Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVIII (1933)
- Issue
- Heft 88 (3.11.1933)
- Date
- 1933-11-03
- Page
- Seite 756 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seile 754 Jüdische Rundschau Nr. 88, 3. XI. 1933 Für die National'Bibliothek ln Jerasalem Die Hebräische Universität in Jerusalem vermag■ iliren hüben Aufgaben nicht ohne wissenschaftliche Hilfsmittel, deren wichtigste der Besitz einer allen Anforderungen gem!ga!1k11־ Bibliothek ist, gerecht zu werden. Obwohl ein verschwindend geringer Bruchteil des Beträges, den Juden in allen Ländern der Welt für Wissenschaftliehe Anstalten gespendet haben, zum vollständigen Ausbau der Jerusalemer Universität hinreichen wurde, stehen dennoch so minimale Mittel zur Verfügung, daß an eine systematische Erweiterung der Bibliothek durch Ankauf nicht zu denken ist. So ist die Jüdische National- und Univ e r s i t ä t s b i b I i o t 11 e k in Jerusalem, schon heute die erste Bibliothek irn Nahen und Mittleren Osten, nach wie vor auf kleine und kleinste Bücherspenden angewiesen. Oie Bibliothek will in erster Reihe eine vollständige Sammlung aller Druckwerke sein, die 1 a) in hebräischer Sprache, b) in allen Sprachen der Welf, von Juden und Nichfjtiden, über Juden und Judentum, c) über Palästina und den Nahen (Asten, d) aut dem Gebiete der Orientalistik schlechthin erschienen sind. Die meisten dieser Gebiete sind wohl reichhaltig, doch nichts weniger als lückenlos vertreten. Eine willkommene Spende bilden auch e) gut angelegte Sammlungen oder Spczialarchivc, aber auch f) Linzclstücke zur Erweiterung der Schwadron’scheii Autopraphen- und Porträfsammlung bedeutender Juden. Ferner werden dritigotid benötigt: g) nicht veraltete Werke aus dem Gebiete der Natur- Wissenschaften und der 11) angewandten Wissenschaften (Landwirtschaft, Technologic, Technik, Medizin tisw.f; i) auch der Beda!!d auf den i lefiieten der Geist«- und (ieselUi haf1swi-.sensclnften Dt noch unendlich erweitenmgsfahig : k) schöne I iteratur, sofern sie \on bleibendem Werte ist oder sich mit der Judentrage au<einanderset/|, wird gleichfalls benötigt. Die Berliner Zionistische Vereinigung (Berlin W IS, ,Meiriekestr. 10, Tel. Bismarck 7165 72) ruft hiermit alle Berliner Juden auf, sich an einer großen Bücherspeitde fiir die Jüdische National- und Universitätsbibliothek in Jerusalem zu beteiligen. Sie nimmt entgegen. Laßt auf Wunsch ab holen, und leitet nach Jerusalem weiter sowohl ganze Bibliotheken als auch einzelne Werke. Es ist zweckdienlich, vorerst ein Verzeichnis der gespendet<11־ Werke cin/tisenden (Verfasser, Titel, Auflage, Ers c!1 e i n u n g s j a h r). das mit dem Kalalog der Bibliothek in Jerusalem verglichen wird. Zur Aufnahme der Bücherbestände stellt die BZV. gerne e hrenamtliche Heller zur Verfügung. Bei Spenden ohne diese ■Rückfrage behält sich die Jüdische National- und Universitätsbibliothek in Jerusalem das Recht vor, bereits Vorhandenes mnzutauschen oder — zur Deckung der Frachtspesen —- zu verwerten. Alle Mitteilungen, Wünsche und Anfragen sind an die BZV., Memckestr.' 10, zu richten. Erweiterung der Stockholmer Zionistischen Vereinigung. Der Stockholmer Zionisten-Verein, der bis jetzt hauptsächlieh aus älteren Personen sich zusammensetzte, ist an die verschiedenen jüdischen Jugendvereine Stockholms herangetreten, um eine Zusammenarbeit zu bewerkstelligen; Vorträge schwedischer Zionisten sollen die Jugend veranlassen, den zionistischen Gedanken hier im Lande,, lebhafter als zuvor zu verwirklichen und Sammlungen für den ‘Keren Kajemeth durchzulühren. Briefe an die Redaktion Berlin-Charlotten bürg 2, 31. IC. 33. Redaktion der ״Jüdischen Rundschau“, Sehr geehrte Herren Gesinnungsgenossen, wir sehen uns veranlaßt, auf Grund zahlreicher Anfragen, die wir seit einiger Zeit aus verschiedenen Teilen Deutschlands erhalten, ausdrücklich festzustellen, daß der Verband Deutscher Zionisten-Revisionisten, Berlin-Charlottenburg 2, Joachitnsthaler Str. 3, Bestandteil der Zionistischen Organisation ist. Die Mitgliedschaft zum Verband schließt somit automatisch die Zugehörigkeit zur Zionistischen Organisation ein. Wir wären Ihnen dankbar, wenn Sie den Lesern der ״Jüdischen Rundschau“ von diesem Sachverhalt Kenntnis geben würden. Mit Zionsgruß Verband Deutscher Zionisten-Revisionisten. Landesvorstand. gez. Ernst Hamburger gez. Dr. Justus Schloß. * Ihn Mißverständnisse atiszuschließen, bemerken wir hierzu, daß der Verband Deutscher Zionisten-Revisionisten der Zionistischen Vereinigung für Deutschland nicht angehört. (Red.) Abschied( - Spende Mainz, den 27. Oktober 1933. An die Redaktion der ,,Jüd. Rundschau“ In Ihrer Nr. 84 vom 20. Oktober brachten Sic unter obigem Titel eine Anregung von Dr. E. Finkei. In dieser wurde gewünscht, daß man in Zukunft doch, statt einen Abreisenden zu begleiten, die dafür gemachte Ausgabe von 70 Bf. dem KKL zuwemleu solle. Ich begrüße es aufrichtig, wenn bei allen Gelegenheiten daran! geachtet wird, auch die kleinsten Beträge dein KKL zu erhalten. Aber in diesem Punkte glaube ich Herrn Dr. F. widersprechen zu dürfen. Aus dem Schreiben vom 16. Oktober konnte man die Zahl der Auswandernden nicht erkennen; ich schätze sie auf 100 Personen. Hundert Menschen schließen ein Leben ab» 11m ein vollkommen anderes aufzubatien. Hundert jüdische Menschen stellen an einem gemeinsamen Wendepunkt in ihrem Leben. Wir müssen mm bedenken, daß Erlebnisse und Eindrücke in solchen Momenten eine derartige psychologische Virkung auf den Menschen ausiiben, daß tatsächlich sein späteres Handeln und Tun auch hier,von beeinflußt werden kann. Die letzten Minuten vor der Abfahrt können das stolze und erhebende Bewußtsein liervorrufen, daß man als Pionier nach Erez Israel geht und berufen ist, an der heute doch so großen Aufgabe des jüdischen Volkes mitzuarbeiten. in einem solchen Moment gilt es, dem Auswanderer (das Hebräische nennt ihn wunderbaretweise den ״Hinaufwandernden“) zu zeigen, daß wir alle im Geiste mit ihn gehen, daß unser aller Äugen auf sein Verhalten im Lande gerichtet sind und daß schließlich wir alle ihn um die Möglichkeit, seine Kraft in Palästina mitansetzen zu dürfen, beneiden. Hundert Menschen, die auf dem Wege nach Erez sind, mit einem solchen erhebender! Gefühl zu erfüllen, bedeutet die Kraft des Jiscliuws um mehr stärken, als es vielleicht die 600 M. vermögen. (Ich glaube nicht, daß dieser Betrag erfaßt würde.) Abgesehen von all diesem glaube ich, daß manch einer der Zurückbleibenden durch den Eindruck des Abschiedes sich veranlaßt fühlt, seine finanziellen Verpflichtungen dem KKL gegenüber mehr als vorher, zu erfüllen. Hochachtungsvoll Dipl.-Ing. Blatt. BESTE KAPITALS-ANLAGE PUR PALÄSTINA SING UNSER■ KUPFERHEUSER Durch Vermietung dieser in einigen Tagen aufzubauenden und unbegrenzt haltbaren Häuser schaffen Sie sich angesichts der großen Wohnungsnot in Palästina eine gesicherte Existenz!! Unsere patentierte Isolierunsswand von 12 cm ent* spricht einer Ziegel mauer von 222 cm. Asfateflnnz dardt ■Mer• Vertreterfirma Id Half« Deutsche Kupferhaus• Gesellschaft m. u. H. 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Ich glaube, daß Menschen mit einem solchen Kapital, wenn sie sich nicht auch früher mit dem Land verbunden fühlten und nicht bereit sind, dem Land zu dienen, ihren Lebensstandard hcrabzuchückcn und selbst, soweit ihre Kräfte es noch erlauben, zu arbeiten, in Palästina nichts zu suclien haben und sich dort nicht wolilfühlcn werden. Ich stehe auf dem Standpunkt, daß nach Palästina nur solche Menschen gehen sollen und Aussicht haben, sich dort einzuordnen, die von dem Gedanken beseelt sind, dem Lande wie sich selbst zu dienen. Das kann man aber nur von Menschen erwarten, die gleichgesinnt sind und mit dem Land sich schon früher verbunden fühlten. Ich halte es deshalb für richtig, daß sich solche gleichgesinnt« Menschen zu Chawuroth kleineren und größeren Umfanges schon hier Zusammenschlüßen. Solche Chawuroth haben m. E. bessere Aussichten, im Lande ihre Existenz zu finden und in jeder Beziehung sich wohlzufühlen. Ich selbst bin ein streng religiöser und überzeugter Zionist, stehe in den mittleren Jahren und bin fest entschlossen, in allernächster Zeit nach Palästina zu übersiedein. Sollten sich gleichgesinnte Zionisten — auch solche, die hier nicht religiös lebten, aber sich bereit erklären würden, im Land ein solches Leben zu führen —• finden, die auch den Wunsch haben, in allernächster Zeit hinüberzugeheu und meine Anregung als Grundlage empfinden, so bitte ich, mit mir durch *die Redaktion der ״Jüdischen Rundschau“ in Verbindung treten 21t wollen. Mit Zionsgruß A. £. Racflio-Schall&latten K ombinationsapparat f Lorenz) 3 K6hrentmpf;tnßer mit Tonabnehmer für FM. 50, ~ zu ״verkaufen. Crefl. Offerten unter G 458 an die Jüdische Rundschau. Berlin W 15. Mcmekeriraße 10. Italienisch Uiiterncm .׳ ueuemuungen / Rectitsberatung <lur<!! Voll; uristen — Dolmttirfirr ar. FRANZ BIRSCBBERfl. Berlin W 15 LudwijkirAsir. 9. 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