Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1933-11-07 · Heft 89 (7.11.1933) · p. Seite 770

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVIII (1933)
Issue
Heft 89 (7.11.1933)
Date
1933-11-07
Page
Seite 770 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2651273-2653725-2653812--24338-2687282
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

✓ Se^te 768 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 89, 7. XI. 1933 Nr. 7t der neuen, durch Nichtzionisten erweiterten Organisaiion der jewish Agency fand; wichtiger war seine und seiner Freunde innerliche Anhänglichkeit an die Sache der jüdischen Wiedergeburt. Und war er erst einmal in den Kreis jener Gedanken eingetreten, die man al!;',emci11 als die Regeneration und Rekonstruktion des jüdischen Volkes bezeichnen kann, dann lag es nahe, daß er mit jeder Art aufbauender jüdischer Aktivität verbunden wurde. Es ist daher begreiflich, daß im Frühjahr 1933, a!s zur Bewältigung der Folgen der tiefgreifenden ökonomischen und sozialen Veränderungen im deutschen Judentum der ״Zentralausschuß der deutschen Juden für Hilfe und Aufbau" gegründet wurde und die leitenden Sekretariate besetzt werden sollten, über eine Kandidatur volle Uebercinstimmung aller maßgebenden Gruppen vorhanden war: Ludwig Tietz. Man wußte, daß er ein Mann ist, der die Sache über persönliche Interessen stellt; und das ist noch immer die beste Empfehlung. Tietz hat sich mit großer Hingabe der ihm obliegenden Pflichten und Aufgaben im Zentralausschuß gewidmet. Er hatte dabei Gelegenheit, auch mit Repräsentanten der jüdischen Hilfsarbeit außerhalb Deutschlands in Vcrbindtmg zu kommen und verstand es, überall Vertrauen zu wecken. Das Uebermaß der Arbeit, die er auf sich nahm, uberstieg seine physischen Kräfte. Der Verlust, den die jüdische Hilfsarbeit erleidet, wird nicht leicht zu ersetzen sein. iudwig Tietz, seit einiger Zeit einer der Vizepräsideuten des Central-Vereins, war eine der wenigen Gestalten im deutschen Judentum, die Parteigegensätze überhriicken, und daher hätte er trotz seiner Jugend an einem schöpferischen Neuaufbau des deutschen Judentu ms führend mitwirken können. Denn die neue Generation -- in einer neuen Zeit lebend! —- bedarf anderer Formen als die alte, und jemand muß den Mut haben, diese zu prägen. In Tietz sehen wir gewissermaßen eine Vorstufe desjenigen jüdischen Typus, der aus dem Ringen unserer Tage entstehen muß. Er hätte es vermacht, diesem Typus den Weg zu bereiten. Die Einimitigkeit, mit der alle Richtungen des deutschen Judentu ms sich trauernd um sein Grab versammeln, mag — und dies ist vielleicht der letzte große Dienst Tietz’ am deutschen Judentum — wegweisend sein für das jüdisehe Fühlen in einer Zeit der Wende. * Aus nächsten Freundeskreisen des Verstorbenen gehen ans nathssehende Zeilen za: Ludwig Tietz war am 5. März 1SQ7 als Sohn einer der ältesten und angesehensten jüdischen Familien Berlins geboren. Die sorgfältige Erziehung und die Kultur seiner Umebung verliehen seiner Person einen besonderen Adel, eine Herkunft aus den besten Schichten des Bürgertums war ihm nie ein Hindernis für ein geschärftes׳ soziales Gewissen und ein tätiges soziales Verständnis, Ludwig. Tietz hat in seinem Leben —■ besonders während des Krieges — soviel Leiden erfahren, daß er das Leiden anderer wie wenige aus seiner Schicht begriffen hat. Hier lagen die tiefsten Wurzeln seines ärztlichen Berufes, den er mit großer Liebe und einem stets über das ärztliche hinausgehenden menschlichen Verständnis ausübte. Seine eigene Krankheit machte ihn zum verantwortlichsten uiui verständigsten Arzt. < Dasselbe Verständnis führte ihn zur Arbeit mit der jüdisrlicti Jugend. Auch liier gab cs eine Entwicklung vom Addieren nach innen. Auch hier fühlte er sich zuerst aufgerufen als Organisator, als Träger eines starken politischen Willens, um dann iir.mcr weiter und tiefer erfaßt, sein eigenes Leben 7t!m Symbol des Lebens einer ganzen Generation in Deutschland zu machen. Bis in die letzten Tage seines Lebens war ihm das Schicksal eines einzelnen jungen jüdisehe:! ,Menschen weit wichtiger, als die scheinbar wesentlichste Aufgabe politischer Repräsentation. Oft konnte er sich, wenn stärk־:te Arbeitsanforderungen an ihn herantraten, mit einem einzelnen jungen Menschen so intensiv befassen, daß er nur durch Hinzunahme von Stunden, die andere für sich oder /ur Entspannung gebrauchen, die Last seiner Arbeit bewältigen konnte. Das war es, was ihm trotz des Unterschiede« des Alteis und der sozialen Stellung, die bedingungslose Ergebenheit und das volle Vertrauen aller jungen Menscheu, die ihn kannten, eintrug. Dieses unbegrenzte Vertrauen war für sein Verhalten der altenn Generation gegenüber letzte Verpflichtung. Er hat niemals das ihm entgegen gebrachte Vertrauen der jungen Generation ״verraten•׳. Dieses Verhalten war so selbstversiämüich und eindringlich, daß keine andere Deutung je in Frage kam. Sic begründete den klaren Anspruch auf die F ü 11 r u n g, die ihm diirch den Vorsitz im Reichsausschuß der jüdi־׳dien Jugendverbünde zufiel. Seine Stellung zum Judentum war die immer klarer werdende Antwort seiner jüdischen Substanz auf die Fragen des jüdischen Lebens. Er war einer der Menschen, die nicht erst zum Judentum kamen, sondern deren Aufgabe es war. das immer vorhandene jüdische in sich zu gestalten. Auch hier eine Entwicklung Von der politischen Fornuilierung zur echten Konfrontierung und Erkenntnis des jüdischen Seins. Je näher er jüdischem Leben kam, desto stärker entfernte er sich von den hergebrachten Formulierungen der Gruppe, von der er ausging. Wenn seine Gegner, um ihn anzugreifen, ihn als ״Zionisten“ bezeichneten, so lehnte er das ab mit der Begründung, er lasse sich nicht von anderen klassifizieren. Aus der Fülle seines jüdischen Seins war sein Herz und sein Verstand mit allen lebendigen Kräften des Judentums. Vom Zionismus grenzte er sich dann ab, wenn er zu empfinden glaubte, daß auch hier Formulierungen und taktisches Verhalten einengten. Das trug ihm von beiden Seiten oft den Vorwurf der mangelnden politischen Einstellung ein und erhielt ihm zugleich die Liebe und die Verbundenheit mit den Menschen der beiden Lager. Die Einsicht in das wahre Wesen der jüdischen Frage ließ ihn aber auch einen scharfen Strich ziehen gegenüber allen denjenigen Menschen, die mit unaufrichtigen oder beschränkten Arg ■menten verlorene Positionen des politischen Lebens zu erhalten versuchten. Das veranlaßt« ihn im Jahre 1930 im Wahlkampf der Berliner Gemeinde sich von den Gemeinde• liberalen zu trennen. Seit dem Frühjahr dieses Jahres stellte er sich und sein leben ganz in den Dienst des jüdischen Volkes. Alle seine Fähigkeiten, seine gute Erziehung, sein Mut, seine Phantasie und seine durch Leiden geläuterte Menschlichkeit fanden in dieser Arbeit ihre Erfüllung. Es war die Tragik dieses Lebens, daß die Sorge um das Schicksal der anderen immer mehr und immer ausschließ• lieber seine Kräfte in Anspruch nahmen. Von innen getrieben, ohne Wahl und ohne Ueberlegung, strömte er sein Leben aus. Qecrg Labinski Kundgebungen jüdischer Verbände Die ״Reichsvertretung der deutschen Juden“ sendet uns folgende Kungebung: ״Ein Verhängnis liegt über dem deutschen Judentum. In aller Not und in allem Unglück beruht seine Zukunft darauf, daß Persönlichkeiten aus ihm hervorgehen, die in sich einen neuen jüdischen Menschen verkörpern und das deutsche Judentum hinüberführen in eine neue Zeit. Und nun ist derjenige, auf den die Augen so vieler gerichtet waren und an dessen Person sich so viele Hoffnungen knüpften, ganz jung von uns gegangen. Ludwig Tietz׳ Bedeutung beruhte nicht entscheidend aut den Positionen, die er in den jüdischen Organisationen in ne hatte. Gewiß hat er im Zentral •Verein mit an entscheidender Stelle gestanden und einen sehr erheblichen Einfluß dort ausgeübt, ist er nicht nur der Vorsitzende, sondern der wirkliche Führer des Reichsausschusses der jüdischen Jugendverbände gewesen. Gewiß ist die Entwicklung des Zentralausschusscs der deutschen Juden für Hilfe und Aufbau zu der Bedeutung, die diese Stelle als Zentrale der gesamten Hilfsarbeit gewonnen hat, ganz überwiegend sein persönliches Werk. Aber die letzte Bedeutung des Wirkens von Ludwig Tietz beruhte auf etwas anderem. ln der Reichsvertretung der deutschen Juden hat er nur zeitweise und in geringem Umfang unmittelbar rnitge• wirkt. Vor der Wahl der neuen Leitung hat er eine Zeitlang itn Präsidium als Vertreter der süddeutschen Landesverbände mitgearbeitet. Der neuen Leitung gehörte ■er nicht an. Seine organisatorische Verbindung mit der Reichsvertretung beschränkte. sich im wesentlichen auf die Geschäfts■ führung des Zentralausschusses. Und doch war seine Person und war sein Wirken auch für die Ge- Samtorganisation der deutschen Juden von entscheidender Bedeutung. Denn hier wirkte sich das aus, was das letzthin Entscheidende an Ludwig Tietz' jüdischer Persönlichkeit und seinem jüdischen Wirken war, was seine historische Bedeutung für die Gesamtentwicklung des deutschen Judentums für immer ausmachen wird. Alles, was wirklich neu, lebenskräftig und jung im deutschen Judentum ist, strahlte von ihm aus. Frei von allen Fesseln ererbter Bindungen, hingegeben den vom Lehen gestellten Aufgaben bis zur Aufopferung, aufgeschlossen den Notwendigkeiten einer neuen Zeit, ohne dabei irgend etwas von seinem Eigenen, von dein Eigenen des Judentums aufzugeben, so wirkte er, so sammelte er immer wieder Kreise jiingerer Menschen um sieh, so wurde er immer mehr eine der entscheidenden geistigen Kräfte des jüdischen Lebens. Niemand, der selbst irgendwie ein Empfinden hat für das Neue, das heraufzivht, konnte sich dem Reiz seiner Person entziehen. Und so wirkte sich sein Schaffen überallhin aus, war cs im bcsonderen von entscheidender Bedeutung nicht nur für die Eiltstehung, auch für das Arbeiten der neuen Leitung der Reichs- Vertretung. Der Gesamtführung der deutschen Juden, ihrer Ausgestaltung und Durchsetzung galt sein letztes Hoffen, der vahren Reichsorganisation der deutschen Juden seine wirkliche Liebe. Die Lücke, die sein Tod gerissen hat, wird hier besonders schwer empfunden werden. Nur eins kann über das schwere Unglück hinveglielfen: Der feste Wille im Geiste von Ludwig Tietz fortzuarbeiten mit aller Kraft.“ * Der Zentralausschuß der deutschen Juden für Hilfe und Aufbau widmet dem Verstorbenen folgenden ,Nachruf: ,, ,,,, .. , 1,,.! ״Der ,Zentralausschuß der deutschen Juden für Hilfe und Aufbau‘ hat seinen Mitbegründer und Generalsekretär, Dr. Ludwig Tietz, verloren. Er trauert um ihn, der seit Begründüng des Zentralausschusses im Frühjahr dieses Jahres bis zum letzten Tage seines Lebens alle Kräfte seines reichen, edlen und starken Menschentums, sein Wissen, seinen Geist, seinen Mut und seine Güte in den zusammenfassenden Dienst der sozialen und wirtschaftlichen Hilfsarbeiten des deutschen Judentums gestellt hat. Uns allen in unserem Arbeitskreise war er ein Stück unseres Wesens, die Gewißheit und Zuversicht unserer Arbeit.“ Der Vorstand der J iidischen G cm ein de Berlin veröffentlicht folgende Kundgebung: ״Der Vorstand der Jüdisehen Gemeinde zu Berlin betrauert mit allen, die am jüdisehen Leben Deutschlands Anteil nehmen, den plötzlichen Heimgang des Generalsekretärs des Zentralausschusses der deutschen Juden für Hilfe und Aufbau, Herrn Dr. Ludwig Tietz. Seit früher Jugend hat Herr Dr. Tietz erst für die jiidische Jugendbewegung, darin für die verschiedenen Organisationen des deutschen und preußischen Judentums seine ganze Kraft eingesetzt. Mit unermüdlichem Arbeitseifer hat er, zumal in diesen letzten schweren Monaten, an verantwortlicher Stelle für Hilfe und Aufbau gewirkt. Eine tückische Krankheit, die ihn früher heimgesucht, glaubte er mit seiner eisernen Energie niedergerungen zu haben. Nun hat sie ihn plötzlich mitten aus rastloser Wirksamkeit hinaus in noch jungen Jahren liinweggeraflt. Sein Andenken wird in allen Kreisen der Gemeindemitglieder in Ehren gehalten werden.“ Der stellvertretende europäische Direktor des American Joint Distribution Committee, Morris C. Troper, schreibt: ״Der plötzliche Tod von Dr. Ludwig Tietz ist besonders tragisch in einem Augenblick, in dem die deutsche Judenheit so sehr auf das aufbauende Hilfswerk angewiesen ist, dem er sich so hingebungsvoll und unermüdlich gewidmet hatte. Durch seine Bemühungen im Dienste des Zentralausschusses hat sieh Dr. Tietz die Bewunderung der amerikani sehen Juden gesichert, die mit ihm in Berührung kamen; sein Tod wird von ihnen allen tief bedauert werden. Sein plötzlicher Heimgang wenige Stunden nach meiner letzten Besprechung mit ihm hat mich tiefer erschüttert, als Worte es auszudrücken vermögen.“ * Weiter wird uns aus Jugendkreisen geschrieben: Wir jungen Juden haben einen guten Freund verloren. Wer ihn gekannt hat, weiß, daß Menschen mit diesem Ade! in der Gesinnung selten sind. Dieser Kamerad, der immer für uns ein offenes Ohr hatte, kannte nur eine Leben saufgäbe: Arbeit für die jüdische Jugend. Was er hier geleistet hat, werden wir die er mit Rat und Tat unterstützte, ihm nicht vergessen. Die Tatsache, daß die jüdische Jugend jetzt zu sich selbst zurückgefunden hat, war ihm der einzig* lohn für seine Arbeit. Mit dem Einsatz seiner ganzen Persönlichkeit hat er seit Jahren das Aufbauwerk PaJästinas unterstützt, — und noch vor wenigen Wochen sagte er mir, ohne ein Wort des Hasses oder der Resignation, daß man ihn deshalb in manchen Kreisen nicht verstanden habe. Wir haben, ihn verstanden und sind stolz darauf. Heute stehen wir an seinem Grab. Wir jungen Juden haben einen guten Freund verloren. Dank, Ludwig Tietz! Arthur Sawady. Wie der Direktor des Produktionsabsatzes der Olivenöl- Verarbeitungsfabrik 5״ he men“ in Palästina mitteilt, hat sich der Ansatz der Shemen-Oel-Erzengnisse in der letzten Zeit seht 1t«k übet die ganze Welt verleitet. Der Arabersfreik beendet Jerusalem, 3. November. (J.T.A.) Die arabische Exekutive hat den von Ihr proklamierten Proteststreik gegen jüdische Einwanderung und jüdischen Landkauf als beendet erkürt. Die Arbeit wird am 4. November wieder autge.- nommen. Rückkehr zum normalen Leben Jerusalem, 3. November. (J.T. A.) Der Freitag ist in Palästina vollkommen ruhig verlaufen. Allgemein herrscht die Ansicht vor, daß die Welle der Unruhen vorüber ist. Das Leben kehrt überall in normale Bahnen zurück. Die am letzten Sonnabend in Haifa getroffene Anordnung, die Haustore von 6 Uhr abends an geschlossen zu halten, ist wieder aufgehoben worden. Am Freitag-Mittagsgebet in der Omar- Moschee zu Jerusalem haben große Mengen von Arabern' auch aus den umliegenden Dörfern teilgenommen, ln der Predigt wurden die jüngsten Ereignisse in Palästina behandelt. Der Versuch eines kleinen Teils der Moschee-Besucher, eine Kundgebung zu veranstalten, wurde von der Polizei rasch unterdrückt. Es kam nirgends zu Zusammenstößen oder sonstigen Zwischenfällen. Die Parole der arabischen Exekutive, den Proteststreik a b 7. u b r e c h e n, ist noch nicht überall befolgt worden. Auch der Jaffaer Hafen ist noch lahmgelegt und durch sieben unausgeladcne Schiffe blockiert. Die Zahl der Opfer, die die Unruhen während der ganzen Woche gefordert haben, erweist sich als bedeutend kleiner als auf Grund der tendenziösen Alarmnachrichten angenommen werden konnte. Nach den letzten Angaben wurden fünf Araber, unter ihnen ein Polizist, getötet, 25 Araber so schwer verwundet, daß sie ins Hospital eingeliefert werden mußten; bei der Polizei zählt man 27 verwundete britische und arabische Polizisten; 127 Araber haben unbedeutende Verletzungen erlitten. Die offizielle Mitteilung der Palästina-Regierung, daß eine Reihe von Kommunisten wegen aufrührerischer Propaganda verhaftet wurde, läßt darauf schließen, daß hinter den letzten Unruhen u. a. auch kommunistische Drahtzieher standen. Die Palästina-Regierung hat mit der Herausgabe einer arabischen Tageszeitung begonnen, die die wegen des fortdauernden arabischen Streiks nicht erscheinenden Blätter ersetzen soll. Haifa, 5. November. (J.T. A.) Der Schiff sv erkehr nach und von Haifa ist wieder vollkommen normal. Der Dampfer ,,Theophile Gautier“ hat 120 jüdische Einwanderer nach Haifa gebracht, die unbehelligt an Land gegangen sind. Halfour ~Tag ruhig verlaufen Jerusalem, 2. November. (J.T. A.) Entgegen den auf Grund der arabischen Drohungen gehegten Befürchtungen Ist der Jahrestag der Verkündung der Balfour-Deklaration in Palästina ruhig verlaufen. Nirgends Im ganzen Lande ist es zu Zwischenfällen gekommen. Bloß am frühen Morgen versuchten Beduinen aus Wadi Chawarlth nach Tulkarem zu ziehen, die sich zusammenrottende Menge wurde von einem niedrig fliegenden Aeroplan aus zerstreut. Auch der Abend v.o r dem Balfour-Tag Ist bis auf elften Weihen Zwischenfall ln Jerusalem ruhig verlaufen. Gegen das Polizeilager auf dem Skopus-Berg wurden einige Schüsse abgegeben, die niemanden verletzten. Die Polizei glaubt, daß es sich eher um einen Mutwillensakt, als um einen ernsten Ueberfall handelt. Dr. Welzmann kommt nach Palästina Es verlautet, daß Dr. Chaim Weizmann am 15. Dez. oder etwas früher nach Palästina im Zusammenhang mit den Arbeiten zum Ausbau der Hebräischen Universität kommen wird. Dr. Weizmann wird sich in Palästina drei bis vier Wochen aufhalten, dann nach London zurückfahren und im Frühjahr 1934 nochmals nach Palästina kommen, um an der Eröffnung ,des Daniel Chaim Sieff-Forsehungsinstituts für Landwirtscbaftswissenschaft und Agrikulturchernie in Rechoboth, das unter seiner Leitung stehen wird, teilzunehmen. Wiederaufnahme der Vernehmungen im Arlosorol! Mordfall Jerusalem, 5. November. (J.T. A.) Die Vernehmungen in der Untersuchung gegen Stavsky, Rosenblatt und Aehi Meir wegen Verdachts der Teilnahme an der Ermordung Dr. Arlosoroffs werden am Dienstag, dem 7. Novcmber, wieder aufgenommen und wahrscheinlich am 8. November abgeschlossen werden. Die Fortsetzung der Vernehmungen war ursprünglich auf den 2. November festgesetzt worden, mußte aber wegen der Unruhen in Palästina verschoben werden. Kommnnalkonllikf in Jerusalem Jerusalem, 5. November. (J.T.A.) Der arabische Bürgermeister von Jerusalem, Rag heb Bey Nashashibi, hat in Ucbereinstimmung mit dem Stadtrat, der sich aus moslemitischen und christlich-arabischer! Personen zusammensetzt, — die jüdischen Stadträte haben seit ihrem Exodus im März 1930 an den Sitzungen des Stadtrats nicht mehr teilgcnommen — die Entlassung des Geschäftsführers des Departments für Wasserbelieferung, Andrew Koch, verfügt. Koch bekleidete dieses Amt seit 15 Jahren und zeichnete sich stets durch große Pflichttreue aus. Die plötzliche Entlassung Kochs, für die kein offizieller Grund angegeben wird, hat die Jerusalemer jüdische Bevölkerung in Erregung versetzt; man glaubt, daß Nashashibi und der ihm ergebene Stadtrat darauf ausgehen, den Verwaltungsdienst judenrein zu machen, obwohl die luden nicht allein die große Mehrheit der Einwohnerschaft Jerusalems bilden, sondern auch die weitaus größere Hälfte der Steuern aufbringen. Inoffiziell verlautet, daß die Entlassung wegen Ueberscnreitung der Befugnisse erfolgt sei, die darin gesehen wird, daß Koch, um die wasscrbelieferung der Bevölkerung zu sichern, Arbeiten durchführen ließ, die der Stadtrat noch nicht endgültig bewilligt hatte. Eine Gruppe von Botanikern und Geologen der Hebräischen Universität Jerusalem war vor einiger Zeit vom Landwirtschaflsminister des Irak ersucht worden, in diesem Lande eine Untersuchung über Aufforstun gsmöglichkeiten, insbesondere in Kurdistan, durchzuführen. Die unter Leitung des Botanikers Dr. Alexander Eig stehende Expedition ist nunmehr nach sechswöchigem Auf enthalt im Irak nach Jerusalem zuriiekgekehrt. Vo D Bald \ gehen Veränc Haitun Polizei drückt stand D lautet: durch stell un lebnis streich fortzus finden, gesche möglic in de: müßte E nistisc vertut Unruh Mal, zu be täusch nicht aber < zuwac Mal il Punkt sonde Britisi ,-Pogr wahrt gevval politis zweite bereit bische Hinte teihve vom waren scheit Führe ihre; vortu men wie ii ausscl folgt Aktio wordi m a 1! Führt nach pagar gen ai Zusta an d warei nismi unter stelle vertn m ögl es w mang Bode ZUgC' Ketin zum gesc! bei \ Einvv dene stron niscli stieg Siam arabi ist 1 wied der Kapi von ren Aclii aller! treff! also, wort ist <

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.