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Jüdische Rundschau · 1933-11-14 · Heft 91 (14.11.1933) · p. Seite 804

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVIII (1933)
Issue
Heft 91 (14.11.1933)
Date
1933-11-14
Page
Seite 804 (sequence 4)
Language
German
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Stite 802 fBDlSG»! RUNDSCHAD Nr. 91, 14. XL 1933 Nr, Unpolitisches zur Araberfrage Von Helene Hanna Thon (Jerusalem). Urn von vornherein ein Mißverständnis zu vermeiden: in diesem Aufsatz ist nicht von Politik die Rede, sondern von Takt und menschlichem Verständnis. Das schwierige politische Problem der Auseinandersetzung zwischen unseren Interessen und denjenigen der Araber soll hier gar nicht angeführt werden. Es soll höchstens darauf hingewiesen werden, daß in einem Lande, in dem der bisherigen jüdischen Bevölkerung von 15—20 0/0 eine arabische Bevölkerung von?5—80 0/0 gegenübersteht, ein solches Problem selbstverständlich existiert und daß es in der Bewältigung dieses Problems vielleicht nicht immer mit Takt Und Menschlichkeit wird zugehen können. Dieser Hinweis mag dem informierten Zionisten überflüssig erscheinen; wer aber tagtäglich Gelegenheit hat zu beobachten, daß neue Menschen, die ins Land kommen, vom Vorhandensein dieser großen arabischen Bevölkerung nichts wissen oder die Augen davor verschließen, der versteht, daß es für alle Teile besser ist, wenn sie von vornherein die Dinge so sehen wie sie sind. Hat man sich einmal daran gewöhnt, daß es in Palästina neben der jüdischen noch andere Bevölkerungsgruppen gibt, so sollte es eigentlich für den Kulturmenschen eine Selbstverständiichkeit sein, daß er wenigstens einigermaßen die Wesensart dieser anderen Gruppen zu verstehen sucht, tim ihnen mit Takt und Menschlichkeit zu begegnen, was ja mit der politischen Einstellung des Einzelnen und der Lösung, die ersieh für diese Frage vorstellt, nichts zu tun haben muß. Gerade bei neuen Einwanderern besteht die Gefahr, daß sie — ohne jegliche kränkende Absicht, lediglich aus Gedankenlosigkeit oder aus einer falschen Einschätzung des unbekannten Volkselementes — Fehler begehen» die recht ernste Konsequenzen haben können. Heue Einwanderer können leicht zu der Vorstellung gelangen, daß die äußere Ungepflegt!!eit vieler Araber, ihre konservativen und primitiven Lebensgewohnheiten und die Ursprünglicfikeit ihrer Lehensäußerungen der Ausdruck von ״Unicultur“ und unentwickeltem Innenleben sind, mit denen sich der überlegene Europäer nicht lange aufzuhalten braucht. Da dieser nichts von dein außerordentlich feinen und durchdachfen Sittenkodex orientalischer Menschen weiß, besonders von der Rolle, die religiöse Vorschriften in ihrem Leben spielen, ahnt er nicht, daß er selbst fortwährend Dinge tut, die in den Augen der Anderen anstößig sind. Er wundert sich, wenn es ihm bewußt wird, daß der Araber, von dem er Anerkennung für seine höhere Leistung und den materiellen Vorteil, den diese Leistung allen Bevölkerungsteilen bringt, erwartet hat, ihm in Wirklichkeit sehr kritisch gegenübersteht. Auf diesem öebiet könnte der Jude manches vom Engländer lernen, bd dem das ganze Geheimnis seines Erfolges mit orientalischen Mensehen darin besteht, daß er sich sehr feinfühlig in ihre Eigenart einlebt und darauf bedacht ist, auf diese Eigenart Rücksicht zu nehmen. Einige Beispiele, die auf persönlichen Beobachtungen aus den letzten Wochen beruhen, sollen solche Taktfehler neuer Einwanderer und auch die bedenklichen Folgen, die daraus entstehen können, erläutern: 1. Eine Gruppe neu eingewanderter junger Leute am ״Strande von Tel-Awfv. Einer der jungen Männer photogra- -phlert Mädchen in verschiedenen Stellungen. Einige vorübergehende Araber sehen sich das Schauspiel an. Eines der Mädchcn geht auf sie zu und beginnt, ahnen auf Deutsch, wovon sie natürlich kein Wort verstehen, und durch lebhafte Gebärder! etwas klarzumachen. Ais die Leute verständnislos bleiben, reißt sie plötzlich einem der jungen Araber das Kopftuch mit dem schwarzen Wollkrnnz vom Kopfe und setzt Ihn sich selbst auf, uni sich in dieser ziemlich unsinnigen Verkleidung photographicren zu lassen. Der Araber läßt das mit einem gutmütigen Lächeln geschehen, obgleich der Vorgang ihm sehr unpassend erscheinen muß. Ohnehin ist iiim das ungebundene Zusammensein von Männern und Mädchen fremd und erfüllt ihn sicherlich mit Mifltraue.1 gegen die Moral der Mädchen — ein Mißverständnis, Regen das wir uns nicht wehren können, da wir unsere Anschauungen in so persönlichen Dingen nicht von denjenigen der Araber abhängig machen können; die Fortnähme der Kopfbedeckung aber ist nach arabischer Sitte ein Schimpf, den man einem Feinde antut, um ihn zu demütigen. Dabei muß die Tatsache, daß diese Fortnahme durch eine Frau erfolgt, der seinen eigenen Gesetzen zufolge größte Zurückhaltung geboten ist, ihn noch unangenehmer berühren. Aber auch Kenn er versteht, daß keine ausdrückliche Beleidigung beabsichtigt war, muß er in dem Vorgang einen Mangel an Resepkt ihm gegenüber sehen. 2. Fine Gesellschaft deutsch sprechender Einwanderer nähert sich dem Tore, das zum Platz der Omarmoschee führt. Ein Torwächter kommt Ihnen entgegen und bedeutet ihnen mit unverständlichen Worten und eindringlichen Gebärden, daß das Betreten des Platzes für Nichtmohammedaner verboten ist. Daraufhin beginnt erst einer der Gruppe, dann die ganze Gesellschaft im Chor laut den weltbekannten Hauptsatz des mohammcdanischcn Glaubensbekenntnisses: ״La Allah lila Allah, Mu* hanied rassul Allah“ (Allah ist Allah und Muliamed ist sein Prophet) zu singen. Die Leute glauben offenbar» die Araber hiermit von ihren friedlichen Absichten zu überzeugen, so wie man einem mißtrauischen Kinde sagen würde: ״Ja ich weiß, du bist ein gutes Kind, ein liebes Kind.“ Sie machen sich nicht klar, daß ihr Verhalten auf die Araber 90 wirken muß wie es auf fromme Juden wirken würde, wenn uns Mohammedaner lachend ״Schma Jisroel“ zuriefen. 3. Vor kurzem geriet ein auf einer Landchaussee allein gehendes Mädchen in die Gefahr, von einem Araber überwalfigt zu werden. Die Vorübergehenden, die sie im letzten Augenbück befreien konnten, stellten folgendes fest: Ein des Weges gehender Araber, der ein wenig jiddisch verstand, hatte ein Gespräch mit dem Mädchen begonnen, auf das sie in aller Unbefangenheit eingegangen war. Als der Araber, der sich bis dahin ganz korrekt benommen hatte, an einem Seitenweg abschwenken wollte, streckte ihm das Mädchen zum Abschiedsgrüß die Hand hin — ohne zu ahnen, daß dies das Zeichen ist, durch das eine Araberin sich einem Manne als käuflich zu erkennen gibt. — Hier lag sicherlich auf seiten des Mädeftens eine freundliche Absicht vor, aber gleichzeitig doch ein Mangel an Verständnis dafür, daß es geboten ist, die Eigenart der Araber zu studieren, bevor man aus seiner Reserve her* austritt. Diese Beispiele für mangelndes Verständnis uhd mangelnden Takt ließen sielt beliebig durch eine Fülle weiterer Be* Hnchtungcn ergänzen, die sämtlich nicht in der Sphäre der ״׳;;fischen Anschauung, sondern lediglich des Respektes vor -■inder Eigenart liege». Einen politischen Aspekt erhalten diese vorerst nur vom menschlichen Standpunkt aus wichtigen Ding« dadurch, daS die falsche Beurteilung des Arabers durch den Juden eine falsche Beurteilung des Juden durch den Araber nach sich zieht und daß in dieser allgemeinen Sphäre des Miß- Verstehens die politischen Öegensätze um so schärfer zutage treten. In den Klauen der ״Sphinx" Di« nachfolgend0 Darstellung befaßt sich mit den Zuständen auf dem Gebiete des Schiffsverkehrs nach Palästina. Wir geben ihr Raum, obwohl es schwer Ist, festzustellen, ob die hier vorgebrachten Beschwerden verallgemeinert werden dürfen. Da es sich eher um eine praktisch höchstwichtige Angelegenheit handelt, glauben wir, daß die Oeffentlichkelt an der Erörterung dieser Dinge Interessiert ist. (Red.) Zu den Großverdienern des Aufschwungs der Palästina- Wirtschaft gehören nicht in letzter Linie die Schiffahrtsgesellschaften, die den Verkehr nach Palästina besorgen. Jede Woche bringen italienische und französische Schiffe Tausende von Immigranten und Touristen nach Palästina und Tausende von Pfunden in die Kassen der Schiffahrtsgesellschäften. Die Scliiffahrtslinlen nach Palästina stellen heute die rentabelsten, oft die einzig rentablen Routen der Gesellschaften dar. Man sollte annehmen, daß die verschiedenen Unternehmungen, insbesondere die beiden, denen der Löwenanteil des Verkehrs und des Verdienstes zufällt, der ״Lloyd Trfestino“ und die ״Mess a g e ri e Marrltlmes“, ihre Palästinafinien entsprechend aussfaüen, ihnen die Sorgfalt und ihren Benutzern die Bequemlichkeiten zukommen lassen, die ein so großer Verkehr erwarten darf. Aber weit gefehlt. Alles an diesem Verkehr bewegt sich auf einem recht tiefen Niveau, mit Ausnahme der Preise. Die Preise für alle Klassen sind im Verhältnis zum Beispiel zu denen des Amerika- Dienstes sehr hoch. Dabei sind es fast lauter unmoderne Schiffe, die man für einen Passagicrverkchr dieses Umfangs, und vor allem dieser Rentabilität nirgends anders zu gebrauchen wagen würde. Und es wäre wohl nicht zu viel verlangt, wenn man von den Gesellschaften forderte, daß sie für die sehr rentable Palästinalinie endlich Schiffe wenigstens einigermaßen von der Schnelligkeit und der Bequemlichkeit einstellten, wie sie für andere weit weniger rentable Linien längst selbstverständlich geworden sind, Ist die Vernachlässigung, die die führenden Linien der Ausstattung des Palästina-Dienstes znkotnmen lassen, schon wirklich schlimm, so steigert sich das Verhalten der Gesellschaffen ins Unerträgliche, wenn man ihre sonstige Gebarung in Betracht zieht. Beim ״Lloyd Trfestino“ zum Beispiel wird es offensichtlich immer mehr Mode, bedeutend mehr Karten für ein Schiff zu verkaufen, als es Plätze hat. So konnte es Vorkommen, daß auf der am 23. September von Genua abfahrenden ״Esperia" fast zweihundert Passagiere der zweiten Klasse, die den Preis der Gesellschaft 26 —־ Pfund! — voll bezahlt hatten, gezwungen wurden, mit den unmöglichsten Unterkünften vorlieb zu nehmen. Man war noch sehr gut daran, wenn man eine halbwegs anständige Stewardkabine bekam, sehr viele wurden aber gezwungen, mit dem elendesten Mannschafts-Logis und in den tiefsten und unsaubersten, heißesten und unruhigsten Gegenden des Schiffes vorlieb zu nehmen. Und dies alles für 26 Pfund pro Person! Alles wird aber in den Schatten gestellt von den Erfahrangen, die die Passagiere machen mußten, die sich der am 20. Oktober von Marseille abgehenden ״Sphinx“ der ״Messagerie Maritimes“ anvertraut hatten, ihnen war von den Agenturen gesagt worden, daß die ״Sphinx“ einem vollkommenen Umbau unterzogen worden wäre und daher eines der besten und modernsten Schiffe der Gesellschaft darstclle. In Wahrheit ergab sich, daß man die Passagiere auf einen defekten Kasten gesetzt hatte, für den die Bezeichnung ״Wrack“ die einzig zutreffende war. Aus den Erklärungen des Schiffspersonais ergab sich, daß die Ge- Seilschaft die ״Sphinx“ weit vor dem für ihre Fertigstellung festgesetzten Termine wieder in Dienst gestellt hatte, das heißt also, daß das Schiff ganz unfertig auf die Reise geschickt worden war. Gar nicht davon zu reden, daß keine irgendwie moderne Bequemlichkeit, zum Beispiel Warmwasser in die Kabinen eingebaut worden war, auch die von früher her vorhandenen und natürlich veralteten Einrichtungen waren in allen Klassen verdorben und vollkommen defekt. Vom ersten Tage an war die Wasserleitung im Schiff nicht in Ordnung. Nicht nur, daß es nirgendswo Bader gab, funktionierten nicht einmal die Waschvorrichtutigeit in den Kabinen, und die Toiletten waren teilweise in einem geradezu fürchterlichen Zustand. Jeden Tag platzte irgendwo eine der Leitungen und setzte tlie eine oder andere Kabine unter Wasser, in den Gängen tropfte das Wasser ununterbrochen aus den Röhren, und man stolperte infolgedessen auf Schritt und Tritt über Eimer, die man aufstellen mußte, um es aufzufangen. Es fehlte an den selbstverständlichsten Bequemlichkeiten. Auf den beiden Decks der zweiten Klasse zum Beispiel gab es nicht eine Bank, so daß derjenige, der im Freien sitzen wollte, gezwungen war, sich unter allen Umständen für 25 Francs einen Deckstuhl zu mieten. Dafür waren beide Decks ganz ungeschützt der heißen Sonne und dem Rauch der Schornsteine preisgegeben, so daß alles darauf bald tinvorstellbar schmutzig war. Zum Ausgleich waren die Decks der zweiten Klasse mit Gütern aller Art, vom Automobil bis zur Sodatotine vol!ge!aden־ und die Passagiere konnten sehen, in welchen Winket sie sich verdrückten. Der Schmutz aut dem Schilf war bei dem dauernden Wassermangel kein Wunder und wurde dadurch noch wesentlich vergrößert, daß das Hilfspersonal ganz frisch eingestellt und vollkommen ungeübt war. immer wieder mußte die Bedienung zur Reinigung der Waschbecken, der MundspÜIgiäscr usw., persönlich anzionistisches Seminar der B.Z.V. Palästlnakunde 1. Vortrag 16. November Hebräische Literatur 1. Vortrag 20, November Die zionistische Bewegung 1. Vortrag 20, November Dr. Martin Bandmann: ״Die Matur des Landes“ Dr. M. Broserfs! ״Ch. N. Bialik״ Dr. Ernst Mechnef: ״Struktur der zionistisehen Organisation“ Die Vorträge beginnen um 20‘/s Uhr. Der Kursus ״Zlonistisäe Bewegung" findet in der MeinekestraBe 10, «lie anderen Kurse im Logenhaus, Kleistitrafie 10, statt. Hörerkarten in der B, Z. V. und an der Abendkasse. gehalten werden, Das Essen der II. und III, Klasse war schlecht und von so minderer Qualität, daß ein großer Teil der Passagiere wiederholt erkrankte. Beschwerden, die selbstverständlich in unendlicher Zahl an die Schiffsleitung gelangten, wurden sehr liebenswürdig, aber ganz ablehnend mit dem offenen Eingeständnis beantwortet, daß die Schiffsleitung nichts daran ändern könne, wenn die ,,Messageries“ sie und die Passagiere auf ein unfertiges Schiff gesetzt hätten, das wenigstens noch einige Monate un Dock hätte bleiben müssen. Es handelte sich nicht nur um eine Frage des Komforts. Was auf der ,,Sphinx“ vor sich ging; war ein Spiel mit Leib und Leben der Passagiere. Man wagte sich nicht vorzustellen, was geschehen wäre, wenn etwa auf der ״Sphinx“ ein Brand ausgebrochen wäre. Mit einer defekten Wasserleitung und mit lecken Schläuchen, die erst Im Laufe der Reise allmählich gegen neue umgetauscht wurden (einer der Beweise für die Hast, mit der das unfertige Schiff auf die Reise geschickt worden war) und bei einem zum Teil’ gänzlich ungeübten Personal, das zum ersten Male überhaupt aut einem Schiff fuhr, hätte auch der kleinste Zwischenfall sich zur furchtbarsten Katastrophe auswachsen müssen. Wie wenig die Maschinerie des Schiffes in Ordnung war, zeigt die Tat- Sache, daß in einer Nacht die Küchenherde außer Betrieb gerieten und daß nach dem Eingeständnis der Schiffsleitung die Gefahr bestand, daß die Passagiere ohne Essen blieben, Aut jeden Fall sollte die Jewish Agency sich um die Mißstände kümmern, die bezüglich Beförderung von Passagieren nach Palästina entstanden sind. Aul keinen Fall dürfte die Jewish Agency es zulassen, daß jüdische Einwan• derer und Touristen nach Palästina wiederum in die Klauen der ״Sphinx“ geraten. Julius Berger. Fragen der Uebersiedlung Die ״Ratschläge für Einwanderer“ (Nr. 86 der ״Jüd, Rundschau") bedürfen einiger Ergänzungen: 1. Zunächst ist zu berichtigen, daß der Immigrant sein Umzugsgut nicht, wie Dr. Wydra schreibt, innerhalb von vierzehn Tagen, sondern innerhalb von 24 Stunden nach seinem Eintreffen im Lande bei der Zollbehörde zu deklarieren hat. Wird diese Frist versäumt, so Ist der später eintreffende Lift zu verzollen; die eingeführten Sachen gelten dann nicht ais Umzugsgut. Die von Dr. Wydra genannte Frist von 14 Tagen Ist überholt. Den im September hier eintreffenden Irnrnigrauten wurde bereits von den Zollbehörden und den Beamten der Jewish Agency eine Frist von einer Woche genannt. Im Oktober wurde dann bekanntgegeben, daß die Frist nur 24 Stunden beträgt, und zwar — rückwirkend vom 1. September ab! Zurzeit kämpft man noch darum, daß wenigstens denjenigett der Zoll erspart bleibt, die im September und Anfang Oktober den Anweisungen der Beamten entsprechend innerhalb einer Woche deklariert haben. 2. Es muß ganz besonders auf die hohen Lagerkosten aufmerksam gemacht werden, die hier entstehen können, Nach Ablauf von einer Woche seit Ankunft der Güter weiden von der Zollbehörde Lagerspesen berechnet, die bei einem 4-m-Litt fast V* Pfund pro Tag betragen! Sollen die Sachen unter Zollverschluß bleiben, so kann man die Spesen durch Ueberführung Ins Bondetlager etwas verbilligen; aber auch das Ist noch teuer genug, und bei einer Lagerung von etwa 14 Tagen lohnt sich dieser Weg nicht, well ebenfalls recht hohe Transportkosten hirizukommen. Private Einlagerung ist ln den Hafenstädten kaum möglich. Vielfach ist man dazu übergegangen die Sachen aus dem Zollverschluß herauszunehmen und auf einem freien Platz יdurch ein Wellblechdach geschützt, auf dem Lande aufzustellen. Die Bedenken hiergegen liegen auf der Hand. Zu beachten ist, daß der Lift bei der Verzollung geöffnet wird; die Schwierigkeiten der erneuten Verpackung dürften jedem geläufig sein, der einen Lift verladen hat. Der Versicherung?- schütz dürfte sich außerdem kaum auf die ober! genannte Art der Unterbringung erstrecken, 3. Die Frage der vorläufigen Lagerung des Gutes ist außerdem nicht von der Woitntingsbeschaffung zu trennen. Wenn bei der Ankunft des Umzugsgutcs_ eine freie Wohnung zur Verfügung stellt (weil z, B. ein Familienmitglied im Lande schon inonateiang vor der Ankunft der Familie Vorsorge getroffen hat), so liegen die Verhältnisse recht einfach. Aber das sind ganz seltene Ausnahmefälle. Im übrigen muß man mit einer monatelangen Wartezeit rechnen. Ich darf von mir selbst exemplifizieren: ich will auf dem Lande siedeln und dort ein kleines Häuschen bauen. Bei dem gegenwärtigen Arbeitermangel dauert der Bau 4—6 Monate, inzwischen habe ich in der Nähe meiner künftigen Siedlung eine kleine Wohnuitg gemietet, an der bereits gebaut wird (fertige Wohnungen standen dort — auf dem Lande — auch schon nicht mehr ־zur Verfügung). Abgesehen davon, daß man eine solche Zwisehenwohmmg auch auf ein fahr mieten muß (allerdings mit dem aussichtsvollen Recht der weitervermiefung), verzögert sich der Bau um einen Monat über den vorgesehenen Zeitpunkt hinaus. Mit derartigen Fristen und Verzögerungen muß man aber bei dem Mangel an Arbeitskräften durchweg rechnen. Diese Zeitspannen sind deshalb auch wegen der Lagerkosten des Lifts mit einzukalkuüeren, wenn man die Frage erwägt, welches Umzugsgut mitgenommen werden soll. 4. Die Folgerungen, die hieraus zu ziehen sind, sind toigende: 1, Man richte sieh zunächst durchaus nach den Grundsätzen von J. K. in Nr. 86 der ״Jüdischen Rundschau“. 2. Wer keine Wohnung hier vorfindet, lasse seinen Lift zunächst in Deutschland 1—1 >/2 Monate lagern; das Umzugsgut muß hier nur innerhalb von 90 Tagen nach Emtreffen des Einwanderers ankommen. 3. Die zur Errichtung einer Uebergangswohnung erforderliehen Gegenstände (Bettstellen usw.) kaufe man unbedingt hier im Lande und lasse die entsprechenden Gegenstände in Deutschland zurück; ein möbliertes Zimmer oder gar das Leben in einer Pension verteuert die Uebergangszcit beträchtlich. 4, Es ist ein Irrtum zu glauben, daß das Mitbringen von Sachen sich deshalb lohnt, well man dieselben dann nicht von dem zur Ausfuhr bewilligten Oelde neu anzuschaffen braucht; Zoll■ und Lagerspesen sowie Transportkosten können so hoch sein, daß die Neuanschaffung billiger Gegenstände rentabler auch unter diesem Gesichtspunkt ist, Dr. Walter Deutschmann, z. Zt. Haifa, Nathan Halperit gestorben. In Paris ist, wie das Hauptbiiro des Keren Hajessod mitteilt, Nathan Ha Ipern, Delegierter des Direktoriums des Keren Hajessod, nach längerem schweren Leiden gestorben. Nathan Halpern war seit dem Jahre 1923 Hauptdelegierter des Keren Hajessod für das gesamte französische Sprachgebiet mit dem Sitz in Paris. Seine Tätigkeit erstreckte sich nicht nur auf Frankreich, sondern auch aut die französische Schweiz, Belgien, auf Marokko, Algier und Tunis, Italien und Aegypten. In allen Ländern, aie er besucht und fit denen er mit seiner Arbeit Erfolge für Erez Israel erreichte, erwarb er sich durch sein ebenso taktvolles und liebenswürdiges als energisches Auftreten Anerkennung und Freundschaft. Die 11 — V, der Berlit JTA-. bewe j Erneu äußer 1 Deuts er H zur rechti im B! als h der f Gerne deren dener gen diese! eine Reich dur sch! stüi Judei Orga Jüdis judei gebil nistei glaut auf c f ergib tu lü jet 1 schal persi Wäh grün Repr präsi Platz eine präst sehe! aus < eine daß Zusa groß sie < mell b r a sollt heit Gern ten ultra für Maj< verji und nac nen aueb meii sehe dahi Keir sehe Berl bun! Soli! Im Gen pei der Jud! vert lut tret die des St< der zu 20 0 Zus Erh Am mei tesi

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