Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVIII (1933)
- Issue
- Heft 94 (24.11.1933)
- Date
- 1933-11-24
- Page
- Seite 849 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 94. 24. XI. 1933 jüdische Rundschau Seite 847 deinen iderlc- :11 sei. jeist es 311, SO iristcn- ■n. Pie Rassen! c h o i | or L>r. eilen .׳:׳ it aller 1 seinen Jiweiz I I iv e i 1. utsclien er Zei- )de de• ■ac« /ul uifrafN an das II d e n -1 :rischen 11 wolle;11f«i1Kisülchen g Wie־' : Ver Jude״! •chctiratj 1t einer 1 dodil t habe. Juden n nie 11t,ן 1 and: ich 1m-| stelle:![;breiten.) rchenrat auf?׳: : an die| itatt. .. d« vrr- Aufsatz m 11t 11־ emeineii;ich in-■' in erster] icn Welt| 1׳ erst'hi׳ inneren] Mische: ten Vcr ,det1tun1s| hert Zu,׳: von zu •j nt er den e!1 Seit׳ identum: nste Be-: liclitjüdi licht von] n katlio . 11• enfrag. ird da!,׳ de jen Verurtei den jüiii itet. Ein rial, s1:״ daucrlicli) 3e dar־״! urcti da len sind Verhiilt׳ orderlic’rJ i leben? Taguu er Obst-- Olitob׳ 'erbaiitler de e Volk?;enkasscr eri-Unte , kein es Gehe! rund dt hen Ver■ s«U übt;ens von! rordnun:: Eheleut W 3 י, iben un >IUeiam es cinge und ine vor ein; Kolpor r VC' e i antisemi■ icht ha« ügt. Vo! : f gege Die Lage der jüdischen Arbeitnehmer Aus den Kreisen der Reichsvertretung der deutsehen Juden wird uns geschrieben: Die Lage der jüdischen Arbeitnehmer ist in mehrfacher Hinsicht ungewiß und schwierig. Im Zusammenhang mit den Boykottmaßnahmen des I. April hat eine sehr große Anzaiil jüdischer Angestellter und Arbeiter — insbesondere in Berlin — den Arbeitsplatz räumen müssen. Auch nach dieser Zeit lag für die jüdischen Angestellten der Arbeitsmarkt ständig unter Druck, jede Schwäche des Betriebes, insbesondere auch die ungünstige Lage des jüdischen Einzelhandeis wirkte sich hei'den jüdischen Arbeitnehmern aus. Schließlich darf nicht vergessen werden, daß das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentmus nicht nur die jüdisehen Beamten betroffen hat, sondern auch die Angestellten bei Behörden, öffentlich-rechtlichen Organisationen und Betrieben und all den PrivaUiiiternelimniigcn, die unter bestimmendem Einfluß der öffentlichen Hand stelle«. Nun ist es nicht zu leugnen, daß die allgemeine B e 1 e - billig des A r b e i t s in a r k t c s in etwas auch den jüdischeu Arbeitnehmern zugute gekommen ist. Aber der Zuwachs an Arbeitsplätzen stellt in gar keinem Verhältnis zu dem Verlust. Bei den neuen Arbeitsmögiichkeiten handelt es sich außerdem meist um solche bei kleinen Firmen, die sehr schwer um ihre Existenz zu kämpfen haben, 1111 (I infolgedessen nur Arbeit zu sehr ungünstigen Bedingungen vergeben können. Für qualifizierte, nicht mehr ganz junge Kräfte ist die Lage nahezu hoffnungslos. Diese ungünstige Arbeitsniarktlage wird wesentlich verschärft durch die Örganisationslosigkcit der jiid i s c 11 e n Arhcitnehmc r. Bei der Zusammenfassung der alten Gewerkschaften verschiedener Richtungen zu den neuen Verbänden der deutschen Arbeitsfront sind bekanntlich die jüdischen Arbeiter (mit geringen Ausnahmen) und Augestellten nicht mitübernommen worden. Sie haben dabei alle ihre bisherigen durch die Mitgliedschaft־ erworbenen Rechte verloren. Dies trifft am härtesten diejenigen ji'1dischen Arbeitnehmer, die sich bereits eine Altersrente erworben haben, die nun plötzlich wegfällt. Aller auch die große Zahl der erwerbslosen jüdischen Arbeitnehmer empfinden den Verlust des Stellenloscngeldes, auf das sie durch die geleisteten Beiträge Anspruch zu haben glauben, als äußerst schmerzlich. Die Aufwendungen der Angcstelltenverbände für ihre stellungslosen Mitglieder waren immer erheblich. Nachdem im Verfolg der Wirtschaftskrise die öffentlichen Leistungen für die Erwerbslosen ständig herabgesetzt werden mußten, sicherten die Verbände durch die Zuschüsse, die sie zu den öffentlichen Unterstützungen zahlten, ihren Mitgliedern eine gewisse Lebenshaltung. Die jiidischen Arbeitnehmer sind nunmehr ausschließlich auf die öffentlichen Unterstützungen angewie. sen, und zwar ohne Rücksicht darauf, wie lang« sie Gewerkschaftsbeiträge gezahlt haben. Die Handelsvertreter und Agenten, die in bezug auf die Sozialversicherung nicht als Arbeitnehmer gelten, von einem Teil der Gewerkschaften aber als Mitglieder aufgenommen wurden, stehen durch ihren Ausschluß besonders ungünstig da. Vor den Arbeitsgerichten haben die jüdischen Arbeitnehmer keine Vertretung, da bisher keine Organisation als vertretungsberechtigt anerkannt worden ist. in. den Ber 11 fsk ranke nkas sen der alten Verbände konnten die jüdischen Arbeitnehmer unter Zahlung eines gewissen Zuschusses verbleiben. Welche Regelung bei einer etwaigen Liquidation ■dieser Kassen getroffen werden wird, ist ungewiß. Bei Gründung der deutschen Arbeitsfront hieß es in einer offiziellen Verlautbarung, daß den nichtaufgenomiiienen jüdischen Arbeitnehmern Gelegenheit gegeben werden dürfte, sich in einer besonderen, der deutschen Arbeitsfront nicht angegliederten Organisation mit Wohlfahrtsangelegenheiten zu beschäftigen. Um die Schaffung einer solchen Organisation sind die in der Reichsvertretung der deutschen Juden ziisammengcschlosseiien jüdischen Verbände seither unablässig bemüht gewesen. Es wäre ein Leichtes gewesen, durch Aufruf der Beteiligten einen Verband der jüdischen Arbeitnehmer hinzustellen. Aber es kann den verantwortlichen Stellen nicht daran liegen, nur einen neuen Verein zu schaffen. Es muß Vorsorge getroffen sein, daß dieser Verein auch offiziell als Vertretung der jüdisehen Arbeiterschaft anerkannt wird, daß ihm die Vertretung der jüdischen Arbeitnehmer vor den Arbeitsgerichten zusteht und er finanziell so ausgestattet wird, daß er die Leistungen, auf die die Mitglieder in den früheren Verbänden Ansprüche erworben haben, einigermaßen übernehmen kann. Hier aber liegen die Schwierigkeiten. Ein Verein, der neu anfängt und überdies in der Hauptsache aus arbeitslosen Mitgliedern besteht, kann Leistungen für seine Mitglieder nicht übernehmen. Die Abgeltung der finanziellen Berechtigungen aus den alten Verbänden aber kann nur mit Hilfe der Regierung und der deutschen Arbeitsfront durchgeführt werden. Da die vermögensrechtliche Lage der Verbände der Arbeitsfront noch ungeklärt ist — nicht sie sind Rcclitsnachfolgcr der alten Gewerkschaften, sondern die Länder — so wird bis zur endgültigen Regelung dieser Frage vermutlich noch einige Zeit vergehen. Auch das Recht der Vertretung vor den Arbeitsgerichten kann einer jüdischen Arbeitnehmerorganisation nur durch die Regierung zagebilligt werden. Und was schließlich die Organisationsfragc als solche betrifft, so muß darauf hingewiesen werden, daß die deutsche Arbeitsfront nicht eitle gewerkschaftliche Interessenvertretung im alten Sinn darstellt, sondern eine weitanschauliche Erzieliungsgemeinschaft.. Zwar werden alle drei Säulen: Unternehmerschaft, Angestelltenschaft 1111«! Arbeiter- Schaft innerhalb der deutschen Arbeitsfront nebeneinander bestehen, aber jeweils nur als Säule der großen einheitlichen Arbeitsfront und nicht als Interessentengruppen im Arbeitskampf. Noch fehlt innerhalb der Arbeitsfront die Säule der Unternehmerschaft. Solange aber Aufbau und Rechte der Arbeitsfront nicht endgültig geregelt sind, ist es schwer, sich über die Funktionen einer Örganisation der jüdischen Erwerbstätigen ein endgültiges Bild zu machen. Es sei in diesem Zusammenhang unterstrichen, daß ein Organisationszwang für Arbeitnehmer, wie er vielfach behauptet wird, nicht besteht und daß Wcrbemethoden, die Nachteile für die Arbeitnehmer in Aussicht stellen, falls sie sich einer Organisation nicht an schließen, untersagt sind. Es besteht infolgedessen auch für jüdische Arbeitnehmer weder ein Zwang, sich einer Organisation anzuschließen, noch die Gefahr, nur aus d.em Grunde, daß sie organisationslos sind, ihre Steilung zu verlieren. Trotz allem ist und bleibt es das Bestreben der Reichsvertrehmg der deutschen Juden, den jüdischen Arbeitnehmern zu einer eigenen, umfassenden Organisation zu verhelfen. In einer solchen Organisation hätten die jüdischen Arbeitnehmer die Möglichkeit, unter eigener Verantwortung für den Rechtsschutz und die Wohlfahrt ihrer Mitglieder einzutreten sowie an der Arbeitsbeschaffung und der sehr schwieligen Aufgabe der Um- Schulung und anderweitigen Unterbringung derjenigen ihrer Kollegen, die in ihren bisherigen Berufen nicht verbleiben können, mit/.uwirken״ In der jüdischen Arbeitnehmerschaft ist vielfach die Auffassung vertreten, daß, nachdem eine Arbeitnehmer- Organisation bisher nicht geschaffen werden konnte, für die Bnwanderungsmugiichkeiten in den USA? In der Novcmbernumnier der Newyorkcr Zeitschrift ״New Outlook“ veröffentlicht ihr Herausgeber, der frühere demokratische Präsidentschaftskandidat ״AI“ Smith einen kurzen Artikel: ״Können wir für die Flüchtlinge Raum schaffen?“ Er setzt sieh mil großem Pathos dafür ein, daß die Vereinigten Staaten ihrer traditionellen und geheiligten Politik, Zuflucht der Bedrängten zu sein, auch jetzt treu bleiben und eine größere Zahl deutscher Enigrünten, die Übrigens nicht alle Juden seien, aufnch-!11 e n und zweckmäßig über das große Land verteilen sollen. Die Vereinigten Staaten hatten bisher dieser Politik viele ihrer hervorragendsten Bürger zu verdanken gehabt, und sie würden auch in diesem Falle eine großherzige Haltung sicher nicht bereuen müssen, da cs sieh hei den Emigranten zum großen 'Teil um hochbegabte und hochgebildete Menschen handele, die nur wegen ihrer Rasse oder ihrer Ucberzcugun- Sen auswandern müßten und ihrer neuen Heimat großen Nutzen bringen könnten. Die Kr n e n n u rag eines Ameri- Ra ners z 11 in F 1 ü c h t 1 i n g s k o m m i s s a r sei soll r zu begrüßen — schon als Symbol der Rolle, die die Vereinigten Stauten als Hort der Menschlichkeit■ spielten. Die Gegner einer unbeschränkten Einwanderung hätten gewiß im allgeu^WaMugaamuBWBti—m—M—caa——וווו וווו 1יו——ו ur w n meiner» gute Gründe, aber gerade manche der drastischeren Bestimmungen der Einwanderungsgesetze und manche Ein- Wanderungsquoten dürften eher phantastischen Rasscntheorien als amerikanischen Prinzipien entsprechen. Da Smith einer der bekanntesten Männer der jetzt herrsehenden Partei ist, besitzt seine Aeußcrung eine gewisse Bedeutung: doch ist nicht zu übersehen, daß die- Forderung nach rigorosen F.inwanderungsbcsdirünkungen und inshesnndere die Bevorzugung der ,,germanischen“ Einwanderung vor jeder anderen wohl immer mein• von den Republikanern (die das alleingesessene, protestantische ״hundertprozentige“ Anierikanertum vertreten) ausgegangen ist als von den Demokraten, die mehr das neueingew änderte Element repriisentieren. Vermutlich sprechen für Smith auch gew isse persünliehe Rücksichten;.1111' seine New Yorker Wählerschaft mit. Vor allem aber zwingt die immer noch höchst kritische Wirtschaftslage zur Skepsis bezüglich großer Einwanderungsmögiielikciten in den USA. Selbst verständlich werden jedoch die jüdischen Instanzen, hoffentlich unterstütz( von dem Flüehtlingskommissar, sich um F.inwunderungsinöglichkeitcn nach USA. bemühen müssen. A. P. WilliII HIHI" I Arbeitnehmerschaft nichts geschehe, sie insbesondere nicht in «lern Maß das Interesse der jüdischen ()effent 1 iclikeit Linde, wie die durch die Gesetzgebung betroffenen jüdischen Aka- «lemiker. Dieser Auffassung muß widersprochen werde«, 111 «len Beratungsstellen der jüdischen Organisationen, insbeson- «lere der Wirtschaftsstellen der Gemeinden und des Central- Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, haben in den letzten Monaten Tausende von Arbeitnehmern Rat gesucht und gefunden. Mit zahllosen Arbeitgebern, mit den ßetriebsorganisafionen, mit allen amtlichen Stellen, denen der Schutz der Arbeitnehmerschaft obliegt, ist um die Einbczichung auch der jüdischen Arbeitnehmerschaft in die allgemeine Arbeitsschlacht verhandelt worden. Die Beriifsberatungs- und die ßerufsumschiclitungsstellen sind von kaufmännischen Angestellten in dem gleichen Maß in An- Spruch genorninen worden wie von den Akademikern. Die jüdischen Arbeitsnachweise sind unablässig bemüht, neue Arbeitsmögiichkeiten für die jüdischen Erwerbslosen zu erschließen. Es ist billig, an all diesen Bemühungen Kritik zu üben mit dem Hinweis auf die hohe Zahl der Arbeitslosen und ihrer Notlage. Es ist verantwortungslos, die jüdischen Arbeitnehmer zu einem Kampf gegen die vovhandenen, für sie geschaffenen Einrichtungen aufzurufen, ohne ihnen etwas Besseres' dafür bieten zu können. So sehr es menschlich begreiflich ist, «laß die erwerbslosen Arbeitnehmer in gemeinsamen Zusammenkünften und Aussprachen über ihre Lage eine seelische Entlastung finden, so muH doch darauf hingevviesen werden, daß aut diesem Wege kein einziger Arbeitnehmer Arbeit und Brot erhält. Die Judenfrage in Oesterreich Zu den Hauptursachen des deutschen Antisemitismus gehörte sicherlich das einsichtslose Verhalten jener ״Judenbiättcr“. die sich einbildeten, die Existenz einer Judenfrage einfach leugnen und alle (Juden und Christen), die trotzdem von ihr sprachen, als ״Antisemiten“ oder deren Helfer anprangern zu dürfen. Daß z. B. die jüdische Berufsschichtuiig in Deustchland tatsächlich höchst ungesund war, und daß manchen Juden das Gefühl für die ihnen auferlegte Grenze des Deutschtümelns vollständig fehlte, «rollten diese Kreise keinesfalls einsehen. Nim durfte map wohl hoffen, daß das Schicksal des deutschen Judentums gewissen ähnlich situierten jüdischen Kreisen im Ausland zur Warnung und Belehrung dienen würde. Dies scheint aber, wenigstens in Oesterreich, nicht der Fall zu sein, wie die folgende Aeußcrung der ״Reichspost“, des Organs der Dollfuß-Regicru 11g, zeigt, die wir der ״Schöneren Zukunft״ entnehmen. Die ״Reichspost“ vom 1. Noveniber schreibt u. a.; ,,Es ist Verfälschung eines notorischen Sachverhaltes, wenn der Antisemitismus als Erfindung des Nationalsozialismus hingestellt und jeder, der auch nur irgendwie in den Verdacht antisemitisch er Neigungen gebracht wurde, als National so/in- Hst vor, fragwürdiger österreichischer Gesinnung angeprangert wird. Es ist mit wärmstem österreichischem Patriotismus sehr wohl vereinbar, in der Hypertrophie des Judentums in «inzelnen Berufen keinen Idealzustand zu erblicken. Einsichtige Juden selber teilen diese Auffassung und haben beispielsweise seinerzeit eindringlichst davor gewarnt, zum Präsidenten der Wiener Anwaltskamrner einen Juden zu wählen. Es mag schwer fallen, in allen Dingen das rechte Maß zu halten, aber der Ruf nach dem Numerus clausus, gegen den es jetzt erregte Proteste regnet, wäre nie laut geworden, wenn eine der bewährtesten Spruchwcish eiten, die zum Maßhaltcn rill, besser befolgt worden wäre.“ — Im weiteren Verlauf des Artikels heillt es: ״Wenn ein Richter, der die Erklärung zweier die Scheidung anstrebenden Ehegatten, ihre gegenseitige Abneigung.. . habe ihren Hauptgrund in der verschiedenen Abstammung, zur Kenntnis nimmt, darob den Rassepolitikern des [)ritten Reiches ztigezäiili wird; wenn jeder Künstler, jeder Pliilharmoniker, dein einmal im Privatgespräeli angeblich eine antisemitisch klingende Aeußcrung entschlüpft ist, öffentlich angeprangert und seine Maßregelung gefordert wird; wenn ein dekadentes Literatentum, das im Dritten Reich resolut aus dem Musereiempel verjag! wurde,... uns in aufdringlichster Reklame zur Uebernahme offeriert wird; wenn Schriftsteller wie Thomas Mann und Hauptmann, je nachdem, ob sie sich mit den Entthronten solidarisch erklären oder den geänderten Verhältnissen sich anziigleichen scheinen, als Gipfel des deutsehen Geistes oder als charakterlose Schwächlinge, die der Beachtung unwert sind, geschildert werden: dann wendet sich jeder Gast von Geschmack mit Grausen. Nein, das ist nicht das Oesterreichertum, das er sucht, das Vaterland seines Herzens sieht anders aus.“ Wenn wir diese Aeußcrung wiedergeben, heißt das gewiß nicht, daß wir mit ihr in allen Finzellieiten übereinstimnieii. "Wohl aber besitzt der Grundgedanke, nämlich daß die j udenfrage existiert, und daß Takt, Klugheit und vor allem Ehrlichkeit auf j ü d i s c 11 c r Seite nöiig sind, um den Antisemitismus nicht zur Hochflut anwachscn zu lassen und ein für beide Teile ehrenvolles und erträgliches, möglichst gutes Zusammenleben zu ermöglichen, einen auch für uns Juden beachtenswerten Wahrheitsgehalt. A. P. Fn der letzten Nummer des ״Nemzeii Szocialista“, des Organs der vor einiger Zeit gegründeten ungarischen antisemitischen Partei, ist ein Artikel erschienen, der besonders heftige A ■sfülie gegen die jüdische Bevölkerung enthielt. Di« Polizei hat das Blatt konfisziert. ״Träger der pantjermauisehen Kulturmissiou“ t 'liier 1 liinvcis auf ZeitinigMiivlihingeii, denen /ufolge die jugoslawische Regierung einer Gruppe von 30? indischen Emigranten aus I)vuGeliland die Erlaubnis zur Einreise und zu ständigem Aufenthalt erteilt haben soll, richtete im j 11 ״ o s 1 a \\ i s c 11 V ״ Senat I )r, Ivan M a j s t o ro v i r die krage an den Minister des Auswärtigen, 011 die Regierung, falls diese Meldungen auf Wahrheit beruhen, Aufklärung gellen könne, wie diese Mali111־,״ me mit dem Burger-chatisgesetz in Linklang zu bringen sei, Der Interpellant fand zwar schar f ab! e 11 n e n <! e W o r t e g c g e 11 d e 11 A 11 t i s e m i - t i s in 11 s und versicherte, die SwMawrn würden es verstellen, diese Strömung stets von sich fernzuhaltcn, erklärte jedoch, eine Vermehrung des jüdischen Elements in Jugoslawien sei nicht gut zu heißen. Er unterschied zwischen dem ״latei- »lischen‘‘ Element, den scphardisclicn Juden, und dein ,,germanischcn‘‘ Element, den aschkenasisehen Juden, die wie seit jeher so auch heute die hartnäckigsten T r li g e r der pan g e r m a 11 i s c h e n Kulturmissio n auf dem Balkan seien. Die deutsch-jüdischen Emigranten in Jugoslawien würden die völkische Homogenität der jugoslawischen Nation stören. Auch die berühmten jüdischen Gelehrten würden im Auslände nur die deutsche Kultur fördern. Das ist Jude 11 Schicksal: In Deutschland wird dei Jude außerhalb des Anspruchs auf deutsche Kulturtäligkeß gestellt; im Ausland aber wird er wegen seines ״deutschen Kulturirägertums“ — verfemt. Rumänische Nationalsozialisten ׳ Wie der ״Volk. Beobachter‘1 vom 17. 11. meldet, ver■ äffeullidit die rumänische nationalst) 7. ialislisch c Bewegung Stefan Tatarcscus, die den Namen ״Stahl■ Schild“ angenommen hat, ihr ans 20 Punkten bestehendes Programm, das in seinen Hauptpunkten, den besonderen rumänischen Verhältnissen angepaßt, der natioiialsoz.ialistisehen Weltanschauung entspricht, 111 Punkt 4 wird die Jii■ den Frage behandelt. Er lautet: ,.Die jüdische Bevölkerung Rumäniens besteht aus zwei verschiedenen Gruppen: a) die einheimischen und b) die nach Rumänien seit dem Jahre löl-l eingewanderten. Wir verpfliclilen uns dein rumänischen Volke gegenüber, alle Juden der zweiten Kategorie, die trotz aller Vorsichten!;!!1 regeln unseror Verfassung ein wamicrteii aus11/־ weisen und gleichzeitig allen Juden der ersten Kategorie die Führung in der Industrie, [•'inariz und Presst• ans «ler Hand zu nehmen, um sie den wirklichen Söhnen des rumänischen Volkes an/uvert rauen,“ ,Vuf einer Pressekonferenz entwickelte Ministerpräsident L (1, Du ca die politischen Richtlinien der neuen rumänischeu Regierung. D. a. erklärte Linea, jeder Bürger Rumäniens solle־ ohne Rücksicht auf seine Religion?- oder R.isscn/uge- Ilürigkeit vollkommene Freiheit und Gleichberechtigung genie(! en. Bukarest, 15. November. (J. T. A.) Die infolge der Uehernaiime vier Regierung ilurdi die Liberalen geschaffene politische tage in Rumänien, die auch auf die Gruppierung der indischen politischen Organisationen von Einfluß sein wird, hat Dr. Wilhelm Fi Id ermann, den langjährigen Präsidenten des Verbandes der Jüdischen Gemeinden Altrumäiiiens, veranlaßt, dieses Amt niederzulegen. — Unter den! Vorsitz von Dr. Lildennaiin hat der alle Berufsgruppen umfassende Verband der jüdischen Akademiker Rumäniens ״Unirea“ eine Sitzung abgelialten, in der beschlossen wurde, sieh der in Bildung befindlichen jüdischen Einheitsfront gegen d cn Antisemitismus anzuschließcn. Keren Hajess<od־Sitz.ung in Jerusalem. Das Hauptbüro des Keren Hajcssod teilt mit: Zum erstenmal hat eine Sitzung des Direktoriums des Keren Hajessod in Erez Israel stattgefunden. Anwesend waren der geschäftsführende Direktor Herr L. J a f f c, der stellvertretende Vorsitzende Herr Dr. Berthold Feiwel und die Herren Dr. Aron Barth und Ing. S. K a p i a n s k y. Herr Jaffe, der die Sitzung leitete und sie auch namens des zurzeit noch in London weilenden Herrn Dr. Fiantke begrüßte, teilte mit, dal! sich an den künftigen Sitzungen auch die Herren Dr. Georg Halpern und Joseph Sprinzak beteiligen würden. Herr Jaffe gab einen zusammen fassenden Bericht über die gegenwärtige Situation des Keren Hajessod und die Probleme seiner Arbeit, die jetzt in! Vordergrund stehen. Sein Bericht wurde vom Generalsekretär des Direktoriums Herrn Leo Herr mann ergänzt. Es wurde beschlossen, regelmäßig Sitzungen des Direktoriums abzuhaltcn, in denen prinzipielle und lautende Angelegenheiten des Keren Hajessod behandelt werden sollen. Zionistisches Seminar. Montag, den 27. November, Dr. M. Broseris, ,,Einführung in di« moderne hebräische l.itoratur“ - Mendclc Moscher Sfariin. Montag, den 27. November, Dr. Ernst Mechner, ,,Die zionistische Bewegung“, ״Die zionistischen Fiiianzinstitute“. Dienstag, den 28. November, Kurt Bluinenfeld, ״Grundgedanken des Zionismus“. Mit!- woe'h, den 20. November, Dr. Michael Traub, ״Die Judciiiragc — Jüdische Wanderungen'‘. Donnerstag, den 33. November, Dr. M, Bandin an 11, Palastinakunde, ״Palästina durch vier Jahrtausende“. Die Vorträge finden im Logen haus, Kleiststraße 10, um 20,30 Uhr, statt. Der Vortrag von Dr. Me. 11- 11er findet im Sitzungssaal, Meinekestr. 10, slatt. Eintrittskarten im Büro der B.Z.V., Meinekcstr. 10, und an der Abendkasse.