Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVIII (1933)
- Issue
- Heft 96 (1.12.1933)
- Date
- 1933-12-01
- Page
- Seite 900 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 898 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 96, 1. XU. 1933 rück. Die Violinistin Charlotte Rosen verfügt zwar über einen warmen wohlgebildeten Ton und eine nicht 1111 beachtliehe Technik, aber es fehlt ihr doch das letzte Fortreilicnde. Die Sopranistin Eva Ort in a n n hat eine selten schöne und umfangreiche Stimme. Man muH sehr bedauern, daß sie mit diesem Material nicht mehr anzufangen versteht, weil ihre Technik noch nicht vollendet ist. Die Künstlerhilfe verschafft den jüdischen Künstlern die Möglichkeit, öffentlich zu wirken. Aber die Programme bedürfen dringend einer Revision. Gewiß soll das Kulturgut musikalischer deutscher Klassik lind Romantik gepflegt werden, aber man wird auch daran gehen müssen, die jungen jüdischen Komponisten des ln- und Auslandes den jüdischen Hörern nahezubringen. Dr. Oscar Outtmann. Aus den Vereinen Jüdischer Museumsverein E. V. Mitgliederversammlung des Jüdischen Museumsvereins am 30. Dez.., 8,30 Uhr, im Cafe Leon, Lehniner Platz. Tagesordnung: t. Beschlußfassung über den Jaliresetat und Entlastung: 2. Verschiedenes. Sollte die Versammlung nicht beschlußfähig sein, so wird eine neue Versammlung für 8.15 Uhr Unberufen, die in jedem Falle beschlußfähig ist. Der Vorstand. I. A.: E. Stein, Lehranstalt (früher Hochschule) für die Wissenschaft des Judentums. Dienstag, den 9. Januar 1934, nachm. 51׳s Uhr pünktlich, in der Aula der Lehranstalt, Artilleriestr. 14, a u ß e r o r d c 1111 i c h e G e neralversa m m 1 u n g. T ages- Ordnung: Satzungsänderung: Umwandlung des Namens in Lehranstalt. Hauspflege des Jüdischen Frauenbundes E. V. Leitung: Frau länmv Roseiithal-Kuc/viiski, Charlottenburg, Sophien- Straße 30, 1 1er Verband Berlin des jüdischen Frauenbundes hat seine Mauspflege jetzt über ganz. Berlin organisiert׳. Er bittet, sich immer an die zuständige Bezirksmeldestelle zu wenden. Meldestellen (nach städtischen Bezirken): Charlotten b u r g: Erati t'arrie (ioldberg, Wilin., Württembergisclie S1r. 15; Tel.: J 2, Oliva 7370; Sprechst.: 8—-9, 11—13 (Ihr. Frieden an: Frau Hedwig Goldenring, Frdn., Wilhelmshöher Str. 20: Tel.: H S, Wagner 0709; Sprechst.: 0-10 Uhr. Horst-Wes scl-Stad I: ׳Frau Dr. Kiwi, O 17, Stralauer Allee 35; Tel.: F 8, Andreas 2603; Sprechst. 8 bis 0 Uhr. K r e 11 / h e r g: Frau Sophie Scholem, SW, Sebastian- Straße 20; Tel.: F 7, jannowitz 1-168; Sprechst.: 9—10 Uhr. Lichte n b c r g: Frau Dr. Kiwi (Adresse s. Horst-Wessel- Stadt). Lic 11 t e r f e 1 d c: Frau Hedwig Goldenring (Adresse s, Friedenau). Mitte: Frau Trude Kaufmann, N 65, Exerzierstr. 11a, Jiid. Krankenhaus» Fürsorge; Tel.: D6, Wedd. 4446; Sprechst.: P—13 Uhr, Soiinab. ' 10'—13 Uhr. Neukölln: Frau Scholem (s. Krcu/hcrg). Pankow u. Prenzlauer Berg: Frau Dr. Neilioff, NO 55, Prenzlauer Allee 15: Tel.: 1: '3, Königst. 6026; Sprachst.: 9—10 Uhr. Schöneberg, Steglitz: Frau H. Ooldeiiring (s. Friedenau). Tempel• hof: Frau Scholem (s. Kreuzberg), Tiergar len: Frau Dr. Lipschitz, W 50, Marburger Str. 15; Tel.: B 4, Bavaria (173-1; Sprechst.: 14—16 Uhr. Wedding: Frau Trude Kaufmanu (s. Mitte). Weißensee: Frau llr. Neihoff (s. Pankow) Wiime rsdorff: Frau Carrie Goldberg (s, Charlbg.). Vom Stcllen'Markt Gemeldete offene Stellen: Für Schlesien: Gewandter Detailverkäufer der Schuh- und Lederbranche, guter Rechner, vertraut mit Lederschnitt und Kalkulation; Verkäufer aus der Teppich- und Gardinenbranche, evtl, auch aus der Leinen- und Baumwollbranche, Anfang Zwanziger, soll neuzeitliche Gardinen-Dekorationen entwerfen und zuschneiden können. — Hausgehilfinnen, Stützen, Köchinnen werden drinjgend gesucht. — Offene Stellen für Berlin: Perfekte Kiirschnermamsells fiir Hand und Maschine, Schneider m ei s t e r i n mit erstklassigem Zeugnis, für eleganten Maßsalon; perfekte Blusenabnehttmin aus der Konfektion; perfekte Gummi- »näntel stepp e r i n n e n; Kunststopferin für Garderobe und Teppiche; Maschinenstrickerinnen; Hosenträgernäherinnen; Kurbelstickerin für Damenkappen; perfekte Lederhandschuhnäherin für Betrieb; jüngere perfekte Repassiererin fiir Seidenstriimpfe; Schäftcvorricliterin; Bogenfängerin für Buchdruck; perfekte iiingfere Friseusen. — Gesucht werden für das Ausland: Perfekte Mäntehnamsclls aus der Konfektion; erstklassige Mä ntel zuschneide rin; Korsettdirektrice für Belgrad; jüngere PutzraiachermeisteTin für Ostpreußen. — Wir suchen handwerkliche Lehrstellen jeder Art. Bei besonders guten Lehrstellen können kleine Zuschüsse gezahlt werden. Meldungen an den Arbeitsnachweis, Berlin C 2, Rosenstr. 2/4. — Wir stieben Stellung für: Kaufmännisches Personal (männlich und ,weiblich) jeder Art; Sprechstunden- Hilfen; technische Assist.; Zeichner und Zeichnerinnen. Für junge Weberin, Hand- und Maschinellweberei, perf. Dessinateurin, mit bester theoretischer Ausbildung (Dipl.-Examcn, Gesellenprüfung) und prtktischen Erfahrungen in Fabrikbetrieb, suchen wir Stellung für Unterricht oder im Betrieb. Meldungen sind zu richten an den Jüdischen Arbcitsnachweis, Berlin SW 19, Lindenstr. 48 50; Tel.: Dönhoff 307/308, Abt. f. kaufrn. Personal, freie Berufe, Hauspersonal. fm Tagesheim für Säuglinge und Kleinkinder der Jüd. Kinderhilfe E. V., Berlin N 24, Auguststr, 14/15, können am 1. Januar 1934 sechs Schülerinnen zur Ausbildung in Kinderpflege und Hauswirtschaft für Familie oder Heim aufgenommen werden. Dauer des Kursus sechs Monate. Kosten 20 M. monatlich «inschh Mittagessen und Frühstücksgetränk. Anmeldungen sind an die Leiterin Frl. Neufeld, Auguststr. 14/15, oder an das Berufsamt der Jüdischen Getneinde, Rosenstr. 2/4, Frl. Zobel, zu richten. Familien - Nachrichten Frau Marie B 11 k 0 [ z e r, geh. Ghickmann, Berlin-Charlotten• bürg, Fritscliestr. 28, begebt ani 1. Dezember 1933 ihren 60. Geburtttag. Synagogen - Nachrichten Jüdische Gemeinde. Freilag, den 1. Dezember, abends: Sytiago. gen mit altem Ritus und Altcrversorgungsanstalten, sowie Neue Synagoge, Syn. Lindenstraße und Friedcnstcinpcl: 4.15 (ihr; Syn. Liitzowstraße: 8 Uhr; Syn. Fasanenstraße: 6.30 Uhr; Syn, Levetzowstraüe und Schmargendorf: 7 Uhr; Syn. Prinzregentenstra ße: 7.15 Uhr. Predigten: Syn. Lindrnslraßc: Dr. Blumenthal; Syn, Levetzow. Straße: Dr. Prinz; Syn. Prinzregentenstra ße: Dr. Swarsensky; Syn. Schmargendorf: Graf. Neue Synagoge, Syn. Lützowstraße, Fasanen- Straße, Friedcnstcinpcl: Ansprache des Rabbiners. Syn. Liitzow- Straße: Jugendfeier im Anschluß tm den Ilauptgotte-dienst. —- Sonnabend, den 2. Dezember, morgens: Synagogen mit altem Ritus und Altorvcrsorgungsanstalten: 9 Uhr: Frähgottesdicnst: Syn. Rykc- Straße und Kottbusser Ufer — Aha was Reim: 7 Uhr־; Synagogen mit neuem Ritus: Ilauptgottcsdicnst: 10 Uhr; Frühgottesdienst: Syn. Lindonstraßc, Lcvelzowstraße und Prinzregentenstraße: 7.30 Uhr, Predigten: Alte Synagoge: Dr. Colin; Syn. Rykestraße: Dr. Weyl, J ugendgotteMÜenst: 3.30 Uhr: Syn. Kottbusser Ufer — Aha was Reim: Dr. Jakoliovits; Syn- Münchener Straße: Dr. A. Levy. Sabbat-Ausgang; 4.45 Uhr. Gottesdienst an den Wochentrigen: abends: Alte Synagoge,: 4.15 Uhr, alle übrigen Synagogen: 4.30 Uhr; morgens: Synagogen mit altem Ritus (außer Syn. Festalozzistratie, Kott- Busser Ufer — Ahawas Reim und Miindiener Straße): 7 Uhr; Syn. Pestalozzis!raße und Münchener Straße: 7.15 Uhr; Syn. Kottbusser Ufer — Ahawas Reim: 7.30 Uhr; Synagogen mit neuem Ritus: 7.30 Uhr. Seelsorgeriselie Sprechstunde in den Wohnungen der Gemeinderabbiner täglich (außer Sonnabend) 10—11 Uhr vorm.; in dringlichen Fällen nach vorherigem Anruf. Synagoge Passauer Str. 2. Freitag Alx-nd 4 Uhr, Sonnabend früh 0 Uhr, SrhrifU rklänmg, Rabbiner Dr. Altmann, IMincha 4 Uhr, I.ehrvortrag, Maariw 4.45 Uhr, Wochentag früh 7.15 Uhr, Airend 4 Uhr. Jüdische Religionsgemeindc Charlottenburg, Schulstr. 7. Freitag aliend 4.15 Uhr, Sonnabend vormittags 9.30 Uhr. Synagoge Beth Zion, Brunncnstr. 33. Freitag abend 4.00 Uhr, Som1a!>end morgen 9.00 Uhr, •Minehn 3.45 Uhr, Maariw 4.45 Uhr, zwischen Miricha und Maariw (I.ehrvortrag) Wochentags morgens 7.00 Uhr, Wochentags abends 4.00 Uhr. Israelitische Vereinigung Lichtenberg, Synagoge Frankfurter Allee 85. Beginn der Gottesdienste wie in Synagogen nach altem Ritus. Freitag abends nach dem Gottesdienst Vortragsreihe von Rabbiner Dr. Arthur kosenthal über ausgcwäldte Stoffe der jüdischen Geschichte. Sonnabend vormittags Ansprache von Rabbiner Dr. Arthur Kosenthal. Schänebergcr Synagogen-Vcrdn, Münchener Str. 37. Täglich nach dem Abendgottesdienst Lchrvorträgc aus dem Gesamtgebiet jüdischen Wissens. Dozenten: Rabb. B. Dessen, Dr. S. Xsinsky, Rabb. Dr. Roscnwa sser. Synagoge Ahawas Zion, Scheinhauser Allee 4. Freitag, den 1. Dezember, abends 4.15 Uhr, Sehrifterklärung (Rabbiner Dr. Ilarry Lew). Sonnabend, den 2. Dezember, früh 7.15 Uhr, vorm. 9.00 Uhr, nachm. 3.30 Uhr, Lehrvortrag des Rabbiners. An den Werktagen morgens 7.15 Uhr, nachm. 4.00 Uhr. Jüdisches Leben im Reich Von unser«! Berichterstattern Breslau Sein lOjähriges Amlsjubiläum leiert am 1. Dezember Herr Direktor Glaser von ,der S.vnagogengemeinde Breslau. Direktor (Unser hat sich um Aufbau und Durchführung der jüdischen Wohlfahrtsarbeit in der Gemeinde Breslau und in der Provinz Niederschlesieil die größten Verdienste erworben. Neben seiner vielseitigen praktischen Arbeit wirkt er seit Jahren attrit erfolgreich als Dozent am jüdisch-theologischen Seminar für die Ausbildung in der Wohlfahrtspflege. Auf seiner Reise durch Deutschland kam das Ensemble des ״Kultur b u n d e s d e u t s c her J u d e n“ auch nach Bre.-lan. wo am vergangenen Sonntag in zwei überfüllten durch kurze Ansprachen des Intendanten Dr. Singer ritteeieitetc 1! Vorstellungen im Schauspielhaus l.cssings ״Nathan der Wvi-e" zur Aufführung gelangte. Das Publikum zeigte sich überaus beifallsfreudig. Erfurt Am 18. Oktober veranstaltet« die Ciemdttde ihren ersten < ierueindeabend in der Synagoge. Rabb. Dr. Schilftan hielt einen Vortrag über: ״Jüdisch-soziale Aufgaben in der Notzeit“. Der Referent erläuterte die Aufgaben der ein- /einen Institutionen und gab einen Bericht über ihre Leistungen für unseren Bezirk und für Erfurt selbst. Ferner schilderfe er •die• Arbeit des 1 lcehaluz. Der Vortrag war von rmfUkaiudicn Darbiel im gen von Frau Trude Seiler, Herrn Erich Markow itz und Herrn Manfred Malsch umrahmt. — Die Genie!!!de hat beschlossen, zur Einsicht für Interessenten im (iemeinde/iinmer die verschiedenen jüdischen Zeitungen auszulegen. — Die Darlebnskassc, die in Erfurt schon zwei Jahre besieht, ist zu einer Bezirksdarlchnskasse ausgebaut worden. — Kurse für Hebräisch, von der Gemeinde eingerichtet, leitet Herr Rabbiner Dr. Schüftan. Es laufen drei Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene. -- Der Frauenbund hat seine Arbeit aufgenom tuen. Er strebt den Zusammenschluß aller Frauen zu gemeinsamer positiv-jüdischer Arbeit an. Es werden 1!tägig Pressereferate gehalten. Herr Rabbiner Dr. Schüftan hat sich bereit erklärt, in diesem Kreise einen Geschichtskursus über die Propheten zu halten, dem im vergangenen Frühjahr ein Kursus über die Könige voranging, Eubigheim (Baden.) Am 2t). November starb der langjährige Vorsitzende der Gemeinde, Herr Israel Siegel, im Alter von 72 Jahren. Der Verstorbene war in letzter Zeit Synagogenratsmitgiied. Gleiwitz Ein Künstlerisches Erlebnis wurde das oberschlesisclic ״N a 111 a 11“- Gastspiel des ״Kulturbundes d e u t - scher Juden“ am 27. November im Gleiwitzer Stadttheater. Aus dem ganzen Industrichezirk und weit darüber hinaus waren jüdische Menschen herbeigeeilt, um an der Veranstaltung tcilnehmcn zu können. Der Vorsitzende des obcrschlesischen Synagogcngemeinden-Verbandes, Justizrat Kochmann, entbot den Künstlern das Willkommen. Das bis aut den letzten Platz besetzte — tagelang vorher bereits ausverkaufte — Haus rechtfertigte den Wunsch, die Künstler öfter in Oberschlesien begrüßen zu dürfen. Insterburg In den letzten 2wel Jahren ist die wirtschaftliche Lage der Gemeindemitglicder sehr schlecht geworden, ln der Gemeindevertretung war ein ausgesprochener Kampf in den fefzten Jaliren nicht nötig, da die zionistischen Mitglieder in diesen Körperschaften stark genug vertreten sind, um unsere Interessen wahrzunchmen. Zionistische Arbeit wurde insofern geleistet, als lieben anderen größeren Veranstaltungen seit jeher hier die Hebung besteht, sich an jedem Freitag-Abend im Hause des Vorsitzenden der Zionistischen. Ortsgruppe zu versammeln, um bei alt und jung das Interesse an unserer Bewegung durch Meinungsaustausch wachzuerhalten. Seit dem Frühjahr besteht eine Palästina -Beratungsstelle, gut von Stadt und Provinz frequentiert, in der Dr. Posner täglich Auskunft erteilt. Herr Rabbiner Dr. Augapfel, in dem wir seit seinem Hiersein einen hervorragenden hebräischen Lehrer besitzen, erteilt außer seinen Privatstunden einen Kursus in Hebräisch für Fortgeschrittene. Unter der Leitung von Frau Else Jacobsohn und Herrn Walter Markus ist ein Stuf des Hechaluz gegründet worden, dem etwa 30 junge Menschen angehören. Innerhalb des Hechaluz findet ein hebräischer Kursus fiir Anfänger statt, an dem alle Gemeindemitglieder teilnehmen können (Leitung: Dr. Posner). In den letzten Monaten haben wertvolle Gemcindeniitglieder Insterburg verlassen wie: R.-A. Kurt l.ewinsohtt, R.-A. Kurt Kanowitz, Fräulein Betty Demant. Zu besonderem!tank sind wir Fräulein Ruth Löwi verpflichtet, der früheren Schriftführerin der Ortsgruppe, die jetzt wieder der Ortsgruppe zur Verfügung steht. Kiel In Kid haben sich alle jüdischen Vereine zusammengeschlossen, um kulturelle Ciemeiruleabende zu veranstalten. Der erste Abend fand am 23. November statt. Er begann mit einem Sprech-Chor der jüdischen Jugend, die Worte des Propheten Jesaia vortrüg. Dann sprach Rabbiner Dr. Emil Cohn, Berlin, über ״Fröhliches Judentum, Altes und Neues“. Er zeigte an Hand der jüdischen Geschichte, wie das Judentum in der Diaspora trotz härtester Schicksalsschlüge nie verzagt hat und gerade in den schwersten Zeiten das l.eben mit Heiterkeit aufnalim. Besonders dankbar ist die Kieler jüdische Gemeinde Rabbiner Dr. Cohn auch dafür, daß er über Schabbath in Kiel blieb, an diesem Tage in der Svnagoge predigte und nachmittags einen Jugendgottesdienst abhielt. Köln Die zweite Veranstaltung des Jüdischen Kulturbundes Rhein-Ruhr im großen Saale der Kölner Bürgergesellschaft brachte einen Vortragsabend von Ludwig Hardt. Mit starker Disziplin und feinster Nuancierung trug der Künstler Werke von Heine. Thomas Mann, Mathias Claudius, Goethe, Peter Altenberg, Storm, Grirnm und aus der Bibel vor. Für den dritten Abend war Dr. Leo Baeek, Berlin, gewo :neu. Die festlich erleuchtet« Synagoge, Roonstralk, wies keinen leeren Platz auf. Dr. Hacek sprach über den ״Jüdischen Weg“. Er verglich den Juden mit dem Künstler. So wie der Künstler immer unterwegs sei, so wäre auch der Jude nie fertig, nie selbstverständlich. All das, was bisweilen als jüdische Bewegtheit erschien, müsse man als das Künstlerische im Juden erkennen. Der jüdische Weg habe dasselbe Schicksal, das der wahre Künstler habe. Es wäre ein Irrtum gewesen, wenn wir gemeint hätten, den Weg zu anderen zu finden. Die erste Aufgabe müsse heute sein, ■den Weg zu uns selbst und zu unserem Judentum zu finden, ln jedem von uns lebe die Zukunftshoffnung. Immer sei die Judenseele hungrig und immer träumerisch, die Welt solle nach ihr zum Gottesreiche gemacht werden. Darum waren wir kein« bequemen Menschen. Niemand könne uns dieses Schicksal abnehmetu J. Köthen Köthen hatte fast seit den Anfängen der zionistischen Bewegung ein reges zionistisches Leben; so ist dann auch die Köthener Z. O.-G. eine der ältesten im ganzen Reiche. Das zionistische Leben wurde in den letzten 12 Jahren in der Hauptsache von den vielen meist russischen, teils auch palästinensischen und deutschen Studierenden der hiesigen (iewerbchochschule getragen, die im V. J. St. Tchiati im K. J. V. zusammengeschlossen waren. Durch den Umstand, daß Palästinenser, teilweise schon in Palästina Geborene, als Studenten hierher kamen, bestand stets eine gewisse Verbindung mit Erez Israel, die sich natürlich auch auf die Z. O.-G. und die Gemeinde übertrug;. Aber nicht nur die ״Tchiah“ stellte Pioniere für Palästina, sondern auch aus den Kreisen der Liberalen gingen schon in früheren Jahren Menschen nach Palästina. Es war nun nicht so, daß die Gemeindetnitglieder etwa schon immer in iiberwiegender Zqhl Zionisten gewesen wären. Im Gegenteil, die Gegensätze zwischen Zionisten und den zahlenmäßig stär• keren Liberalen kamen bei gelegentlichen Debatten zum Ausbruch. Der liberale Gemeindevorstand untersagte sogar noch vor ungefähr einem Jahre dem damals neuge-gründeten Jugendbund, sich irgendwie ־zionistisch zu betätigen. Das hat sich zwar in jüngster Zeit unter dem Druck der Ereignisse geändert, von denen auch die Köthener Gemeinde erheblich betroffen wurde. Ueberzeugte Liberale gingen zum Zionismus über — nicht aus Resignation, sondern auf Grund der gewonnenen Erkenntnise. Die jüdischen Jugendlichen im Alter von 20 -30 Jahren sind zum größten Teil nicht mehr hier, einige sind in Palästina, andere im übrigen Ausland, teilweise auf Hachsrharah. Die noch vorhandene, zahlenmäßig allerdings ziemlich schwache Jugend ist im Hechaluz, Snif Köthen zusammengeschlossen, der von Ewald Kersten geleitet wird. Die Gruppe hat hier die KKL-Arheit aktiviert und versucht, auch Kulturarbeit zu leisten. Hebräisch wird eifrig unter der Leitung von Rabbiner Baneth gelernt. Mannheim Die hiesige Gemeinde bietet, unter der vorbildlich weitblickenden Leitung unseres langjährigen Gesinnungsgenossen, Professor Dr. Moses, das Bild einer befriedeten und allen Erfordernissen der Gegenwart erschlössenett Gemeinschaft. Berufsberatung, Berufsumschichtung und Betreuung der Jugend wurden hier schon ausgeiibt, bevor die Ereignisse der letzten Zeit diese Tätigkeit zu einer zeittralcn Tätigkeit der Gemeinde gestalteten. Das Wohlfahrt«• amt der Gemeinde führt den Namen Wohifahrts- und Jugendamt, und seine Leiterin, Frau Meter, hat gerade für die Sorgen unserer Jugend stets liebevolle Hingabe in sehr «rfolgreichem Maße aufgewandt. Die früher manchmal verkannte Tätigkeit des Wohlfahrtsamtes, in dem ein Wettbewerb gegen die langjährige ehrenamtliche Vereinstätigkeit erblickt wurde, findet jetzt einmütige Billigung und opferwilligste Unter- Stützung der Gemeinde. Für die kulturellen Inter• e s s e 11 hat sich als Mittelpunkt in den letzten Jahren das Lehr haus der Gemeinde entwickelt, dessen schon seit Jahren bestehende Einrichtung der Tätigkeit des Herrn Dr. Grünewald zu verdanken ist. Das Lehrhaus hat «in Winterprogramm aufgcstellt, das an Umfang und praktischem Emfiihlungsverständnis hervorragend ist. Es werden neben den Sprachen Englisch, Französisch, Hebräisch (dieses natiirlich nach den Erfordernissen Palästinas) noch gelehrt: Mathematik und Physik, Wirtschaftslehre für Kaufleute, Handvverker und Landwirte, Kurzschrift, Maschinenschreiben, Handfertigkeit, Nähen und Kochen. Das Lehrhaus hatte in seinen Kursen 600 Hörer; der beste Beweis für die Richtigkeit und Wichtigkeit dieser Einrichtung. Dr. Otto Simon. Nr. < Oberh Dur 3. D. Gemein« Schaffur portiona besonde für Hilf Offent Die Karlsrttl rabbinal vorgeho nicht e eine ko stellt. C je 20 T Fortges und de: anstalte fragen Anregui ausstell! besond* Chaluzz Chawer Preifus Mitgliei nach Pi (bei Ol Ortsgrn lauf ihi sie aus Viersi In Gemeir der er! teiligun hebräis anstalt( Wald An b ef t s Schlt einen 1 in wis ders ii lung d für nei In der soll m Won Zu agoge Ai Ic Vor kt sich d die hc Mang< ter. U unsere Schrift Mensc Schrill bräisci solche sprach Schrifi hebräi hzw. denjer wenn ihrer allzu 1 und 1 beme E aller und, der und Teil als d unko! sind schor ז versk zeit 1 Frei San Son Hoi A.