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Jüdische Rundschau · 1933-11-10 · Heft 90 (10.11.1933) · p. Seite 787

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVIII (1933)
Issue
Heft 90 (10.11.1933)
Date
1933-11-10
Page
Seite 787 (sequence 7)
Language
German
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933 Nr. 90, 10. XI. 1933 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 785 rb eit ז der starke nsthaft e wirtchaffen t wird, .!erlich, ßfallen, an der ,nt und -'lerneni c 11 e n :1 H i nissance ,verden, :i: das iie Ein- :itwickhängen reu der hat. Es es stets rn klarllich zu!mit zu kes ist. gen bessen zu For- •en, die K. L. ickblick, n Berlin in z erstischen idischen eil Buch en setzt tcr. Der seelische!schliche Einzel- ■ k“ gibt ibüsjlien n Hand 3 in der :: ,.Der pe in all ie Juden Die Bc- ,roblems und die j dessen, , besone seiner;cn vereine ein- I Aiitrm ier jiidirabe der gels der bedeutet r e 111 n g en unter cn Juden regonnen irch eine terung!macht machen, Daß im geduldig 1er Er - ctoilt zu (entliehen t an Ansteil aller Operation ,J. 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Viele der früheren Nichtzionisten, die ״jetzt anbeten, was sie früher verbrannt haben“, sind der Meinung, daß mit dem Betreten des palästinensischen Bodens sämtliche Problcmc wirtschaftlicher, sozialer und persönlicher Art restlos gelöst sind, die Erschütterung ihrer früheren Anschauung ist so stark, daß ihnen die Uebersiedlung nach Palästina vielfach als die Heimkehr in ein ״verlorenes Paradies“ erscheint, und wenn man jetzt als Zionist ihnen gegenüber, besonders in den ersten Tagen ihres Aufenthaltes im Lande, irgendwelche Schwierigkeiten des palästinensischen Lebens erwähnt, so hört man die merkwürdige Antwort: ״Wie können Sie als Zionist so etwas sagen?“ Aber auch unsere ergebenen und erfahrenen Zionisten kommen mit reichlich viel Illusionen hierher. Es ist zweckmäßig, darauf hinzuweisen, damit schon die Auswandererberatungsstellen im üaluth auf die Schwierigkeiten aufmerksam machen, um so den Einwanderern Enttäuschungen zu ersparen, und noch mehr als bisher ungeeignete Elemente von der Auswanderung nach Palästina fernzuhalten. Auf eine dieser gefährlichen Illusionen habe ich schon in meiner Antwort an Ben Oavriel hingewiesen (״Jüd. Rundschau“ Nr. 86), cs ist die Illusion von der allgemeinen jüdischen ״Solidarität“. Der Einwanderer nimmt vielfach an, daß die gesamte jüdische Bevölkerung Palästinas ohne Ausnahme bemüht ist, ihm auf Schritt und Tritt zu heifen, ihm das Leben so leicht wie möglich zu machen, ihm die billigsten Preise für Autos, Wohnungen, Pensionen, Spedition und andere Konjunkturberufe zu berechnen, kurz gesagt, ihn mit ״offenen Armen“ zu empfangen. Aber leider ist dem nicht so. Nachdem die Freude an der Uebersiedehmg bei vielen schon durch die Schwierigkeiten bei der Landung (durch die stundenja manchmal tagelang dauernde Paßkontrolle, Aushootcn, Chaiiffeurstreitigkeiten u. ii.) die erste Einbuße erlitten hat — cs wäre erwünscht, wenn die Palästina-Beratungsstellen im Galuth mehr als bisher die Einwanderer auf diese, anscheinend unüberwindlichen Schwierigkeiten bei der Landung himveisen würden — folgt weileres Entsetzen bei der Ankunft im Hotel oder in der Pension über die augenblicklich hohen Konjunkturpreise, bei der Feststellung, was eine Wohnung kostet, wenn eine solche überhaupt in absehbarer Zeit zu haben ist und iihnliebes mehr. Auch sonst kommt der Einwanderer in den ersten Tagen keineswegs zur reinen Freude am Genuß des Landes, weil er dauernd mit der Befolgung amtlicher Anordnungen, wie Impfung und Anmeldung des Gepäcks und des Umzugsgutes beim Zollamt beschäftigt ist. Er hat auch bald festgestellt, daß die städtische Bevölkerung keineswegs mit der Liebenswürdigkeit der Franzosen oder Italiener Auskünfte erteilt, und so fängt er bald an, sich über das, was er erlebt, zu empören. Man fragt sich erstaunt, warum die Palästina-Beratung die Mensehen auf diese Dinge des täglichen Lebens nicht liinweist, warum man den Einwanderern nicht genügend deutlich zur Kenntnis bringt, daß in den Städten, jedenfalls in Tel-Awiw und Haifa, eine ungeheure Knappheit an Wohnungen herrscht, daß man eine Wohnung dalter monatelang vor der Fertigstellung mieten muß, daß die Mieten vielfach für ein Jahr und noch länger, zumindest in Wechseln, vorausziizahlen sind usw., aber man ist nicht weniger erstaunt über die Einwanderer als europäische Menschen, die ihr ganzes Leben lang die kapitalistische 'Wirtschaftsordnung zur Genüge kennengelernt haben und jetzt mit einctnmal sich der Illusion hingeben, daß für die Privatwirtschaft Palästinas andere Gesetze gelten sollen als auch sonst in der kapitalistischen Welt, nämlieh die wirtschaftliche Ausnutzung der Konjunktur. Wohl wenige von denen, die jetzt hier empört sind, sind in Europa auf die Idee gekommen, daß alle Glieder des Volkes auch im Wirtschaftlichen solidarisch sein müssen, oder daß gar über nationale Grenzen hinaus eine wirtschaftliche Solidarität geboten ist. Man hat ohne Klagen in Europa Konjunkturen, entstanden aus inländischen oder ausländischen Situationen, benutzt und ist in solchen ausgenutzt worden, und es kann in der privatwirtschaftlichen kapitalistischen Wirtschaftsordnung Paliistinas nicht anders sein. Es ist schon darauf hingewiesen worden, daß Tel-Awiws Bürgermeister in eigener Person gegen den Mietswucher Stellung genommen hat, man hat aber nicht gehört, daß dadurch auch nur eine Wohnung billiger geworden ist. Hat man diese Gedanken dem empörten Einwanderer klargemacht, so wartet er mit einer neuen Illusion auf, mit der Illusion von der Allmacht und den Aufgaben der Zion i s t i s c h en Organisation. Er macht seiner Empörung Luft mit dem Ausruf, daß gegen diese Auswüchse doch die Zionistische Organisation einschreiten müsse, lieber den Wirkungskreis und Machtbereich der Zionistischen Organisation herrschen auch bei Zionisten die merkwürdigsten Vorstellungen. In Deutschland hätte wohl niemand daran gedacht, beispiclsweise die Jüdische Gemeinde Berlins dafür verantwortlich machen zu wollen, wenn etwa jüdische Hausbesitzer zu teure Mieten genommen hätten. Aber hier in Palästina hat man ganz verwirrte Vorstellungen von den einzelnen Bezirken der Wirtschaft. Man hält nicht auseinander, was nationale Wirtschaft ist, also im gewissen Umfang dem Machtbereich der Zionistisehen Organisation oder den Fonds untersteht, und was private Wirtschaft ist, also völlig unabhängig von der Organisation ist, oder gar was Angelegenheit der Regierung und daher schon gar nicht durch die Organisation zu regeln ist. Es ist nicht immer leicht, bei den neuen Einwanderern diese verwirrten Vorstellungen zu entwirren und die Illusion von dein Machtbereich der Zionistischen Organisation zu zerstören, mn dann nachher erst wieder das richtige Verhältnis des Zionisten zur Organisation herzustellen. Eine andere Illusion ist die allgemeine Vorstellung von Palästina als der glücklichen Insel der prosperity im Weltmeer der Krise. Palästinas prosperity wird nämlich von vielen so gedeutet, daß iri der aufsteigenden wirtschaftlichen Konjunktur jeder Einzelne, was auch immer er für einen Beruf habe, ohne weiteres sein Auskommen finden müsse und daß jeder, der in Europa einen Beruf ausgeiibt habe, insbesondere der Kaufmann, diesen in Palästina fortsetzen kann. Man begegnet Immer wieder empörten Einwanderern, die sich darüber beschweren, daß sie trotz der ihnen in Aussicht gestellten günstigen Wirtschaftslage noch keine Stellung in ihrem alten Beruf gefunden haben. Hierzu gehört auch die Illusion; daß man ״mit Deutsch durchkommen könne“. I Man findet immer noch Einwanderer, die es in Deutschland nicht geglaubt haben, daß Hebräisch die Umgangssprache der jüdischen Bevölkerung Palästinas ist, und die jetzt unsanft auf die Wahrheit dieser Tatsache hingewiesen werden. Erst allmählich stellen sic fest, daß man mit Deutsch wohl durchkoir.men kann, wenn man Konsument ist, d. h. Geld fiir Ware und Leistung gibt, weil der Verkäufer im Kundendienst sich bemüht, deutsch zu sprechen und sogar zur Erleichterung des Einwanderers dessen etwaige hebräische Sprachversuche deutsch beantwortet. Aber wer vom Geldgeber zum Geldempfänger werden will, merkt, wie sehr ihm das Hebräische fehlt und wie überhaupt Spracheribeherrsclmtig im Orient von größter Wichtigkeit ist, wie wenig er also mit Deutsch auskommt. Eine andere Illusion ist die Vorstellung, daß Palästina ein europäisches Land sei. Es ist klar, daß die zionistische Propaganda und auch sogar die Palästinaschulung immer dasjenige hervorgehoben hat, was die Juden in Palästina an europliischein Gut geschaffen haben, und immer, wenn wir von den europäischen Errungenschaften unseres Siedlungswerkes gesprochen haben, haben wir nicht genügend hinzugefügt, daß an den Grenzen dieser europäischen Enklaven immer wieder Asien beginnt, wovon mail sich täglich überzeugen muß. Wegen dieser von der zionistischen Propaganda genährten Vor- Stellung empört sich der Neuankömmling häufig über die Schwierigkeiten in der Regelung der tausend Kleinigkeiten des Tages, wobei er sogar noch Deutschland mit Europa verwechselt und vergißt, daß manche technischen Dinge, die. in Deutschland besonders gut klappen, schon in Wien oder Amsterdam oft schwerer zu bewältigen sind. Den Ankömmling aus Deutschland, der die Illusion I1at_, hier auch ein im Technischen vollendetes Europa vorzufinden, empört es natürlich, wenn in der Hauptstraße des jüdischen Stadtviertels von Haifa, Hadar Hacarmei, wochenlang ein tiefes Loch klafft, in das wie ein Wunder niemand gestürzt ist, wenn in einem der Büros einer der größten Automobilkooperativen des Landes ein gedruckter, aber mit Bleistift ausgestrichener und verbesserter unleserlicher Fahrplan hängt, aus dem niemand feststellen kann, wann die Wagen verkehren usw. usw. Aber er nimmt diese Dinge, die gewiß kritisiert werden können und müssen, zu wichtig, er kommt sich zu oft als der europäisch geschulte Orgatiisator vor, auf den das Land gewartet hat und der, wenn er die Sache machte, ״sie ganz anders aufzichcn würde“. Er vergißt häufig, über solchen Kleinigkeiten den Fortschritt des Landes im ganzen zu betrachten, und er verkennt die Leistung, die schon ohne ihn bis zu der Stufe gediehen ist, an der seine Kritik einsetzt. Es ist, ohne unsere Schuld, wenn auch vielleicht durch unsere Propaganda, so etwas wie ein ״Idealbild“ von Palästina entstanden, das jetzt hierher mitgebracht wird. Man hat im Galuth die Paiästinafilme gesehen mit ihren herrlichen Landschäften und arbeitenden Juden, was gewiß der Wirklichkeit entspricht, aber die Menschen, die im Saale saßen und sich daran erbaut haben, vergessen jetzt, daß sie damals nichts weiter zu tun hatten, als nur auf die Leinwand zu schauen. Sie brauchten nichts einzukaufen, keine Wohnung zu mieten, keine Sachen aus dem 2011 m holen usw. Sie konnten sich erbauen und nach Hause gehen in die europäische Ordnung von Jahrhunderten und in den seit Jahren geordneten eigenen Bezirk, und jetzt übersehen sie, wenn sie sich über die Schwierigkeiten des Landes beklagen, daß hier keine europäische Ordnung von Jahrhunderten ist, und daß sie den eigenen Bezirk ihres Daseins erst von neuem aufzubauen haben. Es kommt, wie gesagt, wesentlich darauf an, den Aus- Wanderern schon im Galuth von der Wirklichkeit des Landes zu erzählen und ihnen sq zu helfen, die ersten schweren Wochen zu überstehen, bis die Illusionen zerplatzt sind. Dabei ist die Hilfe aller Wohlgesinnten Palästinas willkommen, während bisher in den Städten der deutsche Kreis fast allein diese schwere Aufgabe auf sieh genommen hat. Erst nach der Krise der eisten Wochen kann der neue Einwanderer von der Wirklichkeit Palästinas aus eine neue Beziehung zum Lande gewinnen, die nunmehr nichts mehr mit dem happy end auch der Palästinafilme und den primitiven Vorstellungen von der paradiesischen Insel, dem solidarischen Bruder mit den offeneu Armen und der Allmacht der Zionistischen Organisation irgend etwas zu tun hat. Er wird dann vielmehr erkennen, daß der wahre Aufbau des Landes von opferbereiten M c n ־ sehen erfolgt ist, die in die Wüste gingen und kolonisierten oder in der Stadt die Wirtschaft schufen, daß diese Schicht von Beginn des Aufbaues an gegen Mictswueher und Ausbcutung protestiert hat und daß cs darauf ankommt, mit dieser Schicht, die als beste die Gesamtheit repräsentiert, zusammen Schritt für Schritt ein besseres Erez Israel zu schaffen, wobei Kritik an den Dingen des täglichen Lebens zwar nützlich, aber nicht vordringlich ist. Jedenfalls aber wird ihm klar werden, daß, wenn er seihst den Anschluß an die Gemeinschaft nicht mehr findet, doch für seine Kinder die Chance gegeben ist, an einer besseren Zukunft inifzuarbeiten und daß dies wohl der größte Wert der vollzogenen Uebersiedlung ist. Zur Soziologie der deutschen Einwanderung Von Dr. Margarete T 11 r n o w s k v - P i n n c r (z. Zt. Tiberias). Mir liegen 280 Fragebogen vor, die von neu eiligewanderten Deutschen in einer Beratungsstelle der Hitacliduth öle• Germania ausgetüUt wurden. Diese Bogen enthalten — unter Einrechnung der miteingewanderten 62 Ehefrauen und 80 Kinder — Angaben über •131 Menschen. Es ist eine zufällige Zahl, in zufälliger, nur durch das Alphabet bestimmter Zusammenstellung, ein kleiner Ausschnitt aus dem Kreis der Zuwandercr. Immerhin erscheint die Zahl als ausreichend, um ein Durchschnittsblld der deutschen Einwanderung zu geben, und gerade die Absichtslosägkeit der Auswahl macht eine grundsät/lichc Untersuchung möglich. Korrigierend wirken nur folgende Momente: Die Beratur.gsstclle, deren Material hier vorliegf, ist in Jerusalem, also iin Innern des Landes; ein Teil der Einwanderer, besonders chalu/ische, landwirtschaftlich oder handwerklich gut ausgeüiidete Menschen finden ziemlich sofort nach der Ein- Wanderung von einer der Hafenstädte aus Arbeit und berühren Jerusalem zunächst nicht. Hier sind ergänzende Untersuchungen aus dem Haifaer oder Tel-Awiwcr Material nötig. Ferner: die — allerdings verhältnismäßig kleine — Gruppe der Einwanderer, die mit festen Stellungen, mit dureligearbeitefen Projekten oder großen Vermögen ins Land kommt, sucht die Beratungsstelle kaum auf, so dafl gerade die oberste Schicht der Einwanderung aus der l hitersuchung herausfällt. Ebenso fehlen Schüler, denen .schon vor der Uebersiedlung Plätze in I.chriustituten gesichert sind. Andererseits erfaßt die Stelle die verschiedensten Kategorien, weil sie nicht mir Arbeitsuchende berät, sondern auch allgemeine wirtschaftliche Ratschläge gibt, hebräische und englische Untcrrichtskurse einrichtet, Wohiiungsmeldtingen entgegennimmt, Schlafstellen im Einwanderungsheim an weist, in einigen Krankheitsfällen helfend eintritt usw. Bei der Untersuchung des vorliegenden Materials zeigt sich folgende Schichtung: a) Geschlecht: Unter den 289 Einwanderern waren 185 Männer und 104 Frauen. Das so errcchnete Verhältnis von 6+ ״« Männern zu 3'1 ״'׳ krauen verschiebt sich alter durch 62 Frauen, die --- z. T. beruflich ausgebildet, z. T. berufslos — mit ihren Männern nach Palästina kamen und ihre Angaben auf dem Fragebogen der Männer mitmachten, Unter Einrechnung dieser Einwanderinnen ergibt sich das Verb: dtnis von 53 ','־•M;inner!! mul 47 ״.. Frauen. Der na cli frühe ren Einwanderung cn zeit :wckc fu!!!bare erhebliche Manueml:!erschuf! besteht dein n: ich hi *i der deutschen Ali!ah nicht. b ׳) Alter: Die mitpebr achten K imler wurden bc •i der Unter wuchung nicht bc riK'knic hlii't, die Zahlen beziehe! 1 sich aussc hlicßlidi auf die 289 euwn e n Ausfuli'er der i -'-‘'״);זbogen. Hiervon waren Unter 20 Jahre 11 10 ,־■> 5,3) > 20—30 Jahre 113 (49,4 <■ (״ 30—40 Jahre 88 ׳> 33,5) (״ •10—50 |ahre 31 (10.$ " (יüber 50 Jahre 11 ״י' 3,8) )" Summ־־ 1 2S9 ׳־> 100) (׳ I Tic Einwanderer z wische: 11 20 11! nd 10 Jahren bilden dem nach rund SO'״׳ der ( iewuiit cinwan derung. Die Alterss chiclitung ist also!•:eine ungiin-ti j;e. c ) -'s t a a t s a 11 •:׳ e h ö r i : e keit Bei!1111 vorlieg ־enden Falle! 11 handelt es sich du rein .ve£ um , Menschen, die im Lauf der 1 etzten Monate au s Den tschlan d , ausw änderten. 230 von ihnen waren deutsche Staats bürg er n isp. Staatsbürger eines der deutschen Lander. 59, al so 2( 1 ״!, 1 der Gesamtzahl, hatte» eine fremde Staatsang chörig' keit 0! .Ier waren staatenlos. d) B c r u f s s c 11 i c 111 u!1 g: 1. H a u p t gr 11 p p e!1: Von den 2S9 Einwanderern waren: Akademiker 93 (32,2״.״) Angehörige der kaufmännischen Berufe 77 (2(>,61>״) Handwerker 50 (17,2 °,'o) Pädagogen und medizinische Hilfsarbeiter 26 (8,9 0׳״) Hausangestellte 25 (S,6 י,;״) Landwirte und Gärtner 12 (1,4°״) Sonstiges (nicht akadem. Mitglieder der freien Berufe, ungelernte Arbeiter) 6 (2,1 °>) Summa 289 (100 ״,״) Die angegebenen Prozentz.ahlen verschieben sich mir wenig, wenn man den Beruf der Ehefrauen mitberücksichtigt, die nur auf den Fragebogen ihrer Männer mitgenannt wurden. Von den 62 derartigen Frauen sind 33 berufstätig. Davon 9 Akademikerimien, 8 kaufmännische Angestellte. 6 Handwerkerinnen, 7 pädagogische und medizinische Hilfsarbeiterinnen, 1 Gärtnerin, 2 Angehörige der freien Berufe. ln der Gesamtzahl von 322 ('289 und 33) machen dem nach Akademiker 31,6 r!0 kaufmännisch Tätige 2(1,7 g 1 iandv, erker 17,3 ',u Piul. und rned. Hilfsarbeiter 10,2 0״ 1. amlwirtc und Gärtner •1,0 G aus. Dies durchaus anormale und auch der allgemeinen Berufsschieiitung der deutschen Juden nicht entsprechende Ucbcrwiegen der Akademiker erklärt sich naturgemäß zumidist aus der politischen Situation in Deutschland mit ihrer weitgehenden Ausschaltung der jüdischen Akademiker, sie spiegelt aber auch den bisherigen Aufbau der zionistischeu Ortsgruppen in Deutschland. Andererseits ist die verhältnismäßig hohe Zahl von Handwerkern und Hausangestellten aus der Chalti/bev egung und der Bevorzugung dieser Bcriifsgruppen bei der Erteihing von Zertifikaten auch an luchtzionistische Einwanderer zu erklären. Daß die Gruppe landwirtschaftliche und gärtnerische Berufe trotz der mindestens gleichmäßigen Bevorzugung bei der Zcrtifikateerteiiung und den jahrelangen Urnsehichtungsbestrebungeii der Jugendvei bände und des Hechaluz nur 4,4 «« (resp. 4 ״ ׳) aiisuuuhf, ist offenbar darauf zurückzuführen, daß bei der Stärke der Einwanderung das ehaluzische Element zahlenmäßig zurücktritt. Bei dieser Zahl ist aber auch die eingangs erwähnte Tatsache zu beachten, (laß gerade die landwirtschaftlich und gärtnerisch nusgebilücten Menschen sehr bald nach ihrer Ankunft im Lande Arbeit finden. Sie sind, soweit sie überhaupt in die Büros der Hitacliduth Olej Germania kommen, hauptsächlich in Tel-Awiw oder Haifa, nicht in Jerusalem gemeldet. Es ist anzunehmeii, dafl die notwendige ergänzende Durchsicht des dortigen Materials den Prozentsatz erhöhen wird. Aber auch unter Berücksichtigung dieses korrigierenden Moments bleibt die Tatsache der ung mistigen Berufsschichtung bestehen. Von gewissem Interesse dürfte sein, daß unter den 50 Handwerkern 20 nichtdeutsche Staatsbürger sind, also 4Ö<y,>, während bei der Gesamtheit der •untersuchten Fälle die Zahl der Nichtdeutschcn nur 20 0'י׳ beträgt. 2. Untergruppen: Eine Unterteilung der Berufsgruppen ergibt folgendes Bild: Juristen (Anwälte 14, Richter 1, Assessoren und Referendare 4) 10 Aerzte 11 Zahnärzte 3 Ingenieure 8 Architekten 3 Apotheker 4 Chemiker 3 Lehrer 12 Klavierlehrer 3 Angehörige diverser freier Berufe 8 Studenten 10 Summa: 93

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