Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1933-12-12 · Heft 99 (12.12.1933) · p. Seite 945

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVIII (1933)
Issue
Heft 99 (12.12.1933)
Date
1933-12-12
Page
Seite 945 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2651273-2653725-2653822--24523-2687477
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr. 99, 12 Xir. 1933 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 943 Organisierung des Emigrantenhilfswerks Die Lausanner Konferenz Lausanne, 7. Dezember. (J.T. A.) Dein iieugeliikleten engeren Ausschuß des VerwaKnngsrates des Emigraiiteiihiifs- Werks gehören Viscount C e c i I o I C 11 e 1 w o 0 d als Vertreter Englands, Senator Henri B e r e 11 g c r, der Vorsitzende des französischen Senatsausschusses für auswärtige Politik und Präsident des französischen Komitees für Emigrantenfragen, ferner der Vertreter Hollands M. Doudc van T r ס o s t w i j k, der Vertreter d«׳r Schweiz H e ח r 1 Rothmund und der Vertreter Ltrugnavs Alberto (inani an. Die Vertreter Hollands und der Schweiz, traten endgültig an die Stelle der Ursprünglich in den Ausschuß gewählten Vertreter Amerikas Professor Joseph P. Cliamberlala und Italiens Senator Majoni. An Stelle Lord Cedi of Cheiwoods, der beabsichtigt hatte, nach Beendigung der gegenwärtigen Tagung des Verwaltungsrats den Vorsitz in dieser Körperschaft niederzulegen, war zunächst der Vertreter Uruguays Alberto Ouaui als Präsident des Verwaltnrigsrats in Aussicht genommen worden. Im letzten Augenblick konnte jedoch Lord Cecil bewogen werden, das Präsidium des V e r w a 11 u 11 g s r a t s auch f u r die Zukunft an 7u nehmen, und Guani wurde zum Väzevorsitzendei! gewählt. * Am 8. Dezember wurde die Tagung geschlossen. In der öffentlich e 11 Schlußsitzung legten die Vertreter der einzelnen Regierungen ihren Standpunkt bezüglich der Unterbringtmg von Emigranten und der Hilfsarbeit für diese dar. Die Vertreter der europäischen Länder wiesen übereinstitnmend darauf hin,’daß diese Gebiete für weitcre Emigranten nicht mehr aufnah mefähig seien, während der Delegierte Uruguays NiederlassungsmÖgiichkeiten in Südamerika andeutete. Der Vertreter Frankreichs, Senator Henri Bfrcnger, betonte die Schwierigkeiten, die Frankreich infolge der Notwendigkeit erstehen, für die große Zahl der schon bisher aus Deutschland nach Frankreich Ausgewanderten Sorge zu tragen. Frankreich habe sowohl durch philanthropische Unterstützung als auch dadurch, daß trotz der im Lande herrschenden ungeheuren Arbeitslosigkeit . zahlreiche Emigranten in Frankreich und in seinen Kolonien untergebracht wurden, große Anstrengungen gemacht, Hilfe zu leisten. Aber schon jetzt sei die Zahl der Flüchtlinge größer als ertragen werden könne und dabei würde man sich einer Illusion hingeben, wenn man glaubte, die Auswanderyngsbewegung sei schon zum Stillstand gekommen. Angesichts dieser Möglichkeit müsse er den Verwaitungsrat darauf a ufmerksam machen, daß Frankreich k e i n e w eiteren Emigranten aufnehmen könne; nunmehr müßten andere Länder ihr Teil zur Lösung des Problems beitragen. Auch der Delegierte Hollands, Doudc van Troostwijk, richtete a!1 die anderen Länder den Appell, Hilfe zu leisten, da Holland in derselben Lage sei wie Frankreich und neue Einwanderer nicht mehr aufnehmen könne. Der tschechoslowakische Delegierte, Dr. Max L o b k o w i c z, wies auf die wiederholten Svinpathieerklärungen hin, die der Außenminister der Tschechoslowakei, Dr. Bcnesch, zu dieser Frage abgegeben habe. Aber die Tschechoslowakei sei ein armes Land, dem es wirklich schwer falle, die unerwartete Last zu tragen, die ihm durch das Einströmen der Emigranten aufgjebürdet worden sei. Es _ könne sich nicht verpflichten, noch mehr zu tun. Iin gleichen Sinne äußerte sich der Vertreter Polens, Exminister Dr. Withold Chodzko. Der Vorsitzende des Verwaltungsrats, Viscount Cecil, streifte kurz die bisherigen Leistungen der Einigrautenfürsorge in England und erklärte dann, Europa sei im allgeitieitien überfüllt. Was Palästina betreffe, so sei es ein kleines, genau kontrolliertes Land, dessen Verwaltung bisher alles, was vernünftigerweise getan werden könne, getan hat «nd auch weiterhin tun wird. Größere Möglichkeiten bestünden in den überseeischen Ländern, doch sei er nicht ermächtigt, für die englischen Dominions zu sprechen. Er hoffe, daß sich die Arbeit erfolgreich gestalten werde. Der amerikanische Vertreter, Professor Chamberlain, betonte, die Regierung der Vereinigten Staaten sei an einer humanen Lösung der Fmigrantenfrage außerordentlich interessiert lind werde die Sammelarbeit privater Organisafionen mit Sympathie verfolgen, wenn auch die wirtschaftliche Depression in Amerika eine sehr schwierige innere Situation lierbeigeführt habe. Die Arbeit müsse unter Anwendung konstruktiver, nicht bloß charitativer Methoden erfolgen. Die ״Voss. Ztg." berichtet, Chainberiain habe ״durchschauen lassen, daß Amerika keine jüdischen Flüchtlinge aufnehmen könne“. Der Vizevorsitzende «les Verwaltuiigsrats, der Delegierte von Uruguay, Alberto Guani, sagte, Latein-Amerika sei vom besten Willen zur Mitarbeit an dem Werke beseelt, weil es sich leidenschaftlich zu den Grundsätzen von Freiheit und Gleichheit bekenne. Er hoffe, daß auf der nächsten Tagung des Verwaltungsrats auch Brasilien und Argentinien vertreten sein würden. Das Schlußwort hielt der vom Völkerbund eingesetzte Hochkommissar für Emigranfenwesen, James G. Machonald. Er dankte dem Verwaitungsrat und den Vertretern der privaten Organisationen, deren Bereitschaft, ihre individucllen Auffassungen im allgemeinen Interesse zu modifizicren, allgemeine Uebercinstimmting bezüglich des Advisorv Council ermöglicht habe. Nunmehr sei ein Apparat geschah fen, mit dessen Hilfe die Erreichung des Endziels des Emigrantenhillsvcrks angestrebt werden würde, nämlich das Ziel, es jüdischen und nichtjiidischen Emigranten zu errnö״- Jichen, ein neues Leben in neuer Heimat zu beginnen, um beitragen zu können zur materiellen und geistigen Kultur von morgen. In einer vor der öffentlichen Schlußsitzung abgehaltenen geschlossenen Beratung erörterte der Governing 130dv die Schwierigkeiten der Ucbcrführung von Emigranten aus einem Lande in «in anderes. In diesem Zusammenhang wurden Einzelheiten des Problems der Beschaffung von Pässen für die Emigranten besprochen. Es wird erwartet, daß eine befriedigende Lösung dieses Problems bald efunden werden wird. Man kam überein, daß alle Angelegeneiten, die unmittelbare Verhandlungen mit der deutschen R e i c h s r e g i e r u n g erforderlich machen, dem High Commission er persönlich überlassen bleiben sollen. Der Verwaltungsrat genehmigte s-odann das 100000 Dollar betragende Budget für das Büro des Emigrantenhochkommissars. Dieser Betrag wird von! den privaten Organisationen aufgebracht werden müssen. Die Zahl der Sitze in dem dem Verwaitungsrat zur Seife gestellten Advisorv Council wurde von 16 auf 18 erhöht. Im Beirat werden nunmehr je 0 jüdische und nichtiiidischc Organisationen vertreten sein. Die 0 jüdischen Körperschaften sind: die Jewisli Agency for Palcstine, die Jewisli Colonisation Association (JCA), das Jeivish Joint Distribution Committee for America, das Comite des Delegations jtiives, ferner die britische, airtcri- Iranische, französische, polnische und holländische Judenlieit. Die amerikanische Judenlieit ist doppelt vertreten, einmal als solche und außerdem durch das Joint Distribution Committee. Das Comife des Delegations Jilives repräsentiert gleichzeitig den Verband der jüdischen Gemeinden Italiens, die staatlich anerkannte Korporation der italienischen Judenlieit. Der Verband hat sich in letzter Zeit dem Comiti' des Dch'gutions Juices, das die jüdischen Minderheiten Europas vertritt, angeschlossen. Es verlautet, daß den Vertretern der jewisli A ״ e 11 e v for Palcstine, des American Joint I) i s t r i h u t i o 11 C. o 111 m i 11 c e 11 ml der J e w i s 11 Colonisation A s s o - ciation (JCA) Sitze im Verwaitungsrat, jedoch nur mit beratender Stimme, zugeteilt werden sollen. Von nichtjüdischen Körperschaften sind vertreten: die katholische und protestantische Kirche, die Quäker, die Gewerkschaften, die Arbeitgeberverbände, Akadernikerv er bände. Kinderfürsorge Organisation 011, 11 ie Gesamtheit der nichtjiiclisclien Hilfskomitees und das französische Fl ilfskomitee. Dem Beamtenstab des Emigrantenkommissariats gehören an: Professor Norman B ent wich, Herbert May, der durch seine Arbeit in der jüdisch-ch-istlichen Amiäheningsbeweigimg und im internationalen Sfudcnteiiwerk bekannte Verfasser des Werkes ״Der Jude und sein Nachbar“ James Parkes, und als Generalsekretär der Holländer Wnrtbajni. Die nächste Tagung des Verwaltungsrats wird vermutlich Ende Januar statt finden. Man rechnet damit, daß auf dieser Tagung die Paß frage endgültig erledigt werden w ird, nachdom die einzelnen Regierungen zu ihr Stellung genommen haben. In der kommenden Woche begibt sich f lochk.׳mniiKsar MacDonakl nach Paris, London und New York, um Ver- Handlungen mit den dortigen Regierungen auf/unehmen. Nach Schluß der Lausanner Tagung hat si '1 Dr. Ch.iim Weizmann nach Bern begehen, wo er auf Einladung des Schweizerischen Israelitischen Geuieindehundcs in dertiroßrn Synagoge der israelitischen Kiilttisgeimind e Bern einen Vortrag über aktuelle jüdische Fragen hielt. Von Bern hat Dr. Weizmann die Rückreise nach London angetreten. Er beabsichtigt, Mitte Januar nach de״ Vereinigten S t a a - t e ti zu fahren, um sich an die Spitze der Kampagne fiir die Aufbringung von Mitteln im Rahmen der Aktion zugunsten der Juden aus Deutschland zu stellen. Die Emigranten in Belgien Auf Grund der von der belgischen Regierung vor kurzem eingesetzten Kommission zum Studium der Fluchtlirsgsfrage durcligcführten Erhebungen wird amtlich fest- (gestellt, daß die Zahl der Emigranten auf heigjschem Gebiet niemals h ö her als 2800 w a r und jetzt bereits auf weniger als 2000 g e - sunken ist. In dem Coniunique heißt es, daß die Euiigranten Belgien im Hinblick auf die herrschende Wirtschaftskrise nur als Zwischenstation betrachten können. * Berlin, 11. Dezember. Die Ergebnisse der ersten Tagung des Beirates des Emigrantcn-Kommtesars sind für die jüdischen Auswanderungs-Bedürftigen nicht gerade ermutigend. Es wäre ein Fehler, sich zu verheißen (was von verantwortlicher jüdischer Seite ohnedies oftmals mit Nachdruck betont worden ist), daß die Möglichkciten einer jüdischen Auswanderung mit Rücksicht auf die lieutige Weltwirtschaftskrise ii berausgering sind Ls wäre aber falsch, wollte man diese Fragen lediglich unter dem Gesichtspunkt der menschlichen Sympathien der einzelnen Volker betrachten, (n allen Ländern gibt es natürlich Kreise, die sich gegen ein Zuströmen von Konkurrenten aus dem Ausland zur Wehr setzen und die Regierungen der befreffenden Länder sind genötigt, auf solche Gruppen Rücksicht zu nehmen. Es ist aber u. E. ganz falsch, wenn manche deutsche Zeitungen es so hinstellen, als ob hierin eine Rechtfertigung für die Ausschaltung der Juden in Deutschland gefunden werden könnte. Es ist ein Unterschied, ob Menschen in einem bestimmten Land im Wirtschaftsleben verflochten sind, seit Jahrzehnten daran mitarbeiten und nicht Unwesentliches auch im Interesse der anderen Bevölkenin g geschaffen haben, oder ob sie v 011 a 11 ß e 11 (n. b. in einer Zeit wirtschaftlicher Depression) ins Land strömen. Auch Deutschland kannte stets das Emigrantcn-Problem. In Preußen haben Flüehilinge der Nachbarländer ein Asyl gefnnden, seien cs nun die Hugenotten oder in jüngster.Zeit russische Emigranten, und ebenso haben deutsche Auswanderer mit Pioniergeist (sogar ״politische Flüchtlinge“) in anderen Ländern eine neue Heimat begründet, ohne daß man ihnen hieraus einen Vorwurf machen konnte. Obwohl für uns Juden die Ergebnisse der Lausanner Konferenz traurig sind unbefriedigend sind, müssen wir doch dagegen Einspruch erheben, daß im Berliner ״Montag*‘ Friedrieh Hussong seinem Leitartikel den Titel gibt: ״Niern a n d will sie!“ und es so darstellt, als ob es sich dabei um eine Frage der ״(heueIpropaganda** handelte. Friedrich Hussong ist vielleicht in erster Linie an den ehemals in Deutsch- Fand befindlich rn Literaten interessiert, diese sind aber mir ein winziger Brite 11 toiI der Emigranten und wir sind überzeugt, «laß sie in den Erwägungen der l ausanner Konferenz keine Rolle gespielt haben, gewiß nicht soweit die jüdische Seite der Sache zur Erwägung stand. Fs handelt sich vielmehr um die Frage, Was junge Mcnsclien anfangen sollen, denen in diesem oder jenem Land, wo sic ausgewachsen sind, die bmifliche Betätigung, /um Teil sogar die Ausbildung, versagt ist, und die darum einen anderen Ort zum Aufbau einer Existenz finden müssen. Dies ist d er Teil der Angelegenheit, welcher die i.üdisehe (!)Öffentlichkeit interessiert. Es wäre doch gewiß von einem maßgebenden Publizisten nicht zuviel verlangt, daß er, bevor er einen Satz wie den: ״Die Welt ächtet sie“ — aussnricht, sich überlegt, um welche Menschen und um welche Probleme es liier geht; er würde dann vielleicht zu dem Ergebnis kommen, daß zu billiger Schadenfreude kein Anlaß ist und daß auch vom Standpunkt des neuen Deutschland, das gewiß keine Unschuldigen in dieser Weise verdammen kann, noch eine andere Betrachtungsweise möglich wäre. Aufnahmefähigkeit Palästinas und jüdische Einwanderung Erklärungen Ben Gurions und Brodetsky״* London, 6. Dezember. (J. T. A.) Auf einer im Hauptbüro der Zionistischen Organisation in London ahgehaltencn Pr es s« b es p r ccli nng behandelten der Leiter des politischen Departements der Palästina-Exekutive, David Ben Gurion, und der politische Dezernent der Exekutive der Jewisli Agency in London, Prof. Selig Hriulctskv, die Frage jüdischer Einwanderung nach Palästina unter dem (iesichtspunkt der (iesamila ge der Judenlieit und der Bedürfnisse Palästinas. Di« Rede Ben Gurions ״Vier Fragen“, begann Ben Cnirion seine Ausführungen, ״beschäftigen uns in der Arbeit für Palästina: I: i 11 w a n d e - rung, Boden frage, Sicherheit mul die Gestaltung unserer B e / i e 11 11 11 g e 11 z 11 d e n A r a 11 e r 11. Die wichtigste dieser Fragen ist die der Lin Wanderung, nicht nur im Hinblick auf die Lage in Mittel- und Osteuropa, sondern auch, imler Berücksichtigung der dringenden Bedürfnisse des Landes Palästina selbst. Der .Mangel an jüdischen Arbeite* kräften ist so stark. d;1lt die gesamte Entwicklung des Landes dadurch au!gehalten wird." 1\';1rh einem Hinweis darauf, daß jüdische Einwanderung nach Palästina keine vorübergehende Erscheinung, sondern die / w i 11 g e n d e F ״ I g e der 1. a g e der J u d e n in der ijan/eii Welt ist, machte Ben < in r i 011 Angaben über den /tHuoiii j ü d i s e 11 e 11 K a p i I a I s nach Palästina und die durch jüdisches kapital und jüdische Arbeit erzeugte Prosperit.it, die auch in den Leberselinsscn der Palästina! erw,11tung zum Aiisihiick kommt. f>11 ich lange .aufopferungsvolle Arbeit wurde das I and fiir die Aufnahme breiter jüdischer Massen vorbereitet. Eine größere und immer steigende jüdische Ein- Wanderung muß zu einem Bestandteil der PoEtik der Mandatarmacht werden, wenn diese die von ihr übernommenen Veroflichtungen erfüllen will, und ich bin überzeugt, daß eine solche Politik im Interesse des ganzen Landes und der Mandatarmacht selbst liegen würde. ״Die zweite Frage“, fuhr Bt1!׳ Gurion fort, ״ist die des Bodens. Der Wmisch .großer jüdischer Massen, sich in Palästina aii/usieilcln, wird immer dringender. Die Möglichkeilen landwirtschaftlicher I: iituicklung in Palästina sind gewaltig, ln den letzten Jahren wurde an vielen Stellen, an denen man es nicht erwartet hatte, Wasser gefunden, wodurch die Möglichkeit intmsiver Bodenliewärtsdiaftimg; gegeben wurde. Um die Niederlassung von Siedlern, di« infolge der stark gestiegenen Bodenpreise nicht seihst Land kaufen können, zu ermöglichen, müssen große Bodenk 1 ק וזז ס e x e a 11 s ö f f c 11111 c h e 11 Mittel 11 erworben Zur Frage der Sicherheit übergehend, bemerkt« Ben Gurion, daß auf diesem Gebiete eine bedeutende Wen. düng zum besseren unter dem jetzigen ()herkommissa: zu verzeichnen sei. Durch jüdische Kolonisation seien Araber nicht verdrängt worden. Gerade in der Nachbarschaft der jüdischen Kolonien nehme die arabische Bevölkerung zu, während sie sich in den Oegenden, wo keine Juden wohnen, vermindert. Ein Vergleich zwischen den Verhältnissen in Palästina und denjenigen in Transjordatiien zeige am besten die Auswirkung der jüdischen Einwanderung auf die Lage der Araber. Diese Einwanderung komme dem lande und den arabischen Massen, Fellachen und Arbeitern, zugute, In seinem letzten Gespräch mit arabischen Führern )iahe der High Coimnissioner erklärt, es würde dem .Mandat w hlersprcchcn, daß die Araber den Juden unterworfen werden. Nicht weniger maudatswidrig aber Ware es. erklärte Heu Gurion, wem! Juden den Arabern unter war feil werden sollten. Deshalb sei die den Rates, da solche Aemle mimen dazu fuhren könnten, das eine Volk dem anderen /u unterwerfen. Es liege iin und außerhalb Palästinas zur Verständigung und zur Zusammenarbeit zu gelangen. Die Araber bewohnen jüdi-rhe Finwamlerum׳ nach Palomina, das nur einen kleinen Teil dieses Gebietes' bildet, gefährde in keiner Weise die ungehinderte Entfaltung der arabischen Oosaintnatiou. Ansprache Brodetsky's Professor Brodefskv erklärte, der jetzt geführte Kampf entspreche nicht dem des Jahres BHit, denn es handle sieh nicht um einen Kampf um Ein Wanderung an sich, sondern um deren Ausmaß. Die Exekutive befasse sich sehr intensiv mit diesem Problem und tue alles, um eine Ver- Stärkung der Einwanderung herbeizufülireii. Die jüdische Einwanderung im letzten Jahre sei viel stärker gewesen als die in den vorhergegaiigeucn Jahren. Wie schon Beil (itii'i-on gesagt habe, stelle die F. i 11 w a 11 d e r u n g das w i c 11 - t i g s t e und zentrale Pr o b 1 c m der Auf b a 11 - a r hei! da־׳. In dieser Erkenntnis habe der Kongreß heschlossen, daß Schritte getan werden sollen, um diese Frage vor die Regierung zu bringen. Daraufhin hätten er und” Beil Gurion eine grundsätzliche Aussprache über diesen Punkt im Colonial Office lierbeigeführt. Sic hätten betont, daß die Exekutive unter keinen Umständen eine Einscltrhrikung jüdischer Einwanderung aus politischen Gründen 211lassen, sondern auf der Einhaltung des Grundsatzes bestehen würde, daß fiir die Regelung der Einwanderung nur die Aufnahmefähigkeit des Landes in Betracht komme. Diese Aufnahmefähigkeit sei in den beiden letzten Jahren sprunghaft gestiegen und deshalb habe die Exekutive auch mehr Eiiiwanderiingszcrtifikat« angefordert. Zum Schluß befaßte sich Brodetskv mit den Kundge bung e!1, die in letzter Zeit gegen die neuesten Maßnahmen der Palästina-Verwaltung veranstaltet worden sind. ״Die Exekutive“, erklärte er, ״bedauert aufs tiefste die in Städten wie Warschau und Riga auf britische Gesandtschaftsgebäude verübten Anschläge. Solche Kund geb 11 n g e n s i 1! d w e r 11 o s, s c h ä d I i c 11, 1111 s e r u 11 w 11 r 111 g 11 n d u!1 v c r c i 11 b a r mit d e n B e z i e 11 11 ת gen, die wir zur Regierung unterhalten. Man hat gefragt, ob die Exekutive spontane Proteste gegen die jüngsten Maßnahmen der Palästina-Regierung; begrüßen winde. Solche spontanen Proteste sind bereits, u. a. durch den Board of Denuties, erhoben worden; wir sind der Ansicht, daß eine Kundgebung der tiefen Mißstimmung, die diese Maßnahmen bei Juden aller Länder hervorgerufen haben, nicht unterdrückt werden kann, besonders, wenn man die jetzt aus Palästina eintreff enden Nachrichten berücksichtigt, durch die diese Mißstimmung noch verstärkt wird,“

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.