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Jüdische Rundschau · 1933-11-14 · Heft 91 (14.11.1933) · p. Seite 802

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVIII (1933)
Issue
Heft 91 (14.11.1933)
Date
1933-11-14
Page
Seite 802 (sequence 2)
Language
German
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Seite 800 Nr. 91, 14. XI. 1933 ist Sache des High Commissioner. Es leuchtet ein, daß es wünschenswert ist, daß zur Einwanderung solche Personen zu• gelassen werden, die nach dem normalen Ausleseprozeß den erlaubten Weg einhalten. Ich bin überzeugt, daß der High Commissioner bei der Durchführung dieser Politik von allen Seiten unterstützt wer• den wird.“ ♦ Die neuen, überaus strengen Vorschriften zur Kontrolle des Touristenverkehrs mit Palästina haben zweifei-!08 in der gesamten jüdischen Welt die heftigste Erregung hervorgerufen. Einsichtige Juden werden sich nicht der Erkenntnis verschließen, daß die sogenannte ״illegale Touristen-Einwanderung“ tatsächlich ein überaus schwieriges Problem erzeugt und nach einer Regelung verlangte. Der gegenwärtige Zustand, daß Personen in großer Zahl mit Touristenvisum nach Palästina kamen und dann im Lande blieben, bedeutete praktisch eine Durchkreuzung der offiziellen Einwanderungs- Politik, die sich gemäß den bestehenden Bestimmungen auf bestimmte Kategorien bezieht. Die englische Verwaltung hat schon seit mehreren Jahren gegen diese Touristen-Einwanderung protestiert und ab und zu abschrekkende Maßregeln getroffen; so z, B. ereignete sich öfter der Fall, daß ankornmende ״Touristen", die man für verkappte Einwanderer hielt, an der Landung verhindert wurden. Im letzten halben Jahr sind ein« große Zahi von Personen, die, weil sie keine Einwanderungsbewil- Hgung erhielten, als Touristen ins Land kamen, dageblieben. Dies war der englischen Verwaltung natürlich nicht unbekannt. Die sich daraus ergebenden Komplikationen heischten eine Regelung, und dabei hatten jüdische Stellen positiv mitwirken können. Jetzt aber muß man annehmen, daß die scharfen Maßregeln nicht nur zwecks Herstellung einer normalen Ordnung der Befolgung der Einwanderungsvorschriften erlassen wurden, sondern sie haben wahrscheinlich politische Motive: Infolge der letzten Araber-Unruhen will die englische Verwaltung den Zustrom von Juden nach Palästina e i n d ä m m e n. Sie kann dies, indem sie weniger Ein- Wanderungs-Erlaubnisse gibt, sie fürchtet aber anscheinend eine Umgehung dieser Einschränkung durch einen vermehrten Touristenverkehr, der auch präsumtive Einwanderer-Kandidaten umfassen könnte. Die Maßnahmen der Regierung sind aus xwel Gründen als falsch zu bezeichnen. Erstens werden diese Maßnahmen den normalen regulären Touristenverkehr sehr stark behindern, und das ist nicht im Interesse des Landes, da Palästina In den letzten Jahren ein wichtiges Toiiristen-Zentmm geworden ist und der Reiseverkehr viele Tausende von Pfund ins Land brachte, die der Bevölkerung und der heimischen Wirtschaft zugute kamen. Wenn jetzt von jedem Touristen verlangt wird, daß er eine Kaution van 60 Pfund hinterlegt, dann werden viele vorziehen, ihre Reisen in gastfreundlichere Länder zu machen. Zweitens aber beruht die Bekämpfung der Touristen-Einwanderung auf einem falschen Prinzip. Es mag sein, daß manche Auswanderer, die keinen Boden unter den Füßen haben und nicht wissen, wohin sie sich wenden solien, sich aus Not als Touristen maskieren, um in das Land des Jüdischen Nationalheims zu gelangen. Auch gegen diese Menschen wäre, wenn sie Arbeit finden und dem Land nicht zur Last fallen, eine menschliche Berücksichtigung am Platze. Daneben aber muß man bedenken, daß sehr viele Juden, die eine Einwanderung und Niederlassung in Palästina in Betracht ziehen, über die Verhälrnnisse des Landes so wenig Bescheid wissen, daß sie eine endgültige Ent- Scheidung gar nicht treffen können, bevor sie das Land gesehen und die Verhältnisse studiert haben. Gerade für Personen mit einigem Kapital, die aber nicht riskieren können, einen Teil ihres Oeldes zunächst noch für Kreuz- und Querfahrten auszugeben, trifft dies zu. Wenn solche Menschen nach Palästina kommen und nach eingehender Ueberlegung zu dem Resultat gelangen, daß dort eine Betätigungsmöglichkeit für sie vorhanden ist, wenn sie ihr Geld dort anlegen und entsprechende Unternehmungen dort schaffen wollen, dann besteht keine logische Stütze dafür, ihnen die Aufenthaltsbewiiligung zu verweigern. Würden diese Personen von vornherein ein Einwanderer-Visum anstreben, so hätte das die Wirkung, daß sie ihrer Position in den Ausgangsländern verlustig gehen und ihnen die Rückkehr abgeschnitten ist. Der Touristen-Aufenthalt aber ermöglicht es ihnen, alle notwendigen Informationen sich an Ort und Stelle zu beschaffen, und es ist nicht einzusehen, warum solchen Menschen verboten werden soll, im Lande dann in ganz legaler Weise um die Erteilung der Aufenthaltsbewiiligung nachzusuchen. Es sind wahrscheinlich gerade die wirtschaftlich wertvollsten Elemente, die erst nach Prüfung der tatsächlichen Verhältnisse sich zur Niederlassung entschließen. Es liegt nicht Im Interesse des Landes, solche Elemente von vornherein auszuschließen. Im übrigen hat der High Gommlssioner bei der Erteilung der Zertifikate ohnedies eine bestimmte Anzahl als Kompensation für im Lande geblieben« Touristfin in Abzug gebracht. Dieser Vorgang ist in einem Moment, wo trotz der Touristett-Einwanderung ein Mangel an Arbeitskräften herrscht, sachlich nicht zu rechtfertigen. Aber es wäre zu untersuchen, ob nicht für die Zukunft ein solches oder ähnliches Vorgehen doch die Möglichkeit größerer Elastizität bietet. Die ״Touristen-Einwanderung“ ist ein Ersatz für die an sich wichtigste und v e ran t wortungsvollste Form der Einwanderung, nämlich der Einwanderung von Leuten, die nicht blind ins Unbekannte JÜDISCH! RUNDSCHAU gehen wollen, sondern die Verhältnisse im Lande erst kennenlernen und prüfen wollen. Dies bezieht sich nicht nur auf ״Kapitalisten“, sondern auch auf Handwerker, Arbeiter usw. Es mag sein, daß Mißbräuche vorgekommen sind. Aber diese Form der Einwanderung schlechthin zu unterbinden, äst kein richtiger Weg und bedeutet einen schweren Schlag gegen das jüdi sehe Volk, das in der jetzigen Zeit genug Schläge zu ertragen hat und erwarten durfte, daß Ihm von der Verwaltung des Jüdischen Nationalheims nicht neue Unbilden zugefügt werden. Die jüdische Einwanderung des letzten halben Jahres in Palästina war überaus groß. Es war eine produktive Einwanderung. Sie ist vom Land ohne jede Wirtschaftliche Schwierigkeit verdaut worden. Die Einwanderer waren nicht nur Nehmende, sondern auch Gebende. Sie haben dem Lande Kapital, Arbeit, Fleiß, Energie, Intelligenz gebracht, zahlreiche Wirtschaftszweige wurden weiterentwickelt, viele Menschen konnten Beschäftigung finden, das Niveau der Landesbevölkerung hat sich gehoben. Man darf es nicht als selbstverständlich annehmen, daß diese günstige Lage dauernd bleiben wird. Nach allen Oesetzen des Wirtschaftslebens und nach allen Erfahrungen der Wirtschaftsgeschichte muß man annehmen, daß es in absehbarer Zeit auch 2u Rückschlagen kommen kann. Es ist verständlich, daß die für die Verwaltung verantwortlichen Stellen es für richtig halten, eine gewisse Vorsicht walten zu lassen. Auch einsichtige jüdische Stellen würden zweifellos bereit sein, in diesem Sinne mitzuwirken, da Ja die J u d e n es sind, die das größte Interesse daran haben, die Entwicklung Palästinas vor unliebsamen Störungen zu bewahren. Der Weg, den die Regierung jetzt eingeschlagen hat, ist aber nicht der richtige. Er ist schon deswegen zu bedauern, weil er in der jüdischen Bevölkerung Palästinas sicherlich Opposition hervorrufen wird und dadurch die Beziehungen zwischen Juden und der Mandatarmacht auf eine harte Probe stellen wird, und er ist auch psychologisch unrichtig, weil er auf breite Schichten des jüdisehen Volkes verschiedener Länder, die von England als Mandatarmacht Palästinas ein Verständnis für ihre ausweglose Lage zu finden hofften, enttäuschend wirken wird. Wir sind überzeugt, daß die Jewish Agency gegen die neuen Vorschriften mit Entschiedenheit protestieren wird. Solche Proteste, so notwendig sie als Gefühlsausdruck sein mögen, sind aber noch kein sicheres Mittel zur Beseitigung des Zustandes. Es müßte von allen Beteiligten in Würdigung der einzigartigen Probleme, die mit der Einwanderung nach Palästina Zusammenhängen, danach gestrebt werden, eine Regelung zu finden, die sowohl den bestehenden politischen Spannungen und ökonomischen Befürchtungen Rechnung trägt, als auch die wirklich im Interesse des Landes und den Bedürfnissen des jüdischen Volkes entsprechende Einwanderang ’n geordnete Bahnen lenkt. 1n11111111n1n111n1111111111111t1n1111111nu111111u111111u1111111nn1111[1[111M[11nu1111n111111)111111111111111M1111[11111111n11111111111M111n11111111111111u11111n[1111n111u111n111n1!1111t111111n11n11111111111111111!11111111M1111n1111i111111111n1111111111111111111111111n1111ni1n111n11n11n)11111 Ndc/> den Unruhen Arabische Führer aal freiem Fuß Die arabischen Führer, ־welche ■nach den Unruhen in Jaffa verhaftet wurden und in der Zitadelle von Akko untergebracht worden sind, wurden nach einer Woche gegen fcine Kaution freigelassen. Unter ihnen befinden sich bekanntlieh der Sekretär der Arabischen Exekutive Dschemal Al Hussein!, sowie der Führer der Istiklal-Partei Auni Bey Abdul Hadi und der Führer der arabischen jugendorganisation. Nach der Freilassung wurden die arabischen Führer von dem Mufti von Akko in der Moschee feierlich begrüßt und auf ihrer Bahnfahrt nach Jaffa waren sie auf den einzelnen Stationen Gegenstand von Ovationen. Der Mufti von Jerusalem, dem bei früheren Unruhen die Hauptschuld zu geschrieben wurde, war während der diesjährigen Unruhen nicht im Lande. Er ist erst nach den Jaffaer Ereignissen von seiner Reise nach Indien, wo er Geld für die palästinensischen Araber (fiir die geplante moslemische Universität in Jerusalem) sammeln wollte, zurückgekehrt. Die französischen Mandatsbehörden in Syrien haben in einem Communiqud erklärt, daß die Unruhen in Damaskus am 3. November das Werk von Agitatoren gewesen sind und daß gegen die verantwortlichen Elemente eingeschritten werden wird. Bekanntlich wurden am 3. November in der großen Gmajaden-Moschee in Damaskus aggressive Reden gegen den Zionismus gehalten und übertriebene Darstellungen der Ereignisse in Palästina gegeben. Nach dem Verlassen der Moschee attackierte die Menge die Polizei, worauf die Polizei das Feuer eröffnen mußte. Eine Person wurde getötet und drei verwundet. * Die Londoner ״Times" veröffentlicht eine abschlie. ßende Würdigung der letzten arabischen Unruhen fn Palästina• Darin wird nochmals hervorgehoben, daß im Oegensatz zu 1629 die Unruhen diesmal nur gegen die Regierung und nicht gegen die Juden gerichtet waren. Die Juden blieben völlig unbehelligt und es war auch nichts von antijüdischen Gefühlen zu merken. Besonders ־wird hervorgehoben, daß die arabischen Arbeiter in den jüdischen Kolonien trotz des arabischen Generalstreiks ohne jede Unterbrechung ihre Arbeiten fortsetzen, ebenso die arabischen Arbeiter in den zahlreichen jüdischen Bauunternehmungen. Daraus schließt der Berichterstatter der ״Times", daß die Bewegung nicht so durchgreifend war, wie die arabischen Führer glauben machen wollen. Diese Feindschaft, so fahrt der Berichterstatter fort, muß besonders enttäuschend für die Regierung Palästinas und für den High Commissioner Sir Arthur Wauchope sein, der durch zwei schwere Jahre hindurch sich bemüht hat, den Fellachen durch Steuemachlässe und andere Maßnahmen in ihrer Notlage zu helfen. Möglicherweise haben diese Maßnahmen einen Eindruck auf die Fellachen gemacht, aber sie haben die Effendi-Kreise, welche um ihren Einfluß fürchten, nicht berührt. Die arabische Befreiungsbewegung, die ihren Ausdruck In der ״Istfk!al״-Partei und in der arabisehen Jugend findet, hat durch die letzten Entwicklngen in der arabischen Welt Nahrung gefunden. Die Fortschritte des Irak haben sie gefördert, und die ״Sidara“, die von dem verstorbenen König Feisal erfundene Irak-Mütze, wurde zu einem Symbol des arabischen Nationalismus und ist 1n den Straßen von Jerusalem überaus häufig zu sehen. Auch der assyrische Zwischenfall schien den palästinensischen Arabern ein Beweis dafür, daß die Bagdader Regierasig sich von der britischen Kontrolle ganz frei gemacht hat. Der Tod König Feisals gab in Palästina Anlaß zu begeisterten Detnonifrationen für die arabische Einheit. All dies zusammen bewirkte die Angriffslust gegen die britische Herrschaft. Der Berichterstatter der ״Times“ stellt dann fest, daß die palästinensische Polizei sich ausgezeichnet gehalten habe, glaubt aber, daß die britischen Aufgaben in Palästina nicht nur durch Palizeimethoden durchgeführt werden können. Die aufständlsehen Araber seien gänzlich ungerührt von der Tatsache, daß die jüdische Einwanderung nicht nur die Massen der arabisehen Bevölkerung nicht schädigt, sondern eine Prosperität erzeugt hat, die arabische Einwanderer aus Aegypten, Syrien und Transjordanien ins Land zieht. All das wird geflissentlich übersehen. Die ״Times“teilt ferner mit, daß der Zusammenhangzwisehen dem linken Flügel der I s ti k 1 a! - Pa rt el und den Kommunisten sich anläßlich des Jahrestages der Gründung der USRR. deutlich gezeigt habe. An diesem Tage seien in Jerusalem in jiddischer und arabischer Sprache Flugblätter an die Fellachen und Beduinen verteilt worden, die zu einer ״nationalen Revolution“ gegen den Imperialismus und Zionismus aufrufen. In diesen Flugblättern wird das arabischt Proletariat dafür verherrlicht, daß es sich gegen die Polizei gewandt habe, und der linke Flügel der Istiklal-Partei wird lobend anerkannt. Reorganisation der arabischen Exekutive Jerusalem, 12. November. (J. T. A.) Die Arabisch« Exekutive hat auf ihrer letzten Sitzung beschlossen, eine Proklamation an die arabische Bevölkerung zu erlassen, in der dieser die Anerkennung für den durch den Generalstreik bekundeten tapferen Widerstand gegen die Regierung ausgfe• sprochen wird. Ferner wird eine Antwort auf die letzte Erklä■ rung des Kolonienministers vorbereitet. In das Verwaltungsbiiro der Exekutive wurden an Stelle der bei den Unruhen verhafteten Mitglieder Auny Bey Abdul Hadi, Jamal al Hussein! und Izzak Darwaza, der Neffe de« Groß-Multi Ischa Darwisch, der Advokat Omar Saleh el Barguti und der Herausgeber der Zeitung ״Sowt Es-Shaän]' Eissa al ßendak, ein c h ri st H c her Araber, berufen. Eissa a! Bendak hat vor kurzem in Paris mit dortigen Aräbern eine Beratung über neue Methoden zur Bekämpfung der Juden in Palästina abgehalten. An dieser Beratung habe!» auch Araber teilgenommen, die eigens zu diesem Zwecke aus Berlin nach Paris gekommen waren. In gemäßigten arabischen Kreisen herrscht lebhafte Unzufriedenheit mit dem von der Arabischen Exe• kutive eingeschlagenen Kurs einer auch vor Gewaltanwendüng nicht zurückschreckenden radikalen Politik, Die trag!• sehen Folgen, die diese Politik gezeitigt hat, haben den Herausgeber der gegen reaktionäre Bestrebungen kämpfendes Zeitung ״Meraat el Shark", Boulos Effendi Schehadeh, einen Führer der gemäßigten arabischen Richtung, der sich vergehlieh bemüht hatte, die Exekutive von ihrem verhängnisvollen Schritt abzuhaiten, veranlaßt, aus der Arabischen Exekutive auszuscheiden. Schehadeh veröffentlicht in seinem Blatte einen Artikel, in dem er ein Bild von den Verhandlungen auf den der Streikerklärung vorangegangenen Sitzungen entwirft und schildert, wie es dazu kam, daß die Exekutive schließlich den Beschluß faßte, ״um jeden Preis“ zu demonstrieren. Ais mal» aber sah, wie die Regierung gegen die Demonstranten vor* ging, da habe die Exekutive in völliger Verwirrung ihren Standpunkt plötzlich aufgegeben. Die Erklärung des Koloniemninisters bei der Eröfnung des Hafens von Haifa habe klar gezeigt, daß die englische Palästina-Poiitik nicht geändert werden würde, und daß di« Regierung stark genug sei, um die Ordnung aufrechtzuerhal* ten und den Gesetzen Geltung zu verschaffen. Die Mitglie״ der der Arabischen Exekutive hätten angesichts dieser Hai* tung der Regierung wie Feiglinge den Schauplatz geräumt und alle Kundgebungen auf unbestimmte Zeit verschoben. Emir Abdallah greift ein Jerusalem, 12. November. (J.T.A.) In den erste» nach Einstellung des Streiks erschienenen Nummern der Jeru• salemer arabischen Zeitungen wird mitgeteilt, daß Emir Abdullah von Transjordanien in einem vom 18. Oktober datierten Memorandum an den High Commissioner Sir Arthur Wauchope Vorschläge betreffend die Regelung der jüdischen Einwanderung nach Palästina gemacht hat. In einem Antwortschreiben des High Commissionerswird dieser Versuch einer Einmengung in die palästinensische Mandatspolitik in höflicher, abeT entschiedener Form zurück• gewiesen. In dem neun Tage vor den Jaffaer Unruhen geschrieb«• nen Memorandum wies der Emir auf die am 13. Oktober in Jerusalem versuchte Demonstration als Anzeichen dafür hin, daß in Palästina starke Erregung infolge der jüdl* sehen Einwanderung herrsche. Die Araber hätten den britisehen Behörden gegenüber eine gegnerische Haltung deswegen eingenommen, weil von diesen eine Politik der Förderung jüdischer Einwanderung befolgt werde. Es seiet» ferner Befürchtungen infolge der ״zionistischen Aspiratiö* nen auf Transjordanien*׳ entstanden. Unter Hinweis auf sein Memorandum vom 5. Oktober 1929, in dem er zu den Unruhen jenes Jahres Stellung genommen hat, erklärt der Emir, die Gründe für die Entstehung der Unruhen seien in einer Reihe offizielle( Berichte dargeiegt wot- »

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