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Jüdische Rundschau · 1933-11-24 · Heft 94 (24.11.1933) · p. Seite 858

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVIII (1933)
Issue
Heft 94 (24.11.1933)
Date
1933-11-24
Page
Seite 858 (sequence 14)
Language
German
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Seite 85*) Nil und im Mond ־.::!ein auf den Libanon fuhren; von den Arbeiten, die sic miteinander planten und den Mensehen, die sie miteinander kenneniernten. Und viel früher schon hafte sie in ihr gr3ßes Buch ״Jerusalem"' die Widmung an die Freundin geschrieben den Dank ״fiir die kleine Hand, die sic in das Wunderland führte und das große Herz, das sic das Land liehen lehrte׳‘. Er ist das Land Israels, von dein sie in diesen Worten spricht. Denn die Reis״, die sie mit Sophie fiikaii gemeinsam dorthin unternahm, wurde der Keim zu Sclma Lagerlöfs großem Weltanschauungs-Roman ״Jerusalem". Freilich . . . es ist das Jerusalem der Christ!! :heu Sekten, dis sie dort sucht und findet; kaum, daß sie der betenden Juden an der Klagemauer gedenkt. Aber ihrem offenen Auge ist nichts von der Schönheit des Landes entgangen. Nicht die roten Anemonen im Tale Josapliat, nicht die goldenen, baumlosen Berge, die an Kuppeln erinnern und nicht die Farben der Sonne, die ins Meer taucht. — Wollte Gott, Seinia Lagerlöf könnte die Wallfahrt nach den! Heiligen Lande, die nun mehr als dreißig Jahre zurückliegt, heut nochmals antreten. Gerade das neue und alte Gefühl der Verbundenheit von Volk und Land müßte ihre Wurzelfeste Seele aufs tiefste berühren. Noch einmal gestaltete sie jüdisches Geistesgut: in der Legende ״R a h e! > Weine n“. ״Eine Stimme ist in Rama zu hören Weinen und bitterlich Klagen Rahe! weint um ihre Kinder Um ihre Kinder - ach, keines ist da!“ Jene unvergeßüche Stelle aus dem Buche Jirmejahu schwebte der nor- (INrha! Dichterin vor, als sie das Weinen Raheis in unseren Tagen \ernahm: einmal in Bethlehem am Grabe der Rahe!, als die Beduinen fratt um ihren Sohn weinte; das /weitemal in Europa, als die Mutter den Sohn in den Krieg schicken mußte. •- Nur ein mütterlich Ohr konnte die Stimme der Urimitier vernehmen. Kürzlich ging durch die Blätter die Nachlicht, Seima Lngcrldf habe den Ertrag ihres neuesten Buches dein Hilfskomitee zur Verfügung 1;׳:stellt. Und wir grüßen in dieser Frau heute nicht nur die große Künstlerin, sondern vor allem den großen .Menschen mit dem uralten Sogcitspruche der luden, der dem Schöpfer dankt für seine Geschöpfe. Bertha Badt-Strauß. Erfolgreiche K. H.־ Woche in Breslau Anläßlich der Anwesenheit von Herrn Dr. ,Michael Trauh (Berlin) finden in Breslau in der Zeit vom 13. bis zum Ek November eine Reihe von Veranstaltungen statt, die einen voden Erfolg mit sich brachten. Als erste hatte die Beratungsstelle der Breslauer Jüdischen Gemein d c für den 13. November die Vertreter sämtlicher 1rtscitaftszwci.ee sowie die Führer der großen jüdischen Vereinigimgen zu einer Sitzung /usammengenden, bei der nach einleitenden Worten von Herrn Kochs, über die Tätigkeit des Zentralausschusses der deutschen Juden für Hilfe und Aufbau, Herr Dr. Traub über die wirtschaftliche Lage und soziale Struktur der deutschen Juden sprach und ein fesselndes Bild des modernen Palästina und seiner Entwichlungsmöglkhkeitcn entwarf. Der Vortrag hinterließ bei den Anwesenden, unter denen man auch die Vertreter der bisher extrem antizionistischen Richtungen innerhalb der Breslauer Jüdischen Gemeinde bemerkte, einen sehr starken und nachhaltigen Eindruck. Am 15. November folgte ein Zirkelabend ini Hause von Herrn Aber, an dem Herr Dr. Traub und Herr Dr. Franz M e v e r, Mitglied der Rekhsvertretung der deutschen Juden, über die Schicksalsgcmeinschaft der Juden heit in verschicdenen europäischen Ländern und in Amerika und den lailiurellen und sozialen Aufbau in Palästina sprachen. Emen äußerst wirkungsvollen Abschluß der K. H.-Aktion bildete eine große Versammlung, die am 16. November im Logenhaus siattfand und an der Herr Dr. Traub über ,.Juden und Araber unter englischer Mandatshoheit“ sprach. Lange vor Bc ׳iw! des Vortrages waren beide Säle der l.essinglogc iiberiulit. In seinen — nach einem ausfiihrliehen Vortrag'beiichte Her .,Neuen Breslauer Zeit 11!1 g“ vom iü. November -- gründlichen, logisch meistenliebt aufgebaufeii und glanzend in der äußeren Form ge- Ina, hten Darlegungen schilderte Dr. Traub den geistigen!!!ul wirtschaftlichen Werdegang der jüdisch-nationalen Heimcbitte in Palästina und unser Verhältnis zum arabischen Volke. Der \bcmt gestaltete skli zu einer imposanten Kundpciume für den Gedanken des jüdischen Palästina-Aufbaus. Die im Anschluß an die Vorträge durch geführte K. H.- Aktion hat das Ergebnis der vorjährigen Aktion bei weitem nbertroffen. Schuhsohlen und Geist H'iV haben in Nr. 91 der ,Jiddischen Rundschau“ eine Besprechung der neuesten Revue des hebräischen Kabaretts ״Vatate“ in Tel-Awiw gebracht. »Unser Pariser s.n.-Mit• arbciler, der vor einigen Monaten eine Reise durch Palästina machte, berichtet hier gleichfalls über eine charakteristische Veranstaltung des ״Malaie“, die er während seiner Reise miterlebt hat, ' Red. Was ״TozereUl Haarez“ ist, braucht nicht des langen und breiten erklärt zu werden. Weit über die Kreise derjenigen Juden hinaus, die für den Aufbau des jüdischen Palästina ein Interesse haben, weiß man, daß unter ״Toz.ercth Haarez.“, Er- Zeugnis des Landes, eine Bewegung zur Hebung der Landes- Produktion und zum Vertriebe der Landesprodukte zu verstehen ist. Natürlicherweise ist die Propaganda für ״Tozereth Ilaare:״׳ in Palästina selbst am stärksten zu merken. Es werden spe ielie Propagandawochen vcranta'tct, während weicher ganz nach amerikanischem oder westeuropäischem Muster alle Mittel der Propaganda zur Anwendung ״dangen: Transparente, Scheinwerfer, Lautsprecher, Plakate, Flugblätter, Fähnchen und vor allem riesige LeiinvandbaJmen, die quer über die Straßen gespannt werden, um alle Ankommenden daran zu mahnen, daß es Pflicht sei, den Bedarf zunächst und hauptsächlich im Land seihst und mit Hilfe von Landesprodukten zu decken. Das stärkste Interesse an der Hebung der Landesproduktion haben natürlich die Produzenten und dann die Arbeiter, die leichter und besser entlehnte Arbeit finden, wenn die Industrie durch gesteigerten Absatz gut beschäftigt ist. Palästina wird Heiliges Land genannt. Trotzdem gibt es in Palästina auch Unheiliges. Also ist die Selbstsucht der Ein- /einen in Palästina auch nicht restlos verschwunden, und cs gibt Fabrikanten und Kaufleute, die sich die Bewegung für ״Tozereth Haarez“ insofern zum Gegenstand des Mißbrauches machen, als sic unter Berufung auf die Landesproduktion für schlechtere Ware den gleichen Preis wie für gute, und für gute Ware einen höheren als den angemessenen fordern. Der Sinn der Tozerdh-Haarez-ßewegung wird durch derartige Matiipulationen in sein Gegenteil verkehrt. Wenn unter Berufung auf nationale Pflicht den Kunden Pofel anaehängt wird, und überdies noch um einen keineswegs berechtigten Preis, so Ist jüdische Rundschau Nr. 94, 24. XL 1933 Jüdisches Leben im Reich. (Von unseren Berichterstattern) Berlin. l!n Verein zur Erhaltung des überlieferten Judent וו ins sprach Rabbiner Dr. Alexander Alt mann über ,,Probleme der jüdischen Schule“. Er betonte grundsätzlich, dab aller Erörterung und Inangriffnahme einzelner Organ!'- sationsfragen voran zugehen habe die Besinnung über das Bildungsziel einer jüdischen Schule überhaupt. Den pririzipiellen Fragen des jüdischen Bildimgsideals ging Dr. Altmann nach und erörterte zunächst das Verhältnis zur deutscheu Kultur. Die jüdische Schule müsse in Verbindung bleiben mit der lebendigen jüdischen Kultur; denn ausschließlich mit der Kultur vergangener Epochen lasse sich Jugend nicht auiziehen, Breslau. Eröffnung des jüdischen Museums, Am Kt. Nov. fand die Eröffnung des jüdischen Museums 711 Breslau statt. Die Räume hierfür hatte die Israelitische Waisenverpflcguiigsanstalt zur Verfügung gestellt und uni die Schaffung und Ausgestaltung dieses Werkes haben sich die Vorstandsmitglieder Max Silberberg und Felis Perle große Verdienste envorben. Die architektonische bzw. künstlerische Beratung hg in den Händen der Herren Regicrungsbaumeister a. D. Ehrlich und Maler Aschh e i m. Die Eröffnungsfeier wurde durch künstlerische Darbictungen von Lotte Schocps-Rogosinski (Klavier) und Mirjam Lewin (Cello) umrahmt. Der Vorsitzende Max Silberberg entwickelte die Geschichte dieses Museums. Eine weitere Ansprache hielt Prof. Isaak Heine mann. Ueber 700 'Jahre jüdisch-schlesisch er Geschichte sprechen aus diesen Räumen; darüber hinaus aber erzählen die prachtvollen Vorhänge vor der Lade, die Arbeiten jüdischer Silberschmiede von der Liebe, mit der unsere Vorfahren an der Lehre und an ihrem Stamme hingen. Vielleicht eine der größten Köstlichkeiten, die das jüdische Museum zu Breslau besitzt, ist die Handschrift von Johannes Rcuchlin ,,De acccntibus et orthographia linguae hebrakac“, Hagenau 1518, und: ״De rudimcntis hebraicis libri III“, Pforzheim 1506. Ferner sei noch auf einen in Glogau geschriebenen Machsor hingewiesen, der mit besonderer Liebe geschrieben ist. Zahlreich sind dk historischen Dokumente u. a. Grabsteine — der älteste schlesische weist auf die Jahreszahl ■1963 (1203) hin. Wir erblicken Schutzbriefe, wie sie die Juden sich früher ausstellen lassen mußten, wenn sie das Niederlassungsrecht und die Arbeitseriaubnis haben wollten. Unter den vielen jüdischen Kopien, die uns von den Wänden grüßen, fällt am meisten das markante Geiehrtengesicht des Rabbi Hirsch Kalischer auf. Die Breslauer und die schlesische Judenheit wird dem Verein die ungeheuer schwere Arbeit, die er geleistet hat, durch zahlreichen Besuch danken und ihm auch bei dem Ausbau der Sammlungen durch weitere Ciaben helfen. Willy Colin. Essen. Am 4. und 5. Nov. hat die ,,Jüdische Künstlerhilfe Essen“ im Rahmen eines Klcinkunstabends ihre Tätigkeit aufgenommen. Beide Abende brachten ein ausverkauftes Haus, und waren in künstlerischer und finanzieller Hinsicht ein voller Erfolg. Nach Eröffnung des Abends durch Herrn Rabb. Dr. Hahn begann der ernste Teil des Programms, in dem sich u. a. Lotte Heine-Cario Callmann in eigenen Tanz- Schöpfungen, Kate Frohsinn in einer dramatischen Szene ״Kaadlsch“, sowie Fritz Sattler in einer Szene aus ״LJriel Acosta“ auszeichncten. Ferner sind hervorzuheben Riri Klein mit herrlich gesungenen Liedern und Viktor Herzfeld mit dem Prolog aus ,,Bajazzo“ und der Blumcnarie aus ״Carmen“. Im zweiten heiteren Teil des Abends waren die genannten Künstler tätig, ferner Herr Schüler, der die Begleitung sämtlicher Vorträge übernommen hatte. Die Conference führte mit viel Geschick Richard Goldeck. Wegen des außerordentliehen Erfolges veranstaltet die Künstlerliilfe einen dritten Abend mit gleichem Programm am 19. Nov., 20.15 Uhr, in der Loge, Dreilindcnstr. 90. Freiburg f. Br. Auch die hiesige Gemeinde hat begonnen, durch Sprach- und Geschichtskurse und ein Konzert jüdischer Künstler ihre Mitglieder fester zu verbinden. Unter der Initiative der Pianistin Gaby Gros fand am 18. November das erste Konzert in der Synagoge statt. Dr. Erich Katz leitete den Abend mit einem Vortrag über jüdische Komponisten und Werke des Programms ein; im Verlaufe des Programms hörte man eine ״Aria con variazione“ des Renaissance-Musikers Salomonc Rossi; hierauf spielte Gaby Gros einen ,,Choral su .Melodie hebräiche“ des Italieners Castelnuovo Tedesco, und anschließend ein impressionistischfarbig-schillerndes Stück von Ravel: ״Jciix d’eaux“. Freya Wolfsbruck sang dann drei Lieder von Gustav Mahle!, zart begleitet von Gaby Gros; Dr. Heinz Edelstein spielte — am Flügel: Gaby Gros -- die Variations concertantes von Mendelssohn für Cello und Klavier. Eins der Glanzstücke des Abends war die ״E!ias“־Arie (Mendelssohn): ״Höre Israel“, in der Interpretation Freya Wolfsbrticks. Der Chorverein umrahmte das Konzert durch Chöre. pgz. Gelsenkirchen. Herr Feibisch Hirsch ist einstimmig zum Leiter der Wirtschaftshilfe der Synagogengcineinde gewählt worden. Herne. (S y 11 a g 0 g e 11 k 0 n z e r t.) Als ein erfreuliches Zeichen kann es angesehen werden, da fl der Einladung des Jtigendbundes zu einem Synagogenkonzert in einem erfreulichen Maße Folge geleistet wurde. Fast die gesamte Gmeindc und viele auswärtige Gäste füllten den stimmungsvollen Raum, Es gelangten hebräische und deutsche Gesänge, sowie Instrumentalvorträge von Bach und Händel zum Vortrag. Um die Ausführung der Gesänge ma-chten sich Kantor Erich Mendel (Bochum) und Edith J e I i 11 verdient. Den instrumentalen Teil bestritt die Violinkünstlerin Feldhenri (Dortmund), während Kapellmeister Gustav׳ Haak (Herne) den Orgelpart und die Begleitung der Solisten übernommen hatte. Karlsruhe. In der Kornertabteilung des Vereins für jiidische Geschichte und Literatur spielte am 19. Nov. das Hehraikon-Quartctt zunächst das! G-moll Klavier- Quartett von Mozart. Der Primgeiger Boris Kroyt, für den erkrankten Bratschisten Lyren Fräulein Groner, der Cellist Peeker und der Klavierpart Rudolf Schwarz wirkten vorzüglich zusammen. Den Beschluß bildete Dvoraks Klavier- Quintett. In diesem Werke trat als zweiter Geiger Dr. Rudolf Reihmann hinzu. Zwischen den beiden großen Schöpfungen stand das Streich-Quartett in D-moll von Richard Fuchs. Lübeck. Als Auftakt z11 einer Serie jüdisch-kultureller Veranstaltungen hatte die Esra-Loge zu einem Rczitationsabend Meinhart Maurs geladen, ln einem gut ausgewählte׳; Programm brachte der Künstler in der Hauptsache biblische Schilderungen, teils in der Ucbertragung Luthers und Buhers, teils im Urtext in meisterhafter Weise zur Darstellung. Berufsumschichtung In Oberschlesien. Der Provinzialverband für jüdische Wohlfahrtspflege in der Provinz Obersehlesien (Gleiwitz) gibt den Mitgliedern der oberschlcsischen Synagogen-Gemeindcn folgendes zur Kenntnis: Die B e r u f s ti!11 ־ Schichtung der jüdischen Jugend wird allgemein als die wichtigste Aufgabe betrachtet, die das deutsche Judentum z. Zt. zu lösen hat. Entsprechend der Wichtigkeit dieser Frage sollen nun auch von der Zentralstelle Mittel zur Durchführung dieser Aufgabe in unserer Provinz uns zur Verfügung gestellt werden. Wir haben daraufhin diese Aufgabe in Angriff genommen, und es ist uns gelungen, zunächst an drei Stellen, mit Hilfe der zuständigen jüdischen örtlichen Stellen, eine größere Zahl von handwerklichen, gärtnerischen und landvvirtschaftlichen z\usbildungsstäften ausfindig zu machen, deren Besitzer bereit sind, jüdische Menschen aufzunehmen. — Außer der Beschaffung von Eiozelausbildungsstellen sind Be- Strebungen im Gange, eilten E i g e n b e t r i c b für die Um- Schichtung aufzuziehen, der natürlich in Arbeitszeit und Verpflegung entsprechend den religionsgesetzlichen Vorschriften eingerichtet werden kann, der aber zunächst nur in der Lage ist, eine kleinere Zahl von Menschen aufzunehmen. Um nun eine Uebcrsicht darüber zu gewinnen, ob genügend jüdische Menschen vorhanden sind, die bereit sind, sich um ihrer Zukunft willen utuschichten zu lassen, ersuchen wir diese, sich umgehend persönlich hei der Wirtschaftshilfe bzw. bei dem Vorstand ihrer Gemeinde zu melden, woselbst ihnen jede weitere Auskunft erteilt wird.“ Pelskretscham. Am 6, November fand im Ratbausgebäude die Neuwahl der Repräsentanten statt. Es schieden aus die Herren: Simon Freund, Arnold Lomnitz er, Louis Perl, Hugo Angreß (wegen Verzuges) und Arthur Kopf (verstorben). Auf Vorschlag des jüd. Gemeindevorstehers Fritz Perl wurden folgende Herren für die Dauer• von sechs Jahren gewählt: R.-A. Böhm, Zahnarzt Dr. Herrnstadt, Hermann Wold, Max Luft, Joseph Karliner und als Stellvertreter: Louis Perl. Berthold Freund und Max Koplowitz (letzterer nur für drei Jahre an Stelle des verstorbenen Herrn Arthur Kopf). Ratlbor. Am 2. Nov. sprach Studienrat Dr. Willy Cohn (Breslau) im Verein für jüdische Geschichte und Literatur über Nr. < die ״J i Saal de anslatte Thora-1 statt. - ::eine I 11eher! I die hies übernor Aschnei Markus Regina haben v und bc *titcr t Chaluzj Hcbräis mal \vc hat tin lästina kaum t ist, der Sa: außero׳ wohltäi über d Rülf di Israel Freund jüdisch Wernei auch Stücke Fuge von ne die da! Lieder A-dur-: gestalt So jüdisch fernste eine 1 Bezieh Sprach ungüni Etat fi Keren luge tu der ״, Israel zu sol hinaus TI Gern ei Mens«: besonc die Ei rungst hat sit halben mitglie W Ueben meind: nahm bundc bekun ein Li V Anden im gr! Manul von d große! öffnet Ludwi und 1 Bedür Zahl ׳ zeichn werde meind die 0 das ein unreeller Vorgang, den man nicht genug geißeln kann. Tut man aber derlei, so hat man natürlich mit der Empörung der in ihrer Verdienstsucht geschädigten Fabrikanten und Kaufleute zu rechnen, welche mit dem Brusttöne sittlicher Entrüstung solche Tadler und Kritiker als ״nationale Verräter“ bezeichnen. Solche Erscheinungen sind in der ganzen Welt vorgekommen. Schlimm ist es, wenn es den das nationale Gefühl mißbrauchenden Interessenten gelingt, die kritischen Stimme« mit allerlei Mitteln, z. B. durch begeisterte Publikationen in der Presse zu!n Schweigen zu bringen. Noch schlimmer ist’s, wenn das Schlagwort ״nationale Pflicht“ dazu herhalten muß, um jede kritische Stimme zu ersticken. Uebrigens gilt das leider nicht nur für Warenprodukte, sondern auch für geistige Er- Zeugnisse. So mancher Schriftsteller, Maler, Bildhauer, Kornponist, Sänger oder Schauspieler meint durch besonders kraß zur Schau gestellte nationale Gesinnung den Anspruch erhoben zu haben, daß seine Schöpfungen als Gipfelleistungen der Kunst anerkannt werden. Daß eine derartige Vergewaltigung des kritischen Sinnes zu einer Schädigung der wahren Interessen und Leistungen des werdenden jüdischen Palästina führen muß, liegt klar auf der Hand. Der kritische Beobachter des sich entwickelnden neuen jüdischcn Gemeinschaftslebens in Palästina müßte traurig werden, wenn er nicht festzustellen vermöchte, daß im Jischuw selbst Einsicht genug vorhanden ist, die zwischen Wett und Unwert zu unterscheiden vermag. Zum Glücke ist die traditio- «eile jüdische Neigung 2ur Selbstkritik und zur Selbst- Ironisierung, die durch den jahrtausendlangen Aufenthalt im Exil noch gesteigert wurden, im neuen Jischuw in Palästina nicht verschwunden. Bei allem Idealismus und bei aller Fähigkeit zu restloser Hingabe auch an romantische Ideale ist der jüdische Wirklichkeitssim» in Palästina nicht erstickt. Aus dem Jischuw heraus mehren sich die Stimmen, welche sich gegen Hohlheit und Bluff, gegen Tiraden und Mißbrauch nationaler Schlagworte wenden. Klassischen Ausdruck findet diese gesunde Reaktion gegen schädliche Entwicklungen im Leben des Jischuw im Kabarett ״M a t a t 6“. Dieses Kabarett ist aus vielfachen Schilderungen den Lesern unserer Zeitung bekannt. Es nimmt in Revuen zu allen Ereignissen des palästinensischen Lebens Stellung• Und zwar tut dies der ״Matatd“ in einer Art, die die besten Vorbilder Europas übertrifft und durch eine eigene spezifisch palästinensische Note unterstrichen wird. Die Satire des ״Matatd“ ist scharf, aber nicht verletzend. Der ״jüdische“ Witz wandelt sich in Palästina in Humor. Geradezu erfreulich ist die Vermeidung jeder zotenhaften Aeußerung und Situation. Auffallend ist, dal) jiddisehe Redewendungen in den Dialog sc» eingestreut sind, wie etwa französische Redewendungen in den Dialog eines Berliner Kabaretts. Bei einer Vorstellung des ,״Matatd“, die im Tel- Awiwer Beth Am von mehr als 2000 Personen, hauptsächlich Arbeitern, besucht war, konnte ich di« Freude erleben, wie von der Bühne herab den Uebertreibuiigen der ״Tozereth- Haarez“-Bewegung der Spiegel vorgehalten wurde. Dies ge- Schah in einer Revue, deren Leitfabel folgendermaßen lautete: Angesichts der schweren Konkurrenz, welche die neu eingerichteten Bät’a-Filialer den jüdischen Schustern in Palästina machen, kamen die Schuhmacher zusammen, um über Gegenmaßnahmen zu beraten. Auf der Bühne gibt cs einen langen Palaver; inan schimpft über die ausländische Konkurrenz, man wettert gegen den Pofel, den Bat’a verschleißt und macht verschiedene Vorschläge, wie man sich des gemeinsamen Feindeerwehren könnte. Man verlangt Schutzzoll, Einfuhrverbot um! dergleichen. Schließlich meldet sich ein bescheiden im Hintergrund stehendes Schusterlein zu Wort und macht den kühnen Vorschlag, die jüdischen Schuster mögen von nun an bessere־ Sohlenleder verwenden. Dann würden sie mit Erfolg gegen Bät’a konkurrieren können. Kaum war dem armen Schuster das letzte Wort seiner Ansprache entfahren, als sich schon seine Berufsgesiossen mit Ausrufen: ״Du Bolschewik, Du Kommunist“ auf ihn stürzen. Der Tumult auf der Bühne legt sich erst, als der Vorsitzende der Schusterinnung das Wort zu folgender pathetischer Rede ergriff: ״An dem Vorschläge meines Vorredners könnt ihr ermessen, auf welche Abwege eine mangelnde nationale Gesinnung zu führen vermag. Unsere Schuhe haben keine besseren Sohlen nötig. Was ihnen fehlt, ist der wahre national« Geist.‘' Diese Rede war allen aus der Seele gesprochen, und der Beifall der Mitschuster war demgemäß stürmisch. Der Vorsitzende der Innung blähte sich wie ein Pfau und unterbreitete seinergeits den Vorschlag, daß man eine nationale Schusferhynutf schaffen müsse, um auf diese Weise die jüdischen Schuhe mit richtigem nationalen Geiste zu erfülle»!. Der Vorschlag vvurdt mit allen Stimmen, bei Stimmcnenthaltung des armen ״bolschewistischen“ Schusters, angenommen, und der Innungsvorsteher beauftragt, seinen Vorschlag auszulührea. vorst« man dicht! wild, Verse ״Hati weis erfret 11״a li< schul Die i Mene den < das V 19» dem die I nomr tion. mit , Schm Er s< na! di dien lung nicht den! Schn׳ komi aut Ody־s nach Ham scliih lichk Daß Jisch Jisch rniscl über natic lach«

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