Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVIII (1933)
- Issue
- Heft 88 (3.11.1933)
- Date
- 1933-11-03
- Page
- Seite 755 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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933 Nr. 88, 3. XI. 1933 jodische Rundschau Seite 753 sagenfi. Da- It Barrnatio- Hier, י man, lernen, wegen, e tiefe liingig- Ilernde :ig hens das m und es Oeor mir omteninuclo: adonna h. Ein r sein 1 >ber, Juden erwurionalen ewußrtmmen, ängten en des gegangegen zig zu gehört :r Propathien Endes daß es :ordnet mal zu ationalen nur wa auf nkreich t ohne aar Je- ■ merk- :rscheis ra el n Lese- .’ombre pus soide mit ächlich, es das rollung it ziemaire bis lie Oe- ־eibung!chiefes 1 füllen ut oder 1. Auch!kriecht ebracht haraud der die einmal 1er mit rt vom 1 trägt, :geben, ׳eisfiihfernen rhabcn, thorußämung. n noch diesesi rz reif, r Gide Mirgeren Oe-;chweijt vom ichaine uveau“ erfüllt 1 Oe- (rage n wie 1er so- Niveau m Beirn Ein- Frageziehen, chnung cmde bis zur licksals eu sich Frage! bst!“ ״•g• Zionistisches Seminar der B Z Vorbemerkung Das Zionistische Seminar ist eine Institution der Kulturabteilung der Berliner Zionistischen Vereinigung. Die Teilnahme an den Kursen ist jedoch alten Berliner Juden möglich. Das nebenstehende Vorlesungsverzeichnis umfaßt zunächst die Grundelemente der Judenfrage und des Zionismus. Nach Beendigung der Kurse beginnen im Februar neue Vorlesungen, die dann einen spezielleren Charakter tragen werden. Es ist geplant, einen Teil der Vorlesungen in der zweiten Winterhätfte zu wiederholen. ln dem Bewußtsein, einem dringenden Bedürfnis zu entsprechen, fordern wir hiermit alle unsere Freunde, alle älteren Mitglieder der Jugcndorgansiationen und alle interessierten Berliner Juden zur Teilnahme am Zionistischen Seminar auf. Berliner Zionistische Vereinigung. Kulturabteilung. Zionistische Tatsachenkunde Eine atomisierte jüdische Masse sieht sich plötzlich einer unübersehbaren Fülle von jüdischen Aufgaben gegenüber. Soziale, wirtschaftliche, politische und kuiturcllc Fragen beschäftigen nicht nur die dazu berufenen jüdischen Instanzen, sondern jeden Juden. Eine iridiffereute Beziehung zu seinem Judentum ist niemand mehr möglich, eine Vertagung der Entscheidungen ist ausgeschlossen, denn die Juden frage ist in ihrer ganzen Schärfe bis in die persönlichste Sphäre jedes einzelnen vorgedrungen. Auf Grund welcher Erkenntnis fällen heute die deutsehen Juden ihre Entscheidungen für ihre persönliche Zuktinft und für den Weg ihrer Gemeinschaft? Was wissen sie wirklich von der Judenfrage? Ist es wesentlich mehr als jener Ausschnitt, den jeder für sich in jüngster Zeit erlebt hat? Die ersten Monate des neuen jüdischen Daseins in Deutschland waren nicht die Zeit, in der man sich in die Zusammenhänge der jüdischen Geschichte und in die grundsätzlichen Erscheinungen der Judenfragc vertiefen konnte. Die verwirrende Schnelligkeit, in der die Grundlagen des jüdischen Lebens in Deutschland geändert wtirden,' ließ den wenigsten Menschen die seelische Kraft und die Zeit, kühl und gründlich zu denken und so den gewaltigen Prozeß wissend mitzuerleben. Die für das Gros der deutschen Juden neuen Gefühle der jüdischen Solidarität und des jüdischen S e 1 b s t b e w 11 ß t s e i n s, der Tatwille der Jugend wirkten sich im jüdischen Leben nur wenig aus, Weil mit Gefühlen allein ein Ausweg aus der Siiuation nicht gefunden werden konnte. Um sich eine Vorstellung über seinen ferneren Weg zu machen, fehlt dem deutschen Judentum die hauptsächliehe Voraussetzung: die umfassende Erkenntnis seiner Lage, ihrer Ursachen und Konsequenzen. Es ist nur natürlich, daß das Streben zu dieser Erkenntnis nicht zu den ersten Entschlüssen der Juden beim Anbruch der neuen Verhältnisse gehört hat. Es galt zunächst, sich in der neuen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Posit ioit zurecht/ufi nden und ganz elementare persönliche Fragen zu klären. Dementsprechend war auch die Tätigkeit der jüdischen Instanzen hauptsächlich darauf gerichtet, dem einzelnen Juden die persönliche Orientierung zu erleichtern. Die Aera der Beratungsstellen muß aber über kurz oder lang ihren Abschluß finden, denn allmählich muß das Wissen der Berater Gemeingut geworden sein, und die Grenzen dieser Hilfstätigkeit müssen sehr bald in Erscheinung treten. Dann wird für das deutsche Judentum die Zeit vorüber sein, in der jeder für sich allein mit seinem jüdischen Schicksal zu ringen hatte. Die Gesamtheit der deutschen Juden wird den Weg suchen müssen. Eine neue Bewertung des Judentums, Führung, konstruktive Wirtschaftspläne, moderne jüdische Erzichungsideen, all das muß von den deutschen Juden erarbeitet werden. Dazu muß aber das deutsche Judentum sich zu klaren Erkenntnissen des jüdischen Lebens durchringen. Es muß dazu eine bisher fremde Welt kennenlernen, die voll ist von Anomalien und komplizierten Verflechtungen, eine Welf, die von einer einzigartigen geschichtlichen Entwicklung geformt worden ist — unsere eigene jüdische Welt, die wir nur flurch unsere eigene Kraftentfaltung iimzugestalten vermögen. Wir Zionisten, als die Träger der Erneuerungsidee des jüdischen Volkes, liaben jetzt die Aufgabe, mit aller Energie die Mauer der Gleichgültigkeit, mit der die Kräfte der Assimilation diese unsere eigene Welt umgeben haben, niederzulegen. Das Ziel unseres Seminars ist: Inhalt und Probleme unseres jüdischen Lebens zu lehren, um aus dieser Erkenntnis eine Quelle neuer jüdischer Aktivität zu machen. Nicht akademisches Wissen allein, sondern Rüstzeug für die Gestaltung der jüdischen Zukunft, soll das Seminar seinen Hörern geben. Die Berliner Zionistische Vereinigung stellt allen, die sich mit jüdischen Fragen intensiv beschäftigen, Zionisten wie Nichtzionisten, ihr Seminar zur Verfügung. Wir Zionisten aber, die wir im Begriffe sind, von einer Minderheit zur führenden Kraft der Judenheit aufzusteigen, sind in erster Linie verpflichtet, zu lernen. Die Behandlung der Probleme unserer Ideologie, unseres Aufbatiwerkes und der grundsätzlichen innerjüdischen Auseinandersetzung ist nicht nur den führenden Instanzen der Bewegung Vorbehalten. Eine Organisation wie die unsrige, die Aufgaben von geschichtlichem Ausmaß zu erfüllen hat und dabei auf freiwillige Gefolgschaft angewiesen ist, kann ihre Kraft allein aus der Festigkeit der Ueberzeugung ihrer Träger gewinnen. Zionisten müssen lernen, unser ,,Volk unterwegs“ zu gewinnen und unser Gemeinwesen in Erez Israel aufzubauen. E>er Gedanke der Hachscharah hat seit jeher für Zionisten eine umfassende Bedeutung gehabt. Umstellung und Vorbereitting können nicht auf die berufliche Sphäre allein beschränkt bleiben, denn das Aufbauwerk in Palästina kann nicht von einer unwissenden, beziehungslosen Masse errichtet werden. Die Berliner Zionistische Vereinigung erwartet daher von allen ihren Mitgliedern eine inten• sive Teilnahme an der Schulungsarbeit ihres Seminars, zumal alle Schulungskurse der Bezirks- ■ gruppen mit Beginn der Tätigkeit des Seminars eingestellt werden. Darüber hinaus wird das zionistische Seminar für die Erziehungsarbeit der jüdischen Jugendorgani• sationen eine entscheidende Bedeutung liaben. Die Berliner Zionistische Vereinigung ist sich _ der Schwierigkeiten, die mit der Veranstaltung des Seminars verknüpft sind, voll bewußt. Sie hofft aber mit der verständnisvollen Unterstützung aller ihrer Mitglieder und Freunde, die große Aufgabe der inneren Hachscharah bewältigen zu können. & X« ARBEITSPLAN: Kursus Thema Dozent Zeit Preis 1. Die Judenfrage 4 Vorträge 1. Jüdisches Wirtschaftsleben der Gegenwart 2. Jüdische Wanderungen 3. Demographie der Juden 4. Soziologische Tatsachen Dr. Michael Traub Dr. Michael Traub Dr. Georg Lubinski Dr. Georg Lubinski Mittwoch 22, 11. 33 29. 11. 33 6. 12. 33 13. 12. 33 RM. 1,25 11. Palästinakünde 5 Vorträge 1. Die Natur des Landes 2. Die Völker Palästinas 3. Palästina durch 4 Jahrtausende 4. Wirtschaft a) Die Landwirtschaft b) Industrie und Handel Dr. Martin Bandmann Dr. Martin Bandmann Dr. Martin Bandmann L. Schkolnik Dr. Georg Strauß Donnerstag 16. 11. 33 23. 11. 33 30. 11. 33 7. 12. 33 14. 12. 33 RM. 1,50 m. Grundgedanken des Zionismus 3 Vorträge Kurt Blumenfeld Dienstag 21. 11. 33 28. 11. 33 5. 12. 33 RM. 1,~ ן IV. Einführung in die moderne hebrllische Literatur 4 Vorträge 1. Ch. N. Bialik 2. Mendele Mocher Sfarim 3. Sch. Tschernickowski 4. Salman Schneur Dr. M. Broseris Dr. M. Broseris Dr. M. Broseris Dr. M. Broseris Montag 20, 11. 33 27. 11. 33 4. 12. 33 11. 12. 33 RM. 1,25 V. Juden int 19. Jahrhundert 4 Vorträge 1. Geschichte d. Emanzipation a) Die politische und soziale Einbürgerung b) Die geistige Haltung der Judenheit 2. Die Juden im neuen Reich 1870—1913 3. Die Haskala Rabb. Dr. Max Wiener Rabb. Dr. Max Wiener Rabb. Dr. Joach im Prinz Dr. S. Mase Montag 8. 1. 34 15. 1. 34 22. 1. 34 29. 1. 34 RM. 1,50 « f , , ז . ,, r VI. Geschichte des Zionismus 4 Vorträge 1. Vorgeschichte d. Zionismus und Chibbath Zion 2. Politischer, praktischer und synthetischer Zionismus 3. Geschichte der Alijoth 4. Die Verwirklichungsperiode Ernst Hoffmann Dr. Salli Hirch E. Liebenstein Dr. Martin Bandmann Dienstag 19. 12. 33 2. 1. 34 9. 1. 34 16. 1. 34 RM. 1,25 vn. Zionistische Politik 4 Vorträge 1. Die politischen Voraus- Setzungen des jüdischen Nationalheims in Palästina 2. England, der Völkerbund und Palästina 3. Palästina als Staat 4. Die jüdisch-arabischen Beziehungen Dr. Ernst Marcus Dr. Ernst Marcus Dr. Ernst Marcus Dr. Enzo Seren! Mittwoch 20. 12. 33 3. 1. 34 10. 1. 34 17. 1. 34 RM. 1,25 VIII. Grundprobiente des Palästinaaufb aus 4 Vorträge 1. Nationale und private Kolonisation 2. Das Problem der jüdischen Arbeit 3. Die soziale Struktur des Jischuw 4. Das Bodenproblem E. Liebenstein E. Lieben stein E. Liebenstein Adolf Pollak Donnerstag 14. 12. 33 21. 12. 33 28. 12. 33 4. 1. 34 RM. 1,25 IX. Genossenschaft■- wesen in Palästina 3 Vorträge 1. Siedlungsformen 2. Die Genossenschaften 3. Die Histadruth Dr. Enzo Sereni Dr. Enzo Sereni Dr. Enzo Sereni Donnerstag 11. 1. 34 18. 1. 34 25. 1. 34 RM. 1,— X. Die zionistische Bewegung 3 Vorträge 1. Struktur der zionistischen Organisation 2. Die zionistischen Finanzinstitute 3. Die zionistischen Gruppen und Verbände Dr. Ernst Mechner Dr. Ernst Mechner Dr. Ernst Mechner Montag 20. 11. 33 27. 11. 33 4. 12. 33 RM. 1,_ Tedtniadi« Einzelheiten wsw. Sämtliche Vorträge beginnen pünktlich 20.30 Uhr. Die Kurse I—IX finden im Logenhaus, Klciststr. 10, der Kursus X Im Sitzungssaal der Z. V. f. D., Meinekestr. 10, statt. Für sämtliche Vorträge sind auch Einzelkarten zum Preise von 0,40 RAA. erhältlich. Kartenverkauf: L Kulturabteilung der Berliner Zionistischen Vereintgung, Meinekestr. 10, t. Stock. H. Bei A. Locker, C 25, Memhardstr. 6 (am Alexanderplatzj.