Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVIII (1933)
- Issue
- Heft 100 (15.12.1933)
- Date
- 1933-12-15
- Page
- Seite 968 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 958 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 100, 15. XII. 1933 Am weitesten aber tragt ein Vergleich mit Martin Buber. Die systematische (irund Überzeugung von der doppelten, ״re|ifiösen“ und ״nationalen•‘ Bedingtheit des Judentums tcjlt aeck mit dem spaten Cohen, mit Nobel und mit R06enzweig, und vor allem auch mit Buber. Trotzdem aber empfinden wir einen bedeutsamen Unterschied. So ist Baeck ein Histo* riker, Buber ein Rufer. Aber Buber ruft — zur Bewahrung der Substanz, und Haceks Geschichtsschreibung warnt immer wieder vor dem philiströsen Versinken in sie. Beide sind Füllrer, und beide sind Lehrer. Aber Buber wagt immer wieder, die Lehre zur Führung «!!ziiseDen, während Baeck der Führung durch Lehre zu raten sucht. Ein Dichter stellt sich der Zeit M« Brodi neuer Roman ״Eine Frau,die nicht enttduscht* I. Dichter ahnen die Verhältnisse der Zeit voraus. Ihr feinfühliger Organismus schwingt bereits unter den Spannungen der Gegensätze dieser Welt, Wem! sie sieli noch gar nicht in Wirklichkeit offenbart haben. Nicht umsonst stammen die grollen Vollnaturen unter ihnen von den Schern. (Nicht umsonst enden viele von ihnen in der Nacht der Gefühle, allzu übermächtig geschlagen vom Aufruhr der Sinne.) Doppelt empfindsam der jüdische Dichter jn dieser Heit. Was, seine Volksgenossen heute quält, zerreißt ihm schon vor Jahr und Tag das Herz. Denn er selber lebt ja das Schicksal des Volkes voraus. Unheil und Glück streifen ihm früher die Stirne. Dichter sein heilit: vor allem, nielit aus den Tiefen der Abstraktion heraus zu leben. Ware dar wahr, was man dem jüdischen Geist vorwirft — er sei tmfmchtbares Gewächs im Raum des Wcltdciikcns — wiese das stolze Volk der Juden ja kaum jene Männer auf, die mit dem Blut ihres Herzens ihre eigene Geschichte und, in gewissem Sinne, unser aller Geschichte niedersi'hriehen. Mit S|01z könnet! wir •Max Bnul zu jetten dieliteriscnen Biographen des jüdischen Seins zahlen, die am Pfahl ihrer eigenen I rlehitisse für uns alle blute!!. Brods Romane sind I/okumerite dts Judentums sthlcihlhi 11. Lines unbefangenen Judentums, das mit der Stint in den europäischen Raum platonisch er Vernunft reicht, mit den Tuben wurzelt im Boden eines unverletzten, bemühen, weitherzigen Volkstums. Und zwischen den Polen von lljmmei und Erde zuckt das Herz, kein jüdisches Herz, Uin deutsches Herz, ein Herz vor allem, das mensihlieh ist Durch das Tor des I lerzens geht der Weg zu den ,Wutlern, den Faust schreiten wollte wie Jeliuda heu I lalevv, der Weg in den Scholl der Kreatur. II. 1032, als für das Judentum deutscher Zunge die Schiensalswende er״! begann, hat Brotl seinen neuen Roman ״Die Frau, die nicht enttäuscht״, begonnen. Es ist die t ieschielite eines Schriftstellers, eines in deutscher Sprache schrei- Lenden Juden, der plötzlich üeneralrcvision seines Lehens macht. Eine Gcneralrevjsion, in der er bereinigt, was schic, ist: die Tatsache, da fl er Lektor eines deutschen Verlages ist, die Tatsache des aggressiven Antisemitismus, die Tatsache jenes unauflösbaren, unheimlichen, undefinierbaren □was, das sich, aus den tiefsten Tiefen auf ■teilend, zwischen zwei so starke eigenlebcndige Völker drängt, wie es ehe Deutschen und die Julien in der Vorstellung dieses realen Idealisten nun einmal sind. Bereinigt wird auch in dem schlesisch-böhmischen Sanatorium, in das der llcid der Geschichte flieht, eine unwürdige IJebe, die langsam bis zur reinen Sexualität abgestorben ist und dann auch noch den fahlen, erregenden Glanz (lex K'örpcrffuiduins verliert. Aber da steigt bereits neues Schicksal auf. Aus seiner Uncrforsclilichki'it tritt Justus Splra die Gestalt der Carola Weber entgegen. Inmitten eines steigenden ailgcnieinen Ju- (ienhasst - rnf.ki'ti't sie!! ein Glück, das nicht nicht auf der Bindung ih r I laut (,der des Vo. teils beruht, sondern auf jener Lhene zt!Stande kommt, auf der das völlige Vertrauen restlos h>srr>d!t Dali mich diews Glück nicht dauert, ist unwesentlich ar sich. Ls zerbiielit nicht an dem gioücu Gegensatz der Rassen, sondern es zerbricht i!n Guiiltde an dein Gegensatz des Kirnstlennensc!ich zur Frau, die die ewige Lrauenfordeniiig na׳’h dem ״lii im“ stellt. Vielleicht kann sieh dieser oder jener das Argument zu eigen mnehvii, das einmal die auf Konzertfourneen hennnirren.lt* Gamla Weber Justus in» Gesieltt schieneiert: dal! sein Künstlertnm N■ mndenttiui und sein Nomadentum wohl Judentum wäre. Aber dann wäre alle männlichsehnsüchtig! Küns!lcrl«idc11s1 h.ift jüdisch, statt, was sie ist, männlich- Und fs ist mich unwesentlich für diesen Roman, denn <l!o Tntscheklungcn in der wichtigen Diskussion, die Brnd, erharmtingslos gegen «ich seihst, bis zu Ende durchführt, sind die Auseinandersetzungen, die darin vor dem nafürliehen Ende der Beziehung durchgefochten werden. BrotI geht keiner Entscheidung aus dem Weg. Auch dann nicht, wenn sie ihn bis an die Wurzel seines Wesens spaltet. Fr hat jene Kraft der echten schöpferischen Naturen, die den Tod rieht scheuen, weil sie wissen, dall sie wieder auferstehen, und daß jedes Berühren der Mutter Erde sie stärker macht. Und Erde ist Scholl wie Tod wie Mutter wie Geburt.. , der griechische Heros, der zu erneut wachsender Kraft die Mutter (Tia berühren mußte, ist eine der herrlichsten Synibolgestalten. Dein Gegner ins Gesicht zu schauen und den Kampf durchziifechtcn, ohne geistige Binden und Vorbehsltsbandagen — was ßibt es besseres für einen echten Mann?! Wo Klarheit ist, auch wenn man dann allein ist, ist wenigstens klare Luft zum leben. Im Dunst der Kompromisse erstickt man. Kornnromillliteratur heute ■— was wäre das für eine grauenhafte Verkleisterung der Wundmale am heiligen Körper des jiidisehen Volke!. Welches Gift würde in den schon von fürchtcr• liehen!Meilen getroffenen Organismus hineintröpfel 11 und den Rest der Widerstandskraft zersetzen?! Was das Judentum braucht und was ihm m geben vor allen Dingen seine Schriftsteller verpflichtet sind, ist jene Wahrheit, die vor nichts die Augen verschließt, und die noch im Oefühlsüberscliwang der Liebe sich prüft, was bei dem Erleben von Menschen und Dingen Wahrheit, was nur in einen Sehnsuchtshorizont hin• einprojirierter Wunschtraum ist. Es ist das große Thema des Brodsehen Romans, daß es das tiefste Problem der Liehe zweier rassig verschiedener Menschen zum Anlall nimmt, um jüdische Stellung zum Deutschtum der Gegenwart, also zum Deutschtum, das das Judentum »hlehnt, zu timreilien. Zum erstenmal ist ein Schriftsteiler der Held eines Brodschen Romans. Es ist billig, aber nicht fehl gegangen, den Dichter und sein Geschöpf zu iueiiji. fizierer». Wie könnte auch ein Jude, in deutscher Sprache schreibend, jemanden mit der Klarstellung seiner Gefühle belasten, wenn nicht sich selbst! Er muß schon h«aus jetzt, auf die Schanze, und Brod hat stets bewiesen, (lall er zu fechten versteht. Mit jener Eleganz, die Behendigkeit nicht ach ent, »her die Finte als unwürdig verschmäht. Brod bietet aeln Herz. Er wattiert es nicht mit internationalen Theorien. Er gibt ihm nur den großen mutigen Schlag von innen her, der es gegen den Stich der Verleumdung wappnet. Niclt gewappnet freilich ist es gegen den elementaren niedersausenden Hieb, den die Natur selber führt, Was soll ein Jude, ein jüdischer Dichter insbesondere, sagen, wenn sich der Gegner auf die uneinnehmbare Position zurückzieht, «die aus Blut und Boden Voraussetzungen an zu er- Ma'os zur Fr•! Obertragen von Leopold Mar* All mein Hell geht von Dir aut, Dich sucht mein Lobsingen. Baue Dein geweihtes Haus, daß wir Spendung bringen. Lflbt Du mir'* gelingen, Rettung zu erringen, soll befreit, Dir geweiht, stdi die Flamme schwingen! ßllter srfilug mir Sklavenlos Wunde Ober Wunde. Kelbsesidüger Citizen Troß hetzte mich wie Hunde bis zur Reitunßsstundc; Du, mll mir Irr» Bunde, riefst das Meer. Pharaos Heer sank wie Stein zum Grunde. Deiner Worisiaii dürft Ich nahn, dodi ich ward vertrieben, weil ich midi an fremden Wohn rauschbetör! verschrieben. Jahre — zehnmal sieben — — wo sind sie geblieben? — sdüenen kurz Babels Sturz lieb mein Leid zerstieben. Haman, der na■׳ Arges sann, Del in eigne Falle. Ueber Glück, das jaä cerrann, stürzte manche Halle. Vieler Feinde Kralle drohte uns. — Sie alle sanken hin. — Hell für Ihn unser Lied er schalle I Jovnn quill« 1!1id1 aufs Blut, Heilges lag geschändet. Kühn hat Makkabäermut Sdiimpf und Mol beendet. Wenn ihr Schlacke fändet, die noch Flamme spendet Wunder wär's. So hat ER 's immer neu gewendet. Wir haben in!!er rorigen Nummer die Veheriragung des Chanuhknh-I Jedes von!׳'ranz Rosen zweig wiedergegeben. Nachstehend ecriij!entliehen wir eine weitere l'ehert rugung, die uns ah eine etwas freiere, aber durchaus sinngemäße l c!:crlragtmg dtes hebräischen Textes überaus gelungen erscheint, /Ja meistens ganz minderwertige [’Übertragungen des Textes im l’mluuf si-ul und die in gewissen reformierten Synagogen üblichen freien ״Nachdichtungen" weder dichte■ risch noch in bezug auf die l.'vberselzungstrcuo befriedigen hörnten, glauben wir, daß es für eine weitere ()elfen! Uchkeit von Inieretim sein wird zu sehen, daß es durchaus auch zulängliche L'ebersetzungen gibt, die rezipiert werden könntvn. lled. kennender Meiischcnwürdigkcit macht. Wie soll er sich vor allem steilen, wenn Verbotstafeln der Liebe an den Grenzen der Machtbereiche aufgestellt werden? Schumann, Stifter, Goethe — sie füllen den geistigen Raun! des jüdischen Helden dieses Romans, füllen seinen Gefühlsraunt, und in der Tiefe ihrer schöpferischen Offenbarungen führt still und leise der Weg zu Sein und Sinn der Frau, die nicht enttäuscht (und später doch entgleitet). II! Es ist cjn neuer Begriff, den Brod erfindet: der Begriff des ״D i s t a 11 z d e 111 s c h c n“. Es ist ein wohlbehliteter, uneinnehmbarer Fleck, auf den Brod sich da zurückzieht. Die Bildung dieses Begriffs entspricht dem Begriff ״Distanzliebe“, wie sie in Stüters ״Nachsommer•‘ zwischen jenen beiden alten Liebenden gegeben ist, die während ihres jungen Lebens, infolge gewisser Zufälligkeiten und Vorurteile nicht zueinander gelangen konnten. Es fällt, bei Stifter kein Wort der Reue, kein ״Zu spät“. Im Gegenteil, die Beziehung des Fieiherrn von Risach und Mathilde, in die sie an Ihrem Lebensabend «!»treten, ist ״vielleicht das Spiegelklarste, was menschliche Verhältnisse aufzuweisen haben. Diese Liebe hat gleichsam keinen irdischen Ursprung an sich“. Vor nielit* hat Brod, resp. hat sein Held soviel Scheu, wie vor dem Anwurf ״jüdische Mache“. Ein Anwnrf, der ihm an den Kopf fliegt, als er in einer erzgebirgischen Wohlfätlgkeitsangelogenheit die Führung der Helfenden hat. Seine Empfindsamkeit gegen solchen Vorwurf gellt aber auf ein Gedicht zurück, das der Romanheld Justus (Justus, der Gerechte, weicher Jude möchte nicht so heißen? —und ach schon klafft hier wieder ein Gegensatz! Sagt doch hier ein Mann wie Ernst v. Salomon z. It.; ״Gerechtigkeit ist eine Fiktion, als Forderung geradezu unsittlich“) am Anfang der Qcschehnisse in einer Heilung־ liest In diesem gewissermaßen klassl* sehen Gedicht werden alle Juden an *ich, ob sie fromme oder gaunerische Menschen sind, in einen Topf geworfen. Trotzdem nimmt Brod-Jnsfus dem Deutschtum gegenüber eine aus letzfern Erlebnis stammende ״Distanz-Liebe“ in Anspruch. Diese Liebe, die oft weh tut, weil sie 80 unendlich sehnsüchtig ist, läßt er sich nicht bestreiten, Solche Liehe aber grenzt ihn auch ab gegen den rührenden liberalen Kind-rarzt Dr. Türk, der in ehrlicher Aulopferung bereit ist, sich die Haut für seine Patienten zur Transplantation aus dem Leibe schneiden zu lassen, in Wirklichkeit aber zu jener Klasse gehört, die mit ihrer distanziosen Ungehemmtheit die echten Gegensätze in scliädlich&ter Weise vermanscht. Wir kennen solche Figuren nur allzu gut aus vielen bisherigen Vertretungen des Judentums. Wir empfinden sie ebenso wie die Deutschen als eine überholte Spezies Mensch und alle Anerkennung ihrer persönlichen Verdienste kann uns ebenso wenig wie den Ronunhclden Justus daran hindern, sie als besonders unheilbringend zu empfinden, Weil sie die Distanz, wegschwindeln, und weil Lüge im Verhältnis zweier Völker der erste Grundstein einer aumählich sich zur Immanenz wandelnden Feindschaft ist IV׳. Eine der wesentlichsten Eigenschaften des Romans ist leine Naturnähe. Ist etwas, was man bei Gegnern des Judentums als besonders bei einem Juden nicht existent bezeichnet lesen kann. Nun, wer mit der Musik so eng verbunden ist wie Brod, wer das Wehen der Weltwindc so spürt wie er, wer so wie er in echt jüdischer Tradition Natur und Geist nicht trennt (wie herrlich ist, um mir an eins zu erinnern, schon in der Bibel die Verkündung der Gesetze in das Brausen der Winde des Sinai gehüllt), dem kann ei nicht schwerfallen, diesen Vorwurf _ zu widerlegen, Die urdcutsclic Natur des Riesengebirges, ins Böhmische wie ins Schlesische sieh breiterul, findet hier einen Scliilderer, der von seinem per Distanz geliebten poetischen Ahnherrn alle Farbe um! alles Blut mit• bekommen hat. Der Wald mit seinen Schatten und seinen clunk• len Gründen, mit seinem geheimnisvollen Rauschen und seinein Lehen ohne Ende, mit dem Flügelgeschwirr seiner In• sekteil, der Wärme seines Mooses und dem Duft seines unter Sonne, Mond und Sternen dahintriumiendcn Da-Seins wächst so um den Leser auf, daß er sich mit dem I leiden des Romaus dahiuschreiteii fühlt, über knisternden Boden, weitab vom I arm der Städte und Ihren verfälschten Himmeln. Und mit ihm schreitet die deutsche Carola, fern 11:1d nah wie mir irgendein Mensch, und der Kontakt spinnt sich nicht von Gestalt zu Gestalt, er funkt über die Wipfel des Waldes hin• weg» er zündet durch die Tiefen des Bodens hindurch. Der magische Kreis schließt den irdischen ein. Bis der irdische ihn sprengt , . . Es hieße aber die Bedeutung des Brodschen Romans ein• engen, beschlösse man den Bericht mit der Mitteilung von der Konfession einer Liehe, ihrer Vollendung und ihres Scheiterns, Stürmischer und breiter greift Brod die Positionen des Lesers an. So rollt er unter anderem dl:׳ ganze Frage der Beteiligung des Juden in der deutschen Politik auf. Und kommt dabei zu jenem Schluß, den der Unterzeichnete Referent schon in jäher Sorge vor zwei Jahre« in einer Berliner Zeitschrift (nicht originell, doch aus originalem Erleben) zog: daß manch(: Juden manches Scheitern von Revolutionen auf dem Gewissen haben, weil sie, nach Lage der Dinge sich manche Führer• posilien zubilligten, für die objektiv keine Berechtigung vorlag, Weil, um ein Steckenpferd wiesle׳• einmal vorzureiten, der biologische Altersimt ersehied tler Völker im Durchschnitt verschieden״ Gehirnkonzentioneii bedingt. Darum ist es richtig, wenn Brod die Distanz wie einen Isolator zwischen die Gefühl-•• schiebt, weil sich in der Distanz allein der Ausgleich, gefördert durch Erkenntnis und aus Erkenntnis folgender Achtung, vollzieht. Dali Brod es sieh schwerer macht, daß er an dem Prüf• bild einer Frau die Anatomie eines Rassenverhältnisses zum Sektionsbefund bringt, gellt auf das Vertrauen zurück, das er in seine seelischen Kräfte hat, Und das durch sie gerecht• fertigt wird. Sein Roman ist eine Prüfling seiner seihst, ist die Durchleuchtung eines mit Arbeit und Erfolg errichteten Leb״tisgebämk'8. das allen Hegri.'fswinden der Heit ausgesetzt wird. Aus deutschem Sprach!(reis erwachst•!!, von den seeliselten Kräften höchster deutscher Geistigkeit gespeist, stellt es 1 m holden und innigen Bezirk des zartesten, das deutsche Seele empfand. Aber es steht zugleich auf dem Boden des jüdischen Schicksnls, und dieses Schicksal awingt seinen Bewohmer von vornherein, ehrlich die eigene!•'ahne zu tragen die Palme des jüdischen Volkes. Sie weht über den Häusern und Ze'ten Palästinas, und ein Bot« «aus dem Lande ist es denn auch, der, zuerst fast unwillkommen, schließlich dem Helden Justus Spira jene Aufgabe und Bindung wiederbringt, di« ihn mit dein Mittelpunkt der Welt verknüpft. Nachdem er es erlebt hot in der!.lebe zu db'S-rr schönen Frau, daß der Rassenunters■diled erkannt und nicht bagatellisiert werden darf, um ihn auf tler pintonischen Ebene ordnend aus/iigleiclieii, findet er jet.d in B:\rzlk1l, dem Boten den Manu, der. gewiHiscu aus dem eigenen jüdischen Raum und der jüdischen Erde, den Sinn der Lebenstapferkeit des Melden bestätigt und be'ohnt. Vertritt er doch jene Schicht der jüdischen Hukunftünioniere, die das Wunder vollbringen wollen, in dem allein sieh der Friede der Rasseei vollziehen kann: das Wunder, daß die stärkere (jüdische) Rasse sieb himieigt zu der kulturell und wirtschaftlich schwächeren arabischen, 11m ihr zu helfe׳!. «Mit diesem Sprung in dir• wichtigste Gegenwart von Frez Israel schließt der InimlcrthÜ'ig durchdachte, in steiler lichter Form gebaute, tim der letzten Ehrlichkeit willen in einer Liefie ohne Schani brennende, aufregende neue Roman Brods (Erschienen hei E. I>. Ta! & Co., Wien.) M a n f r e d Georg, Zu unserem Hinweis auf die Makkabäer. B ii «her die einen Teil der Apokryphen des Alten Testament* bilden, werden wir darauf aufmerksam gemacht, daß eine deutsehe Ausgabe der Apokryphen nach dein griecltlsclnm Text, übersetzt von Dr. David Cassel, im Verlag von George Kramer, Hamburg El, Oriudelallee 115, vor einiger Heit erschienen ist Die schön gebundene Ausgabe kostet nur 2,7(1 RM. und gibt also einem weiten Kreise eine Gelegenheit siel! in diese überaus interessante und eigenartige vielfarbige jüdisch« Literaturgaftung ein/»!lesen. Eine Hundertjährige, Frau K. H a a g in a n Sc h i e I a a ז :n Rotterdam, hat zur Erinnerung an ihren 100. Geburtstag ihren Beitrag für den KKL eigenhändig in das Familienbuch ״ingeschrieben. An der estlniidisehen Universität zu Dorpat wurde ein Lehrstuhl für jüdische Wissenschaften proklamiert. Die Vor• iesungen beginnen im kommenden Semester. Palästina״ Abend veranstaltet von den Deutschen Mitgliedern der Jewlsh Agency und dem Fräsldhtm de! Deufsdien Keren-Hejesjod am Sonntag, den 13, Den, 1933, abends 9'!t> Uhr* Im Grölen Festsaal des Brüderverein*h«use», Berlin W 61, Kurfirstenstra&e 115/06. Vorsitz und Eröffnung: Direktor Oscar Wassermann Redner: Kurt Blumenfetd Dr. Friedrich BtodnUs Dr, Michael Traub Kaffee« od.Tee#edeck RM. 1,50 (einscht.GarderobeJ Kartenbestellungen Freitag von 1/*9—1/!4 Uh» Sonnabend 9—י/י4 ״ im Sekretariat der Jewi sh •Agency, Melnekeslre&e IC Bismarck 7165, / Poshduckkonto Berlin Nr. 104 »51