Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVIII (1933)
- Issue
- Heft 94 (24.11.1933)
- Date
- 1933-11-24
- Page
- Seite 848 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 846 Dr. Frank gegen Boykott'Fortführung In der Zei.schritt ״Deutsches Recht“ (Zeitschrift des Bundes Nationalsozialistischer Deutscher Juristen) vom No* vember 193-3 Nr. 6, findet sich folgende Anordnung des Reichsjustizkommissars Dr, Frank: ״Seitens der Amts- Walter des BNSDJ. hat jede irgendwie geartete selbständige rechtspolitische oder wirtschaftspolitische Anordnung, Verfüdung oder Verlautbarung unter allen Umständen zu unterbleiben. Für solche ist die ausdrückliche Anweisung der Reichsführung des Bundes oder die besondere Genehmigung erforderlich. ״Ich verbiete hiermit ausdrücklich den Amtswaltern, h irgendeiner Weise selbständig zu rechts- oder v irtschaflspolitischen Fragen oder sonstigen allgemein bekanntjgegebenen Grundsätzen der Rcichsregierung durch öffentliche Verlautbarung Stellung zu nehmen sowie direkt oder indirekt den Boykott gegenüber jüdischen Wirtschaftsunternehmungen oder jüdischen Anwälten weiterzuführen. Dia Wiederaufnahme derartiger Maßnahmen wird von allenfallsigen Anweisungen der Reichszentralstellc abhängig sein." Handel und «Jüdischer Geist" Bei der Kundgebung des R c i c 11 s s t a n d c s des De 111scheu Handels i:1 Braunschweig hielt Dr. von Renteil!, der Präsido.'it d:s Simuks, eine Rede, in der er auch auf die ju d rn zu sprechen kam. Dr. von Rentelti, di•; schon in seinem Aufsatz, in der Festschrift sich in ähnlicher Weise .gc.uilicrt hatle ,,Jüdische Rundse'iiau" Nr. di), machte für oie Mifistamk in Deutschland die Ostjudcn verantwortlieh, die ,,iifC deutsche Sitte und das deutsche Wesen auf dien l..elH1!־-.:ebie:e:1 zerschlage 11“ hätten. Wir glauben, daß die Macht der O-tjiiden hier gc.vallig überschätzt wird. Weite! sae 1e der Redner (nach der ״Voss. Zeitung“): ..Wir j -! i,;f.ן , ,, •■,r nl I :imI ,!'1. 111. .Krämerseelen* WC1 ן, ״:, \ ,,; k - 1, ■ w :1 t 1• r, stolzer >: 1 1 >; ו d 11.1:11 י! i, 1s. . . . I > 1-- Air...:'»: .!,׳s K.mtniaeits i-t >1!:. \\ .-׳. II 1.,-: :: 1.׳ I. '11,701!■.hm.mir um sie mit!■in Iוו :.־ :׳ : d r ::n 1 ::1-e,!.dn ivisd, r i־.szu-clda- C N :: r uni.׳ i: v r «1 s : . t k.-shis , n.e -.,1־, he Meinung׳ auin r!!׳:i'-isr - e-!.h ,!׳, v. :1 d ■r i1: I: - ׳ ׳h 0 < 1! ■ 1 --1, wie alle andern: Le!»1;- 1 ', 11>!1 ״,:׳ 11,1: ׳ Y- •li.s mi aush das Stande.-;- 1! v.uC1-.1״u 1iv!:• .. h, n I! z:-r-•!z:e und vsini!!itete.‘" Dazu i-t zu sagen, daß es im Handel wie auf allen l ebcnsgeLi.-'.e:! bei allen Völkern immer gute und schlechte Repräsentanten gab. Fs ist bekannt, da ft gewisse Bcruisstände. die sich vom 1 lande! eben urteilt wähnen, immer und überall den ,,1 laudier* moralisch zu disqualifizieren suchten, auch dort, wo es gar keim־ Juden und jüdischen Händler gab. Die Antitlte.se ,,Händler und Heiden“ ist unabhängig von jüdischen Gesichtspunkten. Auch innerhalb des Judentums hat si;h die Gegnerschaft gegen ״unreellen Händlergeist■‘ stets erhöhen; in keinem Volk wurde solcher Ungeist so scharf gebraiidmarkt wie von den jüdischen Propheten. Auch dies ist ,,jüdischer“ Geist. Auf der anderen Seite wird man hei der Gesamtheit der Juden stets .Achtung vor dem ehrlichen und ehrbaren Kaufmann finden, und nicht wenig Juden, gerade auch in Deutschland, können Anspruch erheben, zu dieser Kategorie zu gehören. Ausschluß aus dem deutschen Anwallsverein Der Deutsche Anwaltsvcrcin hat seinen!Mitgliedern, soweit diese nichtarischer Abstammung sind, gekündigt. Zu diesem Schritt wird erklärt, daß eine entsprechende Saj/ungsbestimmung auf dein Juristentag in Leipzig beschlossen worden sei. — in den Satzungen des Bundes nationalsozialistischer deutscher Juristen, in den der Deut-che Anwaltsvcrcin £׳i!1g(■gliedert wird, heißt es unter Kap. II § 4 u. a.: ״Mitglied des BNSDü. kann jeder imhr.-el10!u1־!e V o 1 k s g e 1! o s s e d e 11 f s e 1! e n Blute s werden, der den Nachweis einer rechtswisscnschaftlichen oder s;aat־w!'Srn^chaftlichen Schulung sowie die Ablegung mindesteus einer Abschlußprüfung an einer staatlich anerkannten hohe! en Lehranstalt (Universität, Hochschule und gleichge-־-tdl(e Lehranstalten) erbringt und außerdem Mitglied des Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiter-Vereins e. V, Mündien (NSDAP.) ist,“ Unter Berufung auf diese Satzungsbestimimsngen sollen Anwälte ,,nichtdeutschen Blutes“ nicht dem Bunde angehören können und deshalb soll bis Ende des Jahres den nicht arischen Mitgliedern des Deutschen Atnvaltsvcn'ins gekündigt werden. Irgendwelche Folgen für die A u s u b u n g d e s B c r 11 f e s soll dieser Ausschluß nicht 11 alten, Die Zulassung rcm jüdischen Aerziinnen ln Großstädten keine Ncuzulassung richtarischer Kassenärzte Im .,Reichsan/eiger“ wurde am 21. 11. eine Verordnung des Rcichsarbeitsministers über die Zulassung von Aerzten, Zahnärzten und Zahntechnikern zur Tätigkeit hei den Krankeiikassen veröffentlicht. Die Verordnung trifft in ihrem /Artikel I hinsichtlich <1 er Ausführungs- und Ueberleitungsbestimm־,!n.Den über das kassciüirztlichc Dienstverhältnis — soweit die Zulassung in Frage kommt — insofern eine Neuregelung, als die Eintragung in die Liste der Krankenkassenärzte auch für solche A e r z. t i n n e n n i c h t a r i s c 11 e r A h s t a n! nt 1111 j zulässig i s t, d eren E hem ii nncr im Weltkriege gefallen sind. Im Artikel I! wird bestimmt, daß die Zulassung von Aerztinnen sowie die Tätigkeit von Zahnärztinncn und Zahntechnikerinnen, deren Fhemäinier im Weltkriege gefallen sind und deren Zulassung oder Tätigkeit nur wegen ihrer nichtarischen Ab- Mamimtng für beendet erklärt worden ist, als nicht beendet gilt. Außerdem wird verordnet, daß vorbehaltlich einer gültigen Regelung bis auf weiteres in Städten mit mehr als HX) 0(X) Einwohnern Aerzt« nichtarischer A b s t a m!11 u n g sowie Aerz t e, d e r e n F 11 c g a 11 c nichta rischer Abstammung ist, zur Tätigkeit bei den reich sgesetzlichcn Krankenkassen nicht zugelassen werden. Gegen jüdische Siedlungsarbeit Die ״Nationalsozialistische Landpost“ in München vom 18. November veröffentlicht einen Artikel: ״Neubildung jüdischen Baue int ums?“ Nachdem in wenig geschmachvoller Weise Joseph in Aegypten mit Barmat und Kutisker verglichen worden ist, wendet sich der Aufsatz den Bemühungen deutscher Juden zu, die zur Landarbeit übergehen. Das Blatt sagt dazu: ״Alkin die Tatsache, daß Juden deutschen Boden besitzen und sich als Bauern maskieren, ist eine Provokation. Der deutsche Boden gehört nur in die Hand von Deutschen.;Abgesehen davon ist es natürlich zuviel verlangt, wenn diese Juden uns glauben machet» wollen, daß sie überhaupt Für die Dauer Bauemarlxit verrichten wollen. Der deutsche Michel kt tot und man überschaut unsere Harmlosigkeit, wenn man uns jüdische Rundschau Nr 94, 24 XL 1933 Nr. < Der Streit in der Kirche Die Auseinandersetzungen in der evangelischen Kirche über das Arierprinzip und seine geistigen Grundlagen gelten vorerst noch weiter. Für uns haben sie insoFern Interesse, als es sich hierbei um einen ״Grenz.fall“ hatidelt, bei dem wir sehen können, inwieweit es möglich ist, das antijüdisclte Prinzip in alle Konsequenzen zu treiben, ohne an die Grundlagen der abendländischen Kultur zu rühren. Eine Erklärung von 3000 evangelischen Pfarr e r 11 des Pfarrernotbundes sagt u. a.: ״Wir Prediger des Evangeliums wollen nicht den Vorwurf des Propheten aut uns ziehen, stumme Hunde zu sein, sondern sind es unseren Gemeinden und unserem Volke schuldig, der Verfälschung der Wahrheit entgegenzutreten. Wir bekennen uns darum nachdrücklich zur Heiligen Schrift Alten und Netten Testaments als einziger Regel u n d R i c h t s c h 11 u r unseres Glaubens tt 11 d Lebens und zu den Bekenntnissen der Viiter als ihrer reformatorischen Auslegung.“ In einer Erklärung Breslauer Geistlicher lieißt cs: ״Wir erklären, daß das Evangelium von Jesus Christus, das mit der alttestameutiiclien Verheißung anhebt, ohne die Verk ü >1 d i g u n g des Alten Testaments nicht rein erhalten werden kann. Die Ablehnung des Alten Testaments bedeutet deshalb ein Verlassen der Grundlage der Kirche Jesu Christi... Wir erklären weiter, daß die Kirche Jesu Christi keine Blutgcmcinscliaft, sondern die Gemeinschaft des 11 e i 1 i g e n Geist es ist, dal) aber die Kirchen in ihrer irdischen Gestalt, durch Geschichte und Schicksal an bestimmte Völker gebunden sind. Hieraus ergibt sich einerseits, daß fremdblutige evangelische Christen aus der Ge- 111 c i n s c 11 a f t einer evangelischen Kirche nicht ausgeschlossen werden dürfen; wer danach strebt, verleugnet die göttliche Stiftung der Kirche und verläßt die im Sakrament der Taufe gegebene Grundlage demselben.“ * Der Professor der alttestamentlichen Wissenschaft an der Breslauer Universität, Dr. Anton Jirku, hielt, wie uns ein Leser berichtet, am 14. November im Breslauer Rundfunk einen Vortrag ״Das Alte Testament und die deutsche Gegenwart“, worin er mit Entschiedenheit gegen die Angriffe auf das Alte Testament Stellung nahm. Er wies tt.a.darauf hin, daß die alttestamentlichen Propheten Führergestalten großen Formats waren, für die gerade das heutige Deutschland Verständnis haben müßte. Es könne auch nicht bestritten werden, daß die Gottesidee allein aus dem kleinen israelitischen Volk entstanden ist und von ihm jahrhundertelang inmitten der heidnischen Völker bewahrt worden _ sei. So wenig alles, was orientalischen und semitischen Geistes sei, für das deutsche Christentum Geltung haben soll, so darf doch nicht übersehen werden, daß auch das Christentum und Martin Luther auf dem Alten Testament fußen. Die Vorstellung von verschiedenem Wert der einzelnen Rassen sei für das Christentum nicht annehmbar. Der soeben in sein Amt cingeführte Erzbischof der Icttländiscben Luther-Kirche, Professor Dr. Grünberg, erklärte Pressevertretern, er sei ein entschiedener Gegner von Rassenhaß und werde für Zusammenarbeit aller Schichten der Bevölkerung wirken; er zähle Juden zu seinen besten Fremden. Judenfrage und evangelische Kirche der Schweiz Auch in der evangelischen K i r c h e der Sch w e i /. hat sich die Diskussion über die Judenfrage in der deutschen evangelischen Kirche ausgewirkt. Wie die ״Frankfurter Zeihing“ vom 23. 11. berichtet, hatte sich die Kirchensynode des Kantons Zürich mit einer Interpellation zur Judcnfrag« zu beschäftigen. Prof. Dr. Ludwig Köhler stellte die Anfrage, ob die Synode bereit sei, ein eindringliches Wort an das Kirchenvölli gegen jede Erscheinung von Jti d en - haß zu richten, ob sie den evangelischen schweizerischen Kirchenbund zu einer ähnlichen Kundgebung atiffordem wolle und weiter, ob sie eine Hilfsaktion für die von judenfeimiliehen Bewegungen betroffenen Mitglieder der christlichen Kirche einzuieiten gewillt sei. In der Begründung wies der Interpellant darauf hin, daß auch in der Schweiz Versuche gemacht würden, Aktionen gegen die Juden h e r b e i z 11 f ii It r e n. In seiner Antwort stellte Kirchemat Hauri fest, daß im Sommer zeitweilig die Absicht einer Kundgebung bestanden habe, daß man schließlich doch gewisse Bedenken aus politischen Gründen gehabt habe. Man kön ne aber eine Diffamierung der Juden nicht gut heiß en, und insbesondere verstehe man nicht, daß sogar die evangelische Kirche Deutschlands einen Arierparagrapben eingeführt habe, anstatt sich tmmißverständlich aut den Boden des Evangeliums zu stellen auf die Gefahr bin, den Weg des Martyriums zu beschrciten. Man sei bereit, den schweizerischen evangelischen Kirchenrat zu einer Kundgebung im Sinne der Interpellation aufztifordern. Der Kirchenrat selbst werde sich auch direkt an die Bevölkerung wenden. Eine Diskussion fand nicht statt. 1111u1m1111111111111t1111n111)111i11«1m11n1111111111111n1t;111(111111m1nt11n1mm1111111111111tn1n1tn111tm1i1n11t1111111)111111111111un1»11MH11tn11111111111111t1111111111111111111111111111111111111111111n1)1u11n111111111111t11111111111111111111111u11n11111111n11111111wn11111111111111m1111a Märchen von jüdischem Bauerntum erzählen will, Es!5( besser für das lndentuni. wenn es seine Siedlertiitigkeit in Deutschland sofort sibbant und (Ln Platz hier räumt.“ Man wirft den Juden Unproduktivität zu, weil sie — nicht durch eigene Schuld! — in die vermittelnden und in die geistigen Berufe gedrängt worden sind. ^Vollen sie den Weg zur Urproduktion betreten, so verspottet man sie und bezeichnet ihre Arbeit als ״Provokation“! Wo bleibt «1a di« Logik? Judentum und Wohltätigkeit Die ״Saarbrücker Landeszeitung“ vom 18. November veröffentlicht an leitender Stelle einen Artikel von Dechant Dr. Seitlich ״Judentum und Wohltätigkeit“. Der Verfasser betont nicht nur, daß die Juden sowohl als Geber als auch als Nehmer in das Werk der Winterhilfe gleichberechtigt einbezogen werden sollten, sondern benutzt auch die Gelegenheit, um sielt grundsätzlich gegen den Antisemitismus auszusprechen. Das Alte Testament enthalte zahlreiche Gebote der Wohltätigkeit. Der Verfasser bedauert, daß in manchen Fället! die Juden geflisscntlich nicht in die Sammeltätigkeit einbezogen worden seien. Die prinzipiellen Ausführungen von Dechant Dr. Seitlich sind um so bemerkenswerter, als sie an leitender Stelle in dem Organ der ״Deutschen Front“ erscheinen. Am 20. November veröffentlichte dieselbe Zeitung eine Erklärttng des Vorsitzenden des Winterhilfswerks, Fritz Kuhn, worin betont wird, daß das Winterhilfswerk völlig unparlei- Heit sei und die Juden auch grundsätzlich einbezogen werden sollen. Dechant Dr. Schlich sagt in einem Nachwort, er habe nicht bestritten, daß die oberste Leitung des Winterhilfswerks diese Intention habe, jedoch behaupte er, daß in einer Reihe von Fällen vor! diesem Grundsatz abgegangen worden sei. Er hofft, daß durch die neuerliche Erklärung der Leitung solche Vorfälle für die Zukunft unmöglich sein werden. Englisches Buch über Deutschland Die ״Frankfurter Zeitung“ veröffentlicht am 21. November unter dem Titel ״Einbruch in die britische Presse• front“ einen Bericht ihres Londoner Korrespondenten über das neue Buch von Vornan Bartl et, dem außenpolitischen Sachverständigen des britischen Rundfunks ,,Nazi Germany explained“. Die ״Frankfurter Zeitung“ hebt hervor, daß im Gegensatz zu den britischen Korrespondenten dieser Berichterstatter, obwohl auch er au manchen deutschen Entwicklungen Kritik iibt, ein durchaus positives Verständnis für die deutsche Revo- Intion zeigt. Diese positive Einstellung wird dann in einzelnen Zitaten gezeigt. Uns fällt dabei auf, daß das Buch Bartiets in dem Londoner Verlag Victor Goliancz erschienen ist, also bei einer jüdischen Firma. Dies ist gewiß ein unwesentliches Detail. Aber in einer Zeit, wo den Juden vorgewarfen wird, daß sie nur ״Greuclpropagattda“ gegen Deutsch- ]and machen, ist es doch bemerkenswert, daß ein Buch, welches anerkanntermaßen sich für ein besseres Verständnis Deutschlands einsetzt, von einem jüdischen Verlag verbreitet wird. Gcwiß ist hierin keine Zustimmung zur nationalsozialistischen Judenpolitik zu sehen, die auch von Bartl et anscheinend abgelehnt wird, aber der Wunsch, unabhängig von eigenen Emp- Findungen, historische Erscheinungen objektiv zu bewerten. Nichtartsche Frontkämpfer Im Deutschen Aufokluh. Der Deutsche Auto kl ub, der einzige nach dttrchgefiihr- 1er Gleichschaltung in Deutschland bestehende Automobilklub, nimmt Nichtarier als Mitglieder auf, wenn sie Frontkämpfer waren. Somit können jüdische Automobilisten, die ehemalige Frontkämpfer sind, bei Fahrten ins Ausland wieder Carnets zu ermäßigtem Preis beziehen. Nichtarier, die keine Frontkämpfer sind, erhalten die erforderlichen Carnets, wenn sie eine erhöhte Verwaltungsgebühr von 20 RM. bezahlen und die Bürgschaft einer Bank über den Zollbetrag nachweisen können. ZellschriHenschao Die bekannte katholische Zeitschrift ,,Hochland“ veröffentlich* in ihrem Novemberheft einen umfangreichen Aufsatz von Dr. Ernst Ringer über: ״Gcistesliämpfe im he ttt i g c n J!1 d e n t u m“. Der Verfasser gibt eine im allgemeinen zutreffende Analyse der geistigen Situation, in der sich insbesondere das westliche Judentum befindet, das sich in erster Linie mit der Frage der Symbiose mit der außerjüdischen Welt beschäftigt. Ringer charakterisiert sehr eingehend die verschitdenen assimilatorischen Richtungen und deckt ihre inneren Widersprüche auf. Bei der Darstellung der nationaljüdischen Strömungen werden auch die Einwirkungen der jüngsten Vergangenheit auf die geistige Situation des deutschen Judentums erwähnt. Der Verfasser selbst glaubt, einen synthetischen Zu;' im Judentum zu verspüren, der auf der «inen Seite von zionistisclicr -Seite aus die Juck'n als einen Sonderfall unter den Völkern der Geschichte betrachtet und auf der anderen Seite vom Religiösen her eine Konfessionalisierung des Judentums ablehnt. Handelt es sich bei diesem Aufsatz um eine ernste Remühung, die Problematik des jüdischen Lebens der mchtjüdisehen W"eit näherzubringen, so kann man dies leider nicht von einem Aufsatz sagen, der in der in Wien erscheinenden katiiolischen Zeitschrift ״Schönere Zukunft“ vom 12. 11. erschienen ist. Er betitelt sich ״Palästina trnd die Judenfrage■ und hat zum Verfasser Dr- Leopold Sprenger. Es wird dann dagegen polemisiert, daß Palästina ״zur Beute gerade jems Volkes wird, das mit dem Fluch der Ablehnung und Verurtei■ 11mg des Erlösers belastet ist“. Palästina werde durch den jüd;■ sehen Aufbau in seinem bisherigen Charakter verunstaltet. Eine Lösung der Judenfrage könne überhaupt nicht territorial, soudern nur minderheitenrechtlich gefunden werden. — Bedauerlich bleibt bei diesen Ausführungen, daß z. B. in keiner Weise daran! hingewiesen wird, daß die Heiligen Stätten gerade durch das Mandat unter einen besonderen Schutz gestellt worden sind Eine objektive Berichterstattung über die fatsächlichen Verhalt■ nisse hätte einen Hinweis hierauf auf jeden Fall erforderlich gemacht. Kletae Nachrichten Die Zeitschrift ״Der deutsche Obst-, Gemüse- und Lebens• mittelbande!“ vom 4. November berichtet über eine Tagu: - des Rhein- und Ruhrgaus im Reichsverband deutscher Obst■ Gemüse• und Lebensmiftclhändier e. V., die am 8. Oktok: in Köln stattfand. Aut dieser Tagung sprach der Verband-• präsident Paesch, Stettin, und verlangte, daß keiner d e1 Kollegen bei Juden kaufe, sondern deutsche Volks genossen unterstütze. Wie die J. T. A. meldet, nehmen die Krankenkasse! ״Leipziger Barmenia“ und ״Volkswohl“ Kranken-Untcr stiitzungskasse, Versiclierungsvcrein A.-ü., Dortmund, kein• nichtarischen Mitglieder mehr auf. Im ״Reichsanzeiger“ ist eine Bekanntmachung des Geher men Staatspolizeiamts veröffentlicht, nach der auf Grund de: § 1 des Gesetzes über die Einziehung kommunistischen Ver mögens vom 26. Mai 1933 in Verbindung mit dem Gesetz übci die Einziehung staats- und volksfeindlichen Vermögens von 14. Juli 1933 und der Preußischen Ausführungsverordnung vom 31. Mai 1933 Vermögensgegenstände der Eheleute Albert und Eise Einstein, zuletzt Berlin W 3ו Haberlandstr. 5, insbesondere sämtliche Bankguthaben unc Depots durch Verfügung des Geheimen Staatspolizeiamt vom 7. Juli 1933 zugunsten des Preußischen Staates ein.;• zogen worden sind. Das schweizerische Israelitische Gemeindeblatt und die Israelitische Kultusgemeinde der Stadt Bern haben vor eim• ger Zeit gegen eine Reihe von Buchhändlern und Kolpor• teuren wegen Verbreitung der ״Protokolle der W e i sen von Zion“, bekanntlkh einer Fälschung zu antisenu■ tischen Zwecken, Klage vor Gericht erhöhen. Das Gericht habt daraufhin die Beschlagnahme der Schrift verfügt. Vor dem Berner Strafrichter wurde nunmehr der Prozeß gegen die Beklagten eröffnet. Diel Aus sehe n Die Hinsicht Boykott jüdische — den dieser \ markt : insbesor handeis Schließt Wiedcrl sehen E bei Bet trieben stimmen Nur bting sdien A an Arb Verlust, außerde schwer dessen : können, die Lat Die schärft d i s c h alten G Verbäin jüdisch( stellten alle ih Rechte dischen erworb! die gre empfinc sie du glauben Angeste immer die öffe abgeset Zuschüi ten, ih: dischen die ö sen, n werkscl Die bezug gelten, glieder besond! 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