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Jüdische Rundschau · 1933-11-21 · Heft 93 (21.11.1933) · p. Seite 837

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVIII (1933)
Issue
Heft 93 (21.11.1933)
Date
1933-11-21
Page
Seite 837 (sequence 5)
Language
German
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1933 Nr 93, 21 NF, 1933 jüdische Rundschau Seite 835 :11 völlig vohl aus den sei, eise der id daher vcrschiclisch ehen tsrat 1' Ir. Krug iert sich 1 a c 11 c r. 1 g“ vom »nis, <Jai» teren jii-!vcrschicie Frage!schelien, der Vcrauf be n atiszunie Khe :1 sit'.llirhe 1r Ocselrn nu! d■׳: aber in';!;> nuichte,!׳aimg iin- ׳. der zur licht• rweisc cri sregeu cd 111s eir! ,t'tilagcr. . . durch die geborene!! inau-ejehcü!!bcrthrä׳!- nd l’cani-!rtrilt, um1, aiauf, dnu;alters so• Sig gering. maischen tß bereits ־ausgeber )r. Ernst g ״Alles ßerungen sondern erhoben olgendem : und un• das ,Menmit gutem izihsti scher ::: anderen ghnge g־׳• voll 2c gen." die Ein-!noinmen: : jüdische der doch!stürzenden Abendland n Schwindp wissenauung und icn. Schon zur Aufe geboren alle Welt- •b als die orrnel des izip: ״Am re Lehre he hochnen, wie Es war! — wie nsationen er Notiz er nicht in würde senscliaftende Oeflu ßt ist. ,,leb muS hinzuiüg n, daß ich persönlich die ernsthaftesten Gründe liir eine Gcgncrscliaf( gc״en die Nazi-Kegicruug habe. Ak'U) f'-r 101 er in 1)1 uischlaml wurde von jüdischen t,'ntcrnchmungcn und jüdischer Kunstbcgeisterung geschalten. Einstein ist mein personlieber 1׳round und ist eine Gestalt von so großer Weltbedeutung, <!.1ß ich hoffe, der Kanzler werde ihn nicht nur mit Entschuldigung.n in Deutschland rehabilitieren, sondern ihm auch eine Stradiva- »ins in goldenem Violinkasten und eine vollständig und reich aus- ״(■stattete Villa in der schönsten Gegend des Vaterlandes sehenk.n! ,Meine Bücher sind in Deutschland verpönt und meine Stücke werden ausgepfiffen mit begleitenden Rufen: ״Nieder mir dem Juden Shaw!" Offenbar glaubt Ilitler, daß die Iren ein verirrter Stand Israels sind." Wenn also, so schließt Shaw, sogar er sich zu Hitler bekennt, dann sei dies ein Beweis, daß die Sache, um die es sich handelt, ausschlaggebend sei. Die in Prag erscheinende neue Wochenschrift ״Die W elt i in Wort“, herausgegeben von Willy Haas, dem früheren Herausgeber der jetzt gleichgeschalteten ״Literarischeu Welt“, und Otto Pick, bringt in ihren ersten Nummern auch einige Beiträge von jüdischen! Interesse, Vorausgeschickt sei, daß die Zeitschrift sich von politischen Polemiken fernhält und lediglich literarischen Angelegenheiten gewidmet ist, wobei auch sehr interessante Ueberblicke über die Literatur anderer Völker gegeben werden; so z. B. beschäftigen sich mehrere Beiträge der ersten Nummer mit tschechischen Dichtern und mit französischen Dichtern unserer Zeit. Der Herausgeber Willy Haas hat mit einer Artikelserie begonnen, die, von biblischen alttestanientarisciier! Zitaten ausgehend, Probleme der Zeit betrachtet. Die Aufsätze haben den Charakter von Predigten, Haas nennt sie ״Weltliche ErbatmriRsreden“. Der erste Beitrag dieser Art handelt ״Ueber die Fremdlinge“, worin die Fremderi-Gesetzgcbting des Fünf- Buches erörtert wird, die bekanntlich darauf abzielt, daß der Fremdling■ dem Einheimischen in jeder Hinsicht gleichgestellt werden muß. Daran anschließend behandelt Haas die gelieimnisvolle ׳Tatsache des Fluches über Moab und Ainalek, die in der Bibel zu geächteten Völkern werden, während andere nicht jüdische Völker den Juden gleichgeachtct werden. Freilich wäre hierzu korrigierend noch zu bemerken, daß die Moabiterin Ruth, an die sich eine der rührendsten Erzählungen des Alten Testaments knüpft, bekanntlich die Alinin König Davids ist. Die zweite Erbauungspredigt knüpft an a!1 den Turmbau zu Babel, eine Erzählung, deren Auswertung für unsere Zeit sehr naheliegt (״Hochmut der Technik'“). Eine Frage sei gestattet: Wenn der Jude Haas, dessen biblisehe Betrachtungen man wohl als eine Besinnung auf jüdische Urvater-Weisheit betrachten darf, von dem geheimnisvollen ״Namen“ spricht, warum meint er dies zu verdeutlichen durch die Nebensetzung des griechischen Wortes ״Onoma“? Der ״Name“ um den es sich hier handelt, ist der hebräische ״Schein“, wovon das griechische ״Onoma“ genau so eine Uebersetzung wie das deutsche ,,Name“ ist. — Aus dem weiteren Inhalt der Zeitschrift sei erwähnt der Wiederabdruck eines Beitrages von Hermann Conradi über den ״Fall Daniel Lessinann“. Daniel Lessmann war ein Jude aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts, der an der Liebe zu einem Christenmädchen, das ihm deren Eitern verweigern, zugrunde ging. Lessmann war mit Heine befreundet, übersetzte Manzonis ״Vcrlobte“ und schrieb einige andere Arbeiten. Sein Biograph Conradi (gest. 1890) hat, wie die Zeitschrift hervorhebt, ״mannigfache Berührungspunkte mit der heutigen deutschen Situation, wenn er z. B. das eingeborene germanische Kidttirideal gegen den Semitismus verteidigt.‘‘ Deutsche Juden in England In der ״Times“ vom 17. 11. ist ein Aufruf zugunsten der Rcfugies aus Deutschland abgedruckt, worin es heißt, daß besonders viel Persönlichkeiten aus akademischen und studentischen Kreisen sowie Angehörige der Intelligenzberate Deutschland verlassen mußten, sehr häufig aus keinem andern ׳Grund, als weil in ihren Adern jüdisches Blut fließt. Frankreich habe 30 000 Flüchtlinge aufgenommen, während in Großbritannien nur etwa 2500 sind. Wenn Großbritannien schon wegen seiner Arbeitslosigkeit nicht größere Gastfreundschaff gewähren könne, so könnte es doch getreu seines Prinzipes der Lehr- und Lernfreihrit Möglichkeiten für diese Akademiker gehen. Der Aufruf ist von einer Reihe von bekannten Persönlichkeiten unterzeichnet, darunter Lord Buck master, Lord CeciL Lord Rutherford (der berühmte Physiker), Sir Ernest Bark er (der berühmte Historiker), Sir Austen Chamberlain (der ehemalige Außenminister), Sybil Thorndike (die berühmteste englische Tragödin) u. a. Der Innenminister, Sir J. Gilmour, wurde im Unterhaus gefragt, wieviel Deutsche in den letzten sechs!Monaten in England angekommen sind, worauf er erwiderte, es seien 33 1-10 angekommen, von «Jenen 29 768 das Land wieder!erlassen haben, im Jahre 1932 seien die Ziffern 25 471 und 23 645 gewesen. Es ist also normalerweise in dieser Periode ein Ueberschuß der Ankömmlinge über die Abfahrenden. Dieser Ueberschuß war am 30. 9. v. J. 1826 und d. J. 3372, so daß die Differenz 1546 beträgt. Auf «ine weitere Anfrage antwortete der Innenminister, daß deutschen Einwanderern keinerlei Schwierigkeiten gemacht werden, die nicht hei Angehörigen aller Nationalitäten Anwendung finden. 1 e n der eft nacheben der iität Chi- »33, Seite der als ung des eibt und nalwerke sprachen, ir ,König nes‘ (von :11t/ Die eien von 1 in Pand einen meisten ausgeber ie Reihe orin sie mds aus len wird er Dich- Austritts runde• 1ung als letrachtet m Weise Die Untersuchung gegen Stavsky J e r u s a 1 e 111, 16. November. (J. T. A.) Bei der Fortsetzung des Verhörs in der Arlosoroff-Morduntersuchung am 15. November beteuerte Abraham Stavsky aufs neue seine Unschuld und beklagte sich darüber, daß er weiter gefangen gehalten werde, obwohl er unschuldig sei. Er führte auch Be. schvverde dagegen, daß er vor der Identifizierungsvorführung, bei der er von Frau Arlosoroff als einer der beiden Täter bezeichnet worden war, photographiert wurde und sprach den Verdacht aus, daß man sein photographisches Bild Frau Arlosoroff vorher gezeigt habe. Jedenfalls habe Inspektor Stafford hei der Vorführung selbst die Aufmerksamkeit von Frau Ariosoroff auf ihn gelenkt. Auch die Spurensaclivcrstandigen hätten ihn noch vor der Identifizierung gesehen. 1111 Kreuzverhör stellte der Anklagevertreter Inspektor Shitrit an Stavsky die Frage, warum er Palästina ohne Rückreisevisum habe verlassen wollen- ״Ich hatte einen guten Weg für die Rückkehr,“ erwiderte Stavsky; ״ich. hätte gleichzeitig Freunde aus Polen mit eingeschmuggelt.“ Das bei ihm gefundene Geld sei dazu bestimmt gewesen, die illegale Ein- Wanderung seiner Freunde zu erleichtern. Auch sein Journalistenausweis sollte zu diesem Zweck dienen. Die Urheberschaft an der angeblichen Grabinschrift für Ben Gur i o n leugnete Stavsky. Wie französische Zeitungen melden, ist dieser Tage in Antwerpen das erste jüdische Schiff eingetroffen. Das Schiff heißt ״Immanuel“ und gehört einer jüdischen Gesellschaft. Die ganze Bemannung ist jüdisch. Um Neuordnung der Gemeinde Von einem Gemeinde-Abend Die Berliner Jüdische Gemeind« veranstaltete vorige Woche einen G e in e i n d e a b e n d, bei welchem das Thema ״Wo steht die Führung der Gemeinde?“ behandelt werden sollte. Als Red- >11er traten auf der Vorsitzende der liberalen Fraktion der RepräsentantenVersammlung, Dr. Kurt Fleischer und das Vorstandsmitglied Moritz Rosenthal. Beide Redner benützten die Gelegenheit, im Anschluß an die in der Berliner Gemeinde ausgebrochenen Meinungsverschiedenheiten die Notwendigkeit der 'Zusammenarbeit aller Richtungen zu betonen. Dr. Fleischer wies zunächst darauf hin, daß die jüdische Gemeinde als Religionsgemeinde alle religiösen Riehhingen umfassen müsse, aber auch die nationaljüdisclien Mitglieder der Gemeinde, die gleichfalls in religiöser Beziehung nicht einheitlich seien. Die Gemeindearbeit, so führte der Redner aus, müsse von der Belastung mit politischen Aufgaben befreit werden, ein Grundsatz, dein gewiß jeder beipflichten wird, doch bleibt zu untersuchen, was unter den Begriff ״politischc“ Aufgaben fällt. Dr. Fleischer selbst sagte gleich darauf, daß der Gemeinde nichts Jüdisches fremd sein solle. In diesem Zusammenhang kam er auch auf Palästina zu sprechen und führte hierzu aus: ,,Purrh die heldenhafte Arbeit und den Opfermut unserer nationaljiidiacben Glaubensgcnos.-cn in aller Welt, steht heute Paiastina als Zufluchtsstätte für diejenigen Juden am Deut-eftjand, denen hier der Lcbensrauni genommen ist, an erster Stelle. Palästina in dankbarer Anerkennen״ seiner großen Bedeutung irr diesen ,ragen gegeiiüberzuslehen, kann aber nie heißen, Grund- Umfassungen von jüdischem Sein zu verwischen oder zu vermischen.־' Wir halten es freilich für sehr ungenügend, wenn ein jiidischer Führer Palästina nur darum gelten läßt, weil es sich als ״Zufluchtsstätte“ bewährt, also aus rein opportunistischen Zweckrücksicliten. Wir glauben, daß Palästina, Zion, allen Juden auch darüber hinaus noch etwas zu bedeuten hat. Zur Frage des Schulwesens übergehend, sagte Dr. Fleischer, die Schulen der Gemeinde müßten d eutsche Schulen sein, In denen den Kindern jüdisches Wissen und deutsche Kultur vermittelt werden sollen. Die Gemeinde müsse auch in dem notwendig werdenden Umfang Schulen unterstützen, die nach national-jüdischen R i c h 11 i n i e n geführt werden, wie sie dies bisher stets getan habe. Aufgabe der Führer einer deutschen jüdischen Gemeinde sei es, die deutschen Judeft in ihrer Stellung zum deutschen Vaterlande zu stärken und zu festigen. Das Fühlen und Wissen der deutschen Juden um ihr deutsches Sein sei auch in diesen Tagen nicht gemindert; ihr Wille und ihr angeborenes Gefühl für ihr deutsches Land sei unzerbrechlich. Der nächste Redner Moritz Rosenthal beschäftigte sieb zunächst mit der unseren Lesern bekannten Erklärung von Dr. Siegfried Moses. Er behauptete, die Gemeindeverwaltung sei keineswegs von Tendenzen beherrscht, wie Dr. Moses sie dargestellt habe. Der Redner schilderte die großen Aufgaben, die die Gemeinde auf dem Gebiet der Wohlfahrtsarbeit heute zu erfüllen habe und appellierte an die ausländischen Juden, dem deutschen Judentum in seiner Notlage materiell ebenso zu Hilfe zu kommen wie die deutschen Juden bei früheren Anlässen anderen jüdischen Gruppen beigesprungen seien. Auch heute, so sagte der Redner, machen die deutschen Juden in ihren BemÜbungen, der Not zu steuern, keinen Unterschied zwischen Juden und Juden, gleichviel, woher sie gekommen sein mögen. * Es ist erfreulich, daß auch die Redner dieser Versammlung vor! den separatistischen, gegen die zionistischen Juden gerichteten Tendenzen, wie sie Dr. Moses in seinen Erklärt!!!- gen gegeißelt hat, abrücken. Bei ihren Reden waren sich die liberalen Repräsentanten wohl bewußt, daß die Berliner jüdische Oeffentlichkeit für ein starres Festhalten an dem Monopol der Liberalen in der Gemeindeverwaltung kein Verständnis hätte und von dem Wunsch nach innerem Frieden beseelt ist. Dieser Friede ist aber nicht durch dauernde Unterdrückung einer bedeutenden — wie wir glauben der wichtigsten und aktivsten — Gruppe des deutschen Judentums zu erreichen. Wenn die ober! zitierten Erklärungen bedeuten sollen, daß man auf liberaler Seite die berechtigten Forderungen der Zionisten loyal berücksichtigen will, dann werden Wir es gewiß am meisten begrüßen, daß die atisgebrochenen Konflikte beigelegt werden können. Nach den Vorfällen der letzten Zeit müßte man freilich fordern, daß auf gcwissen Gebieten der Gemeindeverwaltung A e n d e r u!1 g e 11 durchgeführt bzw. Ergänzungen getroffen werden. So z. B. müßte u. E. das Jugenddezernat der Gemeinde mit einein Vertrauensmann der Jugend besetzt werden, um so mehr, als die Jugend gegenwärtig ihre auch von den offizieilen deutschen Stellen anerkannte Organisation besitzt. In der Verwaltung der S c 11 u 1 a n geleg enheite 11 müßte das Dezernat so besetzt werden, daß neben den! bereits amtierenden Dezernenten liberaler Richtung auch die Bedürfnisse des nationalen jüdischen SchuKverks zur Geltung kommen. Das Di rtkt o r i u m, das die Gemeinde leitet, müßte so!ungebildet werden, daß es mehr als bisher dem wirklichen Kräfteverhältnisinnerhalbder Berlinerjude 11 schaft entspricht. Und schließlich müßte auch Vorsorge getroffen werden, daß nicht das Berliner Gemeind eblatt Programm«־ tische Kundgebungen publizieren kann, die dann von maßgebenden Gemeindestellen als Privatarheiten desavouiert werden dürfen. Das sind einige der Forderungen, die nach unserer Ucberzeugung eine gerecht denkende jüdische Oeffentlichkeit als sehr gemäßigt anerkennen muff. Es wäre sehr zu begrüßen, wenn durch eine Einigung die von allen Richtungen gewünschte Harmonie hergestellt würde, die ein Zusammenwirken im Gemeinsamen — bei voller Freiheit der Weltanschauung des Einzelnen — ermöglichen würde. Der Kampf um Hebräisch geht weiter Am letzten Donnerstag-Abend fand eine Versammlung der Elternschaft der J ü d i s c 11 e n S c 11 u 1 e Auguststraße statt, die sehr stark besucht war; die maßgebenden Persönlichkeiten der Berliner Gemeinde jedoch, die zu der Sitzung eingeladen worden waren, hatten es vorgezogen, nicht zu erscheinen. Am 13. Septem her hatte bereits eine Versammlung der Eltembeiräte sämtlicher Schulen, über die wir s. Zt. berichteten, eine Resolution angenommen, in der an den Schulvorstand der Gemeinde ׳die Forderung gerichtet wurde, in den Schulen täglich eine Stunde Hebräisch unterrichten zu lassen. Zwei׳ Monate sind seither vergangen, und die maßgebenden Stellen haben weder dieser berechtigten Forderung entsprochen noch es überhaupt für nötig gehalten, irgendeine־ Antwort auf diesen Wunsch der Elternschaft zu geben. Der wichtigste Punkt der Tagesordnung dieser Versanmilung lautete daher: ״Was wird aus unserer Resolution?“ Der Vorsitzende des Elternbeirats legte dar, daß er mehrfache Versuche gemacht habe, durch persönliche Verhandln!!- gen zum Ziel zu kommen, daß jedoch der S c h u 1 v 0 r - stand sich 11 11 r c 11 a 11 s a b 1 e 11!1 e 11 d v e r half e n 11 nd die Angelegenheit dilatorisch behandelt habe. Obwohl den maßgebenden Stellen bekannt ist, daß ihre Haltung sieh nicht mit der Ansicht der Elternschaft deckt, haben sie nicht das geringste getan, um irgendeinen Ausgleich herhei/ufuhren. Auch die Kostenfrage könne die Gemeinde von der 1 äntiilini 11g der täglichen Hebräisclistuiide nicht;11־,halten, da die l.elirerschaft von sich aus dem Schulvorstand eingehende Vorschläge über eine Neiieinteiltmg des Unterrichts gemacht hat, bei der die bisherige Stundenzahl erhalten bliebe, so daß kaue zusätzlichen Kosten entstehen. Es bleibt also mir die Erklärung, daß d e r S c 11 ulvurst a n d kein 1 1t t e r e s s e am hebräischen U n t e r r i c!1 t hat. Das zeigt,!!ab er die veränderte Situation und das Berliner Judentum noch nicht eilaßt hat. hi der Versammlung herrschte große Erregung!!her das Verhalten des Schulvorstandes und die Bi uskienuig der Elternschaft. Ls bestand rolle Uebereinstinimung darüber, daß die Elternschaft sieh diese Behandlung nicht langer gefallen lassen dürfe. Für die Notwendigkeit des hebräischen Unterrichts wurde hervor״ eh oben, daß ein ,großer keil der jungen Generation nach Palästina gehen werde. U. a. wurde mitgeteilt, daß von einer Schule im letzten Halbjahr 70 Kinder nach Palästina gegangen sind, deren sprachliche Ansrüstung infolge des Unterrichtssystems des Schulvorstandes völlig ungenügend gewesen ist. Außer an der Schule Rvke■- straße haben die jüdischen .Schulen nur zwei Wocbensfundeji für Hebräisch zur Verfügung — und außerdem ist auch noch die sephardisehe Aussprache verboten! Die Versammlung nahm schließlich einhellig folgende E 111 s c h 1 i c 11 u 11 g an: ״Der Elternbeirat der Jüdischen Volksschule August- Straße stellt mit Bedauern und Verwunderung fest, daß der Gemeindevorstand auf die in der Versammlung der Ellernheirate der jüdischen Schulen vom 13. September gefaßte Resolution in keiner Weise reagiert hat. Wir erheben Protest gegen diese Art der Behändlung von Wünschen der jüdischen Elternschaft. Wir erneuern nachdrücklichst unsere Forderung nach der täglichen Hebräischstunde, die für unsere Kinder eine dringende Notwendigkeit ist. Wir erwarten, daß der Gemeindevorstand ln kürzester Zeit zu unseren Forderungen Stellung nimmt und Sorge dafür trägt, daß unserem berechtigten, aus jüdischem Gefühl erwachsenen Verlangen nunmehr Rechnung getragen wird.“ * Zum Thema der Einführung der s c p 11 a r d i s c 11 e 11 Aussprache erhalten wir folgende Zuschrift: Die Elternheiräte der indischen Volksschulen Berlins haben einen täglichen hebräischen Vntcrriclit in sephardischer Aussprache gefordert. Da dauernd filtern mit ihren Kindern nach Palii-Mim auswandein, ersehnten wir die baldige Realisierung die.׳1 ״״ Forderung. Statt dessen hat der Vorstand der JudiM'lum Gemeinde Berlin d e!1 L e 11 r e r 11 s o g a r v e rbnt c 11, d e n K indem 1 i e 1« r ä i s c 11 in s e [י h <1 r d i s c I! e r A u s - s p r;1 e 11 e z 11 v ermitteln. Die Mitglieder des Gcmeindevorstamics scheinen immer noch nicht zu wissen oder vielleicht nicht wissen zu woII 111־, daß die hebräische Sprache in sephardisriier Mundart eine 1 e b e 11 d i g e Sprache und in Palästina eine Landessprache ist. Der Gemciudevorstand hält ja nach seiner Einstellung zu jüdischen Fragen die Unterweisung der indischen Kinder in der hebräischen Sprache nicht für wichtiger als etwa in Englisch oder Französisch. Wenn er schon an diesem Standpunkt festhält, so mußte er doch bedenken, daß auch diese Sprachen in den jüdischen Schulen nicht in einem Dialekt gelehrt werden, der von der Mehrheit der Engländer bzw. Franzosen nicht gesprochen wird. Kinder, die das aschkenasische Hebräisch gelernt haben, erlernen in Palästina die sephardisehe Sprache nur schwer. Sollte es wirklich nicht möglich sein, den Mitgliedern des Gemeindevorstandes endlich einmal die Ucberzeugung beizubringen, daß man Hebräisch nicht allein zu dem Zweck lernt, um die Gebet« lesen zu können, und daß Palästina nicht nur, wie die Herren auf Gemeindeabenden und im Genieindeblatt immer wieder zu betonen belieben, das Land unserer Väter, sondern vielmehr noch das Land unserer Kinder ist? Jedenfalls fordern wir Eltern nachdrücklichst, da!! der Gemeindevorstand baldigst den hebräischen Unterricht in sep bardischer Aussprache in den jüdischen Schulen. Berlins einfiihrt. Dr. Alfred Sali 11 ge r. iiiiiiiiiiiiiniiiiwniiiffliiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiitiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiM^ Aus der zionistischen Jugendbewegung Wir erhalten folgende Mitteilung: Vor einigen Tagen fand zwischen den BuuJesIeitimgei! des Makkabi Hazair und des Jüdischen Pfadfinderbundes Deutschlands eine Besprechung statt, die der Feststellung diente, wieweit eine gemeinsame Arbeit beider Bünde durchführbar ist. Es ergab sich eine weitgehende ideologische Uebereinstimmung, da sowohl in der zionistischen Zielsetzung, als auch in der Verwirklichung der zionistischen Idee eine völlig« Meinungsglcichheit besteht. In der Erkenntnis, daß jede Vereinheitlichung zionistischer Jugendarbeit heut« vermehrte Stoßkraft und Ockonotnic unscrer Kräfte bedeutet, wurde zwischen beiden Bünden eine A rbeits gcmeinScliaft mit dem Ziele baldiger F u - sion abgeschlossen. Die Arbeit der kommenden Wochen wird ergeben, ob auch in Fragen der Lebensgestaltung und Form ein Grad von Gemeinsamkeit zu erreichen ist, der zur Erreichung solchen Zieles unerläßliche Voraussetzung ist. — Ferner hat der Bund Jüdischer Pfadfinder beschlossen, in den Makkabi Hazair einzutreten. Auskünfte über Industrie. Herr Arieh S 11 e n k a r, Präsident des Industriellen-Verbandc-s in Palästina, teilt uns mit, daß er eine Reise nach Europa antritt, bei der er folgende Länder besuchen wird: Italien, Oesterreich, Tscherho- Slowakei, Deutschland, Frankreich, England. Herr Shenknr ist bereit, während seiner Anwesenheit in den verschiedenen Ländern allen Personen und Institutionen, die sich für die industriellen Möglichkeiten Palästinas interessieren. Auskünfte zu erteilen. Herr Shcnkar wird von seiner Reise seinen jeweiligen Aufenthalt durch die ״Jüdische Rundschau“ mitteilen.

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