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Jüdische Rundschau · 1933-12-01 · Heft 96 (1.12.1933) · p. Seite 882

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVIII (1933)
Issue
Heft 96 (1.12.1933)
Date
1933-12-01
Page
Seite 882 (sequence 2)
Language
German
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Seite 880 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 96, 1. XII1933 Kreise liabcn nicht begriffen, was Galuth ist. Kürzlich erschien ein Buch ״Wir Juden“ von Joachim Prinz, ein Mahnruf in dieser Zeit, dessen Lektüre den deutschen Juden dringend ans Herz gelegt sei. Man mag über die Bewertungen einzelner Facta streiten, aber worauf es ankommt, ist dieses: In dem Buch wird gezeigt, was Galuth bedeutet, welche Wege der Jude einschlägt, wenn er vor sich selbst auf der Flucht ist, welche Verkrüppelungen der Seele und des natürliehen Empfindens er erleidet, wie. er seine Unbefangenheit verliert und in Verkrampfungen aller Art abgedrängt wird. Die letzten hundert Jahre, das Zeitalter der Emanzipation, hat hier besondere Vernichtungsarbeit geleistet. Wenn wir dies — es ist auch eine These des Prinz/schen Buches — aussprechen, so heißt das nicht, Prinz könnte da mißverstanden werden, daß wir ״die Emanzipation ablehnen“. Wir alle sind durch sie hindurchgegangen und mit Europa verbunden wordeen; sie gab uns eine Rechts- Stellung, die freilich jetzt wieder beträchtlich eingeschränkt ist. Emanzipation ist ein Wort aus dem römischen Sklavenrecht, cs bedeutet den rechtlichen Akt der Freilassung eines Sklaven. Wenden wir das Wort auf die Juden an, so müssen wir wissen: cs ist ejn Recht א begriff, bezieht sich auf unsere Rechtsstellung, nicht aber auf unser Wesen. Ein (irundirrtuni war es, daß man meinte, mit der Rechtsstellung auch das Wesen zu ändern. Die neue Emanzipation, die wir heute anstreben müssen, ist eine Emanzipation a I s J 11 d e n; unser Ziel ist «die — unsere objektive Sonderstellung berücksichtigende— Vollberechtigiing, unter voller Anerkennung der Tatsache, dalf wir Juden sind. Die Emanzipation, das heißt: die Sicherung der Rechtsstellung der Juden, ist notwendig; alle deutschen Juden müssen gemeinsam dafür arbeiten; was wir aber leugne n, ist die Illusion, daß durch die Emanzipation die Judenfrage gelöst ist. Das ist eine Illusion, und nicht einmal eine schöne. Nach hundert Jahren Emanzipation ist die Judenfrage in einer noch nicht dngewesenen Deutlichkeit klar geworden. Wollen wir uns wirklich von denen verführen lassen, die unter Ignorierung dieser Tatsachen die alten Trug- Schlüsse neu aufwärmen wollen? Das heißt aber konkret: wollen wir die Assimilanten aller Richtungen weiter als jüdische Wortführer in den Gemeinden und an anderen Stellen wirken lassen, oder aber wollen wir klarmachen, daß nicht sie die Stimme des Judentums in dieser Zeit hörbar machen können? Die jüdische Jugend weiß, daß ihr Leben einen ganz anderen Lauf nehmen muß, als die assimilatorischen Wortführer ihr einreden wollen. Die Jugend verlangt nach einem jüdischen Ideal, für das sie ihre Kräfte einsetzen kann. Es wäre wirklich ein trauriges Schauspiel, wenn deutsche Juden, darunter sogar ,Jugendliehe, aus dem Glutofen unserer Zeit nicht umgeschmolzen hervorgingen, sondern sich weiter an ihre dem Leben widersprechende Phraseologie halten wollten. Die Ideale der Assimilation sind schon darum 2 u s a in m e n g e b r <) c h e n, weil wirkliche Assimilation nur durch Mischehe möglich ist. Nur durch solche Einschmelzung hätte das deutsche Judentum zum Verschwinden gebracht werden können. Bei den rassischen Grundlagen von Staat und Gesellschaff ist ein solcher Prozeß unmöglich. Wir Juden sind von altcrsher Gegner der Mischehe; nicht aus einem rassischen Motiv, nicht weil wir anderes Blut für ״schlechter“ halten, sondern weil wir wissen, daß bei Mischehen auch kulturell und geistig das Judentum in Verfall zu geraten pflegt oder gar bewußt aufgegeben wird. (Es gibt auch Gegenbeispiele.) Im neuen deutschen Recht, das jetzt vorbereitet wird, soll (nach verschiedenen Anträgen und Entwürfen zu schließen) die Mischehe gesetzlich verboten werden. Darüber hinaus aber treten maßgebende Persönlichkeiten dafür ein, daß jede Art geschlechtlicher Verbindung von jüdischen und nichtjiidischen Menschen als ״Rassenschändung4‘ strafgesetzlich geahndet werden soll. Wenn wir Juden gefühlsmäßig uns gegen solche Bestimmungen sträuben, so ist dabei gewiß nicht der Wunsch maßgebend, derartige Verbindungen zu fördern; bei manchen von uns, die in einer anderen Vorstellungswclt als der heute herrschenden aufgewachsen sind, mag die Anschauung bestehen, daß diese subtilsten Angelegenheiten des menschlichen Seelenlebens — des (wie es bei Sophokles heißt) ״in allen Schlachten unbesiegten Eros“ — sich einer gesetzlichen Reglementierung überhaupt entziehen; solche Einwände werden hinfällig, sobald die Totalität der menschlichen Existenz der einheitlichen staatlichen Weltanschauung unterstellt wird. Wogegen wir aber als deutsche Juden unsere Stimme zu erheben berechtigt sind, das sind die Vorschläge, die darauf hinauslnufen, gerade unsere Rasse, unser jüdisches Volk, durch solche Gesetzgebung zu diffamieren. Die jüdische Rasse erhält hier den Stempel menschlicher Minderwertigkeit aufgedrückt. Wir glauben, daß hier die ,,Reichsvertretung der deutschen Juden“ vorstellig werden sollte, de lege ferenda und nicht erst de lege lata. Das mit solchen Gesetzen angestrebte Ziel könnte unseres Erachtens durch eine positive Förderung des Bewußtseins der eigenen Art erreicht werden, auch ohne die Diffamierung einer anderen Rasse, die sch011 in dem Wort ״Rassen sch ä nd u n g“ liegt. Dazu gehört freilieh, daß die jüdische Bevölkerung in ihrem Eigenbewiißtscin so gestärkt wird, daß Assimilation ihr nicht mehr als höchstes Ziel erscheint. Das aber sollte nicht von der deutschen Umwelt abhiingen, sondern von uns selbst. Auch wenn wir plötzlich erwachten und alles Erlebte wäre nur ״ein Traum“ gewesen, auch dann müßten wir wissen, in welch tiefe Schmach uns unsere Assimilationssucht geführt hat. Die Assimilation ist zu Ende. Ein neues Judentum muß das Erbe antreten. Der maßgebende Jude darf nicht mehr der ״Jude am Rande“ sein, den Prinz uns in verschiedenen Abwandlungen vorführt. Auch Emil Cohn hat in seinem vor zehn Jahren erschienenen Buch ״Judentum“ von dein ״an den Rand geschleuderten“ Juden gesprochen, der allen entarteten und zersetzenden Mächten unserer Zeit ausgesetzt ist. Der neue Jude muß das Judentum im Zentrum seines Ich tragen. Er wird sich dankbar zu den Kulturgütern bekennen, die er von der Umwelt erhalten hat und auf die er nicht verzichten kann, er wird für die praktischen Lebensfragen einen ehrlichen Ausweg suchen; aber er wird niemals das Judentum aus dem Zentrum seines Seins verlieren dürfen, sonst schwindet ihm der Boden unter den Füßen und der seelische Halt. Dieser Jude wird wissen, daß das, was in Palästina an Volljudentum geschaffen wird, auch für ihn geschaffen wird, und die Zionssehnsucht wird wieder ein natürliches Eiement des jüdischen Daseins sein, wie sie cs durch zweitausend Jahre war. Heute freilich ist der geschichtliche Wendepunkt, wo sie in der Wirklichkeit realisiert werden kann. Um diese Werte hat jeder Jude zu ringen. Nur dann wird er auch Kraft finden, um in den Sorgen und Beschwernissen seines Alltags standzuhalten. Kurt Blumenfeld in Deutschland Der G. A. der Z. V'.f. D. teilt mH: Der Geselliiftslidirende Ausschuß der Zionistischen Vereinigung für Deutschland hieß in seiner Sitzung vom 29. November Kurt Blumenfeld willkommen, der sich der zionistische-n Arbeit in Deutschland für zwei Monate zur Verfügung gestellt hat. Herr Blumenfeld kehrt Ende Januar nach Palästina zurück. Der deutsche Zionismus begrüßt seinen Führer aufs herzlichste in Deutschland und erwartet von dem Aufenthalt Kurt Blumenfelds einen bleibenden Gewinn für die zionistische Entwicklung in Deutschland. Eine Siedlung deutscher Juden bei Haifa. Aus Jerusalem wird uns geschrieben: Das Jerusalemer Hauptbüro des Keren Hajessod veranstaltete am 22. Nov. eine Führung der in Palästina weilenden Schriftsteller und Journalisten nach Haifa. In mehreren Autoomnibussen wurden die Schrift- Steller aus Jerusalem und Tel-Awiw nach Haifa geführt. Während der Fahrt wurden wichtige Erklärungen gegeben. In Haifa versammelten sicii nach einem einfachen Mahl im Heime der jüdischen Arbeiterinnen die geladenen Schriftsteiler sowie eine Reihe von Gästen aus Haifa im Saale des Technikums. Leib J a f f e, gcschäftsfiilirendcr Direktor des Keren Hajessod, und Dr. A. Rifppin, Vertreter der Zentralstelle zur Ansiedlung deutscher Juden in Palästina, hielten. Referate, b. Kaplansky, Direktor des Technikums, begrüßte die Gäste namens des Technikums. Die Vcrsammhing gab einen ״uten Einblick sowohl in die Arbeit des Keren Hajessod als in einen Teil der Pläne zur Ansiedlung deutscher Juden in der Umgebung von Haifa. Der Jüdische Nationalfonds hat im Gebiet von Wadi Hawarith 2000 Dunarii zur Ansiedlung von 100 jüätschen Familien aus Deutschland zur Vergestellt. Die Ansiedlung erfolgt auf eigene Kosten lers. 50 Familien werden mit Unterstützung der Kolonisationsabteilung der Jewish Agency den ihnen zugewiesenen Boden sofort okkupieren und bepflanzen, während die Grundstücke der übrigen 50 Familien von der Kooperativgenossenschaft Yachin vorbereitet und bepflanzt »veraa׳ Wcizmann erst 59 London, 28. November. (J.T, A.) Dr. Chaim Weizmann gab anläßlich einer Versammlung, in der er über aktuelle zionistische Probleme sprach, in einem Gespräch mit führenden Persönlichkeiten des englischen Zionismus und Pressevertretern dem Gefühl der Rührung und Dankbarkeit Ausdruck, das ihn angesichts der Kundgebungen und Würdigtingen in der jüdischen Presse anläßlich seines 60״. Geburtstags“ erfülle. Er müsse jedoch bemerken, daß er erst sein 59. Lebensjahr vollendet habe. (Wir freuen uns gewiß, daß Dr. Wcizmann ein Jahr jünger ist. Im ״Jüd. Lexikon“ und anderen!Nachschlagewerken ist 1873 als sein Geburtsjahr angegeben. Als vor 10 Jahren sein 50. Geburtstag gefeiert wurde, waren freilich ähnliche Zweifel am der Korrektheit des Datums gleichfalls bereits aufgetaueht. Es ist im übrigen nicht cinzusehen, warum man nicht auch den 59. Gehurtstag — vor 10 Jahren wäre es dann der 49. gewesen — feiern soll, zumal die Gefahr besteht, daß der allen persönlichen Ehrungen abholde Wcizmann nächstes Jahr erklären wird, nun sei er bereits öl. Red. ״J. R.“> Prozeß gegen die Urheber der Unruhen Jerusalem, 29. November. (J.T, A.) Die Verhandlung gegen die arabischen Führer, die amgekiagt sind, die Unruhen in Jaffa hervorgerufen zu haben, wurde auf Montag, den 4. Dezember, vertagt, da Richter Bodiiy am Mittwoch, dem 29. November, noch mit der am 28. begonnenen Verhandlung gegen die im Zusammenhang mit den Jerusalemer Ausschreitun gen vom 13. Oktober Angeklagten beschäftigt war. Die Jerusalemer Polizei hatte für beide Verhandiuugstage um״ fassende Sicher(! eits vorkehr imgen getroffen, da mit der Möglichkeit von Kundgebungen gerechnet worden war. Die Patrouillen hatten indessen keine Gelegenheit, einzugreifen. Die Ruhe wurde nirgends gestört und der von der arabischen Exekutive angekündigte Streik, der schon am ersten Verhandlungstage nur ln der Altstadt von Jerusalem und auch dort nur zum Teil durchgefülirt worden war, wurde am folgenden Tage ganz eingestellt. Der Autobus- und Automobilverkehr funktionierte an beiden Tagen völlig normal. In der ganzen Welt haben wir Juden eine wundervolle Fähigkeit für Anpassung gezeigt. Wir kamen nach den Vereinigten Staaten, wir paßten uns diese Zivilisation, an diesen Organismus an, und wir haben darin eine glänzende Arbeit geleistet. Wir kamen nach anderen Ländern, guten und bösen, und wir haben uns den betreffenden Organismen immer angepafet. Aber wohin wir auch immer kamen, fanden wir den Organismus fertig, fanden wir Gesetze, Sprache, Zivilisation. Was wir zu tun hatten, war, uns anzupassen und uns gut anzupassen. In Palästina ist es anders. Dort ist nichts fertig. Alles muß noch geschaffen werden. Wir bauen darf jetzt ein Land auf, beginnend mit dem nackten steinigen Boden, vom Feld zum Obstgarten, vom Dorf zur Stadt, vom Kindergarten zur Universität; diese grobe Schöpferfreude ist es, die heute durch das ganze Judentum pulsiert. Und dies ist der Grund, weswegen uns ein kleines Haus in Palästina, ein in Palästina veröffentlichtes Buch in einer so besonderen Ari anspricht. Dies ist der grundlegende Unterschied zwischen dem, was in Palästina vor sich geht, und dem, was uns in der ganzen Welt geschieht, und dieser Unterschied ist eine Herausforderung und ein Aufruf. Chaim Weizmarm Rede in Amerika (1922) Die Unirersiiaiskrawallc in Budapest Budapest, 28. November. (J.T. A.) Die antisemitische Studentenschaft hatte an die ungarische Regierung eine Reihe befristeter Forderungen gestellt, durch die die fast vojlsUndige Verdrängung der jüdischen Hörer von den ungarischen Hochschulen herbeigeführt werden sollte. Die ungarisehe Regierung hat die meisten dieser For• derungen ab gelehnt. Unterrichtsminister Dr. Horn» empfing eine Abordnung der antisemitischen Studenten und machte sie darauf aufmerksam, daß Ruhe und Ordnung innerhalb und außerhalb der Hochschulen umbedingt aufrechterhalten werden müßten. Die Regierung habe nicht die Absicht, das bestehende Numerus clausus-Gesetz (dessen Modifizierung in antisemitischem Sinn von den Studenten gefordert worden war) abzuändern. Trotz der Erklärungen des Unterrichtsministers dauern die antisemitischen Unruhen an den ungari• sehen Universitäten an. Der Vor- und Nachmittag des 27. November stand im Zeichen von- Exzessen. Scho« in den frühen Morgenstunden besetzten Studenten die Eingänge zur Universität und stellten Kontrollorgane auf, die den jüdischen Hörern den Eintritt verwehren sollten. Juden und jüdisch aussehende Studenten wurden geschlagen und fort■ gejagt. Die Studenten drangen in das innere der Universität ein, zerschlugen die Türen, demolierten die Wandvcrkki• düngen und hoben ein Tor aus den Angeln. Nachdem Beilegungsversuche gescheitert waren, alarmierten Rektor und Dekan die Polizei. Kurz darauf drangen Polizisten mit Gummiknüppeln in das Gebäude ein und drängten nach einem wilden Handgemenge, das 20 Minuten dauerte, die Detnon• stranten aus der Aula hinaus. Kultusminister Dr. Homan, der auch aus Pebreczin Berichte über heftige Studenten• tumultc erhielt, verfügte die Schließung der Uni• versitäten von Budapest und Debreczin bis einschließlich 2. Dezember und teilte gleichzeitig mit, daß im Falle der Wiederholung der Ausschreitungen die Universitäten bis Semesterende geschlossen bleiben» so daß alle Hochschüler ein Semester verlieren würden. Ungeachtet dieser ernsten Verwarnung seitens des Unterrichtsmir.isters setzten sich die Kundgebungen am Nachmittag und Abend fort. Im Garten der philosophischen Fakultät hielten 400 Hörer eine improvisierte Versammlung ab, in der antisemitische Hetzreden gehalten wurden und Minister- Präsident Götnbös, der Schöpfer des ungarischen Rassen- Schutzes, als ״jüdischer Rassenschützling‘' bezeichnet wurde. Am Abend kam es vor den Häusern der Zeitungen ״Esti Kurir“, ״Az Est“ und ״Magvar Hirlap“ zu lärmenden Kundgebungen. Starke Polizeikordone schützten die Gebäude und drängten die Studenten zurück. Die Demonstranten zogen in Nebengassen, wo sie jüdische und jüdisch aussehende Passanten belästigten. In Fünfkirchen kam es zu antisemitischen Ausschreitungen. Wie weiter gemeldet wird, wurde an der Technischen Hochschule in Budapest, der einzigen Hochschule, die noch nicht geschlossen ist, gegen die jüdischen Studenten eine Art ״Ghetto-Regelung“ getroffen, indem ihnen besondere Plätze aut der linken Seite angewiesen worden sind. Der franzfis!sch-*yri*che Vertrag, gegen den sich im syrischen Parlament eine Obstruktion der extremen Natöwialisten erhob, wurde nunmehr vom französischen Hochkommissar aus dem Parlament zurückgezogen. Was das wei* tere Schicksal des Vertragsentwurfes sein wird, ist noch nicht klar. Hierbei ist zu beachten, daß sich der Vertrag, der Syrien innerhalb von vier Jahren die Unabhängigkeit verheißt, lediglicli auf das engere syrische Gebiet bezieht, mit Ausnahme der Republik Libanon (mit der Hauptstadt Beiruth), die eine eigene Verfassung hat und auch weiterhin in engerer Vetbindüng mit Frankreich bliebe, so daß praktisch Frankreich im Besitze des wichtigen Küstengebietes wäre. Außerdem bildet der Rayon Latakia (das Gebiet der Aiauiteu) und der Dscliebel Drus Sondergebiete, in denen die französische Verwaltung bleibt, weil die dortigen Minoritäten nur auf diese Weise geschützt werden könnten. Juden und Minderheitenkongreß. Das Comitd des DeUgations Juives hat unter dem Vorsitz von Dr. N. Goldmann eine Sitzung abgchalten, auf der die Frage der künftigen Stellung der jüdischen Minderheiten zum Kongreß der europäischen Nation a litäten (Minderheitenkongreß) besprochen wurde. In einem nach der Sitzung ausgegebenen Communiqud wird zur Klärung dieser Frage die Einberufung einer Konferenz von Vertretern •der einzelnen Minderheiten angekündigt.

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