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Jüdische Rundschau · 1933-12-22 · Heft 102 (22.12.1933) · p. Seite 1003

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVIII (1933)
Issue
Heft 102 (22.12.1933)
Date
1933-12-22
Page
Seite 1003 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 102 , 22. XII. 1933 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 993 Prozesse und Politik Von unserem palästinensischen Korrespondenten. gl. Tel-Awiw, 15. Dezember 1933. Die palästinensische Presse füllt sich in letzter Zeit mit Prozeßprotokollen. Spalten und Spalten von Voruntersuchungen, Zeugenvernehmungen, Urteilen, Berufungen. Zum ersten Male in der relativ kurzen Geschichte der hiesigen Presse wird der Gerichtsberichterstatter zu einer Wichtigen Figur. Zum Teil handelt es sich 11m Mordprozesse, zum Teil um Untersuchungen über die letzten Demonstrationen. Alle diese Verhandlungen haben das eine gemeinsam, daß sie einen politischen Hintergrund haben. Ein Querschnitt durch die laufenden Prozesse sieht ähnlich aus wie ein Querschnitt durch die gegenwärtige politische Situation des Landes. Da läuft in Haifa in der Berufungsinstanz ein Mordprozeß. ln Nahalal,, einer der großen Siedlungen in der Ebene Jesrecl, wurde vor Monaten eine Bombe in eines der Häuser geschleudert. Der Siedler und sein Sohn fielen der Tat zum Opfer und die Polizei brachte nacli langwierigen Untersuchungcn die Täter vor Gericht, die als schuldig erkannt und verurteilt wurden. Die Verteidigung hat Berufung eingelegt und diese wird jetzt verhandelt. Zu gleicher Zeit wickelt sich in derselben Stadt ein Prozeß ab, der mit dem Fall von Nahalal in engster Verbindung steht. Eine Reihe junger Araber, zum Teil aus der Stadt, zum Teil aus naheliegenden Dörfern, sind der Mitgliedschaft einer CJeheimorganisation an geh lagt, deren Zweck es ist, Juden iimzubringen. Dieser Organisation wird eine lange Reihe von Morden bzw. Mordversuchen zur Last gelegt. Während der letzten Jahre war die Ruhe im Lande immer wieder durch einzelne Gewaltakte unterbrochen worden, die zum Teil eine verblüffende Aehnlichkeit miteinander hatten und darauf zu deuten schienen, daß eine zentrale Hand ihre Pläne betriebe. Sämtliche dieser Angriffe, denen Menschenleben zum Opfer fielen, beschränkten sich auf reine Morde oder Mordversuche, ohne daß jemals die Gelegenheit auch zu Raub oder Plünderung ausgemitzt wurde, ln mehreren Fällen wurde immer die gleiche Taktik angewandt. In beleuchtete Fenster wurde abends hincingefeucrt, wobei die Silhouette der im Zimmer Anwesenden ein ausgezeichnetes Ziel abgab. Wenn die Verfolgung auf genommen wurde, fand man niemanden, die Täter hatten sich bereits davon gemacht, ihre Flucht anscheinend mit Vorbedacht und Hilfe von außen vorbereitet. Ein anderes Mal wurde ein jüdisches Auto überfallen und beschossen, auch da keinerlei Versuch?um Rauben gemacht. Die Ueberfällc wiederholten sich in längeren Zeifabstäuden und obwohl alle Anzeichen auf die Zentrale deuteten, die hinter ihnen stehen mußte, gelang es lange nicht, sie zu fassen. Erst nach dem Bonibenattentat von Nahalal, das zwei Opfer forcierte, gelang es, das Dunkel aufzuklären, diesen einen Fall vor Gericht zu Bringen und dann im Zusammenhang mit allen früheren Ereignissen eine terroristisehe Keriigruppe .־uifzuspüren, die jetzt sich vor dem Richter für ihre Aktionen verantworten soll. Die politische Färbung dieser Attentate ist offensichtlich. Der organisierte Terror sollte die Juden in Angst versetzen und auf diese Weise von einer Expansion ihrer Tätigkeit ahsehrecken, ihnen das Gefühl dir Unsicherheit einpflanzen und so rascher nun Ziele -- der Aufhaltung des jüdischen Vormarsches - führen als es durch gesetzliche Mittel möglich war. Wie umsichtig diese Organisation des Terrors atifgehauf war, zeigt sich darin, daß eine lange Zeit, in der Tat Jahre, verstrichen, 01111 e daß mail sie wirklich fassen konnte. In Jaffa geht die Voruntersuchung über den;Mord an Arlosoroff jetzt ihrem Ende zu. Sic hat sich lange hingezogen durch eine lange Zetigcnreihe der Anklage und der Verteidigun® und sie erlitt eine neue Verzögerung durch die Ercignisse des Oktober, die für einige Zeit die Arbeit im Gerieht stillegten und darin den Richter mit der Klärung der Anklagen in den Demonstrationen überlasteten. Die Revisionisten haben irs letzter Zeit ihre Aktivität in der Mordsaclie noch verstärkt. Die Verteidigung der drei Angeklagten, Stawsky, Rosenblatt und Achimeir, ist auf vier Anwälte angewachsen, zu den drei einheimischen Anwälten hat sich llorace Sam 11 ei gesellt, ein englischer Jude, der lange in Palästina als Anwalt tätig war und schon aus den Tagen der Legion mit Jabotinskv in Verbindung sieht. Die Verteidigung begnügt sich nicht mit einem Unschuld beweis ihrer Klienten. Sie ist jetzt von früheren versteckten Anspielungen zu dreisteren Methoden übergegangen, verlangt die Untersuchung des Revolvers des Verstorbenen durch einen Waffenspezialisten, weil angeblich die Mordkugel seinem Kaliber entspreche, und kommt damit im Gerichtshof auf die .Anschuldigungen zurück, die seit langem von den Revisionisten mündlich und schriftlich gegen die Witwe Arlosoroffs erhoben worden sind! Neben dieser Verhandlung läuft — eine sonderbare Paralleie zu den Haifaer Gerichten -- der Prozeß gegen die illegaleV e reinig 11 ng der Revisionisten, die mit dem Mord an Arlosoroff in Verbindung gebracht und von vielen ebenfalls als eine terroristische Organisation betrachtet wird. Auch hier ist der politische Kern offenkundig. Er zeigt sich in der extremistischen nationalistischen Stellung dieser Kreise, in den faschistischen Neigungen und Methoden, der fanatischen Gegnerschaft gegen die Arbeiter, in der Losung ״In Feuer lind Schwert wird Juda erstehen‘'. In Jerusalem wurde vor kurzem das erste Urteil über Mitglieder der arabischen Demonstration vom 13■ Oktober gefällt. Die Verhandlung war «in politisches Ereignis. Bekannte Führer der arabischen Nationalbewegung saßen auf der Anklagebank, der Gerichtssaal war übervoll und auf den Sitzen der Verteidigung drängte sich alles, was unter der arabischen Anwaltschaft einen Namen hafte. Um die gleiche Zeit werden auch verschiedene Mitglieder der Demonstration in Jaffa, die zwei Wochen nach den Jerusalemer Ereige nissen stattfand, vor den Richter zitiert. Die erste Verhandlung war schon früher einberufen und wurde abgebrochen, da die Verteidigung den Richter selbst als ihren Zeugen in Anspruch nahm, weil er die Demonstration mit angesehen hatte. ־— Dieser — «r fungiert auch als Untersuchungsrichter im Arioso roff-Prozeß — hat jedoch seine /Absicht ausgesprochen, sein Ricliteramt dennoch auszuiiben, und es ist jetzt nicht mehr weit bis zum Beginn des Prozesses, der noch von stärkerem Interesse ist als der aus Jerusalem, weil die Jaffaer Demonstration einen viel größeren Umfang hatte und zu ernsten Resultaten führte. In -den letzten zwei Tagen behandelt dieser selbe Richter noch dnen weiteren Demonstrationsprozeß, aber dieses Mal sind die Angeklagten Juden. Es handelt sich um die Tel-Awivver Demonstration der Revisionisten, über die in der ״Jtid. Rundschau“ schon berichtet wurde. Es hatte da dnen regelrechten Kampf mit der Polizei, Steine gegen Knüppel, gegeben, es mußten Verstärkungen herangczogen werden und dne ganze Anzahl der Schutzleute wurden verwundet. Die von Steinwürfen eingeschlagenen Fensterscheiben auf der Hauptstraße der Stadt legen noch heute von den Schlägereien Zeugni י ab. Die Sache erregte um so größeres Aufsehen, als sie am Sonnabend Vormittag stattfand, zu einer Zdt, wo ganz Tel-Awiw auf den Straßen spazieren geht und daß dieser Konflikt der erste ernste Zusammenstoß mit der Polizei in Tel-Awiw war, seitdem die Stadt steht. Hier war also Material für einen neuen Prozeß, gewissermaßen eine Parallele zu den arabischen Fällen von Jaffa und Jerusalem. Aber während es sich bei den Arabern um eine konzentrierte, von den führenden Männern und politischen Instanzen inaugu- Grufj dem Freunde Hugo Bergmann zum 50. Geburtstag (25. Dezember.) Lieber Hugo Bergmann! Unsere Beziehung ist so eng־, daß ich unmöglich einen ״objektiven Würdigwngsartikel" zu Ihrem 50, Geburtstag schreiheil kann. Da ich aber, aus vielen Gründen, öffentlich sagen möchte, was zu diesem Tage zu sagen ist, so ist die persönliche Form die sachlichst«. Als ich Sic, vor mehr als fünf Jahren, zuerst in Palästina kennenlernte, lag ein wichtiger Teil Ihrer jüdischen mul ziouistischcn Leistung schon hinter Minen: der wichtigste freilich stand, ja: steht noch bevor. Aber was hatten Sie mit Ihren ■15 Jahren damals schon alles geschafft! Prag war Ihnen nicht nur zufällig Heimat, sondern geistiger Bestimmungsort geworden, sowohl in Ihrem philosophischcn Fach wie in Ihrer jüdischen Richtung. Als Philosoph haben Sie die große Tradition der Bolz a u a und B reut a n o mit mustergültigen, z. T. historischen, z. T. systematischen Arbeiten fortgesetzt, schieden sich aber klar von dem Weg der Freund« und Sttuliengenossen. die, wie Kraus und Utitz, den Weg der Taufe und Universitätskarrierc gingen. Sie blieben Jude, nein: Sie wurden es. Ihr Zionismus war, von den Tagen des Prager Studentenvvmiies ״Bar Kochba“ (nicht zu verwechseln mit den in Deutschland so heißenden Turn vereinen) an, sofort mit der ganzen Ihnen eigenen Energie und Durchschlagskraft auf den inneren Mittelpunkt des Judentums selbst gerichtet. Sie begnügten sich weder mit einem zionistischeu Lippenbekenntnis, noch mit einem formalen Nationalismus: ja nicht einmal mit der sprachlichen Vorbereitung auf Palästina, sondern Sie machten die große Rück wend u n g in d i e Z u k u n f t, als die man den echten Zionismus definieren kann, mit Ihrer ganzen Person: Sie lernten nicht nur hebräisch, sondern die Bibel, und stellten den biblischen ״Moses“ in einem .,religionsgeschichtlichen Volksbuch“ neu dar; Sie stiegen zu den Quellen der zionistischen Ideologie herab und bevorworteten die Neuausgabe ihres Erstlingswerkes, Moses Heß' ״Rom und Jerusalem“; Sie rangen immer wieder um eine ihnen adäquate Form jüdisch-religiöser Betätigung und entdeckten, aus dem Mitgefühl des eigenen inneren Kampfes heraus, noch in dem Leugner Berdischewsky das religiöse Gewissen . Sie gaben, vor allem, in Ihrem ״J a v 11 e und J e 1׳ u - s a 1 e ni“, jenem Essaybuch, das viele von uns Jüngeren, neben Bubcrs ״Drei Reden“, miterzogen hat, dem ,,größeren Zionismus“, von dem Sie sprachen, einen weiteren Aspekt, der die Tiefe des Lehrhauses und die Autonomie des neuen jüdisch-politischen Daseins in eins band. Und Sie waren wohl, schon als Universitätsbibliotliekar in Prag, der erste West j 11 de, der — seit Mcndelsohn! — wieder anfing, hebräisch zu sc 11 reiben, und der seitdem der hebräischen Literatur, neben zahllosen publizistischen und philosophischen Aufsätzen, ihren ״K a n t“ und ihren ״S a 1 o m o n M aimo n“ geschenkt hat. Nach dein Kriege gingen Sie, nach einjähriger Tätigkeit als Leiter des Kultiirdepartements der Zionistischen Organisation in London, nach Jerusalem, um dort die Leitung der U n i versitäts biblioth ek zu übernehmen, die unter Ihnen einen so gewaltigen Aufschwung genommen hat. Aber das Schwergewicht Ihres Wirkens lag vielleicht doch in dem, was Sie nun weiter ״nebenbei־“ trieben: in der philosophischen Lehrtätigkeit als Dozent der Universität und, vor allem in Ihrer Tätigkeit als Schriftsteller, die Sie mehr und mehr zum lebendigen Gewissen des Jisehuw werden ließ. Ich erinnere mich noch, mit welchen Bangen wir in Europa auf das Echo Palästinas auf die Ermordung von de Haan warteten und wie erlösend cs für uns war, dann ■— wohl als die einzige — Ihre Stimme zu hören, die das Notwendige mit Ernst und Takt sagte. Ihre zionistische Auffassung hatte Sie in die Reihen des arbeitenden Palästina geführt, aber Sie blieben dabei nicht stehen, sondern wandten den Geist Ihrer positiven Kritik und Ihren religiösen Sinn für die Wahrheit gerade an dasjenige Kernproblem des palästinensischen Lebens, für das auch der fortgeschrittenste Teil des Jisehuw, eben die organisierte Arbeiterschaft, Ihrer Meinung nach keine genügende Lösung gefunden hatte: an die A r a b e r f r a g e. Sowie der ״Brith Schalom“, damals auf Veranlassung des verstorbenen Prof. Horowitz und Dr. Ruppins, gegründet wurde, waren Sie unter den ersten Mitgliedern, und Sie begannen auch gleich, Arabisch zu lernen, in welcher Sprache Sie es wahrlich beneidenswert weit gebracht haben: Sie sind einer der ganz wenigen unter uns, der arabische Versammlungen besuchen und arabische Zeitungen lesen kann, nachdem Sie einer der ersten hebräischen Schriftsteiler unter uns waren. Wieder machten Sie mit Ihren Erkenntnissen Ernst. Und damit habe ich das Entscheidende gesagt, was sich auch im persönlichen Verkehr mit dem Freunde immer wieder aufdrängt: hier ist ein aus dem Ernst lebender Mensch! Das ist ein sehr seltenes Lob. Ein neuer Roman — ich kenne ihn nicht — trägt den wunderschönen Titel ״Ein ernstes Leben“. So könnte die Ueberschrift über ihrem Leben heißen. Sic haben den sachlichen Ernst, bis nach Mitternacht für die Arbeit unseres ״BriCh Schalom“ Kouverts zu schreiben, wenn wir Jüngeren uns alle für zu gut halten, Ihnen das abzunehmen, und Sie haben ihn ebenso, wenn wir, in zwei herrlichen Sommerferien, heute den Kern Ihrer Sorgt.• 11ml Lins politischen Denkens als ein imrevolulioiiärer Tvp ein ,־m-i.imlitp'r, d. h. ein ernster Mensch 711 sein: Ihr Leben zeigt uns, daß es dennoch nicht ganz unmöglich ist. Was soll ich Ihnen wünschen? Erfolg unseres Strebcns? nichts Besseres wünschen, als - l:ort-ct/1!ng dessen, was war — noch viele Jahrzehnte des. schweren Daseins der lebendigen Menschenguie. In Verehrung und Freundschaft London, Dezember 1933. Ihr Ernst Simon. Bekenntnis zu einem Mann Ernst Simon hat die Bilanz des bisherigen Lehenswerkes von Hugo Bergmann wenn auch mir in Andeutungen — so gut gezogen, daß kaum etwas liin/ngetügt werden muß• Wenn ich trotzdem noch einige Worte sage, so geschieht es darum, weil, wenn je in einem Falle, so in diesem, es not tut, ein Bekenntnis zu einem Manne abzulegen, der, in Bescheidenheit seiner Arbeit 11ml der Wissenschaft hingegeben, etwas abseits der lauten Oeffentliehkeit lebt u:1d nicht in jeder Beziehung den Rang zugebilligt erhalten hat, der ihm gebühren würde. Wir Juden sind ja auch in Zion ein eigentümliches Volk, wir holen oft Männer von weit draußen herbei und übersehen den Wert derer, die bei uns sind. Aber nicht von Bergmanns akademischer und philosophischer Bedeutung soll hier die Rede sein, sondern von seinem weisenden und lehrenden Führerfum, das schon vor 25 Jahren durch die elementare Kraft des Vorbilds wirkte, in der Frühzeit der zionistischen Bewegung ist Hugo Bergmann für seine Freunde ein Erzieher geworden, der sie zum Suchen und zur Selbstprüfung erweckte und sie bewahrte vor dem Versinken in die leere Hetriebsamkeit und geistige Trägheit, die für jede parteimäßig ciiigeselmlte Jugend und so auch für die /iomsti-che Jugend jener Tage eine Verlockung und Gefahr darstellt; ' weit entfernt davon, das Organisatorische und Betriebliat'te zu verachten, er seihst tut es bis heute mit aller Selbstverständlichkeit (״Kuverts schreiben״!), wußte Bergmann, daß die Erlösung und .Selbstbefreiung eines Volkes nicht durch äußeres Getriebe und auch nicht durch ״Politik“ kommen kann, sondern nur ״von innen“ durch Beschwörung der tiefsten zeugenden Kräfte des Volkes, des Seelischen jedes einzelnen Menschen, durch Niedertauchen zu den ״Müttern‘‘. Es ist ein viel größeres, viel bewegenderes Geschehen als sic!! aus Parteiprogrammen ablesen oder in Forimdu ein für allemal festlegen läßt. Es ist ein unendlicher Weg, immer wieder gekreuzt von anderen Straßen, und an jedem Kreuzweg steht der Zweifel, die Selbstprüfung, der ibsensclie Knopfgielter, der den Menschen unischmil/t. Fliesen immer neuen Prüfungen nicht auszuweichen, ihnen s f a n d 7 11 h alten, durch dieses echte Mensclieiitmn hindurch allein kann der Weg der jüdischen Erlieiierung führen; und auf diesem von dem lauten Getöse des äußeren Getriebes oftmals überschatteten, dunkeln Weg fanden wir das Licht dieses ringenden Menschen, der, leidend an dem Gegensatz zwischen Idee und Wirklichkeit, doch das Ziel nie aufgibt. Ein Mann von Weichheit der Seele, aber auch Heiterkeit des Gemüts, der die Herzensfrömmigkeit seiner Ahnen aus dem Ghetto hiniiber/uretten wußte in die Weite modernen Denkens. Und da ohne ihn seine Freunde den jüdischen Weg, um den sie sich abtniihen, nicht gefunden hätten — und weil dann vielleicht auch diese ״Jüdische Rundschau“ nicht das wäre, was sie heute manchem Leser bedeuten mag .- darum sei an dieser Stelle an diesem Tag Hugo Bergmann ein Wort des Dankes gesagt. rierte Aktion handelt, war die Demonstration in Tel-Awiw ein disziplinloses Drauflosgehen einer extremistischen Gruppe, die alles tun wird, um Aufsehen zu erregen und den verantwortliehen Stellen des Jisehuw Ungeiegenheiten zu machen. Die Prozesse zusammen geben einen Querschnitt durch die politische Situation im Lande. Es spiegelt sich in ihnen der Gegensatz zwischen Juden und Arabern, die Kämpfe der arabischen Nationalbewegung mit der Regierung, die inneren Konflikte unter den Juden und ein Teil der Verwirrung jener Köpfe, die glauben, man könnte politisch etwas erreichen, wenn man nur auf irgendeine Weise die Polizei verprügelt und durch Skandale Aufsehen erregt. Politische Verwirrung und einander bekämpfende Kräfte auf der ganzen Linie, gespiegelt in den Gerichtsverhandlungen, die das durch die verschiedenen Konflikte geschaffene Knäuel nacfi juristischen Gesichtspunkten aufzulösen versuchen. Strafmilderung für die Arabcrführer Jerusalem, 17. Dezember. (J.T.A.) Das Jerusalemer Distriktsgericht hat als Appellationsgericht die über Dschemal Hussein! und Edmund Roch verhängte Strafe, die wegen Teilnahme an den letzten Unruhen in Jerusalem zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt worden waren, auf Hinter• legung einer Kaution von je hundert Pfund für die Dauer eines Jahres gemildert. Sclieik Mu/<1fa, der zur Hinterlegung von hundert Pfund bei Bürgschaftsleistung für weitere hundert Pfund durch einen Dritten verurteilt worden war, wurde vom Berufungsgericht f r e i g es p r o c h e n. Am 18. Dezember wurde vor dem Jaffaer Gericht der Prozeß gegen 18 arabische Führer, die die Unruhen in Jaffa am 27. Oktober angestiftet hatten, eröffnet. Die Angeklagten, denen zehn Rechtsanwälte zur Seite stehen, erklären sich als nicht schuldig. Zur Uebcrraschung des Gerichts beantragte die Verteidigung bald nacli Prozeßbeginn, die Verhandlungen an jedem Nachmittag auszusetzen, um Angeklagten, Zeugen und Verteidigern die Möglichkeit zu geben, den Gottesdienst während des Ramadan-Fastens zu besuchen. Das Gericht hat sich die Entscheidung über diesen Antrag Vorbehalten. Unter den Angeklagten befindet sich auch der Sekretär des Obersten moslemischen Rates, Dschemal Al Fluss ein i, der vom Jerusalemer Gericht wegen Beteiligung an den Unruhen in Jerusalem verurteilt worden war. Die Arabische Exekutive hatte anläßlich des Prozeßbeginns einen Streik proklamiert, ihn aber im letzten Augenblick zurückgezogen, weil die arabischen Bootsleute und Kaufieute keine Neigung zeigten, der Streikparole zu folgen.

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