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Jüdische Rundschau · 1933-12-08 · Heft 98 (8.12.1933) · p. Seite 930

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVIII (1933)
Issue
Heft 98 (8.12.1933)
Date
1933-12-08
Page
Seite 930 (sequence 14)
Language
German
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Seite 92S jüdische Rundschau Nr. 98» 8. m 1933 Luther und die Juden Hans Schmidt, o. Prof. a. d. Universität Halle, Luther und das Buch der Psalmen. Ein Beitrag zur Frage der Wertung des Alten Testamentes. — Erich Vogelsang, Privatdozent in Konigsberg i. Pr., Luthers Kampf gegen die Juden. (Sammlung gemeinverständlicher Vorträge und Schriften aus dem Oebiete der Theologie und Religion sgeschichte, Heft 167 u. 168.) Tübingen, I. C. B. Mohr, 1933. je 1,50 RM. Die Psahnenverdeutsdiung von den ersten Anfängen bis Luther. Beiträge zu ihrer Geschichte mit tabellarischen liebersichten. Herausgegeben in Gemeinschaft mit Fritz J ü lieh er und Willy Lüdtke von Prof. D. Hans Vollmer, Hamburg. (Mit einem Sonderabschnitt ״Die jiddische Psalmenüber- Setzung von Salomo Birnbaum.) (Aus der Sammlung ״Bibel und deutsche Kultur“, Veröffentlichungen des Deut• scheu Bibel-Archivs in Hamburg, Bd. II. Neue Folge der ״Materialien zur Bibelgeschiclitc und religiösen Volkskunde des Mittelalters“.) 2 Bande, je 20 RM. Akademische Verlags• geselischaft Athemion m. b. H., Potsdam. Unter der großen, anläßlich des Luther-Jubiläums erschienenen Literatur findet sich eine Broschüre von Vogelsang ״Lutlers Kampf gegen die luden“', Daß Luther kein judenfreund war, ist allgemein bekannt, und seit Wochen schon bringen die antisemitischen Zeitungen Zitate aus Luthers Schriften gegen die Juden, um sie zur Stützung• der modernen antisemitischen Theorien zu verwerten. Luthers Abneigung gegen die Juden ist nicht nur aus der Eigenart seiner Person• liebkeil, sondern auch zeitgeschichtlich zu verstehen. Bekanntlich ist das ganze christlich gebundene Mittelalter aus religiösen Gründen antijüdisch eingestellt. Für die Luther- Forschung der Vorkriegszeit waren, wie Vogelsang erwähnt, Luthers A tu h nie he gegen die Juden ״gelinde gesagt eine Peinliebkost“, für I latisralb ״ein Aus fluß der immer trüber und düsterer werdenden Stimmung“ und für Koldc rin ״Anzeichen, daß Luther trotz seines Christentums sich nicht über seine Zeit zu erheben vermochte“. Demgemäß meint' Vogelsang, daß gerade unsere Zeit diese Acußerungen Luthers ״mit leidenschaftlichem Verstehen begreift". Obwohl er zunächst die Frage offen killt, ob sich ״der heutige deutsche Volksabwehrkampf gegen die Greuel- und Boykotthetze des Welt- Judentums von Warschau bis Chicago“ auf Luther berufen könne, ist doch die ganze Schritt wohl als rin Versuch zu werten, diese Beziehung im Lese! hervorzurufen. Fs kann hier nicht unsere Sache sein, die einzelnen Aeußärungen Luthers und ihre Bewertung durch Vogclsang zu prüfen oder dagegen zu polemisieren. Für Juden, die jüdische Geschichte in ihrem Sinne als ein« ungeheure Bekenntnis- und MärtvreiAlescliichtc kennen, die auch wissen, gegen welche Feindschaft und welche Gefahren das jüdische Volk seinen Existenzkampf in den Jahrhunderten des Galutl führen mußte, ist es weder etwas Neues, noch eine Uebeiraschung, anti- Semitische Acul'enmgen auch bei bedeutenden Persönlichkeilen des 16. )nhrhunderts zu finden. Für Luther aber war, wie auch Vogelsang anerkennt, die Judenfrage vor allem eine religiöse und keine R a s s e ri Fr a g e. Sie ist für.ihn ״zuerst und zuletzt die Christus-Frage“. Interessant Ist dabei, daß Luther den Juden Rassenstolz vorwirft und sich scharf gegen die Uelnerwertung der Rasse wendet. ״Vor allem — ethisch gesehen — geben alle Wertunterschiede unter Menschen den Starken und Ueberlegeneti niemals das Recht, den anderen zu verachten und zu mißbrauchen. Darum hüt dich, lieber Christ, sagt Luther, vor dem Juden, bei welehern du nichts lernen kannst, denn alle Menschen auf Erden stoizüglich und hochrnütiglich verachten.“ Wenn man solche Worte liest, könnten so manchem Gedanken kommen «her die Wandlungen der Geschichte. Denn die Juden, die vieles durchgernacht haben, sind heute weit entfernt davon, andere Völker aus Rassengründen zu verachten; •wohl aber könnte man die von Vogelsang zitierte Warnung Luthers auf die antijüdische Haltung unserer Tage anwenden. Denn Luther verurteilte zwar die Juden «regen ihres Blutsdünkels, ״aber weit ärger ist der christlich verbrämte Eigensinn und Blutsdünkel vor Gott“. Vogelsang konkludiert 1 ״Einer vom Religiösen losgelösten, rein polemischen oder rein rassischen Betrachtungswrise wird man bei Luther nicht begegnen. Auch die Judenfrage ist für ihn niemals nur eine Rassenfrage. Anfang und Ende seiner Gedanken ist Christus.“ Sowohl Luther als auch Vogelsang sind Gegner der Juden-Assimilation. Nur ein seine Geschichte vergessendes aufgeklärtes J udentum, so sagt der Verfasser, konnte den Versuch wagen, sich einer ebenfalls seine Geschichte vergessenden Christenheit anzugleichen. ״Jeder Fluchtversuch, jede ,Emanzipation' aus diesem eigenen Schicksal ist vergehlieh. ,Bis auf den heutigen Tag unterlassen sie nichts zu ihrer Befreiung und fallen doch immer tiefer hinein.‘ Sie klagen über Gastvölker, die sie angeblich gefangen halten und haben doch Freiheit abzuziehen, wohin sie wollen. Was hält sie denn nur fest in der Zerstreuung?“ Wenn inan auch feststellen wird, daß so einfach — Luther spricht im Sinne seiner Zeit von ״Landesverweisung“ — die Judenfrage weder zu beurteilen noch zu lösen ist, so muß man es doch als charakteristisch empfinden, daß die Frage in dieser Weise formuliert wird. Demgemäß polemisiert Vogelsang auch gegen den Pfarrer Lamparter, der in seinem Buch ״Das Judentum in seiner kultur- und religiansgesclricbtlichen Erscheinung“ (Verlag Klotz, Gotha 1928) das Judentum im Sinne von Lessings Parabel nur als eine der verschiedenen Spielarten einer 1m Grunde gleichen Vernunftsreiigion betrachtet; dem gegenüber sieht Vogclsang das jüdische Volks- Schicksal ״ln den Kategorien Fluch und Verblendung, Zorn und Gericht Gottes“. Der liberale Mensch, als dessen Typus hier der ״Phibsemit“ Lamparter angeführt wird, wolle auch den unsichtbaren Macht• und Geld- und Volks- und Schicksals- Zusammenhang des Weltjudentums in den Bereich der Legende verweisen“ und begreife nicht, ״daß mit der Juden* frage in der deutschen Revolution 1933 eine 150 Jahre lang verschleierte welthistorische Frage wieder sichtbar geworden ist.“ ln s-olehen Bemerkungen zeigt sich, daß hier weniger eine theologische als eine aktuell politische Akzentuierung■ vorliegt, die erinnert an die Aeußerung des evangelischen Theologen Gerhard Kittel in seiner Broschüre ״Die Judenfrage“ (Verlag Kohlhammer, Stuttgart). Es kann heute nicht Sache von Juden sein, solcher Haltung gegenüber aussichtslos zu polemisieren oder Apologetik zu treiben. (Im übrigen sei bemerkt, daß von jüdischer Seite eine Arbeit über Luther und die Juden vorliegt, die auch Vogelsang berücksichtigt, freilich ablehnend: Rabbiner Rcinhoid Lewin ״Luthers Steilung zu den Jude«“, 1911 erschienen.) Für uns ist es aber wichtig, solche Schriften als Dokumente einer für unser Schicksal sicherlich entscheidenden Epoche kennenzulernen. Luthers Verhältnis zum Judentum ist trotz allem nicht einseifigzu werten. Denn es ist bekannt, daß das größte jüdische Buch, die B i b e I, in seinem Leben eine besondere Rolle spielt. An Luthers Bibelübersetzung ist die deutsche Sprache entstanden. Luther hat einzelne Teile der Bibel besonders geliebt, vor allein das Buch der Psalmen, das freilich eines der wundervollsten Bücher der Weltliteratur und in der Innigkeit seiner Religiosität unter der religiösen Dichtung aller Völker wohl unerreicht ist. Die Beziehung Luthers zu diesem jüdisehen Buch wird in einer gleichfalls jetzt erscheinenden Broschüre von Prof. Hans Schmidt dargestellt. Hier finden wir nichts von antisemitischen Ausfällen, dagegen wird jeder Bibelfreiirul und Kenner des Psalmenbuches eine ganze Reihe von wichtigen Hinweisen und Erklärungen für die Entstehung von Luther^ Psalmen-Uehersetzung daraus schöpfen. Schmidt weist 11. a. in sehr interessanten und überzeugenden philologischen Darstellungen auch nach, daß die Behauptung, Zionismus ־— Palästina Wichtig» Schriften I ZIONISMUS■ Sffl!n!ne]schri!t: I)ic?1 oo!sü*che Idee .... 0,50 Mit i)r, Georg Ht i Vr Zionismus u. sein Werk 0,30 ״ Len Ptniker Auio*man2ipation . . ...» 0,45 Theodor Her/h Der ,fudensisat . . . , , . 0,90 * Samradschnft: Theo ׳inr Herzl, Ein Gedltokbuch 1,— * SammeUchnft: Der XL Tarormu . . .... 0.50 ״ Sch roarja GorHik: 1 irfzi in 8* 0mTa|a>bü<hcrn 0,30 * Kurt Blumenield; Im. Kampf um den Zionismus 0,50 * A ritn Harth 1 Ürthml 0*1« und Zionismus . . . 0,30 ״ SammeS<־hnft: I>1<“ Jüdische Idee «. ihr« Träger 0,60 » Zwei Jahre ZiornfGucIhc׳ Politik )93M9J3 . . 0,5ל * PALÄSTINA־ Dokumente 7ur Pa1ä״tica-P0!itik 1929 1930 . . 1,- * Uodwirischafiüc’ne K.0100>ution 1931״ 0.50 . . 1933־ N«*n1rcw1ki־PreuO: Industrie in PaUttics» 1932/33 0,80 * S- Zemach: Das Jüdische Dorf.0,50 ״ G, Hannch: Di• Jüd!«che Stadt . . . ״ 0,50 . . יי Joseph '£alU: VC'a& kann der Keren Kajemeth für den Mittelst®,.nd tun ל.0,25 m ״Al!)ah'\ informatinnen für Pa.Iitin* - Am- Wanderer . .. 0,75 ״ ״ Ckinuch“, U>hrSa1!*rs in Palästina .... 0,50 ״ I>r XoUtaril PaUsi-in as.I,— * Adolf PolUk: Eine (TeErauchiitatistik .... 0,25 m Landwirtschaftliche Afisiediung von deutsch«!! Juden in PaUitun* ..0,25 m ״Jachm“, Eine Kolnaic für deutsche Juden io Palästina . . ■ - -.0,10 m Waller Preuß: Die Jfid!8ch6 Arbeiterbewegung in Palästina .. . 1,25 m hechaluz j \3'a* ist der Hech 11112?.0,10 ״ Von Kibbuz u. Kweitab (Vorübergehend irergr.) Ö.tO ״ Kibbuz, Kultur und. "Wirtschaft.0,30 ״ Zur zweiten Alijab (-vergriffen) ...... 0,15 , Hagichamah, Badegrech, Baiwodab (wergriffea) Bara&aleh, Cberuth , . ........ je 0,25 ״ Der Zionismus am Scheidewege.0,10 ״ Arbeitaprogramnj f. Gr'oppen-Führer d- Hechalt» 0,10 , Litefatureerzeicbnie des Hechaluz.0,10 , pfaboneh, Hsbonim*Mitteilungsblatt ISr Aeltere 0,30 ( liatGlel, Habonim* AilicilangsbUU für Mittlere 0,20 t füUBRAlCAt Darid Joseph Boreistein: Einführung \ brosch. 6,75 ״ in das Hebräisch der Gegenwart . ) Leinen 8,10 , SatKuneieehrift! Natiwr.. 1,50 , JM*»«hire Hamoledcrib, 10 hebriieche Lieder mit Noten a. Karten Reihe 2. Volkslieder I . 3 ״. KinderLieder f י* upu י PALÄSTINA . KARTEN 1 fffilletina-Wandkar!® ...... .... 18,— , Oeographiecbe Ka*!<e, engl, oder belrüach, je 0,50 ״ Talistina im Vogelichaubild ....... 0,50 א ^SmÜtche hier auf jjeführten Schriften sind gegen Voreita* send an g des Betrag^! zuzüg!. Porto im beziehen durch di« ZJonistlscne Usreinlgung für Deutscftianö Berlin W 15, M«innke»tr. 10. Posticheckkonto: Bis. S091 AbteiItmg Literat«•V «rtand. INSERATE ln d»r JClcUschsn Rundschau flndan aufmerksam» Leser. Verlangen Ul« unvor&tmdllche Rrelaanstellung. BÜCHEREI DES SCHOCKEN VERLAGS Nr. 1: Die Tröstung Israels, Aus Jeschajahu Kap. 40 — jj, Mit der Verdeutschung von Martin Silber und Franz Rosenzweig. Nr. z: Jehuda Haleni: Zionslieder. Mit der Verdeutschung von Franz Rosenzweig und seinen Anmerkungen. Nr. 3; Joseph und seine Brüder. Ern altjüdischer Roman. Deutsch herausgegeben von Micha Josef bin Gorion. Nr. 4: Martin Bube*: Hundert chassidische Geschichten. Nr. j: S. /. Agnon: In der Gemeinschaft der Frommen. Sechs Erzählungen aus dem Hebräischen. Weitere Bändchen find in Porberelttng. 8• durchschnittlich So Seiten Umfang, Kartonier/ Je RM 1.1$ SCHOCKEN VERLAGlBERLIN SW 19 CHANUKAH-OESCHEMKE - jODISCHE BÜCHERI Ms-noirsn, Bekenntnisse: Frans Gppanheimcr t Erirbtea, Er»t rebtea, Erreichtes. Erinnerunren. ..Leinen 2,85 RM AJm4 Palli6r© j Das uuEakanot« Heiligtum, Leinen 3,75 n Mosas Mendelsaohti 1 DeeMansdb u. d.Werk, illuslr. La. 2,85 m Metnricii Hslnei Conffssio judftica. . . . . Leinen 3,75 m R © I © ob fl ctior: Ehrsapvsi• 1 Das Land zwischen Orient und Okzident, SpsnieoreUe eines Juden. PUittriert• » , . Leinen 3,75 m Carleb&db t Exotische Juden. Leines 6,— » «fuiioi» in «for Kultur! Zislssslfsn Juden i.d.d. Wirtschaft, illustriert. Leinen 2^5 m Sduyi Juden in der deuistdien Politik. » » 2,85 w Sehwar*: Judenind. Kuns»50Tafelni.T1eidruck . 3,75 m Thetlh*ber 1 Schicksal und Leistung, Juden in der deutsdhao Forsthunjr und Techailc. ...... Leinen 3,75 » BIS«Ikunde: Bhxwapsraia t Propheten u, GottesmÄnner, iliustr. Leinen 2,85 m ftdowsltsddk t Vom Buckj, d. 1000 Jahre wuchs, 2,85 m 2a beziehen dterdi Jede BudihasdlHnf w«1t*Vi FiatL BM*e1n־tR1fM0t(«mHf1*s. fimedPceMk*. 19 Chanukka!! - Geschenke Blatlki Werke, Luxus• auBgabe, 4 Bind.« , . 33,50 M. Cohn-Wlene7* Jud. Kunst, Geschenkhand 3,50 m Dobnowi Neueste Ge* schichte, 3 Band« . . 9,75 m Cr&etz t Jüdiacha Geschichte, 3 Band« , . 8,50 * Thomas Mannt Geschichten Jaakobi, krt 530 Mandelssohnt Paal* inen, Iliustr. v. Btsdko 4,9 —־ Prinst Wir Jude«, Irrt 3,20 ״ Jüd. Gesch., neu-Aull. 530 m Die neuesten Ausgaben des SÄodcen -V «rl. 4 1,25 m Ihdiert $ PstSitiosbericht ein. Nicktjuden 2,— ״ Chanukkahleuchter, Kinderspiele. Lottos, Lehr, and Wörterbücher, Ritualien et« 8UCIfKAffDL08fi RüBClf MAI9 sn*non««1B8״ f>Ntf iuxitir.1 ג Luther habe seiner Uebersetzung den lateinischen Text der Vulgata und nicht den hebräischen Text zugrunde gelegt, nicht aufrechtzuerhalten ist. Er hat vielmehr den hebräischoj Text zugrunde geirrt, freilich zeigt sich eine ״sehr begreifliehe Grenze in Luthers Beherrschung des Hebräischen“. Luthers Psalmen-Buch ist ein deutsches Buch geworden, das deutschen Geist gerade in seinen besten Emotionen unabsehbar beeinflußt und geformt hat. W i r können und wollen nicht vergessen, daß dieses deutsche Buch unser Buch ״T e h i 111 m“ ist. Die Geschichte dieses Buches im deutschen Snrachbereich zu verfolgen, ist ein dankbarer Gegenstand philologischer ebenso wie religionsgeschichtlicher Forschung. Daher ist das große Werk vor! Prof. D. Hans Vollmer auch für jeden jüdischen Liebhaber des Buches der Psalmen von außerordentlichem Interesse. Es handelt sich hier um eine Arbeit von größten Dimensionen, ein geradezu unentbehrliches Werk auf diesem Gebiet. Im ersten Band gehen Prof. Vollmer und seine Mitarbeiter der Geschichte des deutschen Psalters von den ältesten Uebersetzungen an bis auf Luther nach und bieten auf beigefügten Tabellen für einen ausgewählten Psalm (Ps. 6 erster Bußpsalm) 97 verschiedene Texte, hochdeutsche, niederdeutsche, niederländische, auch angelsächsisehe, dänische und jiddische, wodurch in bequemer Weise eine umfassende Uebersicht über die Fülle der Uebersetzungen und ihre Abhängigkeiten untereinander ermöglicht wird. Eine kritische Ausgabe der 7 Bußpsalmen in der Bearbeitung Heinrichs von Miigeln, sowie ein Abdruck der gleichen Psalmengruppe aus der deutschen Uebersetzung der Officienpsalmen bringen diesen wertvollen und interessanten Text zum erstenmal ans Licht. Der zweite Band stellt in übersichtlicher Anordnung auf 194 Seiten Tabellen eine Fülle verschiedenster Uebersetzungen, alt- und mittelhochdeutscher, niederdeutscher, niederländischer, angelsächsischer, aus dem Psalterbuch vor Augen. Neben einer großen Zahl einzelner Verse und Versgruppen wird Psalm 139 in 38 verschiedenen Uebersetziuigen ganz dargeboten, ebenso von den den mittelalterlichen Psalterien angeschlossenen alt- und neutestainentlichen Cantia diejenigen der Anna (1. Reg. 2, 1—10), der Maria, des Zacharias und des Sirneon, sowie das Vaterunser in 48 verschicdenen Uebersetzungen, von der gotischen des 4. Jahrhunderts an bis auf die Luthersche letzter Hand von 1546. Eine Reihe brigegebener Abhandlungen geht, in Ergänzung der Ausffilirungen des ersten Bandes, den Verwandtschaftsverhältnissen der Handschriften nach und macht auf beachtenswerte Einzelheiten in den verschiedenen Texten aufmerksam, oder beleuchtet das zum Psalter gehörige Beiwerk, wie die Volkskundlich so hochinteressanten Gebrauchsanweisungen de* eü1zduen Psalmen im täglichen Leben und die bis in althyzantinische Muster zurückzuverfolgende Psalterillustration des Mittelalters, deren Veranschaulichung die acht beigefügten Bildtafeln dienen. Ein Glossar stellt den für die Sprachkunde wichtigsten Gelialt der mannigfaltigen Texte beider Bände zusammen. sch. Die Schocken-Bücherel. Wir erhalten folgende Mitteilung: Noch vor Cliariukkah erscheinen die ersten fünf Bände der neu begründeten ״Bücherei des Schocken-Verlags“. Die Bücherei soll allmählich aus dem fast unühersehbaren und häufig unzugänglichem jüdischen Schrifttum aller Zeiten und Länder das darbieten, was den suchenden Leser unserer Tage unmittelbar an zusprechen vermag. Der erste Band ״Die Tröstung Israels“ enthalt den mit dem großen Trostkapitel beginnenden Mittelteil des Buches Jesaja hebräisch mit der Kolon um Kolon gegemibergestellten Uebersetzung von Buber-Rosenzweig. Der zweite Band enthält 21 Gedichte Jehuda Halevis unter dem Titel ״Zionslicder“, mit der Uebersetzung und den Anmerkungen von Franz Rosenzweig. Die weiteren Bände sind ״Joseph und seine Brüder. Ein alljüdischer Roman“, deutsch herausgegeben von Micha Josef bin Gorion, Martin Buber: ״Hundert Chassidische Geschichten“, und S. I. Agnon: ״In der Gemeinschaft der Frommen“. Sechs Erzählungen aus dem Hebräischen, übersetzt von N. N. Glatzer und Gerhard Schoiem. Jeder der schön ausgestalteten Bände kostet gebunden 1,25 RM. Es soll jeden Monat ein weiterer Band der Bücherei erscheinen. Gaster-Mohrhenn, Langenscheldts Neues Wörterbuch Pranzösisch-Deutsch, Deutsch-Französisch. Vollständig in einem Band, 11,40 RM., Berlin-Schöneberg, Langenscheidtsclie Verlagsbuchhandlung. In einer Zeit, wo viele Juden den Blick nach anderen Ländern richten, ist es wohl berechtigt, auf gute Hilfsbücher hinzuweisen, die die Erlernung und Beherrschung der fremden Sprachen erleichtern. Unter diesem Gesichtspunkte verdient die — übrigens auf der Forschungsarbeit des jüdischen Gelehrten Daniel Sanders (1819—1897) auf bauende — verlegerische Tätigkeit des bekannten Verlages Langenscheidt hervorgehoben zu werden, dessen kleine praktische Hilfsbücher schon viele wichtige Dienste geleistet haben. Wir erwähnen liier besonders die kleine Sammlung der Langenscheidt-Lektüre fremder Sprachen, die in angenehmer Form gute fremdsprachige Texte mit den nötigen Behelfen und Vokabeln abdruckt und sich dadurch auszeichnet, daß die Texte nicht langweiliger Formstoff sind, sondern interessant und aus dem Leben gegriffen. Dies beweist das uns vorliegende ״La Vie poiitique et le Journalismc «n France“. — Besonders zu begrüßen ist das Erscheinen des neuen handlichen französischdeutschen und deutsch-französischen Wörterbuches, das nach den altbewährten Prinzipien und Methoden des Verlages bearbeitet ist, mit der praktischen phonetischen Wiedergabe, die das Erlernen wesentlich erleichtert. Dieses Wörterbuch ist ein Standardwerk für den praktischen Gebrauch und enthält eine Fülle von feinen Nuancen, die mit seiner Hilfe auch das Eindringen in schwierigere Literatur erleichtern. Bearbeiter des französisch-deutschen Teiles ist Dr. Gaster, früher Direktor am Französischen Gymnasium, Berlin; der deutsch-französisehe Teil ist von Gymnasialdirektor Mohrhcnn (Qlogau)■ Soeben erschienen: RICHARD BEER-HOFMANN £« juitßc rai'ib ©$<H#ie! . 3n Seinen 5.— 012» 9la$ brat SSotfpiel ״gaäfobö &ratmtÄ befc&toikt friet bet $>t#ter aud bet Ziefe bmer3<4>r״ taufenbe bte Sage »iebci herauf, in benen .Röntg <§5aul unterging uttb ber junge £)a9ib jum5£|>rone aufjlieg. S, FISCHER VERLAG BERLIN

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