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Jüdische Rundschau · 1933-11-17 · Heft 92 (17.11.1933) · p. Seite 815

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVIII (1933)
Issue
Heft 92 (17.11.1933)
Date
1933-11-17
Page
Seite 815 (sequence 3)
Language
German
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Nr 92, 17 XI 1933 jüdische Rundschau Seite 813 [933 <־}־; r 11 n!; Nablus, vorgcnahmen äugenin, (lali 111 (1 e r- ׳ab zu, 1hl von zwecks n habe, aufha!-!ängnislangun4׳ ng zur Lande;, und 4, [fa und en- und eamtennd Einauf die einlgunite Ober :n kön- 1 Vor ■!en aner dem len, die Organen ifive raliisr!׳ nit dem teil 11ml ler Ara■ וו dieser! I li s t i rabische r Fort■ nderun,; Absicht sondern;11 Com• elangtt■ n lie Forr Pro- Christen rnpf um jchdrium :mnächst idgebun- ״Die Zentralstelle*' Aus der Arbeit der Zentralstelle tür die An- Siedlung deutscher Juden in Palästina (Von unserem palästinensischen Korrespondenten,) gl. Te!-Awiv,_ 9. November 1033. I. Organisierung und Finanzierung Der letzte zionistische Kongreß in Prag beschloß die Gründüng einer ״Zentrale für die Ansiedhmg deutscher Juden i!1 Palästina“. An die Spitze dieser Institution, die ihren Sitz in London nahm, stellte sich Dr. Chajim W ei z mann und als ausfiilircndcs Organ der Siedlungstätigkeit wurde in Jerusalem eine Stelle unter dem Vorsitz von Dr. Arthur Ru pp in geschaffen. Hier arbeiten als leitende Kräfte Dr. Werner S e 11 a - t o r und Dr. Georg Landauer mit. Die ״Zentralstelle“, wie wir die neue Institution kurz nennen wollen, arbeitet iin engsten Einvernehmen mit der Exekutive der Jewish Agency, der Leitung der allgemeinen Siedlungstätigkeit in Palästina. Sie benutzt für die Ausführung ihrer Arbeiten den Apparat der Agency,|so daß kein neuer Beamtenkörper geschaffen werden muß. Auch bestellt ei ne Art von Personalunion zwischen der Zentralstelle und der Exekutive, da sowohl Dr. Ruppin als auch Dr. Senator zugleich Mitglieder der Exekutive sind. Eine Trennung der Finanzen der beiden Institutionen ist selbstverstärfcllich gesichert. Die ,,Zentralsteile“ läßt die ihr zur Verfiigting stehenden Gelder gesondert deponieren und verwalten. . Die Finanzierung der Ansiedlurig deutscher Juden soll durch Sammlungen in allen Ländern gesichert werden. Bisher sind vorn britischen Zentralfonds nur £ 20 000 für berufliche Vorbereitung (Hachscharah) und £ 30 000 für Bauzwecke in den Kolonien zur Verfügung gestellt worden. Dazu kommen £ 10 000 aus Südafrika und £ 4000 aus Australien. Eine Koordinierung der Sammlungen wird jetzt in die Wege geleitet. Sämtliche Gelder müssen nach London gehen und werden von dort aus verteilt. Eine Zentralisierung der vorhandenen Mittel und ihre entsprechende planmäßige Verwendüng ist die Voraussetzung jeder geordneten und fruchtbaren Arbeit. Es hat sich an verschiedensten Stellen die Tendenz gezeigt, die gesammelten Gelder schon an den Sammelstellen für einen bestimmten Zweck festzulegcn. Damit wird jedoch die Koordinierung der Arbeit gefährdet. Die einzelnen Arbeifsgebiete stehen miteinander in einem organischen Zusammenhang Und es gellt nicht an, je nach Neigung der Geldgeber be- •ttmmte Dinge, die ihnen besonders am Herzen liegen, zu be- Vorzügen. Siedlungstätigkeit, Umstellung der Menschen auf manuelle Berufe in Stadt und Land, erste Unterbringung, Erziehung, eines hängt mit dem anderen zusammen, eines wird durch das andere bedingt. Daher müssen sämtliche Arbeitspläne zusammen aufgestellt und einander angepaßt werden. Es muß daher der Zentralstelle freistehen, die einzelnen Arbeitsgebiete gegeneinander zu balancieren und eines dem anderen dienstbar zu machen. ׳ letzten nge du: an der Ikerbund r Partei 1 a - R c - shof im ich Ex- Und in her Fiili• Eurer׳! 1 Roadi, eiri und ־ letzten ung dt; d X. c 11- ,erson• der di. ipen dts soll alle neutauen besprach q 11 o t c. mg umi die Ver- Schließets zur n 3000׳! s aufzusaiidlung :ted eminileiiu: Es gibt l cntvöl- Vielleicht :hwierige T mstatte Ucl! jede D o m i - inwandcdadurch Hasses), ifcssoren schnelles Deutsch- 10r, daß weg gc- 1c Juden 1ier kein icht alle 1 Existenz- 1!üdfrank- I :11 führen. I Prüfung I i s c!1 e ״ /erfasse!• ler Lage für die nions — Verwirkfutschen A. P. If. Ziele und Aufgaben Der A r b e i t s r ad i 11 s der Zentralstelle ist außerordentlieh weit. Es handelt sich um eine Kontrollicrung der deutschen Einwanderung, ihre Wirtschaftliehe Eingliederung in Palästina, ihre Anleitung bei der ländlichen und städtischen Siedlung. Es muß eine genaue Uebersicht über die wirtschaftlichen Möglichkeiten im Lande geschaffen und festgestellt werden, welche Kategorien von Einwanderern für die verschiedenen Arbeitsgebiete in Frage kommen. Die Frage der Berufsumschichtung im Lande selbst, die städtische, vorstädtische und ländliche Siedlung, die Beschaffung von Wohnungen stehen mit ihren Aufgaben in Zusammenhang. Selbstverständlich knüpft die Zentralstelle überall an die Arbeit der im Lande bestehenden Institutionen an und steht mit den verschiedenen öffentlichen Körperschaften, den M:uni/ipa!itäten, wirtschaftlichen Orgatiisationen wie der Arbeiterorganisation, dem Industriellen verband, der Pflanzervereinigiing usw. in Verbindung. Mit der Hitachduth Oie Germania, die bisher zu einem großen Teile die Sorge für die deutsche Einwanderung und ihre Beratung getragen hat, ist ein besonderer Plan der Kooperation aufgcstellt worden. III. Unierbringungsmöglichkeiien für Einwanderer Die Zentralstelle hat es sich angelegen sein lassen, festzustellen, welche Unterbringungsmöglichkeiten für Einwanderer zurzeit im Lande bestehen. Dabei intiß zwischen verschiedenen Kategorien von Immigranten unterschieden werden. Für junge, arbeitsfähige Miensehen handelt cs sich in der Regel mir um die Beschaffung von Arbeitsplätzen und eventuell die Möglichkeit, einen für das Land geeigneten Beruf zu erlernen. Für ältere Menschen mit Familien wird man sich danach richten müssen, wie ihre Vorbildung ist und welches Kapital sie besitzen. Für junge Leute im Alter von IS—'25, eventuell auch bis zu 30 Jahren, bietet sich Unterkunft in den Arb eitergruppen, die einen eigenen landwirtschaftlichen Nebenbetrieb haben (.,Kibbuzim"). Hier sind noch gegen 1003 Mensehen unterzubringen. In diesen Gruppen erhält der Einwanderer Wohnung und Verpflegung und lernt die Arbeit. Als Entgelt wird an die Gruppe .£ 15 pro Jahr gezahlt. Bei einer Ausnutzung dieser .Möglichkeit werden die meisten dieser Gruppen gezwungen sein, neue Bauteil zu errichten, da bereits heute überall sehr wenig Platz ist und man sich in den Scldafräumen eng zusammendrängt. Bei Neubauten wären Darlehen der Zentralstellen an die Arbeitergruppen nötig. Nach einem Jahre steht es dem Siedler und der Gruppe frei, das Vertragsverhältnis zu lösen. Für diese Art der Unterbringung kommen mir junge gesunde und arbeitsfähige Leute in Betracht. Sie gewahrt neben Unterkunft und Wohnung die Möglichkeit, sich in die Arbeit und die Lebensverhältnisse Iiir.einzufinden, hebräisch zu lernen, einen Start für weitere Tätigkeit zu erhalten. Die Zentralstelle verhandelt des weiteren mit der Pflanzer- Vereinigung, um bei den einzelnen Siedlern Atishiidiingsmöglichkeifen für Deutsche zu bekommen. Die Verhandlungen sind noch nicht abgeschlossen, cs besteht aber eine gewisse Aussicht aut eine größere Anzahl von Ausbildungsplätzen. Für Mädch en gibt cs außerdem spezielle Ausbildungsmöglichkeiten in den Arbeiterinnen farmen, wo sie Wohnung und Unterkunft erhalten und in der Land- und Haus- Wirtschaft ausgebildet werden. Der Unterhalt wird im Jahre £ 13 20 kosten, und es besteht die Möglichkeit, mehrere h׳.tüer 1 Mädchen so unterzubringen. Bei diesen Stellen in den .* :I);iic!;:1i1eafar1ne11 und in den Kibbuzim handelt es sich in erster Linie um Ausbildung, erst in zweiter um richtige Lohnarbeit. Es wird damit gerechnet, daß die meisten Reilek* tanten für diese Posten imstande sind, die — relativ sehr geringen — Unterhaltungskosten selbst zu tragen. Nur in Ausnalirncfäüen soll von der Zentraistelle eingegriffen werden. W e r i n d c r S t a d t ein Handwerk lernen will, hat dazu verschiedene Möglichkeiten, jedoch muß er damit rechnen, daß er im ersten Jahre wenig oder nichts verdient. Hier muß also der Lebensunterhalt fvir ein Jahr vorhanden sein oder beschafft werden. Dazu kommen einige Ausgaben für Arbeitsgeräte. Dieser finanzielle Rückhalt ist aber nur bei denen notwendig, die einen speziellen Ber-uf erlernen wollen. Bei jungen, arbeitsfähigen Menschen bestellt bei der heutigen Situation meist keinerlei Schwierigkeit, auch ohne etwas Besonderes gelernt zu haben, körperliche Arbeit zu finden und damit sein Brot zu verdienen. Das gilt in erster Reihe für das Baufach in der Stadt und die Plantagenwirtschaft auf dein Lande. F ti r j 11 n g e, a r b e i f s f ä h i g c M cnsc 11 e 11, di e e i n gewisses Kapital besitzen (£ 500—1000) best e 111 die Möglichkeit der sofortigen A n s i e d I!1 n g. In verschiedenen Orten des E tick (Kfar Jehoseliua, Klar Jecheskel, Tel-Adascliim) können sofort Siedler aiifgc/iominen werden, die £ 550 besitzen. Von diesem Gelde können sic sicli ein Haus bauen und eine Wirtschaft einrichten. Die Mitglieder der Siedlung verpflichten sich, sie in der Landwirt',cliatt anzuleiien und i!1 jeder Weise zu berat,'111 .!׳ diesen ()!teil sind Plätze frei geworden, weil sich die Wirtschaft intensiviert und daher weniger Boden für eine Einheit notwendig ist. ln einzelnen Arbeitergruppen werden Siedler atifgenomtnen, wenn sie £ 250 Kapital cinbringen könne!!. Es ist eine halbjährige Probezeit vorgesehen, bevor jemand als Mitglied auf genommen wird. Erst nach dieser Zeit wird das Kapital eingezahlt. Für den Pall des späteren Austritts wird die Rückzahlung der eingebraehten Gelder nach Abzug bestimmter Quoten vorgesehen. Auel! in den kollektiven Wirtschaften (״Kwuzoth“) besteht Aufnahmemöglichkeit für 200—300 Siedler. Das erforderliche Kapital beträgt £ 403—500. Schließlich bestellt die Möglichkeit einer Ansiedlung auf zwei Komplexen, die dem Keren Kajeineth gehören und in Erbpacht vergehen werden. Der eine liegt in Wadi Chnwarith (50 Familien), der andere in der Haifa ßay (gegen 100 Familien). In diesen Fällen sind £ S00 —1000 Bedingung. Bei allen diesen Plänen, die heute bereits realisierbar sind, werden nur jüngere Menschen, also bis ־zu 33 Jahren, in Betracht kommen, die die berufliche Umstellung noch ohne zu große Opfer vornehmen können. Ein besonderes Problem bilden daher gerade diejenigen, die älter sind, Familie haben, eine radikale Umstellung nur schwer vornehmen können mul in ihren gewohnten Berufen hier keine Beschäftigung finden. Mail nennt sie hier mit einer Art von terniinus technicus die ,, lOOO-Pfund-Leutc", weil eben ihr Charakteristikum das Kapital ist, das sie mit gebracht haben. Für diese Leute braucht es einer Spezial vorbereit ung im Lande und die Zentralstelle hat ihr ihre spezielle Aufmerksamkeit zujgcwandt. Vor allem soll zweierlei vermieden werden: einerseits ein überstiirzter Entschluß für den Beginn eines Unternehmens oder eines Geschäftes, wie er oft in der Anfangszeit gefaßt wird, obwohl der Einwanderer gar nicht die Uebersicht über die Verhältnisse hat und leicht auf verkehrte Wege gerät. Andererseits das Aufbrauchen eines großen Teiles des zur Verfügung stehenden Kapitals, das dazu führt, daß der Immigrant nach der ersten Zeit nicht mehr die genügenden Mittel hat, um wirklieh etwas Solides zu beginnen. Es wird daher das Projekt einer v o r s t ä d t i s c h c n Siedlung in Angriff genommen, die dem Siedler die Möglichkeit gibt, seine Lebenskosten rigoros herunterzu sc 11 rauben lind sich im Lande gründlich umzusehen und zurcchtzufinden. Ruppin hat für diese mitteistiindisehen Vorstncltsiedlungen die Bezeichnung ,,Transforinationsstationen“ geprägt. Der E'.tnvanderer soll hier zu einem palästinensischen Bürger umgeprägt werden. In Haifa wird in den nächsten Tagen der Grundstein zu einem derartigen Viertel bei Haifa gelegt, wo fürs erste für 200 Familien Häuser gebaut werden. Jeder hat gegen ,£ 150—200 für ein Haus anzuwenden, braucht für den Lehcnsunterhalt im Jahre noch gegen £ 103, erhält außerdem die Zinsen seines restlichen Kapitals und hat so nach einem Jahr sein Vermögen nur wenig vermindert, zugleich aber die Mög-!ichkeit bekommen, sich in Muße umzusehen und im lande einzuleben. Die Möglichkeit einer solchen Unterbringung ist von besonderer Bedeutung bei den phantastischen Mietspreisen, die in Kürze große Teile der mitgebrachten Kapitalien wegfressen. Nicht nur für Haifa, sondern auch für andere •Städte werden ähnliche Projekte bearbeitet. Schließlich hat die Zentralstelle die Absicht, für die Siedler mit größeren Kapitalien eine weitere Konzentrierungder 15 e s t c 11 e 11 d e 11 ln t 0 r m a t i o n s s t e 11 e n vorzimelimen. Seit Jahren ist im Lande die Tendenz vorhanden, die mannigfaltigen Informationsstellen zu vereinheitlichen. Das ist auch in weitgehendem Maße gelungen und als Zentrum der .Arbeit für die Iiidustrieberatung hat sich immer mehr das amerikanische ökonomische Komitee herauskristallisiert. Die Zentralstelle beabsichtigt jetzt, diesen Informationsdienst noch weiter zu vereinheitlichen und umfassender zu gestalten und damit nicht mir eine Sanimelsieüe von Material, sondern auch eine Art Treffpunkt von InvesiiiionsUtsligen lind Fachleuten zu schaffen, um ein Durcheinander in Investitionen und Gründmigen nocli weiter zu beschneiden. Im Zusammenhang: mit dem wachsenden Interesse an industriellen Investitionen ist eine Untersuchung ein geleitet worden, welche von den durch Juden im Auslande besetzten Industrien für die Ueberführung nach Pa• läsfina in Betracht kommen, hier gewissermaßen ihren natiirliehen •Standort haben. Diese Untersuchungen sollen auch die Hausindustrie umfassen, über die schon viel in Palästina gesprechen wurde, ohne dal! die Beschaffung von Material )!her dieses Gebiet jemals gründlich durehgefiihrt wurde. Die L11queten sollen im Zusammenhang־ mit Komitees iri den Ländern geführt werden, wo bestimmte Hausindustrien bestehen. Zionistisches ^>»mlnar der BZV. ״Grundgedanken des Zinnismus“ 3 Vorträge von Kurt Blumenfeld Die VortrHife finden im Losfenlr.ua KO!.■,'s:ra3e 10, um 21)!^ Uhr Mntt. Hörerkarten in der BZV., Meine)cs!raße 10 und an der Abendkasse. Und auserwShlt Jaäkob! Well . . . Well er einhergeht, voll von dunklen Fragen, Und du — dich froh und satt und sicher freust! Weil, aller Ahnen Zweitel Traum und Sehnen — Ein nie verstummend Fordern — in Ihm kling(, Well er — nicht Golf ln ferne Himmel elnsargf. Nein — täglich, Herz an Herzen, mit Ihm ringt! Weil du — nur jagen kannst und opfern, morden! Und er vor oller Wesen Leid erblaßt, Und er zu ollem spricht, und zu ihm alles . . . Trägt er den Segen , . und des Segens L a s 11 Richard Beer-Hofmann Aus ״hakohs Traum'' (Anläfüidi des Wochenabsdmiites (ür Sonnabend, den 18. d. Mts,, der die Erzählung von Isaaks Segen tür Jeökob enthält.) IV. ^?natisgenuizie MSglldikeiien I ■; zeigt eine etwas paradoxe Situation, daß trotz, der relativ großen Einwanderung und obwohl täglich Hunderte von Menschen die /alilreü heu Informationsbüros stürmen, um zu erfahren, was sie unternehmen sollen, die landwirts c h a f 11! c 11 e!1 M ö g I i e 11 keit c!1 für deutsche Einwanderer bisher keineswegs voll aus״ e 11 atzt werden. Alle die aufgr/äh'teii Stellen sind bisher 110,11 nicht annähernd besetzt worden, obwohl es ohne Zweifel massenhaft Menschen gibt, die nicht wissen, was sie anfangen sollen und von ihrem Kapital zehren. -Man wird unbedingt — und es ist auch die Tendenz der Zentralstelle .- mit einer besonderen Mentalität der EbiwatRlertnig, mit einem Zögern zur völligen Umstellung und der Schaffung besonderer Bedingungen für verschiedene Einwanderung:;!;,-gegorien rechnen müssen. In diesem Zusanitneniiang sind die ״Transfoniinrionssfatioiicn“ von besonderer Bedeutung, weil sie einen billigen und relativ bequemen Start 1111׳ eine Umstellung versprechen. V, Perspektiven Wir haben hier die ersten Erhebungen und die unmittel• baren Projekte der Zentralstelle in grob,׳!! Umrissen skizziert. Die Kontrolliemng der dmiDcbeu [:::]Wanderung schließt aber selbstver:.ländlich noch eine ganze Reihe von Spezialarbeiten in sieh, die wir nicht erörtert haben. Vor allem haben wir die U 11 te r b r i 11 g u 11 g d er K i!1 d e r und das W o!1 n u n g s!ן ו■ o b I e m nicht berührt, zwei heute eminent aktuelle Fragen, die in einer und der anderen Form mit der Zenfraistelle zu tun haben. Wir werden auf diese beiden Gebiete gesondert eingehen. Allein die ersten tlebcrsichtcn der Zentralstelle zeigen die weiten Aufnahmemöglichkeiten des Landes für deutsche Juden. Sic zeigen auch, daß man sich bemüht, mit den besonderen Eigenschaften der Einwanderer, ihren Begrenzungen und ihreii Spezialanforderungen zu rechnen. Es wird jedoch zugleich klar ersichtlich, daß die A n p a s sun g gegenseitig sein muß Man wird sich bemühen, dem deutschen Einwanderer seinen Weg nach und in Palästina m erleichtern. Er wird aber nur dann gegangen werden könne«, wenn bei den Einwanderern selbst eine große Bereitschaft vorbanden ist, zu lernen und, wenn nötig, u m z u I c r n e n. Simchath Thora in Ben Schemen Ans Palästina wird uns geschrieben: Der Bericht über das Simchaih-Tborafest in Ben Schoners in Nr. $5 der ״jud. Rundschau“ bedarf einer Ergänzung. Der Berichterstatter fuhr am Abend wieder nach Tel-Awiw zurück, der Ausklang des Festes war fiir ihn die Mo/artsche ״Kleine Nachtmusik“. Darum noch einige Worte über den folgenden Tag, dessen Sliinmiiiigsgehalt ein anderer war. Nach einem schönen Ordicsterkon/crt am Vormittag eine ״Siehali“ im Freien. Baratz aus Dagania sprach zu der Jugend. Fr erzählte leise und ergriffen von dem sebrorkiiehen Unglück in Dagaitia anläßlich des Anosoroif-tiedenkfesfes, bei dem 5 Kinder aus Jabniel ums Lehen kamen. Er stellte dieses Unglück ein in die lange Reihe von schweren Schicksalsschlagen und Ungiiickslälleii, die die Menschen in Daganiah erlebt haben — erlebt und erlitten, und doch stark und imjge-!!rochen geblieben sind. Nach ihm sprach Zippora Saitli a.us dem Galil hacljon, die Mutter einer;!!)gehenden Schülerin, einer der ältesten Chaliizoth, deren Mann zu den ersten Sehomriin gehört, deren Namen auch wir Deutsche aus dem ״Jiskor"-Buch kennen. Sie erzählt von dem unsäglich harten und schweren I eben, den Entbehrungen und Kämpfen der ersten Zeiten im Galil umi malmt eindringlich die jungen ,Menschen um sie hemm, das Werk fort/uset /en. Am Spätnachmittag, nach Spertkämpteii auf dem Sport;)!,1׳(/ des Dorfes, beginnt dann das eigentliche Schl 111'tost für die abgehenden Schüler und Schulerinnen. Zunächst Gesang, die schönen, starken Lieder der Arbeiterjugend Palästinas. Dann spricht Baratz. Fr nimmt die Anstalt verlassende Jugend auf in das Lager der jüdischen Arbeiterschaft, reiht sie ein in die Reihen der kämpfenden, das Land aufbauenden Poalim. Er zeigt ihnen die Aufgabe, die heute auf sie wartet, spricht von der bangen Sorge, die die alten Kämpfer um die Fortführung des ehalti/ischen Aufhaus bewegt. Er sagt ihnen, daß jetzt, in der Zeit der ״prosperify“, des guten Arheils- Verdienstes in den Städten, die Jugend aufs neue aufgerufeu ist zur Chaluziuth. Noch immer gibt es Aufbau-Aufgaben, die keine Privatinitiative in Angriff nehmen kann, zu der die Bereitschaft zu schweren Entbehrungen und ungünstigen Arbeiishedingimgen notwendig ist. Feierlich und stark ertönt die ״Techesnknah“. Dann tritt jeder einzelne der abgehenden Jungcns und Mädchen zu Baratz heran, der ihnen die Arlosoroff-Gedonknadel anheftet, und mit einem Handschlag die Aufnahme in den Kämpferkreis hekräfligt, der in diesem Noamen symbolisiert ist. Da ist kaum einer unter den jungen Menschen, dem man nicht anmerkte, daß dieser Handschlag fiir ihn ein stummes Gelöbnis ist. ,Mit dem letzten Handschlag ist das Jahresfest zu Ende.... Beim Verlassen des Saales gehen wir an einer Gruppe deutsehspreclicndcr Jungens vorbei. Die Frage bewegt uns: Wird auch für sie, wenn sie über Jahr lind Tag ihre Arsbiiclung in Ben Schemen beendet haben, der Weg so selbstverständiieh in (las Lager des arbeitenden und kämpfenden Paliistina führen? Mit dieser Frage, die zugleich eine Hoff-!!ung ist, treten wir in die Sfcruennacht: hinaus. F», Die Bild Rrith-Loge iri Palästina hat für jüdische Einwanderer aus Deutschland ein zweites Einwand e r e r h e i m eröffnet, da das bisherige Heim, das 30 Betten hat. sich als unzureichend erwiesen hat. Der Jerusalemer Hil isfomls, die Hadassah und Privatpersonen haben die Mittel zur Einrichtung beider Eimvandererheime zur Verfügung gestellt.

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