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Jüdische Rundschau · 1933-11-07 · Heft 89 (7.11.1933) · p. Seite 771

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVIII (1933)
Issue
Heft 89 (7.11.1933)
Date
1933-11-07
Page
Seite 771 (sequence 3)
Language
German
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)33 Nr. 89, 7. XL 1933 jüdische Rundschau Seite 769 iblsche gegen sendet aufgeist In errscht er ist. hnen offene!lassen marrabern' In der andeit. »iicher, i rasch oder testbefolgt!gelegt 1d der eutend richten!gaben tet, 25 eliefert undete unbedaß rischer 1, daß Draht- : einer •wegen n enden sv e r - 13rmal. linwange■;aulen aut itungen ition in Lande Morgen ilkarem le von >is auf v e r ־ ls-Berg letzten. *,Mens- 5. Dez. nit den ommen is vier und im um an nstituts nie in teilzuelimunitt und ier Er- Novcm- 8. Nor Verr festin Pa- 11 e Bürs h i b i, js mosensetzt, n März gcnomrtments ich be- :h stets Kochs, Jerusaglaubt, ut ausobwohl rolinergrößere faß die erfolgt ■beliefeeis ließ, logen m war rak erer Auflurchzuder Eig Auf ent■ Was nun? Von Dr. Ernst Simon, Haifa, z. Zt. London. Die Unruhen in Palästina scheinen beendet zu sein. Bald wird das Leben wieder seinen gewohnten Gang gehen und das Gesicht des Landes keine erkennbaren Veränderungen mehr aufweisen. Infolge der energischen Haltung des Oberkommissars und der ihm unterstellten Polizei sind die Demonstrationen sehr schnell unterdrückt worden und ist es zu keinem eigentlichen Aufstand gekommen. Die Frage, die sich nun vor uns Zionisten erhebt, lautet: Berechtigt uns dieser Tatbestand, d. h. die durch Gewalt britischer Waffen erfolgte Wiederher- Stellung der Ruhe binnen kürzester Zeit, dazu, das Erlebnis der letzten Tage aus unserem Gedächtnis zu streichen und unseren bisherigen Weg ״unbekümmert“ fortzusetzen? Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, bedarf es zunächst einer Analyse dessen, was geschehen ist, und dann einer Aufzeigung dessen, was möglicherweise zur Vermeidung ähnlicher Geschehnisse in der Zukunft von uns aus geschehen könnte und müßte. I. Der Tatbestand Es wird dieses Mal leichter sein, sich in der zionistischen und jüdischen Geffentlichkcit über die Aus- Wertung der Tatsache zu verständigen, als es nach den Unruhen des Jahres 1929 war, denn wir haben dieses Mal, Gott sei Dank, keine jüdischen Menschenleben zu beklagen. Das darf uns aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß trotzdem wir — wenn auch vielleicht nicht nur wir — die Angegriffenen sind. Es bedeutet aber einen erheblichen äußeren und moralischen Kräfte- Zuwachs der arabischen Nationalbewegung, daß sie dieses Mal ihren Stoß nicht, wie 1929, gegen den schwächsten Punkt (den alten Jischuw in Safed, Hebron, Jerusalem), sondern gegen den Stärksten gerichtet hat: gegen die Britische Polizeimacht. Niemand kann dieses Mai von ,,Pogromen“ sprechen, sondern man wird die Ereignisse wahrheitsgetreu nur bezeichnen können als den, zuletzt gewaltsamen, Versuch, eine von der Regierung verbotene politische Demonstration durchzuführen. Dazu tritt als zweites, wie auch die Kommentare der englischen Presse bereits hervorgehoben haben, daß dieses Mal die arabischen Führer sich nicht, wie 1929, persönlich im Hintergrund gehalten haben, sondern sich, wenigstens teilweise, an der Demonstration beteiligten, obwohl sie vom Oberkommissar ausdrücklich verwarnt worden waren. Infolgedessen ist nun auch ein dritter unterscheidender Punkt zu verzeichnen: einige der arabischen Führer sind festgenornmen worden, wohl kaum gegen ihre Absicht: damit hat diese Führerschicht die Vcrantwortung für die Geschehnisse pjfizj.elj . a11f. sich genontmen und also die genau umgekehrte Haltung gezeigt, wie in den Prozessen und Sitzungen der Untersuchungsausschüsse, die den Geschehnissen des Jahres 1929 gefolgt waren. II. Erklärungsversuche 1. ״Die arabischen Massen sind nicht von selbst in Aktion getreten, sondern von ihren Führern aufgehetzt worden.“ Demgegenüber ist zu sagen, daß Massen niem als ״von selbst“ in Aktion treten, sondern immer von Führern dazu bestimmt werden, welche Einwirkung, je nach dem Standpunkt des Beurteilenden, entweder ״Propaganda der direkten Aktion“ oder eben ״Aufhetzung“ genannt wird. Noch jede Bewegung, die einen bestimmten Zustand zu ändern suchte, ist von denjenigen Kreisen, die an der Aufrechterhaltung dieses Zustandes interessiert waren, als ״hetzerisch“ bezeichnet worden: dem Zionismus ging es seinerzeit gerade so. 2. ״Die arabischen Führer haben die Aktion nur unternommen, um ihr sinkendes Prestige wiederherzusteilen.“ Wenn dieses (z. B. von der Londoner ״Times“ vertretene) Argument richtig sein sollte, was durchaus möglich ist, so wäre es keineswegs beruhigend. Denn es würde aussagen, daß die arabischen Führer wegen mangelnder Radikalität unbeliebt sind und den verlorenen Boden eben durch einen Akt der Radikalität wiederzugewinnen suchen. Und so ist es in der Tat. Jeder Kenner Palästinas weiß, daß die heute heranwachs ende, zum Teil bereits europäisch, und d. h. nationalistisch geschulte Jugend die ältere Führerschaft an Radikalität bei weitem übertrifft. 3. ״Die Protestaktion der Araber gegen die jüdische Einwanderung liegt nicht im wahren und wohiverstandenen Interesse des arabischen Volkes selbst. Der Zuström jüdischen Kapitals, die Anwendung moderner technischer Methoden usw. trägt zum wirtschaftlichen Aufstieg des ganzen Landes bei. Ein Vergleich mit dem Standard der von jüdischer Einwanderung unberührten arabischen Nachbarländer bestätigt dies.“ Das Argument ist nur teilweise richtig, und soweit es richtig ist, wiederum nicht ohne weiteres optimistisch auszuwerten. Es ist nur teilweise richlig, dem! nicht alle Teile der arabischen Bevölkerung Palästinas nehmen an den Kapitalssegnungen der jüdischen Einwanderung teil. Die von ihr Ausgeschlossenen (z. B. Gebirgs-Fellachen) spüreu aber den wirtschaftlichen Aufschwung nur an seiner •Acliillesverse: der Teuerung aller Bedarfsmittel. Es wird allerdings schwer fcstzustcllen sein, wie groß die betreffenden Teile der arabischen Bevölkerung sind. In einem bedeutenden Umfange ist das Argument also, rein faktisch genommen, richtig. Aber es beantwartet nichts, und zwar aus zwei Gründen. Einmal ist der wirtschaftliche Faktor in der arabischen Argumentatian und Ideologie nicht primär, sondern sekundär. Primär ist der nationale Faktor: ist die objektive, vielleicht unbegründete, psychologisch aber sehr reale Angst, von den Juden ״überschwemmt“ zu werden, und der Groll darüber, daß die — tatsächliche oder vorgegebene — Rücksichtnahme der Mandatsregierung auf den zionistischen Widerspruch dem Lande bisher diejenigen Selbstverwaltungskörperschaften vorenthielt, die sämtliche Nachbarstaaten bereits besitzen, und ist schließlieh die Besorgnis, ein jüdisches Palästina möchte der als werdend angesehenen arabischen Einheit für immer hinderlich sein. Zweitens aber ist es ein Trugschluß zu meinen, daß ein Volk sich politische Aspirationen durch wirtschaftliche Vorteile abgelten läßt. Die Geschichte lehrt das genaue Gegenteil: wirtschaftlich aufsteigende Völker suchen dem neu empfundenen Kraftgefühl und dem Ökonomischen Inhalt die entsprechende politische Form zu geben. Das gleiche gilt für Revolutionen: die Wirtschaftlieh aufsfeigenden Bauernschichten Englands und Frankrcichs waren die aktiven Träger der revolutionären Bewegungen in beiden Ländern und benutzten die Verelendung ariderer Bauernschichten nur als Argument und, gelegentlich, als Reservoir. III. Der nächste Schritt Wir wollen diesmal nicht Zukunftsprognosen auf weite Sicht stellen. Wir wollen nur von dem nächsten Schritt sprechen, der auf dem zionistischen Wege gegangen werden muß, falls der hier aufgezeigte Tatbestand zutrifft, die Versuche, ihn zu erklären, sich als unzureichend erwiesen haben und weitere plausible Deutungen bisher nicht vorliegen. Dann müßten wir uns also damit abfinden, daß in Palästina eine an Kraft und moralischer Würde zunehmende arabische Nationalbewegung besteht, die sich dem bisherigen Zionismus entschlossen zu widersetzen gewillt ist. Aus dieser Diagnose gäbe es prinzipiell drei Folgerungen: 1. die revisionistische: ״Der jüdisch-arabische Konflikt ist eine vitale Notwendigkeit unserer und der arabischen Situation; er muß mit allen Mitteln durchgekämpft werden.“ Diese Stellungnahme wird von zahlreichen Nichtrevisionisten geteilt, die sich von jener Partei zum Teil nur in taktischen Zweckmäßigkeitsfragen oder im Vollzug der — freilich zwingenden — sozialen Konsequenzen unterscheiden; 2. die antizionistische: Das Experiment Palästinas ist wegen seines zu hohen Gefahren grades aufzugeben, so sehr auch gerade die heutige Lage der Weltjudenheit sein Gelingen erfordern müßte; 3. die einer freiwilligen nationalen Sclbstbcschränkung: Der Gegensatz zwischen der arabischen Nationalbewegung und dem heutigen Mehrheits-Zionismus ist unüberbrückbar. Die arabische Nationalbewegung können wir nicht von innen her ändern; sie kann nur anders werden, wenn der Zionismus anders wird oder wenn dort interne Entwicklungen eintreten, auf die wir nur sehr indirekten Einfluß haben. Deshalb muß das, was geschehen kann, bei uns geschehen. Es ist, für den Augenblick, das Folgende: a) Bewußte Einbeziehung eines b c - stimmten Prozentsatzes arabischer Arbeit in den jüdischen W i r 1 s c 11 a f t s k r c i s 1 a u f. Der Aufruf, den der Waad Leurni an die arabische Bevölkerung gerichtet hat, spricht von dem wirtschaftlichen Nutzen, den der jüdische Aufbau den Arabern bringt, und illustriert ihn durch die Tatsache, daß zahlreiche arabische Arbeiter in den jüdischen Kolonien usw. beschäftigt sind. Die Feststellung dieser, zweifellos riehtigen, Tatsache wird solange keine Beweiskraft haben, als die genannten Ergebnisse Nebenprodukte des Aufbau- Prozesses sind, statt von vornherein mitbeabsichtigte Zielsetzungen. Jeder politisch Denkende in Palästina weiß, daß eben jene Beschäftigung arabischer Arbeiter in jüdischen Betrieben eher gegen als mit dem Willen der heute im Zionismus herrschenden Arbeiterpartei stattfindet. Aktionen, diesen arabischen Anteil herab/udrücken, sind an der Tagesordnung: die Berufung auf ihn kann also keinen politisch-psychologischen Wert besitzen. Niemand verkennt die innere Schwierigkeit dieser Frage. Jeder Zionist sieht in der Berufsumschichtung und der landwirtschaftlichen Basierung des jüdischen Volkes eines der vornehmsten Aufbauziele. Jeder weiß, daß die arabische Arbeit schlechter bezahlt wird und leichter zu handhaben ist als die organisierte jüdische, und daß die Plantagenbesitzer nicht aus internationaler Friedensgesinnung, sondern aus Eigennutz oft arabische Arbeiter den jüdischen vorziehen. Diese objektiven Schwierigkeiten sind da und lassen also eine glatte Lösung nicht zu. Auch sie drängen uns auf den Weg des ״schöpferischen Kompromisses“. An seinem Beginn würde am besten eine Aktion der Arbeiterschaft in ihren eigenen Betrieben stehen (Jachin usw.): sie sollte einen bestimmten Prozentsatz arabischer Arbeiter unter den gleichen Bedingungen, wie die jüdischen einstellen und organisieren. Damit wäre ein weiterer praktischer Schritt zur gemeinsamen Organisierung der jüdischen und arabischen Arbeiter gemacht. Sic allein kann, auf die Dauer, die systematisch gewollte Hebung der arabischen Massen und damit deren psychologische Bereitwilligkeit bringen, auf das Argument des wirtschaftlichen Vorteils überhaupt zu hören. b) Die politische Frage ist damit allerdings, wie oben dargelegt, keineswegs gelöst. Im Gegenteil: die wirtschaftlich aufsteigende Araberschicht wird ihre politischen Forderungen anmelden. Aber einmal wird sie es nicht im Zwange des heute noch vielfach vorwaltenden Feudalverhältnisses tun, das den Effendi instand setzt, in weitgehender Unabhängigkeit von den Massen zu agieren, und zweitens ist es weniger gefährlich für uns, wenn eine zwangsläufig notwendige Bewegung mit unserer Förderung und z. T. durch uns geschieht, als wenn sie, und sei es etwas langsamer, gegen uns läuft. Ganz das gleiche gilt nun auch für die politische Frage selbst. Wie schon gewisse Verlautbarungen der allerletzten Tage zeigen, wird eine Aenderung des politischen Status Palästinas nicht auf die Dauer aufzuhalten sein. Verweigern wir unsere konstruktive und positive Mitarbeit, verbleiben wir in der r2i!1 negativen Haltung, so wird alles gegen uns ausfallen, sowohl psychologisch wie faktisch. Bejahen wir prinzipiell den Gedanken einer Verfassung, nehmen wir — gerade in diesem Augenblick unserer verhältnismäßigen Stärke — den Versuch der direkten und indirekten Verhandlungen neu auf, unterstützen wir die Mandatarmacht in ihrem Bestreben, auch den arabischen Ansprüchen gerecht zu werden durch einen eigenen positiven Vorschlag zu den aktuellen Fragen — so haben wir vielleicht die Aussicht, trotz aller der ungeheuren Schwierigkeiten, die da im Wege stehen, ein erstes gemeinsames Werk zu schaffen. Gerade von der!1 e u g e w ä!111 e 1! Exekutive der Jcwish Agency wird man die, hier bewußt nur in ganz großen Zügen angedeutete, Aktivität erwarten müssen. Sie ist von der Arbeiterschaft beherrscht, die prinzipiell den binntionnkm Charakter Palästina anerkatint hat. Sie erfreut sich der führenden Mitarbeit Dr. Wcizmanns, den der vorletzte Kongreß wegen seiner ״jenseits des Majoritätsprinzipes“ stehenden Fomuilierttngen nicht wiedergewählt hat. Sie zählt unter ihren Mitgliedern Männer wie Ben Ciurion und Berl Locker, Ruppin und Senator, die den Ernst der Araberfrage z. T. schon vor Jahrzehnten hervorgehoben haben. Sie vertilgt in Palästina über Zweidrittehnajoritat und ist in ihrer Zusammensetzung im wesentlichen homogen. Wenn sie den nächsten Schritt tun wird, der heute auf dem Wege der jüdischen Geschichte und des Palästina׳!!!{- flaues liegt, so werden die arabischen und englischen Männer, deren Opfertod für Palästina wir beklagen, vielleicht auch für Erez Israel gestorben sein. In den Tagen der Unruhen Von unserem palästinensischen Korrespondenten. Als Ergänzung der bereits vor! uns abgedrucklen tele• graphischen Berichte gehen wir aus den uns zugekommenen brieflichen Schilderungen unseres Korrespondenten, die naturgemäß erst etwa eine Woche später eintrafen, noch einige Bruchstücke wieder. Red. gl. Tel-Awiw, 28. Oktober 1933. Die für den 27. Oktober in Jaffa als Protest der Araber gegen die jüdische Einwanderung angesagt« Demonstration hat zu ernsten Resultaten geführt. Die Regierung hat ebenso wie in Jerusalem jedeDemonstratio 11 ver boten, Verbandhingen mit den arabischen Führern angekniipft und auch versucht, gewisse Kompromisse zu schließen. Sie war bereit, die angesagte Versammlung in der großen Moschee in Jaffa und danach den Zug der Menge zum gegenüberliegenden Regierungsgebäude zu gestatten, unter der Bedingung, daß der übrige Plan, der Durchzug durch die Hauptstraßen der Stadl, fallen gelassen würde. Die Verhandlungen in diesem Punkte, die noch am Vorabend zwischen Führern der arabischen Nationalbewegung und dem District Gommissioner geführt wurden, scheiterten jedoch, weil die Araber nichts von ihrem Vorhaben fallen lassen wollten. Am Donnerstag abend wurden starke militärische Formationen und ein Aufgebot der Polizei in und um Jaffa ztisammcngezogen, Am Freitag wurde i!1 den Morgenstunden die Bewegung von Te!-Awiw nach Jaffa und umgekehrt sehr erschwert, gegen Mittag völlig gesperrt. Zuzüge von Fellachen aus den umliegenden Dörfern wurden nicht gestattet. Um 12,30 lihr fand irr der Moschee die angesagte Versa m m 1 u 11 g statt. Danach wurde eine Demonstration durch die Stadt versucht. Die Polizei hielt den Aufzug auf, die Demonstranten versuchten jedoch durchzubrechen, griffen mit Steinen, Stricken und auch vereinzelt mit Revoiversctiüssen an. Die Polizei gebrauchte zuerst ihre Knüppel, versuchte dajin mit Pferden die Menge auscinanderzutreiben und gab schließlich Feuer. Nach ungefähr zwei Stunden war die Ruhe wieder hergestellt. Das Kriterium der arabischen Bewegung ist im .Moment die Richtung gegen England. Die Angriffe richten siel! nicht gegen die Juden ־. venu auch der Orund der Aktionen der Protest gegen die jüdische Einwanderung ist — und die Zusammenstöße spielen sich ausnahmslos zwischen der Polizei lind den Arabern ab. Die Regierung hat von vornherein mit Schär fe durchgegriffen und hat auch genug Militär an der Hand, um der Lage Herr zu werden. Freilich ist es bisher gelungen, die Soldaten in der Reserve zu halten und nur die Polizei einzusetzen. * gl. Tel-Awiw, 30. Oktober 1933. Der morgige Tag wird mit großer Erregung erwartet. Es war bis gestern nicht klar, ob die Regierung die E r ö f f 11 u n g des Hafens durchführen würde. Schließlich ist es eine überaus prekäre Sache, in einer Zeit der Demonstrationen, des Generalstreiks und der dauernden Zusammenstöße an den vcrschiedensteii Ecken des Landes die Zeremonie der Hafeneröffnung durchzuführen. Schon vor Monaten hat die arabische P artei des 1״ s t a k 1 a 1“, die heute in großem Aufstieg begriffen ist und die neue arabische Politik gegen England zuerst formuliert hat, die Boykottierung der Eröffnungsfeierlichkeiten durch die Araber gefordert. Der Haifaer Hafen wird als das Symbol der imperialistischen Eroberung Palästinas durch Britannien proklamiert und die arabische Nafionaibewegung aufgefordert, ihre Gegnerschaft gegen die damit ,gekennzeichnete Politik zu beweisen. In Haifa werden jedoch trotz der ungewissen Lage die Vorbereitungen für das Fest in fieberhafter Eile forfgcsetzt. In T cl-A\viw hat sich das Straßenhild im Laufe des Tages wenig geändert. Es wird gearbeitet, der Verkehr funktionierf normal• Freilich wird die ganze Bewegung um sechs Uhr abends gestoppt, und dann sind die Straßen wie ausgestorben. Das anschließende Jaffa ist auch vom Einbruch der Dunkelheit

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