auf d 1 e Regeln hinzuweisen, die in den betreffenden Abschnitten praktisch zur Anwendung gelangen. 1, Die Konsonanten 3 und ד wurden ursprünglich mit Icnenpunkt (״Dagesch“) anders ausgesprochen, (wie es beispielsweise auch jetzt noch bei den Konsonanten ב. S geschieht). Da diese Unterscheidung in der Aussprache des Hebräischen jedoch nicht mehr zutagetritt, werden wir (in unseren Lektionen) zunächst den Innenpunkt bei diesen Konsonanten fortlassen. Ebenso setzen wir keinen Innenpunkt beim |ף> das in der sephardischen Aussprache sowohl mit als auch ohne dieses ״Dagesch" als t-Laut gebraucht wird. 2■ In der ersten Lektion, Abschnitt a) ״Merke“, Zeile 3 muß es heißen: ״Das Aleph dient am Wort a n f a ng als Träger eines Vokals, in der Wort mitte sowohl als Träger eine• Vokals als auch als Dehnbuchstahe und am Worten de nur als Dehnbuchitabe,“ 3, Die Schreibschrift konnte leider aus drucktechnischen Gründen nicht vokalisiert erscheinen; die Vokalisierung der Schreibschrift erfolgt jedoch in gleicher Weise wie bei der Druckschrift- Anfrage-Kupon 2 Hebräischer Fernunterricht der ,.Jüdischen Rundschau“ (Jeder Anfrage belzufflgen) Heute nun, 13 Jahre nach diesen ersten Anfängen, tritt der Sohn jenes!hm jchiula, 1 t h a!11 a r Ben A v i, vor die ()eficntlichkcit, uni das Werk seines Vaters fort/.uführen. In diesen lauen lieli er nämlich in Tel-Awiw die erste hebritische Zeitschrift in lateinischen Lettern unter dem Titel ,,Derer“ (Freiheit) erscheinen. Hebräisch in lateinischen Lettern, was ist das? Orthodoxe Philologen sehen in dem Versuche Ithamar Ben Avis eine ruchlose Attacke auf den geheiligten Bezirk der historischen Sprachentwicklmig, sentimentale Schwärmer trauern um die entschwindende Romantik der ehrwürdigen Schriftzetehen, darin unsere heiligen Bücher geschrieben sind, eingefleischte Plioneliker halten es für ausgeschlossen, in lateinischen Lettern die Klangfarbe des Hebräischen einzufarigcn u. s. f. Ich hin mir bewußt, das Profil 'der Gegner jener Neuerungshestrebumr in einer Art und Weise Umrissen zu haben, die leicht den' Schluß /.!!läßt, ich seihst sei ein Anhänger der Idee ithamar Ben Avis. Zugeuchen: das bin ich. Gerade aber weil ich ein Freund dieser Idee bin (und nicht erst seit Erscheinen des ״Deror“) will ich Ben Avi nicht nur gegen verteidigen. Unter diesen ״Freunden“*gibt es besonders in Deutschland viele, die der alten hebräischen Sclirift/eichen nur sehr mangelhaft kundig sind und in der ״Methode Ben Avi“ eigentlich nichts anderes sehen als ein ״vereinfachtes Verfahren“, die hebräische Sprache zu erlernen. Ich möchte dazu bemerken: Nur ein ganzer Meister der hebräischen Schrift darf 1 lebräi-ch in lateinischen Lettern schreiben und’ lesen. Das heißt mit anderen Worten: die lateinische Schrift soh die historischen Cjuadratbuchstaben niemals verdrängen, sondern lediglich zu diesen hinzu kommen. Das la• teinische Alphabet bedeutet für die hebräische Sprache den Anschluß an die Welt. Das profane hebräische Buch wird fürderhin kein versiegeltes mehr sein, kein schier unübersteigbarer Zaun wird cg mehr umgeben und den Leselustigen abhalten. Das kultische Buch aber, die sakrale Literatur, soll selbstverständlich unangetastet in der tra* ditionellen Form weiterbestehen. Zwei große Mängel weist das hebräische Alef Beth auf, die die Linluhrurig des lateinischen A-B-C für die pro• fane Literatur notwendig machen. Erstens die grundsätzliche Vokallosigkeit, die das Lesen eines Textes nur dann möglich macht, wenn die vorkommenden Wörter dem Lesenden bekannt sind, zweitens die Zusammen hanglosigkeit der einzelnen Schriftzeichen, die das Schreiben ungemein erschweren. Dieselben Argumente, die ich gegen die Beibehaltung des hebräischen Alef Beth für den Tagesgebrauch anführte, veranlaßten den Schöpfer der neuen türkischen Republik, Mustafa Kemal Pascha, vor mehr als zehn Jahren, die dem I lebräisclien wesensverwandten arabischen Schriftzeichen ebenfalls durch die lateinischen zu ersetzen, ohne daß darunter der kulturelle Stand der Türkei gelitten hätte, im Gegenteil, der Anschluß an die Welt bedeutete für die türkische Literatur einen eminenten Zustrom neuer Kraftquellen. Wenn ich erwähnte, daß es nur Kennern des hebräischen Schrift!urns gestattet sein sollte, sich des lateinischen Alphabets zu bedienen, so sagte ich dies natürlich nur für den gegenwärtigen Stand der Dinge, um nickt der Unwissenheit. hebräisches (und jiddisches) Schrifttum mir in diesen Typen gesetzt vorliegt und cs noch keine Festlegung der neuen Orthographie von berufener Seite gibt (als solche wäre etwa der palästinensische ״Waad lialaschon“ anzusprechen) wäre es völlig unsinnig, heute etwa für das Primat des lateinischeu Alphabets, oder auch nur für seine Gleichstellung im Hcbräiscli-Unlcrriclite zu plädieren. Dies liegt noch in der Zukunft. Wir halten es aber nicht für ausgeschlossen, dal! bereits die kommende Generation sich im täglichen Leben der lateinischen Schrift für das Hebräische bedienen wird. Davon hängt es mit ab, ob das neue jüdische Palästina eine Art Kulturinsei bleiben soll, oder in lebendigeren kulturellen Austausch mit den Ländern Europas und der neuen Welt treten wird. Fritz R o s e n t h a 1 (München). * Als eine Probe dieser neuen Art der hebräischen Schrift geben wir aus der ersten Nummer der Zeitschrift *Deror“, die im übrigen auch einen Anfangsunterricht hebräische Ausdrücke mit englischer Uebcrsetzung enthält, nachstehen« ein dort abgedrucktes Gedicht wieder: A. Z. Ben-Yishay Po Eyn-hharod! Tiyyaltl ba £meq be maqqel nod, Bäti el kefar hu Eyn-hharod; Lo elekh 6d häle», po eemod; *— Po tov la jfiir, po tov la ävod, Lo elekh öd hälea: po Eyn-hharod! Tiyyalt! ba Erneq, tiameti meod. Maäyan matzet*, hu £yn-hharod; Lo elekh öd hälea, po ejhbot — Po tov la nüahh, po tov li •hetot. Lo elekh öd hälea: po Eyn-hharod! — Uebersetzung in Prosa; Ich ging im Emek mit meinem Wanderstab spaziere ich kam zu einem Dorf, das war En Charod. Ich gehe nid weiter, hier will ich bleiben. Hier ist gut zu wohnen, hi! ist gut zu arbeiten. Ich gehe nicht weiter: hier ist E Charod. Ich ging ijn Emek spazieren und hatte großen Dur« Da fand ich eine Quelle: das war En Charod. Ich gel nicht weiter, hier will ich rasten. Hier ist gut ruhen, hi kann man trinken. Ich gehe nicht weiter: hier ist En Charo (En Charod ist die in der Bibel erwähnte Quelle d Gideon. Um diese Quelle herum hat sich nach Durchführut der notwendigen Entsumpfung und Wasserregulieningen Jet das jüdische Dorf E11 Clmrod gebildet.)