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Jüdische Rundschau · 1933-11-21 · Heft 93 (21.11.1933) · p. Seite 835

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVIII (1933)
Issue
Heft 93 (21.11.1933)
Date
1933-11-21
Page
Seite 835 (sequence 3)
Language
German
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>33 Nr. 93, 21 XI 1933 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite R33 ina ncr in lichten 1 Mongsember i. Die Pfund, onaten Poüzei :rieidi- Hälfte leiben- 1 Ende ings- 1t sein Patember;n von reUomliristen, 1 p o r t . Unter icdlern, rächten 11g auf 600.000 mg der 1 i v e s“ Exeku• Sitzung gewid- Leistun• mg des blossenigations erziifühjrisclie 11 s Jtiives und J. eu Mitihr Ein- N'aclium ögations ngresses ililt, um f)iesem l>r. V. s c 11 an. ier stiinuivcs zu ren Län- .*rsüitzcn •r Arbeit nzierung n Welt• d nen Ge■ tive des i e r u n g ige von 1 begon-;n an get. Steckgeliefert, 1 Bau mgeiouft. geliefert. IO“ sich an n Juden, in regelau“ zum hat sich yeröffent- Beiträge!r es mit .ir einen n Judengeistigen itarbelter originelle;e zurück, den intcr• was jede! len Spot! Publikum!lasen und hier von verbo -־ eben über im Jahre akkabiade n einmal Pferde an die Jeme- , sondern odie ihrer die ganze 1 um! der eine ganz; und das s daneben 5t da und cs schauschon eren. Wenn i mehr so und den wird erst Protest der Palästina - ExeKutive Aktion beim Hochkommissar Jerusalem, 16. November. (J. T. A.) Die politischen Referenten der Palästina-Exekutive, Mosche Shertok und David Ben Ourion, haben beim High Commissioner Sir Arthur Wauchope Einspruch gegen die Vorgänge und Maßnahmen erhoben, die die Folge der Razzien auf angeblich illegal eingewanderte Juden waren. Di« Abordnung der Exekutive betonte, daß die Eimvanderungspofitik der Regierung ein unzweideutiges Abgehen von dem im Februar 1931 von Ministerpräsidenten Macdonald an Dr. Weizmann als autoritative Interpretation des Passfleldschen Weißbuches gerichteten Schreibens bedeute. Denn im MacDonald-Brief werde ausdrücklich erklärt, daß selbst die Aussicht auf eine Beschäftigung von nicht ausgesprochenem Dauercharakter Anrecht auf Ein w anderung gibt (,,Einwanderer mit Aussicht auf Beschäftigung — außer Beschäftigungen von mir ganz vorübergehendem Charakter — dürfen nicht ausgeschlossen werden mir aus dem Grunde, weil ihre Beschäftigung auf unbeschränkte Zeit nicht garantiert werden kann."), und ferner werde in dem Brief bestimmt, daß das Ausmaß der Arbeitslosigkeit unter Arabern kein zulässiger Maßstab für die Be- Stimmung der jüdischen Einwanderungsquote ist (״Die Absicht der Regierung acheint so dargestellt worden zu sein, als besage sie, daß ״keine fernere Einwanderung von Juden zugelassen werden darf, solange als sie irgendeinen Araber daran verhindert, Beschäftigung zu finden". Die Regierung hat niemals beabsichtigt, eine solche Politik zu verfolgen."). Ben Qurlon und Shertok machten den High Commissioner darauf aufmerksam, daß die Einwa״ ’erungspolitik der Regierting dazu führen müsse, daß die Juden entweder gezwungen werden, das Aufbauwerk einzustellen oder das Jüdische Nationalheim von Arabern aufbauen zu lassen. Beides wäre widersinnig. Erklärung der Exekutive Die Palästina-Exekutive hat nach dem Besuch Ben Gurions und Mosche Shertoks beim High Commissioner eine Erklärung veröffentlicht, in der die Handlungsweise der Regierung in schärfster Form abgelehnt und als im Widerspruch zum Maedonald-Brief stehend bezeichnet wird. In den letzten Wochen, heißt es in der Erklärung, hat die Jewish Agency di« Regierung wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß die Zahl der nusgegebenen Zertifikate offenkundig niedriger ist, als es dem tatsächlichen Bedarf an Arbeitskräften entspräche und daß diese Art der Fest- Setzung der Einwanderungsquote im Widerspruch steht zu dem Grundsatz der Regelung der Einwanderung auf Grund der Aufnahmefähigkeit des Landes. Die durch dieses Vorgehen entstandene Besorgnis wurde verstärkt durch die Ankündigung von Maßnahmen gegen jüdische Touristen. Die Touristen, so wird in der Erklärung weiter ausgeführt, haben keines wegs Arbeitslosigkeit verursaclit. Es herrscht im Gegenteil ein Mangel an Arbeitskräften, woraus zu ersehen ist, daß die Zahl der mit amtlicher Erlaubnis Eingewanderten wesentlich niedriger ist als die Zahl, die absorbiert werden könnte. Es erweist sich somit, daß die Ansprüche der Jewish Agency nicht übertrieben waren. Auch sind diese Menschen der Oeffentlichkeit nicht zur Last gefallen, haben keinen Teil der Bevölkerung aus seinem Erwerb verdrängt, was immer auch der Rechtsstandpunkt ihnen gegenüber sein möge. Darüber hinaus haben zahlreiche Nichtjuden, angezogen durch die Aussicht auf Erwerb infolge der verstärkten jüdischen Einwanderung, die Ost- und Nordgrenze ohne Erlaubnis überschritten. Im Hinblick auf die Geringfügigkeit des den Touristen zur Last gelegten Vergehens erscheint ihre Deportierung als eine unangemessen schwere Bestraf u n g. Die Durchführung dieser Maßnahme muß dazu führen, die Existenz zahlreicher im Lande verwurzelter Familien zu untergraben und die jüdische Gemeinschaft im allgemeinen schwer zu treffen; sie beleidigt aufs tiefste die Gefühle der nach Palästina als in ihr Heimatland zurückkehrenden Juden. Der Grundsatz des High Commissioner, die augenblickliehe und künftige Lage bei der Festsetzung der Einwandcrungsschedule in Rechnung־ zu ziehen, und die ßerücksichtigung der unter Arabern herrschenden Arbeitslosigkeit als eines Faktors bei dieser Berechnung widersprechen folgendem Abschnitt des vom Ministerpräs i d e n t e n M a c d 0 11 a 1 d an Dr. W e i z m a n 11 g e r i c 11 - teten Briefes. ״Die Praxis der Bestätigung einer Arbeiter-Einwandcrungslistc (Labour-Schedule) für einwandernde Lohneniptätiger wird fortgesetzt werden. In jedem einzelnen Fall werden Arbeiteraiiforderungen berücksichtigt werden für solche Arbeiten, die von jüdischem oder hauptsächlich jüdischem Kapital abhängig sind und die nicht vorhanden wären oder nicht unternommen worden wären, wenn nicht jüdische Arbeiter zur Verfügung stehen würden. Bezüglich der öffentlichen und städtischen Arbeiten, die aus öffentliehen Fonds finanziert werden, ist der Anspruch jüdischer Arbeiter auf einen entsprechenden Anteil an der vorhatidenen Arbeitsgelegenheit in Betracht zu ziehen, wobei man die jüdischen Beiträge zu den öffentlichen Einnahmen in Rechnung zu setzen hat. Was andere Arten der Beschäftigung betrifft, w׳ird es notwendig sein, in jedem Falt die Faktoren zu berücksichtigen, die der Nachfrage nach Arbeitskräften zugrunde liegen, einschließlich des Faktors der Arbeitslosigkeit unter Juden und Arabern. Einwanderer mit Aussicht auf Beschäftigung (außer Beschäftigttngen von nur ganz vorübergehendem Charakter) dürfen nicht ausgeschlossen werden nur aus dem Grunde, weil ihre Beschäftigung auf unbeschränkte Zeit nicht garantiert werden kann.“ In diesem Abschnitt, so wird in der Erklärung betont, wird bekräftigt, daß die Erleichterung jüdischer Einwanderung weiterhin eine positive Verpflichtung auf Grund des Mandats bleibt. Die Jewish Agency erachtet das in den Worten und Handlungen der Regierung zum Ausdruck kommende System als tatsSchllcheMißachtungdleserVerpfllcht u «1 g. Die Einwanderung, so heißt es am Schluß der Erklärung, hat die Verwaltung Palästinas bereichert, indem sie eine Prosperität schuf, die anderwärts ihresgleichen nicht hat und der von der Verwaltung erzielte Ueberschuß wird zum Nutzen aller Bevölkerungstefle verwendet. Jfidische Ein- Wanderung nach Palästina erfolgt kraft eines Rechts und nicht auf Grund von Duldung; sie ist das Lebensblut des Jüdischen Nationalheims. Mehr als jemals betrifft sie heute die Existenz der jüdischen Massen; das jüdische Volk wird ihre künstliche Einschränkung nicht ruhig hinnehmen. Die Beschränknag der Landaogserlaubnis Jerusalem, 17. November. (J. T. A.) Wie von der Palästina-Exekutive der Jewish Agency mitgcteilt wird, ist die Verordnung der Regierung, durch die die Zahl der S c h 1 f f s p a s sa g i e r e, die in palästinensischen Häfen landen dürfen, begrenzt wird, nur als vorübergehende Maßnahme gedacht. Der Verordnung zufolge können die Schiffe 400 Einwanderer, Touristen nicht miteingcrechnct, an Bord haben, von denen je 200 in Haifa und in Jaffa an Land gehen können. (Die in Nr. 92 der ״Jüdischen Rundschau" wiedergegebene Nachricht, wonach nur 250 Ein- Wanderer von jedem Schiff landen dürfen, erweist sich demnach als unrichtig. — A. d. Red.) Diese Maßnahme kann nicht als Einschränkung der Einwanderung aulgefaßt werden, da die Zahl der der Agency zur Verfügung gestellten Zerülikate die Indienststellung von Schiffen größeren Fassungsraums nicht zuläßt. Wie verlautef, plant die Palästina-Polizei, im ganzen Lande Razzien großen Stils auf Touristen, die die A 11 fent haltsfrist überschritten haben, zu veranstalten. In den Jerusalemer Hotels wurden solche Razzien — meist um Mitternacht — fiercits durchgefiihrf. Die Untersuchungskommission Die Kommission, die unter dem Vorsitz von Sir William Murison die Ursachen der jüngsten Araberunruhen in Palästina untersuchen soll, wurde von der Palästina-Regierung Im Einverständnis mit dem Colonial Office bereits bestimmt, ihr gehört der Staatsanwalt Paläsiinas, Trusted, an. Die Arabische Exekutive hat in einer am 17. November abgehaltenen Sitzung, an der 33 Exekutivmitgffeder teiinahmen, beschlossen, die Arbeiten der Mu rison-Kommlssion zu boykottieren. Ferner wurde beschlossen, am 9. Dezember eine Ver- Sammlung zum Gedächtnis der bei den Kundgebungen getöteten Araber abzuhalten und am 17. Januar eine neue Kundgebung zu veranstalten. Bekanntlich wurde auch nach den Unruhen des Jahres 1921 vom damaligen High Commissioner Sir Herbert Satnuel eine Untersuchungskominission (״Haycraft-Coiimiission) und nach den Unruhen des Jahres 1929 vom Kolonienminister die sogenannte Shaw-Kommission ernannt. Sowohl der Vorsitzende der neuen Kommission, Sir William Murison, als auch der Leiter der Shaw-Kommission, Sir Walter Sliavy, sind ehemalige Oberrichter der Straits Settlements. Als die Shaw-Kommission eingesetzt wurde, beabsichtigten arabische Kreise, sie ebenso zu boykottieren, wie dies jetzt gegenüber der Murison-Kommission geschehen soll. Der ״Felcstin“ forderte damals, daß die Kommission ״ebenso boykottiert werde wie die Milner-Kommission durch die Aegypter und die Simon-Kommission durch die Inder." Später jedoch gingen die Araber von ihrem Standpunkt ab. Die Arabische Exekutive beauftragte den Anwalt W. H. Stoker mit ihrer Vertretung vor der Kommission, der die Wünsche und Beschwerden der Araber in vollem Umfang vorgetragen wurden. Die Palästina-Unruhen vor dem Unterhaus London, 16. November. (J.T. A.) Im Unterhaus richtete Colonel Wedgwood an den Minister für die Kolonien Sir Philip C tt n 1 i f f e- L i s t e r die Frage, ob er überzeugt sei, daß die jüngsten Gewaltakte nicht von bestimmten Perseinen inspiriert worden seien, die dazu Mittel aus dem_ Wakf (der mohammedanisrheu Religionsfondsvcrwaltung, die in den Händen des vom Großmufti geleiteten Obersten Moslem itisehen Rats liegt) verwendet hätten. Sir Philiti erwiderte, es seien ihm keine Gründe für eine solche Annahme bekannt. Er sei überzeugt, daß man sich darauf verlassen könne, daß der High Commissio- 11 e r alle Maßnahmen treffen werde, um eine Wiederhohing derartiger Unruhen in Palästina zu verhinder n. Colonel Wedgwood fragte weiter, ob der Minister nicht der Ansicht sei, da II die Unruhen von den Et'feil dis an gestiftet wurden. Der Kolonienminister antwortete, er habe seine Antwort auf den ausgesprochenen Verdacht, die letzten Unruhen seien vom Wald angestiftet worden, bereits gegeben, Vor Erteilung dieser Antwort habe er sich vorsichtshalber mit dem High Commissioner in Verbindung gesetzt Sitzungen der Zionistischen Exekutive London, 17. November. Das Zionistische Zcntralbiiro teilt mit: In den Tagen von! 7.—1-1. November hielt die Londoner Exekutive der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency in Anwesenheit der Herren Prof. S. Broiletsky, 1.* Griinbauin, Dr. V. Jacobson lind B. Locker mehrere Sitzungen ab, die sich mit den aktuellen inneren und äußeren Fragen der Bewegung befaßten. Es wurde eine Reihe von Beschlüssen zur politischen Lage sowie über bevorstehende Maßnahmen auf organisatorischem Gebiete, die sich aus der Ausführung der Beschlüsse des 18. Kongresses ergeben, gefaßt. Diese Maßnahmen beziehen sich insbesondere auf die baldige Einleitung einer Schekelaktion, die Stärkung des Kontaktes mit den zionistischen Verbänden, die Einrichtung einer heliriiischen Abteilung und eines Presseamtes und die Sicherung der Einheit und Aktionsfähigkeit der Zionistischen Organisation gegenüber Versuchen destruktiven Wirkens. Mit der Palästina-Exekiilivc, sowie mit dem Präsidenten der Organisation, Herrn Sokolow, welcher durch seine Reiseverpfiichtungen an der rechtzeitigen Rückkehr nach London vorhindert war, ist auf brieflichem und telegraphischem Wege ein Meinungsaustausch gepflogen worden. Die Sitzungen mußten am 8. und 9. November unterbrochen werden, um den Herren Grünbaum und Locker die Teilnahme am Begräbnis־ des Vorsitzenden des Aktions-Comitees, Leo Motzkin, in Paris zu ermöglichen. Nationalsozialismus, Bolschewismus und Palästina Der extrem antisemitische ״Reichs wart“ de«! Grafen Reventlow vom 12. November schreibt in einem höchst aufschlußreichen Artikel unter der Ucberschrift ״Niemand will sie“, daß jetzt, nachdem in den Genfer Juden-Debatten die Vertreter der großen Wfstmächte erklärt hätten, sie könnten, bei aller Sympathie für die Vertrieben1:׳.׳, zur Zeit leine größere Zahl von Emigranten aufnehmen, — nun auch die Araber sich ״begreiflicherweise“ über die Einwanderung deutscher Juden nach Palästina immer mehr beunruhigten. ״Ein arabischer Emir schrieb dem Herausgeber des ״Reichwart“ im vergangenen Sommer: er und seine Freunde bewunderten in groß ier Sv inpathie die deutsche Revolution, e,!!pfänden aber als doppelt betrüblich, daß Deutschland seine Juden auf Kosten der Araber in die Welt schicke. Sol che Gefühle sind sicher begreiflich, aber die Araber müßten sich da an die Hauptmächte des Versailler Diktates, auch an den, Vatikan (? A. P.) wenden. Diese Mächte haben während des Weltkrieges dem Welt/ionisnuis Palästina als ״nationale 1 leiniaistättc“ versprochen, nachdem die Vertreter des Welfzionisimis den Regierungen in London und Paris erklärt hatte 11: wenn man ihnen ihre Forderungen nicht erfülle, so wurde das Weltjudcnfum gegen jene großen .Mächte alle seine Xr.äfie und Mittel im zerstörenden Sinne, also durch Revohitiorderime:, in Tätigkeit bringen. Sicherten ihnen aber die .V.äihte Palästina zu, so würden sie ihre gan/.e Kraft zur Niedvrw! 111mg I hutsch- Lands cinsct/en.“ Die Idee, zionistische Führer hätten jemals che Regicrungen großer Mächte durch ״RevohitDnsdrohmigen“ erpressen können, ist offenbar absunl; sie zeugt auch von einer ans Komische greu/emleii Ueberschätzung der judi-! hen Macht. Noch viel unsinniger ist die (leider öfter gehörte) Behaupt img, die Juden wollten ihre Macht zur ״Niederwerfung Deutsch״ Lands“ einset/en. Auch dem Grafen Reventlow sollte bekamt sein, daß unter den öffentlich wirkenden Personen aller l.,:111der, die g 0 g e n d a s V e rs a i I 1 e r D i k t a t auf!'getreten sind, gerade besonders viele Juden waren: und sogar jetzt, wo doch Deutschland dent'irh gemacht hat, daß cs auf Freundschaff von Juden keinen Wert legt, ist ein so prominenter Jude wie Sir Herbert Samuel im englischen Unterhaus für eine englische Politik des Entgegenkommens gegen Deutschland eingetreten. Freilich erkennen und erkannten die weitsichtigen Politiker aller Mächte, da 15 ein Hinwenden der konstrukhven Kräfte der Juden auf das zionistische Aufbauwerk ein Mittel ist, um die Verbreitung des Bolschewismus bei luden zu verhindern. Diesen Zusammenhang zu begreifen, dazu bedurfte es keiner jüdischen ״Drohungen“, die am allerwenigsten von den Führern des Zionismus ausgehen konnten. Denn der Zionismiis geilt ja weltanschaulich von einer Bejahung der historischen und national-religiösen Uebcrlieferutigen und Bindungen der Judenheit aus; und in Sowjetrußland werden Hundert« von Zionisten wegen ihrer ״konterrevolutionären“ Tätigkeit ins Gcfängnis geschickt, während in Palästina selbst eine von Moskau organisierte und finanzierte k o m m 11 ti i s t i s c 11 e A g i - tation gegen den Zionismus betrieben wird, wofür die ״Jüdische Rundschau“ zu Anfang dieses Jahres (Nr, 10 vom 3. Februar) den einwandfreien Beweis erbracht hat. Unter diesen Umständen ׳:ewimit .־:her die Mitteilung des־ Grafen Reventlow über die freundschaftlichen Hü- Ziehungen zwischen arabischen und d e u t - sehen Judenfeinden besondere Bedeutung. Denn während vom Standpunkt der bolschewistischen Politik die liekämpftinp׳ des Zionismus durch Aufwiegelung der Araber als ganz konsequent erscheint, dürfte sie vom Standpunkt des nr.tionalsozialistischen Deutschland -- dessen Politik doch sonst in jeder Hinsicht den Bolschewismus auf das schärfste bek.'imnfl! — geradezu widersinnig sein; denn — wie auch Ou!f Reventlow selbst zu gibt, -׳- hat die Ueber-iedeUmg (k1;־w,;!1cr Juden nach Palästina nicht nur ihr Verschwinden aus־ n1׳׳׳Kchland zur Folge, sondern auch die Vermeidun!'־ je Ier ״l'migranten-Agitation“, soweit diese Palästina-Emigranten in Frage kommen. Dies hat kürzlich auch der ״Volk. Beobacht er“ in einem von uns wiedergegebenen Bericht (s. ״I. R.“ Nr. 61) anerkannt. Wenn aber die deutschen Juden nirgends Fb.w.inderungsniöglichkeiten sehen, so werden sie eben, trotz ,aller Schwierigkeiten, hier bleiben müssen. Es kann daher 11. E. wirk״ lieh nicht Aufgabe eines nationalsozialistischen Pnb'i ■׳Bic!! sein, aus einer kurzsichtigen antisemitischen Schadenfreude lieraus den Widerstand gegen die jüdische Einwanderung in der ara• bischen Welt zu stärken! Wenn aber Graf Reventlow am Schluß seines Aufsat7<־s schreibt, der Gründe;e d a n k e des Z i o n i s m!1 s s c; rieht! g, könne aber nicht in und um Zion verwirklicht werden, sondern man müsse den Juden ein Gebiet anwciseti, wo sie, als Nation beheimatet, genügend Raum hätten, ■— so ist zu erwidern, daß ein!Mißverhältnis zwischen der augenblickliehen Aufnahmefähigkeit Palästinas und dem A11..w.11ul׳’rm1g־.- bediirfnis der europäischen Judenheit zweifellos vorhanden ist, und daß Ansiedelungsmöglichkeiten großen Stiles in andere n Ländern gesucht werden müssen; aber man sollte doch gerade in Deutschland verstehen, daß ein Volk nicht beliebig irgendein Land wählen kann, sondern historisch und gefühlsuriBig an ״sein“ Land gebunden ist und nur dort seine besten Kräfte zu erwecken vermag; und man könnte ferner wissen, datl nirg e n (1 s L ä n d e r verschenkt werde!! — am wenig4 en au ein Volk ohne Staat wie die Juden! Aber selbst die bloßen Einwanclerungsmögliclikcitcn würden sich für die Juden in dem Maße verringern, in dem es einer antisemitischen ־X’cl Ipropaganda gelänge, sie überall als ״Schmarotzer“ usw. zu dhtrrdideren. Wenn Rciehsminister Dr. Goebbels kürzlich erklär! hat, Deutschland wünsche den Frieden und treibe auch k e ׳ n c 1! a - tiona!sozialistische Propaganda im Ausland, so ist mir auf das dringendste zu hoffen, daß alle Krc'se, auch die um den Grafen Reventlow, sich an dies Wort halten, und nicht denjenigen Juden, die Deutschland zu verlassen bereit sind, die Auswanderung unmöglich machen. A. P. Aikoption und Rassenprinzip. Dun Rcichskabinett hat ein Gesetz gegen Mißbräuche bei der Ehe und der Annahme a!1 Kindes Statt verabschiedet. In diesem Gesetz wird auch che Frage der Bestätigung von Adoptionsvert ragen durch das Gericht neu geregelt. Diese Bestätigung kann nunmehr dann v e r s a g t werden, wenn zwischen dem Amiehmenden und dem Angenommenen eine rassische Verschiedenheit besteht. In allen Fällen muß jetzt die höhere Verwaltungsbehörde gehört werden.

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