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Jüdische Rundschau · 1933-11-21 · Heft 93 (21.11.1933) · p. Seite 836

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVIII (1933)
Issue
Heft 93 (21.11.1933)
Date
1933-11-21
Page
Seite 836 (sequence 4)
Language
German
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Seite 834 jüdische Rundschau Nr 93, 21. XI. 1933 Nr Die Tagung des Deutschen Handels Am IS. und IQ. November fand in Braunschw eig der ״T aj* des d e u t s c h c n H a n d e ] s“ statt. AnlSRIich der Tagung gab der Reichsstand des deutschen Handels eine F e s t s c h r i f t heraus, aus der die ״Germania“ den ciideitenden Aufsatz des Präsidenten des Rcichsstandcs Dr. Th. A. von Rente!!! veröffentlicht. In dem Beitrag heißt es: ,.Wim in d! 11 i1-!zlcn Jahrzehnten die Irrlehren des I.ibcmii׳:n11B und Mim-imi; Jas Volk und die Wirt-chaft tlesorg.imsrrten und eine Entartung auf allen Gebieten bewirkten, so hat mit dem dout'cU-ri Volk der deutsche Handel darunter ebenso zu l.iden gehabt «!' alle arideren Stände. Wenn der lleiischrekkenschwarm der Oujudm nach dem Kriege sich über Deutschlancl ergoß, so hat er ebfnn die deutsche Kunst in Literatur und '1 heater und aut ailוזי (iebicten!ersetzt, wie er 11m Wirtsrhaftdrlx:!! und die l'i.sktikcn des Gcädiüt'Ulebcns;.ersetzt hat; er hat ebenso den deutschen Arbeiter und Bauern nur ah Gegenstand dir Au-beutc hrtrachtet und behandelt wie 11.18 ganze dnitsrhc \clk. Lr hat die Praktiken der Verwaltung und der Pr. me des deutschen Volkes ebenso mir einer schmutzigen Gesienurg zu erfיi 111n versucht wie alle Gebiete des wirtschaftlichen Lebens.!!!•smiders srhwer hatte darunter der ehrbare deutsche lUnelrl, der in!1'! Millionen srlbnürwligen Betrieben rund sieben Millionen dem-chm Volksgenossen Arbeit und Brot gibt, rn leiden. Am Tag' des Hand-Is lr״t d-r dru!«rI1e Handel des Gelübde al>, diese ju.ii ■eilen I'iaktiki'ii, die unser Voile auf (dien Gebieten au dm Rand des Ahgiur.des gehihrt haben, mit Stumpf und S'ii aus d in Stand■,• des li.111■!01; au-rurotten.“ Wir sehen an diesem Beispiel, wie sehr sich prominente Deutsche gewöhnt haben, Mißstände, die sie mit Recht zu geißeln Wunsche!], mit |u den in Zusammenhang zu bringen. IN lassen Tclt gev.iß aus der k'riegs/eit und Nachkriegszeit auf dem Gebiet de.. I!,imiels 110:11 mannigfache verurteilenswerfe Praktiken anfuhren. an denen Juden unbeteiligt sind. Dali 11 1 ו: h t nur Ost j u d e n verfemt werden, "wie es Jtach den 01)011 zitierten Worten den Anschein haben konnte, zeigt ein in der November-Nummer der Monatsschrift ״Die 'Welt des K a u f 111 a 11 ti s" (Herausgeber Richard Thoma, Vizepräsident der I Iainbttrgiselten Bürgerschaft) veröffentlichter Attikel ״W i 1׳ t s eh a f t o 11 n e J tt d e n g e i s t“ von Wilhelm Löhsack. Hamburg. Der Verfasser stellt fest, das nationalsozialistische Denken bedeute eine grundlegende Umwälzung gegenüber dem privat-kapitalistischen Denken des Liberalismus,!)er Staat des November-Systems habe die dunkelsten geschäftliehen Elcnic-nte zu liitren gebracht. .-Ls s i 1 ■ir au all jene j ii 1!! - 1׳ h c n 1t a n k 11 v ii n c n eri׳n, r!, d!e anjuhli״» ehrliche dcu'sclie Mcnsclum und deutsche 1 ntrrneliinurgen aut drin Gewissen haben, und die dann, wie J .1 k 0 I) G old* c h r,1 i d t, bei den höchsten Rcgieningsitellcn <i:1- und au ■gingen. LN treibt einem heute noch die Schamröte ins Gr!.!. in, "• im inan l״-!b׳nk*, daß dieser Jakob Goldschmkit, der U11Z.1i.lige deiii-i 1.1• A1b׳;e,־r um Atbeit und Brot gebracht bat, in d;־r ehrwürdigen Ilaii-est.-ult Bremen seinerzeit an der berühmten Schal'!'( rmrdi!zeit tc 1!nah!11." ■— — — Der Rcichäverband des Deutschen •Mineralöl-Handels e. V., Berlin •Britz, hat ein Rundschreiben über den Tag des deutsehen Handels in Braunschweig am 18.1t.19.il. an seineMitgl jeder gesandt. In diesem Rundschreiben wird tt. a, darauf hingewiesen, daß das Erscheinen nichtarischer Mitglieder in Braunschweig unerwünscht ist und nichtarische Firmen arische Vertreter stellen solien. Bei der Tagung in Braunsctnveig hielt der Braurtschweigische!Ministerpräsident Klagges die Eröffnungsrede, wobei er nach dem Bericht der ״Frankfurter Zeitung“ u. a. gesagt hat: ,.In ehr hielt r tun!;'•geridc.n Zeit sei das Schlimmste gewcsen, daß d!c Volk.,- ui.d R.1-m frmndmi (He großen Möglichkeiten, dt!• der ILinde! den Klifr.bnprnakiohatcn Iticte, erkannt |1 litten und diitnni In pr״k׳r Zahl ״er.ri״ in die־cn Stand eingfströint seien. L< w. rdc d! K,u1:r)1.nm->>׳l.:1׳ft immer zur Lhre erreichen, daß 5!׳* ״N:1 Ir.i:׳. v:r u iit habe, die voJk(fremden Elemente aus•■;!! e:■'. l״׳r c-te 1 ו.י!tha!1 liehi* Veiband. der die Aufr!•■׳ oi. hnnn;r״׳vLd11.! bnb;', ad ein k.mbwmniseher Ver-!'ו.׳. i;; «0 — 1!:1 .׳er 10110,1:;..!1 ׳ male 11,1״dhj11g.g1 liiltcr,.Verband.“ Was die Juden betrifft, so sind wohl die Motive, ■w.'ttum sie in den Hände! absfrömen, vor allem darin zu •suchen, daß ihnen auf zahlreichen anderen Gebieten, die un* tr.hU'ibarer mit der Produktion Zusammenhängen, die Beta- ז i V 11 n g u n nt ö g i i <: 11 g e m acht wurde. Der jüdische Handel hat im Laufe der Geschichte eine wichtige Volksw i r t s c h a f 11 i c 11 e F u n k t i o n ausgeübt, die von zahlreieben WirHchaftshistorikern hoch eingeschätzt wird. Keine Sondergebühr lür Juden Königsberg, 15. November. (J. T. A.) Am 19. April hatten die städtischen Körperschafte!1 einer ostpreußischen?htdt beschlossen, von Filialbetriehen und jüdischen Ge- > c 11 ä f t ־ i n 11 a 11 e r 11 mit Wirkung vom 1. April 7.u den Gasu!nl Stioingeluihreii einen Zuschlag von HK) Proz e u t zu erheben. In der Mitteilung an die jüdischen Geschaiiöeiiie war ausdrücklich darauf hingewiesen, daß diese BcM.hlu-.se ,,/um Ausgleich des Haushalts“ gefaßt worden waren. Die Betroffenen erhoben unter Bezugnahme auf das Kotiimtinalahgabengesetz bei dem Magistrat der Stadt Ein- Spruch und erhielten den Bescheid, daß der Magistrat auf den eingeganuenen Antrag von der Erhebung des Zuschlags vom 1. Oktober 1933 ab verzichte, dagegen eine Rtick- Zahlung der bis zum Oktober 1933 erhobenen Zuschläge ablehne. Eine darauf an den zuständigen Landrat gerichtete Beschwerde hatte den Erfolg, daß die bereits gezahlten Zuschläge den jüdischen Geschäftsinhabern wieder zurückerstattet werden. Arierparagraph ln der Kirche snspeidiert Durch die aus der Tagespresse bekannte Anordnung des deutschen Rcichsbischof ist die Anwendung des Arier- P a r a g r a p 1t e n in der evangelischen Kirche bis auf weiteres ausgesetzt worden. Damit ist diese Frage in ein neues Stadium getreten. Gerade die Anwendung des Arier-Paragraphen in der Kirche hat wegen ihrer großen prinzipiellen Bedeutung weit über Deutschlands Grenzen hinaus in christlichen Kreisen Interesse gefunden. In Deutschland seihst sind die Meinungen der Theologen geteilt. Dem von uns bereits wiedergegebenen Marburgcr Gutachten, das sieh gegen die Anwendbarkeit des Arier-Paragraphen in der Kirche ausspricht, steht das Gutachten der Erlanger Theologischen Fakultät gegenüber, die zum Ausdruck bringt, daß die Einheit der Kirche nicht die Gering- Schätzung der biologischen Unterschiede mit sich bringen dürfe. Es ist anzunehmen, daß in dieser Sache eine Klärung noch erfolgen wird. Neue biblische Zeichnungen von Moses Barasrii In der nächsten Nummer werden wir eine Anzahl neuer biblischer Zeichnungen des 13jlt1rigen jüdischen Malers Mosel Barasch, über den wir In Nr. 78/76 der ,Jüdischen Rundschau" berichtet haben, wiedergeben. Der Verwaltungsdirektor der Breslauer Jüdischen Gemeinde zu Gefängnis verurteilt Die Breslauer ״Jüdische Zeitung“ veröffentlicht einen Bericht über die Verhandlung vor dem dortigen Sonder- Bericht, bei der Dr. Ernst Rechnitz, Verwaltung«- direkter der Breslauer Jüdischen Gemeinde, und der Handlungsgehllfe Albert Rose nt ha. wegen Verbreitung von Greueinachrichlen zu je 15 Monaten Gefängnis verurteilt wurden. Wir entnehmen dem Bericht folgende Dar- Stellung: Vor dem Breslauer •Sondergericht fand die Verhandlung gegen den Verwaltungsdirektor der Breslauer Jüdischen Oemeinde, Amtsgerichtsrat a. D. Ernst R c c h n i t z, und den Handlungsgehilfen Albert Rosenthal statt. Beide hatten sielt gegen die Anklage der Verbreitung von Greuelnachrichten zu verteidigen. Der ordentliche Vorsitzende des Sondergerichts, Herr Landgerichtsdirektor Dr. Sdiauwceker, hatte steh selbst ahgelehnt, weil er früher mit Dr. Rechnitz zusammen am gleichen Gericht als Richter gewirkt hatte und sielt daher als befangen ansah. An seine Stelle war Herr Landgericlitsdirektor Dr. Winter getreten. Rosetilhal batte — und zwar, wie beide Angeklagten übereinstimmend angaben, bereits etwa Ende April — Herrn Dr. Reclinitz. als verantwortlichem Schriftleiter des Breslauer jüdischen Gemeindeblattes einen Artikel ,,Ich suche meine Bruder“ elngcreicht. Der Zweck seiner Ausführungen sei, so betonte er vor dem Gericht, gewesen, das Gewissen der jüdischen A r b e i t g c!> e r zu schärfer). Er, der durch mehr als zweijährige Erwerbslosigkeit die Schrecken dieses Zustandes am eigenen Leibe genügend kcimcnsjelernt. habe mit Grauen gesehen, wie nach der nationalen Revolution die Möglichkeit für jüdische Angestellte, einen Arbeitsplatz zu finden, immer mehr geschwunden sei und wie sich insbesoiidere auch jüdische Arbeitgeber ihrer I*!'licht, Juden einztistellen, entzogen hätten. Er habe daher in dem Aufsatz aut das hohe sittliche Ideal der NSDAP,: ״Gemeinnutz geht vor Eigennutz.‘• ausdrücklich hingewiesen und verlangt, dal! auch die Juden cs in ihren Reihen zur Geltung brachten, und zwar vor allem dadurch, daß man selbst unter Opfern Platz für jüdische Arbeitssuchende schaffe. Dies und nicht die Ver- Breitung von Orcuelnachrichten sei Zweck und Inhalt des Aufsatzes gewesen. Dr. Reclinitz erklärte, er habe in dem Artikel gleichfalls nur die ihm von Rosenthal im April einmat mündlich auseinandcrgcsetzle Tendenz gesehen, manchen jüdischen Arbeitgebern ins Gewiss:11 zu reden. Der Aufsatz enthalte in den von der Anklage beanstandeten Teilen auch nicht Nachrichten tatsächlicher Art, wie das Gesetz s'e für die Anwendung der Strafvorsclirift verlange, sondern lediglich reine Stimmungen und Urteile, auf die nach der umfassenden Rechtsprechung des Reichsgerichts zu einem Paragraphen ähnlichen Inhalts die Strafbestimmung nicht Amvendüng finden könne. Die Anklage erblickte das schwere Vergehen, dessen sie die Angeklagten beschuldigte, vor allem in' zwei Stellen des Aufsatzes. An der einen hatte Rosenthal ausgeführt, daß der deutsche Jude durch seine Erfolge auf den verschiedensten Gebieten des wirtschaftlichen und kulturellen Lehens b׳'i seinen deutschen Volksgenossen vielfach Haß hervor gern fen habe, an der anderen, daß er jetzt nicht nur Kämpfer, sondern weit mehr Märtyrer geworden sei, der schütz- und wehrlos allen Anfeindungen seiner Widersacher preisgegeben sei. Der Vertreter der Anklage führte aus, daß diese beiden Absätze durchaus die Voraussetzungen der Anklage erfüllten. Denn es sei, wie man nötigenfalls auch 1m Gegensatz zu der veralteten römisch-rechtlichen Rechts- Sprechung des Reichsgerichts annehtnen müsse, wirklich eine falsche tatsächliche Darstellung, wenn behauptet werde, daß bei dem Vorgehen der NSITAP, auf welche der Artikel doch offenbar gemünzt sei, Mißgunst und Haß eine Rolle spielten; die NSDAP wende sich gegen die Juden nicht wegen ihrer Erfolge, sondern wegen ihrer Rasse. Das hätten die beiden Angeklagten auch durchaus wissen müssen und tatsächlich gewußt. Der dann folgende Absatz sei nicht etwa nur auf Anfeindungen geistiger Art ztt beziehen; vielmehr sei hierin eine Hindeutung auf angehliehe Tatsachen zu finden, wie sie in der landläufigen Greuel- Propaganda jener Wochen zum Schaden Deutschlands vcrleumderisch verbreitet worden seien. Ganz besonders verwerflich sei die Behauptung, daß der deutsche Jude irgendwelchen Anfeindüngen und Ehrverletzungen schütz- und wehrlos preisgegeben gewesen sei: damit werde eine Pflichtverletzung der Regierung und der Justiz behauptet, welche in Wirklichkeit Leben, Eigentum und Ehre der Juden genau so geschützt habe wie die Rechtsgüter der anderen im Reiche lebenden Menschen. Der Staatsanwalt forderte daher die Verurteilung der beiden Angeklagten zu je einem Jahre und sechs Monaten Gefängnis. Der Verteidiger der Angeklagten, R.-A. Walter Tietz, wies darauf hin, daß sein einstiger Regimentskamerad Dri Reclinitz 1914 freiwillig ins Feld gegangen sei, nach sehr schwerer Verwundung sich freiwillig wieder ins Feld gemeldet habe, zum Offizier ernannt und mit beiden Eisernen Kreuzen ausgezeichnet worden sei. Nach seiner Rückkehr habe er die Regimentsgescliichte verfaßt. R.-A. Tietz beantragte die Freisprechung beider Angeklagten. Dr. Rechnitz. betonte in seinem Schlußwort, daß zu Jener Zeit in der Provinzpresse leider vielfach in iiberscliarfer, die Ehre der Juden aufs schwerste herabsetzender Art und Form geschrieben worden sei; nur hiergegen habe sich der Aufsatz, der tatsächlich nur auf den geistigen Kampf bezogen werden könne, gewandt. Dr. Rechnitz erklärte sodann: ״Meine Väter sitzen nach den vorhandenen Urkunden seit mindestens 200 Jahren auf deutschem Boden, auf obersehlesischer Erde. Feh kenne kein arideres Vaterland als Deutschland. Ich habe diesem Vaterlande nach meiner Ueherzeugting im Krieg und Frieden sogar über meine Pflicht hinaus treu gedient. Der mir gemachte Vorwurf, daß ich mir vorsätzlich Handlungen hätte zuschulden kommen lassen, welche die Intercssen dieses Landes schwer zu schädigen geeignet seien, ist für mich untragbar und berührt aufs tiefste meine Ehre. Wenn Sie mir daher durch ein Urteil, das mich ins Gefängnis schickt, meine Ehre nehmen, dann ist es mir verhältnismäßig gleichgültig, ob mir auf längere oder kürzere Zeit meine Freiheit geraubt sein soll.“ R 08 e n t h a I führte in seinem Schlußwort nochmals aus, daß er lediglich die Absicht gehabt habe, dem jüdischen Arbeitslosenproblem durch Einwirkung auf die jüdische Arbeitgeberschaft zuleibe zu gehen. Das Gericht verurteilte jeden der Angeklag- Jen zu einem Jahre und drei Monaten Ge fangn i s. Es rechnete ihnen dabei die Untersuchungshaft voll an. Diese zählt jedoch erst seit dem 12. Oktober: eine Anrechnung der zweieinhalb Monate, welche die Angeklagten vorher in Schutzhaft im Konzentrationslager verbracht hatten, ■war nach dem Gesetze nicht möglich. Die Begründung des Vorsitzenden schloß sich den Ausführungen des Staatsanwalts in allen Punkten an. Die Ausführungen des zur Anklage stehenden Aufsatzes seien insbesondere geeignet gewesen, im In- und Auslande den Eindruck zu erwecken, daß die Gesetze und die Justiz im Dritten Reiche den Juden nicht den ihnen zukommenden Schutz zuteil werden ließen; das sei vollkommen falsch. Den Angeklagten sei zugute gehalten worden, daß sie nach der Auskunft der Geheimen Staatspolizei politisch völlig unbelastet seien und daß der beanstandete Aufsatz wohl aus einer gewissen seelischen Not heraus entstanden sei Im übrigen aber habe das Gericht die Handlungsweise der Angeklagten als besonders bedenklich angesehen und datier auf eine empfindliche Strafe erkennen müssen. Die Scheidung von Mischehen Wir haben in Nr, 91 der ״Jüdischen Rundschau“ vcrschic dene Artikel über die Frage der Scheidung von Mischehen wiedergegeben, darunter einen Artikel von Landgericlitsrat Dr Jung ans der ״Juristischen Wochenschrift“ und von Dr. Krug aus der Zeitschrift ״Deutsche Justiz“. Nunmehr äußert sich über dasselbe Thema Landgerichtsrat Schumacher, Altona, in der ״!) e ti t s c 11 e 11 J 11 r i s t e!1 - Z c i t u 11 g“ vom 11. November. Der Verfasser kommt zu dem Ergebnis, dal nach geltendem deutschen Recht die Lösung der älteren jti diseh-arischen Ehen aus dem Gesichtspunkt der Rassenvcrschieden heit nicht möglich ist. Eine andere Frage sei die Frage des eventuellen Verbots künftiger Schließung von Mischehen. Dieses Verbot s;i zu empfehlen. [Jagegen hält es der Verfasser nicht für empfehlenswert, das Verbot auf b e reits bestehende j ü d i s ch - a r i s c 11 e E 11 c n auszu dehnen. ..Erstens wäre <!״r Eingriff ein ntißrrorrlcntlVh tiefer. Die Eh! ist nicht nur eine rechtliche, so!1d-rn auch eine religiöse und sirllirh! Ordnung. I!:־i der Lösung derartiger Ordnungen muß der ('.ose!? gcher. sofern er Schaden vermeiden will, Rücksicht nehmen auf d ׳ nligiiec!) und sittlichen Anschauungen. Nim würde es aber me der Ritholi-rhen und evangelischen und, wie ich glauben niüchfc vi lf.ich au!־h mit der außerkin'hlich:׳» ethischen Anschauung un vereinbar sein, einem für das Leben geschlossenen Bunde, der zu denkbar innigsten Gemeinschaft geführt 11:1t. dem müglichcrwcis. Kinder entsprossen sind, ein vorzeitiges Lmle zu!«.•reiten ■wege; L'!11 >:><-) 11 -nili'-hkeilen und N;«־ht״ilen, die weniger srlm-or sind »!; ein keine KlicKbitng ermöglichende•; langes Siechtum und Kiankcnlagcr Abocs-dirn vom reii;:iii«11 und sittlichen •Anstoß» würden durch du Einführung einer L-üs!m5״nvogliehkeit die in jenen Ehen geborene KiinJ.r sei;wer betroffen. Zweitens würde der Eingriff hinüu-gi'hca tili r die von der n׳u! •n Gesetzgebung beobachtete Selbstbe.ehrünkirn״, wie sio z. H. in d.r Helas-img jüdischer Richter und t’eaniter. die am 1. August 1914 bereits im .Amte waren, hervortritt, und dritt.-11s wäre d״r erzielte praktische Erfolg im Hinblick darauf, daß cs sieh nur um eine begrenzte, innerhalb eines Mensehcnaltera so• vi so" verschwundene Zahl von lihcn handelt, verhältnismäßig gering. IG!- ra-d-ehe /u.phznng unserer 'läge wird übrigens in nutnehen Mischehen ohnehin den Konfliktssto[{ so vermehren, daß bereits das bestehende Scheidungsrecht zur Lösung ausreicht.“ Zeitschriften ~ Schau Griii Kr io jiitlü ] irht da Sj ־״. n nus gPNtf k. n! Sni1: dem beken es sic Die Zeitschrift ״Europäische Revue", Herausgeber Karl Anton Prinz Rohan, Berlin SW 68, hat an eine Reihe von Persönlichkeiten eine Rundfrage gerichtet, worin sie sich zum 14. Oktober, d. i. zum Austritt Deutschlands aus dem Völkerbund äußern sollten. Unter den Antworten wird eine Zuschrift von Bernhard Shaw veröffentlicht. Der Dichter bekennt sich als ein begeisterter Anhänger des Austritts Deutschlands aus dem Völkerbund und als ein Be wunderer der Politik Hitlers. Damit seine Meinung als die eines gewiß zumindest Unvoreingenommenen betrachtet werde, lügt er dann in seiner bekannten sarkastischen Weise hinzu; D Well früher sehen auch 1 sei, d hält u wobei ander; mehre fern 1 ausgel die, 1 Probl; rakter reden* Fremc Buche Fremc werde heimn die in dere Freilk Moabi des / David T urt ln der Zeitschrift ״Volk im Werden“ (Herausgeber der Rektor der Universität Frankfurt, Professor Dr. Ernst Krietk) findet sich im Heit 4 ein kleiner Beitrag ״Alles \ ist relativ“, worin unter Anknüpfung an gewisse Acußerungcn Prof, Einsteins nicht nur gegen Einstein persönlich, sondern gegen das ganze Judentum heftige Anklagen erhoben werden. Oer Verfasser dieser Notiz kommt zu folgendem Ergebnis: ,.Es zeigt sich erneut: Kein Mensch kann so tief und unaiiduschlirh Kissen wie der Juck. Des Hasse' gegen das .Mensch!׳ngi'schlccht wurden die Juden schon von rlen Römern mit gutem tönmi b-scliuidigt. Haß i-t die wahre Triebfeder pazifistische! j Liebes- und Mens-hhcitactiiik» ».Werden sich aber die änderet! Völle; r noch. lange die IViisrhc ihrer jüdischen Vordringlinge gefallen lassen? Wir Laben den inneren Reinigungsprozeß vollzogen.“ 1 fm weiteret! Verlauf des!Artikels wird gegen die Einsteinsehe Relativitäts-Theorie Stellung genommen: ..Es war einst verwunderlich, zu sdien, wie die jüdische Weltpresse die Kinstcin'die Ridativitäts'.hcorie, von der doch niemand etwas verdand, zu einem gewaltigen und umstüi'zemlen Vcltanschauungsprinzip hoehgclobt hat, bis im ganzen Abendland stimtd die philosophischen und anderen Professoren an den Schwinde! glaubten. Lin völlig bi'd’oses und abstraktes Prinzip wissenschädlicher Methode, eine Rechenformel ohne jede Anschauung und Anschaubarkeit sollte eine neue ,.Weltanschauung“ machen. Schon darin lag die Lüge. Das Gift hat gewirkt: der Wille zu! Auflösung und Zersetzung, au; dem die Relativitätstheorie geboren war, wurde auf die Wirklichkeit übertragen und in alle Weltanschnuung verfloßt, bis nichts anderes mehr übrigblicb als die in der Glorie eines WVltprinzips erstrahlende Rechenformel des Herrn Einstein. Jüdischer Zerstörungshaß als Wcltpriruip: ״Am Judengott fraß Judenhaß“ (Nietzsche).‘‘ Die Relativitäts-Theorie ist eine sehr schwierige Lehre der theoretischen Physik, mit der sieb gewiß nur die hochsten Kapazitäten dieser Wissenschaft befassen können, wie es ja tatsächlich auch in allen Ländern geschieht. Es war gewiß ein Fehler, wenn manche Zeitungen daraus — wie aus so vielen anderen Dingen — Publikums-Sensationen machten. Wir wissen nicht, Wer der Verfasser der Notiz in der Zeitschrift ,,Volk im Werden“ ist, aber wenn er nicht zu diesen Kapazitäten der Physik gehören sollte, dann würde die Annahme naheliegen, daß auch hier ein Wissenschaftliebes Urteil durch außerhalb der Wissenschaft liegende Gefühlsmomente, vielleicht sogar durch ״Haß“, beeinflußt ist. tur u Eine sehe I Urvät ״Nam die N ״Nam ,.Sehe Uebei teren eines Lesstr des 1' eben, mann lobte‘ Cour; ,,marii Sihiat ideal I der es 11c und berut andei Frant in G: schor schaf zipes demi Pcrsc Lord Sir i C h a Tho haus Mon; seien verla 23 64 ein Dies so t frag; dere! hei , Die führende katholische Monatsschrift ״Stimmen der Zeit“ (Freiburg i. Br.) bringt in ihrem Novemberlieft nachstehenden Bericht: ״lieber das rege literarische Leben der Juden in Palästina erzählt in dem von der Universität Chicago herausgeejebenen ,Journal of Religion' (Juli 1933, Seite 276 f.) Miliar Bttrrows von der Brown-Universität, der als Direktor der amerikanischen Schule für Erforschung des Morgenlandes in Jerusalem war. ,In Palästina schreibt und druckt man in großer Zahl sowohl hebräische Originalvverke wie Uebersetzungeii wichtiger Bücher aus andern Sprachen. Als Beispiel für die Art dieser Bücher habe ich mir ,König Ocdipus‘ (von Sophokles) und ,tin Westen nichts Neues‘ (von Remarque) in hebräischer Ucbersetzung mitgebracht.‘ Die Konzerte und namentlich die Theatervorstellungen seien von erstaunlicher Höhe. In der Unterhaltung mit Juden in Palästina habe er im allgemeinen ,größere Belesenheit und einen viel weiteren Interessenkreis‘ gefunden als bei den meisten Amerikanern.“ des vcml s c h gcha sch vi bei 1 zcicl Vere losoi bei ( roff ihn Shit! reise für Frei fund van nalis scha ri o Anti Schi scha

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