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Jüdische Rundschau · 1933-12-05 · Heft 97 (5.12.1933) · p. Seite 910

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVIII (1933)
Issue
Heft 97 (5.12.1933)
Date
1933-12-05
Page
Seite 910 (sequence 6)
Language
German
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Seite 908 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 97, 5. XII. 1933 Notizen der Woche Vielfarbige Die Assimilation aller Richtungen Im deut- Assimilantcn «hen Judentum glauben, daß ihre Stunde wieder einmal gekommen ist. Ein paar Monatc schien es, als ob diejenigen, die sich als Führer des deutschen Judentums geriert hatten und nicht zuletzt daran die Schuld trugen, daß die Ereignisse, die von außen kamen, die Mehrheit der deutschen Juden völlig unvorbereitet trafen, verschwunden seien. Mit dieser Zurückhaltung ist es seit einiger Zeit vorbei. Man findet dabei die merkwürdigsten Kombinationen. So betrachtet der Frankfurter ״Israelit“ in seiner letzten Ausgabe die verschiedenen politischen Qruppierungen des deutschen Judentums und beschäftigt sich dabei u. a. auch mit der ״Erneucrungsbcwegung“ des Herrn Wovda. Das Organ der Agudah kann sich dabei nicht versagen, Herrn Wovda ein — Lob zu erteilen. Es heißt wörtlieh in dem Blatt: ״.... führt der Weg zur ,Erneuerungsbewegung‘ Dr. Bruno Woydas, des mannhaften ultraliberalen Kämpen, dem der ,Centrai-Vcrein', ebenso wie die ,Reichs- Vertretung', zu zionistenfreundlich ist und der darum die Zeit gekommen glaubt, dem dcutschjüdischen Wesen eine neue gesicherte Heimstätte im nationalsozialistischen Deutschland schaffen zu können und zu müssen. Das Beginnen wäre an sich berechtigt und sympathisch — könnte nur auf die geringste Gegenliebe, ja auch nur auf Verständnis in den geistig führenden Kreisen des neuen Deutschland für diese geiühlsinäßigcn nationalen Synthesen gerechnet werden...“ Man halt also zwar die politische Linie dieser ,,Erneuerer“ für praktisch falsch, aber verhehlt doch nicht die ,,Sympathien*‘, die man ihr zuwendet. Diese Sympathie wird eine Spalte weiter begründet, wenn das Blatt gegen der! Zionismus polemisiert. Es ist die Gegnerschaft gegen ein lebendiges, alle Seiten des menschlichen Lebens umfassendes Judentum, das die verschiedenen Gruppen assimil,־dorischer Prägung verbindet, mögen sie im übrigen in anderen Fragen sich noch so hitzig bekämpfen. Ein Die ״E r 11 <11 ־ e r u n gäbe w egung“ d e •, Rückzieher? Herrn Wovda zeigt eine rege publixistische Aktivität. Sie verbreitet durch die Jüdische Telegraphcn-Agentur eine Mitteilung, die sich mit den Vorgänger, in der letzten Berliner Repräsentanten- Versammlung beschäftigt. Pa rin wird u. a. geleugnet, daß dic-er nein• Verein gegen die Gemein de. Gemeind everbändc und Reii'hsvertrctung kämpfen wolle. Es sei vielmehr nur beabsichtigt, die ,.dcutschbewußtcn“ Mitglieder in den jüdisclien Ycrtretungsknrpern zu stärken und ihre Arbeit zu unterstützen. — Demnach scheint es, daß die Herren ihr politisches Ziel bereits nach sehr kurzer Zeit revidiert!iahen. Vor kurzem noch hieß es, daß man gegen die Koalition verschiedener Richtungen in den leitenden Körperschaften sei und dir Führung allein durch die sogenannten ״deutschbewußten“ Juden ausgeübt sehen möchte. Nun ist nur noch von einer Stärkung dieses Elementes die Rede, eine Forderttng, die man Herrn Wovda natürlich nicht verübeln kann. Sollte diese Selbstbeschränkung darauf zurückzuführen sein, daß man in weiten liberalen Kreisen von den Woydaschcn Gedankengängen nicht gerade erbaut war? Der faialismus In die Sphäre der grundsätzlichen Ausder Zerstreuten cinanderetzung mit gewissen Ausdrucksformen des jüdischen Liberalismus gehören kritische Bemerkungen, die wir zu einem Vortrage Rechtsanwalt Heinrich Sterns machen müssen, den er auf einem in der vergangenen Woche veranstalteten Gemeindeabend der Berliner Jüdischen Gemeinde hielt. Er vertrat darin die Anschauung, daß die jüdische Zerstreuung der Wille Gottes sei, dem wir uns unter allen Umständen zu beugen hätten. Es bedürfe nicht der Schaffung eines jüdischen Zentrums, denn überall, wo jüdische Religion sei, sei auch ein jüdisches Zentrum. - - Ls ist nicht unsere Aufgabe, über die reiigio-e Seite dieser Haltung zu disku'iercn. Wir müssen atier fragen, ob Heinrich Stern glaubt, daß in Deutschland wirklich jüdkehe Religion als lebendige Macht existiert. Wer im Rcligio-en die oberste Aiisdrtieksforin des Judentums sicht, wird fcstMclkm müssen, daß dieses im deutschen Jti- <ie.'itum weitgehend zerbrochen ist, und er wird, wenn er eien Dingen auf den Grund ״chl, erkennen, daß das Zerbrechen des religiö-en [iniciitunis kein Zufall und hier nicht re\idierhar i:f. Neue f'iriimllagen des äußeren Lehens sind erfordern lieh, um die religio•׳־: Hnitimg des Judentums zu verlebendigen. Aus die-ein Grunde muß der religiöse Jude Palästina als eine Notwendigkeit für die Gestaltung seines eigenen 1 ebene empfinden. — Eine andere Frage ist, ob mit der von Heinrich Stern vertretenen These den Gemeindeniitgiiedern gedient Dt. Sie erwarten eine Führung, die ihnen neue Perspektiv en fiir ihr pcr-öniii lies und das jüdische Lehen gibt, nicht eine fatalistische Haltung, die zu nichts verpflichtet und daher unproduktiv bleibt. oe. Chaluzfagung in Kassel Am 15. und 10. November 1031 fand in Kasse! eine Pcgischah des ״liech;11117“ für den Bezirk Hessen statt. Es hatten sich zirka 150 Chawerim und Chaweroth versammelt. Seit Jahren sind!der viele Juden mit der Land- Wirtschaft verbunden. Wenn es gelingt, diese Menschen mit der clialu/ischen Idee vertraut 711 machen, werden sie ein wichtiges Element für den Aufbau des Landes bedeuten. Stritt der beruflichen Umschichtung gilt cs hier, sie zur geistigen Neuorientierung 711 bringen. Augenblicklich sind bereits 50 Chawerim in dieser Gegend auf Hachscharah. Diese Menschen zu erfassen, sie zu wertvollen Gliedern der chahiziscbcn Bewegung zu machen, ist die wichtigste Aufgabe. An der Pegischah nahmen als Vertreter des Merkas Moscheh Bertcntlial und Elieser 1!ebenstem teil. Am ersten Abend wurde ein Bericht über die Situation und die nächsten Aufgaben des ״Hcchaluz“ erstattet. Am Sonntag .Morgen fand eine Besprechung über die kommende Arbeit statt, an der die drei Snifim Kassel, Ncukirchen und Kirdihain tfihiahmcn. Ferner fanden noch Aussprachen über die Entwicklung der Kibbuzbewegung und das Lehen in der Kwuxah statt. Es wurde beschlossen, die nächste Pegischah in dem neu gegründeten Snif Netikirchen abzuhalten. Das Schwurgericht in Wiirzburg verurteilte laut ״Frankf. Zeitung“ vom 1. 12. den Metzger Adolf Schmitz, der im Sommer d. J. einen jüdischen Viehhändler in Diesenbronn durch falsche Angaben und Ver- Icumdtingcti für vier W oc hen in Schutzhaft gebracht hatte, wegen Verbrechens des Meineids zu fünf Jahren Zuchthaus. In der Urteilsbegründung heißt cs, dafl durch die Handlungsweise des Angeklagten ein Unschuldiger in Haft genommen worden und dadurch Stoff für die Greuel- Propaganda im Ausland geliefert worden sei. Der Verlag ״Omanut״, Zagreb, teilt uns mit, daß bei ihm ״M oau s Zu r־', Hnrmomsnlion für gern. O10r von A. Ff. Rothmülier, erschienen ist. Der Preis der Partitur beträgt 0,25 RM., als Aufführungsmaterial bei Bestellung von zehn Stück je D,15 RM. Aus palästinensischen Zeitungen Immigranten, auf» Landl Die Tagemitung ״Doar Hajom“ nimmt eine Mitteilung des Hitachduth Oiej Germania zutn_ Anlaß von Be- Pachtungen darüber, daß die Palästina-Einwanderer 711 m großen Teile in der Stadt bleiben. Das Mißcilmigsblatt der Oiej Germania hatte geschrichen: ״Man muß betonen, daß die deutsche Einwanderung bisher diese guten .Möglichkeiten (zur Ansiedlung) nicht ausgenutzt hat. Man muß die merkwürdige Tatsache hervorheben, daß es augenblicklich in Palästina 0 11 ne neuen Bodenkauf mehr freie S i cd 1 e r st e 11 c n fiir deutsche Einwanderer gibt als sich deutsche E i n w a n - derer finden, die solche Stellen suchen.“ Dazu bemerkt ״Doar Hajom“: Man kann das, was hier über die Immigranten aus Deutschland gesagt wird, auch auf die Immigranten aus Polen und anderen Ländern ausdehnen. Pie Menschen klammern sicli krampfhaft an die Städte und noch dazu an einige wenige Städte, obgleich sie dort dazu verurteilt sind, sich auf den Straßen und in den Cafes herumzutreiben, ohne die geringste Hoffnung, eine Existenz zu finden. Diejenigen, die eine Beschäftigungg«funden haben und verdienen, bedenken nicht, daß die Basis ihrer Existenz mir eine Konjunktur ist, und daß sie in eine verzweifelte Lage kommen werden, wenn die Konjunktur rachlassen wird, und sie muß einmal vorilbergehen. Die Arbeit auf dem Lande bringt geringere Einnahmen, und das Wohnen auf dem Dorfe ist für Leute, die an großstädtisches Leben gewöhnt sind, anfangs nicht besonders angenehm. Das weiß jeder. Aber es haben schon Juden in Palästina gesessen und dort gesät und gepflanzt, bevor Tel- Awiw und das jüdische Haifa gegründet wurden. Nachdem es Tel-Awiw und das jüdische Haifa schon gibt, ist die Siedlung im Umkreis dieser Städte um so notwendiger, besonders nun Zweck der Produktion von Nahrungsmitteln, eine Aufgabe, in deren Erfüllung; wir weit im Rückstand sind. Die Vorstädte von Tel-Awiw — .Montefbre, Ranialli Gail, Nachlalh Jizdiuk und auch Bne Brak — die sicli noch vor zwei Jahren durch ihr Gemüse, ihre Hühnerzucht־ und ihre Milchwirtschaft auszeichneten, sind jetzt Teile der Stad; geworden, das Gemüse und die kleinen Orangengärten rodet man aus, und man baut Fabriken, deren Rentabilität noch unsicher ist. in den Vorstädten selbst, die noch vor einiger Zeit Tel-Awiw z. T. mit Nahrungsmitteln versorgten, stellen jetzt die Hausfrauen und warten auf die Feilachen und Fellachinncn, die ihnen ein bißchen Gemüse und Eier bringen. Es kommt nicht mehr auf so kleine Summen wie 10 Piaster täglich für Gemüse an, seit man den L.euten in Rauintli Gan il 5tX) fiir einen Dunam Boden bietet. — Die Wirklichkeit wird sieh bitter an uns rächen, wenn wir den Dingen erlauben, sich weiter so zu entwickeln. Unsere Kraft liegt in einer rationalen Gestaltung der nationalen Wirtschaft, und nur in dieser Richtung muß man die neuen Eimvanderer beeinflussen. Kleine Nachrichten Auf eine Beschwerde der Synagogengemeinde in Königsberg hat der Preußische Justizminister durch Erlaß vom 14. Novenvber 1933 — La 1 247 33 — dahin entschieden, daß die Vorstände der Synagogengemcindcn als öffentliche Behörden im Sinne der gesetzlichen Bestimmungen anzusehen und von den Oclnihren für Einsichtnahme in das Grundbuch und die öffentlichen Register freizusteilcn sind. Die Amtsgerichtc haben entsprechende Mitteilung erhalten. Sämtliche jüdische Organisationen Rumäniens, zionistisclie wie nichtzionistischc, protestierten in einer Massen- Versammlung gegen die Einschränkung der jüdischen Ein- Wanderung in Palästina. Eine entsprechende Resolution wurde an die englische Regierung und an den Völkerbund abgeschickt. 1111 Zusammenhang: mit den vor einigen Tagen vor der englischen Gesandtschaft in Ri ga veranstalteten Kundgebung, bei (ier einige Fensterscheiben im Ocsandtschaftsgcbäude eingeworfen wurden, wurde von der Polizei eine Untersuchung gegen Revisionisten, die der Urheberschaft verdächtig sind, eingeleitet. Die Polizei verhaftete fünf Sjudc!1tcn. In Belgien gastiert jetzt das jiddische Theater der W'iinacr Truppe, das auch in Berlin bekannt ist. Der Brüsseler ״Soir“ veröffentlicht eine anerkennende Kritik über die Aufführung von Schaiom As 11s ״Kiddusch Haschern׳‘ und liebt hervor, daß die Königin von Belgien der Aufführung beiwohnte lind großes Interesse fiir diese jüdische Schauspielkunst an den Tag legte. Ein ״Baedeker“ von Palästina. Wir kündigten vor einiger Zeit eine N'cuatisgabc des Reisehandbuchs ״Palästina und Siidsvricn“ von Jcsaias Preß an. Wir erfahren jetzt, daß sich bei der Bearbeitung des im Jahre 1921 erschienenen Buches von Preß heraufgestellt hat, daß infolge der außerordentlich intensiven und vielseitigen Entwicklung, die sich in bezug auf die jüdische Siedlung«* und Aufbauarbeit, aber auch in bezug auf die allgemeinen Verhältnisse des Landes und insbesondere auf die für den Touristen wesentlichen Dinge (Verkehrs- und Hotel wesen usw.) in den seither vergangenen zwölf Jahren vollzogen hat, eine bloße Neu- Bearbeitung und Ergänzung des ursprünglichen Buches tmdurchführbar ist und daß der Verfasser, Herr J. Preß in Jerusalem, sich im Einverständnis mit dem Fiba-Verlag in Wien entschlossen hat, ein vollständig neues Buch zu schreiben, welches in dem genannten Verlag erscheinen wird. Zu Chanukkah Geeignetstes de schenkbuch in diesem Jahre 1 JaSatfenzumJudefilum Eine Aufsatzreihe der ״Jüdischen Rundschau“, herausgegeben von Robert Wellsch Die Jüdische Antwort auf die Ereignisse des Jahres 1933 Preis»! 2.85 Verlaß ״fQd.Bundsdian״, Berlin W 1s Auslieferung für BudihSndler: Jüdischer Verlag, Bdrlin W50, Dudapester Slrefse 11 Nr. Direktoren-Konferenz der höheren jüdischen Lehranstalten Zum zweiten Male seit Beginn des laufenden Schuljahres traten am 22. November die Leiter der anerkannten höheren jüdischen Lehranstalten zu eingehenden Beratungen über die inneren und äußeren Angelegenheiten ihrer Scnulen in Berlin zusammen. Den Vorsitz der Tagung führte Dr. Carl ebach, Leipzig. Zunächst referierte Direktor Feuchtwanger, Breslau, über die pädagogische Situation der Anstaiten. Das Ergebnis der Aussprache wurde in folgenden Thesen zusammengefaßt, die einstimmig angenommen wurden: 1״. Die Veräiidciuiigeii in der Zusammensetzung der Schülerschalt, die neuen praktischen licruisziele, die Entwurzelung der Jugend aus ihrer bisherigen geistigen Heimat und der mangelhafte jüdische liildungsstiind in allen jüdischen Lagern fordern eine Reform der jüdischen höheren Schulen. 2. Die Schule darf keine Berufsschule werden. Sie bat trotz aller Zeitereignisse im Sinne von Thora im lDcrcch Er« religiöse, humanistische und!!׳ali-tischc .Bildung.-!- und Erzielmngsgüter za pflcgen. Sie hat Palästina einen bevorzugten Platz cinzuriiumen. Sie hat aber zugleich die zunehmende Verdachung des jüdischen Bildungs- Palästinakunde oder Berufsausbildung a) rieh noch folgende Forderungen! der jüdischen und allgemeinen Gebetriebe*, die alles, was nicht hcilSt, verwirft, zu bekämpfen. 3. Tm einzelnen ergeben Gemeinsame Behandlung schichte. Ausbau der Erdkunde zu künde. Behandlung jüdischer Stoffe in allen anderen Eiichern. Unterricht in Papp-, Holz, und M<■talInrheil. Praktische Uobun- 1״ n i.n den imHinvi'sensehaftlii'hen l׳'ii־׳lv׳rn. Au-.r־-i׳'hen<1e ,S'ui denzidilen fiir das 1 lebräi!ehe. Aufspaltung in einer jüdischen Volks- und Palästina- G d) (־׳ mch im Deutschunterricht, ebenso r,n eh- und I.rktürenttnter!iebf. ',i ־ Kinrieluu!g wcU.inschau'ich im jüdischen l.'nterri 11t zerstört diese auf od« parteimäßig getrennter die erzieherische Wirksam■ dos Niveau einer Sammclder h) keit der Schule und drückt schule fiir Nichtarier herab. 5. Im Hinblick auf das* n ue Schiilermatcri.il erwachsen den jüdischen Schulen größere Kr/lelmngsiurgalrn ah bi-lier. Sie müssen dairr Aufgaben der Jugendbewegung und Jugendpflege tt'.itübcrnehmm. Die Schule muß ein Hnus der Jugend werden. (Schulgemeinde. Vorträge, künstlerische Darbietung״!!. I.andheime, Lesezimmer. Klas.tcnvoranstai! ungen, l'.Ucrnab״ndc.) (PU jiigcndpflcgerhche Arbeit der l.chrer darf nicht zusiitzlir 11 geleistet werden. Sie ist von l’iliih.tstnnd •nralil in Abzug zu bringen.) 6. Für die kollegiale Zu-ainmcnarbüt innerhalb der einzelnen Schuh n und der ,Intcrcsscn-Vertrclung‘ en Welten folgende Aufgaben: a) Ati-bau d־.-r .Interessen-Vertretung‘ zu einer pädagogisch.11׳ Arb iisgenvingehaft mit einem pädagogischen Mittcilung-b'a't. Schaffung von jüdisch-״ Les-bogi'ii zur Ergänzung der Lebtln'iehcr in den allgemeinen Eiichern. Einrichtung■ 1 iner tr.mspotiabl ■11 Sammlung jüdischer Lehrbücher. Jugendliteratur und Lehrmittel, di: b 4 d-n Anstalten zirkuliert. Jüdische Uehrerfortbildung innerhalb der einzelnen Kollegien.‘• Anschließend berichtete Direktor Spier, Hamburg, über bisherige Tätigkeit im Eniehungsausschttß der Reichs- Vertretung. Es folgte ein Referat von Oberstudiendirektor Dr. Driesen, Frankfurt, über die finanzielle Lage der Anstalten, das an Hand der von jeder Schule eingereichten Berichte ein anschauliches Bild der ׳ überaus schwierigen wirtschaftlichen Situation entwickelte, in dcr_ sich alle _ Anstalten mehr oder weniger befinden, und die auch bisher trotz der durch die Reichsvertretung verteilten Subventionen noch nicht entscheidend gebessert werden konnte. Die vom Referenten auspearbeiteten Leitsätze wurden allgemein gebilligt und die Konferenz beauftragte Oberstudiendirektor Dr, Driesen als ihren Sprecher, der Reichsvertretung ihre Stellungnahme zu übermitteln. Von allgemeinerem Interesse dürfte vor allem de:־ erste dieser Leitsätze sein, in dem es heißt: ״Die höheren jüdischen Lehranstalten Deutschlands hegen das Vertrauen zur Reichsvertretung der deutschen Juden, daß die Verteilung der ihr zur Verfügung stehenden d) die Gelder ohne Rücksicht und Einflußnahme auf die religiöse, jüdisch-politische oder pädagogische Richtung der einzelnen Schulen erfolgt.“ In der Nachmittagssitzung wurden zunächst im Anschluß an Ausführungen von Direktor Dr. Klibansky, Köln, einige grundsätzliche Fragen über das Verhältnis der Schulen zur Rcichsvertrctting geklärt. Hierauf berichtete Studiendirektor Stoll, Würzburg, über die zukünftige Gestaltung der jüdisehen Lehrerbildung. Den Abschluß der Tagung bildete eine mehrstündige Aussprache der Konferenz mit den Schuldezernenten der Reichsvertretung, den Herren Prof. Dr. Elbogen, Rabb. Dr. Gal Iiner, Amtsgerichtsrat Dr. Li- Ile nt ha i und Studienrat Dr. Leschnitzer, (Alle Anfragen und Zuschriften für die ״Intcressen-Vertretung der höheren jüdischen Lehranstalten Deutschlands“ sind an die Geschäftsstelle, Köln, St. Apernstr. 29/31, zü richten!) Holländische Regierung gegen Antisemitismus Alter Judenfriedhol aufgefunden. In der Zeit der Türkenkriege und der Austreibung der Juden aus Spanien und Portugal haben sich Vertriebene nach Bö 11 men begeben. Davor! geben die Friedhöfe Zeugnis. Zuletzt haben Untersuchungen auf dem alten Judenfrlcdhof in Rosenberg (Böhmen) eine große Anzahl von Grabsteinen zutage gefördert, unter denen Flüchtlinge aus Wien, Linz und Ungarn ruhen. Die Sichte stammen aus der Zeit der Türkenkriege, insbesondere aus der Zeit der Belagerung Wiens. Um die. Zeit von 1500 wurden auch Flüchtlinge aus Mainz daselbst begraben. Der Friedhof selbst Sst jedoch noch bedeutend älter. Grabungen, die der dortige Kaufmann Sternschein aus eigenen Mitteln betreibt, haben erwiesen, daß der Rosenberger Friedhof eine ähnliche Struktur aufweist wie der alte Prager, das heißt, er ist mehrschichtig. Das Alter der untersten Schicht ist noch nicht bestimmt, doch dürfte sie annähernd ln die Zeit der ältesten Orabsteine von Prag gehören. Nach einer Conti-Meldung aus dem Haag ergibt sich aus der Begründung der Regierung zu dem in der Zweiten hoiländischen Kammer eingereichten Gesetzentwurf zur Verstärkung des Schutzes der öffentlichen Ordnung und Sicherheit, daß unter Punkt 3 des Gesetzentwurfs (Strafandrohung für öffentliehe Beleidigung einer bestimmten Gruppe der Bevölkerung) Maßnahmen ״zur Unterbindung des Rassen- und Gottesdienst hasses“ zu verstehen sind. Zu diesetn Zweck sollen zwei neue Artikel in das Strafgesetzbuch aufgenommen werden. Sic sind in iitrer Fassung allgemein gehalteil und haben Bezug aut alle Bcvölkenitigsgruppcn ohne Unter schied. Es sollen daher nach der Annahme des Gesetzentwurfs sowohl antisemitische Aeu 11 erungen wie auch etwaige Angriffe auf andere Gruppen wie protestantische oder katholische Geistliche und Organisationen unter das Strafgesetz fallen. 111 der Praxis dürften sielt die neuen Strafbestimmungen allerdings hauptsächlich gegen die antisemitische Propaganda richten, denn die Regierung sagt in ihrer Bcgrmulung seihst, daß sie in erster Linie au ״aktuelle Aeußerungen bezüglich unserer israelitischen Mitbürger" denkt. D w e r d Schiul Eltern sonde Beruf! keine Ben! E in di der fest zu Sache sämtl ihren den! nunkl Mehr durch brach Beob gting geför geleit zu b traue lei C Wart sic I Lage Wir Jahr! stets aller! Fall) ( zu wert der erge kleit Jun wen dem esse gern ist. gers Kn keit er 1 sein nun stel Aus möi erle ein!an! losi Lat Inz Jen zu Mu ver Sei Mä sie det Os wt M: ps; zu; ab Gr be stt Es lei V a 1 sa N St in ei E u a w E z P z s! b d s « t

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