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Jüdische Rundschau · 1933-11-10 · Heft 90 (10.11.1933) · p. Seite 788

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVIII (1933)
Issue
Heft 90 (10.11.1933)
Date
1933-11-10
Page
Seite 788 (sequence 8)
Language
German
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Seite 786 JÜDISCHE RUNDSCHAU 1 ץ| 11 * i M■ -־ 'ff -י- I % , g!F;; Nr. 90. 10. XI. 1933 Dazu kommen von den Ehefrauen: 1 Referendarin, 2 Acr/tinnen, 3 Zaiinnr/Iiniien, 2 Lehrerinnen, 1 Musikpädago׳;in, 2 Ainjehörige der freien Berufe; Summa: 11. Die Kategorie der Handwerker umfaßt folgende Berufe: Elektrotechniker Schlosser SUineider Tödiler Chan ff eure Blicker Weber 11־•!!!'Inder Kellner W;!scher. Bügler Sattler 8 6 6 4 4 3 2 2 2 2 1 Kürschner Putzmacher Buchdrucker Bauarbeiter Koch Metzger Friseur Photograph Anstreicher Dekorateur je 1 Summa: 50 Dazu kommen 6 handwerklich tätige Ehefrauen: 1 Buchhinciciin, 3 Schneiderinnen, 1 Graphikerin, 1 Friseuse. Luter den 26 p a d a g 0 g i s c h c n u n d in « d i z i!1 i - s c 11 e n H i I f s a r b e i t e r n sind: Kindergärtnerinnen Ovnm astiklehreri rmen Krankenschwestern Soeialbeamtinnen 13 (dazu Ehefrauen 1) 4 (dazu Ehefrauen 1) 4 (dazu Ehefrauen 1) ל Aer/tliche Assistentinnen 2 (dazu Ehefrauen 1) Zahntechniker 1 Summa: 26 (7) Von den 10 cingew,änderten Studenten wollen 8 mit Hilfe MH! stundenweisem Nebenverdienst weiterstudieren, 11 in treinde Berufe übergehen. t ’ntcr den 77 k a 11 f in a n n i s c 11 Tätigen waren iu eigenen Ge-diaften, Agenturen und Vertretungen selb- 1 * I u; i tutig. Von den übrigen waren 23 allgemeine kaufmännische Angestellte: 18 (17 Frauen) Büroarigestellte. Da fnr den Antritt einer Bürostelle in! Lande hebräische 1 ׳'er weni-istens eitgliseite Sprach Kenntnisse ziembi! tinert.iBlieh sind, erfolgt eine weitere Durchsicht unter di!cm Gesichtspunkt. Nach den — hier allerdings vielfach n dit «.;an/ exakten ־ Angaben der Fragebögen ergibt sich, da!׳, mir ',in־ der gemeldeten Angestellten durchschnittlidi־.־ hi-, perfekte hvbt ,!i-ehe Kenntnisse und 9 entsprechende uiglkche Kenntnisse liriben. Die gleiche 1 'ntcrsuchung ergab für die auf perfekt Itcbrai-cltc Kenntnisse unbedingt angewiesenen 12 Lehrer und 13 Kindergärtnerinnen, dal1, mir J Lehrer und 1 Kindergärtnerin die Sp,rache hei der Einwanderung ausreichend be- IkTchten, e) E r g ä n z e n d e A n g a b c n ׳.!.Herkunftsorte: Aus der Berufsschichtung und der allgemeinen Situation der deutschen Juden erhellt von selbst, dati die Einwanderung fast durchweg eine städtische ist. Es ist aber von Interesse, da(1 nur 46 der 280 Ein- Wanderer {1b ״׳׳) aus deutschen Klein- und Mittelstädten, dagegen 213 (84 ׳>.,) aus Großstädten kommen, eine Tatsache, die das Einlebeu in den engen Verhältnissen Palästinas vielfach erschwert. 2. Kapital: Von den 289 Einwanderern gaben 30, also 10,4 «0, an, Kapitalien von mindestens £ 1000 zu besitzen. Es ist anzuneJimen, daß der Prozentsatz der Kapitalisten innerhalb der Gesamteinwanderung etwas größer als hier errechnet ist, da gerade unter den Einwanderern mit Kapital ein größerer Teil die Beratungsstelle nicht aufsucht. Andererseits führt der Wunsch nach einem umfassenden Ueberblick und fachmännischer Beratung bei der Kapitalanlage verhältnismäßig mehr Einwanderer mit Kapital als chaluzischc Kräfte nach Jerusalem, so daß ein gewisser Ausgleich der Pro/entzahlen entstehen dürfte. 3. B e ru f s p I ä 11 e: Die angegebene berufliche Schichtnng wird einem erheblichen Teil der neu ins Land Gekommenen nur dann die Möglichkeit zur Einordnung geben, wenn eine Berufsunisdiichtung erfolgt. Die häufigste, aber fast immer mir für eine Zwischenzeit gedachte und darum bedeutungslosere Umschichtung Kt der l,,ebergang von akademisch oder kaufmännisch ausgebildeten ITauen in die Hauswirtschaft. Die Entwicklung der einzelnen Fidle konnte im übrigen noch nicht beobachtet «erden. Die Angaben über die ge- «imschte L'mschichtmig sind erfahrungsgemäß vorsichtig aufzunehmen: Viele Einwanderer, die zunächst glauben, nur in ihrem eigenen Beruf arbeiten nt können, gehen unter dem Zwang der Verhältnisse in einen anderen Beruf über; viele, die die Absicht der Umschichtung haben, versagen bei der Ausführung. Immerhin ist es nicht uninteressant, daß von den zionmtnen 17(1 Kauflcuten und Akademikern mir 13 atigaben, aufs Land gehen zu wollen, und IS eine haridwerkliehe Lehrstelle wünschten. Das Israelitische Konsistorium in Paris hat an Stelle des vor einiger Zeit verstorbenen Grand Rabbin J. H. Drevfuß einstimmig Rabbiner Julien VL e i 11 zum Grand Rabbin von Paris gewählt. Der Grand Rabbin von Frankreich ist bekannt!ich Rabbi Israel Leu. Die Judendebatie im polnischen Sejm Warschau, 6. November. (J. T. A.) Der nach siebenniqnatigen Ferien zusammengetretene polnische Sejm hatte gleich in der ersten Sitzung eine Judendebatte. Nach den Programmreden des Premierministers Jendzejcwicz und des Finanzministcrs Zawadsky brachte, wie wir bereits meldeten, der erste Redner in der Generaldebatte, der Sprecher der nationaldemokratischen Partei, Prof. Ribarskv, die Judenfrage aufs Tapet Er behauptete, daß es den Juden in dieser furchtbaren Krisis immerhin besser geht als den Nichtjuden, die polnische Intelligenz werde in den Städten durch die Juden verdrängt, Ribarskv forderte die Hinausstoßung der Juden aus ihren Positionen in Handel und Industrie und sagte, Polen könne aus Deutschland verdrängten Juden kein Asyl gewähren. — Der Führer der oppositionellen Bauernpartei, Rüg, erklärte es für unmoralisch, die christliche Armut gegen die jüdische Armut zu hetzen, und sagte, Unterdriiekung der Juden sei nicht nur ein Verbrechen an diesen, sondern auch ein Verbrechen an der Menschheit. Er stimme mit Prof. Ribarskv darin überein, daß Polen nicht das Meer sein kann, in das alle Judenströme einmünden. — Abg. Dr. Thon trat im Namen des Jüdischen Klubs den Ausfülirungen Ribarskys und Rugs entgegen und sagte insbesondere Ribarskv, wenn er aus dem Umstand, daß die Juden mehr als alle anderen Schichten der Bevölkerung die 11ationale Anleihe gestützt haben, den Schluß ziehe, daß es den Juden besser gehe als den Nichtjuden, so irre er gewattig; die luden hätten ihre letzten Groschen hergegeben. Von den Juden, die Deutschland verlassen haben, seien kaum 1500 nach Polen gekommen, die meisten von ihnen seien polnische Staatsbürger. Die Juden wollen ihr Heim in Palästina aufbauen. Leider seien die Juden in Polen immer noch nicht vollberechligte Bürger, sie werden als Beamte nicht angestellt und in den Zeiten der Krisis seien die wenigen jüdischen Beamten die ersten Opfer des Abbaus. Dr. Thon dankte dem Unterrichtsminister dafür, daß er den hebräischen Mittelschulen Oeffcntlichkeitsrecht zuerkannt hat, und ersuchte die Regierung, bei den kommenden Parlamentswahlen auf die Juden keinerlei Druck auszuüben. Die Regierung möge die notleidenden jüdischen Institutionen stützen. Dr, Tlion schloß; Wir Juden, ein altes Volk, werden auch dem jetzigen Sturmangriff standhalfen und weiter für die Ideale der Menschheit arbeiten. — Abg. Niedzczalkowski (Regierungspartei) warnte Ribarsky und die Nationaldcmokraten vor dem Plan, sich der Regierungsmacht mit Hilfe des Antisemitismus bemächtigen zu wollen; denn die Massen, einmal aufgehetzt, werden vor den jüdischen Geschäften nicht haltmachen. — Rabbi Lewin (Agudah) forderte eine Erhöhung des Zuschusses für den jüdischen Kultus und Milderung der Zwangssonntagsruhe. In Polen, schloß er, ist Platz für beide Völker. Abwehr front fegen den Antisemitismus in Rumänien Bukarest, 5. November. (J. T. A.) Der offizielle Repräsentant des jüdischen Kultus im rumänischen Senat, Oberrabbiner Dr, I. Niemirower, hat die Initiative zur Bildung einer einheitlichen jüdischen Abwehrfront gegen den Antisemitismus in Rumänien übernommen und eine Versammlung von Vertretern aller repräsentativen jüdischen Körperschaften einberufen, die Richtlinien für ein gemeinsames Vorgehen in dieser Frage unter Zurückstellung aller innerjüdischen Dilferenzen ausarbeiten soll. Grundstücksverkauf von Nlcljtarlern. In einer Verordnung des Senators für Inneres und Justiz in Bremen ist von Anzeichen die Rede, die dafür sprächen, daß in Deutschland ansässige Grundstückseigentümer nichtarischer Abstammung ihre inländischen Liegenschatten zu veräußern suchten, um sich unter Mitnahme des Erlöses in das Ausland zu begeben. Um der Gefahr einer dabei beabsichtigten Verletzung Steuer- und devisenrechtlicher Vorschriften zu begegnen, werden die Notare verpflichtet, von allen Grundstücksveräußerungsgeschäften, bei denen derartige Anhaltspunkte vorliegen, nach Abschluß der Beurkundung unverzüglich dem zuständigen Landesfinanzamt Mitteilung zu machen. Die Druckerfamilie Soncino, lm Verlage von Dawid Frankel, Wien II, Taborstr. 24 a, erschien eine Monographie der Soncinaten von A. M. Habermann in hebräischer Sprache unter dem Titel ״Ha-Madpissim Bene Soncino1‘. Sämtliche hebräischen Drucke der Soncinaten sind hier ausführlich verzeichnet. aläsiinaMMs Keren Hajess01le.il. Postscheckkonto: Berlin Nr.104951 Bankkonto: Dresdner Bank, D e p 0 s i t e n k a 8 a e KurUlrstandamrn 181 Nach einer Meldung aus Jerusalem wurden am Fußt I des Oelbergs, in der Nähe des Gartens Gethsemane, von I einem Mönch die Leiche einer 25jährigen New Yorker Tänze- 1 rin namens Joan Winter und eines indischen mohamniedanisehen Beamten Kirmani aus Haiderabad aufgefunden. Die Beiden, die am vergangenen Sonntag an Bord des Dampfers ,,Vienna“ in Palästina angekommen sind und in Jerusalem in einem mittleren Hotel Aufenthalt genommen haben] scheinen aus nächster Nähe erschossen worden zu sein. Nach einer Reutter-Meldung starb der ehemalige Groß- 1 rabbiner von Leningrad, Dr. Simon Lazareff, in einem rtissi- I sehen Gefängnis, nachdem er wegen ״religiöser Propaganda“ I zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden war. 1 Geschäftliche Mitteilungen (Ohne Verantwortung der Redaktion.) Brillanten bis za KM. 1OG0 p. K., (׳oldbmcli aui der Ba.-is von RM. 2,79 für Feingold, SÜberlmidi bis zu 3 j'icnnigc und Fa׳,u!1silber bis za 6 Pfennige das Gramm. FacmipreFe für jed.'n Fegmstand, den man noch verwenden kann, zahlt Ihnen die Itckanntc Ankaufsfirma B. Ehrlich, Berlin W 50, Taucnt/iensfr. 14, hjit־.. im Stillerhaus, Bavaria 32 71. Allerhöchste Preise und nur ״egen Kassa. Auf Wunsch werden Sie zu Hause besucht und von meinen) Vertreter reell bedient. Leo Carsten, der bcstberiUinite Friseur des Berliner Wes!־— יהי׳ eröffnctc in der Meinekcstr. 27, dicht am Kuriursfondanim. sine neuen, mit erlesenem (Jcschmark ausgestafteten Raume für Damen und Herren. Modernste Kosmetik. Ilaaibodenjillcgc, Kopfwäsche und Massage werden hier neben allen anderen Zweig •n der Fri-v.mr kunst und Schönheitspflege von ersten Kräften als Spezialität au!־.- geführt. Kabarett im Cafd Leon! Die Initiatoren dieser Veranstaltungen sind zu beglückwünschen. 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