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Jüdische Rundschau · 1933-11-28 · Heft 95 (28.11.1933) · p. Seite 866

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVIII (1933)
Issue
Heft 95 (28.11.1933)
Date
1933-11-28
Page
Seite 866 (sequence 2)
Language
German
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Seite 864 jüdische Rundschau Nr. 95, 28. XI. 1933!daß er angesichts des von den englischen Parlamentariern bekundeten geringen Interesses die von ihm selbst vorgeschiagene Resolution nicht unterstützen könne. Er sei der M«i- »ung gewesen, daß es sich bei dieser Sitzung in erster Reihe um eure Besprechung von Parlamentariern halten würde. Da es sich jetzt zeige, daß die Zusammenkunft einen ganz anderen nicht parlamentarischen Charakter habe, könne er sich mit der Aktion nicht länger identifizieren. In Abwesen• heit Lord Wintertons wurde sodann die vorgeschlagene Resolution, in der ״Gerechtigkeit und fair piay“ für die Araber in Palästina gefordert wird, angenommen. * Die Touristen-Razzien in Palästina Jerusalem, 24. November. (J. T. A.) Es mehren sich die Fälle, in denen seit vielen Jahren in Palästina ansässige Juden von den willkürlich vorgehenden Beamten angehalten und zum Nachweis ihres Aufenthaltsrechts aufgefordert werden. So wurde auch der Sekretär der Kulturkommission der allgemeinen jüdischen Arbeiterorganisation Palästinas, Jchuda Schimon(, der seif 12 Ja 11 reu im Land« wohnt, unter dem Verdacht verhaftet, illegal’ eingewandert zu sein. Er wurde von dem mit der Ausforschung der über die gewährte Frist hinaus im Lande verbliebenen Touristen beauftragten Polizeibeamten verhört und nach Feststellung seiner Identität freigelassen. — Die demoralisierende Wirkung׳ des von der Polizei eingeführten Prämiensystems für die Ergreifung von Personen, die sich ohne Erlaubnis im Lande aufhalten, macht sich bereits bemerkbar. Unter der armen orientalisch-jüdischen Bevölkerung finden sich einzelne, die der Polizei gegen «ine Belohnung von 1 bis 2 Schilling unerlaubt im Lande sich aufhaltende Juden namhaft machen. Die iet/ten Meldungen aus Palästina bestätigen, daß die Razzien auf Juden ohne Aufenthaltshcwiüigung an vielen Orten weiten;dien. Bei verschiedenen Anlässen werdenJllden angehalten und zur Ausweis-! eistuug au (gefordert. Wer sich nicht ausweisen kann, wird verhaftet. Es werden tatsächlich eine Anzahl von Lin/elfalle gemeldet, in denen Verhaftun g e n vorgeriomtnert wurden. Ob die Zahl groß ist, läßt sich noch nicht beurteilen. Im palästinensischen Judentum macht sich eine scharfe Protestbewegung gegen dieses Vorgehen der Polizei Man richtet sich ein . .. Die deutschen Juden sind durch die Erlebnisse dieses Jahres ohne Zweifel zutiefst aufgewühlt worden. Ganz beson« ders ist es die junge Generation, die über ihre Lebensgrundlagen nachzudenketi begonnen hat und zum großen Teile versucht, ihre Existenz innerlich und äußerlich auf eine neue Basis zu steilen. Trotzdem —- der nüchterne Beurteiler der Vorgänge, die sich itn deutschen Judentum abspielen, kann nicht Obersehen, daß Kräfte am Werk sind, die darauf abzielen, sich unter den nun einmal gegebenen Verhältnissen cinzurichte« und weiter zu existieren, ohne einen Wandel in den Lebensformen und Gesinnungen vorzunehmen, der eigentlich die Konsequenz des gewaltigen Erlebnisses sein müßte, das über die deutschen Juden gekommen ist. Zahlreiche Verbände und Organisationen, die neu gegründet werden, andere, die man längst tot glaubte, die aber auch jetzt mit Hilfe der Gruppen, die aus einer früheren Zeit her an ihrer Spitze stehen und sich in die Gegenwart hinübergerettet haben, führen eine Sprache und betreiben Aktionen, die uns gewiß verstaubt anmuten, die aber — und das ist das (iron-sk e an ihnen! —aus der ehrlichen Ueberzeugung ihrer Urheber heraus gesagt und getan werden. Man glaubt eben, es könne so ziemlich alles heim alten bleiben, zwar sei die Existenzbasis der deutschen Juden etwas schmäler geworden, aber es gehe an, das Leben in eien alten Geleisen!ortzuführen. Nötig sei nur, heute etwas von Erneuerung und Intensivierung des jüdischen Lebens zu sprechen, ein paar Veranstaltungen mehr zu machen, und dann werde das deutsche Judentum fortleben können. Und man ist dann mit dieser Selbstbcnebdung sehr zufrieden und nennt das Ganze jüdischen Zusammenschluß, Selbstbesinnung, jüdische Erneuerung und Aufbau einer jüdisehen Zukunft׳ — und Ist befriedigt. ln der Tat können wir bei sehr vielen jüdischen Unternehmungeii feststellen, daß man mit sich selbst außer* ordentlich zufrieden ist. Eigentlich sind die deutsehen Juden in ihrer Mehrheit schon seit 150 Jahren immer mit sich zufrieden gewesen. Die Beurteilung der eigenen Lei- Stangen auf jüdischen! Gebiet stellt ein einziges Loblied auf verdiente .Männer und Ei nrichtungen dar, so daß man logischerweise zu den! Schluß gezwungen wäre — wenn man die Dinge nicht kennen würde — daß das deutsche Judentum in voller Blüte stehe und eine reiche Zukunft in sich trage. Jede Aktion erschien den deutschen Juden als eine große jüdische Leistung, jede geistige Bemühung einiger vielleicht an sich noch so wertvoller jüdischer Persönlichkeiten als der Beginn einer Renaissance, jede soziale Bemühung als eine Neufundierutig der jüdischen gesellschaftlichen Basis. Das R esultat? Wir sehen es vor uns. Das deutsche Judentum ist innerlich ausgehöhlt, es ist arm an jüdischem Gefühl, unwissend auf den Gebieten jüdischer Erkenntnis, beziehungslos der jüdischen Tradition gegenüber, losgelöst aus der Kette der jüdischen Geschichte, Wurzellos in der "Welt Europas wie in den Gebieten der jüdischen Gesamtentwiclclung. Die Zufriedenheit mit den — ach so kleinen! — jüdischen Leistungen hat bewirkt, daß in einer Kurzen Spanne geschichtlicher Entwicklung einreiches Erbe vertan worden ist, dessen Wicdercrcbcrung die Kraft von Generationen kosten wird. Alle jüdischen Bemühungen waren eben für die Mehrheit des deutschen Judentums Dinge perlpherer Natur, eine Angelegenheit für Schabbath und Feiertage und nicht der Kernpunkt des persönlichen Lebens, der sie hätten sein müssen. Und auch heute ist es leider so, daß man sich in manchen Kreisen des deutschen Judentums Illusionen darüber hin gibt, welche Bedeutung diese oder jene Proklamation oder Aktion besitzt, und daß man zuinnerst hofft, mit einem minimalen Judentum auszukommen, das gewiß den veränderten Zeitverhältnissen angepaßt, aber auch heute nach Möglichkeit kleingehalten ist. Der ״atshnilaiorisciic Komplex“ Und wie sieht dieses Judentum aus? Es wird in allen seinen Aeußentn gen dadurch charakteri* eiert, daß i n i h m zwangsläufig das Element «in er Aatimlla tion aa diedeutsch-europilscbe Um■ geltend. Der Waad Leumi (Jüdischer Nationalrat) hart in einer Sitzung in der Nacht vom 26. zum 27. November «Ine Kundge bung beschlossen, die in schärfster Form gegen die Maßnahmen der Palästina-Regierung protestiert. Auch die jüdische Arbeiterpartei Palästinas hat eine Protesterklärung veröffentlicht. Sie wendet sich vor allem gegen die Behauptung der arabischen Bürgermeister, die dem High Commlssioner gesagt hatten, daß durch die im Lande gebliebenen Touristen die eingeborene Bevölkerung ihres Lebensunterhaltes beraubt wird. Die jüdischen Bevölkerungen von Jerusalem und Haifa haben dagegen protestiert, daß die Bürgermeister dieser Städte sich an der Intervention beim High Commissioner beteiligt haben, obwohl diese Städte eine starke jüdische Bevölkerung — in Jerusalem sogar die Mehrheit — besitzen, die mit dieser Aktion der Bürgermeister nicht einverstanden ist. Auch außerhalb Palästinas ist In allen Teilen der Judenheit die Erregung über das Verhalten der Palästina-Regierung im Steigen. Außer einer Reihe zionistischer Verbände hat auch die Zentrale der Agudas Jisroel in Warschau und die Wiener Israelitische Kultusgemeinde der englischen Regierung Protesterklärungen überreicht. Fern er wird aus V a r s c h a u gemeldet daß vor der englischen Botschaft revisionistische Deraonstra■ t i o n e n stattfanden, wobei einige Fensterscheiben durch Steinwürie zertrümmert wurden. Die Polizei ging gegen die Demonstranten mit Wasserspritzen vor und verhaftete zwei Personen. Die jüdische Gemeinde Lodz hat eine Protestresolution gegen das Vorgehen der Palästina-Regierung gefaßt. Der Oberrabbiner von Saloniki, Dr. Karetz, hat namens aller jüdischen Gemeinden und Organisationen Griechenlands an die Palästina-Regierung ein Schreiben gerichtet, in dem gegen die letzten Maßnahmen protestiert und freie jüdische Einwanderung nach Palästina gefordert wird. Rom. 22. November. (J.T. A.) in Padua wurde die Konferenz der Zionisten Italiens geschlossen. In einer einstimmig angenommenen Resolution hat die Konferenz ihren Protest gegen die von der Palästina-Regierung gegen jüdische Einwanderung ergriffenen Maßnahmen ausgesprochen. weit enthalten Ist. Alle geistigem und organisatorischen Unternehmungen des westlichen Judentums trugen insbesondere im 19. Jahrhundert diesen Stempel. Wenn z. B. die an sich nicht zu verkleinernde, in ihrer Bedeutung vielleicht bis heute noch gar nicht ausgewertete Leistung betrachtet wird, die in der Schaffung der Wissenschaft des Judentums lag, so bedeutete diese Tatsache die Rezeption der historischen Methode, die im 19. Jahrhundert bei zahlreichen Geisteswissen• schäften besonders in Deutschland die Herrschaft antrat, auf das Gebiet der Judentumskunde. Und in demselben Maße, wie die Archäologie in verschiedenen Zweigen der allgemeinen wissenschaftlichen Erkenntnis zu einem wichtigen Inhalt geworden ist, wurde auch das jüdische Wissensgut in gewissem Sinne ״archäologfciert“. So bedeutsam also jene Tat der Schaffung der Wissenschaft des Judentums war, so stark verband sie all die Kreise, die sich mit ihr beschäftigtem, mit den allgemeinen wissenschaftlichen Gütern der Umwelt. Nun, wir haben ein Beispiel gewählt, das insofern noch dnen Ausnahmefall darstellte, als hier doch dne Neubelebung des tradierten jü* dischen Stoffes gleichzeitig vor sich ging; es gibt andere Beispiele, die nicht diesen positiven Inhalt besitzen, sondern im wesentlichen darauf hinauslaufen, daß die deutschen Juden mit der Umweltsentwicklung verknüpft wurden. Um ein. anderes Bdspiel aus dem kulturellen Leben zu geben, so sei hier auf die Reformbewegung hingewiesen. Diese wurde gewiß in einem aufrichtigen jüdischen Sinne eingeleitet, der darauf abzielte, Juden an dem religiösen Leben der jüdischen Oesamtheit teilnehmen zu lassen und ihre Flucht aus dem Judentum hinaus zu verhindern, dadurch daß man eine neue äußere Formung des kultischen Lebens ermöglichte. Es wurde also damit eine Art von verstärktem, sich um die Synagoge gruppierendem jüdisch-gesellschaftlichem Leben geschaffen. Sein Inhalt jedoch? Stärkste Angleichung an die protestantische Umgebung, Verflüchtigung der jüdischen Substanz, Assimilation in größtem Maße. Diese Beispiele ließen sich in beliebiger Zahl fortsetzen. Auch der Zionismus in seiner westlichen Ausprägung wäre geeignet, um an zahlreichen seiner Erscheinensformen nachzuweisen, wie mit jeder einzigen jüdischen Aktion zugleich der Keim zu einer assimilatorischen Entwicklung־ gelegt ist. Es ist ähnlich wie in. der Echternach er Springprozession: zwei Schritte vorwärts und einen Schritt zurück — oder gar umgekehrt? Uns scheint es, als ob die Mehrzahl aller jüdischen Bemühungen des letzten. Jahrhunderts diesen zweiten Fall darstellen, bei dem man zwar bewußt einen Schritt vorwärts ging, aber zu gleicher Zeit zwei Schritte zurück machte, d. h. einen Abba« des in den Menschen lebenden Judentums voruahm. So entstand eine Vielfalt von Organisationen, von Programmen und auch von Aktionen, aber ein Minimum an jüdischer Wirkung, dessen Ergebnis wir in unseren Tagen vor uns sehen. GaluLh und Palfisüna Es wäre falsch, dieses Resultat allein auf das Konto des bösen Willens oder der Unfähigkeit der Juden zu setzen. Die äußeren Lebensumstände haben das deutsche Judentum geformt; sie haben es seit der Emanzipation einem starken gesellschaftlichen und geistigen Drucke ausgesetzt, sie waren der eigentliche Motor der Gesamtentwicklung. Wenn der Zionismus das Leben der Juden in der Zerstreuung nicht mit Diaspora bezelchnete, sondern ihm den wertenden Namen ״G a I uth“, Verbannung, gab, so hat er damit den vollen Inhalt dieses Zustandes zutreffend gekennzeichnet. Gal uth ist nicht allein Entfernung von der naifonalen Heimat des jüdischen Volkes, Palästina, sondern zugleich die Entfremdung der Judenheit von den echten Gütern, deren T rä ger si e in ihrer alten Geschichte gewesen ist. Es ist die Entfremdung des jüdischen Menschen von den ihm innewohnenden kulturellen und ethischen Grundlagen, die ln der Kette seiner Vorfahren gewachsen sind und iiim Profil und Charakter verliehen haben. Es ist die Entcharakteri sierung des Juden. Wenn manche jüdische Gruppen diesen Prozeß als dne ״Befreiung“ empfunden haben, so gaben Me sich einer schweren Selbsttäuschung hin. Gewiß wurden sie durch den Rechtsakt der Emanzipation im Sinne der staatlichen Gesetzgebung befreit und auch gesellschaftlich auf eine neue Stufe gestellt. Die Freiheit der menschlichen Persönl ich k eit aber, die gerade in der Bindung an die in der Geschichte angereicherten Werte liegt, wurde ihnen damit genommen. Die Schwere der Galuth ist vielleicht hier und da im letzten Jahrhundert rein äußerlich gemildert worden, aber desto drückender wurde zugleich die Verbannun g, in der die jüdische Seele lebte, die nunmehr auch aus dem Bewußtsein der Juden selbst vertrieben wurde. Man führte ein sogenanntes jüdisches Leben, aber man gestaltete es nach Prinzipien, die von außen genommen waren und daher eine Hohl* heit der Juden herbeiführten. Der Zionismus hat dieser Entwicklung Palästina entgegengesetzt. Für ihn ist das Land nicht nur ein äußeres Hilfsmittel zur Lösung aktueller Judennot; gewill ist es auch dies und vielleicht in unserer Zeit in erster Linie, aber zugleich doch in jedem Augenblick mehr als dieses, da wir Wissen, daß Volk und Land, Geschichte und Gegenwart unlöslich verbunden werden müssen, soll der Zustand der jüdi- Sehen Galuth endgültig überwunden werden. Jüdische Konzentration an irgendeinem Punkte der Welt würde vielleicht ein nützliches Unternehmen sein; sie wäre aber niemals imstande, jenen Zustand der Abstreifung des jüdischen Charakters zu beseifigen, der z. B. im deutschen Judentum so weit vorgeschritten ist. Darum istderZionismuspalästinozentrisch eingestellt. Darum gibt es fürihn keine Diskussionüberdas Landund das Rechtderjuden, dieses Land durch Arbeitfürsich zu erwerben. Darum ist das Ventil, das sich die gewaltige Judennot in Europa geschaffen hat, nicht irgendein Land auf demweif en Erdenrund, so ndem gerade Palästina. Darum streben Hunderttausende jüdischer junger Menschen aus der ganzen Weit dorthin, wo sie glauben, nicht nur ein Leben der Arbeit zu führen, sondern sich und ihren Kindern eine Zukunft zu bauen, die sich organisch als ein neuer Ring in die Kette der jüdischen Geschichte eingliedert. Darum ist der historische und der aktuelle An* Spruch des jüdischen Volkes auf dieOeffnung der Tore Palästinas ein berechtigter und kann von keiner Instanz, dieSinn für weltpolitische und welthistorische Zusammenhänge besitzt, überhört werden. Die furchtbare Schwere der Galuth, der Verbannung jüdischer Menschen in äußerlich untragbare Lebens, Verhältnisse und der Vertreibung der jüdischen Substanz aus dem jüdischen Körper ist es, di« heute das Korrelat eines lebendigen jüdischen Palästina verlangt» ja aus sich heraus dieses Palästina schafft, so wie in einem Krankheitsprozeß das heilende Fieber vom Körper gebildet wird. Der Strom der Wanderung Und doch: alle, die verantwortlich für de« Zionismus denken, sind unzufrieden mit dem Schauspiel, das diesen großen historischen Prozeß begleitet. Wir sehen, wie ein großer Strom jüdischer Wanderung sich Palästina mm Ziele genommen hat, und wir wissen, daß dieser Strom den Leib bilden soll, aus dem heraus das jüdische Palästina wächst und sich innerlich gestaltet- Oft kommt uns zum Bewußtsein, wie ungeheuer schwer es sein muß, aus diesen Menschen, die heute noch In jeder Beziehung eine Gahrthexistenz darstellen, ganz und gar von der Lebensform der Galuth erfüllt sind, die Bausteine des jüdischen Palästina zu machen. Wir befürchten vielleicht in manchen Stunden, daß die Gesinnung und Haltung der Galuth nach Palästina mitgenommen wird, und daß das Land und seine Bedingungen nicht stark genug sind, um eine innere Umkehr derMenschen herbeizuführen. Für die deutschen Juden, soweit sie von jeher mit Palästina verbunden waren, bestand diese Problematik früher nur in einem sehr beschränkten Maße. Die Zahl derer, die nach Palästina gingen, war verhältnismäßig klein. Es gab die Möglichkeit der Vorbereitung in beruflicher und geistiger Hinsicht, und im allgemeinen gingen mir diejenigen in das Land, die Piomergesinnung besaßen und den Willen hatten, sich in ein Palästina ein zu gliedern, das das Bewußtsein hatte, Jene Aufgabe der Ueberwindung der Galuth zu losen. Heute drängt die wirtschaftliche Not zu einer Massenairswanderung, und Palästina erscheint manchem als ein Immigrationsland wie andere auch. Damit ergibt sich die Aufgabe fiirims: Wir müssen dem deutsehen Judentum klarmachen, daß diese Meinung an den Realitäten vorbeisieht. Es gibt 1'n. Palästina nicht die Möglichkeit eines geistig ״bequemen“ Lebens, wie es die Mehrheit der deutschen Juden gewohnt ist. Jeder Jude, der in Palästina sinnvoll existieren will, muß wissen, daß es im Lande eine ganz bestimmte Ordnung bereits gibt. Diese Ordnung hat nicht nur eine wirtschaftliche und gesellschaftliche Seite (obwohl diese natürlich außerordentlich wichtig ist), sondem ebenso sehr eine geistige, kulturelle und moralische. Die jüdischen Erbauer Palästinas haben von Anfang an die Aufgäbe in sich gespürt, das bequeme, selbstzufriedene, peripherische, zu nichts verpflichtende jüdische Leben der Galuth aufzugeben und ihm in Palästina ein ungebrochenes und damit schweres Judentum entgegen zusetzen- Da* Eihot der Renaissance So wurde der Zionismus von den Tagen der Chowewe Zion an bis in unsere Zeit mehr als ein großes Umsiedlungsunternehmen des jüdischen Volkes. Er wurde auch mehr als rin Um- Schichtungsprozeß, der an die sozialen Grundlagen des jüdisehen Lebens rührte. Stets war er zugleich eine Forderung an den einzelnen Menschen, alle Sphären des Lebens nach einem großen Gesetz zu gestalten. Die Wiedergeburt des jüdischen Lebens auf dem Boden Erez Israels konnte und kann kein mechanischer Prozeß sein, der rein äußerlich organisierbar ist, sondern er muß an die innersten Regungen des Mensehen anknüpfen und diese zugleich formen. Die gewaltige Kraft der Judennot und nicht zuletzt auch die Energien, die heute aus dem deutschen Judentum nach Palästina tendieren, werden nur dann ein sinnvolles Ganze in Palästina bilden, wenn sie daran arbeiten, nicht nur ein Werk organisatorischer Art in Erez Israel zu schaffen, sondern wenn sie zugleich wissen, daß die Ausprägung des jüdischen Charakters, der der Zersetzung des Galuth lebens entgegen gestellt wird, nur möglich ist, wenn die Forderungen, die an den einzelnen Einwanderer gestellt werden, hoch sind. Nicht Emigration Ist der Weg nach Palästina, sondern ״A 1 i j a h“, Aufstieg, der aus dem Zustand der Galuth und eines jüdischen Lebens der Illusionen hinführt zu einem gewiß schweren, aber zukunftsreichen Leben der Freiheit und Verwirklichung. K. L, Zar Lage des deutschen Judentums Das Ende der Illusionen Ka Erez I nimmt dertc I schlag! film in N< Könne! dabei ewpfin nicht 1 ־was m liehen bräiscl Deuts! D teil Ai in den hebräi sfark ,,Wem Diese sie ha erwies hei d! hrä er‘1 2U W« mann naler «klt. wohl Es hc laftes — in Ut1ge< seiten nicht Meugi darun einem deuts! E digke sprich Und < nend. geliel zusag jah a Uebei für b verzic und t den C in de: ringe vor S bräist lieh 1 Aber Chan kreis der s verga scliän \ jahu nicht was sehnt des Z strick Alltaj um A rungs vorlä uns 1 Sinne ״Kult an n klage schei Wort in D der i 1 oft d Kerle drccl diese K״t 1 zem allein ist hi nicht als si daß 1 sehui zeitig der ' Und Levir sprac Seele disch — in welt\ Assir an di da u gega Hun! kee ן die s milat bleib

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